probleme

4. Probleme der Zucht:

 

Wer glaubt, dass Kleinsilber gelb eine leichte Rasse sei, dem sei gesagt, dass gerade in dieser angeblich sehr gut durchgezüchteten Rasse zur Zeit auch große Probleme lauern:

Nachdem nun Schnupfen und tränende Augen wieder ziemlich ausgemerzt zu sein scheinen, gingen dabei doch in vielen Zuchten die schönen Köpfe verloren. Hatte man schöne Köpfe, dann wurden oft die Ohren zu kurz. In den letzten Jahren bekamen dann Rammler mit wunderschönen Köpfen oft zu lange Hoden und vererbten dies hartnäckig und verdeckt über wunderschöne Häsinnen. Bei vielen Tieren wurden auch die Hinterpartien wieder eckiger. Hatte man wirklich schöne runde Tiere, dann ließ oft die Frohwüchsigkeit zu wünschen übrig und sie blieben bei einem Gewicht

zwischen 2,4 und 2,6 kg stehen. Auch Rammler, die als Jungtiere sehr vielversprechend aussehen, kommen oft aber 2,6 kg nicht hinaus und sind somit als Zuchtrammler nicht zu verwenden.

Sehr schwierig war bei mir in den letzten Jahren, die Häsinnen überhaupt trächtig zu bekommen. Gerade die schönsten Rammler waren sehr deckfaul und wenn die Häsinnen nicht gleich aufhoben, nicht mehr bereit neue Anstrengungen zu unternehmen. Hatten sie dann gedeckt, so hieß das noch lange nicht, dass die Häsinnen auch trächtig wurden. Manche Häsinnen ließen sich über 2-3 Monate hinweg decken, ohne trächtig zu werden.

Kam dann ein Wurf zustande, so musste man froh sein wenn wenigstens 4 Tierchen im Nest waren. Oft war dann in den ersten Tagen die Milchproduktion oder die Säugebereitschaft so gering, so dass öfters noch einmal 1-2 Junge auf der Strecke blieben. Hatte man dann eine Wurf bis zum Absetzen gebracht, so kam die kritischste Phase. Nach dem Absetzen bekamen die meisten Jungen nach 3-4 Tagen Fressstörungen oder auch Durchfall. Dieser Wachstumsstop wirkt sich leider auf die ganze Entwicklungsperiode der Tiere negativ aus und ist nur noch schwer auszugleichen. Früher starben mir in dieser Phase auch viele- meist die kräftigsten Tiere. Heute fange ich das mit eiweißarmer und reduzierter Fütterung, mit Haferflocken und getrockneter oder frischer Petersilie auf.

Ich bin mir nicht sicher, ob dies wirklich eine Form der Entercolitis ist. Dennoch hilft eine vorbeugende Behandlung gegen Kokzidiose.

Fast immer bringe ich auch von Ausstellungen diesen Virus mit nach Hause. So fressen zwar meistens die ausgestellten Tiere zu Hause weiter, aber fast alle anderen Kaninchen im Stall, oft sogar die Alttiere legen 2-5 Tage Fresspausen ein, wobei der Kot auch durch den veränderten Geruch dies Krankheitsbild signalisiert. Auch die Haltung der Rückkehrer in Quarantänebuchten kann das nicht verhindern.

 

5. Fazit:

 

Eine äußerst sensible Fütterung und eine sofortige Wahrnehmung von Veränderungen sind notwendig, will man Freude an gesunden Tieren haben. Dabei bemerke ich, dass je natürlicher die Fütterung mit Produkten aus Garten und Natur ist, desto problemloser sich die Tiere entwickeln. Zwar ist das Füttern von Alleinfutter, Wasser und  Heu weniger zeitaufwendig, dennoch danken es einem gesunde und vor allem auch wieder leichter trächtig zu bringende Kaninchen, wenn man bereit ist, die Fütterung jahreszeitlich den natürlichen Nährstoffen anzupassen, als da wären Futterrüben, gelbe Rüben, Hafer, Weizen, Gerste, Mais, Gras, Markstammkohl, Kohlrabi (Superschmelz), eventuell gepresste Zuckerrüben zum Anquellen und vermischen mit Kleie...usw.

Mittlerweile habe ich aber wieder robuste Linien aufgebaut und es gibt kaum noch Tierverluste. Auch die Fruchtbarkeit und die Milchleistung wird wieder besser, da ich nur solche Häsinnen behalte, die dies vererben.

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