meinezucht

Bericht über 32 Jahre Kaninchenzucht

 

1.    Der Beginn

 

Kaninchen gefielen mir schon von Kind an. Aber erst 1978 war es soweit, dass ich mir bei der Lokalschau unseres Vereins B 1053 Stammbach die verschiedenen Rassen genauer ansah. Ich dachte, dass es schwierig sei, sich bei der Vielzahl für eine Rasse zu entscheiden. Doch es ging leichter als erwartet, denn es war Liebe auf den ersten Blick. 4 Kleinsilber gelb zogen mich mit ihrer Farbe und ihren schönen "weißen Haaren" in den Bann. Ich kaufte mir bei einem alten Züchter unseres Vereins meine erste Häsin und los gings mit der Zucht.

 

2.    Die ersten Jahre

 

Aller Anfang ist schwer. Der erste Wurf brachte 6 Junge. Ich hatte jedoch nur einen Stall mit 4 Buchten. So begann der Stallbau. Es wurde ein schöner Außenstall aus Holz mit 18 Buchten. Die Jungen wuchsen heran. Ein zweiter Wurf kam dazu, so dass bald alle Fächer besetzt waren. Allerdings fehlte mir am Anfang die Erfahrung sowohl bei der Auswahl, als auch bei der Menge des Futters. So kam es wie es kommen musste: Einige Jungtiere bekamen Blähungen, andere Durchfall. Leider gingen immer wieder wunderschöne Jungtierchen zu Grunde, was für mich sehr schmerzvoll und auch am Anfang unerklärlich war. Die erste Ausstellung kam. Ich ließ mir zeigen, wie man die Tiere schaufertig macht und war gespannt auf die ersten Bewertungen. Sie waren leider sehr niedrig. Am besten schnitt eine Häsin mit 95,0 Punkten ab.

So recht wusste ich allerdings noch nicht, worauf es ankam und so beschaffte ich mir Bücher und bestellte mir die Kaninchenzeitung. Die Begriffe und die Ausdrücke, die als gutgemeinte Tips von anderen Züchtern mir mitgegeben wurden, waren für mich noch wenig hilfreich. Schon allein ein ordentliches Gewicht der Tiere zustande zu bringen, war für mich am Anfang eine Schwierigkeit. Doch nach und nach eignete ich mir immer mehr Fachwissen an, machte wertvolle eigene Erfahrungen und fing an, mich mit anderen Züchtern über die Kaninchenzucht und ihre Probleme auszutauschen. So merkte ich nach der 2.Ausstellungssaison, dass die niedrigen Bewertungen nicht nur an meinen mangelnden Kenntnissen und Fähigkeiten lagen, sondern dass meine Zuchttiere nicht mehr hergaben. Also machte ich mich auf die Suche nach besseren Tieren. Doch so leicht war das damals gar nicht. Ich kannte weder andere Züchter noch hatte ich Kontakte zu anderen Vereinen, noch wusste ich von den großen Schauen, obwohl ich unsere zum Teil meist sehr interessanten und die Kameradschaft fördernden Monatsversammlungen häufig besuchte.

Erste Tiere bekam ich dann von unserem Nachbarverein Münchberg von Zuchtfreund Leowsky. Er warb mich auch gleich für den Silberclub Oberfranken an, was im Nachhinein ein sehr bedeutender Schritt für mich war. Doch die größeren Erfolge wollten sich noch nicht einstellen. Im Gegenteil: Zunehmende Krankheitsanfälligkeiten der Tiere führten immer wieder zum Verlust gerade der am vielversprechendsten Tiere.

Die Wende kam mit einer 96,5 Pkte.Häsin, die mir Zuchtfreund Alfred Grillenbeck verkaufte. Sie hatte Masse und somit auch eine sehr gute Form mit intensiver Silberung. Die Nachzucht war ebenso sehr frohwüchsig.

Eine Tochter wurde bei der Silberclubschau in Berg 1987  mein erstes V-Tier (97 Punkte), worüber ich mich riesig freute. Bei den Lokalschauen kam ich natürlich an die hohen Bewertungen der Züchter mit Weißen Neuseeländern, Blauen und Grauen Wienern, Alaska... noch lange nicht heran. Doch es ging aufwärts.

Besonders erfreuten  mich schon damals die jungen Tierchen, wenn sie so langsam aus den Nestern kommen und das Fressen beginnen, wenn sie allmählich immer neugieriger und zutraulicher werden und einen schließlich mit ihren stets freundlich dreinschauenden Gesichtchen beim Füttern anstrahlen und an den Fingern schnuppern.

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