Österreich

Bergurlaub

02. August 2003 - 23. August 2003

in Prägraten

Auszeichnungen

Goldene Wandernadel Prägraten 2003


Bericht

Sind Shar-Pei's auch Bergsteiger?

Ich bin Dessi und erzähle euch von meiner ersten großen alpinen Bergtour, die ich zusammen mit meiner Mama Lara, und meinen Herrchin, Stefan, Anneliese und Hartmut im August 2003 in der Venedigergruppe im Westen der Hohen Tauern durchgeführt habe. Ich bin sehr beeindruckt von dem Großvenediger, der diesem Gebiet seine Anziehungskraft und Vorrangstellung schenkt.
In Prägraten, einem wunderschönen Bergdorf des Virgentales, beziehen wir unser Zuhause für die nächsten drei Wochen. Ich habe hier gelernt, dass Prägraten große Bedeutung als Ausgangsbasis für die Südanstiege des Zentralstockes der Venedigergruppe hat und alpin-historisch sehr interessant ist, da in Prägraten 1871 durch Johann Stüdl das Führerwesen des Alpenvereins gegründet wurde.

Zunächst akklimatisiere ich mich eine Woche, in dem ich von den umliegenden Berghütten 7 Hütten besuche. Am 11. August 2003 geht es dann auf meine große Bergfahrt.


11.08.2003


Prägraten 1.310 m - Niljoch Hütte 1.990 m - Bonn-Matreier-Hütte 2.745 m
Es ist schon ziemlich heiss heute morgen. Zuerst geht es nach Wallhorn und nordöstlich ansteigend zu dem von der Wun-Alm herabkommenden Wasserlauf. Hier füllen Lara und ich erst einmal unsere Wasserreserven auf. Anschließend folgt eine mäßig ansteigende Hangquerung gegen Südosten zum "Eselsrücken" mit der Nilhoch Hütte. Nach einer ausgiebigen Pause geht es weiter durch das breiter werdende Obere Nilltal mit seinen ausgedehnten Weidehängen.
Während ich frei laufen darf, muss meine Mama Lara an der Leine gehen, weil sie es einfach nicht lassen kann, den Murmeltieren nachzujagen. Weiter vorne blockieren weidende Kühe unseren Weg.
Während meine Mama einen großen Bogen mit ängstlichen Schritten um die Kühe schlägt, trete ich mutig vor und versuche mir den Weg frei zu bellen. Ich bin wohl etwas übermütig, denn anstatt mir aus dem Wege zu gehen, fangen die Kühe doch tatsächlich an, hinter mir her zu jagen. Ich bin froh aus der Gefahrenzone heraus zu sein. Meine Mama hat die Situation schon richtig eingeschätzt.

Dann geht es mit großem Rechtsbogen in der weiten Karmulde aufwärts und durch große Felsblöcke hindurch weiter steiler hinauf auf den langen begrünten Felsrücken mit der Bonn-Matreier-Hütte. Nach fünf Stunden ist mein Tagesziel erreicht. Am Abend sind Lara und ich ziemlich traurig und alleine, weil wir draußen im dunklen Holzlagerraum übernachten müssen während das Meerschweinchen und das Kaninchen der Hüttenwirte neben der Küche im Warmen übernachten dürfen.

12.08.2003
Bonn-Matreier-Hütte 2.745 m - Galtenscharte 2.882 m - Badener Hütte 2.608 m - Frosnitztörl 3.114 m - Defreggerhaus 2.962 m

Bereits um 6.15 Uhr starten wir heute morgen. Der Weg zur Galtenscharte ist sehr steil und felsig. Weil ich weiß, dass meine Mama bereits Bergerfahrung gesammelt hat, gehe ich am besten immer hinter ihr, weil sie immer den richtigen Weg findet. Hinter der Scharte erwartet uns eine steile, heikle Querung, wo wir sehr vorsichtig gehen müssen. Unten im Talkessel sehe ich bereits den Fluß und freue mich, meinen Durst löschen zu können. Nach fünf Stunden erreichen wir unseren Rastplatz, die Badener Hütte. Von hier aus bewundere ich die schöne Aussicht. Zur linken die Weißspitze, zur rechten die Kristallwand und dazwischen der Gletscher mit dem Frosnitztörl auf 3.114 m, unser nächstes Etappenziel.
Auf dem Moränenrücken geht es aufwärts, bis wir den Gletscher erreichen. Komisches Gefühl unter den Füßen und kalt ist es. So etwas habe ich noch nie gesehen.
Unser Herrchin holt ein langes Seil heraus und bindet uns alle mit Karabinern daran fest. Warum macht er das denn? Nachdem wir den steiler werdenden Eisrücken weiter hinauf steigen weiß ich warum. Ich sehe große Spalten im Eis. Ich bekomme ein wenig Angst und bin froh, dass ich sicher am Seil festgebunden bin. Über den Gletscher können Lara und ich gut laufen (ein wenig gekribbelt hat es schon unter den Füßen).
Am Törl machen wir Pause und genießen die wunderschöne Aussicht. Anschließend geht es den Gletscher auf der anderen Seite wieder herab, vorbei an großen Gletscherspalten.
Mein Herrchin findet immer einen guten Weg. Wir wenden uns nach rechts, steigen nochmal den Gletscher an und laufen dann dem Felskamm entgegen, wo sich das Defreggerhaus befindet. Nach weiteren fünf Stunden erreichen wir unser Tagesziel. Puh, bin ich kaputt. Auch Lara und Stefan sind ziemlich müde. Dafür dürfen meine Mama und ich heute mit auf dem Zimmer schlafen.

Als Entschädigung gibt es dazu Knödel und andere leckere Sachen, die die vielen Bergsteiger auf der Hütte nicht aufgegessen haben.

13.08.2003
Defreggerhaus 2.962 m - Johanneshütte 2.121 m - Prägraten 1.310 m

Bin ich froh, dass wir heute morgen nicht so früh aufstehen müssen. Die vielen Bergsteiger, die den Großvenediger bezwingen wollen, verlassen die Zimmer zwischen 5.00 Uhr und 6.00 Uhr. Wir machen es uns nochmal gemütlich und laufen um 9.00 Uhr durch das schöne Bergtal zur Johanneshütte. Ich habe noch Muskelkater von gestern und freue mich, als uns das Bergtaxi von der Johanneshütte wieder zurück nach Prägraten bringt.

Solche schönen Landschaften habe ich bisher in meinem Leben noch nicht gesehen und ich bin sehr stolz auf meine erste Goldene Wandernadel und stolz darauf, ein echter Bergsteiger zu sein.

(zurück)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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