Ernährung / Gesundheit 

Wir widmen uns diesem Thema insbesondere, weil die Ernährung nicht nur für Rassehunde eine wesentliche Rolle für die Erhaltung der Gesundheit spielt. Die Ursache von vielen Krankheiten liegt oftmals in der falschen Ernährung durch Fertigfutter oder durch eine falsche Zusammensetzung von selbst zubereiteter Hundenahrung. Obwohl nahezu alle Anbieter von hochwertigem Hundefutter Futtersorten für bereits ernährungsbedingt erkrankte Hunde anbieten, enthalten auch diese bei besonderer Betrachtung der Rubrik "Inhaltsstoffe und Zusammensetzung" oft genau die Beimischungen, auf die viele Hunde mit Krankheitssymtomen reagieren. Dies gilt im übrigen auch für alle angebotenen sogenannten "Leckerlis". Deshalb ist es wichtig, auf die Ernährung besonderen Wert zu legen. Eine äußerst aufschlussreiche Studie von Dr. Sergio Canello belegt die Wichtigkeit einer ausgewogenenen gesunden Ernährung. Bevor Sie also viel Geld zu ihrem Tierarzt bringen, beachten Sie zunächst die folgenden Hinweise:

Ernährungsbedingte Unverträglichkeiten

von Dr. Sergio Canello, Tierarzt

 
Auszug aus der Zeitschrift des Verbandes der italienischen Tierärzte für Kleintiere.

 

Der Verfasser sieht in einigen pharmakologisch aktiven Substanzen, die in industriell verarbeitetem Fleisch enthalten sind, die Ursache für eine beträchtliche Anzahl von pathologischen Erscheinungen bei Hunden.

In den letzten Jahren wurde bei Hunden eine fortschreitende und unaufhaltsame Zunahme von Hautkrankheiten und von gastroenterischen Pathologien festgestellt. Bei den Hautkrankheiten treten als Symptome starker Juckreiz, Schuppenbefall und Kratzwunden auf. Die gastroenterische Pathologie ist begleitet von häufigem Erbrechen, periodisch wiederkehrendem Durchfall und von Verdauungsstörungen. Ebenso tritt abnormes Verlangen des Tieres nach Gras auf.

Neben der symptomatischen Behandlung der untersuchten Hunde ermöglichte eine systematische Anamnese der Fälle die Identifizierung der Ursache für die Beschwerden.

Durch die eingehende Untersuchung der Tiere und durch eine begleitende strenge Entziehungskur konnte der Ursprung der Pathologien auf Tierfutter mit tierischen Bestandteilen zurückgeführt werden. Im Hinblick auf die Intensität der krankheitsfördernden Wirkung konnte folgende Rangfolge der untersuchten Fleischsorten in Tierfutter festgestellt werden. (in abnehmender Reihenfolge): Hühnerfleisch, Truthahnfleisch, Schweinefleisch, Rindfleisch und alle konservierten Futtermittel. die einen erheblichen Anteil an Fleisch aufwiesen.

Es stellte sich heraus, dass diese Nahrungsmittel offenkundig Träger einiger pharmakologisch aktiver Substanzen sind. Diese Substanzen sind nicht nur der Ursprung der genannten Phänomene, sondern auch vie1er anderer Pathologien, die im Folgenden noch aufgeführt werden. Geflügelfleisch (speziell Huhn und Truthahn) spielt dabei eine wesentliche Rolle, obwohl es allgemein als hypo-allergisch und diätgeeignet gilt.

 

Einleitende Studie

Auf der Grundlage klinischer Untersuchungen, die zwischen 1976 und 1980 stattfanden, wurde die Ernährung von mehr als 500 Hunden untersucht.

Diese Hunde waren mit folgenden Problemen belastet (Tabelle Nr. 1)

 

Tabelle Nr. 1

Verbrauch von Fleisch aus der industriellen Tierhaltung, frisch und/oder konserviert, bei 507 Hunden. Diese Tiere wurden einer einleitenden Untersuchung unterzogen.

Bei den Tieren, die Juckreiz, Hautkrankheiten und Hautausschlag zeigten, wurde eine einseitige Ernährung festgestellt, die vom Proteingehalt her auf industriell erzeugtes und verarbeitetes Fleisch basierte. Das Fleisch war frisch oder in konservierten Nahrungsmitteln enthalten. Aus diesem Grund wurde für diese Tiere eine spezifische Diät entwickelt.

 

Tabelle1

direkter Verbrauch(1) Anzahl

indirekter Verbrauch(2) Anzahl

gemischter Verbrauch(3) Anzahl

Summe

Unregelmäßiger Verbrauch

29

17

25

71

Häufiger Verbrauch

156

103

114

373

Täglicher Verbrauch

41

15

7

63

Summe

226

135

146

507

(1) Verbrauch von Frischfleisch, Knochen und Innereien

(2) Verbrauch von konserviertem Hundefutter mit einem unterschiedlichen Anteil von Fleisch, Innereien und Knochen.

(3) Gemischter Verbrauch von konserviertem Hundefutter und frischem Fleisch.

Diese Methodik hat nicht nur einen hohen Prozentsatz von teilweisem oder völligem Nachlassen der Symptome hervorgebracht, sondern auch einen gleichzeitigen Rückgang vieler pathologischer Störungen bewirkt. Bei Einführung der Diät waren diese Pathologien zuerst nicht mit der Ernährung in Zusammenhang gesehen worden.

 

Entziehungskur

Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Studie wurden von 1980 bis 1993 1312 Hunde behandelt. Bei jedem Tier wurde eine Entziehungskur mit einer Behandlungsdauer von mindestens 15 Tagen durchgeführt.

Diese Diät bestand aus der völligen Umstellung der Ernährung. Futterbestandteile waren Reis, pflanzliches Öl und Gemüse. Als proteinhaltige Quelle wurde ausschließlich Seefisch (Kabeljau und Seehecht) verwendet. Die absolut fleischfreie Fütterung wurde durch ständige Aufsicht gewährleistet. In einem Intervall von 7 und 14 Tagen wurden vertrauensärztliche Untersuchungen durchgeführt und die Ergebnisse geprüft.

Wenn die Symptomatik bestehen blieb. wurde die Diät abgesetzt und der Hund auf mögliche andere Krankheitsursachen untersucht. Zeigte sich eine Besserung des Zustandes des Tieres. wurde die Diät um weitere 14 Tage verlängert. Folgende Endergebnisse wurden festgestellt: (Tabelle Nr. 2)

 

Bei 850 Hunden wurde ein vollständiges Abklingen der Symptome beobachtet. Bei diesen Tieren wurden als Gegenprobe in einem Zeitintervall von 15 Tagen die abgesetzten Nahrungsmittel nach und nach wieder eingeführt. Beobachtet wurden insbesondere die Reaktionen auf Nahrungsmittel fleischlichen Ursprungs. Die Zeiträume und die Erscheinungsweisen des eventuellen Wiederauftretens der Symptome wurden festgehalten. (Tabelle Nr. 3)

Tabelle Nr.2   

Stichproben - Umfang: 1312 Hunde

   

Bestehende Pathologie

Völliges Nachlassen

Teilweises Nachlassen

Persistenz

Tage

7

14

28

 

Zahl der Tiere

Zahl der Tiere

Zahl der Tiere

Juckreiz ohne Eiter

351 / 163 / 156

411

231

Abschuppen

208/238/338

303

151

Dorsolumbalhaut Entz�ndung

216/184/142

251

177

Feuchter Hautausschlag

91 / 103/105

138

78

Hautausschlag an der Ohrmuschel

48 / 63 / 65

122

66

Durch Lecken bed. Granulom

- / 1 / 8

12

22

Wiederkehrendes Erbrechen

108/35/ 3

78

151

Hämorragische Magen-Darmentzündung

35 / - / -

-

67

Akute Schmerzen im Unterleib mit Lähmung der

hinteren Glieder

43 / - / -

-

12

Meteorismus u. Blähungen

322/38/-

351

116

Chronischer Durchfall

323 / 12 / 1

211

278

Tränenfluss

411 / 121 /32

277

179

Bindehautentzündung

178/ 164/71

430

299

Periodische Lichtscheu*

22 / 8 / 1

4

1

Hornhautentzündung

22 / 8 / 16

33

38

Wiederkehrende krampfartige Anfälle

3 / - / 16

28

103

Periodische Entzündung der Analbeutel*

- / - / 12

2

23

Summen:

2.381/1.138/968

2.651

1.992

    
    
    
    
    
    
    
Die Fälle, die für den Zeitraum von 12 Monaten keinen Rückfall erlitten, wurden positiv bewertet.
** Die Gesamtsummen sind höher als die Anzahl der berücksichtigten Hunde, weil viele Tiere mehrere Symtome gleichzeitig
     aufwiesen.

Tabelle Nr. 3
Zeitraum, in dem die Symptome nach Wiedereinf�hrung der abgesetzten Nahrungsmittel wieder auftraten.

Pathalogie

0-2 Std.

2-12 Std.

12-24 Std

24-72 Std.

mehr als 72 Std.

Summe

Juckreiz ohne Eiter

521

92

19

11

-

643

Abschuppen

-

-

-

78

698

776

Dorsolumbalhaut Entz�ndung

38

89

155

181

76

539

Feuchter Hautausschlag

38

68

16

3

-

125

Hautausschlag an der Ohrmuschel

46

67

13

11

-

137

Durch Lecken bed. Granulom

-

-

-

-

3

3

Wiederkehrendes Erbrechen

44

71

13

4

-

132

Hämorragische Magen-Darmentzündung

-

-

-

1

7

8

Akute Schmerzen im Unterleib mit Lähmung der

hinteren Glieder

-

-

1

1

7

9

Meteorismus u. Blähungen

-

71

102

102

61

336

Chronischer Durchfall

12

21

23

61

198

315

Tränenfluss

68

81

158

201

13

521

Bindehautentz�ndung

-

1

21

137

201

360

Periodische Lichtscheu

1

5

4

2

-

12

Hornhautentzündung

-

-

-

1

19

20

Wiederkehrende krampfartige Anfälle

-

2

-

1

5

8

Periodische Entzündung der Analbeutel

-

-

-

-

7

7

       
       
       
       
       
       
       


Die einleitende Untersuchung, die Entziehungskur und die Gegenprobe haben eine direkte Relation zwischen bestimmten Pathologien und der Fütterung mit Fleisch aus der Massentierhaltung.

 

Um jeden Zweifel auszuräumen, dass diese Pathologien auf direkte Unverträglichkeitsreaktionen gegenüber fleischlichen Nahrungsmitteln zurückzuführen sind, wurde über einen Zeitraum von 15 Monaten eine größere Anzahl von Hunden (246 Tiere) beobachtet. Diese Hunde litten an chronischen und / oder gastroenterischen Juckreiz verursachenden Erkrankungen. über 110 (82%) Hunde, die keiner Diätveränderung unterzogen worden waren, zeigten keine Besserung. In den anderen 136 Fällen, in denen im Speiseplan das Fleisch aus der Massentierhaltung durch andere proteinhaltige Nahrungsmittel ersetzt wurde, verschwanden bei 106 Hunden (78%) die Pathologien.

Zur überprüfung dieses Ergebnisses genügte es, das Futter in der vorherigen Zusammensetzung wieder zu verabreichen, um die Symptome in kurzer Zeit wieder auftreten zu lassen.

 

Endergebnisse

Ausgehend von diesen Untersuchungsergebnissen, ist ersichtlich, dass einige bestimmte Substanzen, die im Fleisch aus der Massentierhaltung pharmakologisch aktiv sind, typische pathologische Phänomene verursachen können. Bei diesen Substanzen handelt es sich um bestimmte Reststoffe, die nichts mit der natürlichen Zusammensetzung der Nahrungsmittel zu tun haben:

Diese Residuen werden als der "R-Faktor" (residualer Faktor) bezeichnet.

 

Syndrom der Ernährungsresiduen

Vor wenigen Jahren noch wurden aus schließlich ausgewachsene Tiere von Hautkrankheiten und gastroenterischen Pathologien befallen. Diese Syndrome hatten eine langsame Entwicklung.

 

In der letzten Zeit wird dagegen beobachtet:

1-die Ausdehnung der Symptomatik auf Welpen:

2-eine immer kürzere Latenzperiode zwischen der Aufnahme von gesundheitsschädlichen Nahrungsmitteln und dem Auftreten von Juckreiz, Schuppenbefall, Kratzwunden und/oder Erbrechen und Durchfall;

3- das Auftreten einer Folge von Symptomen, so dass von einer regelrechten Pathologie gesprochen werden kann, die im Folgenden "Syndrom der Ernährungsresiduen" genannt werden soll.

Das Syndrom der Ernährungsresiduen ist definiert als das Auftreten einer Serie von Symptomen, die auf die Präsenz pharmakologisch aktiver Substanzen im Futter schließen lassen, auf die ein bestimmtes Tier empfindlich reagiert. Diese Symptome betreffen die Haut, den gastroenterischen Apparat, sehr oft die Augen und manchmal auch das Nerven system. Die Syndromsymptome können einzeln oder in den verschiedenartigsten Kombinationen auftreten.

 

Beschreibung des Syndroms der Ernährungsresiduen

In der ersten Phase produziert der Hund einen starken Tränenfluss und wird von lästigem Juckreiz befallen. Der Juckreiz ist auf die Kruppe und die Halsseiten beschränkt. Bei Welpen kann das Phänomen äußerst schnell auftreten (bereits zwei oder drei Tage nach der Entwöhnung kann man bei vielen Welpen häufiges Kratzen im Halsbereich bemerken, obwohl kein Flohbefall gegeben ist.)

 

Akute Form beim Hund

Bei sehr empfindlichen Tieren wurde ein schnelles Auftreten der Symptome in einer Zeitspanne festgestellt, die von wenigen Minuten bis zu zwölf Stunden nach der Nahrungsmittelaufnahme reichte. Die Pathologie kann sich zeigen durch:

1) Plötzliche starke Rötung der Ohrmuschel mit Juckreiz.

2) Plötzlicher starker Juckreiz mit Entzündung im Dorsolumbalbereich und einfacher Juckreiz in der Halsgegend.

3) Plötzliches Auftreten einer feuchten ekzematösen Form, gewöhnlich am Hals, auf dem Rücken, auf der Kruppe und auf der äußeren Schenkelseite.

4) Plötzliche schwere Entzündung des Auges (der Bindehaut und oft wegen des Kratzens auch der Hornhaut).

5) Plötzliche Bindehautentzündung mit gleichzeitigem Tränenfluss: die Form befällt in der Regel nur kleine Hunde. Die Lichtscheu, die mit der Bindehautentzündung einhergeht, stellt das eigentliche Kennzeichen dieses Symptoms dar.

6) Plötzlicher schwerer Entzündungszustand der Hodensackhaut. Die Hunde empfinden dies als sehr schmerzhaft. Sie lecken sich daher mit äußerster Vorsicht und haben Mühe sich hinzulegen.

7) Plötzliche Schwäche der hinteren Glieder, wahrscheinlich durch kolikartige Schmerzen bedingt; Hinterleibs beschwerden sind schwer zu behandeln und für das Tier meist sehr schmerzhaft.

8) Plötzliches häufiges Erbrechen.

Die beschriebenen Phänomene halten nach Absetzen des fleischhaltigen Futters durchschnittlich noch drei bis 4 Tage an. Bei empfindlichen Tieren konnten die Symptome jedoch auch noch bis zu 20 Tagen beobachtet werden.

 

Chronisch kranke Hunde

Bei der chronischen Form der Erkrankung tendieren viele der bei der akuten Form

beobachteten Symptome dazu, unverändert zu verharren.

-Im Hinblick auf die Haut bedeutet dies:

1) Glanzloses Haarkleid mit sprödem und mattem Haar (a)

2) Juckreiz im Halsbereich

3) Juckreiz im Vorderteil der Pfoten

4) Juckreiz und Erythem in einer oder in beiden Ohrmuscheln (die Pathologien die die Ohrmuscheln befallen, stellen die häufigsten Symptome dar):

5) Juckreiz und Erythem in der Achselhöhle.

6) Juckreiz und Erythem im Bauchbereich mit Auftreten von Pusteln.

7) Juckreiz mit Erythem im Dorsolumbalbereich mit Schuppenbefall. Haarausfall und Kratzwunden.

8) Unangenehm riechende und ungesund wirkende Haut.

9) Pyodermie zwischen Pfoten mit Hornhautbildung und möglichem Befall der Kinngegend.

 

-Gastroenterisch ist festzustellen:

1) Häufiges Erbrechen hei leerem Magen und abnormes Verlangen nach Gras (c)

2) Häufiger Durchfall mit üblicherweise breiartigem Stuhlgang.

3) Abnorme Neigung zur Darmgärung und Blähungen.

4) Chronischer Durchfall ohne Fieber.

 

-An den Augen ist zu beobachten:

Fast ständiger Tränenfluss mit leichter Entzündung der Bindehaut; der Tränenfluss kann zu einer konstanten Verkrustung im unteren Bereich des inneren Augenwinkels führen.

 

-Am Verhalten ist zu erkennen:

Das Tier wirkt abgeschlagen und müde. Seine Neigung zu Geselligkeit und Spiel ist gering.

 

Fußnoten:

a) Nach dem Waschen bleibt das Fell am Tier kleben und ist nur für eine sehr kurze Zeit glänzend.

b) Diese Lokalisierung ist häufiger bei Pudeln und bei sehr kleinen Rassen fest zustellen.

c) Immer zahlreicher sind die Tiere, die fast täglich Gras fressen: Gerade im Hinblick auf seine Häufigkeit wird diese Erscheinung von Tierärzten inzwischen immer öfter als physiologisch bedingt angesehen. Es sei daran erinnert, dass ein gesundes Tier nur recht selten das Bedürfnis hat, Gras zu fressen. Es ist daher ein Zeichen für eine Störung im Stoffwechselgleichgewicht.

d) Wie das Verlangen nach Gras, wird auch eine konstante Augenabsonderung bei vielen Tieren für ein eher physiologisches Phänomen gehalten: dass diese Erscheinung bei einer Änderung der Ernährungsweise verschwindet, weist dagegen darauf hin, dass sie sicherlich nicht physiologisch bedingt sein kann und es sich um einen Entsorgungskanal des Organismus handelt.

 

Tabelle Nr. 4

Präsenz des residualen Faktors in den Geweben von Zuchttieren

Gewebeart

Niedrige Präsenz

Durchschnittliche Präsenz

Sehr hohe Präsenz

Innereien

X

 

 
Muskel 

X

 
Fett  

X

Knochen  

X

Haut  

X


 

Ätiopathogenese des Syndroms der Ernährungsresiduen

Die Ursachen des Syndroms der Ernährungsresiduen offenbaren zweifellos einen ernährungsbedingten Ursprung. Eine angemessene diätetische Veränderung bewirkt ein endgültiges Verschwinden der Symptome, und zwar ohne Verwendung von Arzneimittel.

Wie in der Einführung dargelegt, war recht bald klar, dass das Futter ganz einfach der Träger pharmakologisch aktiver Substanzen ist (der "residuale Faktor"). Dieser stellt die wahre Ursache des Syndroms der Ernährungsresiduen dar.

Durch einfache Untersuchungen konnte dieser residuale Faktor sicher identifiziert werden. Er ist in hohem Maße in den pharmakologisch aktiven Substanzen enthalten, die im Tierfutter vorhanden sind. Dieses Futter enthält Fleischzusätze, die aus der Massentierhaltung stammen. In der Tat war die Feststellung von entscheidender Bedeutung, dass die gleichen Nahrungsmittel kein Syndrom der Ernährungsresiduen bei Hunden verursachten, wenn das Futter aus Fleisch von traditionell und natürlich gezüchteten Tieren stammte.

Außerdem wurde klinisch nachgeprüft, dass im Fettgewebe und im Knochengewebe Ablagerungen des "residualen Faktors" zu finden sind.

Die direkte Folge davon ist, dass solche Nahrungsmittel, die in höherem Maß Fette und Knochen enthalten, mit größerer Häufigkeit und stärkerer Intensität das Syndrom bewirken (Tabelle 4)

Ein sehr interessantes Ergebnis aus dieser Forschungsarbeit war auch die Feststellung, dass Flohbefall bei Juckreiz verursachenden Hautkrankheiten eine weitaus weniger wichtige Rolle spielt, als bisher angenommen. Viele klinische Fälle haben nämlich gezeigt, dass eine große Anzahl von Hautentzündungen, die durch Flohbefall bedingt schienen, eigentlich dem Syndrom der Ernährungsresiduen zuzurechnen waren.

In der Tat kann eine drastische Reduzierung der Parasiten und ihrer Wirkung festgestellt werden, wenn die primäre ernährungsbedingte Ursache durch eine einfache diätetische Veränderung beseitigt wird. Es ist im übrigen allgemein bekannt, dass die Reaktionsschwelle auf die beschriebenen Phänomene häufig durch die gleichzeitige Wirkung mehrerer Faktoren beeinflusst werden kann.

Bei vielen Tieren können Unverträglichkeiten verschiedenen Ursprungs (gegen Flöhe, Staub, Pollen ) gleichzeitig vorhanden sein, wobei eine allein nicht immer auffällige Reaktionen auslösen muss.

 

Heilbehandlung

Die Behandlung des Syndroms der Ernährungsrediduen erfolgt durch vollständiges absetzen aller Nahrungsmittel, die auch in prozentualen kleinsten Mengen den "residualen Faktor" enthalten. Als das geeignetste Nahrungsmittel während der Testzeit und der anschließenden Enthaltungsdiät hat sich der Seefisch herausgestellt.

Kein Tier wies durch Ernährungsresiduen bedingte Syndromsymptome auf, obwohl Fisch /der ebenfalls proteinhaltig ist) auch über sehr lange Zeiträume hinweg verzehrt wurde. Nahrungsmittel, die arm an "residualen Faktor" sind, und die als ideale Bestandteile für eine vorbeugende, heilende Diät zur Vermeidung des Syndroms der Ernährungsresiduen gelten, sind:

- Seefisch

- Reis und Teigwaren (au�er Eierteigwaren)

- Jede Art von Frischen oder gefrorenem Gem�se

- Obst

- Wildfleisch

- Schafsfleisch und Ziegenfleisch

- Pflanzliche Fette

 

Endergebnisse

Die vollständige Beseitigung aller gesundheitsschädlichen Speisen gestattet eine schnelle Besserung der Symptome (besonders des Juckreizes), so dass jede eventuelle Anfangsskepsis schnell vergeht.

Eine richtig ausgeführte Diät bringt sichtbare Ergebnisse binnen weniger Tage. Tritt keine Besserung in einem Zeitraum von 4-6 Wochen ein, kann man von Pathologien mit einem anderen Ursprung ausgehen.

Die "krankheitserregende" Nahrung sollte nicht mehr verabreicht werden. Viele Tiere zeigen im Winter ein Nachlassen der Symptome, doch haben die Experimente und die Laborversuche gezeigt, dass sich die Reaktionen des Organismus lediglich zeitlich verschieben. Im folgenden Sommer werden die Symptome erneut auftreten, wenn man nicht bei der umgestellten Ernährung bleibt Um ein definitives Verschwinden der Symptome zu erreichen, muss die richtige Diät ständig aufrechterhalten werden.

 

Tabelle Nr. 5 

Präsenz des "residualen Faktors" in verschiedenen Nahrungsmitteln
 

Nahrungsmittel

Keine

Unsicher

Variabel

Mittlere

Hohe

Pflanzenöl
Lammfleisch
Hefen
Hammelfleisch
Teigwaren
Reis
Seefisch
Obst
Gemüse
Getreide

X
X
X
X
X
X
X
X
X
X

    
Kaninchenfleisch
Milch
Käse
 

X
X
X

   

Pferdefleisch
Brot
Eier
Gezüchteter Fisch
(Forelle, Lachs)

  

X
X
X
X

  
Rindfleisch   

X

 
Kalbfleisch   

X

 
Schweinefleisch
Wurstwaren
Hühnerfleisch
Truthahnfleisch
Suppenwürfel
    

X
X
X
X
X


Der kleinste Fehler in der Diät genügt, um in kürzester Zeit einen Rückfall zu verursachen. Wenn der Tierhalter die vorgeschlagene Diät beginnt und alle Fleischbestandteile und Fleischnebenerzeugnisse von der Fütterung ausschließt, kann es vorkommen, dass der Hund in den ersten Tagen in einen völligen Hungerstreik tritt.

Auch wenn der Tierhalter dadurch verständlicherweise beunruhigt sein wird, kann ihn dies in seiner Überzeugung stärken, durchzuhalten und standhaft dem flehenden Blick seines Tieres zu widerstehen, denn schon ein paar Tage Fasten können ein spürbares Nachlassender Symptome bewirken.


Mögliche Gründe für Erfolglosigkeit

Es kommt häufig vor, dass eine scheinbar richtige Diätanwendung die erhofften Ergebnisse nicht hervorbringt. Dies kann durch Nahrungsmittel verursacht sein, die der Hund bei verschiedenen Gelegenheiten zusätzlich zur normalen Mahlzeit zu sich nimmt.


Die gefährlichsten dabei sind:

.Hühnerfleisch und Truthahnfleisch (hauptsächlich Flügel & Haut)

-Trockenfutter für die Katze: schon eine einzige Krokette kann starke Reaktionen bewirken.

-Füttern vom Tisch (NIEMALS Schinken und Wurstwaren reichen, auch nicht in kleinsten Mengen!)

-Suppenwürfel (besonders juckreizfördernd)

-während des Auslaufs aufgenommen Nahrung

-Knochen, auch ohne Fleisch, bewirken erhebliche Reaktionen, wobei besonders darauf hinzuweisen ist, dass sich der "residuale Faktor" in Knochen kaum abhaut. Häufig können Hunde beobachtet werden, die unmittelbar nach dem Aufspüren und Fressen lang vergrabener Knochen Syndromsymptome zeigen.

 

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