So, hier möchte ich noch eine Seite machen, die mal wieder ein bisschen zum Denken anregen soll.

Ich schau schon mal die eine oder andere Gerichtsshow im Fernsehen (jaa ich gebe es zu) ;). Und da war letztens ein Fall über eine Frau, die wohl von ihrem Ehemann missbraucht wurde und das Kind, was daraus entstanden ist, zuerst abtreiben wollte. (Der Fall selber ging über was ganz anderes, aber das war das Thema über das ich nachdenke). Ich weiß natürlich das die Fälle alle ausgedacht werden, und nicht real sind, deswegen werde ich hier nicht weiter über diesen Fall schreiben. Aber ich habe mir mal generelle Gedanken über Gewalt in der Familie gemacht; der ist ja nun (leider) in einigen Familien Realität.

Was mich besonders beschäftigt, ist die Tatsache, das ja nach unserer Verfassung jeder MENSCH! das Recht auf körperliche Unversehrtheit hat. Das ist ja auch gut so. Aber was heißt das in der Realität? Wenn eine Frau auf offener Straße von einem Fremden überfallen wird, hat sie mehr Chancen, dass ihr bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft geglaubt wird, als wenn die Brutalität in der Familie stattfindet. (Seien es nun Schläge oder Missbrauch). Wenn die Frau diesen Übergriff dann anzeigt (viell. nach jahrelangem Leiden; weil sie sich vorher nicht getraut hat und jetzt erst den Mut dazu findet), dann wird sie mit misstrauischen Fragen überschüttet und ihr wird in der Regel erstmal nicht geglaubt. So Fragen wie "Wieso zeigen Sie Ihren Mann / Freund (was auch immer) erst jetzt an" "Wieso haben Sie Sich das solange gefallen lassen..." u.s.w. Keiner hat dafür Verständnis oder will sich in die Situation versetzen. Manchmal hab ich das Gefühl, dass in unserer Gesellschaft verheiratete Frauen (in der Regel sind es Frauen) nicht mehr als "Menschen" angesehen werden. (In der Verfassung steht ja: Alle MENSCHEN sind gleich, und nicht: alle "UNVERHEIRATETEN / UNGEBUNDENEN Menschen sind gleich". Also müsste doch eigentlich den Frauen auch geglaubt werden, oder? (Das gilt natürlich auch für Männer, die von ihren Frauen gequält werden - ist seltener aber das gibt es ja auch). Im Übrigen ist es die Aufgabe der Staatsanwaltschaft zu überprüfen ob an den Vorwürfen tatsächlich was dran ist, und dabei sollte es egal sein, ob die Tat von einem Fremden oder von einem Mitglied der Familie begangen wird. Die Polizei hat die Aufgabe den Täter zu verhaften, und die Staatsanwaltschaft muss die Beweise sammeln. Aber wenn natürlich die Polizei bei verheirateten Opfern (Frauen, Männer) oder Kindern schon "aussortiert", dann hat die Staatsanwaltschaft natürlich nicht mehr soviel zu tun.. Und die Anklage wird dann wahrscheinlich noch von der Staatsanwaltschaft fallengelassen - "aus Mangel an Beweisen" - Beweise, die man überhaupt nicht suchen wollte... Zeugen, die in der näheren Umgebung leben, schweigen sich vermutlich auch aus, aus Scham, Scheu in was reingezogen zu werden, von dem man nichts wissen will. Angeblich hat man dann nichts gehört, nichts gesehen.... (Die drei sog. "Affen" - nichts sehen, nichts hören, nichts sagen). Ob so etwas auch bei einem Fremden der Fall wäre? Oder bei einer Familie aus einer Gesellschaftlich nicht so angesehenen Schicht? Da hätte niemand Schwierigkeiten alles Gesehene (oder im 2. Fall auch teilweise nicht Gesehenes) auszusagen. ...

Oder was ist mit Kindern die von ihren Eltern (Väter UND Mütter) misshandelt werden? Denen glaubt man auch weniger als wenn ein Kind von einem Fremden missbraucht wird. Und Missbrauch in der Familie kommt ja wohl häufiger vor. Aber da ist auch wieder das Misstrauen da... (Kommt zusätzlich noch auf die Familie an, ob die einen guten oder einen schlechten gesellschaftlichen Status hat...). Wenn die Familie angesehen ist, dann wird dem Kind noch weniger geglaubt.. Also wie war das: Sind wirklich alle MENSCHEN gleich?? Also, was soll eine Frau machen, wenn sie misshandelt wird? Natürlich kann man sagen, dass sie sich das nicht gefallen lassen soll; aber ist das soo einfach? Ich weiß es nicht, ich bin nicht in so einer Situation, aber ich stell es mir schwierig vor. Und wenn die Frau es dann endlich nach viell. jahrelanger Folter endlich schafft, sich zu lösen, und Anzeige zu erstatten, dann darf man sie doch nicht wie den letzten Dreck behandeln, nur weil sie mit so einem ... verheiratet ist / war... Oder seh ich das falsch? Sind verheiratete Frauen (oder im umgekehrten Fall Männer) keine MENSCHEN?

Viell. seh ich das ja ein bisschen zu krass, aber ich find das einfach ungerecht. Es sollte einfach mehr für diese Frauen getan werden, und natürlich auch für Kinder, die gequält werden. Natürlich gibt es auch Frauen, die das nur vortäuschen; für solche Frauen hab ich kein Verständnis. Genausowenig für Frauen die generell so eine Straftat vortäuschen. Das schadet allen wirklichen Opfern und solche Leute gehören eingesperrt. Ansonsten kann ich nur sagen, dass Kindern generell Glauben geschenkt werden sollte, denn ein Kind (insbesondere ein Kleinkind) denkt sich so etwas nicht aus!

So, das war es erstmal, brauchte die page mal wieder zum Luftablassen. Die Fälle im Fernsehen sind zwar alle ausgedacht, haben aber (manche zumindest) durchaus, in einigen Bereichen zumindest, Realitätsbezug. Und Gewalt in der Familie ist leider durchaus realistisch...


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