Cazo aka Yours - geboren 1971 in Wiesbaden - 1984 inspiriert - 1986 erste Graffities - 1988 EGU Wiesbaden - 1998 Urban Design - Ambitio e.V. - 1997-2001 Int. Wall Street Meeting - 2000 IG Kulturpark - 2001 S8Yard - 2002 Int. Meeting Of Styles
Spiritus Rector: Ambitio e.V. - Aktion Farbenfroh - Kulturpark Wiesbaden hier slide.Gestalten und Verändern...

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Inspiriert von der Idee, konnte ich sie überzeugen, die Frage nach dem grundsätzlichen Wert von Jugendkultur in Gesellschaft und Politik zu stellen. Sehr bald darauf wurde die Interessengemeinschaft „Schlachthof für die Jugend“ gegründet, die einen Kulturpark mit Graffiti-Galerie, Outdoor-Skate-Area uvm. auf dem Areal des Alten Schlachthofes forderte. Nach zwei Demonstrationen, zahlreichen Hintergrundgesprächen, gelang es eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, so daß die Stadt der Schaffung des Parks im Grundsatz zustimmte. Nachdem jedoch einzelne Initiativen, als Teil der IG, ihre Ziele erreicht sahen, verlor die Initiative an Dynamik, so daß, in Bezug auf die Umsetzung des Kultur-Park-Konzeptes, seit mehreren Jahren Stillstand vorherrscht. Von der wunderbaren Vision eines Parks, der unterschiedliche kulturelle und soziale Aspekte an einem Ort vereint, ist aufgrund der vielschichtigen individuellen Interessen der Beteiligten nicht viel übrig geblieben, und so wird der Schlachthof heute primär durch das Kulturzentrum und die Grünfläche repräsentiert. Im Sommer 2006 veranstaltete das Kulturamt Wiesbaden auf dem Areal den Kunstsommer 2006 mit dem Titel „Wo bitte geht’s zum Öffentlichen“ - ein Projekt, mit rund 300.000eur herrvorragend finanziell ausgestattet, doch leider völlig an der Historie des Areals vorbei. So konnte im Sommer06 neben verschiedenen Exponaten, ein Haufen Baustellen-Toiletten bewundert werden, deren künstlerische Botschaft sehr viel Raum zur Interpretation bot. So war es dann auch kein Wunder, daß die meisten der Exponate dem Vandalismus zum Opfer fielen, was wiederum als Erfolg bewertet wurde.
s8yard-crew & friends
unterschiedliche persönlichkeiten - zu unterschiedlichen zeiten präsent - immer da, wenn gebraucht. 1985 begann ich mit dem Malen erster Tags, mein erstes Piece malte ich im Oktober 1986 mit Near von der RTA, damals noch Serce. Zu dieser Zeit gab es noch keine legalisierten Flächen, und so begannen 1987 meine ersten Ausflüge unter verschiedenen Pseudonymen , bis ich 1991 in die Fänge der Justiz geriet, die Nachtschicht-Karriere vehement beendet wurde. Unter dem Namen Ultra91 begann ich fortan Projekte zu organisieren und mich auf legale Arbeiten zu konzentrieren. Als Teil der Euro-Graffiti-Union Wiesbaden, organisierte ich 1991 den ersten Wiesbadener Hip-Hop-Jam im Haus der Jugend. Anfang der 90er gab es, abgesehen von einer kleinen Fläche an einer Kirche in Wiesbaden-Erbenheim, noch keine legalen Spots, bis ca. 1993 der Schlachthof ungenutzt hinterlassen wurde. Flugs wurde das Areal von der lokalen/regionalen Szene als Hall-Of-Fame entdeckt. Hiermit begann ein neues Kapitel, da sich der Alte Schlachthof ganz schnell als ein überregional bekannter Ort der Graffiti-Kunst etablierte.
Obwohl es gelang den Abriss um mehrere Jahre aufzuschieben, war es leider nicht möglich den Alten Schlachthof mit seiner über 3000qm großen Graffiti-Galerie zu erhalten, so daß die Stadt Ende 2001 mit dem Abriss begann, und ein weltweit bekanntes Monument der Graffiti-Kunst zerstörte. Nachdem ich bereits 1998 mit der Vereinigung Ambitio e.V. im Rahmen der Ausstellung „Urban Design“ ein Konzept zur Urbanisierung des Areals präsentierte, war das mangelnde Interesse der Stadt an einem kulturellen Schmelztiegel offenbar. 2002 trat eine Gruppe politisch aktiver junger Menschen in Kontakt mit mir. Die Idee der "Solids": ein Projekt mit dem Titel „Graffiti-Kultur statt Leitkultur“.

Die Tatsache, daß ein Großteil der Exponate kaputt getreten wurden, sei ein Zeichen dafür, daß die Betrachter der Kunstwerke, sich mit der Kunst auseinander gesetzt hätten. Die Zerstörung der Exponate wird als positives Zeichen für Auseinandersetzung gewertet. Einer kulturellen und sozialen Re-Urbanisierung des Areals, im Sinne des ursprünglichen Kulturpark-Konzeptes, wird augenscheinlich nur wenig Interesse entgegengebracht wird. Die Stadt Wiesbaden hat 2002 mit dem Abriss ein weltweit bekanntes Monument zerstört, das in Europa einzigartig war. Für viele repräsentiert der Abriss eine gigantische Zerstörung von Kunst. An diesem Ort bot sich die Gelegenheit einen kulturellen Schmelztiegel zu schaffen, mit Bekanntheit und Reputation über die Grenzen der Stadt hinaus. Doch hierzu bedarf es der Fähigkeit Visionen zu entwickeln und der Bereitschaft neue Wege zu gehen. Während die Beteiligten vor Ort primär mit den eigenen Nöten beschäftigt sind, und die Stadt sich damit begnügt weiterhin ihrem Image treu zu bleiben, primär für Beamte und Ruheständler attraktiv zu sein, wird das Ganze-Grosse aus den Augen verloren, und erneut die Chance vertan etwas Bedeutsames zu schaffen.
Interview in Auszügen aus 2004. Das ganze Interview gibt es auf www.TheBaske.com Events zu veranstalten oder zu koordinieren ist nicht gerade einfach. Vor allem, wenn man sie aus ideelen Gründen ohne jeglichen kommerziellen Hintergrund durchzieht. Wenn man dann noch eine kleine Tochter und einen normalen Job hat, zeugt das schon von einem gewissen Lifestyle. Du machst das jetzt schon eine ganze Weile, und jeder der schon mal eine Veranstaltung organisiert hat, kann sich denken was das für einen Aufwand mit sich bringt. Worin besteht deine Motivation? Ich bin da etwas idealistisch geprägt. Eine wesentliche Motivation besteht für mich darin, der Propaganda mancher Politiker etwas entgegenzusetzen. Zum einen indem das MOS die Vernetzung und somit die Stärkung unserer Kultur fördert. Zum anderen, weil es aufzeigt, daß Graffiti weltweit stark ist, und unsere Städte bunter machen kann. Was mich zusätzlich motivert, ist das Feedback aus der Szene. Die Leute freuen sich und genießen es, daß es ein Event wie das MOS gibt, das frei, unkommerziell und vom Gedanken der Kooperation und des Austausches getragen ist. Es wird als Forum anerkannt und als wertvolle Gelegenheit, nicht nur zu repräsentieren, sondern auch Kontakte zu machen und eine gute Zeit mit gleichgesinnten zu verbringen. Eine weitere Motivation ist es, zu sehen, wie etwas, das 1997 in Wiesbaden mit dem Wall Street Meeting begann, sich dermassen entwickelt hat und gewachsen ist. Du hast ja eine kleine Tochter und noch einen normalen Job,und sicherlich brauchst du auch Zeit für dich selbst. Wie bekommst du das alles gebacken? Es entstehen ja sicherlich oft Konflikte dabei. Das ist sicherlich nicht leicht. Zumal ich Lebensunterhalt verdienen muß, und das mit dem MOS leider nicht möglich ist. Meine Tochter gibt mir viel Kraft und Freude. Sie baut mich auf, wenn ich mich müde fühle. Gebacken bekomme ich das, durch die hervorragende Zusammenarbeit mit den lokalen Organisatoren. Sie sind eine wesentliche Stütze. Ohne sie wäre das Ganze nicht möglich. Wird dir eigentlich von der Szene, den Writern dein Tun honoriert / respektiert. Dass es wohl von offiziellen Städtischen Einrichtungen nicht wird, sieht man wohl an dem was in Wiesbaden passiert ist. Aber wie sieht es innerhalb aus. Ich denke, daß ein wesentlicher Ausdruck von Respekt auch ist, daß Writer, die zum MOS kommen, darauf verzichten, in der Nähe der Veranstaltung Zeichen zu setzen. Das fällt nämlich immer negativ auf das Event zurück. Dass es dennoch vorkommt, dass im Rahmen des Events wild gesprüht wird, ist zwar sehr ärgerlich, ist aber eher die Ausnahme. Allerdings wird das seitens der Politik immer instrumentalisiert, um das Event in der Zukunft zu verhindern. Mein Feedback seitens der internationalen Szene ist sehr positiv. Die Maler haben alle großen Respekt und Anerkennung für das Ganze, aber auch Verständnis, wenn es mal nicht so 100% in der Organisation läuft, wie bei einem kommerziell durchstrukturierten und duchrfinanziertem Event. Die Leute sind froh, daß es so ein Forum gibt. Brainstorm: Kultur: Geld: Familie: Writing: Reisen: Meeting of Styles:
Nach vielen Jahren Engagement für eine sozio-kulturelle Urbanisierung des Areals, widme ich mich seit 2004 verstärkt der Aktion Farbenfroh und dem Int. Meeting Of Styles, sowohl auf lokaler, als auch auf internationaler Ebene. 
Was mit dem "Wallstreet Meeting" in Wiesbaden begann, ist heute das auf internationaler Ebene stattfindende "Meeting of Styles" geworden. Unterstützt von örtlichen Heads zeigt sich Manuel Gerullis dafür verantwortlich.
höchstes Gut, kann man nicht kaufen, nur schaffen. Ist Sein und nicht Haben.
ist wichtig, aber nicht alles.
im Blut oder im Geist, Geborgenheit, Wärme, Stamm und Wurzeln.
ist so alt wie die Menschheit. Soul. Macht süchtig.
Bildung, Veränderung, Bewusstsein.
eine Mission.



