„Also dann“ sagte sie schnell, „ich muss los. Schönen Tag noch!“ Sie wartete keine Antwort mehr ab, drehte sich um und ging. Hinter sich hörte sie Elijah noch „Auf Wiedersehen“ rufen, wandte sich aber nicht mehr um.
*
~ Chapter Two ~ Blue Eyes ~
Den Rest des Nachmittags, spielte Leila mit ihrer neuen Sally und Anya konnte an nichts anderes mehr denken als an Elijah. Der Mann mit den schönsten Augen in die sie je gesehen hatte. Es war als könnte man direkt in ihn hinein sehen. Sie waren so klar, so ehrlich und liebevoll, so wunderschön!
So gegen Acht packte sie ihre Sachen zusammen, nahm Leila mit Sally auf den Arm und ging zu sich nach Hause. Sie musste noch das Abendessen für David vorbereiten, der bald von der Arbeit kam.
Er lag schlafend zwischen den weißen Kissen, mit einem geschwollenen blauen Auge, einer aufgeplatzten Lippe und noch getrocknetem Blut an der Nase. Sein Gesicht sah ziemlich schlimm aus. Orlando half ihr sich in den Stuhl neben Elijahs Bett zu setzen und holte ihr eine Decke, damit sie nicht fror, denn in dem Zimmer war es ebenfalls noch ziemlich kalt.
Jenny legte von hinten sanft ihre Hand auf Anyas Schulter. „Sollen wir dich mit ihm allein lassen?“ fragte sie leise.
„Bitte.“ Antwortete sie kaum hörbar und Orlando und Jenny verließen den Raum. In diesem Moment fühlte sich Anya sehr hilflos und wusste so recht kaum was sie tun sollte. Ihre Hände waren kalt und fingen leicht an zu zittern, als sie Elijahs Hand nahm die noch schön warm war. Sie umfasste sie leicht und fühlte wie in ihr die Tränen aufstiegen, bei diesem Anblick seines blassen und müden Gesicht in diesem sterilen weißen Zimmer, so völlig ohne etwas Beruhigendes.
Sie senkte den Blick auf ihre beiden Hände, die auf dem weißen Laken lagen. Wie lange würde sie noch seine Hand halten können?
Als sie wieder aufblickte, sah sie, dass er seine Augen ganz leicht geöffnet hatte und sie schmal anlächelte.
„Lij“ flüsterte sie und hatte Mühe die Tränen zurückzuhalten.
Sein Griff um ihre Hand wurde etwas fester und er flüsterte „Wie geht es dir?“
Sie versuchte den Kloß in ihrem Hals herunterzuschlucken und ihm zu antworten, aber sie konnte sich nicht zusammenreißen und es brach gleich aus ihr heraus.
„Elijah, es tut mir so leid! Das ist alles meine Schuld! Du hättest -- und ich -- ich bin Schuld!!“ schluchzte sie und die Tränen rannen ihr über die Wangen. Elijahs Blick wurde ernster und er setzte sich ein bisschen auf.
„Nein Schatz, das ist nicht wahr! Du bist an nichts Schuld!“ sprach er ganz ruhig.
„Oh doch!“ Schluchzend hob sie ihren Blick wieder und schaute ihm in seine saphirblauen Augen. Seine wunderbaren Augen, die eine unbeschreibliche Hoffnung ausstrahlten. In diesem kalten, steril weißen Raum waren sie etwas Unwirkliches, hier konnte man sich kaum vorstellen, dass so etwas wunderbares wie seine Augen auch nur existieren könnten.
„Es ist allein meine Schuld das David dich so zugerichtet hat.“ Flüsterte sie, noch immer den Halt in seinen Augen suchend, der ihr hier in diesem Raum nirgends geboten wurde. Elijah richtete sich langsam noch mehr auf und hielt ihre Hand jetzt ganz fest. Er hatte Schmerzen, das sah man, aber er versuchte es so gut wie möglich zu verbergen. Anya suchte in seinen Augen nach Halt, sowie im vom Sturm tosenden Meer nach einem kleinen Rettungsboot. Seine Gesichtszüge waren so ruhig, aber in seinen Augen herrschte ein blaues Feuer aus Wellen des Ozeans.
Sie musste den Blick abwenden, sonst hätte sie über dieser endlosen Weite noch mehr angefangen zu weinen.
Er beugte sich leise stöhnend zu ihr und umarmte sie. Fest zog er sie zu sich und flüsterte ihr leise ins Ohr „Hey Darling. Hör auf dir Vorwürfe zu machen. Wenn überhaupt jemand etwas dafür kann, dann weder du noch ich, sondern er.“
Anyas Tränen trockneten. Sie sagte nichts, wollte ihn nicht noch mehr belasten. Sie war Schuld, nichts anderes hätte sie gelten lassen, aber das musste Lij vorerst nicht wissen. Er sollte sich ausruhen und gesund werden.
„Ich will das du dich von Orlando nach Hause fahren lässt Schatz. Ich werde morgen Vormittag nachkommen.“
*
Anya hatte auf Elijah gehört und sich von Orlando nach Hause fahren lassen. Jenny hatte darauf bestanden die Nacht bei ihr zu bleiben und obwohl sich Anya enorm wehrte, blieb es dabei. Orlando fuhr zurück ins Krankenhaus zu Lij und blieb die Nacht über bei ihm.
Elijah war klar das Anya sich das anders vorgestellt hatte und lieber selbst neben seinem Bett sitzen wollte, aber im Großen und Ganzen war es ihm lieber Orlando hier zu haben und Anya gut aufgehoben Zuhause in einer angenehmeren Umgebung zu wissen und Jenny war bei ihr und würde ein Auge auf sie haben. Obwohl er die ganze Zeit an Anya denken musste und sich viele Gedanken und Sorgen machte, schlief er wegen den Medikamenten und des anstrengenden Abends bald ein, noch bevor Orlando wieder neben ihm saß.
Jenny und Anya schliefen im Schlafzimmer nebeneinander im Bett, doch trotz der Nähe merkte Jenny nicht, dass Anya die ganze Nacht über weinte. Sie war so erschöpft gewesen, dass sie schnell in einen tiefen Schlaf fiel, aber Anya konnte nicht einmal daran denken, denn jedes Mal wenn sie nur für ein paar Sekunden die Augen schloss blitzten die Bilder wieder auf und kleine Albträume plagten sie.
Sah sie doch immer wieder Davids Augen vor sich, wie er sie angesehen hatte kurz bevor Elijah ihn wieder zu Boden geschlagen hatte. Diese Funkeln der Wut und des Hasses, welches doch verletzlich wirkte. Hatten seine Augen jedes Mal so gefunkelt wenn er sie schlug? Oder nur dieses Mal? War wirklich alles ihre Schuld? War Elijah wirklich nicht enttäuscht oder sauer? Fragen über Fragen quälten sie die ganze Nacht. Brannten auf ihrer Seele, so heiß wie ihre Tränen, die im Kissen versickerten. So scharf wie jedes Schluchzen, dass sie verschluckte um Jenny nicht zu wecken. Die Schmerzen ihrer Arme und ihres Knöchels waren nichts gegen diese Qual.
Die ganze Nacht über verbarg sie ihr Gesicht in dem Kissen das eigentlich Elijahs war und so herrlich nach ihm roch. Es fing ihre Tränen und ihr Schluchzen in sich auf - tröstete sie. Vielleicht würde Elijah ihr nicht die Schuld geben oder die Polizei oder Jenny und Orlando, aber sie tat es. Sie könnte sich das Ganze nie verzeihen und das, genau das, hielt sie die ganze Nacht wach.
*
Am nächsten Vormittag saßen Jenny und Anya gerade am Küchentisch und aßen Toast, als Elijahs Stimme die Stille durchbrach. Er schob die Küchentür auf und humpelte auf Krücken herein. Hinter ihm war Orlando.
“Na ihr beiden.“ Begrüßte Elijah sie, fast so als ob nichts gewesen wäre und gab Anya einen sanften Kuss auf die Wange.
„Einigermaßen gut geschlafen mein Schatz?“ fragte er und sie nickte, doch als er in ihre Augen sah, bemerkte er sofort, dass sie log, denn sie sahen verweint aus, auch wenn sie es versucht hatte zu überschminken.
Orlando setzte sich neben Jenny an den Tisch und auch Elijah hatte sich nach etwas Mühe mit den Krücken gesetzt.
„Wie war die Nacht?“ fragte Orlando noch mal und Jenny antwortete sie haben recht gut geschlafen. „Wenigstens das.“ Erwiderte er und strich ihr über die etwas blasse Wange.
Er nahm sich eine Scheibe Toast und fragte Elijah ob er auch eine wollte, dieser nickte und legte Anya unter dem Tisch sanft seine Hand auf den Oberschenkel. Kaum merkbar streichelte er sie beruhigend. Mit der anderen Hand nahm er sich eine Toastscheibe und schmierte sich Butter darauf.
Anya beobachtete ihn dabei, wie er sich scheinbar in aller Seelenruhe sein Frühstück machte. Diese erdrückende Stille brachte sie fast um! Sie wusste nicht ob die Anderen sie im Hinterkopf für das Geschehen schuldig machten und es versuchten zu überspielen, indem sie den normalen Tag mimten. Oder war es nur ihre Phantasie? Waren es nur ihre Schuldgefühle?
Sie versuchte in Jennys und Orlandos Gesichtern etwas zu lesen, doch entweder wurde ihrem Blick ausgewichen oder sie wurde mitleidig angelächelt.
Dann stand Orlando plötzlich auf. „Ich werd mal den Fernseher einschalten.“ Nuschelte er leise. Wahrscheinlich wurde auch ihm diese bedrückende Ruhe zu viel. Er schaltete durch das Programm und blieb letztlich bei Nachrichten. Es wurde etwas von einem Überfall auf eine Tankstelle geredet, bis dann die Sprecherin im Studio wieder eingeblendet wurde und von einem weiteren gestrigen Vorfall berichtete ...
„Elijah Wood verwickelt in eine Prügelei! Gestern Abend in der Meriguess Street außerhalb der Stadt war Elijah Wood Teil einer ernsthaften Schlägerei. Bis jetzt ist noch nicht bekannt, von wem sie angezettelt wurde oder wie viele Personen beteiligt waren. Ihm selbst ist bis auf ein blaues Auge und ein Rippenprellung nicht Ernstes passiert.“ Dröhnte es aus der Kiste und es wurden Bilder von Elijah gezeigt, wie er gerade in den Krankenwagen geschoben wurde. „Wahrscheinlich ist, dass man diese Prügelei mit der neuen Freundin des Herr der Ringe Schauspielers in Verbindung bringen kann, welche vor der jetzigen Beziehung in diesem Viertel wohnte.“
*
Nicht mehr als ein leises Raunen ging durch die kleine Runde und Orlando schaltete den Fernseher schnell wieder aus.
Elijah schluckte dumpf und sah zu Boden.
„Ich... ich habe gestern gar keine Kameras bemerkt.“ stammelte Orlando und sah geschockt zu Anya.
„Diese Reporter machen auch vor nichts halt.“ Sagte Jenny leise und wollte Anyas Hand nehmen, doch sie entzog sich ihr und rückte mit dem Stuhl etwas vom Tisch zurück.
„Sie haben doch Recht.“ Schlucket Anya und starrte auf die Fliesen.
„Nein haben sie nicht“ wand Elijah möglichst ruhig ein und wollte jetzt Anyas Hand nehmen. Sie jedoch wollte sich nun nicht beruhigen lassen.
„Sie sagen ich bin Schuld an der Sache und damit haben sie Recht.“ Rief sie und wollte aufstehen, doch mit ihrem Knöchel war sie zu wacklig und knickte um. Elijah hielt sie gerade noch am Arm fest, bevor sie fiel.
„Das stimmt nicht Schatz!“ rief er jetzt. „Diese Reporter haben doch gar keine Ahnung! Die wollen eine Story und dann ist gut! Die kennen dich nicht und du darfst dir von denen nichts einreden lassen.“ Er war aufgebracht und zog sie wieder auf den Stuhl.
Für Anya war das zu viel!
Die weißen Blitze vor ihren Augen waren plötzlich wieder da, genauso wie die Farben. Alles drehte sich, ihr wurde heiß und die lauten Schreie von David kamen wieder. „Du dreckiges Miststück! Du Hure!“ Ihr Kopf dröhnte und die Schläfen pulsierten! Sie war Schuld! Sie war Schuld! Die Oberarme schmerzten, der Knöchel, der Kopf, die Schläfen, Alles! „Du bist Schuld, du ganz allein!“ dröhnte es in ihren Gedanken und nun fiel sie doch. Fiel zu Boden, spürte den Aufprall auf die kalten Fliesen und den zuckenden eisigen Schmerz.
Elijah hätte sie wieder aufgefangen, doch mit seinen geprellten Rippen konnte er nicht so schnell reagieren. Die weißen Blitze und die Farben waren vorbei, nun war nur noch endlose Schwärze in der Davids Schreie widerhallen …
*
Bunte Farben, Wellen die sie mitzogen und Elijah. Ein verschwommener Elijah vor ihr. Er bewegte seinen Mund, doch die Töne kamen nicht bei ihr an. Bunte Farben wechselten in ständigem Tempo vor ihr und die Wellen zogen sie von Elijah weg. Doch halt, Anya wollte nicht weg von Elijah! Versuchter Kampf gegen die Wellen. Wellen der Kälte und der Dunkelheit. Schwarze Wellen die langsam die bunten Farben verdrängten. Nur noch Elijah war da. Er sah verzweifelt aus und Anya lächelte ihn an, auch wenn die Wellen sie immer weiter von ihm weg zogen. Auch, wenn sie immer mehr an ihr zerrten um sie in die Endlosigkeit zu ziehen.
Doch plötzlich war alles gut.
Keine Farben, keine Wellen. Nur noch Elijah. Anya und Elijah.
„Sag doch was Schatz. Komm schon.“
Sie hörte seine Stimme. Seine liebevolle Stimme die sie immer wieder auffing.
Und sie sah ihn. Ganz klar und scharf.
„Elijah.“ Sagte Anya leise und lächelte ihn noch immer an.
„Ja, ich bin da Süße. Du bist auf die Fliesen gefallen und hast eine Platzwunde am Kopf. Aber nichts Schlimmes.“ Sagte er erleichtert und nicht mehr als ein müdes „Gut“ kam ihr noch über die Lippen, bevor sie wieder einschlief. Diesmal in seinen Armen.
*
Am nächsten Morgen wachte Anya in ihrem Bett auf, als die kalte Wintersonne durch die leichten hellen Vorhänge schien. Ihr Kopf schmerzte wieder und ihre Finger ertasteten die schorfige Wunde am Hinterkopf. Sie drehte sich zu Elijah und er sah sehr friedlich aus im Schlaf. Anya sah seinen Oberkörper mit den Verbänden und strich sanft darüber. „Es tut mir so leid mein Darling.“ Flüsterte sie zu sich selbst und fuhr ihm durch die verstrubbelten braunen Haare. Er brummte leise vor sich hin und rückte näher zu ihr, doch Anya stand auf. Sie deckte ihn noch etwas mehr zu, denn im Schlafzimmer war es über Nacht ziemlich ausgekühlt. Sie ging in Richtung Bad und sah durch die offene Tür des Gästezimmers, dass Orlando und Jenny die Nacht nicht mehr hier verbracht hatten. Im Bad war es angenehm warm und Anya sah sich im Spiegel an. Sie war nicht mehr so verweint wie gestern und ihre langen blonden Haare fielen ihr wellig über die nackten Schultern. Sie rieb sich die Augen und wusch sich mit einem bisschen kalten Wasser das Gesicht. ‚Ich sollte duschen’ dachte sie, stellte das Wasser an und band sich ihre Haare zusammen damit sie nicht zu nass wurden.
Als sie dann unter dem warmen Wasserstrahl stand und es sanft auf ihren Körper prasselte, fühlte es sich an, als ob jede noch so kleine Spannung in ihrem Körper durch die sanften Wellen weggespült wurde.
*
Mit einem Handtuch um den Körper ging Anya aus dem Bad und ins Schlafzimmer um sich etwas anzuziehen. Elijah war inzwischen auch wach und strahlte sie an als sie ins Zimmer kam. „Ahhh, meine Sonne geht auf.“ Lachte er und drehte sich auf den Rücken um ihr mit seinem Blick zum Schrank folgen zu können. „Spinner.“ Lächelte sie ihn an und zog sich Unterwäsche und eines seiner alten T-Shirts an.
Sie setzte sich zu ihm aufs Bett und beugte sich herunter um ihn zu küssen.
Auf ein mal klingelte das Telefon. „Ich geh schnell.“ Sagte Anya und lief in den Flur. Sie nahm den Hörer ab „Ja bitte?“ ... „Du Schlampe! Du allein bist daran Schuld das Elijah im Krankenhaus lag und wenn ihm noch mal irgendetwas passiert, dann bist du dran...!“ ... Tut ... Tut ... Tut .. Bevor Anya dazu etwas hätte sagen können, hatte das Mädchen am anderen Ende schon wieder aufgelegt. Sie war auch der Meinung das Anya an allem Schuld war. Es stimmte. Zitternd legte Anya den Hörer wieder auf den Apparat und starrte wie geschockt darauf. „Wer war das?“ Anya zuckte zusammen als sie Elijahs Stimme hörte und wand sich schnell um. Er stand in der Schlafzimmertür und sah sie besorgt an. „Niemand.“ Flüsterte sie und senkte ihren Blick wieder. Sie schritt langsam auf die Treppe zu und wollte ins erste Stockwerk gehen. „Ich... ich werde uns Kaffee machen.“ Sagte sie mit zitternder Stimme.
*
Anya stand unten in der Küche und goss zitternd Wasser in die Kaffeemaschine. Es war sicher nicht nur ein einziger Fan der so über sie dachte. Sie würden sie hassen. Sie gaben ihr die Schuld für das was passiert war und damit hatten sie wahrscheinlich recht. Anya zuckte zusammen, als Elijah seine Arme von hinten um sie legte. „Gott Schatz, du zitterst ja!“ sagte er besorgt und drückte sie an sich. „Ist schon ok Lij.“
„Verdammt, wer war das am Telefon der dich so aus der Fassung bringt?“
„Es war ... eine deiner Fans...“ ihr Atem stockte und sie spürte auch das Elijah die Luft anhielt. Es machte Klick bei ihm und er musste nicht weiter nachfragen um zu begreifen was da am Telefon geschehen war. „Es ging um den Unfall nicht war?“ die Worte kamen ihm kaum über die Lippen denn eigentlich war die Frage überflüssig. Anya sagte nichts. Er wusste das es so war und sie konnte nicht sprechen. Die Tränen glitten ihr wieder übers Gesicht und sie schluchzte. Elijah drehte sie mit dem Gesicht zu sich. „Was haben sie gesagt?“ ... „Es war nur ein Mädchen“
„Und?“
„Sie meinte wenn dir noch mal etwas passiert, bin ich dran.“ Antwortete sie und eine bedrückende Stille folgte. Dann sagte Elijah: „Dir ist bewusst, dass das nichts bedeutet, oder?“
„Natürlich bedeutet es etwas Lij. Ich bin schlecht für dich! Ich versaue dir alles! Und das wissen jetzt alle!“ rief Anya aufgeregt und wand sich aus seinen Armen.
„Gott, Anya! Du machst dich selbst fertig! Das wäre alles überhaupt nicht so schlimm, wenn du es dir selbst nicht so schwer machen würdest!“ ... „Ich kann doch auch nichts dafür...“
„Natürlich nicht Darling. Ich weiß das es für dich schwer sein muss. Vielleicht schwerer als für mich, aber du weißt doch ich liebe dich! Und wenn ich dir als der Mann der dich liebt, sage das es nicht deine Schuld ist, dann glaub mir doch bitte!“ Anyas Atem ging schwer. Elijah hatte einerseits Recht, aber das wusste doch die Öffentlichkeit nicht! Sie würde ihm noch die Karriere zerstören. Seine Karriere die er doch so liebte. Sie musste einfach die Konsequenzen aus dem was geschehen war ziehen.
*
Chapter Nine ~ You have to decide ~
„Ich muss ... ich werde gehen Lij. Es muss sein.“
Die Worte hallten in der Stille wieder. Elijah blickte Anya mit seinen ozeanblauen Augen durchdringend an. Er konnte nicht fassen was sie da sagte. Es schien alles überstanden heut Morgen. Sie waren doch wieder fast glücklich. Elijah sah doch wie der traurige Schleier von ihren Augen gefallen war. Wie ihre wunderschönen Augen wieder geglänzt hatten. Was wagten sich diese Mädchen eigentlich hier anzurufen und so etwas zu erzählen?! Er liebte seine Fans immer, genauso wie seinen Beruf, aber das war zu viel. Das war privat und sie hatten keine Ahnung worum es ging!
Und jetzt: Anya ging aus der Küche. Sie blickte Elijah nicht mehr an. Mit Blick auf den Boden verließ sie den Raum. Elijah hielt sie nicht auf.
Es war vorbei.
Elijah ging langsam ins Wohnzimmer und lies sich auf die Couch fallen. War es das jetzt? Es war vorbei? Anya ging? Er starrte vor sich hin, den Blick aus dem Fenster gerichtet. Die Zeit verging und Elijah tat nichts. Irgendwann hörte er Anya die Treppe herunter kommen und wand sich um. Sie war angezogen und hatte ihre Reisetasche dabei. Sie war so schön. Ihr blondes Haar fiel locker über ihren schwarzen Pullover und sie trug dazu eine enge hellblaue Jeans. Sie war so einfach und trotzdem so schön.
Er sah das sie wieder geweint hatte. Ihre Augen waren wieder gerötet, aber sie versuchte es zu verbergen.
„Anya...“ ... „Sag nichts Elijah!“ Sie unterbrach ihn, bevor er etwas sagte, was die Tränen die in ihr pulsierten zum Fließen hätte bringen können.
„Du musst aber nicht gehen! Wir schaffen das!“ Anya senkte den Blick. Sie konnte ihn nicht ansehen. Sie liebte ihn so sehr und doch gab es für sie keinen anderen Weg als ihren größten Wunsch, mit ihm zusammen zu sein, von sich zu schieben.
„Ich kann nicht anders...“ flüsterte sie. Hätte sie laut gesprochen, wären die Tränen aus ihr heraus gebrochen.
„Ich will nicht das du gehst...“ ... „Es ist besser.“ Sie versuchte stark zu klingen, was aber nur ein kläglicher Versuch war. „Besser für dich.“ Fügte sie noch leiser hinzu.
„Das stimmt doch nicht!“ Elijah stand auf und ging einen Schritt auf Anya zu.
„Ich liebe dich Anya“ flüsterte er und wollte sie in den Arm nehmen, doch sie entwich ihm und ging zur Tür. Elijah stand wie angewurzelt da und nur sein Blick folgte ihr.
„Auf Wiedersehen Lij.“ War das letzte was erklang, bevor die Tür hinter ihr zufiel.
Und Elijah stand immer noch wie angewachsen da. Den Blick stumm auf die geschlossene Tür gerichtet, doch er weinte nicht. Er stand einfach da. In diesem Augenblick, in dem alles zerbrach.
*
Anya war gegangen. Stand nun vor der Tür, die sie von der Liebe ihres Lebens trennte. Doch nicht nur diese Tür stand zwischen ihnen, sondern auch ihre Vergangenheit. Anya wusste nicht wohin sie gehen sollte. Sie würde es bei Jenny versuchen, auch wenn sich ihr Körper vor Angst zusammen zog wenn sie daran dachte, dass sie David begegnen könnte und wenn die Wahrscheinlichkeit groß war, dass Jenny nicht Zuhause, sondern bei Orlando war. Aber wo sollte sie sonst hin? Sie musste es versuchen, denn den Weg zurück durch die Tür konnte und wollte sie nicht gehen. Sie musste Elijah ziehen lassen. Das wäre besser für alle.
So lief sie die Straße entlang bis zu dem ersten Taxi das sie sah und lies sich zu Jennys Wohnung bringen. Anya hoffte inständig das sie da war.
Sie klingelte und nach kurzer Zeit, machte sie zum Glück auf.
Jetzt war nur noch zu hoffen das sie allein war, wenn Orlando da sein würde, müsste sie Erklärungen abliefern und er würde sie versuchen zu überzeugen, dass diese Entscheidung falsch war, doch das war sie nicht und Anya hatte keine Lust sich etwas Anderes anhören zu müssen.
An der Wohnungstür klopfte Anya noch ein Mal und Jenny öffnete. „Anya? Was machst du denn hier?“ fragte sie überrascht.
„Ist Orlando da?“ ... „Ähm nein, wieso? Der ist zu euch gefahren, aber wieso bist du hier? Und nicht bei euch?“ ... „Kann ich erst Mal herein kommen?“ fragte Anya und versuchte zu lächeln. „Ja klar.“ ... „Wo ist denn meine kleine Leila?“ .... „Bei einer Freundin aus der Schule.“ ... „Aha.“
Anya stellte ihre Tasche ab und ging ins Wohnzimmer. Sie setzte sich aufs Sofa und blickte auf den Teppich. „Also Schätzchen, wieso bist du hier?“ ... „Ich hab mich von Lij getrennt.“
Es war still. „Also...wieso?“ ... „Es ging nicht mehr. Ich bin schlecht für ihn! Ich mache ich seine Karriere – sein Leben kaputt.“ Wieder Stille. „Du weißt doch, das du dir das nur einredest?!“ ... „Jetzt fang du nicht auch noch an. Fans haben angerufen und mir gedroht.“ ... „Es ist deine Entscheidung.“ ... „Ganz genau.“
In diesem Moment klingelte das Telefon und nach kurzem Überlegen sagte Anya „Das ist sicher Orlando. Er wird fragen ob ich hier bin. Wegen Lij. Sag ihm das es mir gut geht... aber ich will nicht sprechen.“ Jenny nickte und nahm ab.
„Ja?“
::::: (-> Anm. d. A.: ‚::::’ ist die Rede des Gesprächspartners am Telefon)
„Anya ist hier, ja.“
:::::
„Keine gute Idee denke ich. Sie möchte allein sein.“
:::::
„Ja, ich denke auch du solltest da bleiben. Elijah braucht auch Jemanden.“
:::::
„Grüß ihn.“
:::::
„Ich dich auch Darling.“
Sie legte auf.
„Ich hoffe es geht Elijah gut?“ flüsterte Anya immer noch mit gesenktem Blick auf den Teppich.
„So gut es geht denke ich.“ .... „Ja.“ ... „Ich denke du wirst die nächste Zeit hier bleiben nicht wahr?“ ... „Wen du nichts dagegen hast? Ich weiß sonst nicht wohin ich soll.“ ... „Ist schon klar Süße. Ich bin doch für dich da!“
*
So saßen die Beiden noch da, ohne etwas zu sagen. Was hätten sie sagen sollen? Irgendwann bot Jennifer ihrer Freundin an sich im Schlafzimmer ein Wenig auszuruhen, da sie bemerkte wie müde sie war. Anya bedankte sich und schloss die Schlafzimmertür hinter sich. Es war warm und gemütlich. Es lagen ein paar Sachen von Orlando auf einem Stuhl in der Ecke. Eine Jeansjacke, sein Mp3-Player und ein noch ein T-Shirt. Es erinnerte Anya an Elijah. Es hätte genauso gut seine Jacke oder sein T-Shirt sein können. Sie drehte sich auf dem Bett mit dem Gesicht in die andere Richtung und schloss die Augen. Sie hatte Kopfschmerzen und ihre Augen brannten mal wieder vom Weinen. Sie kuschelte sich unter eine weiche Wolldecke die dort lag und versuchte ihre Gedanken aus dem Kopf zu verbannen. Alles drehte sich um Elijah. Was er wohl jetzt tat? Dachte er an sie? Sicher. Sie hatte ihm sehr weh getan. Aber es war besser so. Er würde es verkraften und sie irgendwann vergessen. So hoffte sie jedenfalls.
Sie kniff ihre Augen fest zu und schüttelte ihren Kopf und diese Gedanken loszuwerden. Es brachte doch nichts sich damit zu quälen. Sie wollte nur endlich einschlafen und ihre Kopfschmerzen wurden auch immer schlimmer.
So ging es noch lange weiter. Sie wälzte sich hin und her, bis sie irgendwann, als schon der Morgen graute einschlief.
*
Die nächsten Tage vergingen nur schleppend. Anya schlief viel, sah Fernsehen und las. Sie versuchte den Gesprächen mit Jenny, den Anrufen von Elijah und vor allem dem Nachdenken zu entgehen. Mittlerweile ging ihr Jenny aus dem Weg. Sie konnte verstehen das Anya lieber allein sein wollte, hatte aber auch keine Lust sich ihre bissigen Kommentare anzuhören wenn sie Anya nur ansprach. Sie traf sich mit Orlando nur noch außerhalb der Wohnung und wusste somit auch das es auch Elijah schrecklich ging. Genauso wie Anya hockte er nur auf seinem Bett, hörte laute Musik die durch die ganze Wohnung dröhnte und sprach nur selten mit Orlando. Er rief mindestens 10 Mal am Tag auf Anyas Handy an, aber sie hatte es inzwischen schon ausgeschaltet. Sie dachte wohl er würde aufgeben, doch er machte keinerlei Anstalten dazu.
Eines Tages wollte Jenny die Nacht bei Orlando verbringen und lies Anya allein mit Leila in der Wohnung. Sie hatte es sich im Wohnzimmer vor dem Fernseher bequem gemacht als Leila im Bett war und plötzlich klingelte es an der Tür. Sie hätte lieber nicht nachgesehen, aber sie wollte nicht das Leila durch das Klingeln aufwachte und machte sich zu der Tür auf. Sie sah durch den Spion und wer stand da und klingelte wieder? Elijah! Was wollte er denn hier? Es war spät am Abend und er klingelte hier Sturm. Anya sah ihn durch das kleine Glas in der Tür an und erstarrte praktisch. Er sah so schlecht aus. Blass, zerzaustes Haar, Augenringe und eine Zigarette in der Hand. Anya stellte kurzerhand die Klingel aus, denn sie hatte nicht vor die Tür zu öffnen. Sie wollte schon wieder aus dem Flur gehen und ihn ignorieren bis er aufgab, als sie ihn schreien hörte:
„Anya! Anya! Mach auf! Bitte! Ich weiß du bist da!“ er hämmerte gegen die Tür und Anya blieb im Türrahmen stehen. Es schmerzte ihr im Herzen ihn so zu hören. Er hörte sich wirklich schlecht an.
„Anya! Komm schon! Bitte! Ich will mit dir reden! Und dich sehen! Ich vermisse dich so!“
Ihr Herz hämmerte genauso wie Elijah an die Tür schlug.
„Mach auf Schatz! Mach auf!“ Seine Stimme überschlug sich förmlich und klang hilflos und verzweifelt. Er schien sich wirklich nicht mehr anders helfen zu können. Sie ging ganz langsam wieder zur Tür und Elijah hatte aufgehört dagegen zu hämmern. Sie näherte sich vorsichtig dem Spion und sah hindurch. Mein Gott, er weinte! Elijah weinte! Er strich sich mit seinem Ärmel die Tränen aus dem Gesicht und zündete sich eine nächste Zigarette an. Er stützte sich schwach gegen die Tür und Anya hatte jetzt genau sein Gesicht vor dem Spion. Das Licht war schlecht, aber sie konnte die Tränen in seinen Augen glitzern sehen.
Noch einmal schlug er fest gegen die Tür und Anya stolperte vor Schreck zurück von der Tür. Sie stolperte wohl zu laut, denn Elijah schien sie gehört zu haben.
„Anya? Darling? Du bist da?“
Sie schwieg. Sie atmete nicht. Er sollte nicht wissen das sie da war. Verdammt, er sollte gehen! Sollte sie in Ruhe lassen! Es hinnehmen und weiterleben!
„Komm mach schon auf, du kannst dir nicht vorstellen wie sehr ich dich vermisse!“
Sie ging ganz langsam Schritt für Schritt wieder an die Tür. Legte vorsichtig ihre Hände dagegen und ihre Wange. Dicht stand sie nun an der Tür und die Tränen füllten wieder ihre Augen.
„Ich bin so allein Kleines! Ich will dich nur sehen. Nur kurz. Dich nur einmal in die Arme nehmen.“ Seine Stimme war wieder leiser und sanfter geworden. Er ahnte wohl das sie der Tür nahe stand und als sie wieder vorsichtig durch den Spion lugte, sah sie, das auch er dicht an der Tür stand.
Die Tränen bahnte sich langsam, Zentimeter für Zentimeter, den Weg über ihre Wangen und ihr Atem ging schwer. Sie keuchte regelrecht und ihr Brust schmerzte, unter dem Druck ihrer Trauer.
„Darling, mir geht’s wirklich mies! Ohne dich komm ich nicht weiter!“
Sie hörten ihn schluchzen und zog langsam die Kette aus dem Schloss. Sie hätte nur noch die Klinge runterdrücken müssen und schon wäre sie in seinen Armen gewesen. Zurück in seinen Armen. Nur eine kleine Bewegung ihrer Hand und sie wäre da, wo sie sich so sehr hin sehnte.
„Lass mich nicht allein! Bitte! Alles wird gut! Alles!“ hörte sie ihn wieder schluchzen.
Ihr Hand umfasste die Klinke und drückte zu.
Doch, Nein. Nein! Wenn sie jetzt die Tür öffnete, dann wäre alles umsonst gewesen. Der ganze Schmerz der letzten Tage. Aber wenn sie jetzt standhielt, dann würde alles vorangehen und Elijah würde aufgeben. Schnell lies sie die Klinke los und schob hastig die Kette wieder vor. Sie sank an der Tür hinab. Glitt an der Wand zu Boden und die Tränen, der ganze Schmerz, brach aus ihr heraus. Sie schrie laut auf und schlug auf den Boden. Sie weinte so laut, das Leila sicher aufwachte, doch daran dachte sie nicht. Sie wollte nicht weinen, da Elijah sie hörte, aber sie konnte es nicht bezwingen. Es brach heraus. Einfach so, unkontrollierbar.
„Schatz, wein nicht! Bitte, es kann alles wieder gut werden!“
„Halt den Mund Lij! Verdammt, sei ruhig! Hau endlich ab! Verschwinde! Geh!“ Sie kreischte so laut das ihr Hals wehtat und ihr ganzer Körper bebte. Ihre ganzen Wangen, der Hals, ihr Haar, alles war feucht von den Tränen und sie kauerte noch immer vor der Tür auf dem Boden.
„Anya, warum...“
„Es ist vorbei! Versteh doch Elijah! Ich kann nicht mehr! Wir müssen das beenden!“
„Du weist doch...“
„Verschwinde!“ Sie unterbrach ihn einfach immer wieder und schrie! Ihr Hals war rau vom Heulen und Kreischen. Er sollte sie allein lassen! Nur gehen!
„Du weißt wie sehr ich dich liebe! Verdammt vergiss das nicht!“ Ein letztes Mal erhob er damit seine Stimme gegen sie und schlug gegen dir Tür, das Anya einen Stoß bekam. Jetzt hörte sie ihn die Treppen hinunterrennen und bald war alles still. Nur noch ihr keuchender Atem war zu hören. Sie war so erschöpft und saß sicher ewig so auf dem Boden. Den Kopf an die Tür gelehnt, völlig verheult und keuchend.
Sie war froh das Leila nicht aufgestanden war. Es würde schrecklich für sie sein Anya so zu hören, geschweige denn zu sehen. Sie hatte schon immer einen festen Schlaf gehabt und so redete sich Anya in Gedanken einfach ein, das Leila sie nicht gehört hatte. Auch wenn dies fast unmöglich war.
*
Die ganze Nacht hatte sie dort in der Ecke gekauert und kein Auge zugetan. Die Beine an den Körper gezogen und mit den Armen umfasst, so vergrub sie ihren Kopf auf den Knien und weinte in sich hinein. Die ganze Nacht war sie allein und erst als die Sonne schon aufgegangen war raffte sie sich endlich auf. Ihr Rücken war von dieser verkrampften Pose völlig steif und sie schleppte sich ins Bad um sich zu duschen. Sie war verschwitzt und verweint. Danach war erst mal eine Kopfschmerztablette angesagt und dann würde Leila auch schon ihr Frühstück wollen. Keiner sollte von Anya erfahren was heute Nacht passiert war. Nicht Jenny, nicht Orlando und die kleine Leila sowieso nicht. Elijah würde jetzt begriffen haben das es endgültig vorbei war und würde sie in Ruhe lassen. Vielleicht würde er Orlando erzählen das er die Nacht hier war, aber niemand würde erfahren, wie sich Anya aufgeführt hatte und das sie die restliche Nacht heulend in einer Ecke saß.
*
Als sie aus der Dusche kam fühlte sie sich schon etwas besser und ihre Augen waren nicht mehr so angeschwollen. Sie wollte ins Bad und sich einen Kaffee machen und eine Schmerztablette nehmen als sie sah, dass Leila schon auf dem Wohnzimmersofa saß und Cartoons guckte.
„Morgen Süße, gut geschlafen?“ Fragte sie verschlafen und mit kratziger Stimme, nicht ganz ohne Hintergedanken, aber glücklicher antwortete die Kleine lächelnd;
„Ja klar! Hab von der Schule geträumt!“
Innerlich atmete sie auf, dass sie nichts mitbekommen hatte und ging in die Küche um das Frühstück zu machen.
„Was hast denn geträumt?“ fragte sie aus der Küche und schon fing das kleine Plappermaul lebhaft an zu berichten und die Cartoons waren unwichtig. Doch Anya hörte ihr nicht richtig zu, ihre Gedanken kreisten nur um Elijah. Was wäre passiert, hätte sie heut Nacht die Tür geöffnet und ihre liebevollen Gefühle zugelassen. Hätte sich wieder von ihm in die Arme nehmen lassen und sie hätten sich ausgesprochen? Wäre dann wirklich alles gut geworden, so wie er es behauptete? Machte sie nur alles kaputt? Nein! Sie schüttelte wieder demonstrativ den Kopf und schüttelte die Gedanken ab. Sie durfte jetzt nicht anfangen an ihrer Entscheidung zu zweifeln. Es war richtig so und alles würde wieder gut werden. Sie würde sich in der nächsten Woche einen neuen Job suchen und auch Elijah würde wieder arbeiten gehen, sich eine Zeit lang ablenken und vielleicht schon bald eine Frau kennen lernen die ihn besser verstand und mit der er glücklich werden konnte. Sie war nicht diese Frau. Davon war sie überzeugt und auch er würde es noch begreifen.
Mit einer Schale Cornflakes in der einen Hand, einer Tasse Kaffee in der Anderen und einem gequälten Lächeln im Gesicht, gesellte sich Anya dann zu Leila aufs Sofa die immer noch dabei war von ihrem Traum heut Nacht zu berichten. Sie frühstückten dann und bald kam Jenny Heim und zog sich um, denn sie hatte heut mit Leila vor einkaufen zu gehen.
*
Später am Nachmittag, als Leila und Jenny noch in der Stadt waren, lag Anya im Bett und wollte den Schlaf nachholen, den sie heute Nacht versäumt hatte. Doch es artete wieder in einem von Tränen getränktem Kopfkissen und lauten verzweifelten Schluchzern aus. Sie konnte sich nichts mehr vormachen, sie vermisste Elijah auch. Sie vermisste ihn sehr und die Tatsache das sie heut Nacht um ein Haar die Tür geöffnet hätte rief ihr das ins Gedächtnis zurück. Sie hatte es die ganze Zeit verdrängt. Mit Erfolg. Aber jetzt war es damit vorbei, alles schien zusammenzubrechen. Mit ihm war sie zum ersten Mal wieder richtig glücklich geworden nachdem sie von David derart verletzt und enttäuscht wurde. Doch es war nicht gerecht aus eigenem Vorteil mit Lij zusammen zu bleiben. Sie tat ihm doch nicht gut. Die Prügelei und seine geprellten Rippen waren doch nur ihre Schuld. Und das sagte doch auch die Presse und seine Fans. Aber wenn er es nicht so sah? War es dann nicht eigentlich egal, was die Menge dachte? Wenn er ihr, das nicht ankreidete sondern sie für unschuldig hielt. Und wenn sie jetzt so darüber dachte, David war ein Arsch. Er war das Letzte und sie konnte nichts dafür das er so war. Elijah hatte so Recht gehabt. Sie redete sich das nur ein. Sie trug keine direkte Schuld. Nicht mehr als Andere auch. Elijah liebte sie und sie liebte ihn. Sie musste zu ihm. Sie musste ihm sagen wie sehr sie ihn immer geliebt hatte und es immer noch tat. Wie wichtig er ihr war und ist. Sie sprang auf und machte sich diesmal keine Mühe die Spuren ihrer Tränen zu verwischen, sondern hatte es eilig. Jede Minute zählte. Sie war vielleicht nicht schuld an seinen verletzten Rippen, aber sie war schuldig das er sich die letzte Woche seelisch gequält hatte weil er sie liebte und vermisste. Sie musste ihn davon befreien und ihm sagen das sie dumm war und naiv. Sie zog sich eine Jacke über und rannte aus der Tür. Elijah war sicher Zuhause und sie würde schnell zur Hauptstraße laufen und sich von dort aus ein Taxi nehmen. Ja, alles würde wieder gut werden. Sie musste sich nur beeilen.
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Elijah saß Zuhause in seinem Appartement und war allein. Er hatte Orlando gesagt, dass er nicht länger da bleiben sollte und so hatte er die Nacht mit Jennifer bei sich verbracht und blieb jetzt auch dort. Die Musik dröhnte laut durch alle Zimmer und er lag auf dem Bett, auf der Seite, auf der immer Anya gelegen hatte. Es roch nicht mehr nach ihr. Sie war schon zu lang weg. Viel zu lang. Sollte es das jetzt gewesen sein? Sie schien letzte Nacht wirklich entschlossen zu sein, das dies das Ende war. Liebte sie ihn nicht mehr? Sie hatte ihn so kühl abgespeist. Oder wollte sie ihre Gefühle nur nicht zulassen? Elijah kannte sie und wusste was für ein herzensguter Mensch sie war. Sie konnte doch nicht einfach so aufgehört haben ihn zu lieben.
Er musste noch einmal zu ihr! Es ging nicht anders, er hielt es nicht aus. Das würde jetzt alles entscheiden. Wenn sie ihn dieses mal wieder einfach vor der Tür stehen ließ, war es beschlossen. Sie wollte ihn nicht mehr. Aber er musste es darauf ankommen lassen, denn er wollte sich nicht irgendwann vorwerfen müssen sie ganz ohne Kampf verloren zu haben. Wenn sie ihn noch liebte, nur noch ein kleiner Funke des starken Gefühls in ihr, dann gäbe es noch Hoffnung. So lange würde er auf sie warten, bis er ihr glaubte, das alles in ihr erloschen war, was sie einst so glücklich hatte sein lassen.
Er stand auf und lief hinunter zur Tür, schnappte sich die Jacke und steckte schnell sein Handy sowie Brieftasche und Autoschlüssel ein. Dann fuhr er los, auf einen letzten Versuch seine Anya wieder zurück zu gewinnen.
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Es war so kalt draußen, das Anyas Wangen schon nach kurzer Zeit ganz rot waren, aber sie merkte es kaum. Sie beeilte sich so sehr um zu Elijah zu kommen und ihm endlich zusagen das alles wieder gut werden würde. Sie lief durch die Straßen, an den alten kaputten Häusern vorbei die einst ihr Zuhause waren und auch an dem Haus in dem sie gewohnt hatte. Sie dachte über all das nicht nach. Das sie hier mal gelebt hatte und das alles hier ihr Leben gewesen war, interessierte sie jetzt nicht. Es ging nur darum, schnell zu Elijah zu kommen. Sie rannte die Straße entlang und das klackende Geräusch ihrer Absätze auf dem Asphalt war das einzige was sie hörte.
Und dann; Schmerz. Ein dumpfer Schmerz in ihrer rechten Schulter. Eine starke Hand griff zu und packte sie. Sie wurde herum gezogen und eh sie realisierte wer sie da so hart anpackte fiel sie auch schon durch einen harten Schlag zu Boden. Sie wurde mitten ins Gesicht von seiner Faust getroffen und prallte hart auf den Asphalt. Sie hatte sich mit ihrer Hand versucht abzustützen, war aber umgeknickt und nun fuhr ihr nicht nur der Schmerz des Schlags durch die Wange, sondern auch durch das Handgelenk.
Sie lag auf dem Bürgersteig und nahm nur eine große dunkle Gestalt wahr die auf sie zukam und etwas brüllte, was sie aber nicht verstand. Sie kniff die Augen zusammen, denn hinter ihm ging so eben die Sonne unter und ihre letzten Strahlen blendeten Anya. Sie wusste wer es war. Er war wieder da, in ihrem Leben und diesmal war sie ganz allein. Diesmal hielt ihn in seiner Wut niemand zurück. Sie war allein mit David.
Und da; der nächste Schmerz. Er trat sie in die Seite. Sie schrie vor Schmerz auf, umfaste ihren Bauch und krümmte sich förmlich auf dem harten Bürgersteig. Ihr wurde schwarz vor Augen.
Es fing an zu regnen. Kleine Tropfen prasselten neben ihr auf den Asphalt des modrigen Bürgersteigs. Sie sah sich um, niemand war in der Nähe der ihr hätte helfen können. Langsam fing sie an seine Schreie wahrzunehmen, doch sie wollte ihn gar nicht hören. Sie wimmerte vor sich hin er solle bitte aufhören, sie habe ihm nichts getan, aber er machte nur weiter mit seiner Quälerei. Immer und immer wieder trat er sie und schrie. Der Regen wurde stärker und stärker, aber David hörte nicht auf. Sie kroch näher an eine Hauswand, doch er schlug nur weiter auf sie ein und beleidigte sie. Und irgendwann, als sie nur noch blutend und wimmernd an einer Hauswand hockte und es über sich ergehen lies, geschah es.
Er zückte seine Waffe.
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Elijah saß im Auto und fuhr so schnell er konnte aus der Stadt. Er lies das belebte Zentrum hinter sich und fuhr Richtung Außenbezirk in dem Jenny lebte. Zwar hatte er Angst, wie heute Nacht wieder von Anya abgewiesen zu werden, aber er hoffte doch inständig es würde jetzt anders laufen. Sie würde die Tür öffnen, er könnte sie nach langem wieder in seine Arme schließen, sie küssen und sie würden sich aussprechen. So hoffte er. Er raste die Straße entlang und je näher er der Gegend kam, desto mehr breitete sich ein mulmiges Gefühl in seinem Bauch aus. Es dämmerte allmählich, so dass er langsamer fahren musste. Vereinzelte Regentropfen fielen auf die Windschutzscheibe und die Straßenlaternen warfen nur schwaches gelbes Licht auf den nassen Asphalt. Elijah wurde immer unangenehmer und er schaltete dem stärker werdenden Regen hingegen die Scheibenwischer ein. Er fühlte das etwas nicht in Ordnung war und rutschte nervös in seinem Sitz hin und her. Doch das war sicher alles nur Einbildung. Bald konnte er auf weite Entfernung kaum noch etwas sehen und musste sich stark konzentrieren um sicher vorwärts zu kommen. Nach weiteren Minuten war er in dem Viertel angekommen und fuhr langsam von Block zu Block, an den Seitenstraßen und Hinterhöfen vorbei, in denen sich jetzt nicht einmal mehr Hunde rumtrieben. Keine Menschenseele war in der Umgebung zu sehen was bei diesem Wetter verständlich war. Nicht nur das es wie aus Eimern schüttete, es war auch noch kalt.
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>Er wird mich erschießen!< schoss es Anya durch den Kopf, als sie die Waffe in Davids Hand sah. Sie presste sich dichter an die nasse Hauswand und starrte völlig fassungslos auf das schimmernde Metall in seiner Hand. Auch er sah sie an. In seinem Blick lag pure Wut. Langsam ging er auf sie zu und roch ihre Angst förmlich.
„Nun ist es soweit – Darling – wir sind ganz unter uns.“ Er klang mit dem was er sagte sehr selbstsicher und als ob ihn jetzt nichts und niemand mehr zurückhalten könnte. Er stand dicht vor ihr und hielt ihr die Waffe vors Gesicht.
„Unsere letzte Begegnung endete für mich ja dank deinem Stecher nicht so glücklich. Aber jetzt sind wir ganz allein und selbst der kann dir nicht mehr helfen!“ Ein Lächeln huschte über seine Lippen und er beugte sich zu Anya herunter. So nah das sie seinen Atem auf ihrer nassen Haut spüren konnte war er ihr und strich mit seiner Hand über ihre Wange. Dann strich er ihr eine nasse Haarsträhne aus der Stirn und gab ihr einen Kuss auf den Mund. Anya presste ihr Lippen fest aufeinander und kniff die Augen zusammen. Ihr ganzer Körper war angespannt und sie hoffte nur das er seine Waffe wieder einstecken würde.
„Hättest du gedacht, das wir uns noch mal so nah sind?“ Er stand wieder auf, hielt die Waffe aber auf den Boden.
„Hättest du’s gedacht?“ schrie er sie an und schlug Anya mit der Pistole kräftig ins Gesicht. Sie kauerte auf dem nassen Boden und zitterte vor Kälte und Angst. Dort wo er sie mit der Waffe getroffen hatte, pulsierte ihre Wange heiß und brannte vor Schmerz. Der Geschmack von warmem Blut lag auf ihren Lippen.
„Nein.“ Flüsterte sie ihm kaum hörbar durch den Regen entgegen.
„Nun, ich wusste es. Du gehörtest schon immer mir! Es war nur eine Frage der Zeit das du wieder bei mir bist.“ Sagte er völlig ruhig und betrachtete das helle Metall seiner Pistole.
Am liebsten hätte sie ihm an den Kopf geschmetterte das sie ihm nie gehört hatte und selbst wenn, dann wäre es jetzt nicht mehr so. Aber sie hatte zu große Angst vor ihm. Es war klar, dass nur ein falsches Wort reichte und er würde auf sie schießen.
„Aber jetzt ist es auch zu spät. Dein kleiner Stecher ist an allem Schuld. Wenn du ihm in der Hölle begegnest, dann kannst du es ihm ja sagen!!“ Er wurde mit jedem seiner Worte lauter und zielte nun mit seiner Waffe auf Anya. Ihr Herz blieb stehen.
„In der Hölle!!! Denn da gehörst du hin – Darling!!“ schrie er und feuerte ab.
*
Elijah saß noch immer im Auto und konzentrierte sich auf die rutschige Straße. Er war schon fast bei dem Wohnhaus in dem Jenny lebte, als er auf einmal einen ohrenbetäubenden Knall hörte. Ruckartig trat er auf die Bremse, rutschte mit quietschenden Reifen auf der nassen Straße entlang und blieb langsam mitten auf dem Weg stehen. Es war still. Nur noch das quietschen der Scheibenwischer gab Geräusche von sich. >Das war ein Schuss!< schoss es ihm durch den Kopf und im selben Augenblick hörte er eine Männerstimme etwas rufen. Elijah verstand nicht was der Mann gerufen hatte, zögerte aber nicht mehr lange, stieg aus dem Wagen in den Regen und rannte in die Richtung aus der das Geräusch gekommen war.
Sein Auto lies er einfach mitten auf der Straße stehen. In kürzester Zeit war seine Kleidung völlig durchnässt und das Wasser lief ihm das Gesicht herunter. Er rannte in Richtung einer kleinen Seiten Straße das der Schuss von da kam. Doch er stoppte. Wenn da tatsächlich ein Schuss gefallen war konnte er doch nicht so einfach hinrennen. Sonst würde er vielleicht das nächste Ziel des Schützen sein. So griff er nach seinem Handy in der Hosentasche und rief die Polizei.
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David hielt die Waffe noch in seiner Hand, als sich das Blut den Weg über den nassen Boden bis zu seinen Schuhen bahnte. Langsam lies er die Waffe sinken und trat einen Schritt zurück. „Das hast du nun davon du kleine Schlampe!“ brüllte er und es hallte in den leeren, dunklen Straßen um ihn herum wieder. Ein breites Lächeln entstand in seinem Gesicht, während er auf Anyas toten Körper herab sah. Langsam lies er die Waffe in seiner Jackentasche verschwinden. Ihr Blut vermischte sich auf dem Asphalt mit dem Regenwasser und wurde so stark verdünnt, dass es rauschend unter einem Kanaldeckel verschwand. Noch ein letztes Mal ging er zu ihr und strich ihr über die Wange.
„Danke deinem Stecher!“
Dann verschwand er langsam im Schutz der Dunkelheit in einer der Seitengassen.
*
Die Polizei war verständigt und Elijah stand nass bis auf die Haut unter einer der alten Laternen. Er hörte nichts mehr bis auf seinen schweren Atem. Wo war er hier schon wieder reingeraten? Er wollte doch nur zu Anya. Er näherte sich langsam der Hausecke hinter der er meinte den Schuss gehört zu haben. Die Polizei würde nicht lange brauchen um her zu kommen, das Departement war nicht weit entfernt. Kein Geräusch war hinter der Hausecke zu vernehmen. Er sah das die Seitengasse kaum beleuchtet war und schritt nun vorsichtig um die Ecke herum. Ihm bot sich ein grausiger Anblick. Der schwach beleuchtete Boden war voller Blut, welches zusammen mit dem Regenwasser schlürfend in den Abwasserkanal floss und in einer dunklen Ecke entdeckte er eine reglose Gestalt. Elijah stand kurze Zeit völlig starr da und das einzigste was er wahrnahm waren die Regentropfen die in der Blutlache versunken. Er schritt vorsichtig auf die dunkle Ecke zu und erblickte eine durchnässte Frau. Sie war in sich zusammen gesunken, so dass er weder ihr Gesicht, noch ihre Wunde sehen konnte. Er kniete sich zu ihr herunter und drehte sie um, so dass er sie ansehen konnte.
Nein!
Sein Herz blieb beinahe stehen, als er erkannte wer hier lag.
Seine Augen füllten sich in kürzester Zeit mit Tränen und sein verzweifelter Schrei durchbrach die Stille.
Er hielt seine Anya in den Armen. Sie war tot. Er umklammerte sie fest und drückte sie ans sich! Ihr Blut verschmierte seine Kleidung, aber das war ihm egal. Fassungslos starrte er in ihr ausdrucksloses Gesicht und strich ihr über die blassen Lippen. „Nein!“ flüsterte er und dann vergrub er sein Gesicht in ihrem nassen Haar und schluchzte unter schwerem Atem vor sich hin.
„Nein! Das ist nicht wahr! Du bist nicht tot!“
Tränen rannen ihm über die Wangen und sammelten sich bei den Regentropfen. Auf der Straße hörte er die Polizeisirene und die Beamten wie sie in die Gasse kamen.
„Polizei! Kommen sie aus der Ecke heraus!“
Elijah stand nicht auf, sondern klammerte sich fest an Anya und weinte in sich hinein.
„Kommen sie aus der Ecke heraus! Sofort!“
„Verdammt, ich hab sie gefunden!“ Schrie er die Beamten an, ohne sich ihnen
auch nur zuzudrehen und seine Stimme überschlug sich vor Verzweiflung förmlich.
„Lassen sie das Opfer los! Und kommen sie aus der Ecke!“
„Verdammt, das ‚Opfer’ ist meine Freundin!“ Er schrie so laut das die ganze Gegend ihn gehört haben muss und lies sich weinend nach vorn, auf Anyas toten Körper fallen.
Ein Polizeibeamter kam und fasste ihn am Arm. Er wollte ihm aufhelfen. „Kommen sie bitte aus der Ecke!“
„Verdammt! Sie ist tot!“ schluchzte er und bekam durch das weinen kaum noch Luft.
„Kommen sie bitte mit! Wir kümmern uns um sie!“
„Was gibt’s da noch zu kümmern!“ flüsterte Elijah mehr zu sich selbst als zu dem Polizisten. Nur schweren Herzens ließ er sich von dem Beamten aus der Gasse bringen.
Der Mann führte ihn zu dem Streifenwagen und Elijah nahm immer weniger wahr. Er sah die Menschen um sich herum und hörte ihre Stimmen, doch ihre Worte ergaben keinen Sinn und die Dinge die sie taten standen für ihn nicht mehr im Zusammenhang.
Wie konnte das nur passieren?
Anya war tot. Der einzige Mensch den er liebte war tot. Und er konnte nichts tun.
Menschen liefen um ihn herum. Die Gasse wurde mit gelbem Band abgesperrt und ein Mann redete auf ihn ein, doch das alles nahm er nicht wahr. Alles war unwichtig, jetzt wo Anya nicht mehr war.
~ If I would die this scary moment – I wouldn’t feel! ~
*
Am Morgen wurde Elijah von Anya geweckt. Sie lag auf ihm und küsste zärtlich seinen Oberkörper. Er öffnete die Augen und sah ihr wunderbares Lächeln.
„Guten Morgen mein Süßer“ hauchte sie ihm entgegen und Elijah schaute auf den Radiowecker zu seiner Linken. „Wohl eher Mittag“ tönte er verschlafen und schubste Anya spaßig von sich. Sie lachte und ließ sich von ihm durchs Bett kugeln. Als sie auf dem Rücken lag vergrub er sein Gesicht in ihrem Bauch und küsste ihren Bauchnabel.
„Hör auf das kitzelt.“ Lachte sie, doch das regte Elijah nur dazu an ihr kräftig in den Bauchnabel zu prusten. Sie lachte laut auf. „Hör auf!“
Es folgte eine wilde Kabbelei zwischen den Kissen und lautes Lachen. Nach einer Weile saß Anya triumphierend auf Elijah und drückte seine Handgelenke mit überraschender Kraft gegen die Matratze. „Gewonnen, Gewonnen, Gewonnen,...“ trällerte sie. Elijah versuchte gar nicht sie auch ihrem Griff zu befreien und betrachtete ihr süßes Lächeln.
„Oh ja, du bist die allgütige Herrin und Gewinnerin über mich und den Rest der Welt!“ sagte er ironisch.
„Höre ich da etwa einen ironischen Unterton heraus mein Lieber? Das ist nicht nötig, denn es ist die reine Wahrheit.“ Lachte sie und ließ seine Arme los. Nun saß sie auf ihm und blickte ihm tief in die Augen.
„Okay Baby, du bist die Herrin und Gewinnerin über mich, aber an dem Rest der Welt müssen wir glaube noch arbeiten.“ Sagte er und zog sie runter zu sie um sie zu küssen.
*
Aint no sunshine when she’s gone,
It’s not warm when she’s away…
Ain’t no sunshine when she’s gone
And she’s always gone too long … any time she goes away …
Wonder this time where she’s gone
Wonder if she’s gone to stay…
Ain’t no sunshine when she’s gone …
And she’s always gone too long … any time she goes away …
Ain’t no sunshine when she’s gone,
Only darkness everyday …
Ain’t no sunshine when she’s gone
And she's always gone too long ... any time she goes away ...
Any time she goes away … any time she goes away …
~ By Al Green
Das wars!!!
Ich hoffe echt, die FF hat euch ein wenig zumindest gefallen!
Ich verabschiede mich hiermit und hoffe ihr schaut auch mal bei den anderen Geschichten rein....
~Greetz - Jade~