Wie verhalte ich mich richtig!?!

Verwaisten Eltern beistehen ...                
                                                      Was ihnen hilft - was ihnen schadet


Wenn Eltern ihr Kind verlieren, bricht eine Welt für sie zusammen.
All das, was man geträumt hat, auf das man sich gefreut haben,
liegt in einem Scherbenhaufen vor einem. Man glaubt,
das Leben bleibt stehen, man wird nie wieder seinen Platz im Leben finden.

Umso wichtiger ist es , dass Freunde/Familie/Bekannte in dieser
schweren Zeit den Eltern beistehen.

Für sie da sein, mit ihnen trauern, wehklagen, weinen,
aber auch wieder mit ihnen lachen können - den Eltern helfen,
wieder den Weg ins Leben zu finden.

Viele Menschen haben Hemmungen trauernden Eltern zu begegnen.
Sie haben keine Erfahrung im Umgang mit der Trauer.

Sehr oft ziehen sich Freunde aus Angst, Unwissenheit und
auch als Selbstschutz zurück. Trauernde Eltern haben nicht
die Kraft einem solchen Rückzug entgegenzuwirken und
von sich aus Kontakt aufzunehmen.

Nicht selten stehen verwaiste Eltern dann doppelt alleine da -
ohne ihrem geliebten Kind und ohne ihre vertrauten Freunde.

Wir haben die folgende Liste zusammengestellt,
um Menschen im Umgang mit verwaisten Eltern zu helfen.
Sie soll ein Leitfaden sein, wie man verwaisten Eltern in
dieser Lebensphase beistehen, ihnen helfen und
sie durch den gesunden Trauerprozess begleiten kann.
Jeder Mensch ist natürlich anders,
nicht alle verwaiste Eltern trauern nach dem gleichen Muster.
Es ist daher wichtig, die richtige Balance
zwischen "hilfreich sein" und "hilflos machen",
den Trauerprozess "fördern" und "behindern" zu finden.

für die Eltern da sein -
auch wenn man sich unbeholfen fühlt und nicht weiß,
wie man helfen soll
den Vater in seiner Trauer nicht vergessen -
auch er hat sein Kind verloren
über das Kind reden (wenn die Eltern das auch tun) -
das Kind ist bereits tot, es darf nicht auch noch totgeschwiegen werden
das Geschehe als Thema nicht meiden -
die Eltern denken ohne dies ständig daran
Körperkontakt, Körperberührungen helfen und
lösen oft auch Spannungen und Tränen
jedem Elternteil seine Zeit der Trauer lassen -
Vater und Mutter trauern anders
mit den Eltern schweigen können,
wenn sie es brauchen und wollen
wenn die Eltern darüber reden können/möchten,
behutsam nach dem fragen was passiert ist.
Eltern auch ihre Zeit für sich alleine lassen
Mütter haben eine - oft recht schwierige -
Geburt hinter sich, für viele ist es wichtig,
auch über ihr Geburtserlebnis zu sprechen,
es mit anderen Müttern zu vergleichen
seine eigenen Gefühlen ausdrücken
(Trauer, Wut, Angst, Unsicherheit)
seine Unsicherheit auch einfach zugeben -
anstatt aus Unsicherheit und Angst fernbleiben
durch Reden den Eltern helfen,
das Geschehene als Tatsache zu realisieren
die Betreuung der lebenden Kinder übernehmen -
trauernde Eltern haben oft nicht die Kraft,
sich genügend um ihre lebenden Kinder zu kümmern.
ihre Trauer nicht vergessen.
in der ersten Zeit im Alltag unterstützen
(Essen organisieren, Einkaufen etc.),
praktische Hilfe anbieten -
jedoch soviel Selbstbestimmung und
Selbstbeteiligung der Eltern wie möglich
bei Behördengänge unterstützen -
jedoch nicht alles abnehmen
Blumen bringen - das Leben ist schon grau genug,
Blumen bringen ein wenig Farbe ins Leben
Eltern beim Versuch "ins Leben wieder zurückzukehren"
unterstützen (z.B. Einladung zum Essen, Spazierengehen,
gemeinsame Sportaktivitäten,Theater) -
dabei aber auch eine Absage akzeptieren
bzw. Verständnis dafür aufbringen,
wenn sie nicht wirklich bei der Sache sind
wenn kein persönlicher Besuch möglich ist,
ein Anruf tätigen oder ein paar ehrliche Worte sagen
(keine abgedroschenen Phrasen)
eine Geste für das verstorbene Kind -
einen Baum pflanzen, eine schöne Kerze, ein Gedicht..
Nicht warten, bis Eltern sich von selbst melden -
Sie haben meist keine Kraft dazu. Einfach mal anrufen.
Alles weitere ergibt sich meist von selbst. Bücher,
die Eltern helfen könnten, schenken oder anbieten.
Adressen von Selbsthilfegruppen bzw. therapeutische Hilfe vorschlagen
Blumen bei der Rückkehr zum Arbeitsplatz
Eltern am Arbeitsplatz nicht meiden -
nicht so tun, als ob nichts passiert wäre akzeptieren,
dass es auch schlechte Tage und schlechte Laune gibt akzeptieren und
auch einkalkulieren, dass man nicht wieder 100% im Geschäft ist
auch wenn die Eltern nach Monaten wieder scheinbar aktiv im Leben" sind -
sind sie noch immer verwaiste Eltern und wollen/können/müssen über ihr Kind reden."
da sein, wenn andere Freunde sich schon zurückgezogen haben
sich auch noch um die Eltern kümmern,
wenn für Nichtbetroffene der Alltag wieder einkehrt
an die "kritischen" Tage denken:
errechneter Geburtstermin, Muttertag, Feiertage, Geburtstage, Jahrestag..

Unpassendes Verhalten

so tun als ob nichts passiert wäre beschwichtigen,
die Trauer herunterspielen (z.B. bei Verlust in der Frühschwangerschaft)
ungebetene Entscheidungen für Eltern treffen
schmerzliche jedoch heilsame Konfrontationen ersparen wollen
(Kinderzimmer ausräumen, Begräbnis, Bestattung..)
das tote Kind nicht mehr erwähnen

Worte, die helfen:

es tut mir so leid
ich weiß nicht, was ich sagen soll
ich bin für Euch da
lass' Dir Zeit
ich verstehe auch nicht, wieso das passieren mußte
Du brauchst Dich nicht zusammenreißen,
wein' Dich ruhig aus
das muß schwer für Euch sein
kann ich irgendetwas für Dich tun
wie geht es Dir (Vater, Geschwister)

Worte, die weh tun

Ihr seid ja noch jung/gesund.
Ihr kriegt schon noch ein Baby.
Geht's Dir schon besser?
Gott sei Dank, Ihr habt ja noch Eure anderen Kinder.
Stell' Dir vor, es wäre behindert geblieben.
So ist es besser / Es hat so sollen sein / es war Gottes Wille
Es war ja noch kein richtiger Mensch
ich kann mir denken, wie es Dir geht
Du hast das Kind ja noch gar nicht gekannt.

Diese Seite habe ich aus dem Netz und
wenn man sich daran hält hiltf es viel!!

Erstellt wurde die Liste von Christine Laszlo ,
2001 HP 
www.gutehoffnung-jaehesende.com



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