Hier stehen einige Gedichte, die nur für meinen Sohn Niklas persönlich sind,und einige
die mir sehr gut gefallen und auch Frieden geben.

Lieber Niklas
Ich kenne Dein Gesicht
ohne je die Farbe Deiner Augen gesehen zu haben.
Ich spüre noch immer Deine Berührungen,
ohne das mich Deine kleinen Hände je gestreichelt haben.
Ich sehe Deinen kleinen Mund vor mir
ohne das ich ihn je Mama sagen hörte.
Ich hielt Dich im Arm
ohne Dich je in den Schlaf gewiegt zu haben.
Ich habe Dich geboren
ohne Dir Leben geschenkt zu haben.
Und doch wirst Du in meinem Herzen immer lebendig bleiben.
In liebe Deine Mama und dein Papa






Als der liebe Gott die Engel zählte
und ihm noch einer fehlte,
da sah er Dich und wählte.
Deine Mama & Dein Papa

Steh` nicht weinend an meinem Grab,
ich bin nicht dort unten ich schlafe nicht
Ich bin tausend Winde, die weh´n,
Ich bin das Glitzern der Sonne im Schnee,
ich bin das Sonnenlicht auf reifem Korn,
ich bin der sanfte Regen im Herbst.
Wenn Du erwachst in der Morgenfrühe
bin ich das schnelle Aufsteigen der Vögel
im kreisenden Flug
Ich bin das sanfte Sternenlicht in der Nacht.
Steh´nicht weinend an meinem Grab,
ich bin nicht dort unten,
ich schlafe nicht.
Deine Mama & Dein Papa


Ich träume von Dir
spüre Deine Füßchen
wie sie gegen meinen Bauch treten
ertaste Dein Köpfchen
und genieße alles
bis ich in die Wirklichkeit
zurückgeholt werde
nichts als unendliche Leere
Leere in mir und in meinen Armen
nur mein Herz ist voll
voll von Sehnsucht
Dich in den Armen zu halten
von Deinem Geschrei geweckt zu werden
Dich lachen zu hören doch da ist nichts
nichts als unerträgliche Stille und Einsamkeit.
(von Pirko)


Ein Licht anzünden nur für Dich
der Schein strahlt durch die Herzen
der Raum leuchtet warm
Deine Augen durfte ich niemals leuchten sehen
dafür mußten sie auch nie weinen
ich weine für uns beide
Du sahst so friedlich aus
als ich Dich in meinen Armen hielt
so lange Du lebtest waren wir nie getrennt
ich hatte Dich ganz für mich allein
vielleicht vermisse ich Dich deshalb so sehr.
(von Pirko)

Es wird schon wieder
wieder
wieder wie was
wieder wie vorher
es wird nie wieder wie
vorher
irgendwann wird es
aber nicht
wieder
(von Pirko)


Kleiner zarter Schmetterling
Kleiner zarter Schmetterling auf meiner Hand,
warum bewegst du deine Flügel nicht?
Ich lege dich sanft auf ein grünes Moosbett,
versuche dir Leben einzuhauchen.
Vergebens, du wirst dich nie der
wärmenden Sonne zuwendenniemals dem Himmel nahe sein,
kleiner zarter Schmetterling auf meiner Hand.
(von Lisa mit Katja im Herzen)


Still geboren, nie gelacht und nie geweint, warum?
Keine Chance hast Du je bekommen,
wurdest uns so früh genommen
Aber in unserem Herzen bist Du immer da.
In Liebe Mama und Papa


Wenn sich ein Regenbogen über den Himmel spannt,
dann gehen die Engel darauf über´s Land.
Wenn ein silberner Stern durch die Wolken schuppt,
kann es sein, daß er sich als Engel entpuppt.
Wenn uns am Abend die Sonne rot brennend verläßt,
dann feiern die Engel über den Bergen ein Fest.
Und wenn`s leise flüstert: "Ich habe dich gern!",
dann ist ein Engel gar nicht so fern.
(von Claudia )

Sternschnuppe
sie kam
leuchtete kurz
und verschwand
ich habe die Augen geschlossen
an Dich gedacht
so wie immer
mir was gewünscht
das gleiche wie immer
ich habe die Augen geöffnet
sie war nicht mehr zu sehen
und leuchtet doch mehr denn je
SO WIE DU ?
(von Claudia)


Tränen um mein Sternchen
Tränen, Wut und Leere;
Keine Freude mehr, nur noch Trauer.
Und die vielen Fragen ohne Antwort.
Warum musstest du sterben?
Was habe ich verkehrt gemacht?
Warum ausgerechnet du?
Ich habe kaum die Kraft zum Atmen.
Ich bin umgeben von Hoffnungslosigkeit.
Wie soll mein Leben ohne dich weiter gehen?
Hat alles noch einen Sinn?
Es ist so schwer das alles zu Begreifen.
Wann wird es mir wieder besser gehen?
Und werde ich wieder Lachen können?
(Lisa)

Meine Hände streicheln meinen Leib,
wo noch vor Tagen schlug dein kleines Herz.
Mein Herz ist krank und weint,
sehnt sich nach dir.
Mein Mund spricht mit dir, mein Kind,
fragt nach dem WARUM.
Warum bist du gegangen,
ohne je gesehen diese Welt?
Nun schaust du wie so viele Sternenkinder,
zu uns herab in der Nacht,
die Nacht, die so grau wie meine kranke Seele.
(Lisa )


Die wir lieben,sind nur geborgt.
Wann sie gehen,entscheiden wir nicht.
Wir entscheiden, ob wir die Erinnerung als Geschenk annehmen wollen.
Deine Mama & Dein Papa
Ein kleines Kind, niemals geboren,
nie wird es die Sonne sehen,
nie wird es in den Armen der Mutter liegen,
nie wird es lachen oder weinen können,
Aber es sieht die Sonne,
es lacht und weint,
geboren in eine andere Welt,
in den Armen der Mutter,
wenn diese an sie denkt...
Deine Mama & Dein Papa


Der Mond am Himmel scheint nur für Dich.
Er sagt zu Dir vergiss mich nicht.
Er bringt eine Botschaft und flüstert zu Dir
Schlaf gut mein Engel und träum von mir.
Ach du mein kleiner Stern, bist so weit von mir entfernt.
Kann Dein Lichtlein kaum noch sehn,
muß ohne Dich Heut schlafen gehn und
werde an Dich Denken.
Deine Mama & Dein Papa


NIKLAS
Wer hat Dich gewolt und abgeholt?
Wer hat sich nach Dir gesehnt?
Der Mond steht steil und tut wieder nichts.
Wir schließen die Augen und denken an Dich.
Ist jemand da, wenn dein Flügel bricht?
Der ihn für dich scheint, der dich beschützt,
der für dich wacht,dich auf Wolken trägt.
Für dich die Sterne zählt, wenn du schläfst.
Und stellen uns vor , du kämst zu uns.
Du bist uns vorausgegangen und wir
fragen uns immer noch
WARUM?
Der Tod ist ein Horizont, und ein Horizont
ist nichts anderes als die Grenze unseres Sehens.
Du fehlst uns so sehr!!!!!!!!!!!!!!!
Wir werden uns sehen.
Deine Mama & Dein Papa
31.08.2003


Wenn ich die Sonne nicht sehen kann
liegt es an den Wolken, die zwischen uns sind.
Wenn ich dich nicht sehen kann
liegt es an den Welten, die zwischen uns sind.
Wolken lösen sich auf, Welten irgendwann auch.
(Tanja)

Da ist ein Land der Lebenden
und ein Land der Toten,
und die Brücke zwischen ihnen
ist die Liebe -
das einzig Bleibende,
der einzige Sinn.
(Heike)

In unser Leben tief verwebt
Hat Wurzel euer Tod geschlagen
Von süßem Leid und Wohlbehagen
Ins Herz, aus dem ihr euch erhebt
In Frühlingstagen
Als Blütenwald von Liebesklagen;
Ihr habt nicht umsonst gelebt.
(Familie Simon)


Engel mögen Dich begleiten,
wenn wir auseinander gehn.
In der Nähe in der Ferne,
bis wir uns wiedersehn.
(Kathrin)

Ich schaute in die dunkle Nacht.
Sterne funkelten -
der Mond schien hell.
Wolken schoben
sich vor den
Anblick des Himmels.
Nur ein kleiner
Stern leuchtete
ganz leicht,
kaum zu erkennen.
Und ich wusste,
Du bist da.
( Jutta)


Am Abend schweigt die Klage
des Kuckucks im Wald.
Tiefer neigt sich das Korn,
der rote Mohn.
über dem Hügel.
Das alte Lied der Grille
erstirbt im Feld.
der Kastanie,
auf der Wendeltreppe
rauscht dein Kleid.
im dunkeln Zimmer.
Eine silberne Hand
löschte sie aus.
Georg Trakl

den ich verloren habe.
Zur Erde geschickt,
von Gottes Hand genommen.
Verweilt warst du immer
bei mir,verloren hab ich
meinen Engel zu schnell.
Jeder Regentropfen vom Himmel,
ist wie eine Träne die ich
für dich vergossen habe.
Eine Träne,für ein Stück
meines Herzens.
Und wenn ich mit der Hand
das Fenster berühre,hab ich
das Gefühl deine Hand zu spüren.
Deine Haut,deine Wärme,
die dich immer umgeben hat.
Manchmal,fühle ich mich
als seist du da und lächelst
mich an doch du bist nicht da.
Die Tränen fließen weiter,
bis wir wieder vereint sind.
Und dann,kann uns keiner
mehr trennen,den unser gemeinsames
Leben nach dem Tod wird ewig dauern!
Für meinen Sohn Niklas
Du warst noch nicht geboren,
hast nie das Licht gesehn
und warst schon auserkoren
von dieser Welt zu gehn
Du durftest niemals lachen
und froh und lustig sein
und Kinderspäße machen,
im hellen Sonnenschein
Nie durft ich Trost dir spenden,
dich in die Arme schließen,
dich führen an den Händen
mit dir die Welt genießen
Du durftest nie erfahren,
wie warm die Sonne scheint.
Ich werde dich bewahren,
hab sehr um dich geweint.
Trotzdem:
DU hast mich gelehrt
was Liebe ist und Wert.
Du kleiner Fratz,
weit und breit
bist du der größte Schatz,
für mich für alle Zeit
Wir vermissen Dich so sehr
Mama & Papa
30.04.2004

Wieder eine einsame Nacht
Ich schaue in den Himmel,
die Gedanken bei Dir,
frage mich leise,
warum `mein Sohn Niklas` bist Du nicht hier ?
Die Sterne, sie funkeln hell in der Nacht
frage mich leise,
was der kleine Niklas wohl macht ?
Der Mond, er zeigt strahlend sein Gesicht,
frage mich leise,
vermißt er seine Mama nicht ?
Diese Nacht war ich wieder allein,
frage mich leise,
ach könnte Niklas doch bei mir sein ?
Deine Mama
30.04.2004

Für Niklas
Wie gerne hätte ich Dir meine Welt gezeigt,
vielleicht zeigst Du mir eines Tages Deine?
Wie gerne würde ich Dich beschützen,
vielleicht beschützt Du jetzt mich?
Nun bin nicht ich es,
die Dir etwas beibringt,
sondern DU mir.
Durch DICH weiss ich erst wie stark ich bin
Ich liebe Dich
Deine Mama Carmen
30.06.2004
Wenn Du jemals ein Kind verlierst,
wie es mir geschehen ist
dann wirst Du die andere Seite der Wahrheit kennen.
Du wirst verstehen,
was es bedeutet, vernichtet zu sein,
und doch jeden Tag aufzustehen,
und den Kessel mit Wasser zu füllen.
Du wirst den Dampf aus dem Kessel
steigen sehen und weinen.
Du wirst behaupten,
es sei alles in Ordnung.
Du hast ein Staubkorn ins Auge bekommen.
Das ist alles.
Auf der Straße werden Tränen auf den Gehsteig
tropfen,
und Deine Schuhe füllen.
Sag, die Sonne schiene Dir in die Augen.
Wenn Du Deine Trauer zeigst,
vergeht sie nicht.
Wenn Du sie verbirgst,
vergeht sie nicht.
Sie ist für immer und ewig bei Dir,
aber es gibt vielleicht eine Stunde,
in der Du Dich nicht erinnerst.
Einen Abend,
an dem der Himmel blau wie Tinte ist.
Einen Nachmittag,
an dem Dein Sohn hinter eine Grille herläuft,
die er niemals fangen wird.
Flüstere den Namen Deines Baby´s
Dann sei STILL
Niklas ich vermisse Dich so sehr
Deine Mama
19.08.2004

Allein
mit der Trauer und den Tränen,
die nie zu versiegen scheinen.
Allein mit der Liebe für das Kind,
daß nie leben durfte.
Allein mit der Angst verlassen zu werden,
von den Menschen die ich liebe.
Allein kämpfend um die Erinnerung wach zuhalten.
Allein hoffend auf Verständnis der Menschen die mit mir leben.
Allein mit der ohnmächtigen Wut auf das Schicksal.
Allein betend, daß sich das Blatt noch einmal wendet.
Allein mit den Vorwürfen und dem Zweifeln an sich selbst.
Allein umgeben von Menschen und doch allein.
Allein mit der endlosen Leere in mir.
Allein wartend auf eine Aufgabe,
ein neue Herausforderung,
die das Leben lebenswert macht.
Allein trotz der Liebe und angebotenen Hilfe
der Menschen, die mich lieben.
Allein in dem tiefen, schwarzen Nichts,
daß mich umgibt.
Allein abwartend, daß der unsägliche Schmerz nach läßt,
und den schönen Erinnerungen Platz macht.
Allein begleitet von liebenden Menschen,
trotzdem allein im Leid.
Niemand kann helfen,
nur lindern und versuchen zu verstehen,
aber unser Schicksal und Leben müssen wir selber meistern und zwar
Allein
Ich vermisse Dich
Mama
20.12.2004

Lieber Niklas
Du warst ein Kind der Hoffnung,
unsere Liebe umhüllte dich,
unsere Fantasie schmückte dein Leben aus.
Du warst ein Kind der Freude.
Wie eine Blüte ging unser Herz auf,
denn wir erwarteten dich voller Sehnsucht.
Du warst ein Kind des Lebens.
Wir wollten Leben weitergeben und uns selbst beschenken lassen.
Du bleibst unser Kind,
du bist ein Kind der Sehnsucht,
das zu einem Kind der Trauer wurde.
Du hast sie nicht gesehen,
den Sonnenglanz und die Mondsichel.
Du hast nicht in unsere leuchtenden Augen geschaut.
Nun aber siehst du das Licht,
das strahlende, wärmende Licht der Liebe Gottes.
auch du wohnst im Hause Gottes,
wo viele Wohnungen sind.
Du bist gesegnet du Kind der Hoffnung,
der Freude und des Lebens.
Und mit dir ist gesegnet unsere Trauer um dich,
du Kind bei Gott.
Deine Mama Carmen
20.02.2005

Niklas
Wer hat bestimmt das du von mir gehen musst?
Wer hat dich wohin gebracht?
Du bist doch viel zu klein um schon allein zu sein.
Wer hat mir genommen, was ich am meisten liebte?
wer hat gas Leben gelöscht,
das nicht einmal das helle Licht der Welt erblicken durfte?
Wer war es, der mein Leben mit Wut und Trauer überschattet hat?
Wer hat mein Baby genommen,
das ich mir mehr gewünscht habe
als mein eigenes Leben - Wer??
GOTT?
was ist das für ein Gott?
Mama vermisst Dich
17.04.2005

Endlich Nacht,
Auch wenn am Tag die Sonne scheint,
für mich scheint dein Lächeln nachts,
wenn all die Sterne tröstend funkeln,
und deine Wärme mich umhüllt.
Ich fühle mich geborgen
weil ich spüre du bist nah,
du bist eins mit der Dunkelheit,
genau wie der Schatten auf meinem Herzen.
Niemand sieht wie ich leide,
niemand sieht wie ich dich anlache,
mit dir rede und schließlich
doch wieder weine.
Für einen kurzen Moment empfinde ich,
als wäre nie etwas geschehen mit dir,
als würde die Sonne noch immer
für uns beide scheinen.
Dieses Gefühl ist es wert zu warten,
die ganze Nacht hindurch,
auch wenn ich nicht weiß,
ob es Trauer oder Liebe ist, es ist gut.
Also warte ich, Nacht für Nacht,
auf dich, das Gefühl, das Wiedersehen.
-In ewiger Liebe-
Mama
14.05.2005

Es tut so weh,
Tag für Tag
geh ich an deinem Grab vorbei,
erinnere mich an die schoenen Momente mit dir,
erinnere mich an dein treten in meinem Bauch,
das so wunderbar war.
Erinnere mich an dein aussehen,
das so wunderbar war,
was würde ich dafür geben, noch einmal,
einfach nur bei dir zu sein,
doch das kann ich nicht,
ich hab die Hoffnung das wir uns eines Tages wieder sehn
und zusammen neue Wege gehn,
ich hoffe nur es gibt einen Ort
an dem ich dich jemals wieder sehen kann,
ich würde sterben nur um dir endlich zu sagen,
das du mehr als nur mein Baby für mich warst,
du warst mein Leben.
Und als du von mir gingst nahmst du mein halbes Leben mit,
ich vermisse dich jeden Tag.
Du lebst nur noch in meinen Träumen und in meinem Herzen
und das wird nie vorbei gehn,
der Schmerz er ist immer noch ganz so groß,
Ich werde jeden Tag an dein Grab gehn,
Blumen niederlegen und hoffen das wir uns wieder sehn,
ich hab dich geliebt
du wirst nie schwinden aus meinem Herz...
auf das der Tod uns wieder zusammen fährt.
In ewiger Liebe
Deine Mama
30.12.2005

Wo bist Du?
frage ich das kleine Licht
Hier bin ich!
Mama spürst Du mich nicht?
Ich spüre Dich,
doch sehe ich Dich nicht
entgegne ich dem Licht
und höre,wie es spricht:
Es zählt nicht,was Du siehst oder nicht,
wichtig ist nur,Du spürst mein Licht-
in dir,Mama,nicht äußerlich!
Ich spüre Dich deutlich,
innerlich.
Zum Greifen nah,fehlt nur ein Stück.
Zum richtigen Glück.
Warum bist Du gegangen,mein kleines Licht,
so traurig bin ich,
ohne Dich!
Ach Mama
so weine doch nicht,
Ich bin in Sicht,
schließe Deine Augen und fühle mich
ich bin ganz nah.
Warum?Ich wieder frag,
warum nur gehst Du,
kleines Licht,
läßt mich im Stich,
Ich liebte Dich!
So lieb mich weiter,
ich bin doch da!
Warum, ist alles,was aus mir spricht,
und so erklärt mir das kleine Licht:
Nicht traurig sein Mama,
ich liebe Dich.
Der kleine Körper,ich besaß,
der wollte nicht,
hinderte mich zu werden,
was ich werden wollte,
Dein gesundes kleine Licht.
Nie wollte ich Dich verlassen,
doch mußte ich,
wollt doch nicht krank sein,Mama,
verstehst Du mich?
Schmerzlich erkläre ich dem Licht,
am Verstehen scheitert es nicht,
nur tut es so weh.
Meine Mama,
so weine nicht,
Zeit vergeht,
bald bin ich wieder in Sicht!
Kämpfe für mich!
Ich brauche Dich!
Ich liebe Dich!!
Mein süßes kleines Licht,
wie kann ich um Dich kämpfen,
Du bist doch schon tot.
Nein Mama,
nicht tot bin ich.
Nur Zeit brauch ich,
ein bißchen nur,
ich bitte Dich,empfange mich,
gleich herzlich wie beim ersten Mal!!
Wie anders außer herzlich könnt ich Dich empfangen,
Du süßes Licht,
sehnsüchtig erwart ich Dich!
Also dann Mama,
nicht traurig sein!
Erwarte mich,
bald bin ich Dein.
Mein Licht soll strahlen,
richtig hell,
so das Du nie den Mut verlierst,
tot ist nicht mein Lebenslicht,
nur der Körper mußte gehen.
Ich bin bei Dir,Ich leuchte Dir,
niemals mehr sollst Du trauern um mich-
es gibt keinen Grund.
Du wartest auf mich und ich auf Dich!!
Ich liebe Dich!!

Ein kleines Häschen hoppelt munter
Den Wiesenweg ins Tal hinunter.
Den Schnauzbart hat es keck gestriegelt
Und auch die Ohren aufgebügelt,
Die Augen leuchten voller Wonne,
Das Hasenfell glänzt in der Sonne.
Fröhlich grüßt es seinen Vetter:
Na, ist das ein Frühlingswetter?
Und lachend meint es zu der Maus:
Komm doch aus deiner Höhle raus!
Die Weidenkätzchen blicken dumm
Sich nach dem munter`n Häschen um,
Wie´s über Stock und Stein da fegt
Und hundert Purzelbäume schlägt.
He! Staunt der Maulwurf. Was ist los?
Warum strahlst du denn heute bloß?
Und auch das erste Osterglöckchen
Winkt ihm mit dem gelben Röckchen:
Ach Häschen, halt doch einmal an,
Damit ich dich was fragen kann!
Da bleibt der Hase endlich stehn.
Ja, Freunde, könnt ihr es denn nicht sehen ?
Das Eis ist weg, der Schnee ist fort,
Die Vögel zwitschern hier und dort
Ostern ist es, Ostern, Leute!
Das Osterfest beginnt doch heute!

Der Abend
Abends, wenn es dunkel wird,
leuchten tausend Sterne,
und ich sehne mich hinauf,
in die weite Ferne.
Abends, wenn es dunkel wird,
bin ich sooo alleine.
Holt mich die Erinnerung ein,
und ich wein und weine.
Abends, wenn es dunkel wird,
strahlen tausend Sterne,
inmitten fliegt mein Engelchen,
das ich hab soooooooo gerne !!!
Deine Mama
02.05.2006







Mein kleiner Schatz Niklas, heute ist Dein
" 4 Burzeltag"
Ich kann es gar nicht glauben, das wir schon
so lange voneinander getrennt sind.
Ich denke jeden Tag, jede Stunde, jede Minute,
jede Sekunde an Dich.........
Es kommt mir vor, als wäre es erst gestern passiert!
Dich verloren zu haben, zerreißt mir das Mutterherz ,
auch die Zeit heilt keine Wunden........
In ewiger Liebe,
Deine Mama

Auch wenn am Tag die Sonne scheint,
für mich scheint dein Lächeln nachts,
wenn all die Sterne tröstend funkeln,
und deine Wärme mich umhüllt.
dann fühle mich geborgen
weil ich spüre du bist nah,
du bist eins mit der Dunkelheit,
genau wie der Schatten auf meinem Herzen.
Niemand sieht wie ich leide,
niemand sieht wie ich dich anlache,
mit dir rede und schließlich
doch wieder weine.
Für einen kurzen Moment empfinde ich,
als wäre nie etwas geschehen mit dir,
als würde die Sonne noch immer
für uns beide scheinen.
Dieses Gefühl ist es wert zu warten,
die ganze Nacht hindurch,
auch wenn ich nicht weiß,
ob es Trauer oder Liebe ist, es ist gut.
Also warte ich, Nacht für Nacht,
auf dich , das Gefühl, das Wiedersehen.
14.05.2006



Mitten und doch nicht im Leben
Wie die Tage nur einfach so vergehen...
Nichts in meiner Welt scheint still zu stehen.
Ich selbst gehe tagtäglich mit dem Alltag mit...
Doch meine Gedanken sind bei Dir mit jedem Schritt.
Meine Arbeit mach ich, als sei nichts geschehen,
nur in Wirklichkeit möchte ich bloß in die Weite des Himmels sehen.
Ich brauch meine Ruhe,eine Auszeit für mich,
Freunde, Familie sie verstehen das nicht.
Noch kein richtiges Kind sollst Du gewesen sein,
nur ich hab Dein Herz schlagen sehen; es war noch so klein.
Wie die Nächte nur vergehen...
Auch in meinen Träumen scheint nichts still zu stehen...
Noch schaff ichs nicht, möchte mich träumen können zu Dir,
Noch bin ich mitten und doch nicht im Leben- mit einer tiefen Trauer hier!
Unvergessen, voller Liebe
Deine Mama
14.05.2007

Ich habe Dich geliebt - liebe Dich noch immer
Ich habe Dich vermisst - vermisse Dich für immer
Denn Du bist gegangen
und während Deine Schritte leise verklangen,
warst Du allein und so sollte es nie sein.
In Gedanken bin ich nun bei Dir
In meinem Herzen bist Du immer bei mir.
"Leb wohl!", sagt die Welt, "Auf Wiederseh`n!", sag ich,
und hoffe, Du wartest am Ende aller Tage auf mich.
Deine Mama die Dich unendlich liebt
08.09.2007
Tränen
Meine Tränen lügen nicht
denn ich vermisse dich
ich wollte sagen Ich Liebe Dich doch
als du weg warst ging es nicht
nun schreib ich dir
hör mir zu
ja genau du
Ich wusste nicht das du gehst
ich wollte nicht das du gehst
ich brauche dich verstehst du nicht
wer soll mir jetzt helfen
die Tränen die ich weine sind echt glaub mir ,in jeder kommt mein SCHMERZ!!!!!
Ich liebte und liebe Dich immer noch
Ich vergess dich nicht
Mama
20.11.2007

Kann nicht schlafen,
Kann nicht essen,
Kann dich einfach nicht vergessen.
Die Zeit steht still,
Du bist so fern,
Du fehlst mir so
MEIN KLEINER STERN!
Mama
10.12.2007

Keiner hört
Keiner kennt und fühlt den Schmerz ,
keine Liebe und kein Trost in Sicht
keiner hört wie mein Herz zerbricht ,
keine starke Schulter weit und breit,
wer vertreibt Schmerz und Einsamkeit?
Wer gibt Liebe und Kraft zum weitergehen?
Wer läßt mich nicht im dunkeln stehen?
Wo finde ich Wärme, Trost und Licht?
Wo ist mein Platz?
Wo find ich Dich?
Ich sitze hier im tiefstem Dunkeln ,
höre kalte Stimmen aus der Nähe munkeln.
Die Kälte breitet sich aus um mich herum .
Was habe ich getan, gesagt?
Wieso, Warum,
Wo ist die Wärme,
der Trost, das Licht,
das Glück, die Freude,
Wo find ich Dich?
Die Nähe, die Liebe, die Zweisamkeit
Oh ,ich hoffe so sehr,
Du bist nicht mehr weit ,
die Liebe, die bald mein Herz erreicht,
mich wärmt, tröstet und beschützt ,
Mich nie alleine läßt,
stärkt und stützt.
Dann ist es Zeit - Zeit für Tränen
01.01.2008

Als ich dich sah,
hätte ich nie gedacht,
dass du für mich
so wichtig sein wirst!
Ich hätte nie gedacht,
dass ich nur von dir träumen werde,
nur an dich denken werde,
in meinen Gedanken immer du sein wirst!!!
Ich hätte nie gedacht,
dass ich mal da sitze
und Tränen meine Backe runterrollen
weil ich dich vermisse!!!
Ich hätte nie gedacht,
dass mein Leben ohne dich
eine Hölle wird und ich
nur mit dir glücklich werde!!!
Mama
15.01.2008


von Jacques Taravant
Vor langer, langer Zeit als Gott gerade mit der
Schöpfung fertig war,
aber die Vögel, Insekten und Schmetterlinge noch
keine Flügel hatten,
lebte ein kleiner Junge.
Seine Stupsnase war so rund wie eine Murmel,
seine Wangen so zart wie Rosenblätter,
sein Kraushaar so schwarz wie die Nacht
und seine Augen so hell wie die Sterne.
Mit einem Korb auf dem Rücken lief er über Berge
und Felder,
durch Wälder und Schluchten, an Straßen und
Flüssen entlang
und sang dabei dieses Lied:
Flügel, Flügel, schöne Flügel
Wer will fliegen?
Holt euch Flügel!
Ich hab Flügel, schöne Flügel
Wollt ihr fliegen?
Hier sind Flügel!
Es war ein Junge wie alle anderen
und doch nicht wie die anderen.
Niemand kannte seinen Namen,
niemand wußte woher er kam.
War er vielleicht früh morgens einem Blütenkelch
entstiegen?
Oder war er um Mitternacht auf einem Mondstrahl
zur Erde geglitten?
Oder vielleicht bemerkte Gott,
daß er vergessen hatte, Flügel zu verteilen
und entsandte den kleinen Jungen, seine Schöpfung
zu vollenden?
Er trug einen Korb auf dem Rücken, der niemals
leer wurde,
genau wie der Sack des St. Nikolaus.
In diesem Korb waren aber keine Spielsachen,
sondern er war voller Flügel jeder erdenklichen
Art:
spitze, scherenförmige Flügel für die Schwalben,
weiße, flaumige Flügel für die Tauben,
zart schimmernde Flügel für die Libellen,
winzige, hauchdünne Flügel für die Mücken,
hölzerne Flügel für die Windmühlen.
Der kleine Junge verteilte seine Flügel überall.
Er gab sie allen, die fliegen wollten:
Adlern und Kolibris, Marienkäfern und Geiern,
Papageien und Spatzen.
Und während er mit seinem Korb voller Flügel immer
weiter wanderte,
sang er auch immer wieder sein kleines Lied:
Flügel, Flügel, schöne Flügel
Wer will fliegen?
Holt euch Flügel!
Ich hab Flügel, schöne Flügel
Wollt ihr fliegen?
Hier sind Flügel!
Er war ein richtiger Flügelhändler,
und doch kein Händler wie die anderen.
Nie verlangte er etwas für seine Flügel.
Jeder bedankte sich so, wie er konnte:
Der Spatz, der nicht singen konnte,
drehte sein Köpfchen leicht zur Seite
und nickte ein paarmal besonders freundlich.
Der Storch nahm ihn mit auf einen abenteuerlichen
Flug
hoch über die Wolken hinaus bis in die Nähe der
Sonne.
Der Dompfaff zwinkerte ihm zu,
und die Eule rief: "Uhuu, Uhuu !"
Das Marienkäferchen brachte ihn zum Lachen,
indem es mitten auf seiner runden Stupsnase
landete
und ihn mit seinen winzigen Füßchen kitzelte-
und "psst", schon war es wieder weg.
Der Papagei, der sprechen konnte, sagte:
"Ich dank dir, sie passen!"
bevor sie auf und davon flog.
Der Täuberich, der sich freute, daß er den
Taubendamen imponieren konnte,
plusterte stolz seine neuen Flügel und gurrte
"Dankeschön".
Bald hatten alle Vögel und Insekten rund um die
Erde ihre eigenen Flügel,
und mit denen fliegen sie heute noch.
Eines Tages, müde vom vielen Wandern,
setzte sich der kleine Flügelhändler neben eine
alte, verlassene Windmühle.
Ihre Flügel waren zerbrochen und konnten sich
schon lange nicht mehr im Winde drehen.
Einsam und traurig stand sie auf einem kleinen
Berg.
Manchmal weinte sie.
"Komm herein, komm in meine Tenne und ruh dich
aus,"
sagte sie zu dem kleinen Flügelhändler.
"Sie ist staubig, aber sie ist warm,
und wenn du bei mir bist,
bin ich nicht so einsam."
Der kleine Flügelhändler legte sich in der Tenne
auf ein Bündel Stroh und schlief die ganze Nacht.
Am nächsten Morgen schenkte er der kleinen
Windmühle zum Dank vier neue Flügel:
einen roten, einen blauen, einen gelben und einen
grünen Flügel.
Überglücklich begann sie ihr Rad zu drehen,
zuerst langsam und dann schneller und schneller
wie früher, vor langer, schon fast vergessener
Zeit.
Ein Müller auf einem Weizenfeld sah es von weitem,
packte seine Garben und rannte zur Windmühle
hinauf.
Und der kleine Flügelhändler wanderte weiter.
Als er am Fuß des Berges ankam,
drehte er sich noch einmal um und rief:
Auf Wiedersehn, kleine Windmühle!
Mahle dein Korn, kleine Windmühle
Mahle, mahle, mahl es fein!
Aber das viele Wandern machte den kleinen
Flügelhändler müde und müder.
Eines Abends stellte er seinen Korb unter eine
große Eiche und schlief sofort ein.
Während der Nacht kam ein mächtiger Sturm.
Es war ein gehässiger Wind, der Lüfte alleine
beherrschen wollte,
er war schon lange eifersüchtig auf die vielen
Flügel, die der kleine Junge verteilte.
Als er den Korb sah, wirbelte er ihn mit seiner
ganzen Kraft so lange durch die Luft,
bis er mit allen Flügeln im Meer versank.
Seit diesem Tag haben die Wellen bei hohem Seegang
weiße Kronen.
Das sind die Flügel, die sich aus dem Wasser
befreien und wegfliegen möchten.
Als der kleine Flügelhändler am nächsten Morgen
aufwachte,
suchte er verzweifelt nach seinem Korb!
Bitterlich weinend wanderte er ziellos umher
und dachte an all die Vögel und Insekten,
denen er nie mehr würde Flügel schenken können.
Ganz erschöpft setzte er sich letztendlich mitten
in ein Feld voller Mohnblumen.
Eine kleine schwarze Raupe sah ihn dort
und war so bewegt von seinem Kummer,
daß sie ihn zu trösten versuchte:
"Sei nicht traurig, denk nicht an die Flügel, die
du verloren hast.
Denk an all die Flügel, die du verschenkt hast!
Denk an all die Vögel und Insekten, die dank dir
jetzt fliegen können!
Bitte, mir zuliebe, weine nicht mehr!
Schau mich an, schau wie häßlich ich bin, und ich
weine trotzdem nicht!"
"Wie freundlich du bist, Raupe,"
antwortete der kleine Flügelhändler,
"dir zuliebe will ich nicht mehr weinen.
Oh, wenn ich doch bloß ein paar Flügel für dich
hätte!
so schön wie eine blühende Blume."
Da flüsterte eine Mohnblume, die mitgehört hatte:
"Pflück mich, kleiner Junge.
Nimm meine Blütenblätter, sie werden perfekte
Flügel für deine Raupe sein!"
Der kleine Flügelhändler strahlte
und nahm sorgfältig zwei Blütenblätter von der
Mohnblume.
Er legte sie auf den Rücken der schwarzen Raupe
und schon flatterte sie dankend vor ihm
und flog dann weiter von Blume zu Blume.
So wurde die kleine häßliche Raupe zum ersten
Schmetterling -
zauberhaft schön, wie eine blühende Blume!
Noch am selben Abend legte sich der müde kleine
Flügelhändler neben einen Bach
und fiel sofort in einen tiefen Schlaf.
Er schlief und schlief.
Tausende von Vögeln, Libellen und Schmetterlinge
setzten sich zu ihm
und warteten bis er aufwachen würde.
die Amsel zwitscherte fröhliche Lieder,
der Papagei redete auf ihn ein, das kleine
Marienkäferchen kitzelte seine Stupsnase,
die Eule rief: "Uhuu" .
Doch was immer sie auch taten,
der kleine Flügelhändler schlief weiter.
Auf einmal fand eine neugierige Elster in seiner
Hosentasche zwei kleine, weiße Flügel,
die er dort aufbewahrt und vergessen hatte
und die vom gehässigen Wind nicht gefunden und
weggetragen wurden.
Jetzt waren es die Vögel,
die dem schlafenden Jungen Flügel auf den Rücken
legten.
Da rührte er sich.
Mit einem leichten Flügelschlag schwang er sich,
von seinen Freunden, den Vögeln, begleitet,
in die Lüfte und stieg gegen den Himmel empor.
Als Gott hoch oben durch eine sonnenbeschienene
Wolke den kleinen Flügelhändler auf sich zufliegen
sah,
entschied er sich, auch noch ENGEL zu erschaffen.
( Christian)

Der blaue Luftballon
von Ingeborg Ziemann
So oft schon hatte sie von ihm geträumt, von ihrem
blauen Luftballon.
Größer war er und schöner als alle Luftballons,
die sie auf Jahrmärkten oder in Geschäften gesehen hatte.
Es war ihr Geheimnis, und sie träumte von ihm,
nicht nur im Schlaf, auch oft am Tage, wenn sie Zeit hatte.
Und sie hatte ziemlich viel Zeit, denn sie war
klein, zart und nicht sehr kräftig.
Sie konnte nicht so viel toben und spielen wie die
anderen Kinder.
Sie wurde immer schnell müde,
obgleich sie so gern mitspielen wollte, und sie
war auch oft krank.
Dann las sie viel, malte, erfand Kreuzworträtsel
und löste sie.
Am schönsten war es aber, wenn sie die Augen schloß
und ihren blauen Ballon herbeiwünschte.
Sie hatte ihn nie gemalt und niemandem von ihm erzählt,
aber wenn sie die Augen zumachte und ihn
herbeiwünschte,
kam er angeflogen, ganz sacht.
Sie ergriff die kleine, weiße Schnur, und schon
schwebte sie mit ihm davon, leicht und frei wie
eine kleine blaue Wolke.
Manchmal konnte sie zu ihrem Luftballon sagen:
"Komm bring' mich zu den Bergen, wo die weißen und
blauen Blumen blühen, wo es keine Disteln oder
Brennesseln gibt und keine Wespen, die stechen",
und dann trug er sie dorthin.
Sie band ihn an einem Baum fest und sagte:
"Warte hier auf mich",
und dann lief sie durch den Teppich aus Blumen und
weichem Gras
und warf sich der Länge nach in das Blütenmeer.
Sie ließ sich von der Sonne wärmen und vom Wind
streicheln, und dann konnte sie auch die Sprache
der Tiere verstehen.
Manchmal kam ein kleiner Vogel auf ihre Hand
geflogen und erzählte ihr, wie er sein Nest gebaut
hatte, und wie mühsam es war, immer wieder Futter
für die Vogelkinder heranzuschleppen.
Dann half sie ihm Samenkörner zu suchen.
Er zeigte ihr sein Nest, und die Vogelkinder
hatten garkeine Angst, sondern pickten ihr die
Körnchen aus der Hand.
Auch mit dem Eichhörnchen konnte sie sprechen und
bat sie doch nicht mehr die Eier aus den
Vogelnestern zu stehlen.
fragten:
"Wie sollen wir dann unsere Jungen ernähren, wenn
wir das nicht mehr dürfen?"
Da versprch sie ihnen das nächstemal Nüsse
mitzubringen und Sonnenblumenkerne und ein bißchen
altes Brot.
Dann band sie schnell ihren Luftballon los und
schwebte, leicht und schwerelos, über Berge und
Täler, Wiesen und Bäche und hatte noch den
Blumenduft in der Nase, wenn sie sich wieder in
ihrem Bett fand.
Manchmal hatte sie auch gar keine Wünsche.
Sie sagte dann einfach: "Ach, flieg wohin du
willst!"
Dann flog er mit ihr ans Meer, und die tausend
kleinen Wellen murmelten:
"Sieh uns an, wir haben schöne weiße Kronen auf,
und wir sind immer neu, in jedem Augenblick.
Wir tanzen und fließen und wandeln uns und sind
immer in Bewegung.
Wir spielen mit den Fischen und den Pflanzen, mit
den Muscheln und dem Mondlicht.
Manchmal, in ganz besonderen Nächten, leuchten wir
und feiern unser großes Fest.
Meeresleuchten nennen es die Menschen, und sie
sind sehr glücklich, wenn sie es sehen dürfen.
Wünsche dir nur immer, das dein Luftballon dich zu
uns trägt, wenn wir unser Lichtfest feiern!"
"Oh, seid ihr schön!
Manchmal möchte ich auch eine kleine Welle sein!
Aber nun lebt wohl, auf bald", rief sie dann und
schwebte nach Haus, ganz froh und glücklich.
strahlendes Gesicht und so leuchtende Augen hatte,
obgleich sie doch so oft krank und müde war, aber
sie erzählte ihnen nicht von ihrem Geheimnis, von
dem schönen, blauen Luftballon und den herrlichen
Traumreisen, die sie mit ihm machen durfte.
Sie hatte das Gefühl, daß sie ihn verlieren
könnte, wenn sie auch nur einem Menschen davon
erzählte ....
Eines Tages war Jahrmarkt in der kleinen Stadt,
und sie ging auch dorthin.
Schon von weitem sah sie die vielen kleinen,
bunten Buden und die großen und kleinen
Karussells.
Sie roch den Duft von Schmalzgebackenem und von
Bratwürstchen und war fast betäubt von der lauten
Musik und den vielen Menschen.
Ein wenig fürchtete sie sich vor dem Gedränge und
wollte schon wieder umkehren.
Aber sie ging doch weiter, und da sah sie ihn,
ihren blauen Luftballon.
Dort hinten, nahe bei dem Kettenkarussell mit den
vielen kleinen Schaukeln, sah sie einen großen
Busch bunter Luftballons leuchten und mitten unter
ihnen, nein, über ihnen, den großen blauen
Luftballon, den Luftballon aus ihren Träumen.
Ihr Luftballon!
Sie mußte ihn haben, ehe ein anderer ihn kaufte!
Fort war die Angst vor dem Gedränge; flink wie ein
Eichhörnchen huschte sie durch die Menge,
und schon stand sie, ganz außer Atem, vor dem
alten Mann, der den Busch mit den vielen
Luftballons zum Verkauf anbot.
"Ich... den blauen... es ist meiner",
brachte sie heraus, noch ganz atemlos.
"ja, es ist deiner",
sagte der alte Mann freundlich,
"ich habe ihn für dich aufgehoben.
Viele wollten ihn schon kaufen, aber er ist
unverkäuflich, denn er gehört dir!"
"Hebst du ihn noch einen Augenblick für mich auf?"
fragte sie,
"ich möchte zu gern einmal mit dem Karussell hier
fahren, nur einmal!"
"Ja, geh nur, ich halte ihn für dich, bis du
soweit bist", nickte der alte Mann.
Und schon saß sie in einer der kleinen Schaukeln.
Das Karussell begann sich zu drehen, erst langsam,
dann immer schneller.
"Herrlich, ich fliege", dachte sie, das ist fast
so schön wie mit meinem Luftballon, aber nur fast
...,
und da sah sie ihn, er flog direkt auf sie zu.
Hatte der Mann ihn losgelassen?
Er konnte doch nicht wegfliegen ohne sie!
Wie ein Blitz sausten die Gedanken ihr durch den
Kopf, und da streckte sie beide Hände aus,
ergriff die vertraute Schnur, und schon schwebte
sie über dem Karussell,
über dem Jahrmarkt und dem ganzen bunten Gewimmel,
selig und ganz erleichtert, das sie ihn erreicht hatte.
"Wolltest du etwa ohne mich fliegen", fragte sie ihn,
"jetzt, wo ich dich endlich in Wahrheit gefunden
habe und nicht nur immer im Traum?"
"Aber nein", antwortete er, und sie wunderte sich
nicht, daß er sprechen konnte.
"Ich bin gekommen, um dich abzuholen und dir noch
viel, viel schöneres zu zeigen als bisher in
deinen Träumen!"
"Noch schöneres, das gibt´s doch gar nicht!" rief
sie und schaute nach unten auf den Jahrmarkt.
Aber was war da geschehen?
Alle Karussells standen still, die Musik spielte
nicht mehr,
die Menschen standen wie erstarrt und sahen auf
eine kleine Gestalt,
die in ihrer Mitte am Boden lag und sich nicht
mehr bewegte.
"
verwundert,
" sie hat ja mein Kleid an, aber wie ist das
möglich?
Ich bin doch hier!"
"Ja, du bist wirklich hier",
antwortete die ruhige Stimme aus dem blauen
Luftballon,
"und was da unten liegt, ist das,
was auch immer nachts auf deinem Bett lag,
wenn ich dich zu unseren Traumreisen abholte.
Es ist nur eine Hülle, die du für das Leben da
unten brauchtest.
Aber jetzt brauchst du sie nicht mehr,
denn du mußt nicht mehr dorthin zurückkehren,
wo du so oft krank und müde warst".
"muß ich nicht?" fragte sie erstaunt,
"oh, herrlich, mein Körper fühlte sich oft so schwer an,
wenn ich nach unseren Reisen wieder in meinem Bett
aufwachte.
Aber ...", sie zögerte ein bißchen,
"wenn ich nun gar nicht mehr zurückkomme,
sehe ich ja meine Eltern, und meine Geschwister
und all meine Freunde nicht mehr wieder.
Das ist schwer, und sie werden auch sehr traurig
sein.
Sieh mal, sie weinen ...
Können wir ihnen nicht schnell sagen,
daß ich hier bin, ganz munter und gesund,
und daß es so herrlich ist, mit dir zu fliegen?"
Sie winkte und rief, aber die Menschen sahen und
hörten sie nicht.
"Sie können dich jetzt nicht sehen",
sagte die ruhige Stimme,
"und sie sind sehr erschrocken und sehr traurig,
weil sie nicht wissen und nicht glauben,
was du und ich sehen und erleben.
In Wahrheit aber hat jeder von ihnen einen blauen
Luftballon,
der sie in ihre Träume fortträgt
und ihnen alles zeigt, was sie sehen möchten,
genau so, wie ich es mit dir getan habe.
Aber die meisten Menschen schlafen so fest,
und wenn sie aufwachen, drehen sie sich sofort in
ihrem Bett um, öffnen die Augen
und denken an das, was sie am Tage tun
Dann sind ihre Luftballons fort
und mit ihnen die Träume und alles,
was sie in der Nacht erlebt haben.
So glauben sie nur an das,
was sie sehen und hören, fühlen und schmecken
können,
wenn sie wach sind.
Aber du mußt nicht traurig darüber sein,
denn die Menschen, die dich ganz lieb haben,
die darfst du von nun an in der Nacht besuchen
und ihnen von dem schönen Land erzählen,
zu dem wir jetzt gehören.
Wenn sie dann aufwachen, werden sie sich an ihre
Träume erinnern,
und dann werden sie nicht mehr ganz so traurig
darüber sein,
daß sie dich am Tage nicht mehr sehen und haben
können.
So kannst du ihnen dabei helfen,
daß sie nicht mehr traurig sind
und auch - ganz allmählich -
jede Nacht ein bißchen mehr -
ihren eigenen blauen Luftballon zu finden.
Wenn sie ihn schließlich gefunden haben,
dann bekommen sie auch so leuchtende Augen und ein
so strahlendes Gesicht wie du,
über die sie sich immer gewundert haben. -
Es ist sehr gut, daß du ihnen früher nichts von
mir erzählt hast,
denn sie hätten dich nicht verstanden.
Jetzt aber, wo du von ihnen fortgegangen bist,
erscheint ihnen ihr Tagesleben nicht mehr ganz so
wichtig.
Sie beginnen zu erkennen, daß es noch eine andere
Welt gibt,
was sage ich,
viele andere Welten,
die viel, viel schöner sind als alles was Menschen
in ihrer Welt sehen und erleben."
"Ja, wenn das so ist", sagte das Mädchen,
"komme ich gern mit dir und bin auch nicht mehr
traurig.
Dann bringe mich nur schnell zu dem Land,
von dem du gesprochen hast,
damit ich ihnen bald alles in ihren Träumen zeigen
und erzählen kann.
Ich mag es gar nicht, daß sie traurig sind,
während ich mich doch so leicht und frei und
glücklich fühle!"
Sanft trug der blaue Luftballon sie in das helle
Land.




