Am 02.05.2003 trafen wir uns zum ersten Mal um den Stammtisch der Spinnenfreunde Mainz zu gründen.
Die Mainzer Rheinzeitung schrieb am 05.05.03 dazu:
„Wer schreit da Pfui Spinne?“
Freunde der Krabbeltiere treffen sich monatlich zum Stammtisch.
MOMBACH.
Igitt – pfui Spinne! Allein die Vorstellung lässt den Phobisten erbleichen, der erprobte Kinogänger erinnerst sich sämtlicher Horrorszenarien der Trickfilmindustrie:
Hunderte bis zu zehn Zentimeter große, stark behaarte, mehrbeinige Krabbelwesen tummeln sich träge in Glasbehältern, und das auch noch im eigenen Wohnzimmer.
Giftige Raubtiere, die für Menschen lebensgefährlich sind. Wer tut sich so etwas an?
Der neue monatliche Stammtisch der Vogelspinnen Freunde – die rund 40 Interessierten kamen aus dem Umkreis von bis zu 50 Kilometern in das Lokal „Zur Turnhalle“ – kann über diese Vorurteile nur lächeln:
„Vogelspinnen sind wie alle anderen Spinnenarten weder unheimlich noch für Menschen gefährlich. Ihre Bisse können höchstens Allergikern schaden – etwa so wie Bienenstiche.“ Viel schädlicher sei die panische Angst vor den Tieren, oft initiiert von Phantasie – Filmen oder aufgebauschten Meldungen der Boulevardpresse. Einzige Ausnahme: der Skorpion und die Schwarze Witwe.
Klaus Straka weiß, wovon er spricht. Bis vor einem Jahr litt der Kaufmann an einer Spinnen-Phobie. Der Rat eines Psychologen:
Heilen durch Kontakt. Die Therapie gelang. Für Daniel Dornhöfer (15) und seine Schwester Rahel (10) sind die Krabbler einfach nur liebe Haustiere. Auf lange Zeit: Die Weibchen werden bis zu 30 Jahre alt.
Die, die Spinnen lieben, spinnen die? Keineswegs. Die Stammtischler – Akademiker, Handwerker, Kaufleute, Schüler – engagieren sich alle in Naturschutz Organisationen. Sie wollen sensibilisieren für das Verhalten in der Natur. Das geschieht etwa durch Aufklärung in Schulen oder Fachvorträge von Dozenten der Universität. Student Sven Köppler etwa züchtet Spinnen, um den Schmuggel zu unterbinden, dem Tausende Tiere zum Opfer fallen, und um den Artenschutz und somit den ökologischen Kreislauf zu gewährleisten.
Trudy Magin