Seitentitel
· Eine mesopotamistische Leitkultur
Pan-mesopotamistische Leitkultur Mit einer Leitkultur können die Werte, Visionen und Traditionen unserer Gesellschaft dargestellt werden. Die Grundlage dieser Leitkultur bilden meiner Meinung nach, hauptsächlich die pan-mesopotamistischen Gedankenwerte, die wegleitend auf das Gesellschaftsleben wirken. Diese Leitkultur soll auf gegenseitiger Toleranz und Achtung beruhen und dies bei allen sozialen, konfessionellen und politischen Differenzen. Dabei liegen Traditionen und Werte des syro-mesopotamischen Raumes zugrunde, die möglichst an der westlichen Aufklärung angepasst werden sollten. Eine patriotische Leitkultur, soll der nationalen Vision, ein hoher ethischer und moralischer Stellenwert zugeordnet werden. Damit sind die folgenden Punkte wegweisend: - Die Garantie der Grundrechte unseres Volkes in der ganzen Welt - Die Gründung einer international anerkannten (autonomen) Sicherheitszone - Die Bewahrung der mesopotamistisch- ethisch-moralischen Werte - Das Tragen der Verantwortung für die Gemeinschaft von dem Einzelnen. Die Grundlagen der Leitkultur müssen bekannt sein, dass die Leitkultur, meiner Meinung nach, in dem Verhalten des Einzelnen so überzeugend sein wird. In der Kirche und in der Ausübung unserer religiösen Gebräuche. In der Art und Weise der Ausübung politischer Arbeit, müssen diese ersichtlich sein Der jetzige chaldäische Patriarch seine Eminenz Mar Emanuel Deli sagte in seinem Buch „das patriarchale Institut in der Kirche des Ostens“, die Chaldäer und Assyrer heute, bilden eine Einheit und nehmen an einem sprachlichen, religiösen und ethnischen Erbe Teil, das auf dem Boden der Kultur des Zweistromlandes wuchs. Unser Volk ist nicht nur ein Diaspora-Volk, sondern ist mit den syro-mesopotamischen Ursiedlungsgebieten und im Libanon tief verwurzelt. Auch bis heute leben um das Gebiet der alten assyrischen Hauptstadt Nineve Menschenmassen. Diese Menschen können sich wie andere Völker, an einer eigenen Leitkultur orientieren, die sich an einer Hochkultur bedient, die ihres Gleichen sucht. In einem Artikel „der Anteil des Syrischen an der arabischen und Weltkultur“, in der Zeitschrift Aram nennt sie der Autor sogar eine reife Weltkultur. Es stellen sich die Fragen, wer oder was soll uns leiten, wer oder was leitet uns? Nun, das ist eine sehr umfangreiche Fragestellung, die in politischer, sozialer und religiöser Hinsicht befriedigt werden soll. Die Gefahr besteht darin, dass unser Volk vor der völligen Assimilierung in den neuen Heimaten und in der arabisch-islamischen Umgebung in den syro-mesopotamischen Siedlungsgebieten steht. Was uns als ethnische und religiöse Gemeinschaft, den nationalen, kulturellen und religiösen Zuschnitt unseres Lebens raubt. Doch eine Hochkultur kann nicht in einigen dunkeln Hunderten von Jahren einfach so vernichtet werden. Der Einfluss unserer Werte, Traditionen und Sitten und Gebräche leitet uns bewusst und unbewusst. Versagt hat jedoch die kulturelle Elite, weil sie mit den Elementen unseres sozialen Systems nicht umgehen konnte. Doch wenn wir die Lage dieser Menschen in der Heimat und in der Diaspora analysieren, sehen wir, dass sowohl unsere demographische Existenz eine Rolle spielt, als auch die politisch unfreie Lage des Nahen Ostens und die Vertreibung. Es gibt sicherlich eine kulturelle Elite und kulturelle Hochleistungen, die bei einer tiefverwurzelten Kultur wie unsere selbstverständlich ist. Es bildete sich politische Elite in den Parlamenten des Nahen Ostens, sowie in den regionalen und nationalen Parlamenten der westlichen Länder. Politische Organisationen hat unser Volk seit über sechzig Jahren. Im Libanon konnten die Maroniten und Angehörige anderer Kirchen unseres Ostchristlichen Kulturkreises volkseigne, vorbildhafte politische Persönlichkeiten hervorbringen. Diese treten ständig aktiv im christlichen Widerstand gegen die Arabisierung und Islamisierung auf, sowie auch für die Verwurzelung der syrischen Sprache in unserem Leben. Ich plädiere in dieser Hinsicht auf die patriotische Leitkultur, mit den pan-mesopotamistischen Gedankenwerten. Eine repräsentative politische Elite bildete sich im Irak, die sich nicht nur auf die irakische Lage konzentrierte, sondern auch auf die pan-mesopotamistische Vision. Eine künstliche Leitkultur bietet die musikalische Kultur unsers Volkes, die in der Kirche wuchs und immer noch eine Bereicherung für die arabische Musik bietet. Es gibt sehr aktive und bekannte Chöre, die sehr altes musikalisches Erbe weitertragen. Ich stimme der Meinung nicht zu, dass wir weder eine Kultur im eigentlichen Sinne seien, noch keine Elite besäßen, die uns als Vorbild dienen könnte, denn der syro-mesopotamische Raum ist die Wiege der Kulturen, wie viele Historiker und Orientalisten feststellten. Was die moderne Unterhaltungsliteratur angeht, so gab es seit mindestens hundert Jahren keine Unterbrechung. Wir haben sogar Werke der Dichtung, Kleingeschichten und Theater. Wir sehen starke kirchlich-literarische Werke und moderne und starkwachsende Kirchengesänge. Hier trägt die maronitische Kirche in Entwicklung der syrischen Kirchensprache viel dazu bei. Dies alles stammt nicht nur aus der fernen Vergangenheit, sondern auch aus der Gegenwart, und bietet einen ausreichenden Stoff zur geistigen Bereicherung und der geistigen Auseinandersetzung innerhalb unseres Volks. Ich muss sagen, dass ich die moderne Geisteskultur nicht abschlage, sondern will noch nicht darauf eingehen. Denn es geht mir erstens um die Frage der Existenz und die Notwendigkeit der Leitkultur. Sicherlich gibt´ s Förderungsmöglichkeiten in geisteskultureller Hinsicht auch; doch begrenzt. Durch die fehlende nationale Organisation und der fehlenden überkonfessionellen und überregionalen Dachorganisation und Weltinstituten, stimmt die nationale und gesellschaftliche Kommunikation nicht ganz, so dass eine kulturelle Hetergonität zum (Vor)schein kommt. Doch ich sehe in den Unterschieden eine Bereicherung von (für die) den Kulturen und Gesellschaften mit denen wir leben. Unser gemeinsamer Nenner begrenzt sich sicherlich nicht nur auf die Religion, sondern auch auf die Sprache, Heimat, (durchlebtes) Leiden, Geschichte und nationale Gefühle ect.... Ich bin der Meinung, dass wir nicht nur einige Personen brauchen, die uns hierarchisch leiten, seien es Leiter von kirchlichen, sozialen oder politischen Institutionen,sondern wichtiger ist es, wirklich eine kulturelle Elite, oder Intellektuelle die, kulturelle Hochleistungen bringen als Leitvorbilder dienen und unserem Volk uneigennützig zu helfen. Es mag sein, dass dabei ein Stück Idealismus ist, doch wir brauchen gerade diesen Idealismus, Idealisten und Träumer, die durch das Umsetzen ihrer Visionen das Fortbestehen unserer Kultur, unserer Nation und unserer Gesellschaft sichern. Wir sind die Erben einer Weltkultur mit allen Eigenschaften einer verwurzelten Hochkultur vergleichbar mit der ägyptischen, indischen und chinesischen. Doch leider wurde unserer verwurzelten Hochkultur, durch die vielen Raubzüge, Plünderungen, Massaker und Verfälschungen wichtige Bestandteile ihrer Entwicklung geraubt. Fast jede dieser Kulturkreise hat in der Geschichte dunkele Zeiten erlebt. Doch wir können durch eine gezielte Auseinandersetzung mit dieser Kultur, auf deren weitere Entwicklung positiv einwirken. Ich finde es auch wichtig, es so zu betrachten, dass mit dem Begriff Kultur nicht nur die Geisteskultur zu sehen ist. Sie umfasst, die Gesamtheit einer Kulturgemeinschaft.... Außerdem vertrete ich die Meinung, dass eine Popularität innerhalb der eignen Kulturgemeinschaft wichtig ist. Denn gerade in einer zerstreuten Gemeinschaft wie wir es sind, wichtig ist, und mit den wenigen Mitteln zur Vermarktung dieser Kultur an unser Volk und an die Völker mit denen wir zusammenleben ist es eine Herrausforderung. Doch ich bin der Ansicht, dass eine weltweite Popularität nicht notwenig ist, um die Existenz unserer syro-mesopotamischen Hochkultur zu beweisen. -Weil sie bereits seit Tausenden von Jahren existiert. Ein wichtiger Faktor für die Erhaltung der Geisteskultur ist auch die Schaffung und Erhaltung gemeinsamer Bildungsbesitzbestände. Nun, um die Homogenität unserer Kultur zu beurteilen, bedarf es einer gesamten Analyse unserer Hochkultur und ihrer historischen Gegebenheiten. Ich bin persönlich der Auffassung, dass unser gemeinsamer Nenner, nicht nur unsere Wertevorstellung und unsere Sehnsucht nach der Rückkehr in die Heimat, oder auch unsere Ostchristenheit, sondern auch unsere Sprache, die eine der ältesten Literatur- und Wissenschaftssprachen der Erde ist. Unsere klar erkennbare nationale Zugehörigkeit verbindet uns, sowie unsere gemeinsamen Leiden und unsere gemeinsame Geschichte. Unser stärkster gemeinsamer Nenner ist unsere Heimat. Hierauf möchte ich näher eingehen, um auf die Leitkultur zu kommen. Denn zu der patriotischen Leitkultur gehören Werte wie Heimatliebe, die nicht nur eine Gefühlslage ist, sondern mit dieser Heimatliebe meine ich, sogar der Nationalpatriotismus, der zu der Verehrung gegenüber einander, gegenüber die Nation und die Heimat, sowie zu unseren Traditionen und zu der syrischen Sprache hinreicht. Und das ist eine Kultur vielleicht sogar ein wichtiger Bestandteil unserer bestrebten Leitkultur, nämlich eine Kultur der Liebe, die mit der christlichen Nächstenliebe verbunden ist. Raif Toma
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!