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11. September 2004: Austria Salzburg - Sturm Graz 1:0 (0:0) - Tor: Villar (78.)
Nach Österreichs erfolgreichem Auftakt in die WM-Qualifikation kehrt mit diesem Wochenende wieder der Bundesliga-Alltag bei uns ein. Jetzt beginnt der heiße Fußball-Herbst so richtig, alle internationalen Top-Ligen haben begonnen. In Österreich stehen wir ja bereits voll in der neuen Saison, es beginnt die heiße Phase in der Herbstsaison. Mit September wird man sich auch an neue Beginnzeiten gewöhnen: Samstagspiele beginnen ab sofort um 18:00 Uhr, Spiele am Sonntag werden jetzt immer um 15:30 Uhr angepfiffen. Diese neuen Anstoß-Zeiten machen absolut Sinn, den Traditions-Termin Samstags um 15:30 Uhr gibt’s zwar nicht mehr, aber was soll’s – er wird für immer in unseren Herzen bleiben ;-)
Nachdem man in den letzten Heimspielen ja gute Werbung für das Sturm-Heimspiel gemacht hat, konnte man sich für dieses Match einen sehr ansprechenden Besuch erwarten. Außerdem hatten Kinder bis 15 Jahre noch freien Eintritt auf der Nordtribüne und auch das Wetter war ideal für Fußball. Letztlich waren es dann aber doch „nur“ 9.800, die sich dazu aufmuntern konnten, sich diesen Klassiker live im Stadion zu geben. Wenigstens die 10.000er-Marke hätten die Salzburger Fans eigentlich schon überschreiten sollen, schließlich ist Gegner Sturm Graz ja immer noch einer der attraktiveren Vereine in der Bundesliga. Die Steirer ihrerseits brachten einen ansehnlichen Auswärts-Auftritt zu Wege. Etwa 300 Leute waren es im Auswärtssektor, die man akustisch zwischendurch auch auf der „Curva Sud“ durchaus mal vernehmen konnte. Dazu präsentierten die Grazer Fans wieder einmal einige Doppelhalter, eine kleine und feine Überziehfahne der „Brigata Graz“ sowie ein sehr gelungenes Transparent gegen ihren ungeliebten Präsidenten Kartnig. Bei der Anti-Kartnig-Stimmung beteiligte sich auch die „Curva Sud“ kurz mit Gesängen, das dürfte wohl auch den Schwarz-Weißen recht gewesen sein. Höhepunkt der Darbietung von den Salzburgfans war aber eine wunderschöne Choreographie bei Spielbeginn. Eine kleine Überziehfahne wurde in der Mitte der Südtribüne hochgestoßen, links und rechts davon gefielen violette Fähnchen und weiße Bänder sehr gut. Das Motto der Choreographie stand im Transparent darunter: „Wir stehen immer hinter euch!“ Neben dieser schönen Aktion machten auch einige Bengalen einen ausgezeichneten optischen Eindruck von unserer Kurve. So überschäumend die Stimmung auf der Südtribüne in den ersten Minuten war, so grottenschlecht war sie, als sie nach kurzer Zeit ziemlich schnell abgerissen war. Bis zur Halbzeit wurde die Stimmung dann nicht mehr besser. Vielleicht wäre es an der Zeit, sich wieder einmal neue Gesänge auszudenken. Ob neben dem Vorsänger jetzt noch zwei Leute stehen, die versuchen, mehr Leute zur Stimmungsmache zu animieren, oder nicht, macht keinen wirklichen Unterschied.
Das Spiel war nichts für Fußball-Estheten. Sturm war gut organisiert in der Abwehr, wenn auch nach vorne fast gar nichts lief. Dieses Problem hat Salzburg ja auch öfters. Diesmal galt es aber, das Spiel zu machen. Es wurde Salzburg sehr schwer gemacht. Es sah sehr ausgeglichen aus, Salzburg wirke zwar etwas bemühter, konnte aber keine großen Möglichkeiten erarbeiten. Nach Seitenwechsel spielten die Salzburger auf das Tor vor der Südtribüne. Wesentlich besser wurde das Spiel auch in den zweiten 45 Minuten nicht, ganz im Gegenteil. Die Stimmung auf dem Salzburger Fanblock wurde aber wieder etwas besser. Und wo ein Wille, da war an diesem Abend auch eine Belohnung. In der 78. Spielminute setzte sich der eingewechselte Öbster im Bereich der Corner-Fahne geschickt gegen einen Grazer durch, flankte präzise in die Gefahrenzone und der starke Brasilianer mit der Nummer 10 – Ricardo Villar – köpfelte souverän den so wichtigen Siegestreffer für Austria Salzburg. Die Grazer vormochten in den verbleibenden Minuten keine größere Gefahr mehr zu erzeugen. Somit war der knappe Sieg verdient. Als Optimist kann man jetzt eine Phrase heranziehen: „Wenn du auch solche Spiele gewinnst, wirst du Meister!“ Es war ein reines Geduldsspiel, Salzburg blieb immer konzentriert, kämpfte und verdiente sich so den Sieg. Ein Schmunzeln kam einem auch aus, als man sah, wie der eingewechselte Roberto „Bobby“ Brown bei seinem Heimdebüt gleich in seiner ersten Aktion Gelb sah – er war erst Sekunden im Spiel. Nach Schlusspfiff gab es die mittlerweile bereits obligate Welle mit den Spielern. Es ist momentan einfach schön anzusehen, wenn eine junge Mannschaft mit waschechten Salzburgern solche Siege feiert. Der neue Stürmer Brown hat gute Karten, zum Publikums-Liebling zu werden, einige Tore in den nächsten Spielen würden dazu wohl schon reichen. Sturm ist also geschlagen, das Wochenende vorzeitig gerettet – was will man mehr.
Nächste Woche muss die Austria auswärts im Burgenland bestehen. Bei den Mattersburgern wird es zwar sehr schwierig werden, ein Sieg ist aber durchaus möglich. Auch mit einem Punkt im Burgenland könnte man gut leben, im nächsten Heimspiel in zwei Wochen ist der Gegner abermals Mattersburg. Dann zählt natürlich nur ein Sieg. Die Tendenz zeigt bei Salzburg jedenfalls deutlich in Richtung Tabellenspitze.
Der Goldtorschütze: Ricardo Villar
29. August 2004: Salzburg im ultimativen Mega-Pech
Man sieht so viele Fußballspiele: Einige im Stadion, noch viele, viele mehr im Fernsehen. Man sieht Mannschaften im Glück, man sieht Mannschaften im Pech. Selten aber hat eine Mannschaft so viel Pech, nach guter Defensivleistung ausgerechnet in der Schlussminute, schon gar in der 94. (!) Minute den entscheidenden Gegentreffer zu kassieren. Unglaublich - aber gut, man soll so etwas schon erlebt haben bei sooo vielen gesehenen Spielen. So passiert ist dieses Schicksal der Salzburger Austria Sonntagabend in Wien bei der völlig "verhurten" Wiener Austria. Der Tiroler Schiri Einwaller zeigte 4 Minuten Nachspielzeit an. In diesen Minuten (es waren dann mehr als 4) setzte der Bauer in Schwarz seiner Arbeit an diesem Abend noch seine Krone auf: In der 93. Minute schloss er unseren starken Rackerer Richarlyson aus, es folgte ein Freistoß des eingewechselten Unsympathlers Michael Wagner. Die Flanke Wagners kam auf Papac, der machte den Siegestreffer für die Wiener. Wenn sie nächtelang ganz intensiv danach suchen, werden sie wohl ein Spiel in der Fußballgeschichte finden, wo eine Mannschaft ein ähnliches Schicksal durchmachen musste wie Salzburg an diesem Abend. Leicht wird es nicht werden. Doch diese Geschichte ist noch nicht zu Ende. Um diese Geschichte aber jetzt tatsächlich von allen anderen - bereits dagewesenen - Schicksalen zu unterscheiden, kommt noch der finale Drüberstreuer: In der 96. (!) Minute machte auch der Norweger Rushfeldt sein Tor, 2:0 für Austria Wien. Ich will jetzt am liebsten all jenen, die auf Sieg mit Handicap für Austria Wien gewettet haben, ihre verdammte scheiß Quittung in alle Einzelteile zerfetzen. Das ist einfach nur gekauftes Glück. Alle heißen Salzburgfans sind nun aufgefordert, es diesen verdammten Stronach-Huren am 13. November in Salzburg so richtig zu zeigen. TOD UND HASS DEM FAK!!!
21. August 2004: Austria Salzburg vs. Admira Wacker Mödling 4:2 (1:1) - Tore: Tomic (2), Kastner, Villar; Bjelica (2)
Im zweiten Heimspiel in Folge will Austria Salzburg gegen Admira Wacker Mödling den zweiten Heimsieg in der laufenden Spielzeit einfahren. Das sollte durchaus möglich sein, der Gegner ist schlagbar. Klar, die Admira ist ein Paradebeispiel für eine klassische „graue Maus“. Wie schwer sich Salzburg in den letzten Spielen gegen diese „graue Maus“ allerdings getan hat, zeigt doch, wie glücklich man sich nach Spielende schätzen könnte, wenn tatsächlich ein Sieg gelingen würde. Dazu sind die Niederösterreicher auch noch die Überraschungsmannschaft schlechthin in den ersten fünf Runden. Während Salzburg vor einer Woche Bregenz mit 4:2 besiegen konnte, fertigten die Südstädter Pasching auswärts mit 3:0 ab. Ein großer Anteil am Auswärtssieg der Admira in Pasching hatte der prominente Neuzugang Bjelica. Nicht nur auf ihn muss die Salzburger Viererkette heute ein großes Augenmerk legen. Trainer Krauss hat der „grauen Maus“ zu mindest in den sportlichen Belangen wieder neue Farbe verliehen. Dass der Klub sonst wenig attraktiv rüberkommt, macht die Sache für die Gegner nur noch schwieriger. Austria Salzburg und die Spiele gegen „kleine“ Mannschaften, das ist sowieso schon längst ein eigenes Kapitel. Die Salzburger gehen aber ebenso selbstbewusst in diese Begegnung wie die Gäste. Das 4:2 über Bregenz in der Vorwoche hat Mut gemacht, die Stürmer haben den Bann der Torlosigkeit gebrochen. Für das Admira-Heimspiel blieb also zu hoffen, dass sich der Aufwärtstrend weiter bestätigt. Maynor Suazo war nach seinem Länderspiel mit Honduras wieder rechtzeitig zurückgekommen, er war zu Spielbeginn fit und meldete sich zurück in die Mannschaft.
Nach dem tollen Offensivspektakel der Austria vor einer Woche, war doch ein ansprechender Publikums-Zuspruch für dieses Spiel zu erwarten. Es waren dann aber doch nur 600 mehr als letzte Woche. Zum äußerst unattraktiven Gegner kam noch ein äußerst instabiles Wetter mit viel Regen (wie schon vor einer Woche) und so ist es auch schon erklärt, dass auch diesmal nicht mehr als 6.800 Zuseher im Stadion waren. Der Auswärtssektor war in etwa gleich leer wie schon vor einer Woche, etwa 20 Niederösterreicher dürften sich dort eingefunden haben. Die Stimmung war aber doch recht ansprechend, Choreographien wären bei diesem Spiel dem Guten allerdings zu viel gewesen.
Damit gleich zum Spiel: Austria Salzburg begann überfallsartig. Bereits in der 4. Spielminute konnte bei Violett gejubelt werden: Nachdem ein gefährlicher Richarlyson-Kopfball den Weg ins Tor noch nicht fand, war sofort Goran Tomic zur Stelle und drückte zur frühen Führung ab – 1:0 (4.). Salzburg spielte daraufhin weiter ambitioniert nach vorne, es gelang aber zunächst nicht, die Führung auszubauen. In der 31. Minute kam dann die Admira zu einem seltenen Entlastungsangriff, Salzburgs Abwehr brachte den Ball bei mehreren Versuchen nicht aus der Gefahrenzone. Wie es so ist bei Austria Salzburg wurde das sofort bestraft, der starke Bjelica nahm sich ein Herz und sein platzierter Schuss passte genau in die untere Ecke – 1:1 (31.). Dieser ärgerliche Ausgleich brachte die Salzburger für kurze Zeit etwas von der spielerischen Linie ab. Es dauerte allerdings nicht lange, bis wieder schöne Kombinationen gezeigt wurden. Die Austria hatte dann einige Male Pech im Abschluss, Höhepunkt war ein Lattenkopfball des jungen Daniel Kastner. Zur Pause blieb es bei einem für die Admira schmeichelhaften 1:1. Nach Seitenwechsel rollte das Violette Offensivspektakel weiter – jetzt in Richtung Fantribüne. In der 59. Minute kam dann die Belohnung für die Bemühungen von Salzburg: Zwei Admiraner waren sich in der Abwehr nicht im Klaren, wer den Ball nehmen sollte. Daniel Kastner lief an den beiden vorbei, schnappte sich dabei auch den Ball und schoss diesen gekonnt am Admira-Torhüter vorbei zur neuerlichen Führung – 2:1 (59.). Der Torjubel des jungen Salzburgers war sehr ausgelassen, er hat an seinen Toren offenbar ebensoviel Freude, wie die Fans. Nachdem das Stürmerduo Tomic/Kastner bereits beim Bregenz-Heimspiel in der Vorwoche zugeschlagen hat, klappte das auch gegen die Admira. Goran Tomic setzte den Stürmertoren noch eines drauf, er besorgte mit dem Treffer zum 3:1 in Minute 67 die Vorentscheidung. Ohne Rücksicht auf Verluste knallte er drauf, der Ball passte wunderschön ins lange Eck. Nun spielte die Austria entfesselt, eine Chance jagte förmlich die nächste. Die Niederösterreicher kamen zu keinen echten Entlastungsangriffen. Besonders in Sachen Ballsicherheit hat sich das Spiel der Salzburger in letzter Zeit stark weiterentwickelt. Der brasilianische Neuzugang Ricardo Villar ist dabei ein großer Anteil zuzuschreiben. Der Mittelfeldspieler kombiniert ausgezeichnet, verliert nur sehr selten den Ball und ist dazu auch noch torgefährlich. Mit seinem Treffer zum 4:1 in der 82. Minute hat Villar eine sehr starke Leistung auch mit einem Tor gekrönt. Wäre es am Ende bei diesem 4:1 geblieben, so hätte Salzburg die Admira in der Tabelle überholt und man wäre für kurze Zeit am dritten Tabellenplatz gestanden. Dass es damit nicht klappte ist eigentlich egal. Schuld daran war, dass Bjelica in der 93. Minute mit seinem zweiten Treffer in diesem Spiel noch das 4:2 für die Südstädter machte. Dabei blieb es dann. Die Parallelen dieses Spiel zu jenem aus der Vorwoche waren unübersehbar: Es kam der selbe Endstand und auch Halbzeitstand heraus, wie vor einer Woche begleitete Regen das Spiel, Tomic und Kastner trafen gegen Bregenz genauso wie jetzt gegen die Admira, ... Neben der bereits erwähnten Ballsicherheit ist besonders bei Eckbällen eine Steigerung im Spiel der Salzburger zu bemerken. Endlich kann man dabei mit messerscharfen Hereingaben rechnen, Richarlyson kann das, was einige andere in den letzten Monate und Jahren nicht zustande gebracht haben. Kein Wunder, dass gegen Spielende diesmal schon „Wir werden Meister“-Rufe von der „Curva Sud“ laut wurden.
Durch dieses zweite Offensivspektakel bei Heimspielen en suite darf man jetzt weiter hoffen, dass beim nächsten Spiel in Salzburg mehr Zuschauer im Stadion sind und die Austria unterstützen. Am 11. September ist der Gegner in Kleßheim mit Sturm Graz doch um einiges attraktiver. Vielleicht ist dann ja auch das Wetter mal etwas einladender als in diesen beiden Heimspielen gegen Bregenz und die Admira. Dazu kommt, dass Spielbeginn dann ab September um 18:00 sein wird – doch eine etwas praktischere Beginnzeit für die Fans aus allen Gauen Salzburgs. Es wäre schön, wenn im Spiel gegen Sturm Graz der Lohn für die Austria seitens der Zuschauer kommt. Werbung für einen Stadionbesuch wurde nun ausreichend gemacht.
Bei der Pressekonferenz im Anschluss an das Spiel gab sich Admira-Trainer Bernd Krauss als schwer geschlagen. Er erkannte den Salzburg-Sieg als hochverdient und wusste auch, dass es für seine Mannschaft auch ein Debakel werden hätte können. Er ließ die von den Medien aufgebaute Euphorie um die Admira in seinen Aussagen wieder etwas ersticken und definierte in aller Klarheit die wahrlich bescheidenen Ziele der Südstädter aufs Neue. Salzburg-Coach Assion ließ wissen, dass ein das Ziel von ihm und der Mannschaft ist, wieder viel mehr Zuschauer ins Stadion zu bekommen. Auf meine Frage, inwiefern ihm bzw. Alexander Schriebl die Pfiffe bei der Einwechslung des verunsicherten Stürmers störten, meinte der Schwabe, dass Schriebl selbst hart dran arbeiten müsse, um endlich wieder zu alter Form zurückfinden zu können. Assion zog auch in Erwägung, Schriebl einstweilen zu den Amateuren zu versetzen, damit dieser dort in aller Ruhe wieder seine Form aufbauen kann. Mit dieser Maßnahme würde sich Assion auch bei den Fans viele weitere Sympathien holen. Wie schon erwähnt begleitete Schriebl bei seiner Einwechslung ein gellendes Pfeifkonzert von den eigenen Fans. Das ist etwas, das ein derart verunsicherter Stürmer natürlich überhaupt nicht brauchen kann. Die Fans wissen das wohl, nur zweifeln diese von Spiel zu Spiel mehr an seinen Qualitäten.
Sonst ist aber bei Austria Salzburg derzeit alles in Lot. Nächste Woche spielt Salzburg am Sonntagabend auswärts bei der Wiener Austria. Die Mannschaft wird als Außenseiter mit breiter Brust zu den Wienern reisen, die Hoffnung auf Punktezuwachs ist groß. So lieben wir unsere Austria!
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14. August 2004: Austria Salzburg - SW Bregenz 4:2 (1:1) - Tore: Tomic (40.), Scharner (46.), Kastner (67.), Scharrer (94.); Jakomin (14.), Jansen (78.)
Das Wort „Pflichtsieg“ nehmen bekanntlich eher Leute in den Mund, die nicht so viel Ahnung von Fußball haben. Selten ist das Siegen so schwierig wie in einem Spiel, bei dem im Vorhinein von einem „Pflichtsieg“ die Rede ist. Genau so ein Spiel war das Heimspiel gegen SW Bregenz für Austria Salzburg. Das Duell der beiden Klubs aus den schönen Festspielstädten mutierte diesmal leider zum Kellerderby. Die Vorarlberger haben den Saisonstart total verkorkst, während Salzburg gegen starke Gegner doch ansprechende Leistungen geboten hat. Weil den Mozartstädtern in den ersten vier Runden nur ein Treffer gelungen ist, findet man sich jetzt am vorletzten Tabellenplatz. Bei einer Heimniederlage gegen Bregenz wäre man schon frühzeitig wieder mit der roten Laterne bedacht. Daran wollen wir aber nicht denken, so hoffnungslos ist unsere Lage derzeit wirklich nicht. Schließlich besteht doch die Hoffnung, dass es wenigstens gegen die „Schießbude“ der Liga in den ersten Runden, SW Bregenz, endlich mit Toren klappt.
Nur 6200 Zuschauer wollten die Austria bei ihrer Mission, Tore zu schießen, begleiten. Ganz exakt waren es 6.216 im Stadion, zieht man die 16 „zerquetschten“ als Gästefans weg, dann kommt man tatsächlich auf 6200 Salzburgfans. Es regnete in Strömen, die Temperaturen waren auch mehr als gedämpft – sicherlich auch ein Grund für die verhältnismäßig geringe Besucherzahl. Die „Curva Sud“ machte phasenweise ganz ordentlich Stimmung, überschäumend war sie gegen Bregenz natürlich nicht. Choreographien und Pyro hatten nach den überzeugenden Einlagen gegen Tirol und Rapid wieder einmal Pause. Dennoch war etwas los auf der Fantribüne, am Tiefpunkt kam die Stimmung diesmal nie an.
Die erste Überraschung gab’s zu Spielbeginn, als man sich wunderte, dass der verletzt gemeldete Paul Scharner in der Anfangsformation auflief. Die medizinische Abteilung hatte beste Arbeit geleistet (Lob dafür auch von Gernot Blaikner bei der anschließenden Pressekonferenz), für die gesunde Psyche sorgte Scharners Mentalcoach Valentin Hobel. Wieder einmal hat Heiko Laessig nach kaum überstandener Verletzung die Zähne fest zusammengebissen – gegen Bregenz meldete er sich wieder zurück in die Mannschaft. Peter Assion spuckte vor dem Spiel große Töne, Bregenz sollte nicht einmal Zeit zum Luftholen bekommen in Salzburg. Damit zum Spiel: Man spürte diesmal bei der Salzburger Mannschaft von der ersten Ballberührung an bereits den unbedingten Siegeswillen. Bregenz hatte zwar manchmal doch zeit zum Atmen, Salzburg bemühte sich aber ganz intensiv, den Vorarlbergern früh die Puste zu nehmen. Und diesmal bleib es nicht beim bloßen Bemühen, endlich wurden auch Torchancen herausgespielt. Einige gute Einschussmöglichkeiten fanden sich bereits in der Anfangsphase vor. Die vorläufig beste gab es in der 14. Minute, ein Bregenzer klärte noch auf der Linie. Daraufhin kam aber ein Gegenstoß, Jank patzte etwas, Arzberger sah auch nicht gut aus, Laessig versuchte mit leidenschaftlicher Intensität noch irgendwie zu retten, Jakomin brachte Bregenz aber in Führung – 0:1 (14.). Salzburg versuchte daraufhin, schnell den Ausgleich zu machen. Dabei verkrampfte die Austria allmählich etwas. Ausgerechnet in einer Phase, wo das Angriffsspiel der Salzburger etwas abzuflauen drohte, machte die Austria dann den hochverdienten Ausgleich. Tomic kam knapp außerhalb des 5-Meter-Raums an den Ball und knallte ihn per Drehschuss mit voller Wucht ins Netz – 1:1 (40.). Das war dann auch der Pausenstand – schmeichelhaft für unsichere Bregenzer. Nach Seitenwechsel klappte es dann prompt mit dem Führungstreffer der Salzburger: Nach einem schön hereingebrachten Eckball trotzte Paul Scharner der Bedrängnis und köpfelte den Ball wuchtig ins Netz, Bregenz-Torhüter Almir Tolja blieb keine Zeit mehr zu reagieren – 2:1 (46.). Daraufhin spielte die Austria befreit auf, einige weitere Möglichkeiten wurden ausgelassen ehe dann der starke junge Salzburger Daniel Kastner mit einem Supertor in der 67. Minute für die Vorentscheidung sorgte. Kastner kam zur Pause für den schwachen Schriebl ins Spiel und zeigte groß auf. Dieser junge Mann ist nicht nur sympathisch, er spielt auch sensationell gut und ist eine absolute Zukunftshoffnung. Das 3:1 von ihm war sein erster Bundesliga-Treffer, wunderschön anzusehen wie unbekümmert er den Ball zwischen die Pfosten ballerte – einfach im Stile eines Klassestürmers. Mit dem totalen Schützenfest wurde es leider nichts, Bregenz kam in der 78. Minute durch ein Kopfballtor von Jansen nach einem Eckball wieder auf ein Tor an Salzburg heran – 3:2. Doch in den Schlussminuten ließ Salzburg keine Chancen für Bregenz mehr zu. Der Schiedsrichter (Thomas Steiner, in Salzburg seit dem Pasching-Spiel im April beliebt wie eine Gürtelrose) wollte es nicht recht wahrhaben, einen Salzburg-Sieg miterleben zu müssen und ließ 5 Minuten Nachspielzeit anzeigen. Es fiel noch ein Tor in diesen Minuten. Zum Glück aber schoss es Salzburg: Der eingewechselte Markus Scharrer lief allein auf Torhüter Tolja zu, überlupfte ihn und beförderte den Ball so sehenswert über die Linie – 4:2 (94.). Diese „Zungenschnalzer-Aktion“ für echte Feinschmecker war die letzte Szene dieses Spiels, noch ein Salzburg-Tor wolle sich der Referee nicht zumuten und pfiff ab. Nach Schlusspfiff sah man nur noch in lächelnde Gesichter, so soll es öfter sein in Salzburg. Die Spieler machten noch die Welle, applaudierten den tollen Fans und gaben noch fleißig Autogramme. Irgendwie merkt man immer mehr, dass man sich mit dieser Mannschaft wieder identifizieren kann. Besonders Daniel Kastner – ein echter Salzburger Junge – sollte auf seinem Weg bei der Austria gehegt und gepflegt werden.
Bei der anschließenden Pressekonferenz zeigte sich Trainer Peter Assion erleichtert, ein Lächeln war ihm auch zu entnehmen. Bregenz-Trainer Regi van Acker sprach von einer gerechten Niederlage seiner Mannschaft, zeigte sich als guter Verlierer. Er ließ auch seinen Wunsch nach einer qualitativ hochwertigeren Mannschaft nicht hinter seinen Lippen verborgen, sagte dazu aber auch: „Wir kennen unser Budget“. Assion sprach von einem sehr freundschaftlichen Verhältnis zum Bregenz-Trainer. Das kann man nachvollziehen, der Belgier ist (so mein Eindruck) wirklich ganz ein sympathischer Herr.
Für Salzburg geht’s in einer Woche gleich im nächsten Heimspiel gegen Admira Mödling. Das klingt nach dem 4:2-Sieg gegen Bregenz jetzt erstmal auch nach Pflichtsieg, alles andere ist es aber. Die Admira feierte während Salzburgs Sieg einen 3:0-Auswärtssieg in Pasching – Vorsicht also vor der grauen Maus. Obwohl der Gegner auch nächste Woche alles andere als ein Publikumsmagnet sein wird, ist zu hoffen, dass es dann mehr Zuseher werden als diesmal. Wer dieses Spiel gegen Bregenz gesehen hat, wird wieder kommen wenn er die Gelegenheit dazu hat. Ein erfrischendes Offensivspiel der Austria zu sehen war einfach schön. Hoffentlich bliebt dieses tolle Spiel keine Eintagsfliege. Wir haben Austria Salzburg im Herzen!




7. August 2004: Rapid Wien - Austria Salzburg 0:0
Mit nicht allzu breiter Brust, aber dennoch mit der immerwährenden kleinen Hoffnung, zu mindest ungeschlagen das „St. Hanappi“ verlassen zu können, machte sich Austria Salzburg an diesem Samstag begleitet von vielen treuen Fans auf in den Westen der Bundeshauptstadt.
In den bisherigen 3 Saisonspielen kassierte Austria Salzburg 2 Gegentreffer. Nun trifft man auswärts auf die Torfabrik der Liga – 10 Tore konnte Rapid in den ersten 3 Spielen bereits bejubeln. Das was Salzburg aber ausmacht ist die gute Abwehr. Das größte Problem unserer Mannschaft ist die Sache mit dem Schießen der Tore. Erst ein einziges gelang bisher – viele bezweifeln, dass es ausgerechnet gegen Rapid besser werden sollte. Das Spiel wird hoffentlich alle offenen Fragen beantworten.
Nach dem torlosen Remis vergangene Woche gegen die Tiroler herrschte im internen Bereich der Salzburger Mannschaft wieder schlechte Stimmung, Erfolg in Wien könnte diesen Zustand wieder vergessen machen. Trainer Peter Assion muss auf Kapitän Heiko Lässig verzichten, der Deutsche muss wegen einer Muskelverhärtung das Spiel von der Ersatzbank aus beobachten. Dafür kehrt Paul Scharner zurück in die Anfangsformation.
Alle Turbulenzen in der Mannschaft und auch die fehlenden Siege der Austria sind für die Fans der Salzburger offenbar noch immer kein Grund, auf den Stadionbesuch zu verzichten. Auch auswärts nicht. Geschätzte 350 Leute fanden sich im Auswärtssektor von „St. Hanappi“ ein. Nach dem Westderby freuten sich diese auf einen weiteren „Kracher“. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass die Duelle zwischen Rapid und Salzburg immer sehenswert sind – wenn nicht vom Spiel her, dann eben ob der Stimmung von den Fankurven. In diesem Bereich wurden auch tatsächlich wieder einmal alle Erwartungen erfüllt. Der Auswärtssektor präsentierte sich von seiner allerbesten Seite, die Salzburgfans legten sich mächtig ins Zeug für ihre Austria. Zu Spielbeginn konnte sich eine violett-weiß-rote Fähnchen-Choreographie absolut sehen lassen, auch akustisch waren es 90 heiße Minuten im Sektor der Salzburgfans. Auch die Rapidfans präsentierten eine Fähnchen-Choreographie, natürlich in deren Klubfarben und garniert mit einem Transparent „Auf geht’s Rapid kämpfen und siegen“. Es gab dann auch ein ganz besonderes Highlight, als unser Vorsänger die Salzburger Fans zum Mitmachen bei einer ganz raffinierten Aktion appellierte: Nach den Schals wollte er auch die T-Shirts der Leute in der Luft herumwehen sehen. Mit den Worten „jetzt probieren wir was Neues, es wäre super wenn alle mitmachen würden – es ist was einzigartiges“ konnte er ziemlich viele dazu motivieren, die Oberkörper zu entblößen. Diese Aktion heizte die Stimmung unter den Salzburgern (und unter den Salzburgfans aus Wien, Udine und anderswo) noch zusätzlich an. Zu Beginn der 2. Halbzeit legte der „Block West“ eine sehenswerte Bengalen-Show hin, wiederum garniert mit einem Transparent „Wir machen euch Feuer unterm Hintern“. Die Salzburgfans bereiteten unterdessen noch eine Bänderchoreographie vor. Als der Rauch von den Bengalen auf der Westtribüne dann verschwunden war, präsentierten die Salzburger dann die Bänderchoreographie – Teil 1. Das alte Festungslogo der Austria wurde hierbei weiß auf violett präsentiert, gut gelungen diese Einlage. Teil 2 der Bänderchoreographien folgte erst in der Schlussphase des Spiels. Es wurde noch in violett auf weiß das Logo vom Wiener Fanklub der Salzburger Austria – „Viennola“ – präsentiert. Auch diese Aktion – verfeinert mit einem Spruchband „In Wien geboren, für Salzburg erkoren“ – ist gut gelungen. Auch die Fähnchen-Choreographie von Spielbeginn wurde mehrmals wiederholt, akustisch riss die Stimmung nie ab und es machten fast alle im Gästesektor immer brav mit. Somit kann der Salzburger Anhang wirklich stolz sein, auf einen großartigen Auswärtsauftritt. Auch die „Grünen“ machten super Stimmung, untermalt von Spruchbändern und Bengalen. Das Highlight der Fanszene in Österreich blieb auch diesmal keine Dinge schuldig.
Nun aber zum Geschehen auf dem Spielfeld: Rapid war natürlich der große Favorit, vor den 12.400 Zuschauern im eigenen Stadion spielen zu können macht bei den Wienern immer einen großen Heimvorteil aus. Die „Grünen“ präsentierten sich zwar sehr bemüht, gelungene Aktionen und Torchancen waren aber Mangelware. Die Abwehr von Austria Salzburg stand bestens organisiert und hatte das Angriffsspiel der Hütteldorfer stets unter Kontrolle. Beim Herausspielen von eigenen Chancen tat sich die Austria aber auch diesmal sehr schwer, offensiv gelang erneut nichts nennenswertes. Bei einem Auswärtsspiel als klarer Underdog ist das aber nicht das große Problem. Es war trotzdem schön anzusehen, wie sich die Offensivabteilung von Rapid die Zähne an unserer bestens formierten Defensive ausgebissen hat. Das gefürchtete tschechische Stürmerduo mit Marek Kincl und Tomas Dosek blieb völlig blass gegen Jank & Co. Kurz vor Spielende folgte dann noch ein echter Aufreger: Nach einem Dutzendfoul machte Schiedsrichter Falb mit einer etwas überzogenen Entscheidung auf sich aufmerksam, zeigte Maynor Suazo die gelb-rote Karte. Dann kam es zu Tumulten, Kai Schoppitsch schupste einen Rapidler weg und sah prompt Rot. Zu allem Überdruss ließ der Referee dann noch satte 5 Minuten nachspielen. Es wäre nur zu typisch gewesen, hätten wir uns in dieser Zeit noch den Gegentreffer eingefangen. Doch es kam anders: Zu Beginn der Nachspielzeit kamen die Wiener kaum aus ihrer eigenen Hälfte heraus, Salzburg hätte mit sehr viel Glück sogar den Siegestreffer machen können. Erst gegen Ende der Nachspielzeit kam Rapid noch zu einer wirklich guten Möglichkeit. Es blieb dann beim 0:0, einem gerechten Resultat. Salzburg hat sich den Punkt mehr als verdient, ein Sieg wäre aber doch etwas zu viel des Guten gewesen. Die Spieler zeigten sich nach dem Spiel sympathisch, sie kamen vor den Auswärtssektor, applaudierten für unseren großartigen Support und setzten auch zur Welle an.
Nach dem Spiel mussten wir wieder fast eine Stunde warten, ehe uns der Sektor geöffnet wurde. Die per Sonderzug angereisten Salzburgfans wurden gleich in einige Straßenbahnwaggons „verfrachtet“, sie wurden dann zum Westbahnhof gebracht. Das Konfliktpotential der beiden verfeindeten Fanlager war nach dem Spiel zwar unübersehbar, es blieb ob des enormen Sicherheitsaufgebotes aber wieder einmal alles recht ruhig.
4 Runden sind nun gespielt in der neuen Saison, Salzburg hat durch 3 Unentschieden 3 Punkte am Konto. Ein Sieg von Austria Salzburg wird immer mehr fällig, gegen die Schießbude der Liga in den ersten Runden, SW Bregenz, sollte dies in einer Woche beim Heimspiel in Salzburg durchaus möglich sein. Bis dahin muss unsere Offensive aber an Gefährlichkeit noch etwas zulegen. Auf jeden Fall sollte jetzt wieder etwas mehr Ruhe einkehren im Lager von Austria Salzburg.

Oben die wunderschöne Fähnchen-Choreographie der Salzburgfans, unten die tolle Bengalen-Show des Block West.


1, 2, 3 - Oberkörper frei! Diese "einzigartige, neue" Aktion sorgte für gute Laune.

Über das 0:0 konnte sich am Ende nur die Austria freuen! Da setzte man gleich zur Welle an.

Dieser Trottel schaut doch wirklich dort hin, wo das Mädl hinzeigt *tztz* ;-)
31. Juli 2003: Austria Salzburg - Wacker Tirol 0:0
Nicht nur dem Tiroler Volk ist es recht, dass Wacker wieder in Österreichs höchster Fußball-Spielklasse vertreten ist, auch wir Salzburger sehen die Rückkehr dieses Klubs positiv. Der Umstand, dass die Innsbrucker nach dem Konkurs vor zwei Jahren und der Neugründung des Traditionsklubs über Regionalliga West und der 2. Liga den Durchmarsch in die 1. Liga geschafft hat, beschert Austria Salzburg in Zukunft wieder Westderbys. Damit sind wieder einige hochbrisante und leidenschaftliche Spiele mit so ziemlich allem drum und dran vorprogrammiert.
In der ersten Auflage dieses Klassikers in der „Westderby-Neuzeit“ geht es für unsere Salzburger Austria vor den eigenen Fans neben einer gehörigen Portion an Prestige vor allem auch um den so wichtigen ersten Saisonsieg. Nach durchaus ansprechenden Leistungen gegen Pasching und den GAK wäre auch die erste 3-Punkte-Ausbeute in der noch jungen Saison schön langsam fällig. Die neue Tiroler Mannschaft müsste wohl zu bezwingen sein, das Schwierige für Salzburg ist natürlich, dass man die Mannschaft um Trainer Helmut Kraft in ihren Stärken und Schwächen nicht so recht einschätzen kann.
Das Westderby ist natürlich auch deshalb so interessant, weil es eines der leider viel zu wenigen Highlights der Fanszene in Österreich ist. Die verhassten Fanlager möglichst weit auseinander zu halten war an diesem Tag die Aufgabe von insgesamt 265 Exekutivbeamten. Die zahlreichen Mannen haben ihren Auftrag diesmal erfüllt, es blieb alles ruhig in Salzburg. Eher ein Wunder als eine Selbstverständlichkeit bei einem Westderby in Salzburg. Dafür legten sich die Fanblocks im Stadion mit allen Mitteln ins Zeug, um diesem Spiel den Rahmen zu verleihen, der ihm gebührt. Besonders bemerkenswert ist der starke Auftritt einer motivierten „Curva Sud“. Die Fanklubs der Austria bereiteten gemeinsam eine wunderschöne Choreographie vor. Zunächst wurde die gesamte Südtribüne mit drei Überziehfahnen verziert. Links war dabei das Symbol der „Tough Guys“ zu sehen, rechts jenes der „Ultras“ und in der Mitte wurde die Hierarchie zwischen den Fans von Salzburg und Innsbruck verdeutlicht. Kaum waren die Überziehfahnen wieder weg, folgte eine sinnbildliche Doppelhalter-Parade mit grünen und schwarzen Hasen drauf. Darunter gab’s noch Spruchbänder: „Verfluchte Karnickel“ sowie „Zurück in der realen Welt – ihr Hasen!“. Den Innsbruckern wurde ihr Stellenwert also nur allzu deutlich vor Augen geführt. So ganz nebenbei kam natürlich auch noch etwas Feuer und Rauch dazu, ein ganz toller Auftritt der Südtribüne – auch akustisch dann während der 90 Minuten. Diesen Level an Stimmung konnten die Tiroler diesmal nicht erreichen. Mit etwa 1000 Leuten waren die Innsbrucker zwar ziemlich zahlreich vertreten, allzu oft konnte man sie akustisch jedoch nicht vernehmen. Zu Spielbeginn feuerten unsere Feinde einige Feuerwerkskörper aufs Spielfeld. Sonst fiel der Auswärtssektor noch am ehesten durch ein peinliches Spruchband auf: „Nie mehr Faschismus, nie mehr UU99 & Tough Guys“. An den Auswärtsauftritt von Rapid im Mai kamen die Innsbrucker jedenfalls nicht heran – quantitativ nicht, qualitativ ohnehin nicht.
Der Besuch insgesamt im Stadion war doch ziemlich enttäuschend. Entgegen einiger optimistischer Prognosen kamen nur gut 11.000 Zuschauer. Ob alleine die unglückliche Niederlage vor einer Woche beim GAK der Grund dafür ist? Es ist schon möglich, dass sich einige Leute von diversen kritischen Zeitungsberichten bezüglich möglichen Schlägereien der Fans, beeinflussen lassen haben und sich so gegen einen Stadionbesuch entschieden haben. Sollte das wirklich der Hauptgrund für den nicht so zahlreichen Besuch sein, dann wäre das wirklich traurig. Mal abgesehen von der tollen Stimmung bei wunderschönem Abendwetter in Salzburg bei diesem Westderby, verpassten die Daheimgebliebenen aber leider nicht besonders viel. Das Spiel selbst war geprägt von vielen Fouls, Spielzüge verendeten spätestens an der Strafraumgrenze. Immerhin hatte die Partie aber die typischen Attribute eines Westderbys: Leidenschaft, Emotion, Kampf, Einsatz, Wille, Härte und Brisanz waren durchaus gegeben. Es war also nichts für Feinschmecker, aber es war ein Spiel für harte Jungs, die eben genannte Attribute sehen wollen. Die Mannschaft der Tiroler präsentierte sich in der 1. Halbzeit ganz schwach, brachte nach vorne gar nichts und auch in der Abwehr wirkten sie nicht sicher. Salzburg spielte zwar bis 20 Meter vor dem gegnerischen Tor ganz gefällig, dann fehlte aber das Durchsetzungsvermögen. Die größte Möglichkeit fand Winklhofer vor, sein guter Schuss ging aber knapp am Tor vorbei. So blieb es zur Pause beim 0:0. Nach der Pause ging es in der gleichen Tonart weiter, Tirol blieb zunächst harmlos. Salzburg brachte offensiv weiter nichts zustande. Irgendwie wäre es jetzt typisch gewesen, hätten die Innsbrucker die Führung gemacht. Zum Glück ging die einzige echte Top-Chance der Tiroler von Koejoe kurz vor Schluss aber nur an die Stange. So blieb es beim 0:0. Salzburg hätte das Spiel zwar auch verlieren können, unterm Strich kann man mit dem Remis aber überhaupt nicht zufrieden sein. Es macht wirklich nicht Mut, unserer Offensive zuzusehen. Dennoch sollte man jetzt nicht die Nerven wegwerfen. Wenn wir unseren Spielern etwas Zeit geben, kann sich unser größtes Problem – die Offensivschwäche – legen.
Vielleicht geht ja schon in einer Woche beim nächsten „Kracher“, dem Auswärtsspiel bei Rapid Wien, einem unserer Stürmer mit einem Tor ein Licht auf. Ein kleines Erfolgserlebnis könnte unseren Stürmern neues Selbstvertrauen bringen. Voraussetzung dabei ist natürlich absolute Kampfbereitschaft. Diese bringt die Austria momentan zu 100 Prozent auf den Platz, so können wir Fans uns mit der Austria identifizieren. Der erste Sieg ist also fällig, wir hoffen eben weiter.

15. Juli 2004: Austria Salzburg - Pasching 1:1 (0:1) - Tore: Ibertsberger?/Friedl? (73.); Mayrleb (18.)
Mittwoch, 14. Juli 2004, 19:30 Uhr. Auf diesen Termin freuten sich in den letzten Wochen die Fußballfans in ganz Österreich. Die Bundesliga geht nach der Sommerpause in die neue Saison 2004/05.
Die Auslosung bescherte Salzburg für der erste Runde in der neuen Spielzeit zwar kein Auswärtsspiel, aber im eigenen Stadion bekommt man es mit einem ganz unangenehmen Gegner zu tun. Pasching gastiert zum Auftakt in der Mozartstadt. Die Oberösterreicher – im Vorfeld als heißer Geheimtipp für den Meistertitel gehandelt – haben im Sommer ihren einstigen Top-Torjäger Edi Glieder von Schalke 04 zurückgeholt. Weitere Zugänge der Paschinger, allen voran Thomas Flögel, dürften wohl auch echte Verstärkungen für den Kader von Trainer Georg Zellhofer sein. Wie unangenehm dieser Gegner für Austria Salzburg ist, kann man allein schon der Tatsache entnehmen, dass in allen 4 Duellen der vergangenen Saison die Paschinger als Sieger vom Platz gingen. Oft verhilft den Salzburgern zu Hause gegen so schwierige Gegner auch die Südtribüne durch ihre feurige Euphorie zu tollen Leistungen. Jedoch sind die Oberösterreicher absolut keine Mannschaft, wo die Fans leicht aufzumuntern sind um Austria Salzburg ganz besonders anzufeuern. Ein schwieriges Auftaktspiel steht Austria Salzburg also auf jeden Fall ins Haus – in jeder Hinsicht.
Die Saisonvorbereitung der Violetten lief nach Wunsch, Peter Assion kann zu Beginn der Meisterschaft weitestgehend aus dem Vollen schöpfen. Besonders erfreulich ist, dass bei der Austria offenbar ein Umdenken stattgefunden hat. Ab sofort wird wieder auf junge Salzburger Talente zurückgegriffen, die auch bereit sind, alles für den Verein zu geben. Diesen Weg zu gehen wird keine einfache Aufgabe sein, aber wir sind doch alle optimistisch, dass sich das am Ende bezahlt machen wird. Einen ersten dazu passenden kleinen Erfolg gibt’s auch schon zu vermelden: „Stiegl“ sponsert die Austria wieder in der alten, großzügigen Form. Hauptbeweggrund für die erfolgreiche Brauerei zu diesem Schritt war eben dieser neue Weg der Salzburger Austria. Man hat vor allem auch das Gefühl, dass sich pünktlich zu Beginn der neuen Saison auch die Fans wieder viel mehr mit der Mannschaft identifizieren können als zuletzt.
Damit gleich zum Spiel: 9.000 Zuschauer waren gekommen, die meisten von ihnen wollten natürlich einen Erfolg der Salzburger sehen. Die Südtribüne zeigte das mit einem schönen Spruchband zu Beginn des Spiels auf dem das Motto der neuen Saison geschrieben stand: „Sommerpause beendet – Gemeinsam zum Erfolg“. Sehr zahlreich war aber auch das Publikum aus Pasching vertreten. Etwa 350 dürften es schon gewesen sein im Auswärtssektor. Die „Curva Sud“ vermutete zwar einige Innsbrucker unter den Paschingern (es wurde auch lautstark „Innsbrucker Arschlöcher“ und „Scheiß Tirol“ skandiert), es ist aber eher anzunehmen, dass sich einfach der Oberösterreichische Auswärts-Support sehr verbessert hat. Schon im April konnte man sehen, dass auch Pasching durchaus einige Leute dazu mobilisieren kann, auswärts für Stimmung zu sorgen. Als Schiedsrichter Meßner dann pünktlich um 19:30 Uhr das Spiel anpfiff, merkte man bald, warum Pasching als Titelanwärter gehandelt wird. Salzburg kam anfangs praktisch nicht ins Spiel, die Violetten wurden in die eigene Hälfte zurückgedrängt. Die Elf um Trainer Zellhofer war in allen Belangen überlegen – und das zu Beginn ohne Edi Glieder. So kam es, dass Austria Salzburg schon in der 18. Minute das erste Gegentor in der neuen Saison hinnehmen musste. Nachdem Ibertsberger auf der Linie nicht effizient klären konnte, sprang der Ball zu Mayrleb. Dieser hatte wenig Mühe, die Kugel noch ins Netz zu schießen – 0:1. Die anfangs durchschnittliche Stimmung auf der Südtribüne flaute nach diesem Tor zusehends ab. Pasching setzte zwar nach dieser Führung nicht vehement nach, gefährlich blieben sie aber trotzdem. Salzburg kam auch nach dem Gegentreffer nicht ins Spiel, es blieb beim Pausenstand von 0:1. Nach der Pause kamen die Salzburger dann endlich etwas auf Touren. Für den glücklosen Eder kam zur Pause Jürgen Friedl ins Spiel. Salzburg war zwar nicht drückend überlegen, immerhin kam man aber zu mehr Spielanteilen. In der 56. Minute hallte dann ein ziemlich unnötiges Pfeifkonzert durch das Stadion, als der schwache Schriebl ausgewechselt wurde. Einem ohnehin vom Selbstvertrauen her schon geknickten Spieler mit so einem Pfeifkonzert noch eine zusätzliche „Watsch’n“ zu versetzten, ist eigentlich eine Schande für das Publikum. Klar nervt es einem mit der Zeit ganz ordentlich, wenn ein Spieler einfach gar nichts zu Wege bringt – solch ein Pfeifkonzert rechtfertigt dieser Umstand allerdings nicht. Im Gegenzug wurde der eingewechselte junge Salzburger, Daniel Kastner, mit stürmischem Applaus bedacht. Später kam dann auch noch der von Pasching zurückgeholte Kai Schoppitsch bei den immer stärker werdenden Salzburgern ins Spiel. In der 73. Minute kam die Belohung für den starken Willen der jungen Salzburger Mannschaft. Andreas Ibertsberger brachte einen gefährlichen Flankenball in die Mitte, der vor Torhüter Schicklgruber auch noch aufsprang. Zum Torerfolg kam es, weil Jürgen Friedl noch zum Ball sprang (ob er ihn tatsächlich noch berührt hat wird wohl ein Rätsel bleiben) und dadurch dem Torhüter die Sicht verstellt war – der Ball sprang genau ins lange Eck. Wer von den beiden jetzt der Torschütze ist, darüber lässt sich streiten. Letztlich soll’s uns egal sein, das Tor ist gefallen – das ist wichtig. Die restlichen 20 Minuten boten noch eine spannende Schlussphase mit der einen oder anderen Möglichkeit hüben wie drüben. Passiert ist aber nichts Wesentliches mehr, es blieb beim 1:1.
Das kuriose Ausgleichstor rettete Salzburg also vor einer neuerlichen Auftaktniederlage. Es war wohl ein ganz wichtiger Treffer. Man kann es sich ja vorstellen, wie schnell so eine junge Mannschaft bei Erfolglosigkeit in den ersten Runden nervös werden kann – die vergangenen beiden Spielzeiten haben es uns nur allzu deutlich vor Augen geführt. Schon in einer Woche wartet die nächste schwierige Aufgabe für unsere Mannschaft. Salzburg muss nach Graz zu Meister GAK. Zuletzt setzte es ja am 1. Mai dort eine bittere 0:3-Niederlage, diesmal soll alles anderes werden. Das wichtigste Fazit aus dem Pasching-Spiel ist aber, dass die Mannschaft den Willen zum Erfolg offenbar hat und dass sich die Fans so auch gleich mit der jungen Mannschaft identifizieren können. Der Punkt zum Auftakt ist jedenfalls geschafft, damit kann man fürs Erste schon einmal durchaus zufrieden sein.


30. Juni 2004: 2 Wochen vor Beginn der neuen Bundesliga-Saison herrscht große Vorfreude unter den Fans
2 Wochen sind es "nur" noch, dann hat uns der heimische Bundesliga-Fußball wieder. Die Sommerpause wurde bzw. wird uns ja von der EM in Portugal, die wiklich - man kann das jetzt schon sagen - alle Versprechen halten konnte, versüßt. Vom Niveau dieser EM-Spiele können die Zuschauer im österreichischen Fußball nur träumen. Dennoch wird man der EM nicht lange Tränen nachweinen, haben wir doch dann unsere Bundesliga wieder. Diese Bundesliga hat ja immerhin auch etwas, das wir an der EM als neutrale Zuseher vermisst hatten: Die Bundesliga bietet Adrenalin pur und Pulsbereiche um die 180. Freuen wir uns darauf!
Was muss man vor Beginn der neuen Saison noch wissen? - Man muss wissen, dass im ORF kein Bundesliga-Fußball mehr zu sehen sein wird. Die Jungs vom Küniglberg müssen sich ab sofort mit Champions League und Länderspielen begnügen. Das heißt für den kleinen Fan in Österreich aber nicht, dass er im Fernsehen jetzt gar nichts mehr zu sehen bekommt von der Liga, ganz im Gegenteil: Er wird sich die Spiele ansehen können, bis die Augen zum Quadrat werden - wenn er das will. Premiere und ATVplus versprechen nur das Beste ("Der österreichische Profifußball katapultiert sich mit einem Schlag an die Weltspitze der TV-Sportberichterstattung", so Premiere-Chef Georg Kofler) und wollen die Fans mit einer besseren und viel ausführlicheren Berichterstattung verwöhnen. Auf Details dazu einzugehen erspar' ich mir an dieser Stelle, dazu gibt es ja die offiziellen Quellen (premiere.at und atvplus.at).
Wir Salzburgfans freuen uns in der neuen Saison auf eine jüngere und - hoffentlich - willigere und dynamischere Austria-Mannschaft als in der abgelaufenen Spielzeit. Ricardo Villar soll ersten Angaben zufolge "gar nicht so schlecht" sein, außerdem sind ab sofort wieder vermehrt junge Spieler im Kader der Austria (Öbster, Krimbacher, Kastner, Schoppitsch, Pöllhuber, Eisl, Friedl, ...) Die interessantesten Testspiel-Ergebnisse der letzten Tage: Salzburg - Sparta Prag 0:0, Salzburg - LASK 1:1.
Alles ist also bereit für die neue Bundesliga-Saison 2004/05! Los geht's am Mittwoch, den 14. Juli 2004 mit dem Heimspiel gegen Pasching. Auf ins Stadion!

Die Abschluss-Tabelle der Bundesliga - Saison 2003/04

20. Mai 2004: Austria Salzburg - Rapid Wien 2:0 (0:0) - Tore: Laessig?/Pichorner? (51.), Krimbacher (82.)
Austria Salzburg wird auch in der Saison 2004/05 in der höchsten Spielklasse Österreichs spielen. Das steht nach dem 2:2 in Bregenz jetzt endgültig fest. Auch die Zweifel um die Lizenzerteilung konnten in der Woche vor diesem Spiel aus dem Weg geräumt werden. Nur mit diesen Grundsteinen kann man in der letzten Runde ohne großen Druck in ein Spiel gehen. Oft hat ein Spiel ohne Druck auf die Mannschaft aber leider auch die unangenehme Nebenwirkung, dass die Spieler nicht das allerletzte ihres Könnens aus sich herauskratzen. Doch diesem Problem sollte man heute doch entweichen, ist doch der Gegner Rapid. Auch für die Wiener geht’s rein von der Tabellensituation gesehen um nichts mehr. So bedeutungslos kann ein Spiel gegen Rapid aber gar nicht sein, dass nicht jeder Spieler mit vollem Einsatz den Fans einen Sieg bescheren will. Es geht hier um eine Menge Prestige, welches Punkte in der Tabelle vergessen lässt. Außerdem will sich Salzburg für die 0:2-Niederlage vom März in Wien revanchieren. Auch die beiden Saisonduelle im Herbst gingen jeweils an Rapid. Aber heute könnte man vieles gut machen, nicht alle Tage kann man ohne Druck aufspielen, wenn 14.800 Zuseher im Stadion sind. Das wären schon einmal allerbeste Voraussetzungen für ein Fußballfest in der Mozartstadt. Das „i-Tüpfelchen“ an diesem Feiertag ist das Postkartenwetter in ganz Österreich. Blauer Himmel, angenehm warme Temperaturen, Fanherz was willst du mehr...?!
Vor dem Spiel wurden dann noch jene Spieler verabschiedet, die ab der kommenden Saison nicht mehr für Austria Salzburg spielen werden. Julio Cesar Suazo, Selim Teber, Mario Salgado, Ewald Brenner, Thomas „Icke“ Häßler und Roman Szewczyk wurde ein schöner Abschied gemacht. Besonders freundlich trennte man sich von Weltmeister „Icke“ Häßler, der uns in den wenigen Spielen, die er für uns bestritten hat, so viel Freude machen konnte. Am meisten ging uns allen aber der Abschied von Roman Szewczyk unter die Haut. Der so zuverlässige einstige Abwehrboss war wohl einer der besten Verteidiger, die je in Salzburg gespielt haben. 1997 wurde Salzburg mit ihm Meister. Diesen Mann werden wir wohl nie vergessen und oft vermissen. Die 2. Halbzeit in diesem Spiel war die letzte in der Karriere des Roman Szewczyk.
Austria Salzburg gegen Rapid Wien ist in Österreich auch das absolute Highlight der Fanszene. In einer Regelmäßigkeit, welche die Exekutive von Spiel zu Spiel ratloser macht, gibt’s hierbei auch gewisse Nebenerscheinungen der Stimmung. Böller, Raketen und Wurfgeschosse gehören bei diesen Duellen beinahe schon so selbstverständlich dazu wie das Amen im Gebet. Mag sein, dass diese Ausartungen der Fans einigen zu weit gehen. Irgendwie sollte man diese Nebenwirkungen jedoch in Kauf nehmen, denn gerade die Fans machen den Fußball zu diesem einzigartigen Sport, der uns allen so unter die Haut geht. 14.800 Zuschauer sind gekommen, um dieses Spiel zu sehen. Schon sehr erfreulich diese Begeisterung, obwohl es ja rein sportlich um nichts mehr geht. Die beiden Fan-Lager packten zu diesem Spiel wieder einmal alle Vorräte aus. Die Südtribüne präsentierte in der Mitte eine wunderschöne Überziehfahne, links und rechts davon violette Luftballons und davor ein Spruchband mit der Aufschrift „Unsere feurige Euphorie als Ansporn für eure zukünftige Leistung“. Dann wurde die Überziehfahne wieder heruntergenommen und es wurden sämtliche Doppelhalter präsentiert. Außerdem gab es dazu noch mächtig Rauch. Das alles machte eine sehr schöne Choreographie für dieses Spiel. Außerdem kamen noch weitere Spruchbänder: „Lieber rastlos als arbeitslos“ und „Zirkus statt Kurve wäre besser für eure Werfer mit dem Messer“. Die Stimmung während des Spiels war dann – mit Ausnahme einer schwachen Phase in der 1. Halbzeit – auch sehr gut. Zu Beginn der 2. Halbzeit wurden noch einige Bengalen gezündet. Besonders schön anzusehen war dabei, dass der Gästeblock diese Pyro-Einlage erwiderte, auch die „Grünen“ starteten mit einigen Bengalen in die zweite Halbzeit. Auch sonst waren die Rapidfans an diesem Tag wieder einmal eine Klasse für sich. Bei aller Rivalität muss man sich das einfach bei jedem Spiel gegen die Hütteldorfer eingestehen. Die Jungs aus der Hauptstadt kamen beeindruckend zahlreich nach Salzburg. Es waren wohl etwa 1200, die im Gästesektor alles unternommen haben, um Salzburg den Tag zu vermießen. Vor Spielbeginn dankten sie mittels Spruchband ihrem Stürmer René Wagner, der die Wiener im Sommer verlassen wird, für „alles“. Auch im Auswärtssektor wurden sämtliche Doppelhalter und Schals präsentiert, das sieht bei Rapid eben immer etwas imposanter aus, als bei anderen Klubs, die in Salzburg gastieren. Auch akustisch waren sie zu vernehmen. Die „Grünen“ hatten auch einiges an Rauch mit dabei. Bei Beginn der „Rapid-Viertelstunde“ nebelten die „Grünen“ ihren Sektor derart zu, dass die Überwachungskameras jene Leute, die daraufhin einige Raketen abgefeuert haben, wohl nicht entlarven können werden. Unmittelbar vor Spielende hatten die Sicherheitskräfte größte Mühe, die Wiener Fans in ihrem Sektor zu behalten. Beinahe wären da einige ausgebrochen. Kurz gesagt: Rapid hat einmal mehr gezeigt, wer hier im Stadion zu Gast ist. Ein absolutes Highlight der Fanszene, welches diesem – eigentlich bedeutungslosen – Spiel einen unglaublichen Rahmen verpasste.
Diesen Rahmen genossen in den 90 Minuten dann besonders viele junge Spieler. Die einen kamen notgedrungen zum Einsatz, weil bewährte Mannschaftsstützen fehlten, anderen wollten die Trainer einfach einmal die Chance geben, sich zu beweisen. Die beiden Torleute zum Beispiel hat man bisher noch nicht im Bundesliga-Einsatz gesehen, Pascal Grünwald stand im Tor von Austria Salzburg. Das Spiel war anfangs nicht gerade der Ober-Knüller, den hat man aber auch gar nicht erwartet. Was man sehen wollte waren Leidenschaft und der Wille zum Einsatz und zum Sieg. Diese Attribute zeigte die Austria auch. Einige Möglichkeiten nutzte Salzburg in der 1. Halbzeit nicht. Die stärkeren Salzburger hatten dann Sekunden vor dem Pausenpfiff sogar ganz großes Glück, als ein Schuss von Roman Wallner nur an die Innenstange prallte und von dort in die Hände von Torhüter Grünwald rollte. Nach Seitenwechsel war es dann bald soweit: Austria Salzburg konnte die Überlegenheit in die Führung verwerten, ob das Tor nun Pichorner oder Laessig gehören soll ist eigentlich egal. Pichorner flankte, Laessig hat den Ball mit dem Kopf wenn, dann höchstens minimal berührt. Entscheidend war, dass er den Rapid-Torhüter irritieren konnte und der Ball somit ins Tor sprang. 1:0 also in der 51. Minute. In den Minuten darauf wurden weitere Top-Chancen zum 2:0 ausgelassen. Dann ein ganz normaler Skandal: Die Rapidfans warfen einen Böller ins Spielfeld, der knapp neben Jürgen Friedl explodierte. Der junge Salzburger war scheinbar schockiert vom lauten Knall, das Spiel stand – wie sooft bei Salzburg vs. Rapid – vor dem Abbruch. Diese Aktion und die Rauch-Raketen-Attacke der „Grünen“ Fans zu Beginn der „Rapid-Viertelstunde“ kosteten auch einiges an Spielzeit. Als Heimo Pfeifenberger ausgetauscht wurde, kam ein ganz junger zu seinem Bundesliga-Debüt: Mario Krimbacher gilt als große Zukunftshoffnung der Salzburger. Kaum im Spiel gelang dem Youngster ein Traumtor, als er aus größerer Distanz einfach abzog. Der Ball ging über den Rapid-Keeper hinweg wuchtig ins Tor – 2:0 (82.). Damit war alles klar. Zu diesem Zeitpunk war Rapid numerisch unterlegen, Breitenfelder musste 2 Minuten davor mit Gelb-Rot vom Platz. Aufgrund der vielen Unterbrechungen in der 2. Halbzeit hätte der Schiedsrichter durchaus Grund genug gehabt für einiges an Nachspielzeit. Es kam allerdings ganz anders: Die Rapidfans wollten auf das Spielfeld stürmen, nur mit größter Mühe konnte der Supergau verhindert werden. Der Referee pfiff dann schon gut 3 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit ab (kein Spielabbruch) und die Spieler rannten so schnell wie möglich in die Kabinen. Die Leute von der Südtribüne stürmten dann auf das Spielfeld, an der Mittellinie hat sich eine unglaubliche Kette vom Polizisten positioniert. Diese verhinderten eine totale Eskalation der Lage. Mit einigen kleinen Gegenständen haben sich die Fans der beiden Teams dann zwar noch beworfen, dabei blieb es dann aber auch.
Außerhalb des Stadions ging es dann noch einige Zeit etwas hektischer zu als bei manch anderem Spiel, es passierte aber nichts Gröberes mehr. Es war das ganz große Fußballfest zum Saisonabschluss, dass wir uns alle erhofft hatten. Der Besuch im Stadion war sensationell, die Stimmung hervorragend und gewonnen wurde auch – optimal. Nach längerer Zeit ging übrigens auch wieder einmal die Welle mehrmals rund ums Stadion. Die Revanche für die Niederlage vom 20. März in Hütteldorf ist gelungen. Zwei Monate nach dem Auswärtsspiel in Wien waren heute die Rapidler so chancenlos, wie unsere Austria damals in der Bundeshauptstadt.
Jetzt ist Sommerpause bis 14. Juli. Hoffentlich können wir in der neuen Saison mit konstanteren Leistungen dem Abstiegskampf früh aus dem Weg gehen oder ihm gar nicht erst begegnen. Besonders schön wäre es natürlich, wenn das ganze mit jungen Salzburgern gelingen sollte. Jetzt beginnt also wieder die große Zeit des Hoffens.

Ein absolutes Highlight für die Fanszene war dieses Spiel - toll, wenn die Stimmung auf der Südtribüne vom Gästesektor erwidert wird. Spruchbänder, Choreographie, Bengalen, Rauch - dieses Spiel hatte alles!

Gut 3 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit pfiff der Schiedsrichter ab, um einen Spielabbruch zu verhindern. So konnte der Platz frühzeitig gestürmt werden, die Cops an der Mittellinie verhinderten die totale Eskalation.
Weitere Bilder findet ihr, wenn ihr die untenstehende URL in die Adresszeile kopiert. Für andere Bilder einfach die URL ausbessern (z.B.: ...bild9.JPG anstatt bild3.JPG). ACHTUNG: Der andere Teil der URL muss absolut gleich bleiben, also auch "JPG" am Ende der URL muss in Großbuchstaben bleiben! Insgesamt findet ihr vom Rapid-Match 16 Bilder (bild1.JPG bis bild16.JPG)!
http://pumplo.piranho.com/austriasalzburg/2004/as_rapid_040520/bild3.JPG
19. Mai 2004: Endlich: Neues Fernsehzeitalter für den Fußball in Österreich

Ein klares Votum gegen den ORF brachte die Präsidentenkonferenz der Bundesliga in Brunn am Gebirge. Die ORF-Bildschirme werden in Sachen Bundesliga in den nächsten Jahren schwarz bleiben. Und das ist auch gut so.
Premiere und ATVplus werden der Österreichschen Bundesliga in Zukunft einen tollen TV-Rahmen verpassen. Samstags überträgt Premiere 4 Spiele der 1. Bundesliga live und in Konferenzschaltung, am Abend garniert ATVplus den Samstag mit einer 90-minütigen Fußballshow. Am Sonntag beginnt das Top-Spiel der Runde voraussichtlich um 15:30 Uhr - es ist natürlich auch live in Premiere zu sehen. Schon am Freitagabend gibt's alle Spiele der 2. Liga ebenfalls live und in Konferenzschaltung. Dazu gibt es eine Wiederholungen, bis sich wirklich auch der letzte Trottel satt gesehen hat. Die Berichterstattung wird kompetenter, Graphiken eleganter - die Liga bekommt vom neuen Rechteinhaber in Sachen TV ein völlig neues, schöneres Mascherl umgebunden.
Freuen wir uns auf die nächsten - mindestens - 3 Spielzeiten. Ohne ORF.
15. Mai 2004: SW Bregenz - Austria Salzburg 2:2 (2:0) - Tore: Nzuzi (2); Richarlyson, Pfeifenberger
Ausgerechnet in Bregenz - wo man bisher so wenig erreichen konnte - hatte Austria Salzburg große Chance, schon mit einem Punkt den Klassenerhalt endgültig zu fixieren.
Es dauerte jedoch keine halbe Minute, bis dieses Unterfangen sich ungleich schwieriger anhörte. Nzuzi, der in dieser Saison noch kein einziges Tor erzielen konnte, traf in der 1. Minute. Das Spiel verlief dann recht ausgeglichen. In der 19. Minute kam dann schon die frühe Vorentscheidung: Wieder war es Nzuzi, der traf. 2:0 für Bregenz, wohl ein sicheres Polster für die Vorarlberger. Doch dann wurde Schepens ausgeschlossen. Salzburg konnte zunächst wenig Kapital daraus schlagen. Erst ein Tausendguldenschuss vom immer besser in Form kommenden Brasilianer Richarlyson brachte den Anschlusstreffer. Dann kam ein Happy End, welches uns wieder einmal zeigte, warum wir den Fußball so sehr lieben: In der 89. Minute traf Pfeifenberger zum 2:2-Ausgleich. Einer der unvergesslichen Elf von 1994 verhindert also den Absturz von Austria Salzburg. Vielleicht ist dieser Treffer ja der Wendepunkt einer bitteren Talfahrt. Oft schon haben solche kleine Erfolgserlebnisse den Grundstein für Glanzzeiten gelegt...
Auf jeden Fall kann man jetzt beruhigt und mit großen Erwartungen ins letzte Saisonspiel gehen. Der Gegner ist Rapid Wien, man sollte also keinen extra motivieren müssen - die Hütte wird wohl kochen.
Wir ham Austria Salzburg im Herzen!
8. Mai 2004: Austria Salzburg - Admira Wacker Mödling 2:1 (1:0) - Tore: Laessig, Schriebl; Iwan
Die Wochen im Bundesliga-Frühling vergehen, als wären es nur Tage und so ist die Bundesliga-Saison 2003/04 auch schon bald Geschichte. Dass dabei in der Endtabelle dieser Spielzeit nicht Austria Salzburg als Absteiger in die Annalen eingeht, gilt es für die Mannschaft in den letzten Runden für sich und den Verein zu kämpfen – um jeden Preis und mit allen Mitteln. Mit einem Sieg gegen die Niederösterreicher wäre Austria Salzburg einem Großteil der Abstiegssorgen vorzeitig entledigt. Dieser Sieg sollte auch durchaus im Bereich des Machbaren sein, die Admiraner sind seit Wochen tief in der Krise und die Rätsel um den Trainersessel in der Südstadt haben im Laufe des Frühjahrs auch Spuren an der Mannschaft hinterlassen. Aber oft ist es gerade gegen so angeschlagene Gegner sehr schwierig, besonders wenn man das Spiel machen muss. Dazu kommt auch noch der gewisse Druck, den diese kritische Tabellensituation eben mit sich bringt. Gelingt heute dieser wichtige Heimsieg nicht, so droht das große Zittern um die Existenz bis zum Ende.
Dafür, dass es soweit nicht kommt, sollen unsere Jungs heute sorgen. Die Motivation dazu müsste ohnehin gegeben sein, 6600 Fans unterstützen die Violetten zusätzlich. Immer noch eine beachtliche Zuseherzahl in Anbetracht des trostlosen 9. Tabellenplatzes und einer „grauen Maus“ als Gegner. Als solche präsentierten sich die Südstädter diesmal wieder in jeder Hinsicht: Im Sektor waren keine 10 Leute zu sichten und das neue Transparent der „Südstadt Fanatics“ war zwar ganz nett anzusehen, täuschte aber keineswegs über die nicht vorhandene Fanszene im Süden Wiens hinweg. Im Auswärtssektor sah man also fast nur grauen Beton im Spiel gegen die „graue Maus“. Allerdings war die Stimmung auf der Südtribüne auch nicht gerade vom Feinsten. Irgendwie hatte man das Gefühl, dass es diesmal ganz schön mühsam war, sich zum Mitsingen zu motivieren. Klar, der Gegner animiert nicht gerade zu überschwänglichem Enthusiasmus, aber doch würde bessere Stimmung auch bei so einem Spiel mehr Spaß machen.
Schiedsrichter war der Tiroler Plautz, der erstmals seit dem Heimspiel gegen Austria Wien im Dezember 2003 wieder mit der Leitung eines Spiels mit Beteiligung von Austria Salzburg betraut war. Damals gewann Austria Wien in Salzburg mit 1:0, der Siegestreffer wurde dabei wahrscheinlich gar nicht erzielt, lediglich das Schiedsrichter-Trio wollte einen Ball über der Torlinie gesehen haben. Trotzdem wurde Plautz das Stadion heute nicht zur Hölle gemacht, er blieb weitestgehend verschont von jeglichem Zorn der Fans. Das Spiel war auf sehr niedrigem Niveau. Austria Salzburg tat sich schwer im Spielaufbau, die Admira war zwar auch schwach, aber gar nicht so ungefährlich. In der 30. Minute wurden die einzuschlafen drohenden Anhänger plötzlich erweckt, als Laessig nach einer idealen Freistoß-Vorlage von Juliano zum 1:0 für Salzburg einköpfelte. Für kurze Zeit kam Stimmung auf der Südtribüne auf. Das Tor war allerdings nur ein kleiner Lichtblick in einer schwachen 1. Halbzeit. Die restlichen Minuten bis zur Pause passten sich wieder dem Niveau der ersten halben Stunde an – Pausenstand 1:0 für Austria Salzburg. In der Halbzeit war eine kleine Einlage von einer American-Football-Truppe am Programm. Nach Seitenwechsel spielten die Violetten in Richtung Südtribüne und wollten mit dem 2:0 alles klar machen. Gegen nur 10 Mann sollte das doch auch möglich sein – Ziervogel sah in der 68. Minute Gelb-Rot. In der 69. Minute war es dann auch schon soweit: Nach einem Fehler von Admira-Torhüter Wolfgang Knaller staubte Alexander Schriebl trocken ab. Die eingewechselten Pfeifenberger und Scharrer sorgten für viel Druck auf die Admira-Abwehr. Die sich ergebenden Chancen wurden leider – teils stümperhaft – vergeben. Gegen die dezimierten Niederösterreicher hätte man durchaus noch weitere Tore machen können. Als besonderer Lichtblick zeigte sich der dritte Spieler, der bei Austria Salzburg eingewechselt wurde: Jürgen Friedl konnte sich bei Trainer Peter Assion mit einer sehr starken Leistung für die Stammelf der nächsten Saison empfehlen. Viele gefährliche Bälle kamen über ihn zur Mitte. Dann wollte Plautz die Menge im Stadion spät aber doch offenbar doch noch gegen sich aufbringen, er ließ 5 Minuten Nachspielzeit anzeigen. Dem noch nicht genug setzte er diesen 5 Minuten noch gute 2 drauf. Er fand offenbar großen Gefallen an diesem mäßigen Gekicke. Dieser Umstand brachte der Admira sogar noch den unverhofften Anschlusstreffer zum 2:1 ein. Nachdem Arzberger den Ball nicht festhalten konnte, musste Iwan nur noch abstauben. Doch nach dem Anstoß pfiff Plautz dann gleich ab, einen Ausgleich wollte der Tiroler im schwarzen Leiberl dann doch nicht mehr riskieren. Mit diesem wichtigen Sieg kann uns der Klassenerhalt nur noch rechnerisch genommen werden. Trotzdem wäre es wunderbar, könnte Austria Salzburg auch in den noch ausstehenden 2 Partien punkten, Platz 6 wäre nämlich plötzlich in greifbarer Nähe. Sollte man nach 36 Runden tatsächlich am 6. Platz stehen, dann könnte man eine verkorkste Saison wenigstens in der Tabelle etwas besser vergessen lassen. In einer Woche ist unser Gegner auswärts Bregenz, am 20. Mai gibt’s zum Abschluss noch einen Leckerbissen: Das ewig brisante Duell gegen Rapid Wien in Salzburg.
Ein gelungenes Wochenende, jetzt richten sich unsere Blicke wieder nach oben. Freuen wir uns auf die nächste Saison, wenn wieder alles bei Null beginnt und uns 4 heiße Westderbys gegen Wacker Tirol erwarten. Die Innsbrucker fixierten am Freitag den Aufstieg in die 1. Liga. Möge uns das Abstiegsgespenst nicht wieder so nahe kommen wie in dieser Saison.

Endlich konnte wieder einmal zur Welle angesetzt werden.
1. Mai 2004: GAK - Austria Salzburg 3:0 (0:0) - Tore: Kollmann (70.), Dollinger (92.), Bazina (93.)
Als „Mission impossible“ wurde die Reise der Salzburger Austria zum GAK von den Medien bezeichnet. Nicht zu unrecht, wenn man die letzten Auswärtsspiele der Salzburger sowie die aktuelle Top-Form beim GAK als Maßstab heranzieht. Die „Roten Teufel“ aus Graz sind drauf und dran, den ersten Meistertitel in ihrer über 100-jährigen Vereinsgeschichte zu holen, Austria Salzburg hingegen muss in den letzten Runden alle Kräfte mobilisieren, um in der Liga zu bleiben. Dazu kommt noch, dass Salzburg-Schreck Roland Kollmann vor einer Woche beim Schlager in Wien gegen die Austria seine Torsperre gebrochen hat und offenbar rechtzeitig fürs Salzburg-Match wieder seinen Torriecher gefunden hat. Am Papier hat der GAK also bereits gewonnen, in der Realität beginnt aber nach wie vor jedes Spiel bei 0:0 – das macht Mut.
Mit etwa 200 Leuten war der Gästesektor einigermaßen ansprechend gefüllt. Die Stimmung war gut, hätte aber auch durchaus noch besser sein können. Insgesamt waren immerhin 11.700 Zuschauer im Stadion, nicht alltäglich beim GAK. Die Tabellenführung hat aber jetzt offenbar doch einige motiviert, ins Stadion zu kommen. Jeweils zu Beginn der Halbzeiten wurden von den Grazern auf allen Tribünen kleine Plastikfähnchen geschwungen, die vor dem Spiel auf alle Sitzplätze im Stadion verteilt wurden. Untermalt wurde diese Fähnchen-Schwingerei von der klassischen Musik des „Gefangenenchors“. Man kann von solchen vereins-subventionierten Notmaßnahmen zur Stimmungsmache ja halten, was man will. Fakt ist, dass diese Aktion abgeschaut und nachgeahmt ist (Holland). Von den „Fans“ wurde nur zu Spielbeginn ein Spruchband an die Mannschaft („Wir glauben an euch“) präsentiert, that’s it. Akustisch waren sie bei 0:0 so gut wie gar nicht zu vernehmen. Als der GAK das Spiel dann an sich reißen konnte, kochte die Hütte dann plötzlich. Man konnte dann richtig sehen, wie leicht es wäre, gute Stimmung ins Grazer Stadion zu bringen und wie schwer sich die GAK’ler dabei trotzdem tun. Vereinfacht kann man sagen, dass der GAK nur eine „Sing-when-you’re-winning-Stimmung“ an den Tag legte – als Tabellenführer.
Um 15:30 Uhr begann dann für Austria Salzburg die vermeintliche „Mission impossible“. Doch schon bald stellte sich heraus, dass heute durchaus was zu holen wäre. Der GAK wollte zwar offensiv spielen, fand aber nicht so leicht wie erwartet zu seinen Chancen. Salzburg präsentierte sich offensiver als erwartet, spielte auch in der gegnerischen Hälfte des Spielfelds gefällig. Erst im Strafraum endete spielerisches Können der Gäste. Das gute Zusammenspiel unserer Mannschaft brachte auch einige – teils hochkarätige – Torchancen. Die größte in der 1. Halbzeit vergab zunächst Scharner, als er sich im Strafraum nicht sofort zum Schuss entschließen konnte und auf Salgado ablegte. Dessen Schuss ging zwar scharf in Richtung GAK-Tor, der starke Schranz im Tor der Grazer konnte aber parieren. Weil diese und einige andere gute Möglichkeiten der Salzburger ausgelassen wurden, blieb es zur Pause beim 0:0. Für den GAK zählte zwar nur ein Sieg, mit dem 0:0 zur Pause mussten die Steirer aber fürs erste zufrieden sein. Auch nach Seitenwechsel spielte die Austria guten Fußball, Salzburg war dem GAK auch über weite Strecken der 2. Halbzeit mindestens ebenbürtig. Die eine oder andere Torchance fand man auch in den zweiten 45 Minuten noch vor. Der GAK war selten gefährlich, in der 70. Minute kam dann aber die Ernüchterung. Ausgerechnet der gefürchtete Roland Kollmann, der vor einer Woche wieder zu seinem Tor-Instinkt zurückgefunden hat, köpfelte zur GAK-Führung ein. Austria Salzburg kämpfte daraufhin weiter, gab sich nicht geschlagen. Mit dem Angriffsaufbau klappte es nach dem Gegentor aber nicht mehr so gut wie zuvor. In der 92. Minute machte der GAK mit dem Highlight dieses Spiels alles klar: Der junge Dollinger (war auch schon bei Salzburg im Gespräch) überspielte auf engstem Raum gleich mehrere Salzburger und schlenzte den Ball dann gefühlvoll ins lange Eck zu seinem ersten Bundesliga-Treffer. Ein wunderschönes Tor, das muss man sich eingestehen – auch wenn man Salzburgfan ist. Eine Minute darauf war dann noch Bazina knapp schneller am Ball als unser Torhüter Arzberger, er spitzelte das Leder am Keeper vorbei und schon rollte es ins Tor zum 3:0. Gleich darauf kam der Schlusspfiff von Schiedsrichter Drabek. Das Ergebnis täuscht über den Spielverlauf hinweg. Trotz des guten Spiels der Salzburger ist der GAK-Sieg nicht ganz unverdient, wenngleich zu hoch. Salzburg hätte sich einen Punkt redlich verdient, es wollte einfach nicht sein. Aber so kannst du auch mal verlieren. Wenn man eine Mannschaft so kämpfen sieht wie in diesem Spiel, dann ist man auch bei einer 0:3-Niederlage stolz, Fan dieser Mannschaft zu sein.
Nach dem Spiel blieb es wie erwartet ruhig im und ums Stadion, mangelnde Polizei-Präsenz kann man den Grazern nicht unterstellen. Im Bus Richtung Bahnhof gab es hausgemachte Aufregung unter den Salzburgfans als Fahrgästen, welche die Fahrt zum Hauptbahnhof zu einem wahren Endlos-Trip prolongierte. Details erspar ich mir an dieser Stelle. Der Zug um 18:42 Uhr wurde nicht einmal annähernd erreicht, jener mit der Planabfahrt 19:26 Uhr gerade noch.
Mit einer ähnlich starken Leistung in einer Woche beim Heimspiel gegen die Admira sollte doch ein Sieg zu holen sein. In der Tabelle ist die Austria jetzt wieder Vorletzter, mit einem Spiel mehr als Schlusslicht Kärnten hat man 5 Punkte Vorsprung auf die Klagenfurter. Drei Runden lang gilt es jetzt noch, so zu kämpfen wie in Graz, um den Klassenerhalt sicherzustellen. So schaffen wir es.

Leider klappte es am Staatsfeiertag nicht mit Punkten in Graz, die gute Leistung lässt aber hoffen.
Weitere Bilder vom Auswärtsspiel in Graz:
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24. April 2004: Austria Salzburg - Pasching 1:2 (0:1) - Tore: Schriebl (87.); Mayrleb (11., 48.)
Dem Abstieg so schnell wie möglich weit aus dem Wege gehen, so heißt die Divise der Salzburger Austria in diesem Frühjahr. Wichtige Heimsiege wurden dazu bereits eingefahren, man hat aber auch unnötig bereits viele wichtige Punkte im Kampf um den Abstieg verschenkt. Gegen Pasching Punkte gegen den drohenden Abstieg zu holen, dürfte wohl kein leichtes Unterfangen werden. Immerhin sind die Oberösterreicher drauf und dran, einen internationalen Startplatz zu erreichen. Außerdem täuscht der provinzialische Vereinsname samt Sponsoren-Part gehörig über die Qualität dieser Truppe hinweg. Eine harmonierende Mannschaft gespickt mit Nationalspielern ist also zu Gast im Salzburger Stadion.
Begleitet wurde diese Mannschaft von etwa 300 Fans, die den Gästesektor doch in etwa gleich gut füllten als die Grazer vor einer Woche. Grün-schwarze Fahnen und der ein oder andere Doppelhalter machten dazu ein recht ordentliches Bild. Insgesamt waren es 7500 Zuschauer im Stadion. Die Südtribüne machte anfangs tolle Stimmung, die später wegen einiger Aufreger am Feld in ein gellendes Pfeiffkonzert ausartete. In der zweiten Halbzeit war dann aber leider „tote Hose“ auf der Südtribüne, erst in den letzten Minuten kam noch ein Hauch von Stimmung unter die schläfrige Masse auf der Fantribüne.
Das Spiel hatte kaum begonnen, schon stockte dem Großteil der Besucher im Stadion gleich einmal kräftig der Atem: Ein schwierig zu berechnender Kiesenebner-Schuss ging an die Querlatte, den Abpraller setzte Mayrleb an die Stange. Schon in der 3. Minute konnte man also einmal tief durchatmen. Pasching war spielerisch einfach um einige Klassen besser als Salzburg. In der 11. Minute wurde Mayrleb schön freigespielt, der musste nur noch einige Schritte laufen und schon konnte er völlig unbedrängt den Ball an Torhüter Arzberger hinweg ins Tor schießen – 0:1. Dann die 25. Minute: Schiedsrichter Steiner sieht eine rüde Attacke von Pichorner an einen Paschinger, der Salzburger ging nur auf das Bein vom Gegenspieler los. Dafür gab es zurecht Rot für Pichorner. Die Zuschauer waren natürlich trotzdem entzürnt und von dieser Aktion an war der Schiedsrichter im Kreuzfeuer der aufgebrachten Salzburger Anhänger. Einige weitere Entscheidungen von Schiedsrichter Steiner waren eher fraglich, im Zweifel entschied er durchwegs für die Oberösterreicher. Peter Assion war empört über so manche Entscheidung des „Unparteiischen“, auch Sekretär Rudi Mirtl war mit all seiner Empörung ziemlich oft an der Seitenlinie zu sehen. Assion wurde dann sogar hinter die Werbebande auf den Tribünenbereich verbannt. Beim Stand von 0:1 gab es sogar „Standing Ovations“ für die Austria, an denen sich mehr Leute als erwartet von ihren Sitzen erhoben hatten. Die Kampfbereitschaft von Austria Salzburg war in der 1. Halbzeit nicht zu übersehen, das haben offenbar die meisten Fans auch erkannt. Einige Leute von der Südtribüne begaben sich kurz vor Abpfiff der 1. Halbzeit (4 Minuten Nachspielzeit, auch nicht alltäglich für eine 1. Halbzeit) auf „Völkerwanderung“ in Richtung Haupttribüne, wo der Schiedsrichter zur Kabine gehen sollte. Das Schiedsrichter-Trio benötigte dann Polizeischutz beim Gang in die Katakomben des Stadions zur Pause. Nach Seitenwechsel dauerte es nicht lange, bis dieses Spiel endgültig entschieden war. In der 48. Minute kam eine Hereingabe von Wisio, die Mayrleb routiniert mit aller Raffinesse per Außenrist an Arzberger vorbei ins Tor beförderte. Dann nahm es Pasching ziemlich locker, war vor dem Tor nicht mehr mit der letzten Entschlossenheit am Werk und vergab dadurch gute Möglichkeiten auf das 0:3 und somit einen Kantersieg auswärts in Salzburg. Die Abwehr der Salzburger war sehr lückenhaft, trotz numerischer Unterlegenheit hätte man Pasching nicht zu einem Schützenfest einladen sollen. Zum Glück folgten die Oberösterreicher dieser Einladung an diesem Nachmittag nicht. Ein Tor von Salzburg wurde dann noch aberkannt, weil Pasching-Keeper Schicklgruber der Ball angeblich aus der Hand geschlagen wurde – auch eine umstrittene Entscheidung, die aber keine allzu große Aufregung mehr verursachte, weil die Stimmung mittlerweile zum Erliegen gekommen war. In der 87. Minute kam dann doch noch, womit keiner mehr gerechnet hätte: Schriebl gewinnt ein Luft-Duell gegen den nicht mehr ganz fitten Torhüter Schicklgruber und der Ball landet im Tor zum Anschlusstreffer – nur noch 1:2. Das Tor kam allerdings zu spät, Salzburg hatte im Finish keine Mittel mehr, den Ausgleich zu erzielen. Es blieb beim Auswärtssieg für Pasching, die – so hatte man das Gefühl – im Spaziergang zu 3 Punkten gegen Salzburg gekommen sind. Der Knackpunkt in diesem Spiel war natürlich der Ausschluss von Pichorner, dem die Nerven einfach durchgegangen sind. Der gesperrte Kapitän Laessig sowie Häßler, der wegen Verletzung nicht spielen konnte, fehlten heute einfach an allen Ecken und Enden.
Da Kärnten auch verloren hat, braucht man sich keine akuten Abstiegssorgen machen. Nächste Woche kommt es allerdings auswärts beim GAK knüppeldick. Da muss schon eine gehörige Leistungssteigerung und mehr Leidenschaft her, um zumindest einen Punkt aus Graz beim Titelanwärter zu entführen. Die Fans werden die Austria sicher zahlreich nach Graz begleiten, hoffentlich kann man dann endlich einmal in Feierstimmung die Heimreise nach einem Auswärtsspiel antreten.

Passend zur momentanen Lage der Austria: Dunkle Wolken brechen über den Salzburger Horizont herein.
Weitere Bilder: http://pumplo.piranho.com/austriasalzburg/2004/as_pasching_040424/bild1.JPG, http://pumplo.piranho.com/austriasalzburg/2004/as_pasching_040424/bild2.JPG, http://pumplo.piranho.com/austriasalzburg/2004/as_pasching_040424/bild5.JPG, http://pumplo.piranho.com/austriasalzburg/2004/as_pasching_040424/bild6.JPG, http://pumplo.piranho.com/austriasalzburg/2004/as_pasching_040424/bild9.JPG, http://pumplo.piranho.com/austriasalzburg/2004/as_pasching_040424/bild10.JPG
17. April 2004: Austria Salzburg - Sturm Graz 0:0
Die besten Bilder vom Heimspiel gegen Sturm Graz gibt's bei untenstehender URL! Zum Betrachten der Bilder einfach die Bild-Nummerierung am Ende der URL ändern (zB bild7.JPG)! ACHTUNG: "JPG" muss dabei in Großbuchstaben belassen werden! (25 Bilder)
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Mitten in der Frühjahrssaison vergeht jetzt kaum eine Woche ohne ein ganz wichtiges „6-Punkte-Spiel“. Der Abstiegskampf ist beinhart, erwischt es eine der beiden Mannschaften, die sich heute gegenüberstehen, dann wäre das zum einen eine große Überraschung und zum anderen eine Katastrophe für den betroffenen Verein. Deshalb ist von den Spielern dieser Mannschaften auch dementsprechende Gegenwehr zu erwarten, um den Abstieg unter allen Umständen zu verhindern. Ich kann jetzt nur von Austria Salzburg sprechen: Leider ließen unsere Spieler zuletzt die leidenschaftliche Gegenwehr viel zu oft vermissen. Gegen den unmittelbaren Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt wollen 8500 Zuschauer eine Austria sehen, die sich mit „Beißen und Kratzen“ gegen den nach wie vor drohenden Abstieg zur Wehr setzt. Naja, sagen wir 8200 Zuschauer im Stadion wollen das heute sehen. Etwa 300 wollen selbiges Engagement an diesem Tag nämlich von den Spielern des SK Sturm sehen. Durchaus ansprechender Besuch also bei einem echten Abstiegskrimi zweier Mannschaften, die in den letzten 10 Jahren noch so große internationale Erfolge feiern konnten. Passend dazu schenkte Petrus diesem Spiel auch noch optimales Fußballwetter mit Sonnenschein und einigen stimmungsvollen Wölkchen am Horizont.
Der – wie bereits erwähnte – etwa 300 Mann starke Sturm-Anhang präsentierte sich diesmal von seiner besten Seite. Dicht aneinander wurden Doppelhalter mit dem Logo der „Grazer Sturmflut“ in die Lüfte gehalten, dazu kam noch ein kleines Transparent mit der Aufschrift „Imma mit dabei“. Auch akustisch waren die – so kann man es schon sagen bei einem Auswärtsspiel eines Abstiegskandidaten – zahlreichen Grazer Anhänger zu vernehmen. Auch die Fans der Austria auf der Südtribüne präsentierten sich diesmal von ihrer allerbesten Seite. Das 5-jährige Bestehen der „Union ’99 Ultrá Salzburg“ wurde im Rahmen dieses Spiels mit einer im neuen Stadion noch nie da gewesenen Choreographie gefeiert. Die „Ultras“ präsentierten dazu in der Mitte der Südtribüne Bänder, die zunächst einen Lorbeerkranz mit der Ziffer 5 ergaben. Dann wurden die Bänder umgedreht und es entstand der Mozartkopf, das Logo dieses wohl wichtigsten Fanclubs der Austria in den letzten Jahren. Während in der Mitte der Südtribüne diese Bänder zu bestaunen waren wurden links und rechts davon violette Überziehfahnen präsentiert, auf denen in weißer Schrift die Initialen des Fanclubs geschrieben standen. Darunter gab’s noch ein Spruchband mit der Aufschrift „1999–2004: ein kleines Kapitel für die Austria – aber eine große Zeit für uns!“. Scheinbar beflügelt durch diese perfekte Choreographie wurde auf der Südtribüne dann über weite Strecken des Spiels überragende Stimmung gemacht. Zu Beginn der zweiten 45 Minuten verhinderten bengalische Feuer jegliches Verflachen der tollen Stimmung. Die bestens gelaunten Fans machten sich damit selbst einen wunderschönen Nachmittag. Wenn man selbst tolle Stimmung macht freut es einem natürlich auch, wenn man beim Blick in den Gästesektor nicht außer Beton nur gähnende Leere sieht. Auch die Sturm-Fans haben zu einem kleinen Fußball-Fest beigetragen, das sei nur nochmals erwähnt.
Das Spiel erfüllte größtenteils auch die Erwartungen der Zuschauer. Das wichtigste Element, nämlich der Wille und die Leidenschaft waren zu 100 Prozent vorhanden. In der ersten Halbzeit hatten die Salzburger noch leichte Probleme im Spielaufbau. Sturm war stärker als zuletzt, wirklich fürchten musste man die Grazer allerdings nicht. Bei ihrer besten Chance in der ersten Halbzeit konnte sich Arzberger auszeichnen. Im Abschluss hatte in der ersten Halbzeit bei Salzburg vor allem Salgado kein Glück. 0:0 war der gerechte Pausenstand. In der Halbzeit sorgten dann die Sturm-Fans für Aufregung, als sie aus dem Sektor rannten und Salzburger Fans attackieren wollten. Die Ordner hatten alle Hände voll zu tun, die Grazer zündeten dabei auch Bengalen. Die Aufregung legte sich erst wieder einigermaßen, als die Polizei eingeschritten war. Nach Seitenwechsel hatte Sturm-Torhüter Thomas Mandl dann eine Dreiviertelstunde zu überstehen, nach der er wohl heilfroh war, endlich in die Kabine gehen zu können. Die Südtribüne provozierte ihn permanent, beschimpfte den Team-Torwart teils auf das Übelste. Das ist eben Fußball, Beschimpfungen von den Rängen gehören auch in gewisser Weise dazu. Mandl blieb ziemlich cool, lediglich nach dem Abpfiff, als er sich das Handtuch vom Tornetz holte, konnte er sich einer kleinen Geste in Richtung Südtribüne nicht verwehren. Aber seitens der Salzburgfans wurde nach Abpfiff dann kein Öl mehr ins Feuer gegossen. Bei Abstößen ließ Mandl den Feldspieler Mörec ran, vermutlich aber nicht (nur) wegen der Beschimpfungen von der Salzburger Fantribüne. Der Sturm-Goalie war nämlich nicht ganz fit, wahrscheinlich wollte er sich dabei nur körperlich etwas schonen. Das Spiel in der 2. Halbzeit war dann sehr sehenswert. Die Salzburger spielten intensiven Tempofußball aus dem sich zwangsweise auch die nötigen Torchancen ergaben. Zweimal wurden solche jedoch stümperhaft vergeben. Zunächst rannte Salgado allein auf den Sturm-Torhüter zu, anstatt ihn zu überspielen oder zu überlupfen schoss er Mandl nur an und es blieb beim 0:0. Wenige Minuten vor Spielende knallte Jank aus kurzer Distanz den Ball knapp über die Querlatte. Bei weiteren gefährlichen Bällen reagierte der Sturm-Keeper ausgezeichnet. Weil Salzburg leider keine der Chancen zu nutzen vermochte und Sturm die wenigen Möglichkeiten auch nicht verwerten konnte, blieb es dann beim 0:0. So schade es auch war um die zwei verlorenen Punkte im Abstiegskampf, so zufrieden war man aber trotzdem mit dem Spiel. Wenn die Austria immer mit dieser Intensität gespielt hätte, würde man sich in der Tabelle vermutlich ganz wo anders finden. Den Fans war’s unmittelbar nach Abpfiff scheinbar ziemlich egal, dass es nur zum 0:0 gereicht hatte. Die Mannschaft wurde gefeiert – fast so als hätte die Austria dieses Spiel gewonnen. Den Grazern war die Freude über den einen Punkt anzumerken, wenngleich sie eigentlich den Sieg noch nötiger gehabt hätten als Salzburg.
Nach dem Spiel verhinderte die Exekutive außerhalb des Stadions rigoros ein Eskalieren der Hass-Stimmung zwischen den beiden Fan-Lagern. Es blieb alles ruhig. Zufrieden konnte man trotz des verpassten Sieges nach Hause fahren. Die Abstiegsgefahr besteht weiterhin, keine Frage. So akut wie sie bereits war ist sie allerdings nicht mehr und nimmt man die Leistung der Austria in der zweiten Halbzeit, dann muss man sich sowieso gar keine Sorgen machen. Man kann jetzt ziemlich beruhigt in das nächste wichtige Heimspiel in einer Woche gegen Pasching gehen. Nach diesem tollen Spiel sollte man sich eigentlich auf das nächste Match freuen. Es ist jedoch zu befürchten, dass in einer Woche der Gästesektor wieder ziemlich leer sein wird. Bleibt zu hoffen, dass die Südtribüne stimmungsmäßig auch in einer Woche wieder einigermaßen an die Darbietung vom Spiel gegen Sturm Graz anknüpfen kann.
Hinweis: Ich mache von allen Spielen der Austria ziemlich viele Bilder und kann diese hier nicht alle präsentieren. Solltet ihr Interesse an gewissen Bildern haben, so schickt doch einfach eine Mail an pumplo@uboot.com und ich sende euch die gewünschten Fotos per E-Mail. Einfach Wunsch angeben, was am Bild zu sehen sein soll und ich werde suchen, ob ich etwas entsprechendes im Archiv finden kann. Am Ende der Saison gibt's dann eine CD mit Bildern und Videos der abgelaufenen 36 Runden zum Selbstkostenpreis hier zu kaufen!


Im Bild oben die tolle Choreographie der "Ultras", unten ein Bild von der tollen Stimmung in den folgenden 90 Minuten.
14. April 2004: Austria Wien - Austria Salzburg 3:0 (1:0) - Tore: Helstad, Gilewicz, Rushfeldt
10. April 2004: FC Kärnten - Austria Salzburg 4:0 (2:0) - Tore: Weber, Papac, Akwuegbu (2)
Die besten Bilder vom Auswärtsspiel in Klagenfurt gibt's bei untenstehender URL! Zum Betrachten der Bilder einfach die Bild-Nummerierung am Ende der URL ändern (zB bild7.JPG)! ACHTUNG: "JPG" muss dabei in Großbuchstaben belassen werden! (10 Bilder)
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Was bewegt einen Fußballfan eigentlich zu einem Pokal-Auswärtsspiel seiner Mannschaft im Achtelfinale? Es ist meist die Lust, ein Spiel voller Leidenschaft und Emotion zu sehen, bei dem es mit Sicherheit einen Sieger gibt – ein sogenannter „Pokalfight“ eben. Schließlich winkt im Cup auch Mannschaften, die in der Liga das Erreichen eines Europacup-Startplatzes längst verspielt haben, noch ein Startplatz für den UEFA-Cup. Gründe gibt es also für eine Mannschaft wie Sand am Meer, sich in einem Pokal-Spiel voll ins Zeug zu hauen. Genau das wollen die Fans sehen bei so einem Spiel, deshalb hat man sich gestern eben wieder einmal entschlossen, dabei zu sein.
Auf der anderen Seite der Hohen Tauern erwartete die bittere Realität die mitgereisten Salzburgfans bei der Ankunft in Klagenfurt. Bis wenige Minuten vor Spielbeginn wollte man eigentlich nicht so recht glauben, dass hier bald ein Fußballspiel beginnen würde. Um 15:30 Uhr war es dann aber Tatsache – ein Pfiff von Schiedsrichter Einwaller ließ ein Pokalspiel beginnen. Die Kulisse dazu: 700 Zuschauer (nein, es fehlt keine weitere Null am Ende dieser Zahl, zwei schon gar nicht ...). Etwa 150 davon waren im Gästesektor und wollten Austria Salzburg ins Viertelfinale einziehen sehen. Eine Erklärung für so wenige Zuschauer gibt es eigentlich nicht. Karsamstag, ist dieser Tag zu heilig für ein Fußballspiel? Wetter, kein Sonnenstrahl aber immerhin trocken. Bedeutung des Spiels, tja es geht doch immerhin im erweiterten Sinne um das Erreichen eines Europacup-Startplatzes. Ich persönlich bin hierfür noch heute in Erklärungsnotstand.
Zur Stimmung: Die immerhin 150 Leute im Gästesektor machten gute Stimmung. Betrachtet man dazu noch das auf dem Feld Gebotene der Salzburger Mannschaft, dann war die Stimmung sogar sensationell. Rauchtöpfe zu Spielbeginn und – so lange es eben das Gemüt irgendwie zugelassen hatte – lautstarke Gesänge machten im Süden Österreichs mit Sicherheit einen guten Eindruck von der Salzburger Fanszene. Die Kärntner Fans sind ja gleich doppelt zu beurteilen. Zum einen die „Kurve“ der „Amigos“ und zum anderen die „Kurve“ der „Barrakudas“. Erstere war an Lächerlichkeit kaum zu überbieten, Höhepunkt war eine „Schalparade“, die eine 4-köpfige Familie zu Hause problemlos nachahmen könnte. Die wenigen „Barrakudas“ hatten wohl eine Lehrerin im Sektor, so leise war es. Immerhin konnten sie zu Beginn der 2. Halbzeit mit einem netten Rauch optisch kurz überzeugen.
Zum Spiel selbst: Anfangs bekam man eine ausgeglichene Partie auf schwachem Niveau zu sehen. Die erste ganz dicke Chance hatten die Salzburger. Nach einem schönen Angriff vergab Pichorner, der noch am Mittwoch der gefeierte Held beim 3:2-Heimsieg in der Meisterschaft gegen die Klagenfurter war. Wenig später ging ein guter Kopfball von Kapitän Laessig knapp über die Querlatte. Dann kam aber die Ernüchterung: Nach einem kurz abgespielten Freistoß der Klagenfurter schaltete die völlig überraschte Abwehr der Salzburger viel zu spät und Manuel Weber konnte zur Führung für die Gastgeber einschießen. Es kam dann noch bitterer: Winklhofer zupft einen Kärntner ganz leicht von hinten am Trikot. Ohne jede Art von Fingerspitzengefühl zeigte ihm Schiedsrichter Einwaller die (dennoch vertretbare) gelbe Karte. Winklhofer quittierte diese Schiedsrichter-Entscheidung mit einem Klatschen in Richtung des Referees. Der überaus arrogante Einwaller nutzte diese Gelegenheit, Salzburg zu dezimieren und zeigte unserem Verteidiger dann gleich noch Gelb-Rot hinterher. Für diese Entscheidung wird er von seinen Beobachtern keine schlechten, sondern eher gute Benotungen bekommen. So ist es eben, das Schiri-Wesen. Auch mit 10 Mann verlief das Spiel dann ausgeglichen weiter. Aber in der 45. Minute führte Papac mit dem Treffer zum 2:0 für die Kärntner dann noch vor der Pause die Vorentscheidung herbei. Nach Seitenwechsel vergaben Salgado und Scharrer noch gute Möglichkeiten auf den Anschlusstreffer, ehe endgültig alles an Salzburger Bemühungen gelaufen war. In der 60. Minute traf Bubalo nur die Stange, zwei Minuten später gab es dann Elfmeter für Kärnten. Der eingewechselte Akwuegbu verwertete souverän zum 3:0. Akwuegbu war es dann auch, der in der 87. Minute mit dem Treffer zum 4:0 für Kärnten den Schlusspunkt in diesem Spiel setzte. Die gelb-rote Karte für Maynor Suazo in der 89. Minute war dann nur noch Draufgabe auf ein österliches Salzburger Debakel in Klagenfurt. Mit so wenig Gegenwehr schlittert man auch gegen den aktuell Tabellenletzten in ein Debakel. Vielleicht hat man ja mit diesem Geschenk eines Kantersieges die bereits scheinbar fix abgestiegenen Klagenfurter im Abstiegskampf noch einmal neu motiviert.
Wer nach dem Spiel gleich ging, der versäumte die Highlights dieser Auswärtsfahrt. Die Salzburger Fans wollten den Mannschaftsbus nicht wegfahren lassen. Man konnte nur mutmaßen, welche Ausfahrt man belagern muss, damit man die Herren Spieler nochmals zu Gesicht bekommt. Die Exekutive versuchte alles, um die aufgebrachten Anhänger der Austria vom Mannschaftsbus fernzuhalten. Es gelang ihnen leider auch. Dieser Irrgarten ums Wörthersee-Stadion ist einfach zu wenig durchschaubar, um schnell dort hinzukommen, wo man hin will. Die Spieler hatten also nicht die Courage, sich den unentwegten Fans zu stellen. Nachdem im Stadion nur 3 Spieler (Laessig war natürlich wieder einmal dabei) es der Mühe wert fanden, wenigstens aus 30 Metern Entfernung in Richtung Gästesektor zu applaudieren, ließ sich danach gar kein Spieler mehr sehen. Nur Peter Assion stellte sich den Fans, nahm durch den Maschendrahtzaun Stellung zur aktuellen Lage der Austria und zu diesem Debakel. Assion versuchte dabei zu beruhigen, als Erklärung für den Untergang in diesem Spiel nannte er den frühen Ausschluss von Winklhofer. Einige Salzburgfans machten sich dann noch ihren Spaß und blockierten Straßen in der Umgebung des Stadions. Nach so einer Niederlage fährst du als Auswärtsfan eben nicht gerne kommentarlos wieder nach Hause.
Jetzt bleibt nur die Hoffnung auf bessere Zeiten. Schon am Mittwoch geht’s in der Meisterschaft weiter. Dabei kommt es mit dem Gegner knüppeldick, Tabellenführer Austria Wien plant schon fix einen Heimsieg gegen uns ein. In einer Woche kommt dann Sturm Graz nach Salzburg, ein Sieg in diesem Spiel wäre sehr wichtig in unserer – immer noch kritischen – Lage.

Trainer Peter Assion war nach dem Spiel der einzige, der sich den aufgebrachten Fans stellte.
27. März 2004: Austria Salzburg - SV Mattersburg 1:0 (0:0) - Tor: Laessig (53.)
Der Heimsieg gegen Bregenz vor 10 Tagen war leider nicht mehr als ein kleiner Lichtblick zwischendurch. Schon beim Auswärtsspiel vor einer Woche in Wien bei Rapid hat man nur allzu gut sehen können, wie hilflos unsere Truppe mit ihren beschränkten Mitteln agiert. Da die unmittelbare Konkurrenz im Abstiegskampf zuletzt punkten konnte, steht Austria Salzburg jetzt gehörig unter Druck. Das Heimspiel gegen die Burgenländer musste also unbedingt gewonnen werden, egal wie.
Eine Premiere gab es bei diesem Spiel: Ankick war um 17:00 Uhr. Grund für die Verabschiedung der Anstoßzeit 15:30 Uhr sind die Einkaufszentren in der Umgebung des Stadions. Man will die Bundesliga-Heimpartien von Austria Salzburg nicht zur Stoßzeit im Europark, Ikea und co. austragen. Kurzum würde es die Bundesliga so formulieren: „Das geänderte Konsum- und Freizeitverhalten der Menschen machte diese Modernisierung der Anstoßzeiten notwendig“. Obwohl der harte Kern der Fans normalerweise auf die „Traditions-Anstoßzeit“ am Samstagnachmittag, auf 15:30 Uhr besteht, sickerten keinerlei negative Töne in punkto neuer Anstoßzeit in Salzburg durch. Man kann sich – so macht es zumindest den Anschein – doch anfreunden mit 17:00 Uhr als Beginnzeit der Bundesliga-Spiele in Salzburg. Der Zuseher-Zuspruch hielt sich allerdings in Grenzen. Gerade einmal 7000 sind gekommen um die Austria in diesem so wichtigen Spiel zu unterstützen. Das sind zwar immer noch mehr Zuseher als bei Austria Wien vs. Sturm Graz an diesem Tag ins Wiener Horr-Stadion gekommen sind um die Wiener am Weg zur Titelverteidigung zu begleiten (5:1-Sieg von Austria Wien), für Salzburger Verhältnisse ist diese Zuseherzahl jedoch ziemlich enttäuschend. Zum Auswärtssektor: Wenn ich richtig gezählt habe, waren es exakt neun (!) Burgenländer. Dann wird dieser Klub von den Medien auch noch als „Publikumsmagnet“ bezeichnet, wenn bei einem attraktiven Gegner die Hütte zu Hause einmal ausverkauft ist. Die Stimmung in der 1. Halbzeit kann man als solche eigentlich gar nicht bezeichnen. Der beliebte Antreiber auf der Fantribüne durfte wegen einer Undiszipliniertheit vor dem Spiel – er bespuckte angeblich einen Ordner – gar nicht ins Stadion. So verstrich die erste Halbzeit ohne jeden Ansatz von Fußball-Atmosphäre. In der 2. Halbzeit wurden dann einige mitgeschmuggelte Bengalen abgebrannt, wodurch dann doch noch etwas Stimmung aufkam. Dazu gefiel das Spiel allmählich etwas besser als in Halbzeit 1 und so kann man jetzt wenigstens nicht von einem Total-Ausfall der Südtribüne sprechen. Zudem wurden noch zwei Spruchbänder präsentiert. „Lieber 2. Liga als Frankes Team der Tiger“ sowie „Strohsack Huren?“ waren deren Aussage. Die paar Bengalen und Spruchbänder in der 2. Halbzeit können jedoch keineswegs über die insgesamt schlechte Stimmung hinwegtäuschen.
Das Spiel war in der 1. Halbzeit für Stadionbesucher, die in der vergangenen Woche schlimm waren, die saftige Strafe. Diesen miesen Kick ansehen zu müssen wünscht man keinem Fußball-Feinschmecker. Ein Leerlauf folgte dem anderen. Salzburgs Glück war wie schon im Spiel gegen Bregenz, dass man einen inferioren Gegner zu Gast hatte. Not gegen Elend brachte einen wenig überraschenden Pausenstand – 0:0. Peter Assion dürfte den Spielern von Austria Salzburg in der Halbzeitpause mächtig mit der Peitsche gekommen sein, in der Anfangsphase der 2. Halbzeit war eine ganz andere, eine echte Austria zu sehen. Schnell kam auch die Belohnung: Nach einem von Häßler in den Strafraum gezirkelten Freistoß war Kapitän Heiko Laessig per Kopf trotz Bedrängnis zur Stelle und machte ein sehenswertes Tor. Diese 1:0-Führung in der 53. Minute war dann auch durchaus verdient. Schiedsrichter Mostböck und sein Assistenten-Team waren an diesem Nachmittag eine einzige Katastrophe. Ein ums andere Mal wurde das Salzburger Angriffsspiel wegen angeblicher Abseitspositionen zurückgepfiffen und Pfeifenberger bekam eine gelbe Karte, die einem Mattersburger gebührt hätte. Peter Assion reklamierte mehrmals wie wild an der Seitenlinie, dieser Mann kennt Emotionen. Nach Salzburgs bester Phase zu Beginn der 2. Halbzeit ist das Spiel dann wieder abgeflaut. Mattersburg war nicht in der Lage, jegliche Art von Gefahr zu erzeugen. Es blieb dann beim völlig verdienten und sehr wichtigen Heimsieg über Mattersburg in einem schwachen Spiel. Trotz des knappen Resultats war es kein wirklich klassischer Zittersieg, so schwach agierten die Burgenländer.
Sollte sich Mattersburg in einer Woche im eigenen Stadion ebenso harmlos präsentieren wie in Salzburg, dann wäre ein Auswärtssieg wohl nur noch Formsache. Tatsächlich werden die Karten aber natürlich neu gemischt und so ist es sehr wahrscheinlich, dass mit einer Leistung wie beim Spiel am diesem Wochenende, nächste Woche im Burgenland für Salzburg nichts zu holen sein wird. Aber bis dahin hat die Austria Zeit, ihren Spielaufbau zu verbessern und neue Kräfte zu mobilisieren. Das Abstiegsgespenst ist noch lange nicht ganz vertrieben, durch die Niederlage von Sturm Graz in Wien und dem Remis bei Pasching vs. Kärnten sind wir aus dem tiefsten Sumpf aber zumindest vorübergehend wieder heraußen.

"Alle Neune" vom SV Mattersburg ;)
20. März 2004: Rapid Wien - Austria Salzburg 2:0 (1:0) - Tore: Martinez (20.), Wallner (91.)
Lange Zeit freute man sich schon auf dieses Spiel, am Samstag war es dann endlich soweit. Zur besten Zeit, am Samstag um 15:30 Uhr, beim attraktivsten aller Gegner in unserer Liga und bei idealem Fußballwetter in Wien fand dieses Spiel statt. Man durfte sich auf ein brisantes Aufeinandertreffen zweier Klubs freuen, die eine gepflegte Rivalität ausleben. Rapid gegen Salzburg ist in Österreich auch das Duell der Klubs mit den unbestritten besten Fans der Bundesliga. Für Austria Salzburg galt es bei diesem Spiel, den 2:0-Heimsieg gegen Bregenz vom Mittwoch als Trendwende unter dem neuen Trainer Peter Assion zu bestätigen. Die seit acht Spielen sieglose Rapid-Mannschaft wollte mit einem Heimsieg den Kontakt an die Tabellenspitze wahren. Im Gegensatz zu Salzburg konnten die Wiener am Mittwoch bei ihrem Spiel keine Punkte einfahren, mussten sich der Admira in der Südstadt mit 0:1 geschlagen geben. Spannende Vorzeichen also für ein emotionsgeladenes Duell.
Die Salzburger Fans zeigten sich trotz der nicht gerade motivierenden Tabellensituation ihrer Austria am Samstag von ihrer besten Seite. Für ein Auswärtsspiel bei Rapid braucht es ohnehin keine Lockrufe, um viele Auswärtsfans ins Hanappi-Stadion zu bringen. Drei Waggons eines Zuges wurden von Salzburg bis nach Wien Hütteldorf und retour für die Fans der Salzburger Austria angemietet und am Matchtag dann gefüllt. Einer der drei Waggons war der „Disco-Waggon“. Mit stimmungsvoller und lauter Musik, ausreichend „flüssigem Vorrat“ und mit bester Laune verging die Zugfahrt in die Bundeshauptstadt ziemlich schnell. Anzumerken hierbei noch, dass in Linz einige Jungs von Fanclubs des LASK, die sich zusammen „Linzer Suffarmee“ nennen, zugestiegen sind. Auch sie wollten mit den Salzburger Fans die Austria unterstützen und sich einen schönen Tag machen. Gemeinsam mit den Linzern hatten wir großen Spaß an der Auswärtsfahrt. In Wien angekommen erwartete uns ein Polizei-Aufgebot, welches eher auf Bürgerkrieg als auf ein Fußballspiel schließen lässt. Geschlossen marschierten alle Salzburgfans dann vom Bahnhof zum Stadion. An der Front sollte ein Transparent mit der Aufschrift „Salzburg ist da“ ein imposantes Bild machen, leider war der „Fetzen“ um einiges zu breit und die gewünschte Wirkung konnte nicht erreicht werden. Als sich dann jeder gute Lügner eine Kinderkarte und die weniger guten Lügner eben eine Karte zum Vollpreis gekauft hatten ging es ab ins Stadion. Einige Rauchtöpfe mit in den Sektor zu schmuggeln war kein Problem. Aus welchen Gründen auch immer gewährte es uns unser „Freund und Helfer“ erst fünf Minuten vor Spielbeginn, die Stufen runter zu gehen um in den Gästesektor zu kommen. Als es dann soweit war kam ein wahrlicher „Urknall“ und alle rannten in den Sektor. Die reingeschmuggelten Rauchtöpfe wurden gleich gezündet und alles war bereit für das wichtige Spiel.
Mit 9.400 Besuchern war das Hanappi-Stadion dann auch ganz gut gefüllt am Samstag, wobei es durchaus auch mehr Zuseher sein hätten können – die größte Euphorie der Erfolge von Rapid im Herbst scheint etwas abgeflacht zu sein. Dennoch bot sich eine würdige Kulisse im schönen Hanappi-Stadion. Etwa 500 Leute dürften es gewesen sein, die im Auswärtssektor die Austria unterstützt haben. Neben dem bereits erwähnten violetten Rauch zu Beginn des Spiels, kam von den Salzburgfans ein Spruchband gegen den ORF und seine „Diktatur“, quasi als Solidaritäts-Kundgebung zum Transparent der Rapidfans, „18:00 – Scheiss ORF“. Auch ein Spruchband mit der Aufschrift „Euer geliebter Feind“ wurde den „Grünen“ präsentiert. Zu Beginn der 2. Halbzeit kam vom Gästeblock dann noch eine schöne Choreographie mit violetten und weißen Fähnchen. Auch die Salzburger Fans waren gespannt, was der „Block West“ von Rapid bei diesem Spiel zu bieten hatte. Der erste Blick auf die Westtribüne des Stadions zeigte ein gelb-schwarz, schräg-gestreiftes und breites Transparent mit der Aufschrift „Under construction“. Kurz vor Spielbeginn weichte dieses Transparent einem weiteren, ebenso breiten und grün-weißen Transparent mit der Aufschrift „... das ist der Klub für den wir leben“. Dann kam – ebenfalls kurz vor Spielbeginn – noch ganz dichter grün-weißer Rauch hinzu, weiters folgten Überziehfahnen mit einzelnen Buchstaben, welche zusammen das Wort „Rapid“ zeigten. Schließlich staunte man dann noch, als alle auf der Westtribüne grüne bzw. weiße Plastik-Westen über ihrer Kleidung angezogen hatten. Das ganze ergab dann ein Bild eines grün-weiß gestreiften „Block West“, welches man über das gesamte Spiel bestaunen konnte. So zum Drüberstreuen folgten über die 90 Minuten dann noch wahre Spruchband-Orgien. Kurz gesagt: Es war das Highlight der österreichischen Fanszene schlechthin. Während der 90 Minuten präsentierten die Rapidler übrigens auch wieder das so aufsehenerregende Transparent „18:00 Uhr – Scheiss ORF“. Zusammen mit dem Transparent „Nein zur ORF Diktatur“ der Salzburgfans auf der Gegenseite ergab das ein ganz schön ORF-feindliches Bild im Hanappi-Stadion. Anti-ORF-Gesänge wurden von beiden Fanseiten angestimmt, diese TV-Thematik bringt also mächtig Solidarität zwischen zwei verfeindete Fangruppierungen.
Nun aber zum Spiel: Die zuletzt eher schwache Rapid-Mannschaft kämpfte von Beginn an beherzt und spielte gute Torchancen heraus. Von Salzburg kam hingegen offensiv so gut wie gar nichts. Völlig verdient gingen die Wiener dann in der 20. Minute auch in Führung. Nach einer Idealflanke von Jazic war Martinez per Kopf zur Stelle und machte sein erstes Bundesligator – 1:0 für Rapid. Mit viel Glück und mit einem starken Arzberger im Tor brachten weitere große Chancen Rapid kein weiteres Tor ein. Auch Axel Lawaree, der zu Bregenzer Zeiten als Salzburg-Schreck bekannte belgische Stürmer, vergab eine Top-Chance und muss weiter auf sein erstes Tor im Rapid-Trikot warten. Einzig eine Aktion mit Elfmeter-Alarm brachten die Salzburger in der 1. Halbzeit zustande, die Pfeife des Schweizer Schiedsrichters blieb aber stumm. Nach der Pause verflachte die Partie etwas, Rapid zog sich zurück, Salzburg fehlten leider die Mittel um die dadurch eroberte Feldüberlegenheit in Torchancen umzumünzen. Der Spielaufbau nach vorne funktioniert momentan überhaupt nicht bei der Austria. In der 75. Minute sah dann zu allem Überdruss noch Thomas Winklhofer die gelb-rote Karte wegen wiederholten Foulspiels. In der „Rapid-Viertelstunde“ mussten die Violetten also mit nur zehn Mann versuchen, noch den Ausgleich zu erzielen. In Unterzahl verzeichnete die Austria dann aber ihre größte Torchance, als der schön freigespielte Mohammed Suleiman den Ball knapp am Tor vorbeizielte. In der 91. Minute dann das letzte Highlight dieses Spiels: Maynor Suazo kommt an der Mittellinie gegen René Wagner zu spät, dieser sprintet noch auf das Salzburger Tor zu und bedient Roman Wallner mit einem guten Stanglpass. Wallner hatte kein Problem, den Ball ins Tor zu bugsieren – er schloss diesen tollen Konter von Rapid sicher mit dem 2:0 ab. Damit konnte Rapid ausgerechnet gegen Austria Salzburg seinen ersten vollen Erfolg nach zuletzt acht sieglosen Runden einfahren. Austria Salzburg hingegen muss sich weiterhin intensiv dem Thema Klassenerhalt widmen und steht mit dieser Niederlage nun noch mehr unter Druck. Die folgenden Meisterschaftsspiele gegen Mattersburg und den FC Kärnten werden vorentscheidenden Charakter haben im Abstiegskampf. Weiter geht’s für die Salzburger Austria aber schon am Mittwoch im Cup. Gegner ist auswärts der FC Kärnten. Eine sehr interessante Begegnung also, die beiden Mannschaften FC Kärnten und Austria Salzburg können schon einmal etwas „vorfühlen“ auf das bevorstehende direkte Duell in der Meisterschaft im Kampf gegen den Abstieg.
Nach dem Spiel in Wien mussten wir dann noch eine Stunde im Sektor verweilen, ehe uns die Tore geöffnet wurden und wir zum Bahnhof marschieren konnten. Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit von Sicherheitsmaßnahmen erscheinen einem diese Ausmaße schon als maßlos übertrieben. Es kam auch nach dem Spiel zu keinen gröberen Tumulten, wäre auch eine unglaubliche Niederlage der Exekutive gewesen bei diesem Wahnsinns-Aufgebot. Der Alkohol floss dann bei vielen im Zug weiter, man wollte sich die gute Laune durch die Niederlage einfach nicht verderben lassen. Alles in allem trotz der Niederlage ein wunderschöner Tag. Das Highlight der Fanszene in Österreich erfüllte alle Erwartungen. So kann man als Auswärtsfan auch mit einer Niederlage einigermaßen leben. Ein Sieg für den Fußball.
Ankunft in Hütteldorf
Der starke Salzburger Auswärtsblock.
17. März 2004: Austria Salzburg - SW Bregenz 2:0 (1:0) - Tore: Scharner, Pichorner
Nachdem am Montag die sofortige Trennung vom ungeliebten Trainer Walter Hörmann bekannt wurde, kam wieder ein Hauch von Hoffnung in unsere triste Lage. Schon beim Heimspiel gegen Bregenz kehrte also Peter Assion zurück auf die Trainerbank bei der Austria. Gemeinsam mit Felix Kurbasa soll Assion in den nächsten Wochen und Monaten das Schreckensszenario Abstieg endgültig in weite Ferne treiben. Zum üblichen Leistungsdruck in einer solch schwierigen Situation gesellte sich der Druck, es allen beweisen zu müssen. Alle mussten zeigen, dass es vor allem am ungeliebten Hörmann lag, dass in den letzten Wochen nicht das volle Leistungspotential abgerufen werden konnte.
Der Terminkalender bescherte uns ein Abendspiel in einer „englischen Woche“. Nach einem wunderschönen sonnigen Tag in Salzburg herrschten auch am Abend noch milde Temperaturen, beste Bedingungen für Spieler und Fans. 6700 Zuseher kamen ins Stadion, im Gästesektor waren es noch weniger als vor 10 Tagen, als der GAK in Salzburg gastierte. Dass „nur“ 6700 Zuschauer im Stadion waren tat der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Es wurde tolle Stimmung gemacht auf der Südtribüne, man spürte wieder richtige Fußballatmosphäre. Die meisten Leute auf der Fankurve waren bestens gelaunt, fast alle machten mit, peitschten die Mannschaft nach vorne – so gut es ging. Wird wohl auch am ungetrübt sonnigen Wetter und den milden Temperaturen liegen, dass endlich mal wieder gute Laune herrscht auf der Südtribüne – Frühlingsgefühle in der Mozartstadt. Die Tabellensituation der Austria und die vorangegangenen Spiele waren mit Sicherheit keine Gründe für solch gute Stimmung.
Austria Salzburg begann das Spiel ambitioniert und versuchte trotz der Verunsicherung aus den letzten Wochen, Druck zu erzeugen. Mit den tollen Fans im Rücken gelang ihnen das anfangs auch ziemlich gut. Die Belohnung dieses Willens hatte nicht lange auf sich warten lassen: Schon in der 16. Minute traf der in der Winterpause verpflichtete Paul Scharner aus kürzester Distanz per Kopf zum 1:0. Die Austria kämpfte im Bereich ihrer momentanen Mittel beherzt weiter, Bregenz war zum Glück für Salzburg offensiv praktisch nicht vorhanden und alles in allem weitgehend harmlos. Halbzeitstand war 1:0 für Austria Salzburg. Nach Seitenwechsel plätscherte das Spiel dann leider nur noch dahin. Nicht als allzu intensiv war der Wille der Austria zu deuten, auch noch einen Ball in das Tor unmittelbar vor der Fantribüne einzunetzen. Salzburg zog sich leider zurück. Bregenz kam in der 2. Halbzeit etwas besser zur Geltung als in der 1. Halbzeit, blieb aber alles in allem auch in den zweiten 45 Minuten blass. Dazu musste in der 82. Minute der Bregenzer Bragstad mit Gelb-Rot vom Platz. Dann die 87. Spielminute: So wenig bisher in der 2. Halbzeit zu sehen war, so sehr entschädigte eine Aktion für alle vorangegangenen Leerläufe. Jürgen Pichorner kommt an der Strafraumgrenze aus schräger Position zum Tor an den Ball und schlenzt diesen gefühlvoll ins lange Eck, ein wunderschöner Treffer. Beim ausgelassenen Torjubel auf der Südtribüne setzte es einige angenehme Bierduschen, die Stimmung war von da an bis zum Spielende und darüber hinaus am Siedepunkt. Die Fankurve wurde kräftig „eingenebelt“, die ob des traumhaften Pichorner-Tores entzückten Fans waren aus dem Häuschen, wer noch Platz fand erlebte die letzten Minuten des Spiels ganz vorne auf der Südtribüne bei den Transparenten. Nach dem 2:0 waren die Vorarlberger total eingebrochen, Ibertsberger traf noch die Querlatte, Bregenz-Torhüter Almir Tolja bekam noch einige schwierige Bälle zu halten, konnte sich aber dabei auszeichnen. Es hätte durchaus noch ein 3:0-Sieg werden können, es blieb aber beim leistungsgerechten 2:0 für Austria Salzburg.
Nach diesem wichtigen Heimsieg wird es am Samstag auswärts in Wien bei Rapid zu einem hochinteressanten Spiel kommen. Die Salzburger Mannschaft konnte den Karren selbst wieder so einigermaßen aus dem Dreck ziehen und kann jetzt mit breiter Brust nach Wien fahren um bei Rapid den Titelträumen einen weiteren Dämpfer zu versetzten. Rapid hingegen muss am Samstag versuchen, die Form vom Herbst endlich wieder zu finden. Gegen die Admira mussten sich die „Grünen“ am Mittwoch mit 0:1 geschlagen geben. Mögen viele Salzburger Fans dem Lockruf folgen und ihre Austria auch am Samstag in Wien unterstützen. HÜTTELDORF WIR KOMMEN!!!
"Salva" heizte kräftig ein!
Tolle Stimmung!
7. März 2004: Austria Salzburg - GAK 1:2 (0:0) - Tore: Pfeifenberger; Kollmann (2)
Endlich war es soweit: Das erste Heimspiel 2004 stand auf dem Programm. Vieles war neu bei der Austria, auf der Trainerbank saß erstmals Walter Hörmann, der im Dezember die sein Amt als neuer Trainer von Austria Salzburg angetreten hatte. Mit ihm dürfen die Fans auf ein neues Spielsystem und einige neue Spieler gespannt sein. Hörmann will den Zusehern Offensivfußball bieten. Mit Juliano konnte man zur Umsetzung dieser „Vision“ einen kreativen Mittelfeldspieler auf Leihbasis in die Mozartstadt lotzen. Mit Richarlyson hat man einen zweiten Brasilianer über die Winterpause geholt, er soll in der Defensive für Ordnung sorgen. Für den Angriff holte man den Chilenen Mario Salgado, der allerdings nach dem Auswärtsspiel in Graz gegen Sturm gleich einmal verletzt ist. Bleibt noch Paul Scharner. Der als „Rebell“ abgestempelte Ex-Austrianer (Wien) soll in Salzburg mit Disziplin, Einsatz und können einen wichtigen Part im zentralen defensiven Mittelfeld übernehmen. Auch auf der Fantribüne gibt es Neuerungen: Der Vorsänger posaunt nicht mehr ins Megaphon sondern In ein Mikrophon. Zwei Lautsprecher sollen seine Stimme der ganzen Südtribüne hörbar machen. Außerdem zeigte sich der Verein kooperativ, so hat man jetzt zu Beginn des 2. Jahres im neuen Stadion endlich professionelle Halterungen für die Transparente der Fanclubs. Werbung für dieses Heimspiel gegen den GAK haben die Violetten leider keine gemacht, beim glanzlosen 0:0 bei Sturm Graz konnten keine Erkenntnisse gezogen werden, das Spiel in Pasching ging mit 0:1 verloren.
9.000 Zuseher haben sich dann am großen Wahl-Sonntag (Landtagswahl) im Stadion eingefunden um zu sehen, ob bzw. inwieweit Austria Salzburg dem Zweiten in der Tabelle, dem seit Wochen starken GAK Paroli bieten kann. Ich habe nicht nachgezählt wie viele Grazer es genau waren im Auswärtssektor, die am Sonntag dem GAK auch in Salzburg bei Seite standen. Man könnte aber problemlos die wenigen „Unentwegten“ exakt nachzählen (siehe Bild). Fanclubs in Österreich haben für dieses Wochenende eine bundesweite Fan-Aktion gegen zunehmende Repression von Fangruppierungen in den Stadien organisiert. In Salzburg beteiligste sich der Fanclub „TGS“ an der Aktion. Ein Spruchband mit dem Titel dieser Aktion, „Die Kurve gehört uns“ wurde präsentiert, dazu wurden T-Shirts mit selbiger Aufschrift in einer gefälligen Graphik verkauft. Das orange Design von Spruchband und T-Shirts sollte auf die Aktion aufmerksam machen. Meiner Meinung nach imponiert an dieser Aktion eigentlich gar nichts, zu wenige Leute zeigen ihre Unterstützung. Nur die eine oder andere orange Rauchbombe wurde völlig unmotiviert gezündet, womit sich auch keiner wirklich erfreuen konnte. In Anbetracht des Tabellenplatzes der Austria war die Stimmung zwar gut, sie hätte allerdings um vieles besser sein können. Leider waren nicht alle in bester Sonntagslaune. Der Blick auf den beinahe menschenleeren Auswärtsblock animiert zudem auch nicht gerade dazu, noch auf seine allerletzten Stimmreserven zurückzugreifen.
Nachdem der GAK nach knapp 20 Sekunden (!) schon eine gute Möglichkeit vergeben hatte, wurde Salzburg allmählich stärker und stärker. Der starke Heimo Pfeifenberger hatte zunächst Pech, traf nur die Innenstange. In der 32. Minute wurde wieder Pfeifenberger von Neuerwerbung Juliano, der tollen Überblick unter Beweis stellen konnte, mustergültig im freien Raum angespielt, Heimo fackelte nicht lange, zog ab, auf den scharfen Schuss konnte sich GAK-Torhüter Schranz nicht mehr rechtzeitig einstellen, Tor – verdiente 1:0-Führung für Austria Salzburg. Der GAK spielte zwar kampfstark, energisch jedoch keinesfalls so, als ob die Grazer eine Klasse über die Austria zu stellen wären. Doch nach idealer Hereingabe konnte Kollmann noch vor der Pause für die Grazer ausgleichen – 1:1 zur Pause. Die zweiten 45 Minuten waren dann leider nicht mehr sehenswert. Kaum Höhepunkte, praktisch keine zwingenden Torszenen. Bis zur 89. Minute, als Maynor Suazo den eingewechselten Bazina im Strafraum zu Fall brachte. Schiedsrichter Lehner, der sonst sehr schwach gepfiffen hatte (zum Vorteil vom GAK), zeigte zurecht auf den Elfmeterpunkt. Kollmann trat an, Arzberger ins falsche Eck geschickt, Tor. Mit den Gesten beim Torjubel in Richtung Südtribüne provozierte er noch die Salzburger Fans. Bei diesem 1:2 blieb es dann, in der Nachspielzeit passierte nichts mehr. Fazit: Gut gespielt, trotzdem verloren. Gründe dafür gibt es nicht wirklich, wobei ich mir schon vorstellen könnte, dass mit etwas mehr Einsatzfreude noch mehr herausschauen hätte können. Ich finde es schade, dass Walter Hörmann Abwehrspieler Winklhofer ausgerechnet bei diesem Spiel nicht eingesetzt hat, es wäre sein 300. Bundesligaspiel gewesen. Auch dass „Icke“ Häßler erst so spät eingewechselt wurde verwundert mich. Kann es sich eine Mannschaft, die in Österreich im Abstiegskampf spielt wirklich leisten, einen Weltmeister auf der Bank sitzen zu lassen – auch wenn er 37 Jahre alt ist? Noch einen dritten taktischen Schachzug von Hörmann kann ich nicht nachvollziehen: Er ersetzt den motivierten und stark spielenden Pfeifenberger durch Selim Teber, der total außer Form agiert. Bei den nächsten Spielen wird sich klären, ob Hörmann an diesen Varianten festhält.
Weiter geht es jetzt am Samstag mit dem schwierigen Auswärtsspiel gegen Admira Mödling. Das nächste Heimspiel gibt’s am Mittwoch, den 17. März gegen SW Bregenz. Steigern muss man sich ja nicht unbedingt großartig, um Punkte aus dieses beiden Spielen holen zu können. Man muss nur etwas „bissiger“ an die Sache herangehen und so das Glück erzwingen, mal sehen wie’s klappt in den nächsten Wochen.

Diese beiden Doppelhalter hatten beim Spiel gegen den GAK ihre Premiere.
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Aufgrund von technischen Problemen mussten einige Berichte von der Winterpause 2003/04 gelöscht werden. Sollten Sie einen Artikel vermissen, so kontaktieren Sie mich bitte per E-Mail. Ich sende diese Berichte gerne per E-Mail zu!
Nochmals gefunden habe ich hingegen die persönliche E-Mail, welche ich im Dezember von Konrad Plautz erhalten habe. Ich habe mich beschwert über seine zweifelhaften Entscheidungen beim Spiel gegen Austria Wien am 7. Dezember 2003 ...
Lieber Pumplo,
verzeihen Sie, dass ich erst jetzt auf Ihren Eintrag reagieren kann,
zeitliche Gründe verhinderten eine frühere Antwort.
Auch wenn offenbar nicht zu den von Ihnen favorisierten österreichischen
Schiedsrichtern gehöre, hoffe ich dass Sie mir glauben, dass ich absolut
nicht unter meinem Assistententeam leide.
In jedem Spiel sind in eine Menge Entscheidungen zu treffen. Ich behaupte
nicht, dass alle davon richtig sind, im Gegenteil in jedem Spiel passieren
Fehlentscheidungen. Ich weiss, dass Sie an dieser am liebsten hören würden,
dass es sich mit dem gegebenen Tor ebenso verhält, leider kann ich Ihnen
diesen Gefallen nicht tun. Mein Assistent Walter Staudinger, dessen
Entscheidung an dieser Stelle ja kritisiert wird, war und ist sich absolut
sicher, dass der Ball die Torlinie mit vollem Umfang überschritten hat. Das
Fernsehen kann die Situation meiner Meinung nach nicht absolut klären. Ich
stelle mich in diesem Fall daher absolut hinter die Entscheidung meines
Assistenten und mir. Die Sache mit dem Fingerspitzengefühl ist natürlich
auch Auslegungssache, andere könnten den Fall Rushfeld genau andersrum
sehen.
Wahrscheinlich werden wir in der Frage welche Entscheidungen korrekt oder
falsch waren auf keinen grünen Zweig kommen, ich bitte Sie daher einfach um
Verständnis, wir Schiedsrichter sind auch nur Menschen und Menschen sind
nicht perfekt.
Auf alle Fälle wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest
und ein gutes neues Jahr.
Konrad Plautz
23. November 2003: Austria Salzburg - SV Mattersburg 4:0 (0:0) - Tore: Hassler, Laessig, Tomic, Pichorner
Nur noch 3 Bundesliga-Spiele sind ausständing, dann beginnt wieder das Horror-Szenario vieler Fans, die Winterpause. Umso mehr will man die letzten Partien noch auskosten um schwungvoll über den Winter zu kommen. Durchaus guten Mutes ging man heute ins Stadion, wenn man auch wusste, dass ein Sieg bzw. ein Punkt an diesem Tag nicht sehr leicht einzufahren sein wird. Wenn auch eine kleine Freikarten-Aktion für Kinder etwas dabei geholfen hat, aber es waren an diesem Tag sensationelle 13.000 Zuseher im Stadion. Der Auswärtssektor war sehr dürftig besucht. Alles begann heute sehr schön: Lars Söndergaard war im Stadion, er kam zur Südtribüne, wo ihn seine Fans immer so liebten und ihn noch immer lieben. Er wurde mit Fanchören begrüßt, war für alle Fans zum Anfassen da, einfach sympathisch wie eh und je... Dann folgte ein kurzer Smalltalk mit einem Fanclub-Obmann, welcher ihm dann auch ein schönes Geschenk (gerahmtes Bild von der Choreographie beim "Servus-Lehen-Spiel" gegen Ried) im Namen aller Fans übergab. Söndergaard war bestens gelaunt, ein unvergesslich toller Trainer. Dann aber die Ernüchterung: Das Spiel war in der 1. Halbzeit eine einige Enttäuschung. Salzburg spielte desaströs, Mattersburg war ebenfalls schwach, aber wenigstens etwas bissiger als die Violetten. Eine Top-Chance vergab Mattersburg, gegen Ende der 1. Halbzeit hatte Salzburg 2 Großchancen auf die Führung, die aber völlig unverdient gewesen wäre. Die Stimmung in der 1. Halbzeit trotz des tollen Besuchs auf dem Nullpunkt. Strich drunter, wir werden diese 1. Halbzeit sehr leicht vergessen können. Denn alles was jetzt noch folgt ist wunderbar. Die Achterbahn führt jetzt schon in den 90 Minuten eines Spiels auf und ab. Mit Beginn der 2. Halbzeit geht's jedenfalls steil bergauf... In der 46. Minute - die 2. Halbzeit war kaum angepfiffen - macht der Comeback-Man Dominic Hassler das so wichtige Führungstor für Salzburg. Der Vorsänger, der in der 1. Halbzeit Pause machte hatte kaum zum Megaphon gegriffen, schon war der Ball im Netz. Die Stimmung war begünstigt durch Vorsänger und Führung jetzt unglaublich toll, so ganz anders einfach als in der 1. Halbzeit. Und sie sollte noch besser werden. Die Austria kam wie verwandelt aus den Kabinen. Plötzlich kam jeder Pass an, jeder Ball konnte gestoppt werden, jedem gelang etwas... Die Mattersburger fürchtete ab sofort keiner mehr. Dann kommt es am 5-Meter-Raum nach einem Eckball zum Gestochere, die Salzburger Angreifer agierten sehr dynamisch, an der Grenze zum Foulspiel, erkämpften sich den Ball und Heiko Laessig stocherte irgendwie ein zum 2:0. In der 74. Minute dann das dritte Tor, Tomic hat nach dem Tor beim Kantersieg gegen Sturm schon wieder zugeschlagen - 3:0. Gleich der erste Versuch der Fantribüne, die Welle ins Rollen zu bringen klappte. Nun ging die Welle einige Runden eindrucksvoll durchs Stadion, wunderschön anzusehen, wie man so viele animieren konnte, an der Stimmung teilzuhaben. Weil an diesem Tag einfach wieder mal alles zusammenpasste fiel das letzte Tor auch noch ganz zum Schluss und es war noch dazu ein wunderschönes: Pichorner läuft noch einige Schritte und zieht dann scharf ab - 4:0. Gerade Pichorner muss man den Treffer gönnen, er könnte ihm den nötigen Auftrieb geben. Dann war Schluss, eine 2. Halbzeit, die wir nicht so schnell wieder vergessen werden brachte uns zu diesem Kantersieg. Wir haben heute eigentlich 2 total verschiedene Spiele gesehen. Die 1. Halbzeit werden wir nach diesen eindrucksvollen 2. 45 Minuten allerdings bald vergessen haben. Unterschiedlich wie nie zuvor auch die Stimmung auf der Südtribüne in den beiden Halbzeiten. Während in der 1. Halbzeit tote Hose war, war in Durchgang 2 die Hölle los, absoluter Höhepunkt war, als die Welle mehreremale ums Stadion ging. Von der toten Hose bis zur Welle, das gibt es nur äußerst selten alles in einem Spiel. Die Sonntagstermine bringen uns zur Zeit zu Kantersiegen. Nach dem 5:0 gegen Sturm war es auch heute ein wunderschöner Sonntag beim 4:0 gegen die Burgenländer. Auch der letzte Verein in der Bundesliga gastierte nun in unserem neuen Stadion. Kein einziger Verein konnte übrigens beim ersten Antreten in Salzburg auf Kunstrasen die Austria besiegen, das spricht für uns. Jetzt geht's nach Parma, wo es wohl nichts mehr zu holen gibt. Dann geht es am Sonntag in der Meisterschaft weiter, auswärts beim FC Kärnten. Das nächste und letzte Heimspiel 2003 steigt dann in 2 Wochen gegen Austria Wien.

November 2003: Austria Wien - Austria Salzburg 0:0
Die Achterbahnfahrt der Salzburger Austria scheint kein Ende zu nehmen. Nach dem glanzvollen 5:0-Sieg vor einer Woche gegen Sturm Graz kam früher als es uns allen lieb war das nächste Looping: Die Ernüchterung mit dem 0:4 im UEFA-Cup gegen Parma. In der Meisterschaft ist es jetzt ganz wichtig, dem Abstiegskampf zu entfliehen. Die Aufgabe am Sonntag auswärts bei Austria Wien nach der UEFA-Cup-Pleite war schwierig genug, aber die Austria versuchte diesmal alles. Defensiv stand man im Gegensatz zu Parma nicht 45 sondern 90 Minuten lang sehr gut. Man ließ nicht viele Möglichkeiten zu für die mäßig kreative Wiener Austria. Selbst kam man aber leider auch nicht oft in den Gefahrenbereich vor dem Wiener Tor. Offensiv sind wir zur Zeit einfach zu schwach. Es reichte dann zu einem 0:0 und einem Punkt in Wien bei der Austria. Das ist ein Erfolg über den man sich freuen kann, wenn die Null steht ist immer viel möglich. Jetzt müssen wir unsere Offensivstärke in der 14-tägigen Pause wiederfinden, das Abwehrbollwerk weiter in Betrieb halten, dann kann man optimistisch in die nächsten Spiele blicken. Ein Aufwärtstrend also wieder in Salzburgs Achterbahn... Die Polizei hat in Favouriten wieder einmal total versagt: Ein Spruchband, dass aufgrund seines Inhaltes ("Stoppt die Repression - Nein zu den Bundesliga-Stewards", warum verbeitet man den Fans eigentlich im Stadion ihre Meinungsfreiheit, die sollen sich die Menschenrechte ansehen...) durchaus vertretbar war wurde weggerissen, eine Überziehfahne wurde untersagt mit der Begründung, darunter könnte ja gezündelt werden... Und was sah man von der Westtribüne: Richtig, eine Überziehfahne... A.C.A.B.
6. November 2003: Austria Salzburg - AC Parma 0:4 (0:0) - Tore: Filippini (Elfer), Gilardino, Nakata, Rosina
Nach dem unverhofften Aufstieg durch das "Wunder von Udine" am Abend des 15. Oktober zählte man bei Austria Salzburg nur noch die Stunden bis Freitag Mittag herunter, bis zur spannenden Auslosung für die 2. Runde. Als man dann erfahren hat, gegen wen es geht, freute man sich im violetten Lager größtenteils über das Los. Und dass wenngleich man wusste, dass der Gegner wieder haushoher Favorit sein wird. Das Los bescherte uns den AC Parma. Trotz des wunderbaren 5:0-Siegs der Austria bei der Generalprobe für den UEFA-Cup gegen Sturm Graz am Sonntag und dem Ausfall vom brasilianischen Superstar Adriano bei Parma war allen Austrianern klar, dass man nur eine kleine Chance haben kann, wenn man in beiden Spielen etwas über sich hinauswächst und keine unerzwungenen Eigenfehler zulässt. Parma verzichtete in Linz auf das übliche Abschlusstraining, sie waren sich ihrer Sache offenbar ziemlich sicher. Dass dem Spiel in Linz nur 7.000 Zuseher und damit nicht mehr als in Runde 1 gegen Udine beiwohnten war schon ziemlich enttäuschend. Etwa 200 bis 300 dieser Zuseher drückten dem AC Parma die Daumen. Ein schwacher Besuch also trotz der von den Fans gewünschten Beginnzeit 20:30 Uhr. Die Stimmung unter denen, die aber doch kamen war allerdings bestens. Im Spiel kam dann die Ernüchterung: Parma schnürte Salzburg förmlich in der Abwehr ein. Zu vielen Chancen kamen die Italiener in Halbzeit 1 aber nicht, weil Salzburgs Abwehr recht gut gestaffelt war. Aber Parma wartete auf seine Chancen, spielte sehr ruhig und souverän. Austria Salzburg war offensiv über 90 Minuten praktisch nicht vorhanden. 2 Aktionen waren in der 1. Halbzeit zu vermerken. Zum einen prüfte Schriebl mit einem Flachschuss Parma-Keeper Frey, bei einem Freistoß von Häßler hatte er keine Probleme, den Ball zu fangen. Meiner Meinung nach war es auch ein Fehler, den zur Zeit außer Form befindlichen Schriebl bei diesem Spiel als Solospitze aufzubieten. In der Pause musste der Parma-Goalie dann verletzt ausscheiden. Durch solides Defensiv-Verhalten und auch durch etwas Glück konnte man zur Pause ein torloses Remis halten. Nach der Pause konnte man das Spiel der 1. Halbzeit noch etwa eine Viertelstunde durchhalten. Dann die Schlüsselszene des Spiels: Nach einem Fehler von Jank beim Abschlagen kam der Ball in den Gefahrenbereich ein Parma-Spieler wäre gefährlich an den Ball gekommen, wenn nicht Laessig sich mit der Hand das Leder noch geschnappt hätte (absichtlich oder nicht sei dahingestellt). Leider hat es der spanische Schiedsrichter gesehen, das konnte nur eine Folge haben: Elfmeter. Filippini verwandelte sicher zur verdienten Führung für Parma. Kurz darauf kamen die Italiener noch zu einer hundertprozentigen Möglichkeit, beinahe wäre mit dem 2:0 alles klar gewesen. Doch beim nächsten gefährlichen Angriff klappte es dann mit dem 2:0 für Parma, Gilardini zog davon, überspielte noch Arzberger und rollte zum 2:0 für Parma ein. Leider ist es offenbar einigen unserer Spieler egal, wie und besonders wie hoch wir verlieren. Die Tore von Nakata und Rosina waren nur noch Zugabe und bei konzentrierterem Spiel wahrscheinlich zu verhindern gewesen. Austria Salzburg wurde übrigens beim Spielstand von 0:2 ein Hands-Elfer vorenthalten, aber ich glaube nicht, dass ein Elfer und ein daraus resultierendes Tor eine wesentlich bessere Ausgangsposition für das Rückspiel geschaffen hätte. Salzburg war einfach chancenlos. Für den entstandenen Rauch durch Bengalen aus dem Salzburg-Block, der zu Beginn der 2. Halbzeit zu einer Spielunterbrechung geführt hatte wird der Verein nun von der UEFA eine Geldstrafe aufgebrummt bekommen, was soll's, das ist eben Stimmung - auch wenn es UEFA und Quehenberger nicht verstehen. Das Rückspiel in 3 Wochen am 27. November in Parma ist somit nur noch Formsache. Das Hauptaugenmerk gilt jetzt dem Abstiegskampf in der Bundesliga. Diesem so rasch als möglich zu entfliehen wäre die Grundlage um im Frühjahr befreit aufspielen zu können. Und so ganz nebenbei: Über den ÖFB-Cup könnte man sich ja wieder für den UEFA-Cup qualifizieren, dass das Finale in Salzburg ausgetragen wird müsste auch Motivation genug für Salzburg sein, dieses Finale zu erreichen...
3. November 2003: Austria Salzburg - Sturm Graz 5:0 (2:0) - Tore: Laessig, Brenner (2), Tomic, Scharrer
Gestern war ein außerordentlich glanzvoller Tag für alle, die sich mit Austria Salzburg in irgendeiner Art und Weise identifizieren. Ich versuche hier, diesen schönen Tag noch einmal Revue passieren zu lassen. Alles begann wie immer: Man machte sich eben auf den Weg ins Stadion, widmete seinen ganzen Tag nur der Salzburger Austria. Aus eigentlich unerklärlichen Gründen hatte ich vor dem Spiel gar nicht so ein schlechtes Gefühl heute. Obwohl oder gerade weil, das kann ich selbst nicht sagen, heute ein neues Gesicht als Trainer dieser Mannschaft auf der Bank sitzt. Schwer zu erahnen, was heute passieren würde. Zu oft hat mich mein gutes Gefühl schon getäuscht. Im Stadion angekommen war noch das Vorspiel, das Finale des Stiegl-Cups im Gange. Dann kam die Austria zum Aufwärmen, die Mannschaft wurde ob der zuletzt desaströsen Leistungen eigentlich geradezu frenetisch begrüßt. Zu Spielbeginn waren es dann starke 8.400 Zuseher, die das Spiel sehen wollten. Das ist echt eine ganze Menge, unglaublich eigentlich auf diese kollektiven Skandal-Leistungen zuletzt und ob des letzten Tabellenplatzes. Das kann nur Salzburg. Auch der Sektor der Grazer war auffallend gut besucht, trotz Sonntag. Die Fahnenschwingerei der Südösterreicher zu beginn war für eine Auswärtspartie und besonders für Sturm eine ansehnliche Darbietung, auch akustisch waren sie solange zu vernehmen, bis sie bemerkten, dass an diesem Tag für Sturm nichts zu holen sei. Aufgrund unsachgemäßer Handhabung der Kunststoffrohre zum Montieren der Transparente am vergangenen Mittwoch beim Spiel gegen die Admira wurden diese promt verboten, daher waren die Leute auf der Südtribüne leider - wie es die Rapidler sagen würden - "die Jungs hinter der Werbebande". Aber hoffentlich gibt es da bald wieder eine annehmbare Lösung, am besten bevor uns die "Grünen" diesbezüglich wieder ein wunderbares Spruchband malen. Die Stimmung im Allgemeinen war an diesem Tag sensationell gut. Jetzt musste nur noch der Spielverlauf passen, dann ist alles perfekt. Doch zu Beginn sah es nicht unbedingt danach aus: Nach ausgeglichener Anfangsphase ein Freistoß für Sturm an der Strafraumgrenze: Eddy Bosnar ließ einen unglaublichen Hammerschuss ab, welcher ans Lattenkreuz klatschte und das Torgebälk noch ordentlich nachzittern lies. Leicht auszumalen, wie das Spiel wohl verlaufen wäre, wenn dieser Ball um 2 Zentimeter tiefer angetragen gewesen wäre. So erhole sich Salzburg wieder. In der 21. Minute dann ein Freistoß, den Scharrer in den Strafraum zirkelte und der nach Sperre und Verletzung zurückgekehrte Kapitän Heiko Laessig köpfelte zum 1:0 für Salzburg ein. Die Austria spielte dann befreit. Dann eine schöne Kombination aus dem Mittelfeld, Brenner wird auf der rechten Seite toll freigespielt und ehe noch ein Grazer eingreifen konnte zog er schon ins lange Eck ab - 2:0 für Salzburg. Die Austria spielte phantastisch weiter und ging hochverdient mit dieser Führung in die Pause. Dann nach der Pause hatte Salzburg das Spiel immer unter Kontrolle. Sturm war abgemeldet. Die Fans wollten unbedingt auch noch Tore der Salzburger auf das Tor unmittelbar vor der Südtribüne sehen. Die Wünsche sollten mehr als nur erfüllt werden: In der 79. Minute wird Goran Tomic - richtig gelesen Goran Tomic - angespielt, der läuft noch einige Meter, schaut nochmals überlegt auf und zielt den Ball aus spitzem Winkel exakt ins lange Eck - 3:0. Dann ging's Schlag auf Schlag, die 83. Minute: Brenner übernimmt eine Flanke direkt mit dem Fuß und knallt ihn aus etwas spitzem Winkel einige Meter außerhalb des 5-Meter-Raumes unhaltbar volley wiederum ins lange Eck - 4:0. Der harmlose Mario Haas von Sturm sah im Finish dann noch Gelb-Rot. Den Schlusspunkt setzte einer, der es sich heute einfach auch verdient hat in der 90. Minute: Markus Scharrer tritt aus großer Distanz von der Seite einen Freistoß, der als Flanke gedacht war, der Ball springt im Strafraum auf und der irritierte und indisponierte Sturm-Torhüter Knezevic musste zusehen, wie der Ball - wohin wohl - ins lange Eck sprang - 5:0!!! Das war's dann, ausgelassener Jubel auf der Südtribüne und im gesamten Stadion, das diesmal förmlich "gebrannt" hat. Vieles bis alles vom Frust der letzten Tage und Wochen ist nun mit einem Schlag wieder einmal vergessen. Der Jubel nach dem Spiel war ausgelassener denn je, ich persönlich bin mit einem StadtBus vom Stadion zum Hanuschplatz gefahren. Was sich dort abgespielt hat wird man mir kaum glauben. Fanchöre und überschäumender Lautstärke, Schupfereien wie in der Fankurve, ein Wunder, dass uns der Busfahrer nicht alle rausgehauen hat. Jetzt kann man voller Zuversicht und guter Dinge in die Zukunft blicken, denn die ist ja bekanntlich international. Der AC Parma ist am Donnerstag unser Gegner im UEFA-Cup-Hinspiel in Linz. Parma hat seine Generalprobe übrigens gewonnen, 2:3 siegte man auswärts bei Brescia. Aber Eigentlich haben die Jungs aus der Millionenstadt verloren: Der Brasilianische Superstar Adriano, um den sich bei Parma alles dreht fällt voraussichtlich sowohl für Hin- als auch für Rückspiel aus. Vielleicht doch ein Vorteil für uns, wobei Parma natürlich nach wie vor klar zu favorisieren ist. Donnerstag, 20:30 Uhr auf der Linzer "Gugl" also: Austria Salzburg - AC Parma, freuen wir uns gemeinsam auf die Weiterreise in Europa...

links: so "geil" ist unsere Fantribüne ;) rechts: so "fett" unsere Ordner ;) PS: Beim Eingang zum Sturm-Spiel wollte mir ein total unmotivierter Ordner den Eingang mit der Digitalkamera verbieten *g* Beim nächsten Versuch um die Ecke hat's dann doch geklappt - IHR SEID SO BLÖD!!!
29. Oktober 2003: Austria Salzburg - Admira Wacker Mödling 1:2 (0:0) - Tore: Häßler; Katzer, Linz
Lars Söndergaard hat nach der Niederlage beim GAK zur Überraschung vieler und zur Spekulation einiger Experten doch noch eine Chance bekommen, weiterhin Trainer bei Austria Salzburg sein zu dürfen. Gegen Admira Mödling und Sturm Graz ist verlieren verboten angesagt. Teil 1 dieses Ultimatums sollte heute Mittwoch erfüllt werden. "Das Stadions soll brennen", wünschte sich Präsident Quehenberger. Alles andere war der Fall, nur etwa 5000 Leute kamen. Die wenigen, fast an einer Hand abzählbaren Admira-Fans sind kaum erwähnenswert. Die Austria-Mannschaft präsentierte sich sehr nervös. Jemand, der von Fußball keine Ahnung hat und an Hand der Austria erkennen müsste, was das Ziel dieses Spiels eigentlich ist, wäre wohl dessen an diesem Tag nicht aufgeklärt worden. Pause 0:0, leichte Pfiffe. Nach der Pause war dann eine eher noch schlechtere Austria zu sehen, die allerdings von Spielverlauf her ziemliches Glück hatte: Zuerst wird ein Tor von Linz wegen Abseits nicht anerkannt und wenig später tritt "Icke" Häßler einen Traumfreistoß zur 1:0-Führung für Salzburg. Ausgelassener Jubel auf der Südtribüne sollte sich jedoch sehr bald in bittere Enttäuschung, Hass und Verzweiflung verwandeln. Katzer gelint der Ausgleich für die Admira. Als dann die Austria mehr und mehr in sich zusammen brach setzte Roland Linz noch einen drauf: 1:2 für Admira, dann brachen bei den Fans alle Dämme: Man stürmte wutentbannt die Tribüne runter soweit es möglich war, skandierte den Unmut wie es nur ging, zeigte die Solidarität mit Trainer Söndergaard und sah sich noch an, wie Austria Salzburg Anti-Fußball zelibrierte und beinahe noch das 1:3 kassiert hätte. Die Niederlage war dann das Ende von Lars Söndergaard auf unserer Trainerbank. LEIDER. Von den Spielern kam KEIN EINZIGER noch zu den Fans um sich zu "entschuldigen" (Anmerkung: Heiko Lässig, der sonst immer dazu bereit ist fehlte der Mannschaft heute an allen Ecken und Enden). ABER: Unser Trainer, der immer alle unsere Sympathien tragen wird hatte noch den Charakter um sich bei diesen Fans für die Solidarität und das Vertrauen, welches ihm entgegengebracht wurde zu bedanken. Er kam vor die Südtribüne und zeigte, wie stolz er auf diese Rückendeckung der Fans war und immer noch ist und hoffentlich bleiben wird. Man wird aller Einschätzungen nach KEINEN besseren Trainer als Söndergaard für Austria Salzburg finden. Rudi Quehenberger sollte man meiner Meinung nach einen guten Stil beim Entlassen - oder wie er es sagt: "Erlösung des Trainers vor der Mannschaft" - des Trainers bescheinigen. LARS BLEIBT IN UNSEREN HERZEN, MIT DEN UNFÄHIGEN UND CHARAKTERLOSEN SPIELERN WERDEN WIR ABRECHNEN!!! WIR HAM AUSTRIA SALZBURG IM HERZEN!!!
26. Oktober 2003: GAK - Austria Salzburg 1:0 (1:0) - Tor: Aufhauser (11.)
Es wird derzeit oft von einer "Achterbahnsituation" gesprochen, wenn man die derzeitige Lage bei Austria Salzburg in den Blickpunkt zieht. Man sagt: "Europacup hui, Meisterschaft pfui". Leider wird aber mehr Meisterschaft gespielt als Europacup und so geht es in dieser Achterbahn schon viel mehr bergab als dann wieder mal bergauf. Ich möchte nicht wirklich in so einer Achterbahn sitzen. Im übertragenen Sinn machen wir Salzburgfans diese Achterbahnfahrt aber durch, auf der Fantribüne.
Gut 6.000 Zuseher kamen am Samstagnachmittag um sich das Spiel zwischen dem GAK und Austria Salzburg in Graz anzusehen. Eigentlich unglaublich, wie viele Fans der Salzburger Austria nachwievor keine Mühen scheuen und auch bei nicht so angenehmen Temperaturen und einer noch viel ungemütlicheren Tabellensituation weite Strecken zurücklegen, nur um ein Spiel dieser Mannschaft zu sehen. Nicht viel bekam der Salzburger Anhang gestern Nachmittag zu sehen. Der GAK siegte mit 1:0, das Siegestor war zwar sehenswert, jedoch nur wenn man nicht gerade Fan von Salzburg war. Ausgerechnet Aufhauser, der uns ja nach seinem Abgang aus Salzburg so gar nicht mehr sympathisch ist feuerte diesen Hammer ab und machte damit sein erstes Saisontor. Die Austria hatte Glück, dass die Partie bis zum Ende spannend blieb, der GAK vernebelte eine Reihe an Top-Chancen mit Höhepunkt eines Balles der an das Unterste Ende der Querlatte fiel und gerade nicht ins Tor fand.
Durch diese Niederlage ist jetzt die Trainerdiskussion leider wieder auf's Neue entbrannt. Diesmal wird's sicher noch brenzliger für Söndergaard. Ich persönlich bin weiterhin FÜR Söndergaard. Mein bester Grund dafür: Ich glaube nicht, dass Salzburg mit diesem Vorstand klug genug sein wird, im Falle eines Rauswurfs von Söndergaard die Verpflichtung von Peter Pacult unter Dach und Fach zu kriegen. Alle anderen Trainer, die für Salzburg dann in Frage kämen wären meiner Meinung nach keine mittel- oder längerfristige Erfolgsgarantie und würden die Arbeit und den Erfolg Söndergaards auf keinen Fall übertreffen. Außerdem ist Söndergaard beim harten Kern der Fans sehr beliebt und er hat dadurch eine Stütze auf die er sich stets verlassen kann. Handlungsbedarf besteht viel eher darin, Spieler mit Austria-Wien-Mentalität - allen voran Kahraman - schnellstens auszumustern. Mit solchen Leuten verzweifelt ein um den Erfolg verbissen arbeitender Trainer. Man sollte auf jeden Fall jetzt sofort einiges ändern in der Mannschaft, egal was, schlechter kann es ohnehin nicht werden. Dies sollte keinen neuen Trainer erfordern. Was auch immer der Verein jetzt beschließt: Wird Söndergaard gefeuert kann man dem Verein keinen Vorwurf machen, man hätte dann eben nach der 0815-Methode gehandelt. Wird anders gehandelt wären wir sehr froh darüber. Das einzige was uns Fans jetzt auf die Palme bringen kann: Wenn NICHT gehandelt wird. Jetzt stehen 2 Heimspiele in auf dem Programm. Am Mittwochabend empfangen wir die Admira und am Sonntag geht's gegen die wiedererstarkte Sturm-Mannschaft, die erstmals in unserem schönen neuen Stadion zu Gast sein wird. Man darf gespannt sein was man in den nächsten Stunden und Tagen über Austria Salzburg zu hören bekommen wird. Mein Tipp: Söndergaard wird ein Ultimatum von 4 Punkten aus den beiden Heimspielen gegen Admira und Sturm auferlegt. Wäre meiner Ansicht nach eine kluge Entscheidung vom Verein, welche ich dem Vorstand auch zu fällen zutraue. Es kann nur besser werden.
18. Oktober 2003: Austria Salzburg - Pasching 0:2 (0:2) - Tore: Atalay (17.), Kiesenebner (30.)
Am Wochenende nach dem großen "Wunder von Udine" musste man sich wieder einfinden in den grauen Meisterschaftsalltag! Das ist vergleichbar mit einem Aufwachen am Sonntag, wenn man am Samstagabend zu viel Alkohol erwischt hat. Genau so präsentierte sich heute die Austria: Müde, Chancen waren Mangelware. Die beste Möglichkeit hatte kurz vor Schluss Häßler. Sein toller Freistoß prallte von der Innenstange zurück auf das Spielfeld. Pasching war sehr ballsicher und ging durch Atalay in der 17. Minute verdient in Führung, wenn gleich die Aktion bereits im Aufbau abgepfiffen werden hätte müssen wegen eines Handspiels. Kiesenebner traf in der 30. Minute mit einem präzisen Schuss bereits zur Vorentscheidung - 0:2. Es ging heute einfach zu wenig. Aber was soll's: Nach der tollen Meisterschaft in der vergangenen Saison haben wir uns nun den UEFA-Cup verdient und da sollte man sich durchaus auch mal mit dem Hauptaugenmerk dort hin, nach Europa, orientieren. In der Meisterschaft sollte nun Schadensbegrenzung angesagt sein. Es gilt, sich über den ÖFB-Cup erneut für den UEFA-Cup zu qualifizieren. Sollte möglich sein, hat man doch auch die Motivation, dass das Finale in Salzburg stattfinden wird.
15. Oktober 2003: Udinese Calcio - Austria Salzburg 1:2 (1:0) - Tore: Bertotto (15.); Häßler (61.), Ibertsberger (78.)
Am 15. Oktober 2003 stieg dann also das Rückspiel in Udine. Die Fans reisten zeitig nach Italien. Die Italiener erwarteten die Fans bereits um sie dann sehr freundlich zu begrüßen. Hier sei einfach nochmals erwähnt: Italien ist ein wunderbares Land, tolle und immer gut gelaunte Menschen, eine schöne Sprache, ... „Forza Italia“ kann man da nur sagen.
Etwa 15.000 Zuseher fanden sich im Stadion „Friuli“ ein, wo um 20.45 Uhr das Spiel begann. Es war ein Spiel der schwarz gebliebenen TV-Geräte. Das italienische Fernsehen verzichtete auf die Übertragung dieses Spiels. Der ORF konnte daher nicht von den Italienern übernehmen und scheute die Kosten, ein eigenes Team nach Udine zu schicken. Diese Entscheidung zu beurteilen ist sehr schwierig, weil man die Kosten – besonders im Verhältnis zu anderen Aufwänden des ORF – nicht annähernd abschätzen kann. Tatsache ist, dass es jämmerlich schade ist, dass dieses Spiel nicht über die TV-Bildschirme flimmerte. Es sollte ein denkwürdiges Fußballspiel werden, für welches man auf viele andere TV-Spiele gerne verzichten würde.
Salzburg begann engagiert, aber in der 15. Minute machte Bertotto für Udine alles klar. Möge man zumindest meinen. Salzburg hatte in der Folge auch Glück, nicht weiter in Rückstand zu geraten. Jancker und Iaquinta trafen innerhalb von nur knapp 10 Sekunden 2 mal die Querlatte. Dann kam aber Salzburg immer besser ins Spiel, ein Schuss von Laessig wurde auf der Linie gerade noch geklärt. Pausenstand war 1:0 für Udine. Die 2. Halbzeit sollte kein Fan von Austria Salzburg jemals wieder vergessen. Was jetzt folgte fällt unter die Rubrik „Fußballwunder“. Austria Salzburg bäumte sich nochmals kräftig auf, mobilisiert alle Kräfte, stellt sich dem schier aussichtslosen Unterfangen, hier noch die Sensation zu schaffen und doch noch aufzusteigen. Doch man hatte mit Kampfgeist ein taugliches Mittel dafür. In der 61. Minute dann der verdiente Lohn: Thomas „Icke“ Häßler trifft mit einem traumhaften Freistoß zum Ausgleich – 1:1. Noch 1 Tor und Salzburg wäre weiter, aufgrund der Auswärtstorregel. In der 78. Minute ein Eckball für Salzburg, der Udine-Keeper lenkt den Ball weg, genau zu Ibertsberger, dieser schießt einfach und erzielt das umjubelte 2:1-Führungstor für Austria Salzburg, welches alle Dämme brechen ließ. Die restlichen Minuten vergingen langsam wie Monate aber sie verstrichen ohne größere Torchancen für Udine. So blieb es beim verdienten 2:1-Zittersieg in Udine. Das Wunder wurde wahr, keiner hatte damit gerechnet, auch Spekulationen waren spätestens nach dem Führungstor von Udine im Rückspiel bereits beendet.
Schwierig, ein Ende zu finden bei den Erklärungen, wie unglaublich dieses Wunder eigentlich ist und wie sehr man sich darüber freuen kann. Freuen kann man sich jetzt auch auf den Gegner in der 2. Runde. Das Los bescherte und wieder eine sehr reizvolle Aufgabe, wieder geht es nach Italien. AC Parma ist unser Gegner. Parma ist derzeit am 4. Tabellenplatz in der Serie A, der wahrscheinlich besten Bundesliga der Welt. Von der Qualität der Mannschaft dürfte Parma etwa im Bereich von Udine liegen. Was möglich ist hat man ja bereits gesehen. Wieder wäre das erste Spiel auswärts gewesen, doch Klub-Boss Quehenberger einigte sich wiederum auf den Tausch des Heimrechts. Salzburg spielt nun im offiziellen Heimspiel am 6. November in Linz und am 27. November geht es dann nach Parma.
4. Oktober 2003: SK Rapid Wien - Austria Salzburg 1:0 (0:0) - Tor: Ivanschitz (90.)
Nach der skandalösen Darbietung und der daraus resultierenden 1:2-Schlappe in der 2. Runde gegen die Rapidler wollen es die Jungs um Lars Söndergaard beim 2. Duell der großen Rivalen Rapid und Salzburg in Wien besser machen. Es gilt, verlorenes Prestige zurückzuholen und Feind Nr. 1 - Rapid Wien - wieder etwas - ganz geht es ja nicht - zurück in die Realität holen. Der Support der 300 mitgereisten Salzburgfans war gut, es gab eine Choreographie mit vielen violetten und weißen Doppelhaltern. Auch die Rapidler hatten wirklich einiges zu bieten: Eine Zettel-Choreo "Viola - Merda" bekam man zu sehen, wobei zunächst weiß auf schwarz "VIOLA" zu entnehmen war, als die Zettel gewendet wurden, ergab sich daraus ein "MERDA" - dann farbenverkehrt in weiß auf schwarz. Als Draufgabe kam dann von der Westtribüne noch eine sehenswerte Bänderchoreographie, also support-mäßig die Rapidler wie so oft 1A, da kann man ihnen einfach nichts ankreiden. Salzburg und Rapid verbindet eben der Glauben und das Leben einer Fankultur, was uns trennt sind schlicht die Vereinsfarben. Das Spiel war auf hohem Niveau, wobei über die gesamte Spielzeit gesehen Rapid die etwas bessere Mannschaft war, das Selbstvertrauen war der Hickersberger-Truppe einfach anzusehen. Aber auch Salzburg kam zu guten Möglichkeiten, speziell Kahraman wurde einige Male gefährlich in Szene gesetzt. Spät kam dann der Todesstoß für Austria Salzburg an diesem Tag: In der 90. Minute knallte der überragende Andi Ivanschitz einen mächtigen "Hammer" in Richtung Tor von Arzberger, dieser hatte keine Chance, der Ball schlug voll im Kasten ein - 1:0 für Rapid. Dann kam Volkan Kahraman noch zu einer Top-Chance auf den Ausgleich, er vergab allerdings bereits wie zuvor einige Male ziemlich stümperhaft. So bliebt auch im 2. Saisonspiel dieser beiden Mannschaften Rapid siegreich, für Salzburg gilt es im Frühjahr, den Imageschaden gegen Rapid wieder auszumärzen. Dieses Spiel war zugleich die Generalprobe für das schwierige UEFA-Cup-Rückspiel am Mittwoch in einer Woche in Udine. Leider wurde sie verpatzt, die Ausgangsposition für dieses Spiel war ohnehin schon äußerst schlecht durch die 0:1-Niederlage in Linz, nun kann man nur auf ein violettes Wunder hoffen. Aber was war da nicht schon alles, erinner wir uns doch an den Dezember 1993, Sporting Lissabon, 3:0...never forget!!!
27. September 2003: Austria Salzburg - SW Bregenz 0:1 (0:0) - Tor: Schepens (54.)
Guter Dinge konnte man ins erste Meisterschaftsspiel nach der Rückkehr auf die internationale Bühne gehen. Ein typischer Jausengegner, der aber ganz klar keiner ist, kam ins Stadion nach Salzburg begleitet von einem mickrigen Häufchen von ca. 50 Fans aus dem Ländle. Nicht dabei war Salzburg-Schreck Axel Lawaree, der laut SN den Kunstrasen in Salzburg fürchtet. Beste Voraussetzungen eigentlich, nach dem 5:0-Erfolg gegen Kärnten den nächsten Kantersieg einzufahren. Die magere Kulisse von "nur" 7.800 Zusehern vermochte im Gegensatz zum Kärnten-Heimspiel diesmal in keiner Phase gute Stimmung zu machen. Das Spiel plätscherte ebenso dahin wie der schwache Support. Ein müdes 0:0 zur Pause war die Folge. Einige Leute stehen aber ganz ehrlich gesagt momentan auch nicht mit der richtigen Einstellung auf unserer Südtribüne. Viel zu schnell kommen völlig unnötige Pfiffe, die genau das Gegenteil von dem bewirken, wozu wir eigentlich da sein sollten, nämlich die Mannschaft nach vorne zu treiben. Solche Pfiffe nehmen den Jungs jeden Mut. Bei einem Ball, der nochmal zur Seite gespielt wird, um dann vielleicht eine Maßflanke bringen zu können geht ein Raunen durch die Fantribüne und das vermischt sich dann auch mit Pfiffen. Das kann es nicht sein. Vielleicht sollte man die Kartenpreise für die Sektoren etwas ausgeglichener machen, um diverse Stimmungstöter, die nur wegen günstigerer Preise auf die Südtribüne kommen dort hin im Stadion unterzubringen, wo sie hingehören. In Halbzeit 2 machte dann Schepens auch noch das entscheidende Tor für Bregenz in der 54. Minute. Dabei blieb es dann. Ein Spiel ohne Highlights, wirklich zum Einschlafen. Da hat sich die Mannschaft bei der Nase zu nehmen. Stimmungsmäßig dürfte eine deutliche Verbesserung in einer Woche wohl garantiert sein, es geht nach Wien zum heißen Auswärtsmatch bei Rapid. Kurzes Fazit: Scheiß Spiel, dadurch verkorkstes Wochenende, es kann nur besser werden!

24. September 2003: Austria Salzburg - Udinese Calcio 0:1 (0:1) - Tor: Dino Fava (36.)
Nach gut 6 Jahren Pause spielt Austria Salzburg nun endgültig wieder dort, wo sie hingehört: In Europa, international! Die Auslosung bescherte uns ein Los, welches einige mehr und einige weniger erfreut hatte. Der ganz harte Kern hätte gerne eine längere und somit abenteuerreichere Auswärtsfahrt gehabt. So freute man sich, gegen einen befreundeten Klub antreten zu können. Es wird mit den italienischen Fans eine jahrelange Fan-Freundschaft gepflegt. Leider drückte ein Todesfall vom Wochenende vor diesem Match den Italienern - und auch den Salzburgern - etwas auf's Gemüt. Matteo, ein Fan von Udine verunglückte bei einem Verkehrsunfall tödlich. Nicht nur die Udine-Fans, auch die Salzburger Fans widmeten Matteo ein Spruchband. Es wurde für Matteo eine Gedenkminute abgehalten, die mitgereisten Udine-Fans dankten dafür mit "Salisburgo"-Chören. Auch die Salzburgfans stimmten freundschaftlich noch "Udine"-Chöre vor dem Spiel an. Mit Bussen wurden wir Fans - finanziell vom Verein unterstützt - nach Linz gebracht. Schon auf der Autobahn fielen viele Autos mit stolz gezeigten Udinese-Schals auf, im Stadion waren es dann ca. 1700 Italiener. Viel mehr hätten es sein können, wenn es das Schicksal mit Matteo besser gemeint hätte. Matteo wurde nämlich am Spieltag beigesetzt, deshalb blieb sein Platz und der des Fanclubs "Nord Kaos" diesmal frei. Insgesamt waren 9400 Besucher im Linzer Stadion. Das Spiel und vor allem das ganze Drumherum war eine Demonstration von Fairness, freundschaftlicher Umgangsweise und Respekt - das ist, was die UEFA sehen will. Soll sie ihren Traum hald zu mindest bei einem Spiel mal in der Realität bekommen. Die italiener verbreiteten - ganz nach ihrer Mentalität - zu mindest nach außen beste Laune trotz des tragischen Todesfalls vom Wochenende. Eine schöne Fan-Choreographie wurde von den Salzburgfans zu Spielbeginn präsentiert (siehe Bild unten). Die Stimmung war bestens. Pfiffe für Udine-Spieler wurden ob der Freundschaft gemieden. Nur Carsten Jancker wurde bei seiner Einwechslung in der 2. Halbzeit seine grüne Vergangenheit bei Rapid nicht verziehen. "Nie mehr Rapid Wien"-Chöre und Pfiffe gab es in Richtung Jancker. Das Spiel war in Hälfte 1 ziemlich durchwachsen. Salzburg kam zu keiner wirklich guten Möglichkeit. Die Italiener präsentierten sich sehr abgeklärt und souverän. Dino Fava brachte nach schöner Kombination Udine in der 36. Minute mit 1:0 in Führung. Torschütze Dino Fava ist mir persönlich bei den Italienern an diesem Tag auch im übrigen Spiel als besonders stark aufgefallen. Zur Pause stand es 0:1 aus Sicht von Salzburg. Die Stimmung war an diesem Tag wirklich großartig. In der Pause wurde beispielsweise "Go-go-goal", die älteste und wohl beste Vereinshymne von Austria Salzburg im Stadion gespielt, die Fans sangen mit und untermalten dies noch mit einer Schal-Parade, wo jeder mitmachte - in der HALBZEITPAUSE wohl gemerkt. Außerdem erfreute man sich wieder mal an einer gut gebauten blonden Polizisten. "Sex mit der Blonden" sowie "ausziehen" u.ä. wurden gefordert. Das ganze wurde zwar etwas übertrieben, war aber ganz nett ;) Nach der Pause versuchte die Austria mehr Druck zu machen. Udine hatte dafür aber die richtige Lösung parat: Eine typisch italienische Spielweise. Sie zogen sich zurück, ihr Defensiv-Verhalten war erstklassig und so kamen die druckvollen Salzburger zu keiner wirklichen Möglichkeit. Am nähesten war man einem Torerfolg bei einem Pfeifenberger-Kopfball. Es bleibt dabei, wir erzielen gegen Italienische Mannschaften im Europacup einfach kein Tor. Gegen AC Milan und Inter Mailand waren wir zwar nahe dran, aber der Torschrei blieb doch immer irgendwo stecken. Man darf einfach nicht die Hoffnung für's Rückspiel aufgeben. Nach dem Spiel wechselten noch einige Schals ihren Besitzer beim rituellen Schal-Tausch. Die Italiener wie schon angesprochen ganz ganz nette Leute, Hut ab vor diesem tollen Volk! Als es mit dem Bus dann wieder nach Hause ging konnte man stolz sein, die Austria wieder international gesehen zu haben. Man konnte die Niederlage durchaus verkraften. Es war trotzdem ein sehr eindrucksvoller Tag, den man wohl nicht mehr vergessen wird. Bis zum Rückspiel "partita di ritorno" in Udine in 3 Wochen am 15. Oktober 2003.

... und hier gibt's noch eine Story von mir in der klar geschildert wird, welche Ungereimtheiten seitens unserer Vereinsführung diesem UEFA-Cup-Match vorausgegangen sind:
Am 24. September beginnt für Austria Salzburg das Abenteuer UEFA-Cup. Gegner in der 1. Runde ist mit dem italienischen Serie-A-Klub Udine ein sehr attraktiver Verein. Nach 6 Jahren Pause (zuletzt im 1997 UEFA-Cup gegen RSC Anderlecht gescheitert) hat man nun endlich wieder die Möglichkeit, sich international gut zu verkaufen. Doch statt sich gut zu verkaufen macht man sich schon mal vorab zur Lachnummer in diesem Bewerb.
Unsere Verantwortlichen haben es geschafft, uns jegliche Vorteile, die sich für uns in dieser 1. Runde ergeben hätten können, zu nehmen. So haben wir kein Heimspiel in unserem wunderschönen neuen Stadion in Salzburg, sondern müssen dieses – falls man es dann noch Heimspiel nennen kann – in Linz austragen. Grund dafür ist bekanntlich der Kunstrasen im neuen Stadion in Salzburg, der international noch erst in der Testphase ist und (noch) nicht als bewilligt für Europacup-Partien gilt. Man hätte – für eine Portion Geld – einen Naturrasen extra für dieses Spiel über den Kunstrasen legen können und so den Heimvorteil behalten können. Man hat auf diese Ausgaben verzichtet und spielt nun lieber in Linz. So negativ all dieses schon ist, man könnte die Entscheidung, dieses Geld zu sparen ja als Fan noch irgendwie nachvollziehen. Aber weil den Fans vorab dieses Projekt mit dem Naturrasen auf den Kunstrasen bereits versprochen wurde, ist es eine höchst zweifelhafte Entscheidung. Aber irgendwie hat sich das ja abgezeichnet, wurde doch das Versprechen bald etwas abgeschwächt: Man wolle den Naturrasen nur bei einem attraktiven Gegner verlegen lassen. Aber wenn der 6. der aktuellen Abschlusstabelle in der Serie A in Italien kein attraktiver Gegner ist, welchen Gegner hätte es dann erfordert, um dieses Projekt starten zu lassen? Real Madrid spielt nun mal in der Champions League...
Des weiteren sollte das Heimspiel erst als Rückspiel am 15. Oktober stattfinden. Zunächst wäre (laut Los) das Auswärtsspiel am 24. September in Friaul auf dem Programm gestanden. Es ist ja unbestritten, dass es grundsätzlich immer ein kleiner Vorteil ist, das Rückspiel zu Hause vor den eigenen Fans bestreiten zu können. Auf Wunsch von unserem immer unfähiger handelndem Präsidenten Rudi Quehenberger wurde nun das Heimrecht getauscht. Dies ist ja möglich, sofern der Gegner damit einverstanden ist. Das ganze muss dann nur noch von der UEFA abgesegnet werden. Udine war natürlich einverstanden, damit ging alles klar und schon war das Heimrecht im Rückspiel bei Udine. Hintergedanke Quehenbergers war wohl, dass man bei einer Möglichen Abfuhr in Udine für’s Heimspiel zu wenig Zuseher nach Linz bekommt. Eine der wenigen Aktionen, die Quehenberger erfolgreich über die Bühne bringt ist ausgerechnet eine, die der Austria schadet.
Zu guter letzt wurden die Fans von Austria Salzburg noch ihres letzten Lichtblicks für Runde 1 im UEFA-Cup beraubt. Man freute sich, dass das Spiel in Linz um 20:30 Uhr beginnt. Neue Beginnzeit ist jetzt 18:00 Uhr. Offizielle Begründung: Man wolle den Fans am Rupertitag (Salzburger Landesfeiertag) eine angenehme Beginnzeit bieten. Die Herren dürften wohl vergessen haben, dass am Rupertitag fast ganz Salzburg im alltäglichen Arbeitsleben steht. Frei haben da die wenigsten. Da bekommt man das Gefühl, dass der Vorstand noch schülerhaft denkt (Schüler haben nämlich frei an diesem Tag). Der wahre Hintergrund ist natürlich klar: Man kassiert bei Beginn um 18:00 Uhr die vollen TV-Gelder, die man sich bei späterem Beginn teilen hätte müssen, weil ja andere österreichische UEFA-Cup-Vertreter sonst zeitgleich angetreten wären. Vielleicht war der Heimrecht-Tausch ja auch der Grundstein für diese unglaubliche Entscheidung. Man denke sich seinen Teil...
21. September 2003: FC Kärnten - Austria Salzburg 1:2 (0:1) - Tore: Bubalo (53.); Eder (42.), Laessig (75.)
Bestens gelaunt nach den beiden Siegen in den vorangegangenen Spielen reisten 300 Salzburgfans ins Wörthersee-Stadion nach Klagenfurt um ihre Austria wieder bestens zu unterstützen. Die Fans sollten für ihre Mühen wieder einmal belohnt werden. Salzburg vergab in der ersten Hälfte bereits viele Top-Chancen, ehe Thomas Eder - einmalmehr per Weitschuss aus großer Distanz - ein Traumtor als Krönung für das tolle Spiel in der 1. Halbzeit für Salzburg erzielte. Nach der Pause erwischte der FC Kärnten einige stärkere Minuten und konnte durch einen Treffer von Bubalo in der 53. Minute daraus auch sofort Kapital schlagen - 1:1. Aber dann war Kärnten wieder abgemeldet und Salzburg kam in der 75. Minute durch ein Tor unseres Kapitäns Heiko Laessig zur verdienten neuerlichen Führung. Diese Führung gab man dann nicht mehr aus der Hand, man brachte das 2:1 ziemlich sicher über die Zeit und konnte damit den 3. Sieg in Folge einfahren. Die Wende scheint nun also endgültig geschafft. Eingeleitet wurde sie mit einem 0:0 zu Hause gegen Austria Wien, dann schlug man Mattersburg auswärts 1:0, dann kam die 5:0-Gala zu Hause gegen die Kärntner und diesmal konnte man sie auch auswärts schlagen. Nun ist man bestens in Laune für unsere lang ersehnte Rückkehr ins internationale Geschäft. Am Mittwoch (18:00 Uhr) wartet in Linz ein schweres Kaliber: Gegen Udinese Calcio wollen die Salzburger mehr als nur Paroli bieten. Das Stelbstvertrauen stimmt nach den 3 Siegen, jetzt können wir auch das packen!!! EUROPA WIR KOMMEN!
14. September 2003: Austria Salzburg - FC Kärnten 5:0 (3:0) - Tore: Amoah (3.), Eder (11.), Pfeifenberger (16.), Teber (61.), Ibertsberger (72.)
Nach dem 0:0 gegen Meister Austria Wien und dem 1:0-Auswärtssieg in Mattersburg hätte man sich für das gestrige Heimspiel - auch wenn der Gegner "nur" Kärnten war - doch etwas mehr Besucher im Stadion erwartet. Trotz der Heimpremieren vom Mattersburg-Goldtorschützen Selim Teber und von Charles Amoah fanden nur 7200 Zuseher den Weg ins Stadion (davon ca. 80 Kärntner). Aber eines sei vorweggenommen: Jeder, der an diesem Tag nicht dabei war, ist selber schuld: Wer nicht kam, versäumte ein eindrucksvolles Fußballspiel mit allem drum und dran. Aber alles mal der Reihe nach: Unter jenen Zusehern, die doch gekommen sind herrschte eine hervorragende Stimmung. Gleich in nach einer Viertelminute (!!!) musste Kärnten-Torhüter Roland Goriupp bei einen Prachtkopfball vom an diesem Tag sensationell starken Heimo Pfeifenberger sein ganzes Können unter Beweis stellen um das 0:0 vorerst noch festzuhalten. Es gelang ihm gerade noch. Doch bald darauf war das 0:0 an diesem Nachmittag dann auch schon Geschichte: Selim Teber knallt einen tollen Schuss in Richtung Goriupp, dieser kann den Ball nur abklatschen lassen, der Ball springt Charles Amoah vor die Füße und dieser hat keine Mühe, schon in der 3. Minute auf 1:0 zu stellen. Nachdem Teber also in Mattersburg traf, kommt auch Amoah gleich gut ins Spiel bei seinem neuen Verein und trifft auch gleich! Die nächste tolle Szene von Amoah in der 11. Minute konnte dann Goriupp wiederum nur kurz entschärfen, ehe Eder per Abstauber ins lange Eck zum 2:0 traf. Und weil an diesem Tag einfach alles zusammenpasste knallte Teber in der 16. Minute abermals einen Schuss ab, welcher diesmal von Heimo Pfeifenbergers Ferse unhaltbar für Goriupp abgefäscht wurde - 3:0 nach einer guten Viertelstunde!!! Dann war es bis zum Pausenpfiff mit der Stimmung einstweilen mal vorbei, weil der sonst so gut gelaunte Vorsinger offenbar "streikte". Aber das tolle Spiel der Austria ging weiter. Wieder voll überzeugend war an diesem Tag Maynor Suazo: Unnachahmleich sein Spielstil, seine Art der Ballbehandlung, faszinierend auch seine Lauf- und Einsatzbereitschaft. Sein Satz "Ich werde mich für Salzburg zerfetzten" war pure Ehrlichkeit, der Mann spielt sensationell stark. Erwähnenswert auch noch Charles Amoahs Einsatzbereitschaft, die auch immer wieder von Erfolg gekrönt ist: Symthomatisch, als er gestern den Ball im 16er verloren hatte und dann unaufhaltsam bis zur Mittellinie dem Kärntner nachgelaufen ist und ihm dann selbst wieder den Ball abgenommen hat. Der ist bei Sturm nie richtig zum Zug gekommen und bei uns kann er jetzt sein Können unter Beweis stellen und tut das auch. Das tolle Spiel in der 1. Halbzeit wurde neben den 3 Toren dann noch durch viele Chancen und sehenswerte Kombinationen untermalt - Pausenstand 3:0. In der 51. Minute dann der einzige Wehrmutstropfen an diesem Nachmittag: Icke Häßler signalisiert, dass er ausgetauscht werden muss. Wie sich später herausstellte erlitt er einen Muskeleinriss ober dem Knie und fällt für mindestens 2 Wochen aus. Gegen Udine müssen wir also ohne unseren neuen Spielgestalter auskommen. Ein herber Verlust, denn wie der gegen Kärnten aufgespielt hat war eine Augenweide, jede Aktion ein Zungenschnalzer einfach. Er läuft und kämpft wie ein junger wilder und das bei einer Technik eines Weltmeisters und eines ausgereiften Vollprofis sowie einer Top-Einstellung und angeborenen Ballgefühls. Für ihn kam dann Kahraman, er konnte leider nicht überzeugen. Die Mannschaft kämpfte geschlossen weiter und wurde dafür erneut belohnt. In der 61. Minute schlug erneut ein Neuzugang zu: Der Goldtorschütze von Mattersburg - Selim Teber - traf auch diesmal wieder: Ein abgefälschter Freistoß von ihm fand den Weg ins Tor - unhaltbar. Dieses Freistoßtor von Teber war nur die Krönung eines senstationellen Spiels, er fackelte nie lange, schoss stets auf das Tor. Damit war er Vorbereiter weiterer Tore und toller Szenen. Den Schlusspunkt setzte Andreas Ibersberger. Bei einem Distanzschuss von ihm patzte der bemitleidenswerte Goriupp, er ließ den Ball durch die Hände ins Tor. Dabei erwischte es mit Ibertsberger als Torschützen genau den richtigen Mann: Anfangs war er noch sehr unsicher, er steigerte sich aber und das Tor als Krönung sollte ihm jetzt die Sicherheit geben, die er braucht um sein ganzes Können, das hinter seinem Talent steckt unter Beweis stellen zu können. Der Sieg hätte noch viel höher ausfallen können, er wurden noch weitere gute Chancen vergeben. Kärnten wurde nur bei einem Stangenschuss so richtig gefährlich. Zu diesem Zeitpunkt war aber schon alles klar. Es blieb beim 5:0. Die Mannschaft um den so gut arbeitenden Trainer Lars Söndergaard wurde nach dem Spiel von den Fans gefeiert. Und das am "wahren" 70. Geburtstag von Austria Salzburg. Am 13. September 1933 wurde Austria Salzburg gegründet. So feiert man Feste, lieber Vorstand, nicht mit der x-ten Auflage eines Legendenkickes! Es entsteht wieder eine Euphorie, die diese Mannschaft jetzt wieder dorthin treiben soll, wo sie hingehört: An die Tabellenspitze. Wenn man den Ausfall von "Icke" Häßler gegen Udine verkraften und ihn so gut es geht (ganz ersetzten kann man so einen Klassespieler nie) vertreten lassen kann, ist gegen Udine der Aufsteig in Runde 2 im UEFA-Cup möglich. Gestern präsentierte sich unsere Mannschaft einfach genial, technisch sowie auch kämpferisch. Eine tolle Moral garniert mit technisch tollen Mitteln, das lässt hoffen... In der Meisterschaft geht es am Samstag erneut gegen die Kärntner, diesmal auswärts in Klagenfurt! Bei einer ähnlich guten Leistung ist der Sieg wohl sicher. Dann wartet das schwere Spiel in Linz gegen Udine im UEFA-Cup. Im nächsten Meisterschafts-Heimspiel geht es gegen SW Bregenz. Abschließend sind noch einmal alle sind aufgerufen, ins Stadion zu kommen! Die Austria braucht uns alle! FORZA VIOLA!!!

11. September 2003: SV Mattersburg - Austria Salzburg 0:1 (0:0) - Tor: Teber (67.)
Endlich ist es vollbracht: Der erste "3er" in dieser Saison wurde mit dem 1:0-Auswärtssieg bei Aufsteiger SV Mattersburg eingefahren. Von den gut 9000 Besuchern mit Mattersburger Pappelstadion waren etwa 150 Fans von Austria Salzburg. Diese machten gute Stimmung, es wurde eine tolle Bänder-Choreographie mit einer sehenswerten Pyro-Einlage untermalt! Mattersburg war spielbestimmend, vergab auch einige Möglichkeiten. Bei der größten rettete für Salzburg nach einem Kopfball die Querlatte. Aber ausgerechnet in jener Phase, als uns die Mattersburger entscheidend unter Druck setzen wollten gelang dem starken Selim Teber ein Tor durch einen Schuss aus ca. 15 Metern. Dieses Goldtor des Neuzugangs war der Todesstoß für Mattersburg. Danach liefen die Burgenländer vergeblich an, es kamen keine größeren Chancen mehr zustande. Salzburg siegt glücklich in Mattersburg und holt 3 wichtige Punkte im Kampf ums Herauskommen aus dem Tabellenkeller. Am Samstag steht dann das Heimspiel gegen den FC Kärnten auf dem Programm. Hoffen wir, dass sich dieses Spiel gegen Mattersburg als eine längerfristige Trendwende herauskristallisiert!
2. September 2003: Austria Salzburg - Austria Wien 0:0
Nachdem wir Fans 6 Runden zugesehen hatten, wie unsere Austria Spiel für Spiel - oft ohne nennenswerte Gegenwehr - unterging, hatten wir nach all den Wochen nun endgültig die Schnauze voll und taten dies endgültig auch kund: Protestiert wurde, indem man die ersten 15 Minuten nicht in den Fansektor, auf die Südtribüne ging, keine Stimmung machte. Spruchbänder wie "Ihr wisst schon warum - die Süd" oder "Gaudimax-Sieger 2003: Austria "Scheich"burg" zierten die ungewohnt leere Südtribüne. Auch widmete man ein Transparent den "Verbannten", die nun mit einem bundesweiten Stadionverbot bedacht wurden. Pünktlich nach einer Viertelstunde des Schweigens marschierte man dann geschlossen auf die Südtribüne, Salva griff zum Megaphon und schon waren die wenigen Wiener gar nicht mehr zu vernehmen. Die Stimmung war nicht überschäumend, aber ganz in Ordnung. Sein Debüt im Trikot der Salzburger Austria feierte an diesem Tag Ex-Weltmeister Thomas "Icke" Häßler. Der kleine wendige Mann ließ seine große Klasse in vielen Aktionen aufblitzen. Man sah schon, dass uns "Icke" wohl noch viel Freude machen wird. Auch bei den Fans fand Häßler sofort Sympathien. Die Südtribüne widmete ihm immer wieder Anfeuerungsrufe. Genauso wie Roland Kirchler übrigens, der auf dubiose Weise den Verein verlassen hat - nach Pasching, zu einem Spottpreis. Nach 83 Minuten wurde Häßler ausgewechselt. Fazit: Ein gelungenes Debüt, er kann aber sicher noch mehr, da er doch erst seit einigen Tagen wieder im Training steht. Fast in den Schatten gestellt wurde das Häßler-Debüt aber von einem herausragenden Maynor Suazo, der nach seinem Nacht-Nebel-Verschwinden nach Honduras nun wieder mit offenen Armen und einer Portion Reue von der Austria empfangen wurde. Er haute sich voll rein, spielte clever, cool (seine ganz eigene Art hald) und kassierte dabei keine gelbe, geschweige dem rote Karte. Der "zerfetzt" sich nun wieder für Austria Salzburg, so soll es sein. Das Spiel endete dann 0:0. Man hätte die Wiener Austria an diesem Tag besiegen können, aber nach so einer Krise muss man doch froh sein, gepunktet zu haben. Die Unsicherheit war vielen noch anzumerken. Kräftig zugeschlagen hat Austria Salzburg kurz vor Ende der Transfer-Zeit noch am Spielermarkt. Der bei Sturm nie richtig zum Zug gekommene Charles Amoah (Nationalspieler von Ghana, einst teuerster Transfer in die österr. Bundesliga) wurde von Sturm leihweise für ein Jahr (ohne Option) verpflichtet. Kartnig will, dass sich Amoah bei Salzburg international auf sich aufmerksam macht, um ihm dann nach Ende des Jahres teuer zu gunsten der Sturm-Kassa verkaufen zu können. Von Kaiserslautern holte man Selim Teber, ein 19-jähriger Nigerianischer Stürmer wurde geholt, ebenso wie ein 28-jähriger Verteidiger - Josko Bilic. Häßer war ohnehin klar und eben Maynor Suazo, der wieder auftauchte sind nun bei Austria Salzburg. Das lässt optimistisch in die Zukufnt blicken. Nach der Länderspielpause am kommenden Wochenende geht es dann am 13. September auswärts nach Mattersburg gegen den Aufsteiger.
Das ist Fußball ;)
29. August 2003: Um 13:00 Uhr fand in Monaco die Auslosung für den UEFA-Cup statt. Austria Salzburg spielt in der 1. Runde gegen Udinese Calcio aus dem italienischen Friaul. Die "Ultras" von Austria Salzburg pflegen mit den Fans vom "Nord Kaos" von Udinese eine Fan-Freundschaft, was dem Duell einen pickanten Beigeschmack gibt. Das erste Spiel bestreitet Salzburg auswärts am 24. September in Udine, das Heimspiel am 15. Oktober soll in Salzburg ausgetragen werden. Im Stadion soll ein Naturrasen über den Kunstrasen gelegt werden, um dem Salzburger Publikum dieses Spiel in IHRER Stadt nicht zu vorenthalten.
28. August 2003: Das unglaubliche Versagen unserer Vorstands-Etage findet kein Ende: Hört man ohnehin schon nur negatives und erfreut sich an der Verpflichtung des Weltmeisters von 1990 - Thomas "Icke" Häßler -, wird dieser Hauch von positivem sofort Tags darauf wieder von skandalösem Vorgehen unserer Verantwortlichen überschattet: Roland Kirchler verlässt den Verein. Er wechselt zu Pasching! Wie ist es zu erklären, dass Roland Kirchler - ein Führungsspieler der Austria - den Verein ohne jegliche öffentlich gewordene Anzeichen im Vorfeld auf einmal verlässt in Richtung eines Provinzklubs, der noch vor wenigen Monaten in einer "Was-weiß-ich-wie-die-heißt-LIGA" spielte? Über die Gründe lässt man uns munkeln, es gibt wieder einmal 1000 "Wahrheiten"! Auf jeden Fall wurde er um einen Spottpreis in die Provinz - zu einem Mitkonkurrenten - abgegeben. Das darf es einfach nicht sein! Unsere Austria ist ein Verein, dem so viele Fans überall hin folgen, an dem so viele Sympathien liegen. Wie mit diesen Fans, für die Austria Salzburg mehr oder weniger alles bedeutet umgegangen wird, wie verantwortungslos hier gehandelt wird ist eine absolute Frechheit!!! Tatenlos werden die Fans jetzt nicht mehr zusehen! Gegen Austria Wien am kommenden Sonntag gibt's Proteste, wir lassen uns das nicht bieten! Wir haben jetzt seit Wochen die Schnauze voll und am Sonntg werden wir das so richtig denen zeigen, die dafür verantwortlich sind! Auch der Mannschaft gilt einiges von unserem Zorn! Die Mannschaft spielt seit Wochen ohne Herzblut, das kann es nicht sein! Wer das violette Trikot von Austria Salzburg anziehen darf muss auch wissen, was er für eine Ehre hat und welche Fans er hier sportlich vertritt!!! WIR HAM DIE SCHNAUZE VOLL!!!
28. August 2003: Sturm Graz - Austria Salzburg 4:2 (1:1) - Tore: Korsos, Neukirchner, Haas, Rojas; Pfeifenberger, Eder
Nach 5 Runden ohne jeden Punkt wollte man im sechsten Anlauf endlich einmal anschreiben. Pfeifenberger besorgte in der 29. Minute zwar die Führung, aber dann kam es wieder knüppeldick: Nachdem Korsos in der 39. Minute noch vor der Pause den Ausgleich machte traf Neukirchner in Minute 52 zum 2:1 für Sturm. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Eder in der 64. Minute (wie wohl, per Weitschuss - Traumtor!!!) war dann das Ende des derzeitigen violetten Spielvermögens. Haas und Rojas (74., 81.) sorgten für den Sturm-Sieg. 4:2 verloren, weiter punktelos - nach 6 Spielen, also einem Sechstel der gesamten Meiterschaft! Das ist jetzt Alamstufe ROT! Noch kurz zu den Fans in Graz: Von den 6000 im Stadion waren gut 400 im Salzburg-Block und machten großartige Stimmung mit Bengalen, ... Einige Raketen mischten sich dazu, was unseren in der Kritik stehenden Präsidenten Quehenberger vor den Gästesektor trieb, um die Fans zu beruhigen. Die Salzburger Fans wurden von allen Seiten provoziert. Dass man da mal ausrastet verstehen leider nur wenige. Es kam eine Auseinandersetzung mit einigen alles andere als szenenkundigen Polizisten heraus, die in den Medien unnötig hochgespult wurde. Derzeit läuft einfach NICHTS!!! JETZT GIBT ES PROTESTE AM SONNTAG GEGEN AUSTRIA WIEN!!!
20. August 2003: Admira Wacker Mödling - Austria Salzburg 4:0 (1:0) - Tore: Astafiew, Linz, Ziervogel, Katzer
Verspätet und in aller Kürze mein Spielbericht zum Auswärtsspiel in der Südstadt: Es ist mittlerweile schon fast nicht mehr anzusehen, wie wir jetzt Woche für Woche unsere Bundesliga-Spiele in scheinbar kampfloser Art und Weise verlieren! Gegen Admira war man zwar phasenweise feldüberlegen, aber rausgekommen ist nichts. Im Finish ging man charakterlos unter und geriet in ein 4:0-Debakel, dass ohnehin schon schlimm genug ist in der Südstadt, in der momentanen Krise aber noch katastrophaler erscheint! Eine Zumutung für die gut 300 mitgereiten Salzburgfans! Mittlerweile hört und liest man von symthomatischen Erscheinungen, die so eine Krise mit sich bringt: Kahraman wärmte sich gegen die Admira auf, wurde doch nicht eingewechselt und haute dann voller Zorn sein Trikot auf den Boden. Er war verärgert, dass ihm Trainer Söndergaard keine Chance gegeben hat. Die Fans stehen aber weiterhin natürlich voll hinter unserem Trainer Lars Söndergaard! Er hat seine Einladung zur "Bruno-Gala" abgelehnt, weil ihm derzeit nicht zum Feiern zumute sei, er ist voll damit beschäftigt, unsere Austria aus der Krise zu bringen! DAS IST EIN TRAINER MIT HERZBLUT!!! ALLES FÜR SÖNDERGAARD!!!
15. August 2003: Pasching - Austria Salzburg 3:2 (0:1) - Tore: Glieder (3); Laessig (2)
Spät aber doch kommt an dieser Stelle noch mein Spielbericht zum Auswärtsmatch in Pasching. Die Fans der Austria boten einen erstklassigen Away-Mob in der Provinz mit allen Einlagen wie Bengalen, Spruchband ("Bengalis statt Benali"), Luftballons, ... Auch die Mannschaft zeigte sich stark verbessert, ging dann im Match auch hochverdient nach etwa einer halben Stunde durch einen Treffer von Kapitän Heiko Laessig in Führung. Diese brachte man zunächst verdient in die Pause. Doch dann kamen die 45 Minuten des Ex-Salzburgers Edi Glieder: Dem Ausgleichstreffer setzte er noch 2 weitere Tore drauf - 3:1 für Pasching. Einen kleinen Schönheitsfehler hatte der sonst lupenreine Hattrick von Glieder allerdings doch: Bei einem Treffer von Glieder musste ein Elfmetergeschenk des inferioren schwarzen Mannes Falb herhalten. Dass wir dann kurz vor Schluss auch noch zu einem Elfer kamen, den Heiko Laessig zum Anschlusstreffer verwandelte, ist da ein schwacher Trost. Wir verloren das Spiel trotz ansprechender Leistung und großartigem Auswärts-Support mit 2:3. Jetzt stehen wir wieder gleich da, wie in der Vorsaison: Nach 4 Spielen noch immer punktelos. Quehenberger will Verstärkung holen. Der ehemalige Dortmunder Spielmacher Stevic ist eine "heiße Akte". Sollte wirklich Verstärkung geholt werden, dann ist es eben schade, dass man wieder zur Erkenntnis kommen muss, dass man bei uns offenbar immer zu spät die Notwendigkeit erkennt, die Mannschaft verstärken zu müssen. Weiteres Programm: Admira (a), Sturm (a), Austria Wien (h). Es müssen jetzt endlich Punkte her! Geht's wieder im Gleichschritt mit der Vorsaison, so gewinnen wir das Admira-Spiel am Samstag und holen endlich unsere ersten Punkte! Es wird schon wieder werden! Forza Viola!
2. August 2003: Austria Salzburg - GAK 1:2 (1:0) - Tore: Hassler (27.); Kollmann (87., 90.)
Ein ganz wichtiges Heimspiel stand an diesem Samstagabend für Austria Salzburg auf dem Programm. Besonders weil man jetzt nach 2 Runden noch immer punktelos ist und weil nach diesem Spiel 3 schwierige Auswärtspartien anstehen, ehe man gegen Meister Austria Wien wieder zu Hause antreten kann hat dieses Spiel ganz besonders hohe Priorität. Auf der offiziellen Vereins-Homepage der Austria war die Tage zuvor nur von einem auf Hochtouren laufenden Kartenvorverkauf die Rede. Diese Formulierung war wieder einmal hochstappelei, tatsächlich fanden sich dann nur 7.500 Zuschauer im Stadion ein. Eine kleinere Hundertschaft an Grazer Anhängern war aus der Kulturhauptstadt 2003 angereist. Die 7.500 Zuschauer machten eine deutlich verbesserte Stimmung gegenüber dem Spiel gegen Rapid. Spruchbänder, welche die Ablehnung der Personen Blaikner (Finanzvorstand der Austria) und Stuchlik (Schiri dieses Matches) von den Salzburgfans ans Tageslicht bringen sollen wurden von der Südtribüne präsentiert. Von Anfang an merkte man den Salzburgern den Willen und die Einsatzbereitschaft an. Der GAK hielt jedoch gut dagegen und hatte auch seine kleineren und größeren Chancen. Doch der letzte Wille war doch bei Salzburg deutlicher erkennbar und so kam es dann in der 27. Minute wunschgemäß: Hassler kommt im Strafraum zum Ball, er spielt noch Ehmann aus und vollstreckt vorbei an Torhüter Schranz gekonnt ins kurze Eck zum 1:0 für die Austria. Erstmals in dieser Saison lagen wir damit in einem Spiel in Führung. Der GAK hatte dann noch einige Möglichkeiten, noch vor der Pause auszugleichen, doch der erneut überragend agierende Heinz Arzberger vereitelte sämtliche dieser guten Chancen - Pausenstand 1:0. In der Pause dann wieder einmal ein Auftritt einer Musikkapelle, deren Sound auf den Rängen kaum zu vernehmen war. Nach der Pause zog sich die Austria allmählich etwas mehr zurück, der GAK kam etwas besser ins Spiel. Scharrer und der erschreckend schwache Schiebl vergaben tolle Chancen auf die Vorentscheidung zugunsten der Salzburger. In der 69. Minute wurde Kollmann eingewechselt. Und genau dieser riss uns dann in der 87. Minute aus allen Siegeshoffnungen - Ausgleich zum 1:1. Der Torjubel war äußerst provokant, er zeigte auf provozierende Art und Weise seine Jubelpose in Richtung Südtribüne. Dem Unglück noch nicht genug setzte es dann später gar noch die 2. kalte Dusche: Eben dieser Kollmann köpfelt in der 90. Minute sogar noch das 1:2 für den GAK. Dann die Nachspielzeit: Schiri war Stuchlik, raten Sie wie viel die Nachspielzeit ausmachte: RICHTIG: 5 Minuten - wieder einmal. Aber diesmal konnte es uns ja nur recht sein. Erinnern wir uns zurück an die ersten beiden Spiele dieser Saison: Beidemale gab es beim Spiel von Salzburg 2 Ausschlüsse, einen jeweils für Salzburg, einen für die jeweilige gegnerische Mannschaft. Warum sollte es gerade heute anders sein? - In der Nachspielzeit dann eine Rangelei zwischen Pfeifenberger und Ehmann. Rot sah dann neben Pfeifenberger der Grazer Pogatetz. Mal sehen ob diese Ausschluss-Serie auch in einer Woche auswärts in Pasching eine Fortsetzung findet. Das Spiel ging dann unglücklich 1:2 verloren. Jetzt ist der Druck da, vielleicht klappt's ja gerade jetzt - in einer Woche auswärts in Pasching...
25. Juli 2003: Austria Salzburg - Rapid Wien 1:2 (0:1) - Tore: Hassler; Wagner, Adamski
Das erste Heimspiel in er neuen Saison war gleich ein ganz besonderes: Rapid Wien sollte geschlagen werden. 12.000 Zuseher wollten diesen Schlager sehen, etwa 700 davon waren im Rapid-Sektor. Gleich dafür gebührt den Wienern schon einmal Lob: So viele Leute an einem Abend eines Werktages nach Salzburg zu bringen ist genial. Dann zum Match: Salzburg begann nicht schlecht, man kam zur einen oder anderen Tormöglichkeit. Doch allmählich flaute die Angriffslust der Salzburger Austria ab, Rapid wurde immer besser und ging in der 19. Minute durch René Wagner in Führung als dieser perfekt die Abwehrspieler im Strafraum ausspielte und dann den Ball vorbei am starken Arzberger ins Eck schoss. Es blieb dann zur Pause bei der verdienten Rapid-Führung. Nach Seitenwechsel wurde jeder Hoffnung auf eine tolle Aufholjagd von Salzburg in Hälfte 2 bald ein Dämpfer gesetzt: In der 48. Minute schießt Adamski für Rapid zum 0:2 ein. Dann wurde der Iraner bei Rapid, dessen Namen P.... ich immer noch nicht schreiben kann ausgeschlossen. Aber genauso wie auch schon vor einer Woche in Bregenz wollte man einfach nicht in Überzahl spielen und so musste auch Winklhofer nur wenig später vom Feld. Die Stimmung auf der Südtribüne war am Tiefpunkt ehe dann Edeljoker Dominic Hassler in der 75. Minute mit einem traumhaften Rückziehertor der Partie nochmals Spannung bescherte. Die Stimmung war wieder einigermaßen in Ordnung, aber der Mannschaft fehlten die Ideen um Rapid nochmals ernsthaft gefährden zu können, eher hatte man das Gefühl, Rapid könnte aus einem Konter noch das 1:3 schießen. Es blieb dann aber bei der völlig verdienten 1:2-Heimniederlage. Rapid war ausnahmsweiße einmal klar besser. Besser übrigens auch von Seiten der Fans: Während die Südtribüne diesmal kein einziges Spruchband parat hielt hatten die "Grünen" gleich 2 Spruchband-Sessions auf Lager. Zum einen "Ultras - Euer Hobby ist unser Leben!" und zum anderen eine Auflistung von Fangruppen und die Frage, welche denn als nächste eine Fan-Freundschaft mit Salzburg haben würde. Ersteres war - meiner Meinung nach - ganz ok, wobei man über die Wahrheit der Aussage streiten kann. Zweiteres war doch sehr einfallslos und eigentlich nur eine Fortsetzung der Spruchbänder im Frühjahr. Alles in allem eine klare Sache für Rapid. Uns bleibt diesmal nur die Hoffnung, dass beim nächsten Aufeinandertreffen alles anders wird...
17. Juli 2003: SW Bregenz - Austria Salzburg 1:0 (0:0) - Tor: Lawaree (57.)
Endlich beginnt sie wieder, die Bundesliga. Vor der Auslosung des Spielplans legte ich mich noch fest, welche Gegner ich in Runde 1 als Salzburgfan meiner Austria nicht als Gegner wünsche: Bregenz auswärts wollte ich auf keinen Fall in Runde 1. Aber gerade dieses Spiel ist jetzt unser Auftaktspiel für die neue Saison 2003/04, was soll's, man macht sich hald bereit und fährt ins Ländle. Mit dem PKW angereist, in Bregenz schon sehr früh angekommen sah man sich hald noch die Bühne der Bregenzer Festspiele an und ging ein wenig durch die Stadt. Als wir uns dann ins Stadion begaben um uns das Spiel anzusehen, merkte man sofort, das würde heute kein Spieltag ohne "Kopfweh" werden. Wie ein Verbrecher wurde wurde ich von einem sehr unroutinierten Ordnungshüter durchsucht, dann war ich mal im Stadion. Da kotze man sich vor nicht vorhandener Stimmung beinahe an. Vielmehr sorgten einige interne Unstimmigkeiten für Aufsehen. Man sollte jedoch davon absehen, von Details davon hier zu berichten. Einige weitere Fans hielten lieber auch während des Spiels das Bier in der Hand als mal zu klatschen, ... Es wurden so gut wie keine Fanchöre angestimmt, wo der ganze - ohnehin kleine - Auswärtsblock mitmachte. Am ehesten noch "Bregezer A....", wo am meisten mitmachten. Dabei machten die Bregenzer im Vergleich zu uns eine absolut super Stimmung - im Vergleich zu uns wohl gemerkt. Was fehlte war vor allem ein Mann, der die das Häuflein Fans zum Stimmung machen animiert hätte. Noch kurz zum Spiel: Die Austria spielte katastrophal schwach, keine guten Kombinationen, keine Spritzigkeit und Aggrissivität, ... Bregenz spielte ebenfalls sehr unsicher, aber eben etwas besser als wir. Die einzige gute Kombination von Salzburg zerstörte ein Bregenzer mit Torraub, der dann auch zurecht die rote Karte sah. 36 Minuten numerische Überlegenheit vermochten wir nicht zu nutzen, ehe dann Jank mit Gelb-Rot ausgeschlossen wurde. Dann heiß es 10 gegen 10 und wir hatten keine Chance mehr. Das Tor zum 1:0-Sieg für Bregenz erzielte in der 57. Minute ... na wer wohl? - Richtig, Axel Lawaree, sein 12. Tor gegen Salzburg. Noch in bester Erinnerung. Das 1:5 vor einem Jahr in Bregenz als Lawaree gleich alle 5 Bregenzer Tore erzielte. Besonders erschreckend war, wie langsam gegen Ende des Spiels die letzten Angriffsversuche der Salzburger durchgeführt wurden. Als ob das Spiel eh noch lang nicht zu Ende wäre, ... Und nächste Woche kommt es gleich zum Prestigeduell gegen Rapid. Da heißt es erstens warm anziehen, denn die Grünen haben den besseren Start in die neue Saison erwischt (4:2 gegen Pasching) und wir müssen uns enorm steigern um eine Chance zu haben.
13. Juli 2003: Beim mittlerweile schon traditionellen Tag der offenen Tür im Stadion (früher eben im Stadion Lehen) zeigte man sich offiziell vom Verein mit dem Zuseher-Interesse zufrieden. Ich war auch mit dabei und wollte einmal hinter die Kulissen im neuen Stadion blicken. Der Tag der offenen Tür war durchaus einen Besuch wert. Wir erlebten eine hochinteressante Führung durch das Westgebäude des Stadions, konnten so die VIP-Bereiche mal von innen bestaunen und bekamen so nebenbei vom sehr kompetenten Leiter der Führung noch einiges an Detailwissen obendrein serviert. Die Spieler machten ein "Showtraining", standen dann auch noch auf der "Autogrammstraße" für Autogrammwünsche bereit. Die meisten Spieler machten einen entspannten und gut gelaunten Eindruck. Die Fanclubs verkauften bei einem Stand hinter der Südtribüne Fanartikel. Alles in allem ein interessanter Tag für jene, die ins Stadion gekommen sind.
11. Juli 2003: Weiterhin erfolgreich blieb diese Woche Austria Salzburg in den Testspielen. Am Dienstag wurde Unterhaching 1:0 besiegt und heute Freitag gab es einen 3:1-Erfolg gegen Mainz 05, dass im Finish der abgelaufenen Saison schon mit 1 1/2 Beinen in der 1. Deutschen Bundesliga stand. Alle 3 Tore erzielte der groß aufspielende Dominic Hassler. Am Donnerstag beginnt für Austria Salzburg dann wieder die neue Saison der Bundesliga mit dem Auswärtsspiel in Bregenz (Beginn 18:00 Uhr). Zur Förderung des Teamgeistes in unserer Mannschaft machte man am Mittwoch auch einen Ausflug in die wilden Gewässer um Lofer.
5. Juli 2003: Am Ende einer erneut sehr anstrengenden Trainingswoche bestritt die Austria gestern noch ein Testspiel in Jeging (OÖ). Das Spiel wurde mit 5:0 gewonnen, Neuerwerbung René Schicker traf abermals. Wenn der in den Bundesliga-Spielen dann auch so häufig trifft wie in den Testspielen, dann kann er um den Torschützenkönig lange im Rennen bleiben. Julio C. Suazo und Gernot Messner fehlen verletzungsbedingt in der 1. Runde gegen Bregenz. Um den Scheich und "Benali" ist es einstweilen mal auffällig ruhig geworden, Montag soll wieder etwas mehr Durchblick den interessierten Außenstehenden geboten werden hieß es.
29. Juni 2003: Der Ausrutscher gegen Ried im Testspiel am Mittwoch wurde offenbar gut weggesteckt. Austria Salzburg erreichte - sogar bei leichten Vorteilen - gegen Wolfsburg ein tolles 0:0 am Freitag. Gestern Samstag wurde in Mühlbach/Pzg. der örtliche Verein in 1 x 45 Minuten 6:1 bezwungen und anschließend auch eine Oberpinzgau-Auswahl in wiederum 1 x 45 Minuten mit 4:2. Klar ist jetzt, dass nach "Naldo" nun auch Fabio da Silva, der nie überzeugen konnte keinen Vertrag bei Salzburg bekommen wird. René Schicker hingegen konnte sich auch in den jüngsten Testspielen wieder ausgezeichnet in Szene setzen.
In allen anderen Fragen, besonders um die "Akte Benali" soll am Dienstag Licht ins Dunkel kommen. Der Scheich wird in Salzburg erwartet, genauso wie "Benali". Es soll dann ein Gespräch mit Quehenberger geben, bei dem alle Unklarheiten aus dem Weg geräumt werden sollen. Was da rauskommt, kann man jetzt nur mit Spannung erwarten.
26. Juni 2003: Nach den Turbulenzen und Negativ-Schlagzeilen der letzten Tage setzt es jetzt auch rein sportlich einen kleinen Dämpfer: Das Testspiel gestern Abend in Vöcklabruck gegen Ried ging nach Pausenführung noch 1:2 verloren. Unser Tor erzielte Kapitän Laessig. Fabio da Silva und "Naldo" konnten keineswegs überzeugen, nur der getestete Torhüter Dragan Stoikic hinterließ einen guten Eindruck.
25. Juni 2003: Am Montag hätte Sportmanager "Benali" (oder wie er auch immer heißen mag) nach Salzburg kommen sollen und alle dubiosen Details in seinem Lebenslauf durch eben aus Spanien geholtes Beweismaterial zu belegen. "Benali" weilt aber angeblich im griechischen Saloniki. Auch Aris Saloniki soll angeblich Scheich-Millionen kassieren. Ob- bzw. wann "Benali" wieder nach Salzburg kommen wird, weiß wohl nur er selbst. Vorerst hat "Benali" bei uns kein Mitspracherecht. Beweist er die Richtigkeit seiner Angaben im Lebenslauf, dann wird man weiter sehen.
Constantini ließ seinen Ärger über die ganze Geschichte um "Benali" und besonders Finanzmanager Blaikner an die Öffentlichkeit. Gestern Nachmittag wurde es Gewissheit, dass seine Zeit in Salzburg damit beendet ist. Besonders die Meldungen, er hätte eine Hetzjagd gegen "Benali" eröffnet, wollte er sich nicht gefallen lassen. Constantini und Quehenberger trennen sich allerdings im Guten und werden angeblich weiterhin ein ausgezeichnetes Verhältnis haben.
Die beiden ersten Testspiele in der Vorbereitung auf die neue Saison hat die Austria souverän gewonnen. Am Samstag schlug man Vigaun bei der Eröffnung von deren neuer Sportanlage 13:1 (3:0). Die zunächst fix scheinende Neuverpflichtung "Naldo" erzielte dabei 2 Tore. Der zweite offenbar "fix Neue", Fabio da Silva war in seinen Aktionen zu langsam. Man wolle ihm jedoch noch Zeit geben. René Schicker, der geholt werden soll, bot eine tolle Leistung. Tags darauf in Mondsee gewann man 5:0. Abermals hinterließ René Schicker einen ausgezeichneten Eindruck, erzielte wieder ein Tor. Von den Brasilianern, die kommen sollen, traf diesmal keiner.Das nächste Testspiel folgt heute Mittwoch in Vöcklabruck gegen SV Ried. Dann spielt man am Freitag in Seekirchen gegen Wolfsburg und am Samstag in Mühlbach/Pinzgau.
18. Juni 2003: Austria Salzburg kann sich ab sofort für 5 Jahre über die vielen Millionen eines Öl-Scheichs aus den Vereinigten Arabischen Emiraten freuen. Der gute Mann selbst möchte vorerst anonym bleiben. Dessen Berater wird der Spanier Juan Pedro Benali werden. Didi Constantini bleibt Sportdirektor und Berater von Rudi Quehenberger. Die ersten Neuverpflichtungen dieses Deals sind bereits beschlossen: Leider Preciado (Nationalspieler in Kolumbien) sowie der Brasilianer Fabio da Silva sind ab sofort fix Spieler von Austria Salzburg.
Lesen Sie dazu hier den Bericht von der offiziellen Homepage der Austria:
Nach dem Trainingsauftakt am 16.6. gab Präsident Rudi Quehenberger im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt, dass mit dem arabischen Investor, über den in den Medien schon seit längerem spekuliert wurde, ein Fünf-Jahres-Vertrag abgeschlossen wurde.
Der SV Wüstenrot Salzburg war bis zur Unterschrift zur Verschwiegenheit verpflichtet, daher wurden auch erst am Montag Details bekannt gegeben.
Als Berater des Scheichs fungiet Juan Pedro Benali "Rosillo" (Bild), der als Spieler bereits bei Clubs wie Alicante oder Real Madrid tätig war.
Ungeachtet dessen bleibt selbstverständlich Didi Constantini Sportdirektor beim SV Wüstenrot Salzburg, der gemeinsam mit Präsident Rudi Quehenberger und Cheftrainer Lars Söndergaard für Spielertransfers zuständig ist und als persönlicher Berater Quehenbergers fungiert.
Der arabische Investor kaufte übrigens keine Anteile bei der Salzburg Sport AG. Er kooperiert bereits mit einigen Vereinen in Europa auf diese Art und möchte so Synergien schaffen.
Bei dieser Kooperation handelt es sich um ein langfristiges Vorhaben, in dessen Rahmen Spieler nicht auf "Zwischenstation" in Salzburg sein sollen, sondern dem Verein wirklich langfristig sportlich helfen sollen.
Aus diesem Anlass wurden bei der Pressekonferenz auch gleich zwei Neuverpflichtungen bekannt gegeben: zum einen der kolumbianische Nationalspieler Leider Preciado, sowie der brasilianische Mittelfeldspieler Fabio da Silva.
Ein paar Fakten zu den beiden Spielern:
Preciado ist Teammitelstürmer Kolumbiens, 26 Jahre alt und war auch bei der WM 1998 dabei (1 Tor). Er kommt von Deportivo Cali und spielte zuvor bei Santander in Spanien.
Fabio ist 25 Jahre jung, Ex-U21-Nationalspieler von Flamengo (mit diesem Klub wurde er brasilianischer Meister), war zuletzt bei Juvendude in Brasilien, mit dem er den Havvelange-Cup holte. "Technisch sehr gut, spielt sehr intelligent", so Pedro Benali über den 1,88 m großen Brasilianer, dessen Ablöäsesumme vom Investor übernommen wurde.
!!! Den ausführlichen Rückblick auf die bewegte vergangene Saison findet ihr ab sofort unter der Rubrik "Gedanken" !!!
Quiz zur Bundesliga-Saison 2002/03
Abschlusstabelle 2002/03
| Verein |
Sp |
S |
U |
N |
T+ |
T- |
Pt |
| 1. Austria Wien |
36 |
21 |
7 |
8 |
59 |
28 |
70 |
| 2. GAK |
36 |
15 |
12 |
9 |
56 |
39 |
57 |
| 3. SV Salzburg |
36 |
15 |
11 |
10 |
51 |
46 |
56 |
| 4. Rapid Wien |
36 |
13 |
12 |
11 |
40 |
38 |
51 |
| 5. SV Pasching |
36 |
13 |
10 |
13 |
41 |
37 |
49 |
| 6. Sturm Graz |
36 |
14 |
5 |
17 |
50 |
62 |
47 |
| 7. A. W. Mödling |
36 |
11 |
11 |
14 |
36 |
46 |
44 |
| 8. FC Kärnten |
36 |
11 |
8 |
17 |
45 |
57 |
41 |
| 9. SW Bregenz |
36 |
9 |
12 |
15 |
48 |
58 |
39 |
| 10. SV Ried |
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29. Mai 2003: Austria Salzburg - SV Pasching 3:0 (1:0) - Tore: Hassler, Laessig, Schriebl
Ganz im Zeichen des Jubelns über das großartige Ende einer ungewöhnlichen Achterbahnsaison mit allen Höhen und Tiefen unserer Austria sollte das letzte Saisonspiel von Austria Salzburg zu Hause gegen den SV Pasching stehen. Offiziell waren es 18.500 Zuseher im randvollen Kleßheimer Stadion. Tatsächlich dürften es etwa 20.000 gewesen sein, da Gerüchten zu Folge etwas mehr Leute ins Stadion gelassen wurden. Auf jeden Fall fand man keinen leeren Platz im Stadion, die Stimmung war schon vor Spielbeginn bestens. Das Wetter tat sein Übriges dazu: Strahlender Sonnenschein, sehr warme Temperaturen, ... - ein echter Feiertag eben. Auch der Gästesektor war randvoll, allerdings waren hauptsächlich Salzburger darin zu finden, da die Paschinger ja auswärts noch weniger Fans anziehen als zu Hause im Wald"stadion". Die Welle lief mehrere Male eindrucksvoll in den Rängen durch das Stadion, jeder machte mit, alle waren in bester Laune heute. Der Spielverlauf machte der allgemeinen Festtagsstimmung keinen Strich durch die Rechnung. Schon in der 9. Minute wurde Hassler schön angespielt, dieser versetzte im Strafraum noch 2 Paschinger und hatte im Abschluß keine Mühe, den Ball an Pasching-Torhüter Schicklgruber vorbei zum frühen 1:0 einzurollen. Die Stimmung verflachte dann etwas, vermutlich weil einige im Sektor die Fehlinformation einer angeblichen Führung des GAK in Klagenfurt zu Ohr bekamen. Ehe die Fehlinfo schön langsam immer mehr und mehr Fans im Sektor erreichte, wurde die Fehlinformation leider zur absolut korrekten Information: Knapp vor der Pause ging der GAK in Klagenfurt in Führung. Aber keiner muss traurig sein, sollte es heute "nur" für den 3. Platz reichen. Was wir diese Saison geschafft haben ist einfach unglaublich. Aber wie gesagt: Ein kleiner Teil der Aufmerksamkeit galt dem Fan von Austria Salzburg eben an diesem Tag auch unvermeidlich dem Spiel in Kärnten, wo man den Kärntnern gegen den GAK alle Daumen drückte. In der 2. Halbzeit machte Heiko Laessig per Kopf in der 51. Minute mit der 2:0-Führung vorzeitig alles klar. Die Paschinger gaben sich danach so ziemlich auf. Dann wieder die Gerüchte aus Klagenfurt. Minutenlang bekam man immer wieder aus irgendwelchen dubiosen Quellen die Meldung eines angeblichen Ausgleichs vom FC Kärnten in Klagenfurt zu hören, was jedoch anfangs wiederum reine Fehlinfos waren. Aber dann kam es wieder wie es kommen musste: Die Fehlinfo wurde noch zur späteren Wahrheit, Kärnten glich dann tatsächlich noch aus. Doch ehe es auf der Anzeigetafel allen im Stadion bekannt gemacht wurde, das 1:1 in Kärnten, erzielte der GAK in der 78. Minute den Siegestreffer zum 2:1-Auswärtssieg in Klagenfurt. Wir legten auch noch ein Tor drauf. In der 90. Minute traf Schriebl ebenfalls per Kopf noch zum 3:0. Eine Abrundung eines tollen Spiels in der letzten Runde. Ein Spiel, welches wiederum symthomatisch für eine unvergesslich tolle Frühjahrssaison anzusehen ist, die uns die Austria in den letzten Monaten beschert hat. Nach dem Spiel gab es kein Halten mehr, tausende Fans liefen auf das Spielfeld in Richtung Abgang zu den Kabinen. In den "Europa wir kommen"-Shirts kam die Mannschaft nochmals heraus um sich von den treuen Fans euphorisch wie immer feiern zu lassen. Ein Ansturm, vergleichbar mit Meisterfeiern vergangener Tage war das. Abschließend kann man als Fan nur noch der Austria für dieses tolle Saisonfinish danken. Die Austria kann uns für die Treue in den ganz schwierigen Zeiten im späten Sommer und Herbst danken. Umsomehr ist man als Fan am Ende stolz, der Mannschaft in dieser Achterbahnsaison IMMER treu beigestanden zu sein.

25. Mai 2003: GAK - Austria Salzburg 3:3 (2:1) - Tore: Bazina, Akwuegbu (2); Kirchler, Hassler, Eder
Was sich gestern Samstag im Grazer Arnold-Schwarzenegger-Stadion - speziell im mit 800 Mann randvollen violetten Gästesektor - ereignet hat, versuche ich als leider unbeteiligter hier in einem kurzen Bericht widerzugeben. Es ist einfach ein Jammer, bei diesem Spiel nicht im Stadion dabei gewesen zu sein, besonders weil ich ja sonst so ziemlich jedes Spiel live im Stadion miterleben konnte - nur dieses eben nicht. Dafür entschädigte zwar die TV-Liveübertragung was das tolle Fußballspiel anging vollkommen, aber diese Gänsehautstimmung, von der die vor Ort gewesenen berichteten entging jedem, der gestern nicht in Graz war. 13.250 Zuseher sahen diesen finalen "Fußballkrimi" um Platz 2, davon wie gesagt 800 Fans, die aus Salzburg angereist waren, um ihre Austria zu unterstützten. Schon der TV-Übertragung konnte man die ausgezeichnete Stimmung im Gästesektor entnehmen, Augenzeugen berichten vom besten Auswärts-Support, den sie je gesehen haben, ... Der Rest des Stadions war in Rot, der GAK brachte für seine Verhältnisse extrem viele Zuseher durch diverse Gratis-Aktionen ins Stadion. Die Stimmung war aber, wie man schon im TV merkte, jener im Auswärts-Block deutlich unterlegen. Mit bengalischen Feuern und Rachbomben wurde bei den Salzburgfans nicht gespart. Das Spiel war einfach sehenswert. Gleich in der Anfangsphase traf Laessig per Kopf leider nur die Stange. Dann ein tolles Solo von Bazina beim GAK und ein sehenswerter Abschluss mit einem schwierigen Schuss, den er perfekt ins Eck, vorbei an unserem Torhüter Safar setzte. 1:0 für den GAK in der 23. Minute. In der 30. Minute konnte Safar einen Freistoß-Hammer von Milinkovic nur kurz abwehren, der groß aufspielende Benny Akwuegbu war sofort zur Stelle und hatte keine Mühe, auf 2:0 für die Gastgeber zu stellen. In einer Phase, wo es keiner erwartete, kamen die Salzburger plötzlich zurück ins Spiel: Sekunden vor dem Pausenpfiff kam eine Idealflanke auf Kirchler, der per Kopf noch den zu diesem Zeitpunkt psychologisch sehr wichtigen Anschlusstreffer zum 2:1 erzielte. Mit einem 1:2-Rückstand ging es für Salzburg in die Pause. Das Spiel in der ersten Halbzeit auf sehr hohem Niveau, in der 2. Halbzeit sollte es noch besser werden als es ohnehin schon war. Die kalte Dusche setzte es für uns dann in Minute 61: Der wie angesprochen heute entfesselt aufspielende Akwuegbu lässt den sonst so beweglichen Ibersberger stehen, als wäre dieser gerade bei aufwärmenden Dähnungsübungen und macht souverän das 3:1 für die Grazer. Und was dann von Austria Salzburg kam war eine lehrbuchartige Demonstration von unverbesserlicher Moral am Fußballplatz. Stein des Anstoßes war einmal mehr unser goldwerter Supertrainer Lars Söndergaard. Er brachte den top-motivierten Dominic Hassler für den heute ausnahmsweise schwachen Alex Schriebl ins Spiel. Kaum im Spiel hatte er gleich eine Riesen-Chance. Kurz darauf ein Missverständnis zweier Grazer, Brenner kommt zur Flanke, bringt den Ball zur Mitte, Kirchler spielt den Ball weiter zum völlig freistehenden Hassler und diesmal lässt er sich seine hundertprozentige Chance nicht entgehen und schießt souverän vorbei an GAK-Torhüter Schranz zum abermaligen Anschlusstreffer für Austria Salzburg - 3:2 nur noch. Nur 4 Minuten später folgte das absolute Highlight des Spiels: Aus scheinbar unmöglicher Distanz und noch dazu aus nicht besonders guter Position zum Ball stehend übernimmt "BumBum" Thomas Eder den Ball, zieht einfach ab, GAK-Torhüter Schranz kann den Ball nicht mehr "erfliegen", der Ball klatscht an die Innenstange und von dort ins Grazer Tor zum 3:3-Ausgleich. Wenn das nicht zum Tor des Monats gewählt wird, dann sind österreichische Fußballfans wohl unbelehrbar. Dass wir dann sogar noch die eine oder andere gute Chance auf das 4:3 gehabt hätten ist nur noch das Tüpfelchen auf dem i. Das war allerhöchste Fußballkunst mit allem was dazugehört, was man da gestern in Graz zu sehen bekam. Da Pasching über ein 0:0 zu Hause gegen Austria Wien nicht hinauskam ist nach diesem 3:3 gestern eines klar: EUROPA WIR KOMMEN!!! Der Einzug in die Qualifikations-Runde für den UEFA-Cup ist vorzeitig gesichert. Wir können sogar noch die Champions League erreichen. Vorrangig ist es dafür wichtig, dass wir am kommenden Donnerstag vor hoffentlich ausverkauftem Haus in unserem neuen Schmuckkästchen in Kleßheim Pasching schlagen, was doch möglich sein sollte. Dann müsste auch der GAK in Kärnten gewinnen, sonst sind wir Vize-Meister und damit in der Qualifikation für die Champions League. Dem GAK fehlen beim wichtigen Spiel in Klagenfurt der kopfballstarke Toni Ehmann und Pötscher wegen Gelb-Sperren. Damit muss Walter Schachner die Viererkette umstellen. Kärnten ist im letzten Heimspiel der Saison wohl heiß darauf, sich mit Anstand von den eigenen Fans zu verabschieden. Es gibt viele Indizien, die uns auf den Vizemeistertitel noch hoffen lassen. Wie gesagt: Am kommenden Donnerstag wird sich das ganze entscheiden. Und eines sei im Vorhinein schon gesagt: Wenn wir es NICHT schaffen sollten, dann brachen wir keineswegs traurig sein. Im Gegenteil: Es war eine unvergessliche Saison für uns. Wir wurden als heißer Abstiegskandidat im Vorhinein gehandelt, wurden dieser Prognose vorläufig auch mehr als gerecht. Die ersten 4 Spiele gingen allesamt verloren. Bis lange in den Herbst hinein krebste die Austria hoffnungslos in den unteren Tabellenrängen, lange gar am 10. und letzten Platz herum. Wir schafften es ohne Trainerwechsel, krempleten uns unter dem Top-Trainer Söndergaard hoch und man holte die eine oder andere Verstärkung, die sich nicht nur am Papier als solch eine anhörte, sondern solche, die das auch auf dem Fußballplatz zeigten. Kirchler machte im Herbst entscheidende Tore und im Frühjahr glänzte er auch immer öfter als Vorbereiter. Szewczyk wird nur am Papier älter, steht bombensicher, hat eine Top-Einstellung wie alle anderen. Pfeifenberger denkt nicht ans Aufhören, schießt Tor um Tor, zeigt Einsatz pur, bejubelt unnachahmlich seine Tore. Mit Thomas Eder hat die Austria seit Adi Hütter wieder einen echten Weitschuss-Spezialisten gefunden, noch dazu einen echten Salzburger. Andi Ibersberger glauben gegnerische Stürmer schon ausgespielt zu haben, ehe er wieder zur Stelle ist. Alex Schriebl macht seine Tore am laufenden Band, mit Safar hat man einen weltklasse Rückhalt. Man kann jetzt nicht jedes einzelne Glied unserer Erfolgskette anführen, aber es ist einfach sensationell, wie wir uns im laufe dieser Saison entwickelt haben. Egal, was auch immer passieren wird am Donnerstag, es sollte das Stadion ausverkauft sein und nach dem Spiel würdige "Stading Ovations" für die Mannschaft geben!!! Nach 6 Jahren sind wir wieder im internationalen Geschäft!!! FORZA VIOLA!!!

18. Mai 2003: FC Kärnten - Austria Salzburg 0:3 (0:1) - Tore: Pfeifenberger, Eder, Hassler
Ein weiteres Bundesliga-Spiel mit Endspiel-Charakter stand für unsere Austria gestern Samstag auf dem Programm. Und zwar ein ganz, ganz schwieriges - auswärts gegen Angstgegner FC Kärnten. Der FC Kärnten ging mit breiter Brust in dieses Spiel, am Dienstag sicherte man sich mit einem tollen 4:0-Erfolg über Mattersburg den Einzug ins ÖFB-Cup-Finale. Diesen Final-Einzug verpasste ja Austria Salzburg leider durch die 0:1-Niederlage am Dienstag gegen Austria Wien. Trotz leichter gesundheitlicher Handicaps gingen Pfeifenberger (Sprunggelenk), Schriebl (Schulter) und Szewczyk in das Spiel, ein symbolhaftes Beispiel für den Charakter unserer Mannschaft sowohl bei den jungen, als auch bei den älteren Spielern. Zu den Fans: Die Salzburger waren wieder sehr zahlreich angereist, machten gute Stimmung. Die Kärntner haben natürlich keine annähernd mit Salzburg zu vergleichende Fanszene, aber auch ohne jede vergleichende Gedanken war die Support-Leistung der Kärntner absolut schlecht. Der Stadionsprecher musst darauf hinweisen, dass Allerheiligen erst in 5 Monaten ansteht, das geht sogar in Richtung Verarschung der eigenen Fans. Bei einem Fanchor ertönte gar die Melodie (peinlichste Version) aus den Boxen, die Fans konnte man aber zu keinerlei Stimmung animieren. Das Spiel war anfangs ausgeglichen, Kärnten hatte die eine oder andere gute Chance, es kam zu vielen Torszenen. Unsere größte Chance vergab Alex Schriebl völlig alleine gelassen vor Kärnten-Torhüter Goriupp. Aber wir waren doch cleverer, taktisch gut eingestellt und so war es kein Zufall, dass wir durch ein schönes Tor von Dauerbrenner Heimo Pfeifenberger in Führung gingen. Dabei blieb es zur Pause: 1:0 für Salzburg. Nachdem man sich beim warten auf das Getränk zur Pause wegen einer nicht besonders attraktiven weiblichen Einschänkerin in Geduld üben musste, galt es dann in der 2. Hälfte den Sieg nicht mehr aus der Hand zu geben. Das gelang auch. Nachdem Kirchler noch eine Möglichkeit vergeben hatte zog Thomas Eder etwas außerhalb der Strafraumgrenze ab, traf perfekt ins Eck, Tor, 2:0-Führung für Salzburg. Thomas Eder trifft derzeit einfach immer - und immer aus Weitschüssen, ein wichtiger Mann für uns im Finish. Salzburg hatte sogar dann noch nachzulegen: Der für sein Vorbild Pfeifenberger eingewechselte Dominic Hassler fixierte mit dem Treffer zum 3:0 den Endstand in Klagenfurt. Ein weiterer wichtiger Sieg in Richtung Europa. Der UEFA-Cup müsste jetzt wohl geschafft sein, da Sturm nur 1:1 daheim gegen Bregenz spielte und Pasching bei der Admira verlor, aber man will ja doch in die Champions League. Und da gilt es jetzt noch den GAK, der gestern in Ried einen 3:1-Auswärtssieg feierte, einzuholen. Das Schlüsselspiel GAK - Salzburg findet am Samstag in Graz statt. Nach dem Spiel blieb alles friedlich, die Kärntner Fans anerkannten unsere Leistung, gratulierten fair. Beim Musikzelt und den Bierstandeln vor dem Stadion diskutierte man über das Spiel und man musste sich auch mit dem Salzburg-Leiberl und Unione-Schal nicht blöd anreden lassen. Es kam für uns dann sogar noch freundlicher: 2 Typen vom FCK-Fanclub "Amigos" führten uns mit ihrem PKW zum Hauptbahnhof, das war einmal einen Schal-Tausch wert. Jetzt gilt: Alles auf nach Graz am Samstag und für's letzte Spiel dieser Saison, zu Hause gegen Pasching gibt es dann endgültig keine Ausreden mehr.
13. Mai 2003: Austria Salzburg - Austria Wien 0:1 (0:1) - Tor: Eder (Eigentor)
Im zweiten Aufeinandertreffen der beiden Violetten Austrias in Salzburg binnen 3 Tagen war leider die Wiener Austria siegreich. Dadurch verpasste Salzburg den Einzug ins Finale des ÖFB-Cups. 17.000 Zuseher ließen sich dieses Spiel nicht entgehen. Das entscheidende Tor fiel äußerst unglücklich: Thomas Eder netzte den Ball per Kopf unglücklich ins eigene Tor. Salzburg spielte beherzt, kam aber zu keinem Torerfolg. Austria Wien spielte deutlich besser als noch am Samstag, vergab in der 2. Halbzeit viele hundertprozentige Chancen. Höhepunkt war, als Janocko und Rushfeld sich allein vor dem leeren Tor gegenseitig behinderten und der Ball nicht ins Tor ging. Salzburg beendete das Spiel mit nur 8 Feldspielern, Winklhofer und Szewczyk sahen jeweils Gelb-Rot nach Trikot-Fouls vom inferioren Spielleiter aus Tirol, Konrad Plautz. Cup ade, aber in der Meisterschaft ist ja bekanntlich noch alles drinnen, Kopf hoch!!!
11. Mai 2003: Austria Salzburg - Austria Wien 1:0 (1:0) - Tor: Schriebl
Der Top-Schlager der 33. Runde in der T-Mobile Bundesliga stieg gestern in Salzburg. Austria Salzburg empfang den bereits feststehenden Meister, Austria Wien. 11.000 Zuseher wollten dieses Spiel sehen, es herrschte hervorragende Stimmung im Stadion. Die Südtribüne zog das ganze Stadion mit der Stimmung mit, besonders die Osttribüne war wieder besonders emotionell. Zu Beginn wurden violette Papierrollen in Richtung Spielfeld geworfen, das ganze ergab mit den ganzen Fahnen und Doppelhaltern ein tolles Bild. Während der gesamten 1. Halbzeit wurden auch immer wieder solche Papierrollen in Richtung Austria Wien-Torhüter Mandl geworfen, was diesem mit der Zeit völlig auf die Nerven ging. Gesunde Stimmung auf der Fankurve oder übertriebene Aktion einiger Hohlköpfe - urteilen Sie selbst, die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Die Wiener Fans hatten nichts zu bieten. Mit Anpfiff des Spiels waren sie nicht mehr zu vernehmen, während im Vorspiel zweier U-11-Mannschaften noch einige Parolen der Wiener bei genauerem Hinhören zu hören waren. Austria Salzburg hatte in der 2. Minute gleich großes Glück, als Akoto aus kurzer Distanz eine hundertprozentige Torchance vergab, Safar reagierte ausgezeichnet. Salzburg erkämpfte sich dann immer mehr ein Übergewicht im Spiel, es wurde super kombiniert, echt schön anzusehen momentan unser Kombinationsspiel. Die Abwehr stand sicher. Nach einigen guten Möglichkeiten, die man zuvor noch ausgelassen hatte kam dann die verdiente Belohnung unseres tollen Spiels in der 42. Minute: Austria Wien-Torhüter Mandl patze, kam aus dem Tor heraus, wollte einen Ball aus der Luft fangen, Pfeifenberger bedrängte ihn fair, der Ball kam zu Schriebl und der schiebt den Ball auf spektarkulärste Art und Weise aus kurzer Distanz ins Tor zum 1:0 für Salzburg. Mandl macht selten einen derartigen Fehler, mag sein, dass auch die Südtribüne ihren Teil zum Tor beigetragen hatte, indem Mandl permanent irritiert wurde. Pausenstand 1:0. Es war eine geniale 1. Halbzeit. 1 Tor für Salzburg sah man, viele gute Szenen, schöne Kombinationen, viele emotionelle Rangelein, tobende Stimmung auf den Rängen, die 1. Halbzeit hatte alles zu bieten. Nach der Pause hatten wir die Wiener gut unter Kontrolle, wir spielten souverän weiter. Nur 1 mal hatten wir großes Glück. Nach einem Wagner-Freistoß klatschte der Ball an das unterse Ende der Querlatte, ohne die Torlinie zu überqueren. Später traf auch Alex Schriebl auf der anderen Seite nur die Querlatte. Kurz vor Schluß sah dann noch der provokante Dopel gelb-rot. Es blieb dann beim hochverdienten 1:0-Sieg. Salzburg blieb damit bis Sonntagabend auf Rang 2. Da der GAK heute allerdings durch ein Last-Minute-Tor von Tutu 2:1 gegen Sturm siegte, sind wir jetzt 3. Aber den GAK haben wir noch im Restprogramm. Sturm und Pasching (1:1 gegen Kärnten) haben wir abgehängt, also war es dieses Wochenende wieder eine Runde ganz im Zeichen von Austria Salzburg. Am Dienstag folgt das 2. Heimspiel binnen dieser 3 Tage gegen die Wiener Austria. Dabei gilt es, auch das Finale im ÖFB-Cup zu erreichen. In der Meisterschaft geht es am Samstag nach Klagenfurt, wo uns ein heißer Tanz gegen die derzeit sehr starken Kärntner in einem sehr wichtigen Spiel erwartet.
4. Mai 2003: Sturm Graz - Austria Salzburg 2:2 (2:1) - Tore: Amoah, Brzeczek; Jank, Pfeifenberger
6.600 Zuseher (davon ca. 450 Salzburgfans) trotzten den fetten Eintrittspreisen von Sturm-Boss Hannes Kartnig und ließen sich das Top-Spiel der 32. Runde, ein typisches sogenanntes "6-Punkte-Spiel" nicht entgehen. Mit einem Sieg könnte Sturm an uns vorbeiziehen. Die Stimmung von den Grazer Fans war sehr schlecht, kaum bis gar nicht waren sie verbal zu vernehmen. Im Gästesektor verhinderten viel zu viele "Sitzer" eine Gänsehautstimmung. Sturm vergab dann im Spiel gleich zu Beginn eine große Chance. Das Spiel verlief ziemlich ausgeglichen. Etwas überraschend dann die Salzburger Führung: In der 23. Minute kommt nach einem Eckball Abwehrspieler Christoph Jank zum Kopfball und versenkt diesen gleich ins Netz - 1:0 für Salzburg. Nachdem es der Salzburger Hintermannschaft mehrmals nicht gelang, den Ball weiter hinauszuschlagen war plötzlich Amoah frei und glich verdient für Sturm aus - 1:1 (41.). Dem Unglück noch nicht genug gingen die Grazer auch noch pünktlich vor der Pause in Führung: In der 45. Minute schießt Brzeczek gefühlvoll von der Strafraumgrenze genau ins Eck vorbei an Safar - Tor, 2:1 für Sturm zur Pause. Nach der Pause sah man ein mäßiges Bundesligaspiel, die Grazer machten nicht mehr allzu viel für's Spiel, auch Salzburg war meilenweit vom Ausgleich entfernt. Die Zeit verging ohne große Highlights. Aber dann das späte Glück für alle Violette in Graz: Nach Winklhofer-Flanke köpfelt Pfeifenberger zum 2:2-Ausgleich ein (88.). Dabei blieb es dann. Nach dem Spiel wurde im Sektor noch 45 Minuten lang gesungen was nur ging, einige Spieler folgten dem Aufruf "Wir wollen die Mannschaft sehen" und zeigten sich noch einmal uns treuen Fans. Ein glückliches Remis aus Graz entführt, in der Tabelle weiter vor Sturm, Pasching nur 0:0 gegen Ried und eine GAK-Niederlage heute Sonntag - was will man mehr!!?? Wir sind weiterhin auf Kurs für Platz 2. Jetzt kommen dann 2 Heimspiele gegen die Wiener Austria. Zunächst müssen wir am Samstag in der Meisterschaft ran, dann noch am Dienstag darauf im Cup-Halbfinale. 2 richtungsweisende Spiele stehen also bevor, hoffentlich stehen in diesen beiden Spielen sehr viele Fans der Austria zur Seite.
1. Mai 2003: Die Erteilung der Lizenz für die Bundesliga-Saison 2003/04 wurde Austria Salzburg vorerst verwehrt. Das verkündete die Bundesliga gestern offiziell. Verein und Fans nehmen dies vorerst sehr gelassen hin. Austria Salzburg wird nun gegen die Entscheidung fristgerecht bis 12. Mai 2003 berufen. Alle weiteren Unterlagen sollen nachgereicht werden. Neben Salzburg bleibt aus der Bundesliga auch SW Bregenz vorerst ohne Lizenz.
26. April 2003: Austria Salzburg - Admira Wacker Mödling 0:0 (0:0)
"Heute Sieg Nr. 8" titelte "Anpfiff", die gratis Stadionzeitung in Kleßheim. Unser Gegner, die Admira, ist zwar momentan ebenso im Aufwind wie wir, aber dennoch erwarteten sich diesmal doch alle im Stadion einen vollen Erfolg gegen den 9. der Tabelle. Die Angaben über Zuseher könnten unterschiedlicher kaum sein: Von 7.500 bis zu 12.000 reichen die Schätzungen der mehr oder weniger klugen Journalisten. Es waren wohl so in etwa 8.- bis 9.000 Besucher, die diese Partie live im Stadion sahen. Leider war der Zuseherkreis nicht gerade der erlesenste und so kam keine gute Stimmung ins Stadion. Auch die "Curva Sud" war nicht so toll, wie wir sie schon erlebt haben. Das weise Spruchband der Tough Guys, "Heimvorteil durch Stimmung", hätte z.B. gegen Rapid besser gepasst. Die Zuseher bekamen in der Anfangsphase eine Salzburger Mannschaft zu sehen, der dieser "Lauf" wirklich anzumerken war. Bereits nach 10 Minuten hätte man durchaus führen können. Es folgten einige weitere gute Möglichkeiten. Die beiden größten Torchancen in der 1. Halbzeit vergaben Scharrer und Winklhofer. Zunächst knallt Scharrer aus knapp 10 Metern einen leicht annehmbaren Ball unbedrängt über die Latte und dann kam das absolute Highlight der 1. Halbzeit: Nach einem schön über die Mauer gezirkelten Freistoß knapp außerhalb der Strafraumgrenze klatscht der Ball an die Stange, Torhüter Knaller von der Admira ist bereits geschlagen, Winklhofer könnte den Ball ins leere Tor schieben, doch er grätscht den Ball an seinen anderen Fuß und vergibt diese tolle Möglichkeit. Der Ball kullerte sekundenlang an der Linie herum, doch letztendlich konnte Hatz für die Admira gleich 2 mal auf der Torlinie klären. 0:0 zur Pause. Nach der Pause kam mehr und mehr Verunsicherung ins Spiel der Salzburger. Fehler, die man bei Salzburg in den vergangen Wochen nicht mehr gesehen hatte, schlichen sich ein und die Torchancen waren nicht mehr so zahlreich und zwingend, wie noch in der 1. Hälfte. Auch die Admira kam zu einer sehr guten Möglichkeit. Es fielen dann leider auch in der 2. Hälfte keine Tore mehr und es blieb beim 0:0. 2 wichtige Punkte im Kampf um die internationalen Startplätze konnte man nicht einfahren. Man bleibt aber am 4. Platz, punktegleich mit Sturm. Gegenüber Pasching konnte man sogar einen Punkt aufholen, auch der GAK muss im Top-Spiel am Sonntag gegen die Austria Wien, die in diesem Spiel den Sack zum Meistertitel entgültig zumachen will, erst einmal einen Punkt holen. Nächste Woche geht's zu einem vorentscheidenden Spiel nach Graz zu Sturm. Können wir dort punkten, vielleicht sogar siegen, dann stehen unsere Chancen bestens. Es ist also nicht viel verloren, nur leider sehr wenig mögliches gewonnen worden an diesem Wochenende für Austria Salzburg.
23. April 2003: SV Ried - Austria Salzburg 1:2 (0:0) - Tore: Akagündüz; Eder, Ibertsberger
Nach zuletzt 6 Pflichtspiel-Siegen in Serie erwarten selbst die größten Optimisten unter den Salzburgfans schön langsam den mehr oder weniger bitteren, obligaten Rückschlag durch eine Niederlage. Beste Voraussetzungen für ein Ende dieser Serie wären Mittwoch beim Auswärtsspiel in Ried gegeben gewesen, verlor man doch zuletzt in Ried 0:4. Aber man peilte natürlich eine Fortsetzung dieser stolzen Serie an. 500 Fans folgten der Austria zu diesem schwierigen Match nach Ried, insgesamt waren 5000 im Rieder "Stadion". Im Spiel war der Austria das Selbstvertrauen anzumerken, die Viererkette stand abermals sehr sicher. Das erste Highlight dieses Spiels war aus unserer Sicht aber ein negatives: Roli Kirchler wird von Schiedsrichter Einwaller in der 43. Minute mit der gelb-roten Ampelkarte vom Feld geschickt - eine fragwürdige Entscheidung. 0:0 war der Pausenstand. Mit 10 Mann boten die Salzburger in Hälfte 2 eine hervorragende Leistung, die rasch belohnt wurde: In der 53. Minute zieht Eder aus der Nähe der Strafraumgrenze ab und trifft mit seinem genauen und unhaltbaren Schuss genau ins Eck des Tores - 1:0-Führung für Salzburg. Thomas Eder, der erst gegen Rapid im Auswärtsspiel vor nicht einmal 2 Wochen sein allererstes Bundesliga-Tor erzielt hatte hält jetzt schon bei 3 Saisontreffern, alle durch präzise, sehenswerte Fernschüsse. Dem eingewechselten Akagündüz gelang für die Rieder zwar noch der Anschlusstreffer, aber Salzburg brachte den verdienten Auswärtssieg über die Zeit. Serie fortgesetzt, 7 Pflichtspiel-Siege en suite, was will man mehr ... naja, den UEFA-Cup oder die Champions League ... Der nächste Schritt dazu sollte am Samstag gegen die (immer besser werdende) Admira gelegt werden. Alle ins Stadion, die Austria braucht die gute Stimmung!
16. April 2003: Austria Salzburg - SW Bregenz 4:1 (2:0) - Tore: Pfeifenberger (2), Szewczyk, Eder; Lawaree
9000 Besucher (ich war leider nicht unter ihnen, die liebe Arbeit...) hatten sich zur unmöglichsten Zeit im neuen Stadion eingefunden. Trotz ORF-Liveübertragung und der sich daraus ergebenden "unmöglichen" Beginnzeit 9000 Besucher ins Stadion zu kriegen (kein anderes Spiel dieser Runde war besser besucht) - und das auch noch gegen das Tabellenschlusslicht - ist schon sehr positiv und eben auf den unglaublichen "Lauf" unserer Austria zu schließen. Auf der "Süd" war die Stimmung großartig, nur mit der Bänderchoreographie konnte sich kaum jemand anfreunden. Sehr wohl anfreunden können sich wohl alle Salzburgfans mit dem Spruchband "Wer wenn nicht er??? - Mit Lars nach Europa". Jeder in Salzburg hält zu Trainer Lars Söndergaard, der ausgezeichnete Arbeit im Verein verrichtet, die Vertragsverlängerung lässt zwar noch auf sich warten, aber denken wir positiv: Wird schon hinhauen!!! Das Spiel war eine klare Sache für Austria Salzburg. Nach einem Pfeifenberger-Tor mit toller Kirchler-Vorarbeit und einer Freistoß-Granate von Szewczyk genau unter die Querlatte führte man schon zur Pause hochverdient mit 2:0. Nach der Pause traf "good old Heimo" Pfeifenberger erneut und unser 4. Tor erzielte Tom Eder aus einem Fernschuss, der ja bereits am Samstag auswärts gegen Rapid (ebenfalls mit tollem Weitschuss) getroffen hatte. Dann zog sich die Austria zurück, man hatte allerdings noch viele Großchancen: Allen voran ein ausgelassener "Sitzer" von Alex Schriebl, der aus 5 Metern völlig freistehend einen Stanglpass zugespielt bekam, diesen allerdings nur an die Querlatte knallte. Auch Pfeifenberger traf zuvor übrigens bereits die Querlatte. Dann endete noch unsere bereits schon über 500 Minuten anhaltende Torsperre durch einen platzierten Freistoß von Lawaree, der an allen vorbei in unser Tor ging. Ganz unhaltbar war der Ball wohl nicht, aber was soll's schon - bei 4:0 kann man schon einen Gegentreffer kassieren. Auch die Bregenzer hatten in der Schlussphase als schon alles entschieden war noch einen Stangenschuss, aber es kam dann nicht's zählbares mehr raus. Austria Salzburg ist mit diesem glanzvollen 4:1-Sieg jetzt schon 6 Spiele in Serie siegreich. Am kommenden Mittwoch geht es auswärts bei Ried darum, diese Serie zu prolongieren. Das nächste Heimspiel findet dann am Samstag, den 26. April statt - Gegner ist die wiedererstarkte Admira. PS: Genießt auch die Tabelle auf der Hauptseite dieser Homepage...EUROPA WIR KOMMEN!!! - Vielleicht sogar in der Champions League...träumen wird man ja dürfen!
12. April 2003: Rapid Wien - Austria Salzburg 0:2 (0:0) - Tore: Eder, Hassler
Nur 7 Tage nach dem tollen 2:0-Heimsieg über Rapid waren die "Grünen" auch gestern wieder die Gegner der Salzburger Austria - diesmal jedoch auswärts in Wien-Hütteldorf. Etwa 400 Salzburgfans haben den Weg nach Wien zurückgelegt, um ihre Mannschaft bestens zu unterstützen. Insgesamt waren es nur 6.400 Zuseher im Hanappi-Stadion. Zu der sportlichen Krise der Rapidler kommt nun offenbar auch eine Zuseher-Misere. Salzburg wollte unbedingt den Erfolgslauf fortsetzen, Rapid wollte einen Schritt aus der bitteren Krise machen. Die Vorzeichen standen also sehr gut für Austria Salzburg, allerdings sollte es diesmal doch nicht mehr ganz so einfach werden wie noch vor einer Woche, Rapid zu besiegen. Bei Rapid waren Kapitän Herzog und Roman Wallner wieder dabei, auch Salzburg konnte auf Kapitän Heiko Laessig wieder zurückgreifen. Zu Spielbeginn präsentierten die Rapidfans eine Choreographie, die durchaus zu gefallen wusste. Die weiteren Spruchbänder der Wiener Fans waren dann allerdings eine Mischung aus Nachahmungen, Selbstverarschungen und Ratlosigkeit. Akustisch waren die Wiener trotz bester Voraussetzungen durch das Stadiondach nur schwach zu vernehmen. Im gut gefüllten Salzburg-Block herrschte gute Stimmung. Gewohnt kreative Spruchbänder wurden präsentiert, die Austria wurde sehr lautstark und emotionell angefeuert, der Away-Mob steigerte sich dann durch den positiven Spielverlauf auch noch zusätzlich. In der ersten Halbzeit verlief das Spiel sehr fad, Rapid war optisch leicht überlegen, aber rausgekommen ist davon gar nichts. Die beste Möglichkeit in der ersten Halbzeit kam quasi mit dem Pausenpfiff, als Kirchler per Kopf nur das Außennetz traf. Nach der Pause hatten die mitgereisten Salzburgfans bald Grund zu ausgelassenem Jubel: In der 47. Minute zog der junge Thomas Eder ab, Rapid-Keeper Payer konnte den scharfen Schuss nur noch an die Stange lenken und von der Stange prallte der Ball ins Tor. Es war dies das erste Bundesliga-Tor des jungen Tom Eder. Die Salzburger setzten nach und bauten die Führung bald auf 2:0 aus: In der 55. Minute hat der für den verletzt ausgeschiedenen Heimo Pfeifenberger in der 1. Halbzeit ins Spiel gekommene Dominik Hassler kein Problem, einen optimalen Stanglpass von Alexander Schriebl zum Tor zu verwerten - 0:2, die Entscheidung. Rapid war auch nach den beiden Gegentoren total harmlos. Salzburg hatte noch einige Möglichkeiten, das dritte Tor zu erzielen. Es blieb dann aber beim 2:0-Auswärtssieg unserer Austria bei Rapid. Nach dem Spiel blieb größtenteils - für Rapid gegen Salzburg ungewöhnlicherweiße - alles ziemlich ruhig. Ein paar lustige Rapidfans konnten sich mit der Niederlage zwar nicht ganz abfinden und demonstrierten uns Salzburgern auf tiefe Art und Weise noch ihren Hass, aber es gab nichts Gröberes. Mit diesem Sieg hat sich die "Monsterwoche" mit 2 x Rapid und 1 x Innsbruck noch zur Wahnsinns-Woche (im positiven Sinn selbstverständlich) entwickelt. 3 x konnten wir einen 2:0-Sieg, 2 x davon auch noch auswärts landen. Die letzten 5 Spiele gewann die Austria ohne auch nur 1 Gegentor zu kassieren. Damit haben wir neben dem ÖFB-Cup plötzlich auch mit der Meisterschaft noch eine weitere Option, ins internationale Geschäft eingreifen zu können. Nur 5 Punkte beträgt der Rückstand auf Platz 3, auch nur 7 auf Platz 2, der für die Champions League-Qualifikation berechtigt. So kann es weitergehen, schon am kommenden Mittwoch im Heimspiel gegen die kriselnden Bregenzer. Oh du wunderbare Austria, ...
9. April 2003: FC Wattens/Wacker Tirol - Austria Salzburg 0:2 (0:2) - Tore: Pfeifenberger, Laessig
Gestern wurde also Teil 2 der "Monsterwoche" mit 2 mal Rapid und Tirol in Angriff genommen. Wieder einmal hatten wir am Tivoli die Ehre. Von der Papierform her hätten wir den Aufstieg ins Halbfinale ja fast schon geschafft, aber dass ein Westderby immer für Brisanz garantiert war auch jedem klar. Etwa 400 Salzburgfans fanden sich im Gästesektor ein und machten eine entsprechende Stimmung. Bengalen, Rauchbomben und einsatzwillige Stimmbänder waren dabei und sorgten für ausgezeichnete Stimmung im Away-Block. Spruchbänder wurden präsentiert, ... Wer also dachte, unter der Woche legen die Salzburger einen Schongang im Support ihrer Austria ein, der irrte. Von Seiten der Innsbrucker gab es nichts Besonderes - oder besser gesagt nichts besonders Gutes. Es wurde uns ein lächerliches Spruchband präsentiert, Aufschrift war "Hallo SARSburger, wie gAIDS?" SARS und AIDS sind als heimtückische Krankheiten in aller Munde, das erklärt, wie tief ohnehin geringe Niveau auf der Nordtribüne noch weiter gefallen ist. Gezündelt wurde auf der Nordtribüne nicht. Zum Spiel: Es war eine klare Angelegenheit für unsere Austria. Die Tiroler hatten eine ganz dicke Möglichkeit zur Führung ausgelassen. Dann kam unsere Führung nach einer halben Stunde. Heimo Pfeifenberger köpfelte trotz ärgster Bedrängnis von gleich 2 Tirolern den Ball über den Tiroler Keeper ins Netz zum 1:0 für die Austria. Danach hatten wir leichtes Spiel. Noch vor der Pause zog dann Laessig aus ca. 20 Metern ab, der Ball ging an allen Spielern im Strafraum vorbei, auch am Tirol-Torwart und sprang dann mitten ins Tor der Tiroler zum vorentscheidenden 2:0. Nach der Pause beschränkte sich die Austria dann auf die Verteidigung des komfortablen Vorsprungs. Dennoch kamen auch in der 2. Halbzeit noch einige Chancen auf ein weiteres Tor zustande. Die Innsbrucker hatten nur noch eine ganz große Torchance, wir konnten aber auf der Linie gerade noch klären. Es blieb beim hochverdienten 2:0-Auswärtssieg. Nach der begeisterten Welle mit der Mannschaft wurden uns die Gitter bald geöffnet und wir konnten das Stadion verlassen. Vor dem Wegfahren zeigten uns die Innsbrucker einmal mehr, wie lächerlich sie sind. Ein Kinderhaufen verabschiedete uns nach dem Motto "Sag Papi mal gute Nacht", bevor wir in unsere Fanbusse stiegen. Dann folgten noch einige Stingefinger, das war's dann auch. Alles in allem kann man einfach wieder sagen, dass wir den Innsbruckern in allen Spiel- und Fanbelangen überlegen waren. Ich hätte mir das ganze Antreten in Innsbruck doch etwas schwieriger vorgestellt. Hoffen wir heute auf ein gutes Los für das Halbfinale, sprich endlich ein Heimspiel und dann ist alles möglich.
5. April 2003: Austria Salzburg - Rapid Wien 2:0 (2:0) - Tore: Schriebl, Pfeifenberger
Am gestrigen 5. April 2003 kam es in Salzburg zum ewigen Schlager zwischen Austria Salzburg und Rapid Wien. Erstmals fand dieses Spiel im neuen Stadion der Salzburger Austria, erstmals auf Kunstrasen statt. Wie so oft wurde dieses Spiel bereits lange im Vorfeld gehörig "hochgepuscht", die 11.000 Zuseher (davon ca. 900 Rapidfans - laut "Krone") freuten sich auf ein hochbrisantes Spiel. Wie befürchtet konnten die Rapidfans nach ihrer Ankunft am Salzburger Hauptbahnhof nicht ganz ohne Zwischenfälle ins Stadion gebracht werden. Bevor die grünen Fans aus dem Bahnhofsgelände kamen, bekam man gleich eine Kostprobe der Wiener Arroganz. Rapid-Stadionsprecher Andi Marek und ein weiterer höchst arrogater Wiener baten alle, die etwas Violettes an sich hatten, einige Meter zurückzutreten. Während der Fahrt ins Stadion zerstörten die Wiener sämtliche Einrichtungen dreier Busse der Salzburg AG. Diese Busse müssen jetzt generalsaniert werden. Da ein Engpass an Bussen herrscht werden die Salzburger inzwischen mit älteren Bussen Vorlieb nehmen müssen. Wäre wohl besser gewesen, diese älteren Busse zum Transport der Rapidfans zu benutzen, aber soll uns Fußballfans ja egal sein ... Zum Spiel: Es war das bisher beste Spiel im neuen Stadion. Das will ja noch nichts heißen, denn die Spiele gegen Kärnten und den GAK waren ja absolute Schmalkost. Aber das Spiel gegen Rapid war wirklich sehenswert. Es herrschte eine hervorragende Stimmung. Ein randvoller Auswärtssektor der Rapidler machte ordentlich Stimmung. Die violette "Curva Sud" war in "Hochform". Ein sehr hoher Lärm-Peegel, Spruchbänder erster Klasse, es war einfach alles in Ordnung. Auch dem Problem mit dem Aufhängen der Transparente wurde Abhilfe geschaffen. Auf dem Spielfeld hielten die Akteure mit der hervorragenden Stimmung der Fans mit. Schon in der 5. Minute wurde der überzeugende Alex Schriebl optimal eingesetzt. Dieser lässt Hiden aussteigen und schiebt den Ball souverän an Rapid-Keeper Payer zur 1:0-Führung für Salzburg ins Netz. Die Salzburger spielten sehr gefällig, man kombinierte sicher, kämpferisch war die Leistung auch sehr gut. Bei einem Hechtkopfball von Heimo Pfeifenberger hatte der Rapid-Goalie gerade noch die Chance, den Ball zu halten. Mit aller Mühe konnte er ihn aber festhalten. Aber nach einer Maßflanke von Youngster Eder kam Heimo in den letzten Sekunden der 1. Halbzeit nochmals zu einem Hechtkopfball. Dieser war scharf wie ein Volleyschuss und diesmal war Helge Payer im Tor der Grünen total machtlos. Pausenstand 2:0 für Salzburg. Zu Beginn der 2. Halbzeit "brannte" die "Curva Sud" erstmals so richtig. Etliche Bengalen und Rauchbomben wurden gezündet, was die tolle Stimmung auch optisch genial rüberbrachte. Um einiges tiefer die Antwort der Rapidfans während der 2. Halbzeit. Die warfen eine Bengale auf das Spielfeld. Die in der ersten Halbzeit inferioren Rapidler konnten sich in de 2. Hälfte nur wenig steigern, den Salzburgern gelang es, Torchancen von Rapid zu verhindern. Die Violetten kamen im Konter zu guten Chancen, die beste hatte Pfeifenberger. Weil aber Energie und Konzentration langsam nachgelassen hatten und man ja bereits eine komfortable 2:0-Führung im Rücken hatte, fehlte die letzte Konsequenz, auch diese Chancen zu verwerten. Salzburg gewann das so wichtige Spiel am Geburtstag von Trainer Lars Söndergaard hochverdient mit 2:0. Nach dem Spiel gab es keine gröberen Ausschreitungen, man verabschiedete sich legedlich mit einigen obligaten Stinkefingern. Rapid holte in den letzten 3 Spielen in der Mozartstadt keinen Punkt. 11:3 das aus Salzburger Sicht sehr erfreuliche Torverhältnis aus den letzten 3 Heimspielen gegen Rapid. Jetzt geht's ab nach Innsbruck am Dienstag. Es wäre sehr wichtig für uns, im ÖFB-Cup zu bleiben, um sich ein "Hintertürl" für den Europacup-Startplatz offen zu halten. Und gleich am kommenden Wochenende haben wir schon wieder die Ehre gegen Rapid, diesmal in Wien.
23. März 2003: SV Pasching - Austria Salzburg 0:1 (0:1) - Tor: Kirchler
Im gestrigen Auswärtsspiel gegen Sensations-Team Pasching ging es in erster Linie darum, dem Abstiegsgespenst noch weiter aus dem Weg zu gehen. Die ganz kleine Chance auf einen internationalen Startplatz über die Meisterschaft möchte man natürlich auch nicht kampflos aufgeben, aber das primäre Augenmerk war doch darauf gerichtet, sich im Mittelfeld zu festigen. Von den 3500 Zusehern waren auch 500 Fans aus Salzburg (lt. ORF) mitgereist, um die Austria in Pasching bestmöglich zu unterstützen. Wer dachte, in diesem Stadion bei Eintrittspreisen Geld sparen zu können, der irrte gewaltig: Die Stehplatzkarte für Erwachsene kostete € 12,00 und sogar für die ermäßigte Stehplatzkarte im Gästesektor waren noch ganze 10 € hinzublättern. Und diese Stehplätze im Gästesektor sind von sehr schlechter Qualität. Nicht einmal eine Erweiterung des Gästesektors wegen der zahlreich angereisten Fans aus Salzburg war in Pasching denkbar. Man stand "legebatterien-artig" im Sektor. Zum Vergleich: Die Stehplatzkarte für die "Curva Sud" im top-modernen neuen Stadion in Salzburg kostet im Vollpreis nur 8,00 €. Salzburg hatte die Paschinger von Beginn an gut unter Kontrolle. Chancen kamen auf beiden Seiten zu Beginn kaum zustande. Die spielentscheidende Szene ereignete sich in der 43. Minute: Alex Schriebl spielt mit einem genialen Pass Roli Kirchler optimal im Strafraum frei und dieser hat dann allein vor Pasching-Torhüter Schicklgruber keine Mühe, den Ball ins Tor zu schieben. 1:0 für Austria Salzburg zur Pause. In der 2. Halbzeit kamen die Paschinger anfangs gar nicht ins Spiel. Salzburg hatte tolle Möglichkeiten im Konter, die Vorentscheidung herbeizuführen. Leider wurden diese Chancen vergeben. Erst gegen Ende des Spiels kam Pasching noch einmal etwas besser zur Geltung. Bei einem Foul von Salzburg hart an der Strafraumgrenze hatten wir Glück, dass Schiedsrichter Falb den Tatort knapp außerhalb des 16-Meter-Raumes auslegte, obwohl diese Situation wohl eher mit Elfmeter zu ahnden gewesen wäre. Aber so gleicht sich das alles wieder aus, denn auch Salzburg wurde auf diese Art und Weise am Dienstag beim Cup-Spiel in Altach ein klarer Elfmeter vorenthalten. Austria Salzburg brachte die knappe Führung dann tatsächlich über die Zeit und siegte mit 1:0. Dieser Sieg beendete einige stolze Serien der Paschinger: Man kassierte erstmals in der gesamten Saison zu Hause in der 1. Halbzeit einen Gegentreffer, man kassierte erstmals zu Hause im Jahr 2003 einen Gegentreffer, man verlor das erste Heimspiel in der gesamten Saison. Die letzte Heimniederlage musste Pasching in der letzten Runde der 1. Division vor dem Aufstieg in die T-Mobile Bundesliga hinnehmen. In dieser Meisterschaftssaison war der gestrige Sieg in Pasching erst unser 3. Auswärtssieg. Alle 3 Siege in der Fremde fielen übrigens knapp aus, alle mit einem 1:0 (GAK, FC Kärnten und jetzt SV Pasching). So kann es weitergehen. Vielleicht schon beim nächsten Auswärtsspiel am 12. April gegen Rapid. Bereits eine Woche vorher findet das nächste Heimspiel statt, am 5. April ebenfalls gegen Rapid.
19. März 2003: Nur etwa 1 Jahr wird die Zeit ohne Westderby dauern. Die Auslosung für das Viertelfinale im ÖFB-Cup bescherte uns ein Auswärtsspiel am Tivoli neu in Innsbruck gegen die SPG Wattens/Wacker Tirol. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Entscheidungsträger über den genauen Spieltermin eine für Fans akzeptable Beginnzeit "ausschnapsen" werden, viel anders scheinen diese Entscheidungen von der Bundesliga ja nicht zu fallen ...
19. März 2003: SCR Altach - Austria Salzburg 0:1 (0:0) - Tor: Schriebl
Am gestrigen Dienstag stand für Austria Salzburg ein sehr wichtiges Auswärtsspiel am Programm. Nachdem es in den ersten Meisterschaftsrunden im Frühjahr nicht ganz wunschgemäß gelaufen war und das Thema UEFA-Cup über die Meisterschaft wieder in weitere Ferne gerückt war, wollte man die Hoffnungen auf einen Startplatz im Europacup durch einen Sieg im Ländle am Leben erhalten. Es gelang. Austria Salzburg hatte die Altacher stets unter Kontrolle. Gleich zu Beginn wurde uns ein klarer Elfmeter vorenthalten, indem der Schiedsrichter den "Tatort" des Tormann-Fouls einfach auf außerhalb des Strafraumes verlegte. Es folgten noch einige hochkarätige Chancen. Zur Pause blieb es aber leider beim 0:0. Kurz nach der Pause klappte es dann endlich: In der 52. Minute trifft Schriebl mit einem Heber aus kurzer Distanz zur Salzburger Führung. Die Salzburger spielten sehr sicher weiter, ließen nur wenige Chancen der Altacher zu. Nach einer "Tätlichkeit" von J.C. Suazo sah dieser die rote Karte und Salzburg musste die letzten 25 Minuten mit 10 Mann spielen. Aber das gelang ganz gut, man spielte die knappe Führung souverän nach Hause. In der 92. Minute vergaben die Altacher eine ihrer wenigen Chancen. Diese war aber eine fast 100-prozentige. Alles in allem war es dann ein verdienter Sieg für Salzburg. In den weiteren Spielen gestern gab es keine größeren Überraschungen. SPG Wattens/Wacker Tirol setzte sich am Tivoli neu gegen FC Lustenau durch, auch Kärnten, Ried und Sturm Graz schafften den Aufstieg ins Viertelfinale. Heute finden noch 2 Spiele des Achtelfinales statt. Die Viertelfinal-Auslosung findet dann im Rahmen der Champions-League-Übertragung heute Abend in ORF 1 statt. Hoffen wir also auf ein Heimspiel im Viertelfinale. Sollte ein Westderby ausgelost werden, dann hätte SPG Wattens/Wacker auf jeden Fall Heimvorteil, weil sie ja ein Regionalligist sind.
16. März 2003: Austria Salzburg - GAK 1:1 (0:0) - Tore: Schriebl; Aufhauser
Nach dem sportlich sehr enttäuschenden Eröffnungfest des neuen Stadions letzte Woche stand gestern gleich das nächste Spiel in unserer neuen wunderbaren Heimstätte an. Der Gegner war diesmal ein Verein, bei dem zur Zeit alles nach Wunsch läuft. Der GAK gewann jedes seiner bisher 3 Spiele im neuen Kalenderjahr, darunter der großartige 5:0-Derbysieg gegen Sturm vor 2 Wochen. Eine sehr schwierige Aufgabe also für Austria Salzburg. 8.800 Zuschauer wollten dieses Spiel sehen, fast um 10.000 weniger als vergangenes Wochenende beim Eröffnungsspiel gegen Kärnten. Aber die Stimmung war keinesfalls schlechter als vor 7 Tagen. Sie war sogar besser. Bei den Versuchen der "Curva Sud", "Standing Ovations" für die Austria im ganzen Stadion zu erzeugen, machte die Osttribüne ohne sich lange bitten zu lassen bald mit. Etwas zäher ging es da bei der Haupttribüne zu, aber bis auf einige zu stolze Pöpschchen erhoben sich auch dort fast alle. Besonders erfreulich war die sehr emotionelle Osttribüne. Zum Spiel: Es war auf jeden Fall ein besseres Spiel als in der Vorwoche gegen Kärnten. Aber das sagt ja noch gar nichts. Es war wieder ein eher schwaches Spiel. Die erste Halbzeit verstrich ohne größere Höhepunkte. In der 52. Minute kommt dann ein Violetter ganz frei zum Schuss, GAK-Torhüter Schranz kann den scharfen Schuss nicht festhalten, der Ball springt genau zu Alex Schriebl und der hat wenig Mühe, die Kugel zur 1:0-Führung ins Netz zu schieben. Es herrschte dann ziemlich ausgelassener Torjubel, die obligate Bierdusche fiel ziemlich heftig aus. Der ohnehin schon hervorragenden Stimmung auf der "Curva Sud" gab dieses Tor noch zusätzlichen "Kick". Aber leider hielt diese Führung nur 8 Minuten. In der 60. Minute trifft der Ex-Salzburger René Aufhauser zum 1:1-Ausgleich. Die Entstehungsgeschichte dieses Tores war ähnlich unserem Tor. Auch Aufhauser brauchte nur noch den abspringenden Ball ins Tor zu schieben. Der GAK war dann auch näher am Sieg dran, Höhepunkt war ein Lattenschuss der Grazer. Es blieb dann beim 1:1. Alles in allem ein wenig berauschendes Spiel. Die Stimmung auf den Rängen hat in Salzburg sicher noch sehr große Reserven, aber am gestrigen Samstag war es stimmungsmäßig schon ganz ok - besonders in Anbetracht des doch eher schwachen Spiels.
9. März 2003: Austria Salzburg - FC Kärnten 1:1 (1:1) - Tore: Laessig; Zuleta
Es wurde leider nichts aus der lange herbei ersehnten erfolgreichen Stadioneröffnung - rein sportlich gesehen. Salzburg (erstmals in den neuen knall-violetten Heimdressen von PUMA) spielte sehr fehlerhaft, die ohnehin geringe Anfangsoffensive verflachte rasch und Kärnten konnte problemlos mitspielen. Ein idealer Pass von Provokations-Herd Bubalo auf Zuleta in den Strafraum brachte die Führung für die Kärntner. Ausgerechnet der kleinste Spieler der Bundesliga versalzte uns sozusagen die Suppe (20.). Aber kurz darauf kamen wir zu einem dankbaren Hands-Elfmeter, den Laessig mit Tormann-Täuschung sicher zum 1:1-Ausgleich versenken konnte (22.). Mehr Highlights hatte das gesamte Spiel eigentlich nicht. Einen Schoppitsch-Freistoß parierte Kärnten-Keeper Goriupp problemlos, Kärnten hätte auch noch die eine oder andere Gelegenheit gehabt, die totale Sensation mit einem Auswärtssieg perfekt zu machen. Nach der Stuchlik-üblichen Nachspielzeit von 5 Minuten blieb es dann beim 1:1, was natürlich eine bittere Enttäschung ist. Man hätte sich doch zu mindest einen Sieg erwartet und eine Austria, die nicht schon am Spielaufbau an den eigenen Nerven scheitert. In der Halbzeitpause gab es übrigens den skandalösen Auftritt von DJ Ötzi. Er hat es gottlob nicht geschafft, auch nur den geringsten Teil der Curva Sud für sich zu gewinnen. Die Hände wurden zwar auf seine Aufforderung nach oben gezeigt, aber dass diese Hände mit Stinkefingern geziert waren wird DJ Ötzi wohl weniger gefallen haben. Er mied im Verlauf des Auftritts dann den Bereich der Südtribüne und summte im Bereich der Nordtribüne weiter. Zur Stimmung im Allgemeinen: Sehr verhalten. Die Mannschaft hat die Fans auch nicht gerade zu Stimmung mobilisiert. Am Ende kann man sagen: Immer noch besser, bei der Stadioneröffnung ein 1:1 als kein Sieg im "Servus-Lehen-Spiel", denn für einen würdigen Lehen-Abschied hätte es keine Chance mehr gegeben, es wieder gut zu machen. Im wunderschönen neuen Stadion haben wir diese Gelegenheit dank eines ausnahmsweiße mal günstigen Terminplans gleich in einer Woche am Samstag gegen den GAK. Wird ein vermeintlich stärkerer Gegner sein, aber das heißt bei Salzburg-Spielen gar nichts ...
2. März 2003: Austria Wien - Austria Salzburg 1:0 (0:0) - Tor: Rushfeldt (66.)
Leider weder Sieg noch Remis konnte Austria Salzburg am Samstag im violetten Derby gegen die Wiener Austria einfahren. Die Niederlage hatte dann auch noch das ärgerlichste Ergebnis, das man sich vorstellen kann: 0:1. Ein Schuss von Rushfeldt in der 66. Minute war die Entscheidung. Schade, dass Salzburg zuvor aus den wenigen, aber großen Chancen nicht in Führung gegangen ist. Schriebl hätte eine große Gelegenheit gehabt und besonders die vergebene Großchance von Schoppitsch ist sehr ärgerlich. Salzburg präsentiere in diesem Spiel erstmals seine Auswärtsdressen. Eine Schande diese Dienstkleidung. Graue Trikots mit gelben Nummern. Die Nummern dazu noch in unmöglicher Schift, trostlos! Als trostlos ist im Übrigen die gesamte 23. Runde zu bezeichnen. Die Torausbeute von Samstag: 3 Tore aus 4 Spielen. Da müsste das Grazer Derby heute schon kräftig herhalten, damit ein solcher Negativrekord noch verhindert werden kann. Pasching siegte gestern auswärts beim FC Kärnten durch ein Tor von Neuzugang Christian Mayrleb 1:0. Ried und Rapid trennten sich mit 0:0. Die Gastgeber von Ried vergaben in der 1. Halbzeit durch Akagündüz einen Elfmeter. Und SW Bregenz ist im Abstiegskampf durch die gestrige 0:1-Niederlage bei Admira Mödling wieder ein Stück weiter in den Sumpf gestiegen. Dejan Markovic erzielte das Goldtor für die Südstädter. Damit ist die rote Laterne nun bei Bregenz.
24. Februar 2003: Ein Bericht aus der heutigen SportWoche zum Thema Kunstrasen in Salzburgs neuem Stadion:
BEIßT DIE LIGA INS GRAS? Spaltpilz Kunstrasen. Tempo-Bremse, Karriere-Stopp & Wartungsfehler: Der künstliche Belag in Salzburg-Wals erhitzt die Gemüter der Liga.
Eigentlich sollte sich ganz Österrich auf ein Fußballfest der Extraklasse freuen, wenn die Salzburger Austria am 8. März ihr neues Schmuckkasterl in Wals mit dem (längst ausverkauften) Match gegen den FC Kärnten einweiht. Trotzdem sehen Spieler, Trainer und besonders die Klubärzte der Kunstrasen-Premiere mit mehr als gemischten Gefühlen entgegen.
WARTUNGSPANNEN. Fehler Nummer eins passierte bereits im Jänner: Da speziell für Kunstrasen geeignete Schneeräummaschinen erst verspätet angeschafft wurden, verwandelte sich das Spielfeld in einen glitschigen Eislaufplatz. "Wir befinden uns noch in einer Experimentierphase. Kunstrasen bedeutet für uns Neuland und da braucht es halt eine gewisse Einarbeitungszeit. Die Anfangsfehler sind behoben worden. Ich ersuche nur, dem neuen Belag eine Chance zu geben. Betonen möchte ich, dass es nicht die Entscheidung des Vereins war, hier einen künstlichen Rasen zu verlegen, sondern die des Institutes für Sportstättenbau des Landes Salzburg", weist Salzburg-Manager Toni Pichler die Kritik zurück. Sportdirektor Didi Constantini formuliert noch drastischer: "Wer auf diesem Rasen nicht spielen will, soll sich einen neuen Verein suchen." Nach einem Testspiel äußerte Constantini im Gespräch mit Präsident Rudi Quehenberger, dass "wir künftig vielleicht zwei Mannschaften brauchen werden: eine für Natur- und eine für Kunstrasen." Warum keine Rasenheizung installiert worden ist, begründet Hofrat DI Alfred Denk, Boss der Stadion-Errichtungsgesellschaft: "Zwischen den Leitungen im Asphaltuntergrund hätten sich Eisklumpen gebildet. Daher hätte eine Heizung eher den gegenteiligen Effekt gebracht." Alternativen, so Pichler, habe es jedoch ohnehin keine gegeben: "Die Spielfläche liegt sieben Meter unter Lichtniveau. Wir hätten bei einem Naturrasen dasselbe Problem wie im Meazza-Stadion oder in der Amsterdam Arena - alle 3, 4 Monate müsste der Rasen ausgetauscht werden." Das Produkt einer Münchner Firma (Markenbezeichnung: Polytan), auf dem auch Ottmar Hitzfeld seine Bayern-Profis an der Säbener Straße herumscheucht, kostete 400.000 Euro, wovon die UEFA im Rahmen eines Pilotprojekts die Hälfte blechte. Haltbarkeit: rund acht Jahre.
AUFS FALSCHE PFERD GESETZT? Während die Spieler von Trainer Lars Söndergaard die Performance auf dem künstlichen Grün (Pfeifenberger: "Derzeit kannst nicht einmal rutschen, der Ball wird extrem schnell, jedes Abstoppen nach einem Sprint wird zu einem Balanceakt") unisono kritisieren, hat man 100 Kilometer weiter östlich beste Erfahrungen gemacht. Sensationsaufsteiger SV Pasching trainiert seit einem Jahr auf Kunstrasen, ein Spielfeld des OÖ-Verbandes in Linz wird einhellig gelobt. "Unser Kunstrasen stammt aus Holland, der in Salzburg wurde anscheinend auf einem härtern Unterbau errichtet. Auch Twente Enschede und die Stronach-Akademie in Hollabrunn verwenden unser Produkt. Ich kann diesem Rasen nur das beste Zeugnis ausstellen. Ob Sommer oder Winter - der Zustand ist immer gleich, wir benötigen nicht einmal eine Heizung. Was mir aufgefallen ist: das Spiel ist duch den stumpfen Belag eher langsamer geworden", analysiert Manager Stefan Reiter.
PROBEPHASE. EURO-2008-Kommunikationschef Bernd Fisa hält die entstandene Diskussion für "sehr spannend. Es gibt in Europa derezit fünf Projekte der UEFA: in Moskau, Finnland, Denizlispor, Örebrö und eben Salzburg. Zwei Jahre lang werden die Daten gesammelt und 2005 fällt dann die Entscheidung, ob in Zukunft auch Champions League und UEFA-Cup auf Kunstrasen gespielt werden dürfen. Meiner Meinung nach sind Techniker auf Kunstrasen eindeutig bevorzugt - das könnte auch dem Spiel einen positiven Schub geben."
WE CARE ABOUT FOOTBALL. Leichtfertig, so Fisa, habe die UEFA - die das Motto "We care about Football" auf ihre Fahnen geheftet hat, dieses Projekt sicher nicht gestaret. "Die FIFA besitzt bereits Erfahrungswerte, die für Kunstrasen sprechen, auch medizinische Aspekte wurden dabei berücksichtigt." GAK-Trainer Walter Schachner, der sich auch bei der Krone-Gala letze Woche in Sachen Frank Stronach kein Blatt vor dem Mund nahm und dessen Hire-and-Fire-System schärfstens anprangerte, wird seine Spieler in Salzburg "mit langen Hosen aufs Feld schicken. Rutschen ist sonst unmöglich, Bänder und Muskeln werden extrem beansprucht." ÖFB-Präsident DI Friedrich Stickler sieht das Salzburger Experiment "sehr positiv. Die letze Generation des Kunstrasens gleicht zu 90 Prozent einem natürlichen Grün. Die einzige offene Frage ist das Tackling - da gibt's bis jetzt noch keine wirklich aussagekräftigen Vergleichswerte."
KARRIERE-STOPP. Rapid-Doc Walter Lugscheider warnt - wie der Großteil der heimischen Vereinsärzte - vor allem vor den Langzeitfolgen oftmaligen Trainings und Spiels auf dem Kunstrasen: "Die Erzeuger behaupten natürlich, dass ihre Produkt völlig unbedenklich ist. In Wahrheit gibt es kiloweise Gutachten, die das Gegenteil beweisen. Fußball auf Kunstrasen ist wie das Spiel in der Halle. Die Stöße, die auf die Gelenke wirken, sind wesentlich härter, als auf natürlichem Untergrund. Daher wreden sich Knieverletzungen und Knorpelschäden häufen. Ich behaupte: Wer zehn Jahre auf Kunstrasen spielt, muss fünf Jahre früher aufhören!"
Zitate:
"Der Rasen ist nicht ideal. Wir müssen Material testen wie die Skifahrer im Weltcup" - Heimo Pfeifenberger
"Die Herren Spieler werden sich hald auf unseren Kunstrasen einstellen müssen" Anton Pichler
"Ein enormer Heimvorteil" - Stefan Reiter, Pasching-Manager,
"Eine ganz andere Sportart" - Heimo Pfeifenberger
"Pures Gift für die Gelenke" - Rapid-Doc Lugscheider
18. Februar 2003: Bei einem Blitzturnier in der Nähe von Venedig im Rahmen des Italien-Trainingslagers von Austria Salzburg, konnte sich diese leider nicht in Szene setzen. Man belegte den 3.- und letzten Rang hinter dem siegreichen Gastgeber AC Venezia und dem FC Karpathi. Es mangelte in den beiden Spielen an konzentration beim Spielaufbau aus der Abwehr und besonders an der Kondition. Wenn die schlechten Testspiele in der Vorbereitung kein schlechtes Omen für die so wichtige Frühjarssaison darstellen, dann kann man diesen 3. Platz als Seufzer hinnehmen. Aber Austria Salzburg ist ja schon öfters damit aufgefallen, nach miserablen Tests in Vorbereitungsspielen dann in der Meisterschaft doch ganz gut zu spielen. Möge es diesmal ausgerechnet im neuen Stadion in Wals-Siezenheim nicht anders laufen.
1. Februar 2003: Ein Sieg und eine Niederlage - das ist die Bilanz der ersten beiden Freundschaftsspiele, die Austria Salzburg im neuen Stadion in Kleßheim, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, bestritten hat. Am 25. Jänner siegten die Violetten gegen den LASK nach 1:2-Rückstand zur Pause am Ende noch mit 3:2. Schriebl, Lässig und Kirchler waren die Torschützen für Salzburg. Am 31. Jänner unterlag man als deutlich unterlegene Mannschaft den Amateuren von Bayern München mit 1:3. Salzburgs Tor erzielte Jürgen Friedl. Am Transfermarkt wurde Austria Salzburg nicht mehr aktiv. Markus Scharrer bleibt das einzige neue Gesicht in Salzburg. Sein Wechsel zu Salzburg wurde vom Senat 2 der Bundesliga genehmigt, Scharrer darf ab sofort Vollgas für die Austria geben. Die Austria wechseln sehen hätten viele Salzburger wohl gerne Martin Hasek. Constantini wollte den defensiven Mittelfeldspieler von Austria Wien zu Austria Salzburg holen. Dieser Plan ging aber leider nicht auf, vermutlich weil man die völlig neben sich stehenden Spieler Tomic und Bukran in der Winterpause nicht an den Mann gebracht hat.
21. Jänner 2003: SR Hofmann beendete alle Spekualtionen eines Sieges der Salzburger Austria beim Hallencup in Klagenfurt auf sehr fragwürdige Weise im Halbfinale. Der völlig inakzeptable Schiedsrichter zeigte gegen Salzburg 4 (!) blaue Karten, wobei 3 völliger Schwachsinn waren. Das kuriose: Der gute Mann ist Salzburger. Warum er uns dann so benachteiligt hat verstehen bestenfalls er und der liebe Gott. Schade nur, dass Austria Salzburg durch so einen unfährigen Mann um alle Träume eines Hallentitels gerissen wurde, obwohl man ja am Freitag grandios startete und einen glanzvollen 10:1-Sieg über Bregenz feierte. Meine logische Beschwerdemail an die Bundesliga beantwortete Christian Kircher mit der üblichen Floskel: "Kein Schiedsrichter wird absichtlich gegen einen Verein pfeifen!" Das komische: In diesem Satz schreib Pressesprecher Kircher das Wort "gegen" fett. Viellicht wollte er damit sagen, dass Hofmann nicht gegen uns, sondern für Kärnten gepfiffen hat :( Aber darauf gehe ich jetzt gar nicht näher ein, Austria Salzburg belegte dann den 4. Platz bei diesem Turnier mit Schiebung und konzentriert sich jetzt ganz auf die wichtige Frühjahrssaison.
1. Jänner 2003: Mit dem heutigen Neujahrstag startet diese Austria Salzburg Fanpage offiziell. Ab sofort gibt es hier aktuelle Neuigkeiten um Austria Salzburg. Ab März werden dann auch die Matchberichte von Spielen der Salzburger Austria hier zu lesen sein. Ich wünsche allen Besuchern ein gutes neues Jahr 2003. Wir gehen ja top-motiviert durch ein neues Stadion und mit viel Hoffnung auf eine homogene Mannschaft von Austria Salzburg in dieses Jahr. Auf dass sich alle unsere Erwartungen erfüllen mögen, viele Zuseher in unser neues Stadion kommen und Austria Salzburg dieses Stadion bald durch tolle Heimspiele zur Festung erklären wird. PROSIT 2003!!!

Ab Mittwoch, 1. Jänner 2003 wird hier stets Aktuelles rund um Austria Salzburg zu lesen sein. Matchberichte, Neuzugänge, ...
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