
Wie fühlt sich ein Fußballfan, wenn er in seinem Element ist? Lebensfroh, neugierig, lautstark, kreativ und stolz ist er, der glückliche Fußballfan. Was einen solchen glücklichen Fußballfan ausmacht? Er darf hautnah ran ans Geschehen, er kann lautstark seine Mannschaft anfeuern und dabei im Unterbewusstsein angesammelten Alltagsfrust abbauen, er kann sich in den Farben seines Vereins kleiden und diese in fremden Gefilden repräsentieren. Den besonderen Stolz erreicht er, wenn er mit breiter Brust das Vereinslogo seines Klubs von seinem T-Shirt erstrahlen lässt. Ein Fußballfan freut sich auf Spiele seiner Mannschaft, weil er im Stadion seinen Freunden auf der Fankurve wieder begegnet. Es gibt jedoch leider – gerade in letzter Zeit – auch Gründe, welche die Freude eines Fußballfans auf den nächsten Stadionbesuch trüben. Nicht der einzige, aber wohl der hauptsächliche Grund, warum die Freude eines Fußballfans oft getrübt wird, ist die Repression.
Im und ums Stadion bedienstete Personen engen Fans in ihren Freiheiten ein. Nicht selten führt dies sogar zu Verletzungen von Menschenrechten, auch wenn es die Unterdrücker selbst so gar nicht wahrhaben wollen. Als Fußballfan sollte man beim Stadionbesuch seine Alltagssorgen eigentlich vergessen können. Sicherheitskräfte – die man natürlich im Stadion braucht, keine Frage – greifen oft derart ungeschickt in Sachen ein, dass die Fans die Freude am Stadionbesuch verlieren. Freiheiten werden eingeengt, wo es noch nicht im Ansatz als notwendig erscheint – abgesehen von diversen Sicherheitskräften eben, sogar optisch kreative Choreographien, die beim Spiel auf der Fantribüne präsentiert werden sollen werden kontrolliert. Die Einschränkung der Kreativität beginnt somit schon beim Gestalten von Choreographien. Leute werden immer wieder unter Polizeigewalt von A nach B getrieben. Die Vorgehensweise der Exekutive ist ein Worten eigentlich nicht wiederzugeben. Arroganz lebt in den Gemütern dieser Sicherheitskräfte, wie diese Arroganz dann vor den Fans ausgelebt wird ist hier nicht mehr zu beschreiben. Fallbeispiele dazu gibt es zur Genüge. Traurig nur, dass unterdrückte Fußballfans meist nur über Internet-Foren die Möglichkeit haben, ihre Erlebnisse zu schildern.
Wer jetzt aber glaubt, die Fans würden sich in diesem Kampf wehrlos geschlagen geben, der irrt gewaltig. Selbst arg verfeindete Fangruppen schließen sich für diesen Fall zusammen und starten bundesweite und auch länderübergreifende Aktionen gegen die zunehmende Repression in den Stadien. Diese Aktionen sehen keine Anwendung von Gewalt vor, solche Maßnahmen werden von Sicherheitskräften viel eher angenommen als von Seiten der Fans. Der Kampf gegen die Repression wird wohl lang und zäh sein, ihn aufgeben wird man ihn aber niemals. Eher verstärkt man die Intensität der Aktionen. Der Glaube, auf aus diesem Kampf über kurz oder lang als Sieger hervorzugehen lässt die Fans alle Mühen sowie Zeit- und Geldaufwendungen vergessen. Dabei darf man nie außer Acht lassen, dass die Fans bekanntlich die Leute sind, die den Fußball am Leben erhalten. Die Fans kämpfen nur, weil belebter Fußball nicht nur im Sinne der Ligen und Verbände ist, sondern weil den Fans so viel am Fußball liegt. Man könnte es mit einem Kaufladen vergleichen: Es ist wie ein Kampf eines Kunden gegen den Verkäufer. Kurios aber wahr.
Für die Gründe der zunehmenden Repression gibt es ein weites Spektrum. Da die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz stattfindet sind diese beiden Länder natürlich darum bemüht, im Hinblick auf diesen Großereignis Sicherheit in bestmöglichem Ausmaß zu gewährleisten. Man will durch Unterdrückung des harten Kerns der Fans künstlich nachhelfen, alle Stadionbesucher in eine Norm zu pressen. Genau diese Vorgehensweise ist der beginn des Teufelskreises. Ein Mensch der in seinen Freiheiten eingeengt wird, der versucht, sich seinen Freiraum zurückzuerobern – mit ziemlich allen Mitteln. Nimmt das Ausmaß der Repression also weiter zu, dann kann man sich vorstellen, in welchem Szenario ein solcher Konflikt ausarten kann. Die Sicherheitskräfte werden wieder einen kleinen Schritt zurück machen müssen, sonst kommt es irgendwann zum Krach.
Mögen die Fans erfolgreich gegen die Repression ankämpfen und die Exekutive bald zu einem Rückzieher zwingen. Dem Fußball zuliebe und jenen, die für ihn leben.
Bericht vom 3. März 2004
2003. Was für ein Jahr neigt sich für Austria Salzburg dieser Tage und Wochen eigentlich dem Ende zu?! Diesem Jahr von Austria Salzburg einige Eigenschaften zuzuordnen ist ob der großen Auswahl kein Problem:
Ø spannend
Ø erfolgreich
Ø turbulent
Ø fragwürdig
Ø krisengeschüttelt
Ø sensationell
Ø traurig
Ø fulminant
Ich habe versucht, diese Eigenschaften des violetten Jahres 2004 so gut wie möglich chronologisch in die richtige Reihenfolge zu bringen. Hier sei in aller Kürze erklärt, welche Geschehnisse ich den obenstehenden Eigenschaften zuordnen würde:
Spannend: Das neugierige Warten aller auf die Eröffnung des wunderbaren neuen Stadions. Ein historisches Ereignis für den Salzburger Fußball. Jetzt hat das Stadion bereits 1 Jahr auf dem Buckel. Wir haben schon viele Höhen und Tiefen darin erlebt, eine echte Feuertaufe also für unsere tolle neue Heimstätte. Ein Sicherheitsnetz vor der Südtribüne war wie erwartet nur eine Frage der Zeit, beim Heimspiel gegen den GAK am 2. August war es erstmals vor der Fankurve angebracht.
Erfolgreich: Die tolle, langanhaltende Siegesserie im Frühjahr. 3 Siege gegen unsere größten Rivalen Rapid und Tirol in nur 8 Tagen waren nur ein wunderbares Highlight dieses Erfolgslaufs. Der verdiente Lohn für die großartigen Monate: Fix-Startplatz im UEFA-Cup.
Turbulent: Nach den Erfolgen vom Frühjahr begann ein peinliches Kapitel schlechter Arbeit einer unfähigen Vereinsführung. Ein fälschlich selbsternannter „Öl-Scheich“ ließ den Vorstand vom Geldregen hoffen, ein Sportdirektor wurde präsentiert wobei später erst festgestellt wurde, dass dessen Angaben im Lebenslauf nicht korrekt sind und dieser dann wieder verabschiedet wurde.
Fragwürdig: Schwer zu erklären war für viele, warum man den so miserablen Saisonstart von 2002/03 in dieser Saison an Serien-Niederlagen noch überbieten konnte. Nach 6 Runden war Salzburg Tabellenschlusslicht mit keinem einzigen Punkt auf der Habenseite. Dabei hatten die Resultate aus den Testspielen in der Vorbereitung besseres vermuten lassen.
Krisengeschüttelt: Mit 6 Niederlagen spielte man sich dann gleich zu Saisonbeginn in eine tiefe Krise. Unter Trainer Lars Söndergaard sollte man aus dieser Krise nicht mehr herauskommen.
Sensationell: „Das Wunder von Udine“ bescherte uns in der tiefen Meisterschafts-Krise einen Lichtblick und Hoffnung auf Besserung. In der 1. Runde des UEFA-Cup verlor man gegen Udinese Calcio zunächst das „Heimspiel“ in Linz mit 0:1, war zur Pause auch im Rückspiel auswärts 0:1 im Rückstand. Doch dann kam, womit keiner gerechnet hatte: Austria Salzburg erzielte noch 2 Tore, siegte in Italien mit 2:1 und ist somit aufgrund der Auswärtstorregel in Runde 2. Gegner: AC Parma. Gegen die Jungs aus der „Schinken-Stadt“ war dann aber Schluss, 0:4 in Linz und 0:5 in Parma waren eine deutliche Sprache für die Italiener.
Ebenfalls sensationell: Die Verpflichtung von Ex-Weltmeister und „Freistoß-Gott“ Thomas „Icke“ Häßler.
Traurig: Der 29. Oktober war der Höhepunkt großen Krise: Mit der 1:2-Heimniederlage gegen Admira Mödling beendete der Verein wehmütig die Trainer-Tätigkeit von Lars Söndergaard bei der Austria. Lars war auch bei den Fans bis zum Schluss und darüber hinaus äußerst hoch im Kurs. Mit der Ablöse Söndergaards ist keiner wirklich glücklich: Boss Quehenberger nicht, Fans nicht und Söndergaard zu allerletzt. Sein Nachfolger wird Walter Hörmann sein. Als Interimstrainer fungierte Sportdirektor Peter Assion durchaus erfolgreich. Beim Heimspiel gegen Mattersburg einige Wochen später ließ er sich als Gast im Stadion noch einmal von der Südtribüne bejubeln.
Fulminant: Was in der Krise der Herbstsaison nicht untergehen sollte sind die wunderbar hohen Siege, welche die neu motivierte und teils neu formierte Mannschaft noch zu wege brachte: Daheim 5:0 gegen Sturm Graz und 4:0 gegen Mattersburg gleich im nächsten Heimspiel, auswärts dann ein 3:0 in Klagenfurt (im September auch 5:0-Heimsieg gegen Kärnten) kann sich sehen lassen.

Neujahrsbotschaft
von
Ein aufregendes violettes Jahr um Austria Salzburg liegt hinter uns. Legten wir gegen Ende der Saison 2001/02 noch eine Siegesserie hin, so wurden wir im Sommer von Medien, ... als heißer Abstiegskandidat gehandelt. Glauben wollte dieser Rederei kein echter Violetter so richtig. Aber so ganz unrecht hatten die Medien in diesem Fall leider nicht. Die Saison begann äußerst durchwachsen. Wir verloren Spiele, weil sich zu anfänglichem Unvermögen auch noch äußerst unglückliche Spielsituationen mischten. Fans forderten lautstark den Rückstritt von Vorstand Toni Pichler. Erst in der 5. Runde der Saison 2002/03 konnten wir Punkte anschreiben. Dann ging es aber steil bergauf mit Austria Salzburg. Tolle Siege wie jene gegen Rapid und Sturm sind noch in bester Erinnerung. Und so kommt es nicht von irgendwo, dass unsere Austria jetzt – wenn auch mit einem Spiel mehr – am 6. Tabellenplatz überwintert. Und die Aussichten sind sehr rosig. Wir freuen uns auf das neue Stadion, welches ja wegen dem EM-Zuschlag sogar zu mindest vorübergehend auch noch kräftig aufgestockt werden wird. Die Tendenz zeigt steil nach oben. Die Mannschaft wächst immer mehr zusammen und die Fans haben wieder große Hoffnung geschöpft. Allen Freunden und Fans von Austria Salzburg bleibt ein schönes, glückliches, erfolgreiches und vor allem gesundes Jahr 2003 zu wünschen. Kaum freuten sich Fans von Austria Salzburg so auf ein neues Jahr wie diesmal auf 2003. Auf viele schöne Stunden im neuen Stadion in Kleßheim und dass sich alle unsere Hoffnungen, Erwartungen und Wünsche für das Jahr 2003 erfüllen mögen!