Wernesgrün 2004

Zeitungsausschnitt vom 16.12.2004

Vogtlandanzeiger(Plauen)


16.12.2004
FESTLICH-FRÖHLICHES ADVENTSGALA
Bart-Europameister als Rupperich




WERNESGRÜN – Alle Jahre wieder zur Adventszeit „wo das Herz wieder zählt, mehr als der Lärm dieser Welt“, wie Eberhard Hertel vorm Finale singt, stimmen erfahrene und junge Künstler mit zweimal zwei großen Veranstaltungen im Brauereigutshof aufs bevorstehende Weihnachtsfest ein. Wie schon bei der 14. Ausgabe von „Süßer die Glocken nie klingen“ kamen am vergangenen Samstag und Sonntag zahlreiche Besucher aus nah und fern nach Wernesgrün zum 14. Jahrestag der Reihe „Weihnachten ist nimmer weit“. Sehr weit war dafür der Weg mancher Besucher, die aus dem Altenburger Land, sogar aus Bremen und Krefeld die traditionelle Vogtlandweihnacht mit starker Erzgebirgsunterstützung im berühmten Bierdorf erlebten.

Den Nachmittag eröffneten traditionell Andrea & Manuela. Mit „Hörst Du den Glockenklang“ und dem Erzgebirgischen Hutzenmarsch ging’s in Vogtlands größter Hutzenstube. Hier begrüßte die Moderatorin der durchs Fernsehen weithin bekannten „Wernesgrüner Musikantenschenke“, Manuela Wolf, den Bobenneukirchner Christian Gebhardt, Deutschlands jüngsten Grand Prix-Teilnehmer, ebenso dessen Oelsnitzer Nachbarn Eberhard Hertel sowie Joachim Süß und sein Ensemble. Der berühmte Erzgebirger leitet seit 32 Jahren sein Ensemble und feierte bereits sein 60-jähriges Bühnenjubiläum. Auch hier ist künstlerischer Nachwuchs lange schon in Sicht. Therese Fiedler, die 13-jährige Enkelin von Joachim Süß, stand schon im zarten Alter von vier Jahren auf der Bühne und spielt seit sechs Jahren Zither, was sie mit dem „Spielzeugland“-Solo zwischen den Liedern um „Engel, Rupperich un Bergmaa“ und die „Weihnachtszeit im Arzgebirg“ eindrucksvoll zeigte.

„Das Kerzenlicht zeigt uns den Weg“ sang danach Christian Gebhardt nach zwei schönen Weihnachtsliedern und dieser Weg führte Andrea & Manuela musikalisch zum berühmten Frohnauer Hammer, bevor das Jugendblasorchester Auerbach aufspielte und mit dem „Schneeschuhfahrermarsch“ in die Pause ging.

Durch die Russischen Hörner, die Bläser und Sangeskünstler des Erzgebirgsensembles Aue erlebten die vielen Besucher am dritten Adventswochenende einen sehr heimatverbundenen Auftakt zum zweiten Teil. Das „Schneeberger Berggeschrey“ und die „Mettenschicht im Schindlerschacht“ künden vom folkloristischen Reichtum des Erzgebirges wie auch das krönende „Heiligobendlied“. Und genau zu diesem Lied gibt’s im MDR-Fernsehen kommenden Sonntag, kurz nach Mitternacht, eine Dokumentation zu jener Frau von Elterlein, die den Text zum Lied schrieb, wie unsere Zeitung im Pausengespräch mit Joachim Süß erfuhr.

Weiter ging’s in Wernesgrün frisch, fröhlich, festlich und folkloristisch mit Andrea & Manuela durch die klangvolle „Weihnachtszeit“ und zur „Heiligen Nacht im Arzgebirg“, bevor Eberhard Hertel nach dem anfänglichen Streifzug durchs „Winterwunderland“ von der „Friedlichen Weihnacht“ und das eingangs erwähnte „Einmal im Jahr ist es still auf der Welt“ sang. Zum großen Finale mit einem stimmungsvollen Weihnachtsliedermedley aller Mitwirkenden kam auch die sächsische Kabarettistin Petra Hoffmann nochmal auf die große Biertennenbühne, wo sie bereits im ersten Teil mit einem viertelstündigen Humorsolo als kindliche Julia für einen Lacher nach dem anderen sorgte und zudem davon sang, wie gern sie eine Prinzessin wär. Mit echtem übergroßen Bart (Spannweite 74(!) Zentimeter) kam Udo Bläß (der sogar schon in der ARD-Krimi-Reihe „Tatort“ mitspielte) als Weihnachtsmann von Krefeld ins Vogtland. Hier ist der Gewinner der Bart-Europameisterschaft (2002 im italienischen Bergamo) schon Stammzuschauer und so gefiel ihm auch diese schöne Weihnachtsgala in Wernesgrün. JÜRGEN PREUSS

Stattliche 74 Zentimeter Spannweite bringt die Gesichtszier von Bart-Europameister Udo Bläß auf die Messlatte, den Manuela Wolf in Wernesgrün als Rupperich auf die Bühne holte. FOTO: J. PREUSS

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