Die heutige Perser feiern das Neujahr 13 Tage lang.
In den ersten Tagen besucht man die älteren Familienangehörigen, die Verwandten und die Freunde.
Geschenke werden überreicht; Süßigkeiten und Festessen werden konsumiert. Am letzten Tag - der 13. des ersten Monates - verlassen fast alle Perser ihre Wohnungen und gehen in die Parks oder in den ländlichen Gebieten und verbringen den Tag in der Natur.
Früher wurde in dieser Form nicht gefeiert und wahrscheinlich mehrere Rituale in einem Durchgang gefeiert.
Ein bedeutender Teil des Neujahr-Rituals ist das Zusammensetzen eines speziellen Tisches mit 7 verschieden Gegenständen, Haft Seen (Haft Chin, vor Islam Sieben Kröpfe).
In der alten Zeit entsprach jede dieser Gegenstände einer der sieben Erzeugnisse.
Heute sind sie verändert aber Symbole beibehalten.
Alle die sieben Gegenständen beginnen mit der Buchstabe "S"; dies war nicht die Ordnung in der alten Zeit.
Die Weizen oder die Gerste repräsentierten das neue Erzeugnis -ist dennoch vorhanden-.
Der Rotfisch, die sehr einfach erhältliches Tier -und Wasser sind immer vorhanden. Lichtkerzen sind ein Symbol des Feuers.
Spiegeln werden heute benutzt - Ursprung unbekannt - .
Sie waren kostspielige Gegenstände in den alten Zeiten und waren von poliertem Metall hergestellt.
Es ist unwahrscheinlich, daß auch alle Haushalte einen hatten.
Die Zoroastrier stellen die Lichtkerze vor den Spiegel.
Der Wein war immer vorhanden. Heute ist er durch den Essig ersetzt, weil der Alkohol durch Islam verbannt ist.
Das Ei - ein universales Symbol der Fruchtbarkeit entsprechend zu der Muttererde - ist immer vorhanden.
Der Knoblauch hatte eine abwehrende Funktion. Die frühere Perser haben sieben verschiedene Kräuter für das neue Jahr wachsen lassen und Knoblauch ist möglicherweise eine von diesen gewesen.
Samanu, eine dicke braune Paste ist heute noch immer vorhanden.
Dies ist ein nahrhaftes Mehl und kann ein Teil des Festessens gewesen sein.
Warum hat diese Feierlichkeit überlebt?
In der Harmonie mit der Wiedergeburt der Natur beginnt immer die iranische Neujahrfeier, No Ruz am ersten Tag des Frühlings.
Das Jahr wechselt an die Vernal Equinox oder Tahweel am 21. März. Es macht seine Ankunft im gleichen Moment, an dem die Sonne den Äquator kreuzt.
Diese Feierlichkeiten und sein Ritual gehen 3000 Jahre zurück.

aufgrund der zentralen bedeutung, die gerade die iranier den gestirnen in bezug auf ihr gesamtes leben beimaßen, nimmt es nicht wunder, daß schon der feueranbeter seinen kalender durch deren beobachtungen erstellte
ein sternentag war die zeitspanne von einer sonnenkulmination bis zur nächsten, und ein monat, der von einem vollmond bis zum nächsten dauerte, zählte 29 tage und 12 stunden, wobei der halbe tag analog zur heutigen zeitrechnung abwechselnd in monaten mit 29 und 30 tagen untergebracht wurde
der kalender von den feueranbetern "madschusian" oder "moghan" stellte die einzige zeitrechnung der alten arier dar, die im osten und norden des heutigen iran lebten
das madschus- oder moghan-jahr, das bis zum ende der achämeniden dynastie (330 v. chr.) galt, glich weitgehend dem vedischen der inder
es begann mit dem herbstanfang und wurde mit einem großen prächtigen fest begangen, das den höchsten religiösen festtag bedeutete
diesen kalender löste in der sasanidenzeit (225 v. chr.-651 n. chr.) der ebenfalls mit dem herbstanfang beginnende ghadami kalender ab, der 350 tage und 12 monate mit jeweils 30 Tagen aufwies, wobei am jahresende dem 12. monat die restlichen 5 tage angehängt wurden
Er galt als das einzige allgemein öffentliche sonnenjahr
unter dem weisen herrscher malek schah, der viele gelehrte und literaten zu seinen freunden zählte, erfuhr er eine reform, die schon 400 jahre vor der gregorianischen stattfand und sie an genauigkeit übertraf
daneben gab es noch die aus dem madschus / moghan-kalender und dem ghadami-kalender hervorgegangene neuavestai - zeitrechnung
sie wurde mutmaßlich in der parther-zeit (230 v. chr.-225 n. chr.) benutzt und wies große ähnlichkeit mit der damaligen gebräuchlichen mazedonischen zeitrechnung auf, die sich auf die altägyptische stützte
das jahr begann diesem kalender zufolge im winter - das jahr 200 v. chr. z. b. am 16. märz- und wies 6 festliche höhepunkte, die "kahenbare", auf
zu deren zeitlichen festlegung führte man schaltjahre ein, denen zufolge
nach einer nicht ganz einfachen regel innerhalb einer 19-jährigen zeitspanne 12 jahre mit jeweils 12 monaten und 7 jahre mit je weils 13 monaten vorkamen
doch zurück zur von malek schah (um 1100 n. chr.) initiierten kalenderreform
abdul-rahman hassani und omar khayyam, den seine berühmten vierzeiler unsterblich gemacht haben, schufen den dschalali-kalender, der bis heute als die offizielle und öffentliche zeitrechnung in Iran gilt
das nach alten kalendern errechnete jahr blieb ungefähr 6 stunden zum wirklichen sonnenjahr zurück und zeitigte somit immer einen veränderlichen jahresanfang
auf befehl malek schahs verlegte man den jahresanfang auf den 21. märz, den natürlichen frühlingsbeginn, also auf den nourus, den ersten Tag des monats farwardin, der alljährlich als höchstes fest mit allergfößter zeremonieller pracht gefeiert wird
dieser kalender ging als dschalali-sonnenjahr in die geschichte des iran ein und wird seitdem als die unbestrittene zeitrechnung von allen offiziellen und kulturellen kreisen gebraucht
das jahr besteht aus 365 bzw. 366 tagen, wobei die ersten 6 monate 31 tage und die nächsten 5 monate nur 30 Tage, aber der 12. monat esfand 29 (30) tage aufweisen
die siebentägige woche beginnt mit dem sonnabend, weil der freitag als feiertag begangen wird
dieser kalender beginnt im Jahre 621 n. chr., dem jahr des hedschrat mohammeds von mekka nach medina
will man nun die umrechnung auf den europäischen kalender vornehmen, so hat man lediglich 621 jahre hinzuzuziehen oder abzuziehen
die umrechnung der monate zeigt die kurze tabelle:
farwardin 21. 3.-20. 4.
ordibehescht 21. 4.-21. 5.
khordad 22. 5.-21. 6.
tir 22. 6.-22. 7.
mordad 23. 7.-22. 8.
schahriwar 23. 8.-22. 9.
mehr 23. 9.-22.10.
aban 23.10.-21.11.
azar 22.11.-21.12.
dey 22. 12.-20.1.
bahman 21. 1.-19. 2.
esfand 20. 2.-20. 3.