Yilmaz Güney
Güney, Yilmaz, eigentlich Yilmaz Pütün, (1937-1984), türkischer Filmregisseur und Schauspieler. Mit seinen politisch brisanten, sozialkritischen Filmen gilt er als bedeutendster Vertreter des türkischen Films seiner Generation.
Güney kam am 9. September 1937 in einem Dorf bei Adana (Südostanatolien) als Sohn armer kurdischer Bauern zur Welt. Trotz seiner einfachen Herkunft schaffte er die Absolvierung eines Studiums der Wirtschaftswissenschaften in Istanbul und der Rechtswissenschaften in Ankara. Nach der Veröffentlichung der Erzählung Ungleichung mit drei Unbekannten (1958) wurde er der kommunistischen Propaganda bezichtigt und zu einer 18-monatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Dadurch wurde seine Karriere als Schauspieler jäh unterbrochen, nachdem er sich durch seine Rollen in vielen Unterhaltungsfilmen einen Namen gemacht hatte. 1966 spielte Güney in Ömer Lüfti Akads sozialkritischem Film Hudutlarin Kanunu (Das Gesetz der Grenze), einem Schlüsselwerk der Ulusal Sinema Hareketi (Nationale Kino-Bewegung), für den er auch das Drehbuch schrieb. In der Folge wandte sich Güney der Regiearbeit zu. Wegen der Darstellung sozialer Missstände wurden seine ersten Werke Seyyit Han (1968; Seyyit Han oder Die Braut der Erde) und Aç Kurtlar (1969; Hungrige Wölfe), die in ihrer Mischung aus realistischen und poetischen Stilelementen vom italienischen Neorealismus beinflusst sind, von der Zensur verboten.
Große internationale Beachtung fand das preisgekrönte Werk Umut (1970; Hoffnung), das bei den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. Der Film zeigt das Alltagsleben der Not leidenden Bevölkerung und durfte zunächst ebenfalls nicht gezeigt werden. Es folgten u. a. Umutsuzlar (1971; Die Verzweifelten), Agit (1971; Der Jammer) und Aci (1971; Der Schmerz). Nach dem Militärputsch 1971 wurde Güney erneut wegen seiner politischen Einstellung für eineinhalb Jahre inhaftiert. Nachdem er frei gelassen worden war, entstanden weitere sozialkritische Filme, die der türkischen Staatsmacht ein Dorn im Auge waren: Arkadas (1974; Der Freund), Endise (1974; Lebensangst) und Zavallilar (1975; Die Armen). Anschließend wurde er ein weiteres Mal in Haft gesetzt und wegen Mordes an einem konservativen Richter angeklagt. Obwohl Güney die Tat stets bestritt, wurde er zu einer 19-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Während seiner Haftzeit schrieb er Drehbücher, die nach draußen geschmuggelt und realisiert wurden, darunter beispielsweise Sürü (1978; Die Herde, Regie Zeki Ökten) und Düsman (1980; Der Feind).
1981 floh Güney während eines Hafturlaubs über Griechenland nach Westeuropa, wo er in der Folge an einem geheimen Ort lebte. Nach seiner Ausbürgerung im Jahr 1981 entstand Yol (1982; Yol – Der Weg), sein bekanntestes Werk, das bei den Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme prämiert wurde und das erst 16 Jahre nach seiner Entstehung im März 1999 erstmals in der Türkei in die Kinos kam. Sein letzter Film, Duvar (1983; Die Mauer), schildert eine Revolte in einem Jugendgefängnis und erreichte nicht die Qualität früherer Arbeiten. Yilmaz Güney starb am 9. September 1984 in Paris.
Seine Filme:
| 1958 Alageyik 1958 Bu Vatanin Çocuklari 1959 Karacaoglan'in Kara Sevdasi 1961 Yaban Gülü 1963 Ölüme Yalniz Gidilir 1963 Ikisi de Cesurdu 1964 Hergün Ölmektense 1964 Kamali Zeybek 1964 Koçero 1965 Kasimpasali 1965 Kasimpasali Recep 1965 Konyakçi 1965 Krallar Krali 1966 Burçak Tarlasi 1966 Aslanlarin Dönüsü 1966 Esrefpasali 1966 Hudutlarin Kanunu 1966 Yedi Dagin Aslani 1966 Tilki Selim 1966 The Horse, The Woman And The Gun 1967 Bullets Cannot Pierce Me 1967 My Name Is Kerim 1967 At Hirsizi Banus 1967 Seytanin Oglu 1967 Benim Adim Kerim 1968 Pire Nuri 1968 Seyyit Han 1968 Nuri The Flea |
1968 Bride Of The Earth |
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