in Memoriam POLDI  -  2.Seite


Langsam wird es "ernst" ...


Nach der erfolgreichen „Vermählung“ unserer Ivy mit Quintus kündigen sich Welpen an, es wird also Zeit das Kinderzimmer einzurichten …. Was für eine aufregende Zeit – auch für Poldi !! Zwar kann sie offenbar mit unseren Einkäufen am Baumarkt vorerst nicht viel anfangen, doch sie beobachtet Günther aufmerksam bei der Arbeit, liegt häufig „im Weg herum“ damit ihr nur ja nichts entgeht und wird deshalb auch ab und zu mit Sägemehl „eingestaubt“.

Nach und nach nimmt das Welpenzimmer auch schon Gestalt an: aus dem Doppelbett wird ein Einzelbett (ich werde in das Wohnzimmer „verbannt“) mit Wurfkiste, Welpenauslauf und Rückzugsmöglichkeit für eine geplagte Hundemama. Das fertige Kinderzimmer wird sowohl von Ivy als auch von Poldi eingehend geprüft und gemeinsam eingeweiht, schließlich nimmt „Oma Poldi“ die ihr übertragenen Aufgaben als Kinderfrau recht ernst:


fertig eingerichtet

Darf ich schon hinein ??


Probeliegen ohne ...

und mit Rotlicht


Während der Geburt hat sich Poldi diskret im Hintergrund gehalten, sie hat bestimmt gespürt, dass wir ohnedies wenig Zeit für sie gehabt hätten, doch schon wenige Stunden nachher musste sie unbedingt „ihre Schützlinge“ begrüßen und den neuen Geruch aufnehmen .... fortan war sie mehrere Stunden täglich vor der Wurfkiste anzutreffen - oft eingeschlafen, hat sie hartnäckig über die kleinen gewacht und wir mussten sie sanft zur Seite schubsen wenn es Zeit zum Anlegen war.


Nur wenige Stunden alt ...

Poldi beim "Wach" - Dienst


Ihr das zu Verbieten wäre bestimmt sinnlos gewesen, wollten wir ja auch nicht wirklich und so haben wir eben einen Wassernapf bereitgestellt und sie gewähren lassen. Später dann, als die Welpen verstärkten Bewegungsdrang gezeigt und die Wurfkiste immer öfter verlassen haben war Poldi fast pausenlos an ihrer Seite, hat die kleine Familie auf dem Spielplatz besucht, beim täglichen Ausgang begleitet und war immer für sie da!


Annabelle kneift

Poldi schafft Ordnung


Diese „alte Mädchen“  hatte eine Engelsgeduld mit den Kleinen, hat sich von ihnen immer wieder kneifen lassen und einmal mehr ist uns bei ihrem Verhalten bewusst geworden wie schade es ist, dass Poldi selbst keine Welpen haben durfte , sie hätte so viele wunderbare Charaktereigenschaften weitergeben können – aber sie war ja bereits kastriert als sie bei uns eingezogen ist ....


In Pose mit Asterix

auf Tuchfühlung mit dem vom
Toben völlig erschöpften Trio


klassisches Rudelliegen

kunstvoll "drapiert"


geschlichtet wie die Ölsardinen

Platz ist im kleinsten Körbchen !


einträchtig-gemeinsame Fütterung ...

... und Verdauungsschläfchen


Ausstellungen


Als wir uns endlich entschließen konnten Poldi auszustellen war sie mit acht Jahren schon „reif“ für die Veteranenklasse. Als echtes Naturtalent ist sie ohne Ring-Training bei jedem Auftritt wie ein Mannequin mit lockerem Schwung ihrem V1 entgegengetrippelt. Es hat uns mit großem Stolz erfüllt  , dass wir unser altes Mädchen bis zum Veteranen-Champion führen konnten! Leider gibt es nicht von allen Ausstellungen Bilder - wer soll denn knippsen wenn ich alleine mit Poldi unterwegs bin ??


Clubsiegerschau 2004


Papa Günther ...

führt diesmal vor !


Clubsiegerschau 2006


zärtliche Haltungskorrektur

Jaa, so ist's recht  !!


stolze Ehrenrunde

Ich bin gerührt - Poldi ist Champion  !!


Clubsiegerschau 2007


der letzte Auftritt ...

Ich hab' dich soo lieb  !!


Bei der Clubsiegerschau am 20.Mai 2007 ist Poldi – inzwischen längst schon Champion – noch einmal angetreten und auf dem zweiten Platz gereiht worden. Wer hätte DAS geahnt, dass es ihr letzter Auftritt werden würde ???


und dann waren da noch -
Poldi's Vorlieben, Eigenarten und Macken


Wenn man so lange wie wir miteinander zusammenlebt kann es nicht ausbleiben, dass sich gewisse Eigenarten und Gewohnheiten entwickeln , einige davon hat Poldi schon in die Familie „mitgebracht“, andere wieder sind erst im Laufe der Zeit entstanden ....

In den ersten Tagen, ja sogar Wochen bei uns war Poldi recht still, so dass wir schon dachten sie kann vielleicht gar nicht bellen ?? Aber urplötzlich war „der Bann gebrochen“ – beim gemeinsamen Spiel hat sie ihr Köpfchen zurückgeworfen, den Mund zur Form einer reifen Erdbeere gekräuselt und ein langgezogenes Geheul angestimmt, wie ein Wolf   Das war – wie uns später erst auffallen sollte - Zeit ihres Lebens der Ausdruck allerhöchster Freude !!


Begrüßungs - "Gesang" bei
der Rückkehr vom Einkauf

Schubkarre ohne Poldi ??
Das hat es NIE gegeben !


Poldi hat ihren Papa auf Schritt und Tritt begleitet. Im Garten bei der Arbeit stets eine Nasenlänge hinter oder neben ihm hat sie ihn natürlich auch bei Lastentransporten „geholfen“ .... eine leere Schubkarre war in ihren Augen Kräftevergeudung , in der vollen Schubkarre immer obenauf musste sie schließlich das Ladegut ausbalancieren – Poldi hat niemals das Gleichgewicht verloren !!


Die Krankenpflege hat sich Poldi, neben ihrer natürlichen Neigung zu Körperkontakten, im Laufe der Zeit von Ivy „abgekupfert“. Als passionierte Langschläferin musste ich sie – wenn „ihr Papa“ krank war – oft gegen Mittag mit sanfter Gewalt zum Gassi gehen holen. Wieder daheim, ist sie unmittelbar im Schlafzimmer verschwunden und hat dabei sogar unsere „Mopshotel“-Gäste mitgenommen


Poldi mit Piggy - März 2007

Mmhhh - SO schmeckt's mir IMMER !!


Anlässlich einer Erkältung und der damit verbundenen Appetitlosigkeit hat Papa schon vor längerer Zeit begonnen, Poldi unter gutem Zureden mit Besteck von Hand zu füttern .... aber wenn wir dachten mit ihrer Genesung ist es damit vorbei sind wir falsch gelegen  !! Poldi hat großen Gefallen daran gefunden und auf der Gabelfütterung „bestanden“ - und Papa ?? Naja, bevor sie gar nichts frisst .....


Futterneid hat Poldi aber nie gekannt. Ab und zu, wenn das Rudel nach meinem Küchen-„Kampftag“ an den geleerten Topf vom Hundefutter durfte, hat sie stets geduldig gewartet ob was für sie übrig bleibt und wenn nicht – Abends hat sie ja wieder mit ihrer Gabelfütterung rechnen dürfen


gemeinsames "Topfgucken"

Stammplatz auf Papa's Polster


Schon seit der ersten gemeinsamen Nacht mit Poldi hatte sie eine ausgeprägte Vorliebe für Papa’s Kopfkissen entwickelt, ob im Schlafzimmer oder beim Mittagsschläfchen auf dem Sofa. Erst als unser A-Wurf und Burli im Haus waren hat Poldi begonnen während der Nacht den Rückzug anzutreten, das Kissen am Wohnzimmersofa aber hat sie NIE abgegeben, so schnell konnte Papa sich gar nicht hinlegen war sie schon da!


Im Winter 2006/2007 hat Poldi dann auf ihre alten Tage plötzlich mit „Traumwandeln“ begonnen  Zuerst friedlich in meinen Kniekehlen schlummernd ist sie hochgeschreckt und wie ferngesteuert über den Couchtisch zum gegenüberliegenden Polstersessel getrippelt, hat sich dort hineinplumpsen lassen und unmittelbar weitergeschlafen. Wenn man weiß, dass unser ganzen Rudel recht ungezwungen leben aber niemals (!!) die Pfoten auf den Tisch legen darf  ....


Uups - erwischt !!

Stammplatz in der Küche


Poldi ist in ihrem letzten Lebensabschnitt ja schon sehr gemächlich geworden und hat viel geschlafen. Wenn sie aber wach war konnte sie besonders beharrlich ihren Stammplatz in der Küche halten .... niemals hat sie das Vertrauen in unsere Ungeschicklichkeit verloren  und stets für „Ordnung und Sauberkeit“ gesorgt wenn wir etwas Fressbares haben fallen lassen ....




  

Am 4.Juni 2007 abends hat sich der Allgemeinzustand von Poldi nach einem drückend schwülen Wochenende überraschend so rapide verschlechtert, dass uns keine Zeit mehr geblieben ist sie zum Tierarzt zu bringen .... in der Nacht zum 5.Juni hat sie sich ein letztes Mal in die Arme von Papa gekuschelt und ihre Augen für immer geschlossen – ein großes Herz schlägt nicht mehr ....


Stellvertretend für die überaus zahlreichen Kondolenzen zitiere ich hier einen lieben Freund:


Einzuschlafen im Arm seines Freundes, in der Nähe derjenigen die immer 
da waren und einem begleitet haben, erfüllt die Seele mit einem tiefen Frieden.


Innig geliebte, unvergessliche POLDI – genau SO und kein bisschen anders wollen wir Dich
im Herzen tragen bis wir eines Tages hinter dem Regenbogen wieder vereint sind.


in stillem Gedenken ...


                   



Nachricht aus dem Land hinter der Regenbogenbrücke ...

Du warst bei mir bis zum Ende und auch nachdem ich gegangen war, hast du mich gehalten, und als meine Seele meinen Körper verließ, blickte ich hinab.. und sah Dich weinen. Ich würde Dir so sehr sagen wollen, daß ich verstanden habe. Du tatest dies für mich.

Ich versuchte Dir auf meine Art zu sagen, daß es Zeit für mich war zu gehen, und ich danke Dir für Dein Verständnis.

Niemand wird meinen Platz einnehmen, aber die ich hinter mir lasse brauchen Deine Liebe und Zuneigung, so wie ich sie hatte. Du denkst immer noch an mich und da sind Momente, in denen Du versuchst, Deine tränenerfüllten Augen zu verbergen .... aber bitte, sei glücklich und denke nicht an Trauer, denke daran, wie ich Dich glücklich gemacht und zum Lachen gebracht habe mit lustigen Dingen, die ich tat.

Hier sind keine Zäune, weil niemand die Sehnsucht hat auszubrechen.
Hier gibt es keine Gewitter und darum gibt es hier keine Angst.
Hier gibt es keine Kämpfe hier ist jeder gleich.
Hier gibt es keinen Hunger, keinen Durst, hier ist soviel zu entdecken.

Viele von uns, die älter sind, geben acht auf die Kleinen unter uns und leiten sie an. Es ist lustig, sie zu beobachten, wie sie umher rennen mit ihren herunter hängenden Ohren und ihren ständig wedelnden Ruten. Wir haben hier 4 Jahreszeiten...die meisten von uns sind sich einig, das der Winter unsere liebste Jahreszeit ist.

Sei gewiß, lieber Mensch, ich bin sehr glücklich. Wenn es für meine Freunde an der Zeit ist zu gehen, werde ich sie an den Toren treffen und will sie bekanntmachen mit dem wunderschönen und ruhigen Platz und ich werde auf sie aufpassen - für Dich.

Ich danke Dir dafür, daß Du mich geliebt hast, für mich gesorgt hast, und das Du den Mut hattest, mich mit Würde gehen zu lassen.



 

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