sucht

Internet-Sucht

- wie man sie erkennt und behandelt -

 

Du erkennst, wann dich die Sucht gepackt hat, im Internet zu surfen wenn.......

 

.....du dich wunderst, daß man auch im Wasser surfen kann.

.....dein Computer mehr als dein Auto kostet.

.....bei dir ISDN zum Standard gehört.

.....du als Anschrift nur noch deine E-Mail-Adresse angibst.

.....du dir einen Laptop kaufst, um auch auf dem Klo surfen zu können.

.....dein Provider dich bei technischen Schwierigkeiten fragt.

.....dein Lebenspartner die Tastatur deines Computers im Ofen einschmilzt.

.....der Anwalt die Scheidungspapiere per E-Mail schickt.

.....du dir selbst eine E-Mail schickst, um dich an Dinge zu erinnern.

.....du dich an kalten Kaffee gewöhnt hast.

.....du die Homepage deiner Freundin küßt.

.....du prompt jede E-Mail beantwortest, aber keine Briefpost mehr.

.....sich in deine Brille eine Web-Seite eingebrannt hat.

.....du angestrengt überlegst, was du noch alles im Internet suchen könntest.

.....du nur noch hinreist, wo es auch einen Internet-Anschluß gibt.

.....du depressiv wirst, wenn du schon nach zwei Stunden mit Deinen E-Mails fertig bist.

.....du dich im WWW so gut auskennst, daß du Suchmaschinen überflüssig findest.

.....du alle Links in Yahoo schon kennst und jetzt halb durch Altavista durch bist.

.....du beim Briefe schreiben nach jedem Punkt ein com einfügst.com

.....dich an anderen Menschen nur die E-Mail-Adresse interessiert.

.....du feststellst, daß deine Mitbewohner ausgezogen sind, du aber keine Ahnung hast, wann

.....dein Haustier eine eigene Homepage hat.

.....alle deine Freunde ein @ im Namen tragen.

.....du nachts im HTML-Format träumst.

.....du Stunden brauchst, um alle deine E-Mail-Adressen abzufragen.

.....es zu stinken anfängt, weil dein Haustier verhungert ist.

.....du deine Mutter nicht mehr erreichst, weil die kein Modem hat.

.....deine Telefonrechnung in Umzugskartons geliefert wird.

.....du bei wetter.de nachschaust, anstatt aus dem Fenster.

.....du im Internet aus Versehen für Politiker aus fremden Ländern stimmst.

.....dein Lebenspartner verlangt, daß der Computer nicht mehr mit ins Bett kommt.

.....du dich mit folgendem Spruch tätowieren läßt: „Diesen Körper betrachten

     Sie am besten mit Netscape 3.0 oder höher“.

.....Altavista bei dir anfragt, was noch in der Suchmaschine fehlt.

.....deine letzte Freundin nur ein JPEG war.

.....du deinen Kopf zur Seite beugst, um zu lächeln.

.....du im richtigen Leben immer nach dem Zurück-Knopf suchst.

.....du nie das Besetztzeichen deines Providers hörst, weil du sowieso immer online bist.

.....du draußen den Helligkeitsregler für die Sonne suchst.

.....du dich abends an den Computer setzt und dich wunderst, daß kurz darauf

     deine Kinder zur Schule müssen.

.....dein Partner sich über mangelnde Kommunikation mit dir beschwert,

     und du einen zweiten Computer mit Modem kaufst.  

.....du dem Taxifahrer als Adresse     

      „http://33602./bahnhofstraße/135.html“ nennst.  

.....du dich rühmst, daß  keiner schneller doppelklickt als du.

.....du fragst deinen Klempner, wieviel es kosten würde, den Stuhl vor deinem

     Rechner gegen eine Toilette auszutauschen.

.....du schon so gut pfeifen kannst, daß du auch ohne Modem eine Verbindung

     zu deinem Provider aufbauen kannst.

.....dir jemand einen Witz erzählt und du „lol“ sagst.

.....du nur noch ein Viertelstündchen online bleiben wolltest und das jede Stunde

     wieder versprichst.

.....du Freunden von einer heißen Verabredung erzählst, aber verschweigst, daß

     sie in einem Chatraum stattfindet.

.....du dich mit Freunden, die um die Ecke wohnen, im Chatroom triffst.

.....du zur Uni gehst, nur um 1 oder 2 Jahre freien Internet-Zugang zu haben.

.....du das Gefühl hast, jemand getötet zu haben, wenn du dein Modem      ausschaltest.

.....du Nächte damit verbringst, den Zähler deiner Homepage über die 2000 zu bringen.

.....du bezeichnest deinen Gang zur Toilette als „downloading“.

.....deine Träume sind in GIF und HTML.

.....dein Herz schlägt jedesmal höher, wenn du im Fernsehen eine neue

     WWW-Adresse siehst.

.....du drehst den Lautsprecher auf, wenn du das Zimmer verläßt, damit du das

     akustische Signal hören kannst, wenn eine neue E-Mail eintrifft.

.....du deinen Computer ein- und deinen Partner ausschaltest.

.....du den Kellner fragst, ob er dir ein Bier posten könnte.

....du nachts um 3 Uhr aufwachst, um auf die Toilette zu gehen, und auf dem Rückweg

    noch schnell nachschaust, ob du neue Mails bekommen hast.

.....du dir einen „Captain Kirk“-Stuhl besorgst, der schon Tastatur und Maus integriert hat.

.....Telekom sich bei dir für das von dir finanzierte Betriebsfest bedankt.

.....du dich beim Zeitungslesen über den schnellen Seitenaufbau freust.

.....du allen von deinem tollen Auto erzählst, aber schon länger als 5 Monate nicht mehr

     damit gefahren bist.

.....du mehr als 5 Mahlzeiten in einer Woche verpaßt, weil du noch die neuest Software

     downloaden mußt.

.....du nicht mehr weißt, welches Jahr gerade ist.

.....deine einzigen Tagträume von immer schnelleren Standleitungen handelt.

.....du dir keinen Kalender mehr zulegst, weil du das Datum immer per Newsletter erhältst.

.....deine Katze eifersüchtig ist, weil dein Hamster die schönere Seite hat.

.....du deinem Partner alles überläßt, wenn er dir nur deinen Computer nicht wegnimmt.

.....du all diese Gründe in der Hoffnung gelesen hast, daß etwas darunter sei,

     was nicht auf dich zutrifft.

 

Du bist also surfsüchtig und willst das Internet für längere Zeit vergessen??

 

Dann führe nun bitte sorgfältig folgende Schritte durch:

 

Zuerst schließe alle offenen Seiten und beende dein Internetprogramm! Fahre das Betriebssystem deines Rechners ordnungsgemäß herunter.

Schalte deinen Computer, Monitor, Drucker und das Modem aus!

 

Nimm in mehreren Stufen Kontakt mit deiner Außenwelt auf:

 

Stufe 1

Öffne ein Fenster und atme die frische Luft. Achtung, der Kontrast und die Helligkeit lassen sich nicht einstellen, auch auf die Lautstärke kannst du keinen Einfluß nehmen! Nimm alles so wie es ist. Die Geräusche sind keine Simulation, sondern alles ist live!

 

Stufe 2

Gehe einige Schritte durch das Zimmer. Was sich unter dir bewegt, sind nur deine Beine; keine Angst, bisher läuft alles normal!

 

 

Stufe 3

Schaue dich um, ob noch jemand in deiner Nähe ist, der sich bewegt. Gehe auf ihn zu und sprich ihn einfach an, eine Tastatur ist hierfür nicht erforderlich! Antwortet dein Gesprächspartner? Wenn ja, dann sei jetzt bitte äußerst vorsichtig, das ist kein Forum und auch kein Chatroom. Überlege vorher genau was du sagst. Beleidigungen können jetzt für dich zu körperlichen Schäden führen!

 

Stufe 4

Versuche, Nahrung zu dir zu nehmen, dazu öffne bitte alle Schranktüren. Sollte in einem Schrank ein Licht angehen, dann hast du den Kühlschrank gefunden. Schau hinein, ist etwas Eßbares vorhanden? Bevor du etwas verzehrst, achte bitte auf das Verfallsdatum des Produktes.

 

Stufe 5

Verlassen des Hauses, um den Schrank mit dem Licht zu füllen! Achtung, wenn dir alles fremd vorkommt, bitte jemanden dich zum Lebensmittelgeschäft zu begleiten! Schau dich um, die Autos sind alle echt. Überquere die Straße erst, wenn diese wirklich frei ist. So unwahrscheinlich es klingt, hier und jetzt hast du nur ein Leben. Ein Neustart des Spiels ist nicht möglich und du wirst auch keinen Krämer finden, der dir Heiltränke verkauft!

 

Stufe 6

Sollten dir auf dem Rückweg kleine Kinder entgegen laufen und immer wieder Papa, Papa oder Mama, Mama rufen, kann es sich nur um deine eigenen Kinder handeln. Tja, die kleinen Racker hast du wirklich nicht mehr so groß in Erinnerung, aber macht nichts, wenn dir erst mal die Namen wieder eingefallen sind, dann wirst du dich schnell wieder an sie gewöhnen.

 

Stufe 7

Wieder zu Hause angekommen, setz dich mal gemütlich in einen Sessel, aber nicht unbedingt in den Sessel vor deinem Computer!!! Klasse, bald hast du es geschafft. Nun lies mal einige Seiten in einem Buch. Bücher sind die dicken schweren Dinger, die man aufklappen kann, manche haben sogar schöne bunte Bilder. Na merkst du, wie es beim Lesen oben in deiner Birne arbeitet? Das sind die Gedanken, die du dir beim Lesen machst. Es nützt allerdings nichts, wenn du mit dem Finger auf die Seite klickst, wenn du alles gelesen hast - Multimedia war gestern, nun wird von Hand umgeblättert.

 

Stufe 8

Mehr als 10 Seiten solltest du am Anfang nicht lesen! Lege das Buch wieder weg, aber nicht zu weit. Nun rufe mal nach deinem Partner, das ist die Person, die sich kopfschüttelnd in eine Ecke drückst. Versichere ihm/ihr, daß alles normal ist und du dich einfach nur ändern willst. In den ersten Tagen wird das noch niemand glauben, aber halte durch. Verkaufe morgen sofort dein Modem und schaff dir vielleicht ein Aquarium an, es funktioniert so ähnlich wie ein Bildschirmschoner, aber es ist das erste Anzeichen von Besserung.

 

Bravo, du hast es geschafft!     Herzlich Willkommen im realen Leben!!

 

 

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