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Tabakindustrie in der Klemme 110.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an den Folgen des Rauchens, jeden Tag 300. "Wenn über Deutschland täglich ein Airbus mit 300 Passagieren abstürzen würde, würde keiner mehr fliegen", sagt Professor Peter Drings, ärztlicher Direktor der Heidelberger Thorax-Klinik. "Aber die 300 Rauchertoten täglich nimmt keiner ernst!" In seiner Klinik kämpft er an vorderster Front gegen den Rauchertod - 2.000 Tumorpatienten werden hier jedes Jahr behandelt.
Viele von ihnen stellt er Schulklassen vor, die ins Krankenhaus kommen, um über die Gefahren ihrer Sucht aufgeklärt zu werden. Die Schüler sind geschockt, wenn ihnen Patienten mit Mitte 30 vorgestellt werden, die kaum eine Überlebenschance haben - denn 95 Prozent der Lungenkrebskranken sterben innerhalb von fünf Jahren. Vor der Klinik zünden sich die meisten Schüler schon wieder eine Zigarette an. Aufklärungskampagnen und Schocktherapie scheinen keine Wirkung zu haben. Nikotin, so weiß man inzwischen, hat das gleiche Suchtpotential wie Heroin. Aber die Zigarette ist gesellschaftlich noch nicht geächtet. Und deshalb finden viele Jugendliche Rauchen "einfach cool".
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