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Japan, das Land der aufgehenden Sonne

Was wir 'Japan' nennen, ist geographisch gesehen eine Inselkette mit vier größeren Inseln (Honshu, Hokkaido, Kyushu, Shikoku) und ca. 7000 kleineren, die insgesamt 369861 km² umfassen.
Die großen Inseln nehmen etwa 71% der Fläche des Landes ein. Von den über 250 Vulkanen sind etwa 60 noch aktiv. Gebirgsketten gliedern die Inseln in zahlreiche kleine Tal- und Beckenlandschaften; nur um Tokyo gibt es eine größere Tiefebene (Kanto).

Das Klima ist im Süden subtropisch, im Norden gemäßigt. Der sommerliche Südostmonsun bringt den Niederschlag. Die Kuro-Shyo-Meeresströmung erwärmt den Süden des Landes, der besonders im Herbst stark taifungefährdet ist. Der Oya-Shyo- oder Kurilenstrom im Norden wirkt abkühlend. Neben Taifunen wird das Land von den relativ zahlreichen Erdbeben und Vulkanausbrüchen erschüttert.

Über 99% der Bevölkerung sind Japaner, den Rest bilden hauptsächlich Koreaner, Chinesen, Filipinos und Brasilianer. Auf Hokkaido leben noch einige tausend Ainu, die Angehörigen der Urbevölkerung.

Die Hauptreligionen sind Buddhismus und Shintoismus, denen 80% der Japaner gleichzeitig angehören. 4% bekennen sich zum Christentum.

Die größten Städte sind neben der Hauptstadt Tokyo die Millionenstädte Osaka, Yokohama, Nagoya, Kyoto, Kobe, Sapporo, Kawasaki, Hiroshima, Fukuoka und Kitakyushu.

Nur noch 5,3% der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiten in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, da auch nur ca. 12% der Landesfläche landwirtschaftlich nutzbar ist (das meiste sind Reisfelder im Terrassensystem). Japan ist eine der bedeutendsten Fischereinationen der Welt, die ihren Nahrungsmittelbedarf zu rund 60% selbst decken kann.

Japan ist ein außerordentlich rohstoffarmes Land. Die Energieversorgung stützt sich auf Erdöl, Kohle, Wasserkraft und zunehmend auch auf Erdgas. Die Energiegewinnung durch Kernkraft wird verstärkt. Dank seiner Industrie, die ebenso vielseitig und leistungsfähig wie international konkurrenzfähig ist, gehört Japan zu den Wirtschaftsgroßmächten der Welt.

Trotz der äußerlichen "Verwestlichung" bleiben traditionelle japanische Werte, wie der hohe Stellenwert von Familie und Gruppe und das Streben nach Harmonie, unverändert. Ein ausgeprägtes Gruppendenken in Japan, das sich als Gegensatz zwischen "Innen" (die eigene Gruppe, Betrieb, Familie) und "Außen" (die anderen Betriebe und Gruppen) äußert, förderte früh wirtschaftliches Konkurrenzdenken: Japans Riesenunternehmen liefern sich untereinander genauso erbitterte Konkurrenzkämpfe wie international gegenüber ausländischen Wettbewerbern.

Auch in einer medienüberfluteten und nach westlicher Warenästhetik ausgerichteten Gesellschaft behaupten sich japanisches Schönheitsempfinden und unbefangene Freude an traditioneller Kunst. Studenten üben sich fleißig im klassischen japanischen Tanz und auch das Blumenstecken (ikebana) und die Teezeremonie (sado) sind sehr beliebt. Neben der ungeheuer populären westlichen sinfonischen Musik behauptet sich auch die klassische japanische Musik mühelos.

Japan ist ein Land voller Gegensätze, das zwischen an die Küsten gedrängten Großstädten und riesigen Reisplantagen doch immer noch in seiner Kultur und Tradition ein wunderschönes Stück Asien birgt.

Geschichte:
Menschen müssen auf den japanischen Inseln schon 20 000 Jahre v. Chr. gelebt haben, wie Bodenfunde zeigen. Ausgrabungen belegen weiter, dass es erste lockere Wohngemeinschaften mindestens um 1000 v. Chr. gegeben hat. Diese frühen Kulturen erhielten zwischen 300 v. Chr. und 300 n. Chr. durch Einwanderer vom asiatischen Festland weitere Impulse.

Um 350 n. Chr. gelang es dem Lokalherrscher der Region Yamato, die etwa einhundert existierenden Gemeinwesen unter seiner Vorherrschaft zu einen. Der kulturelle Austausch mit China über die koreanische Halbinsel als "Kulturbrücke", aber auch mit Korea selbst, verstärkte sich besonders im 6. Jahrhundert: Von dieser Zeit an reisten immer wieder koreanische Gelehrte und Handwerker nach Japan. Sie brachten Hausbautechnik, medizinisches Wissen, Musik, Literatur, vor allem aber buddhistische Schriften nach Japan. Korea wurde auf diese Weise zu einem Bindeglied zwischen dem kulturell hoch entwickelten chinesischen Kaiserreich und dem vergleichsweise "primitiven" jungen japanischen Staat. Im 6. Jahrhundert gelangte so der Buddhismus nach Japan, der nach längeren Machtkämpfen zwischen den führenden Familien unter dem Regenten Shotoku (574-622) "Staatsreligion" wurde. Unter Shotoku wurde der Kaiser (Tenno), gestützt auf die "17 Artikel" (eine Art Verfassung Shotokus), zum göttlichen Alleinherrscher über den Staat, einen ansonsten locker zusammengefügten Sippenverband. Dieses "Reich" übernahm im 8. Jahrhundert das chinesische Verwaltungssystem, den zentralisierten Beamtenstaat, und entwickelte ein zentralisiertes kaiserliches Regierungssystem. Im 9. Jahrhundert errang die Familie der Fujiwara den eigentlichen politischen Einfluss am Kaiserhof, während die Bedeutung des Kaisers nur noch auf zeremonielle Rituale beschränkt war.

Die Samurai:
"Das Schwert ist die Seele des Samurai." Dieses Zitat von Tokugawa Ieyasu fasst die traditionellen Glaubenssätze und die Lebensart der japanischen Kriegerschicht zusammen.

Die beiden Schwerter (daisho) des Samurai gaben auf der einen Seite seinen Rang an und waren auf der anderen Seite Werkzeuge, die über Leben und Tod entschieden. Das Katana, ein langes Schwert mit einer leicht gekrümmten Klinge und einem zweihändigen Griff, war die wichtigste Waffe. Das Wakisashi sah aus wie das Katana, war nur kürzer und wurde im Nahkampf benutzt. Wenn die Niederlage unausweichlich schien, suchte der Besitzer mit Hilfe dieser Schneide die eigene Schande zu vermeiden, indem er Harakiri (zeremoniellen Selbstmord) beging.

Quelle: http://www.setsu.de/ und http://www.wissen.de
