Das Pentagramm

Das Pentagramm - auch Drudenfuß, Maarfuß, Drudenkreuz, Alpfuß, Nornenstapfe,
Pentalpha, Pentangulum,  Signum Sanitatis, Signum Pythagoricum oder, von
einem Kreis umgeben, Pentakel genannt - ist eines der ältesten und am
weitesten verbreiteten magischen Symbole der Erde.
Für Hexen und Heiden könnte der Pentagramm- oder Pentakel-Anhänger ein gutes
Erkennungslogo sein, wenn Pentagramm-Ohrringe, -Broschen, -Ringe oder
-Anhänger nicht so oft von völlig unspirituellen Personen als profaner
Modeschmuck getragen würden. In praktisch allen magischen und okkulten
Schulen westlicher Prägung ist das Pentagramm unverzichtbar, in der
Wicca-Tradition ist es das zentrale Symbol.
Auf die vielfältigen magischen und mystischen Bedeutungen dieses schon im
alten Ägypten verwendete Symbols kann hier nicht eingegangen werden, es sind
einfach zu viele. Die bekannteste und wohl auch wichtigste ist die
Schutzfunktion, was sogar völligen Magie-Laien, von chronischen
Kultur-Muffeln einmal abgesehen, dank Goethes "Faust" bekannt sein dürfte.


Kaum ein Symbol ist indes mit so vielen populären Irrtümern verbunden wie
der Maarfuß.
Selbst in vielen Lexika ist zu lesen, es sei im Volksglauben ein Mittel, um
- ausgerechnet - Hexen abzuwehren. Offenbar wurde da Schutz vor
Schadenzauber mit Schutz vor Schadenzauberrinnen und diese wiederum mit
Hexen gleichgesetzt. Bizarr ist die Vorstellung, der Name "Drudenfuß" käme
daher, dass die Hexen Füße von solcher Form hätten, und dass deshalb dort,
wo man diese Figur erblickte, eine Hexe gewandelt habe.

Plausibler ist da schon die Annahme, die keltischen Druiden hätten auf ihren
Schuhen das Pentalpha getragen. Es gibt sogar einige Abbildungen von Druiden
mit dieser angeblichen Amts-Fußbekleidung, aber diese stammen alle aus
Zeiten, in denen das organisierte Druidenwesen schon erloschen war,
respektive erstickt worden war. Immerhin ist es einigermaßen gesichert, dass
die alten Kelten das Pentagramm kannten und im Ritual verwendeten.

Ausgesprochener Blödsinn ist die oft zu vernehmende Ansicht, das Pentagramm
sei ein satanistisches Symbol. Wahr daran ist allenfalls, dass manche Mode-
und Kino-Satanisten einen mit der Spitze nach unten zeigenden Drudenfuß als
Zeichen verwenden. Hält man diese Argumentationslinie konsequent durch,
müsste das christliche Kreuz ebenfalls ein satanistisches Symbol sein, da
auch es in kopfstehender Form in Schwarzen Messen Verwendung findet.
Übrigens ist auch das mit der Doppelspitze nach oben zeigende Pentagramm
kein "böses" Symbol.

Obwohl das Pentagramm bei den alten Ägyptern, in Mesopotamien, bei den
Kelten und in vielen anderen Kulturen zu finden ist, ist es aller
Wahrscheinlichkeit nach den Pythagoreern zu verdanken, dass es so tief in
die abendländische Tradition eindringen konnte.
Die Pythagoreer. Wer kennt ihn nicht, den Lehrsatz des Pythagoras: In einem
rechtwinkligen Dreieck ist der Flächeninhalt des Quadrates über die
Hypotenuse (Grundseite) gleich der Summe der Flächen der Quadrate über die
Katheten (die am rechten Winkel anliegenden Strecken). Oder kurz: a² * b² =
c².
Allerdings stammt dieser Lehrsatz weder von Pythagoras, noch von einem
seiner Schüler - schon lange vor ihnen entdeckten ägyptische Landvermesser
aus der praktischen Erfahrung heraus diesen für ihre Arbeit überaus
nützlichen Sachverhalt. Auch in assyrischen Keilschrifttexten aus der Zeit
um 750 v. u. Z. wird er beschrieben.

Der Gründer dieses Bruderschaft - man spricht seltsamerweise immer von einer
"Bruderschaft", obwohl auch Frauen dem Orden angehörten - Pythagoras aus
Samos (etwa 570 v. u. . bis ca. 496 v. u. Z.) hinterließ keine Schriften, so
dass es nicht ohne weiteres möglich ist, zu Unterscheiden, welche Aussagen
von ihm und welche von seinen Schülern stammen. Schon Platon und Aristoteles
sprachen deshalb nur von "den Pythagoreern".

   

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