Das gibt es wirklich? 1. Teil


Roella erzählt Geschichten von Autor: Walter Matthias Näckel

 

Die Dame mit den langen Fingern
 
 
Unsere versteckte Kamera ist mal wieder unterwegs…
Wir beobachten eine junge Frau, die mit ihren Einkaufswagen an der Backwarentheke in einem Supermarkt steht und sich 5 Kaffeestückchen kauft. Na ja, kaufen ist zu viel gesagt, sie hat gar nicht vor die Stückchen zu bezahlen. Sie geht etwas von der Theke weck, dreht sich ein paar Mal nach allen Seiten um und sucht einen sicheren Platz, wo sie unbeobachtet ihren Hunger stillen kann. Hinter einem Süßwarenregal schlingt sie gierig mit großen Bissen die 5 Stückchen runter und schmeißt die leere Tüte zwischen die Regale. Nun bekommt sie auch noch Durst, da hat sie auch schon die Getränkeabteilung entdeckt. Sie kuckt sich um ob sie niemand sieht und bückt sich und reist schnell eine Dose Cola auf, was sich anhört, als wenn sie geniest hätte und trinkt die Cola in einem Zug leer. Die leere Dose schmeißt sie unter ein Regal. Dass eine Kamera sie auch von der anderen Seite filmen kann, daran denkt sie nicht. Gibt es noch Winkel, die keine Überwachungskamera auslässt? Ich nehme an dass die Spezialisten sich diesem Thema Überwachungskameras, bestimmt genauestens Gedanken gemacht haben und nach neuesten technischen Erkenntnissen dieses Problem zur Zufriedenheit aller Kaufhäuser gelöst haben. Beobachten wir weiter die junge Frau. Sie nimmt hastig 2 Tafeln Schokolade von der besseren Sorte und steckt sie blitzschnell in ihre Hosentasche. Wenn man sie so beobachtet, könnte man meinen, sie hätte das Klauen vor dem Spiegel eingeübt. Jedenfalls macht sie dass so geschickt und gekonnt, dass es niemand merkt, selbst die Kameras sind vor ihr machtlos, es sei denn sie haben im Kaufhaus die „100 Prozentischen Kameras“. Na ja, irgendwas muss sie ja kaufen, sonst fällt es auf, wenn sie mit dem leeren Wagen durch die Kasse huscht. Sie überlegt welche Kleinigkeit sie kaufen könnte, da sieht sie gegenüber der Kasse ein Sonderangebot an Markenstrümpfen auf einem Tisch. Doch da traut sie sich nicht zu zugreifen, das ist ihr zu Nahe an der Kasse, denn die Kassiererin hat den ganzen Winkel im Auge und außerdem ist genau da ein großer Spiegel an der Decke, der jede Bewegung deutlich sichtbar macht. Die junge Frau ist sichtlich nervös, doch sie braucht unbedingt wieder ein Paar Strümpfe. „Morgen“, denkt sie, „da müsst ihr daran glauben.“ Doch sie hat es sich anders überlegt und greift blitzschnell zu und hat gleich 5 Paar Strümpfe in der Hand und wirft sie in den Einkaufswagen. Sie suchte sich einen „toten Kamerawinkel" und steckte sich die 5 Paar Strümpfe zwischen Gürtel und Hose und lässt die Bluse darüber hängen. Ach, was war sie so erleichtert, obwohl sie durch die Strümpfe etwas schwerer geworden ist und dabei überlegte sie sich, wo sie den nächsten Clou landen könnte. Brauchen könnte sie ja alles, aber so einfach geht das auch nicht, denn nicht nur die Kameras könnten ihr gefährlich werden, sondern auch das Personal und die übrigen Kunden sind ihr ständig im Wege, die sie überwinden muss. Und bisher ist es ihr ja immer gelungen, der Gefahr aus dem Weg zu gehen
Langsam schiebt sie ihren leeren Einkaufswagen vor sich her und geht zur Kasse. Sie kauft ein Päckchen Zigaretten und zahlt es sogar, wie wir gleich sehen, aber nicht ganz freiwillig. Da die Zigaretten direkt an der Kasse platziert sind, hat die Kassiererin die Zigaretten ständig im Blickfeld. Die junge Frau hatte einen passenden Moment abgepasst, um ein, zwei Päckchen Zigaretten zu klauen, aber irgendwie hat sie das Gefühl, die an der Kasse würde besonders aufpassen, also muss sie wohl oder übel das Päckchen Zigaretten, dass sie in der Hand hat, bezahlen. „Für das kleine Päckchen Zigarette hat sie extra einen Einkaufswagen gebraucht?“, denkt die Kassiererin. Aber mit der Zeit wird man nachlässig und dann kann es passieren, dass man erwischt wird. Also heißt es immer wieder, aufpassen, aufpassen und nochmals aufpassen. So denkt die junge Frau sicher und ist wahrscheinlich ziemlich angespannt. Nun, nachdem sie mit den geklauten Strümpfen und dem Päckchen Zigaretten, was sie ja notgedrungen bezahlt hat aus dem Markt geht, hatte sie schon wieder ein anderes Geschäft im Auge. Wir beobachten sie, wie sie vor einer Damenboutique steht. Vor dem Geschäft stehen 3 Ständer mit verschiedenen Hosen, Jacken und anderer Kleidung. Sie entdeckt jetzt eine Hose und eine Jacke, die ihr auf Anhieb gefallen, und außerdem ist es genau die richtige Größe für sie. Gerade wollte sie sich die Hose von der Stange reißen und unter ihre Bluse stecken, da kam auch schon die Verkäuferin und fragt sie, ob sie ihr helfen könne. Natürlich war die junge Diebin erschrocken und sagte: „Ach ich will mich nur mal umgucken.“ Die Verkäuferin behält sie im Auge, doch da wird sie von einer Kundin irgendwas gefragt und diesen Moment hatte unsere Diebin genutzt, um die beiden Kleidungsstücke an sich zu reißen.
In dem Trubel ist es gar nicht aufgefallen, dass sie geklaut hatte. Wir gehen der jungen Frau nach, aber immer so, dass sie uns nicht bemerkt. Nach 200 Meter geht sie auf einen Parkplatz zu einem Auto, was wohl ihr gehört, nehmen wir mal an. Sie öffnet mit einem Schlüssel den Kofferraum und legt ihr Diebesgut hinein. Sie schließt den Kofferraum zu, man kann ja nie wissen, denn da läuft bestimmt so mancher Dieb herum, um aus unverschlossenen Autos was zu entwenden. Dann geht sie in eine Eisdiele, bestellt sich ein gemischtes Eis. Dabei beobachtet sie einen Herrn der an der Theke sitzt und sieht, wie seine Brieftasche aus dem Gesäß ragt. Sie winkt der Bedienung, bezahlt ihr Eis und geht ganz nah an dem Mann vorbei und tatsächlich hat sie seine Brieftasche erwischt, ohne dass der arme Mann es merkte. 
Schleunigst verlässt sie die Eisdiele, für heute hat sie genug. Am Auto angelangt macht sie sich über die Brieftasche her, durchsucht jedes Fach und schmeißt, nachdem sie das Geld herausgeholt hat, die leere Brieftasche ins Gebüsch. Na so ganz leer ist sie nicht, denn da ist noch der Führerschein und andere wichtige Papiere drin, wie zum Beispiel Scheckkarten und so. Aber das ist ihr egal, Hauptsache sie hat das Geld. Sie hat auch Angst, wenn sie mit der Scheckkarte zur Bank geht, sie wird entlarvt. Und außerdem kennt sie sich mit den Karten nicht aus. Der arme Kerl in der Eisdiele wird bald verrückt, als er sein Eis bezahlen will und jetzt die ganze Eisdiele verzweifelt nach seiner Brieftasche absucht, aber vergebens. Der dumme Kerl hatte doch tatsächlich seinen ganzen Lohn in der Brieftasche und nebenbei Scheckkarte mit Geheimnummer und noch einige wichtige Dokumente. Aber die liegen jetzt seeelenruhig im Gebüsch. Und sicherlich wird sie bald gefunden, vielleicht von einem städtischen Arbeiter, der die Parkanlagen reinigt. Oder jemand anders findet die Brieftasche. Was der jenige damit macht?
Oftmals finden Leute die ehrlich sind, irgendein Geldbeutel oder eine Brieftasche auf der Straße oder im Gebüsch... Man schaut automatisch hinein um zusehen, ob man eine Adresse darin findet. Man denkt sich sicher, warum liegt die Brieftasche beziehungsweise der Geldbeutel auf der Straße oder im Gebüsch. Da kein Bargeld drin ist, denkt man, da hat jemand das Geld raus geklaut und die Brieftasche/Geldbeutel ins Gebüsch geworfen. Man sieht dass Papiere drin sind, wie Scheckkarte sogar mit Geheimnummer und so. Wenn jetzt der ehrliche Finder die Brieftasche bei der Polizei abgibt, könnte es sein, dass die Polizei denkt, der Finder hätte das Bargeld herausgenommen. Was macht der ehrliche Finder?  
Kommen wir noch mal auf die junge Diebin zurück, die immer noch nicht genug hat. Sie beobachtet jetzt eine ältere Frau, die mit ihrem Einkaufswagen voller Ware aus dem Supermarkt, zu ihrem Auto fährt. Die Diebin holt aus ihrem Auto eine große Tasche und geht ziemlich nahe an das Auto der Dame ran, ohne dass die Frau es bemerkt. Diese ist damit beschäftigt, die Ware in ihrem Kofferraum zu verstauen. Nachdem sie alles in den Kofferraum gelegt hat, bringt sie ihren Einkaufswagen zum Supermarkt zurück. Diese anderthalb Minuten reichen der flinken Diebin, einen Teil der Ware aus dem Kofferraum der Dame zu klauen.
Die Dame wird sich zu Hause wundern, dass ein ganzer Teil ihrer Ware fehlt. Sie wird sich kaum erklären können, wo die Ware hingekommen ist. Hätte sie ihr Auto verschlossen, während sie seelenruhig den Einkaufswagen weggebracht hat, wäre ihr der Diebstahl erspart geblieben.  
Das ist nicht das erste Mal, dass die junge Diebin sich auf diese Art bereichert. Dabei ist es ihr ganz egal, was sie klaut.          
Das ist ein kleiner Einblick im täglichen Leben um uns herum. Passen Sie nur auf, dass Sie nicht Opfer werden, oder wer soll auf wen aufpassen? Wir werden die junge Dame mit den langen fingern weiter beobachten, dann werden wir von ihr wieder berichten… 
Autor: Walter Matthias, Schotten
 
 
 
Alle Namen sind frei erfunden oder geändert. Übereinstimmungen sind rein zufällig und sind nicht gewollt und wären also rein zufällig!
Glauben Sie an alles was wahr ist
 
 

 

Tränen haben viele Ursachen.
 
 
 
Anita Gollman suchte schon seit einigen Monaten nach einer Arbeit. Trotzt in­tensivem Suchen, hatte die 18-Jährige kein Glück, so wie sie sich weinerlich immer wieder beklagte, was die Arbeit angeht. Manche in ihren Kreisen, meinten auch schon mal, sie wolle gar nicht arbeiten, aber das lassen wir mal dahingestellt. Es ist ja nicht so, dass sie keine Chancen hätte, doch ein Handi­kap hatte sie schon, wie sie ja selber kleinlaut zugab, sie sah nicht besonders gut aus und obendrein war sie auch sehr beleibt, so um die 30 Kg Übergewicht. Sie sah vor kurzem in einer Bäckerei ein Schild im Fenster stehen, mit dem Aufdruck: Verkäuferin gesucht.  Sie ging in den Bäckerladen, um nach Arbeit zu fragen, doch der Bäckermeister hatte bestimmt Angst, Anita würde ihm die Haare vom Kopf fressen – obwohl er eine Glatze hatte - und sagte sie hätten gerade eben jemand eingestellt, genau so erging es ihr in einer Metzgerei.
Als Anita nebenan in einer Metzgerei ebenfalls ein Schild im Schaufenster sah, dass sie eine Verkäuferin suchen, ging sie in die Metzgerei und fragte nach der Stelle. Die Blicke von Anita waren fast nur auf die saftigen Wurst und Fleischwaren gerichtet, dabei lief ihr das Wasser im Munde zusammen und dann aus dem Munde heraus. Sie fragte dann die Chefin der Metzgerei nach der Stelle.
„Oh das tut mir leid, wir haben die Stelle gerade eben besetzt“, sagte die Chefin und nahm das Schild aus dem Schaufenster. „Das war gelogen“, dachte Anita, denn am nächsten Tag hing das Schild "Ver­käuferin gesucht" wieder im Schaufenster. Und auch in der Bäckerei hing wieder das Schild: Verkäuferin gesucht.
Das alles machte Anita zu schaffen, dass keiner ihr Arbeit geben will. So aß sie immer mehr. Bald passten ihr keine Kleidung mehr, die in den Geschäften auslag. Überall wo sie nach passender Kleidung nachfragte, kam nur ein müdes Lächeln: „Tut mir leid, solche Größen führen wir nicht.“ Aber ir­gendwas musste sie ja anziehen, was einiger Maßen nach Kleidung aussah.
Gott sei Dank konnte ihre Tante Käte gut schneidern, so hatte sie ihr aus ver­schiedenen Stoffen ein paar Kleider und Blusen genäht. Anita war ein bisschen enttäuscht, denn sie hätte doch viel lieber Hosen getragen. „Um Gottes Willen Anita, nur keine Hosen, schau dir doch mal die dicken Frauen an in ihren Hosen, die sehen aus wie Männer aus dem Urwald, einfach grauenhaft und jeder lacht über sie. Von hinten sehen die aus wie Ackergäule. Nein, nein Anita, das kannst du der Welt nicht zumuten, du würdest dich nur zum Gespött machen. Und die Männer würden vor dir flüchten gehen“, meinte Tante Käte, „stell dir vor, du stellst dich irgendwie vor um eine Arbeit anzustehen, da denkt bestimmt jeder du wärst King Kong.“ Jetzt musste selbst Anita lachen und gab ihrer Tante Recht. „Also gut“, sagte sie, „ich ziehe halt einen Rock an. „Wenn ich da an Elma denke, die mit ihrem fetten A......dann vergeht mir der ganze Appetit, Pfui Deubel...“, sagte darauf die Tante, „die kriegt auch nirgends Arbeit, geschweige einen Mann.
Nun nachdem Anita Tante Käte selbst genähte Röcke und Blusen trug, sah sie zwar immer noch aus wie der Wolf der die sieben Geißlein alle auf einmal aufgefressen hatte, aber sie hatte zum Gegensatz zum Wolf wenigsten ein Rock und Bluse an. Nach ein paar Tagen las sie ein Schild an einer Großküche, "Küchenhilfe gesucht. Sofort stellte sie sich im Büro vor und sie wurde sogar auf Probe eingestellt. Freudestrahlend sagte sie zu Tante Käte: „Hurra, ich habe eine Stelle in einer Großküche bekommen, morgen fange ich dort an.“ „Was“, rief Tante Käte, „in einer Großküche? Ausgerechnet in einer Küche, wo du den ganzen Tag ohne Unterbrechung futtern kannst?“ „Ja, ja“, sagte Anita, „das ist immer noch besser als Zuhause herum zu sitzen.“ Morgens fuhr sie um halb 7 mit dem Bus zur Arbeit und am Nachmittag um halb 5 wieder mit dem Bus nach Hause. Nun waren schon fast 4 Wochen vergangen und die Arbeit machte Anita richtig Spaß. Den Passanten im Bus fiel auf, dass Anita immer ver­heulte Augen hatte, doch keiner traute sich nach dem Grund zu fragen. Auch der dicke Willfried, der jeden Abend mit dem gleichen Bus fuhr, wunderte sich, warum sie immer den Tränen nahe war, doch er fasste sich jetzt den Mut und fragte sie freundlich: „Sagen Sie junge Frau, Sie sind immer so traurig, kann ich Ihnen helfen?“
Anita wunderte sich und fragte erstaunt zurück: „Warum denken Sie dass ich traurig bin, ich fühle mich pudelwohl." „Ja, aber Sie haben immer so verweinte Augen“, meinte Willfried. „Ach so“ ,lachte Anita, so dass der ganze Bus mitlachte, „nein, nein, das hat alles einen ganz anderen Grund, dass ich so verweinte Augen habe, ich arbeite in einer Großküche und da schneide ich  jeden Tag ein paar Zentner Zwiebeln.“ „Ach so“, sagte Willfried, die Tränen der Zwiebeln machen Platz für Tränen der Freude.“ „Sie sind ja ein Poet“, lachte Anita zu Willfried. Und ganz allmählich kamen Anita und Willfried ins Gespräch und dadurch ka­men sie sich immer nähe und wurde „dicke“ Freunde, oh Pardon, ich meine extra gute Freunde und bald verlobten sie sich auch. Jeden Abend saßen Anita und Willfried Hand in Hand im Bus und schauten sich verliebt an und jeder der die beiden kannte, freute sich über das Glück der beiden. Und weil es jetzt zum Sommer hin immer heißer wurde, zog Anita des Öfteren etwas leichtere Sommersachen an. Da grinste der Busfahrer und dachte an Robert Lemke, als dieser einmal sagte: „Manche Frauen sind wie Zwiebeln, je mehr sie sich entblättern, je mehr kommen einem die Tränen.“ Aber bei Willfried, der immer – durch den Zwiebelgeruch von Anita - Tränen den Augen hatte, sind es bestimmt Freudentränen, da bleibt kein Auge trocken.
 
 
 
 
Guten Appetit
 
 
Zwei Ehepaare hatten sich im Urlaub kennen gelernt: Das eine Ehepaar sagte zum anderen Ehepaar, sie würden sie bestimmt einmal besuchen. Und tatsächlich, 6 Wochen später wie aus heiterem Himmel, stand das Ehepaar an einem Sonntagnachmittag vor deren Tür.
Nun saßen sie am Kaffeetisch.
Der Kaffe schmeckte wie der von den Autobahnrestaurants und den Kuchen dazu hatten sie von Aldi. Da die Gäste noch keinen Mittagstisch eingenommen hatten, hatten sie den ganzen Kuchen restlos aufgefuttert. Bald knurrte den Gästen erneut der Magen, aber es kam nichts auf den Tisch außer ein par billige Salzstangen, dazu nur Mineralwasser. „Komisch“, dachten sich die Gäste, „im Urlaub haben sie den großen Mann heraus hängen lassen.“ So gegen 8 Uhr am Abend, fragte die Gastgeberin: „Hat jemand Hunger?“, da ging sie in die Küche und brachte bald eine kleine Schüssel mit Nudelsalat, der so sauer war, dass man schon ausge­hungert sein musste, um ihn mit und ohne Verachtung herunter zu schlucken. So gegen 21 Uhr verabschiedeten sie sich mit immer wieder gähnenden Mün­dern und versprachen irgendwann einen Gegenbesuch zu machen. Als die Gäste endlich aus dem Haus gegangen waren, gingen sie schnurstracks in das nächste Speiselokal und bestellten sich das Beste von der Speisekarte. Gerade hatte der Kellner die große Fleischplatte mit Pommes sowie Salat und Gemüse an ihren Tisch gebracht, langten sie kräftig zu. In diesem Moment kam der Gastgeber von vorhin ins Lokal und fragte den Wirt: „Ist unsere Bestellung die gemischte Fleischplatte mit Beilagen schon fertig, die meine Frau vorhin tele­fonisch bestellt hat?“
Dem Ehepaar fiel vor Schreck die Bestecke aus den Hän­den, als sie den Gastgeber von vorhin an der Theke stehen sahen, wie er nach dem Essen fragte. Sie versuchten sich noch so zu drehen, dass er sie nicht erkennen konnten, doch dann hatte er sie - oh Schreck lass nach - doch gesehen. Geistesgegenwärtig sagte er im Stotterton: „Gggguuuttten Appppppppeeeeetiii­ietttt“, und eilte mit seiner üppigen heißen Mahlzeit nach Hause. Peinlich pein­lich, aber für wen war die ganze Sache im Lokal peinlicher? Als sie nun ihren großen Hunger im Lokal gestillt hatten, fragte der Mann seine Frau: „Sag mal Elvira, warum hast du dir denn vorhin das Rezept von dem fürchterlichen Nudelsalat von unserer so genannten Gastgeberin geben lassen, du wirst doch hoffentlich nicht jemanden damit vergiften wollen?“ „Nein, nein Liebling, ich habe alle Zuta­ten von diesem Nudelsalat nur deshalb genau notiert, damit ich in Zukunft weiß, wenn die beiden uns tatsächlich einmal besuchen sollten, was ich ihnen vorsetzten werde.“
Alle Namen sind frei erfunden oder geändert. Übereinstimmungen sind rein zufällig und sind nicht gewollt und wären also rein zufällig!
 
Glauben Sie an alles was wahr ist
 
 

Der Mann der die Frauen linkt.  Oder auch:

Der Mann der die Frauen glücklich macht

 

 

 

Wenn Sie jetzt diese Überschrift lesen, denken Sie bestimmt an was anderes, aber das ist nicht so. Denn dieser Mann hat sich einen Plan ausgedacht, der so verblüffend ist, dass jede Frau auf ihn herein fällt und sogar hinter her glücklich ist, ihn getroffen zu haben, obwohl er sie linkt. Er berührt die Frauen auch nicht …na ja, Sie können es sich sicher denken. Und weil der Plan so genial ist, hat er ihn in die Tat umgesetzt und das jetzt schon fast ein Jahr.

Nennen wir unseren „Glücksbringer“ einfach und schlicht, so wie sein ganzes Wesen und Auftreten, Allfred mit 2 LL.

Allfred ist über einem Jahr arbeitslos, doch davon hat er seiner Frau nie ein Wörtchen gesagt, weil er sich schämt. Auch seine Umgebung hat keine Ahnung davon. Er fährt jeden Morgen mit seinem Wagen zur „Arbeit“ so wie alle glauben und es ist ja im Grunde genommen, eine Arbeit, aber sehen Sie selbst. Da Allfred von Beruf Vertreter ist, fällt es auch nicht auf, dass er viele Kilometer fährt und das kommt ihm in seiner neuen „Arbeit“ gerade recht, sollte seine Frau mal auf den Kilometerzähler im Auto schauen. Er fährt jeden Tag in eine große Stadt, dort sucht er sich einen oder mehrere Parkplätze von Supermärkten. Und bald beginnt seine Arbeit. Sein Auto stellt er ein bisschen abseits oder in ein Parkhaus, das kann er sich ja leisten bei dem „Verdienst“, na ja, Verdienst ist eigentlich das falsche Wort, verdient hätte er eine saftige Strafe, aber da soll sich mal die Polizei darum kümmern.

Allfred verändert auch sein Aussehen mit Bärtchen, Brille, Hut und Perücke und so, damit ihn niemand erkennt, sollte mal zufällig jemand Bekanntes ihn dort sehen. Nun beginnt die Arbeit, Allfred sucht sich ein Opfer aus, immer Frauen, am liebsten etwas ältere, die sind die leichtere Beute. Eine Frau hat nun ihr Auto auf den Parkplatz abgestellt und geht in den Supermarkt. Allfred notiert sich nun das Autokennzeichen, Autotyp, Farbe und wie die Dame aussieht, damit es nicht irgendwann auf einem anderen oder dem selben Parkplatz mit der gleichen Masche erneut zur Begegnung kommt.

Während die Dame einkaufen geht, macht sich Allfred gekonnt an ihr Auto ran, lässt entweder die Luft aus einem der Räder, oder steckt eine Kartoffel in den Auspuff, oder er steckt ein Hölzchen in das Schüsselloch. Allfred hat noch mehr solcher Tricks auf Lager, je nach Autotyp. Er braucht nur noch auf sein Opfer zu warten und schon beginnt seine „Hilfsbereitschaft“. Die Dame versucht vergebens ihren Wagen zu starten, oder sie bringt die Tür nicht auf, oder… Nun kommt unser „Samariter ganz zufällig und fragt die Unglückliche: „Kann ich ihnen helfen?“ Er ist natürlich ein Kavalier, der reinzufällig Autoschlosser ist und auf seine Frau wartet, die im Supermarkt einkauft. Er hilft der Dame und zieht das Ganze etwas in die Länge, damit auch ein anständiger Lohn heraus springt. Es dauert etwas  und schon hat der hilfsbereite Mann den „Fehler“ gefunden. Die Frau ist heilfroh, dass sie geholfen bekam und lässt es sich nicht nehmen, dem Mann einen Geldschein zu zustecken, was in der Regel zwischen 10 und 50 Euro sind.

In der Regel hilft er am Tage so um die 40 Frauen, ihren plötzlich „defekten“ Wagen wieder fahrtüchtig zu machen. Da kann man sich ja ausrechnen, was Allfred für ein Einkommen hat, mehr als ein Bankdirektor.   

Und wenn wir schon bei Trickbetrügern schreiben, dann ist der folgende Trick auch sehr Ertragreich.

 

Aber diesen Trick machen zwei andere Gauner

 

Der Trick an der Kasse.              

 

Wenn Sie diese Geschichte gelesen haben, werden Sie vielleicht denken: Mensch, das ist ja leicht, die Kassierer oder die Kassiererinnen übers Ohr zu hauen. Da können Sie noch so aufpassen, Sie werden diesem Trick nicht durchschauen. Deshalb werte Kassierer/innen, erkläre ich Ihnen diesen Trick, damit Sie mal schon vorgewarnt sind, wenn jemand versucht Sie auf diese Art herein zulegen.

Diesen Trick lernt jeder in einer Minute und das geht so: Ein Gaunerpaar geht in ein Kaufhaus, aber so als wenn es zwei Personen wären, die sich nicht kennen, dabei arbeiten sie schon lange erfolgreich zusammen. Sie bleiben zwar immer auf „Tuchfühlung“, aber das hat natürlich seinen Grund. Nun geht der erste Gauner an die Kasse und legt einen 50 Euroschein hin und bezahlt damit zum Beispiel irgendetwas aus dem Kaufhaus was so um 5 Euro kostet. Der Kassierer gibt den Rest Wechselgeld heraus, der Kunde geht dann hinaus. Genau in diesem Moment kommt der andere Gauner und bezahlt ebenfalls ein Artikel so um die 5 Euro. Er legt einen 10 Euroschein hin, der Kassierer gibt das Wechselgeld heraus und macht die Kasse zu.

„Halt“, sagt der zweite Gauner, „ich habe Ihnen einen 50 Euroschein gegeben.“ „Nein“, sagt der Kassierer, „Sie haben mir nur 10 Euro gegeben.“

Der Gauner holt ein Notizheftchen aus seiner Tasche und sagt: „Mein Hobby ist es, dass ich mir von jedem Hunderter den ich ausgebe, die Nummer des Geldscheines notiere, Sie müssen also den 50 Euroschein mit dieser Nummer so und so in ihrer Kasse haben, sehen Sie, hier steht die Nummer in meinem Heftchen. Tatsächlich, der Kassierer vergleicht die Nummer mit dem Fünfziger in seiner Kasse und ist jetzt auch überzeugt, dass er sich geirrt hat und gibt den Rest Geld dem „Kunden.“ Doch am Abend weiß er, dass er sich doch nicht geirrt hat. Dass dieser 50 Euroschein in der Kasse liegt, dafür hat schon der erste Gauner gesorgt der sich inzwischen schon wieder das nächste Opfer aussucht und da gibt es viele Opfer und in unzähligen Kaufhäusern. Nun trinken die beiden Gauner zuerst mal ganz gemütlich ein Cafe und dazu essen sie vom besten Kuchen, um nachher wieder in alter Frische ihre Arbeit aufnehmen zu können. Viele Leute haben die 35- oder die 40 Stundenwoche, aber unsere beiden Gauner arbeiten viel länger seit die Kaufhäuser bis 20 Uhr geöffnet haben. Die beiden Halunken die nach Außen wie Gentlemans aussehen, verdienen sich dumm und dämlich. Am Tage so an die 800 bis 1000 Euro, macht in der Woche um die 5000 Euro, im Monat 20 000 Euro. Jetzt haben sie ihren Trick teilweise auf 100 Euroscheine ausgebaut, das geht schneller und bringt das Doppelte.

Jetzt kommen Sie nur nicht auf die Idee diesen Trick nachzumachen, dazu müssen Sie geboren sein.

Wenn Sie unbedingt diesen Trick ausprobieren wollen, dann …. Aber nein, das sag ich Ihnen nicht, sonst kommen Sie doch noch auf dumme (schlaue) Gedanken.

Wenn sich dieser Trick herum spricht, ist halb Deutschland mit Gekennzeichneten 50 oder 100 Euroscheinen unterwegs und auch die betrogenen Kassierer können sich auf diese Weise ihr Geld wieder anderswo zurückholen, was ihnen zuvor die anderen Gauner abgeluchst haben. Irgendwann sind dann die Kaufhäuser voll mit Wechselgeldbetrügern.     

 

Alle Namen sind frei erfunden oder geändert. Übereinstimmungen sind rein zufällig und sind nicht gewollt und wären also rein zufällig!

 

Glauben Sie an alles was wahr ist

 

 
 
Die lustigen Streiche einer Schulklasse
 
Wer weiß, was sich alles zwischen Himmel und Erde abspielt, doch hier im Schottener Heimatmuseum ist ja Friedolin, unser aller guter Geist.
Viele Schulklassen kommen immer wieder gerne ins Heimatmuseum in Schotten. Denn nicht nur die Erwachsene haben ihre Freude daran, auch Buben und Mädchen jedes Alters, finden in den Museen immer wieder schöne Erlebnisse.
Es ist noch gar nicht so lange her, da kam eine Schulklasse aus Wiesbaden ins Heimatmuseum. Unter den Schülern waren zwei pfiffige Buben, die ihrer Lehrerin Frau Müller einmal einen Streich spielen wollten, was ihnen auch vortrefflich gelang. Die Lehrerin von Hause aus Kunstkennerin, besonders auf dem Gebiet der Steinkupferzeit, hatte den Buben und Mädchen einige Wochen vom Schottener Heimatmuseum vorgeschwärmt. Dort gäbe es unter anderen schönen Sachen, ein Raum, wo Krüge, Becher, Töpfe, Schüssel und viele andere Artikel aus Urzeiten ausgestellt sind. Frau Müller, Vorsitzende eines Kulturvereins, zeigte den Kindern dann einige Bilder und Beschreibungen der Krüge, Schüssel, Töpfen und Becher aus jener Zeit. Besonders Steffen und Ralf zeigten hohes Interesse daran. Sie hatten sich insgeheim einen Plan ausgeheckt, wie sie der Lehrerin einen Streich spielen könnten. Und die ganze Schulklasse war eingeweiht. Steffen und Ralf gingen zu Tante Hedwig, die eine kleine Töpferei betreibt. Sie erzählten ihr was sie vorhatten und Tante Hedwig war mit von der Partie, denn sie war immer für Späße zu haben. Sie formte nun 2 kleine Krüge, die so ähnlich aussahen, wie auf den Abbildungen der Lehrerin und damit auch alles wie echt aussah, hatte sie die Krüge auf uralt getrimmt, was für gute Töpfer keine Schwierigkeit ist. Nun schrieb sie auf zwei kleine Täfelchen: Gefunden in Wiesbaden, (Datum) beim Ausheben eines Grabens in der Taunusstraße, Alter etwa 2800 Jahre vor Christus. Nun kam die ganze Klasse unter anderem in das besagte Zimmer der Kupfersteinzeit im Schottener Heimatmuseum. Ralf stellt heimlich die beiden kleinen Krüge mit den Schildchen zu den anderen Sachen. Die Lehrerin hatte die beiden Krüge bald entdeckt, sie wurde total aufgeregt und rannte zur Museumsleitung um die Sensation zu besprechen. Die Lehrerin hatte sich schon im Stillen gewundert, dass sie davon noch nie etwas gehört hat, wo sie doch selbst im Geschichtsverein ist. Ihre Begeisterung schwappte auch auf die Museumsleitung über, und Frau Hysky-Dambmann konnte sich gar nicht erklären, dass solche Sachen im Museum sind.
Doch Frau Müller behauptete fest, dass dort 2 Krüge die schon 2800 Jahre alt seien, stehen. Inzwischen hatten Ralf und Steffen die 2 kleine Krüge und die beide Kärtchen entfernt und die ganze Klasse wartete nun darauf, was jetzt Frau Müller macht, wenn die Krüge nicht mehr da sind. Nun kam ganz aufgeregt Frau Müller mit Frau Hysky-Dambman und wollte ihr beide Krüge zeigen, aber es waren keine Krüge und auch keine Schildchen da. Frau Müller traute ihren Augen nicht mehr, sie fragte die Kinder sie hätten doch auch die beiden Krüge mit den beiden Schildchen: Gefunden in Wiesbaden...gesehen. Alle zuckten mit der Schulter, und taten so unschuldig. „Da waren keine solche Krüge Frau Lehrerin, und auch keine Schildchen“, sagten die Kinder. Frau Müller hatte jetzt selber geglaubt, sie hätte sich tatsächlich in alles so hinein gesteigert, dass sie schon „Gespenster" sieht. „Kann doch mal vorkommen“, sagte Frau Hysky-Dambman, und blickte lustig unter ihrer Brille hervor. 14 Tage später kam Frau Müller mit ihrem Geschichtsverein nach Schotten ins Heimatmuseum, aber ihre Hoffnung, die Krüge wieder zu sehen, erfüllte sich nicht. Die Schulklasse aus Wiesbaden brauchten gar nicht lange zu warten, um ihren nächsten Streich zu spielen, denn 4 Wochen später ging die ganze Klasse mit der Lehrerin in ein Museum in Frankfurt, dort sah sie die beiden kleinen Krüge wieder, mit den beiden Schildchen, wo diesmal darauf stand:
KRÜGE IN WIESBADEN GEFUNDEN 2800 JAHRE ALT
LEIHGABE VOM SCHOTTENER HEIMATMUSEUM
Nun glaubte die Lehrerin tatsächlich „weiße Mäuse“ zu sehen, sie blickte eine ganze Zeitlang die Krüge mit den Schildchen an, dann lief sie aufgelegt zur Museumsleitung. Als sie mit der Museumsleitung zurückkam, waren wieder keine Krüge da und keine solche Schildchen. Frau Müller schaute die Museumsleitung an und meinte: „Kann man sich denn so irren?“ „Oh ja“, sagte der verständnisvolle Museumsleiter, „jeder kann sich mal irren.“ „Aber bei mir war dies schon das zweite Mal“, sagte Frau Müller beklommen. Die Schüler grinsten heimlich in sich hinein, da sagte Markus, einer der Schüler mit schelmischem Ton. „Sehen Sie Frau Lehrerin, bei mir haben Sie sich auch schon ein paar Mal geirrt“. Frau Müller zog die Augenbraue hoch und fragte zögernd und etwas erschrocken: „Wo denn Markus?“ Da lachte Markus und sagte: „Als Sie mir die Schulnoten im Zeugnis gaben.“ Da mussten alle lachen, sogar Frau Müller wurde plötzlich wieder heiter.
Ob Frau Müller je wieder in ein Museum geht? Vielleicht erfahren wir es. Und tatsächlich, sie hatte inzwischen das Schottener Heimatmuseum besucht und auch das Frankfurter Museum, wo sie hoffte, die Krügelchen doch noch zu sehen. Aber es waren keine Krüge da, wie sie glaubte, gesehen zu haben. Sie erkundigte sich jetzt in Wiesbaden bei „Hinz und Kunz“, ob jemand Krüge beim Graben ausheben, gefunden hätte. Aber auch da wusste niemand etwas von solchen Krügen. Selbst im Kulturverein waren jetzt die Mitglieder – durch Frau Müller – „aufgeregt“, wegen den Krügen.
Ein paar Tage später zeigte sie in ihrer Schule einer anderen Schulklasse Diabilder mit ihren Projektor.  Da erschrak sie gewaltig, denn da waren unter den Bildern doch tatsächlich die beiden Krüge mit dem Schildchen zusehen: Gefunden in Wiesbaden, (Datum) beim Ausheben eines Grabens in der Taunusstraße, Alter etwa 2800 Jahre vor Christus.
Die Lehrerin rieb sich ein paar Mal die Augen, rannte aus dem Klassenraum zu ihrem Lehrerkollegen und Vereinsmitglied Franz Duttner. „Franz, komm schnell, ich muss dir was zeigen, die Krüge gibt es wirklich…“
Inzwischen hatte Dominik, einer der Buben aus der Klasse, das Dia entfernt und es durch ein anderes Dia ausgetauscht. Frau Müller und Herr Duttner „rannten“ in den Klassenraum um die Krüge auf der Leinwand zu bewundern. Doch da waren zwar zwei Krüge zusehen, aber nicht die aus dem Schottener Heimatmuseum. Und auch war das Schildchen
zusehen, aber mit einem Text den Frau Müller selbst geschrieben hatte, als sie sich auf diesen Diavortrag vorbereitete. Franz Duttner war sprachlos und ohne was zu sagen, ging er zu seiner Schulklasse zurück. Seine Blicke sagten alles, als er zu der Lehrerin schaute.
„Ihr habt doch auch diese beiden Krügelchen mit dem Schildchen vom Schottener Heimatmuseum gesehen?“, sagte sie fast weinerlich. Doch alle schüttelten ihre Köpfe. „Nein Frau Lehrerin, Sie haben uns diese beiden Krüge gezeigt, die da vorne auf der Leinwand zu sehen sind.“, sagten die Kinder ein paar Mal.
Frau Müller ging jetzt alle Dias durch, aber es war kein Dia dabei, das sie ja selbst vor ein paar Minuten ganz deutlich auf der Leinwand gesehen hat. Sei dieser Zeit hat Frau Müller nie mehr von den Krügen gesprochen. Den Schülern tat die Lehrerin doch leid. Und ein Jahr später gestanden sie Frau Müller ihren Streich. Frau Müller war sprachlos und dann musste sie so lachen, dass man es in der ganzen Schule hörte und auch die Schulklasse lachte mit. „Ich kenne ja viele Streiche der Schüler“, sagte der Direktor mit einem Augenzwinkern, „aber das war wohl der schönste Streich, von dem ich je gehört habe.“ Und alle lachten aus ganzem Herzen.

 

 

 

Alle Namen sind frei erfunden oder geändert.
Übereinstimmungen sind rein zufällig und sind nicht gewollt und wären also rein zufällig!
 
Glauben Sie an alles was wahr ist
 
 
 
Das Geheimnis einer Nonne
 
Eine Kaufhausdetektivin erzählt
 
Heute Morgen bin ich in unserem Kaufhaus in der Damenabteilung unterwegs. Die ganze Zeit beobachte ich eine Nonne, die sich für die Damenunterwäsche zu interessieren scheint. Ist ja nichts ungewöhnliches das sich Frauen für Damenunterwäsche interessieren. Doch die Nonne suchte sich die geilste Unterwäsche aus und ging damit zur Kasse und bezahlte. Sie war sehr nervös und blickte sich ständig verdächtigt um. Dann suchte sie sich ein schnittiges Kleidchen aus und noch eine Bluse, bezahlte. Dann kaufte sie noch ein paar Stöckelschuhe und feine Strümpfe. „Das alles ist für meine Nichte“, sagte sie jedes Mal zur jeweiligen Kassiererin ohne dabei rot zu werden.
„Ob das wirklich für ihre Nichte ist?“, dachte ich und behielt die Nonne im Auge.
Normaler Weise ist es uns ganz egal was die Kunden kaufen, aber dies Mal mussten sogar die Kassiererinnen etwas schmunzeln. Eilens ging die Nonne in Richtung unseres Dachcafes. Als wenn ich es geahnt hätte, sie ging in die Damentoiletten und nach 5 Minuten kam die Nonne wieder heraus, aber nicht in ihrer Nonnentracht, sondern in den Kleidern und Schuhen die sie angeblich für ihre Nichte gekauft hatte. Zuerst hatte ich sie gar nicht erkannt, doch dann erkannte ich den Rock, die Bluse und die Schuhe, die sie vorhin gekauft hatte. Sie hatte sich in der Toilette umgezogen und ihre Nonnentracht steckte sie in zwei leere Plastiktüten, wo vorher ihre Unterwäsche, die Schuhe, Bluse und Röckchen drin war. Dann setzte sie sich an einen Tisch im Cafe und ließ sich Kaffe und Kuchen bringen. „Irgendwas hat die doch vor?“ dachte ich mir, „aber was?“ Da erklang es aus den Kaufhauslautsprechern eine Durchsage, die nur uns Kaufhausdetektiven gilt und die nur von uns verstanden werden. Sicherlich hat schon jeder solche Durchsagen gehört, zum Beispiel: 15 auf 18 und 23 und 14…. Das heißt mit anderen Worten, der Kaufhausdetektiv soundso, soll schnellstens in die oder die Kaufhausabteilung gehen, an einem bestimmten Stand ist jemand der klauen will, dabei wird in der Geheimsprache die betreffende Person oder sogar des Öfteren mehrere Personen beschrieben, damit wir gleich den oder die Betreffenden besser erkennen können.
Ich ging dann in schnellem Schritt in die Richtung, wo gerade versucht wird zu klauen. Eine Verkäuferin zeigte mir unauffällig die „Diebin“ eine ganz vornehme Dame, jedenfalls sah es so aus. Ich beobachtete sie eine Zeitlang, doch ich konnte nichts Auffälliges feststellen. Es war nur komisch, dass diese Zielperson einpaar Mal die Verkäuferinnen laut fragte: „Sagen Sie bitte, meinen Sie dass mir diese Bluse, Jäckchen steht?“ „Na ja, der Alten steht doch nichts“, dachte ich, „aber die hat doch was ganz anderes vor, die will uns doch nur linken und ablenken.“ Und so war es auch.
Ich ließ meine Augen jetzt in alle Richtungen schwenken, denn ich vermutete dass die vornehme Dame eine Komplizin hat, die gezielt klaut, während sie die Verkäuferinnen durch ihre Fragen ablenkt. Aber diese Tricks kenne ich schon alle. Doch die Diebe lassen sich auch immer wieder andere Untertricks einfallen, die zuerst mal durchschaut werden müssen. Aha, da sah ich die Komplizin, sie hatte gerade ihre letzte Beute, eine Bluse zu 29.25 in rasender Geschwindigkeit in ihre große Jackentasche gesteckt. Das machte sie so gekonnt, dass man seinen Augen kaum traute, wie ein Magier. Dann ging sie Richtung Ausgang und wollte gerade zu ihrem Auto gehen. In diesem Moment ging ihre Komplizin, also die vornehme Dame an die Kasse und stellte wieder Fragen, was kostet dass und steht es mir. Ich hatte mal wieder richtig vermutete, wie es sich dann herausstellte, die beiden gehörten zusammen, sie sind Mutter und Tochter. Ich nehme dieses Blüschen zu 14 Euro 50. An der Kasse machte sie eine Schau und suchte „verzweifelt“ nach ihrem Geldbeutel.
„Mein Gott, wo ist mein Geldbeutel, ach du lieber Gott, ich habe ihn Zuhause liegen lassen. Ich kann leider die Bluse nicht kaufen, ich komme bald wieder.“ Dann ging sie aus dem Kaufhaus. Inzwischen hatten wir ihre Komplizin ganz still und leise aufgefordert mit ins Büro zu kommen. Sie konnte sich auch nicht aus dem Staub machen, denn es standen gleich 3 Detektive um sie herum und versperrten ihr den Weg. Ihr blieb nichts anderes übrig, als mit ins Büro zu gehen. Die Mutter stand nun draußen vor dem Kaufhaus und schaute sich nach ihrer Tochter um. Doch da kann sie lange auf ihre Tochter warten. Ich ging auf die Dame zu und fragte sie: „Suchen Sie jemand?“ „Ja meine Tochter“, sagte sie und schaute sich in alle Richtungen um. „Vielleicht kann ich Ihnen helfen, wie sieht Ihre Tochter denn aus und was hat sie an?“, sagte ich scheinheilig. „Meine Tochter ist 22 Jahre alt, langes blondes Haar, schlank und 170 cm groß. Sie trägt weite lila Hosen und eine schwarze weite Jacke.“ „Ja das passt alles zusammen“, dachte ich, „weite Hosen und eine weite Jacke, da kann man allerhand darin verstecken, ja die habe ich gesehen“, sagte ich zu ihr, „die ist jetzt in unserem Büro.“ „In Ihrem Büro? Was macht sie denn in Ihrem Büro?“, und war sichtlich erschrocken. „Sie wurde beim Klauen erwischt und jetzt wird sie vernommen und bekommt eine Anzeige“, sagte ich zu ihr. „Ach Gott nein, meine Tochter hat noch nie was geklaut, das muss ein Irrtum sein“, sagte sie fast weinerlich. „Bringen Sie mich zu meiner Tochter“, sagte sie, „sie braucht mich jetzt.“ „Dann kommen Sie mal bitte mit“, war meine Antwort. Sie war so aufgeregt dass sie fast die Rolltreppe herunterfiel. „So nun sind wir da“, sagte ich zu ihr, dann traten wir ins „Vernehmungszimmer“ ein. Da saß sie nun die Diebin und vor ihr auf dem Tisch lagen zwei Blusen, ein Jäckchen, 3 paar Strümpfe, ein paar Handschuhe, eine Armbanduhr und noch einige Ringe, also im Wert von fast 300 Euro. Und nun begannen Mutter und Tochter sich gegenseitig zu beschuldigen, sie wären gezwungen worden, zu klauen. Jetzt wurde auch die Mutter noch untersucht, auch sie hatte an den unmöglichsten Stellen am Körper Ringe und Uhren versteckt, alle aus unserem Kaufhaus und unbezahlt. Mein Kollege übernahm die beiden Diebinnen und rief die Polizei, wegen der Anzeige. Meine Arbeit war nun hier getan und ich ging wieder zurück in die Abteilungen unseres Kaufhauses. „Ach ja“, dachte ich, „jetzt habe ich ja ganz die Nonne in unserem Dachcafe vergessen.“ Ich eilte die Rolltreppen hoch um sie vielleicht doch noch am Tisch sitzen zu sehen. Aber nein, sie war nicht mehr da. Doch was sehe ich da, sie kommt direkt aus der Toilette, aber nicht in ihren frisch gekauften Sommerkleidchen und so, nein sie hat wieder wie am Anfang die Schwesterntracht an. Ich hatte sie zuerst gar nicht wieder erkannt, denn es ist nicht selten dass auch Nonnen in unserem Kaufhaus einkaufen, oder Kaffee trinken, vielleicht in zivil oder in Nonnenkleidung. Ich schaute sie genauer an, ja sie war es, sie hatte jetzt die Zivilkleidung in die Plastiktaschen gesteckt, die sie an beiden Händen hielt. Aber warum hat sie sich wieder in der Toilette die Nonnenkleider angezogen?
Ja wenn ich das wüsste, das war mir ein Rätsel. Sie eilte jetzt zum Ausgang und ging zum Taxistand direkt vor unserem Kaufhaus. Sie stieg bei Emil, einem Taxifahrer ein und dann fuhren sie weg. Da ich alle Taxifahrer gut kenne, fragte ich später Emil: „Sag mal Emil, du hast doch heute Mittag eine Nonne gefahren, wo hin wollten sie denn?“ Emil lachte und meinte: „Was hast du mit Nonnen zu tun?“ Ich erzählte ihm das mit der Nonne, da meinte er: „Na ja, warum soll sie nicht auch mal einen Kaufhausbummel machen“ „Ja schon“, meinte ich, „aber muss man sich deshalb extra in Sexykleidchen  werfen, da steckt doch was ganz anderes dahinter.“ „Oh je“, sagte Emil, „seit dem du Detektivin geworden bist, siehst du in allem Irgendetwas.“ „Mag schon sein“, sagte ich, „aber du musst doch zugeben dass mit der Nonne Irgendwas nicht stimmt.“
„Ja wenn ich jetzt überlege“, meinte Emil“, „dann war eines schon seltsam, sie sagte ich solle sie bis zur Karienstraße fahren, aber das Nonnenkloster Marienberg liegt 500 Meter weiter.“ „Siehste Emil, das ist doch nicht normal, dass sie sich nicht bis zum Kloster fahren ließ“, sagte ich. „Ja ich hatte schon mehrmals Nonnen vom Kloster abgeholt und auch wieder zurückgebracht, aber immer bis zur Klosterpforte. Vielleicht hatte sie noch was dort zu tun, ich habe nicht darauf geachtet welche Richtung sie gegangen ist, oder sie ist gar nicht vom Kloster Marienberg“, meinte Emil.“ „Na ja“, sagte ich, „das nutzt jetzt auch nichts mehr, die ist uns durch die Lappen gegangen.“ „Uns?“, sagte Emil, „ich will ja nichts von der Nonne, sie hatte mir sogar 2 Euro Trinkgeld gegeben.“ „Na ja, dann werden wir es nie erfahren, was die Nonne mit der Maskerade bezwecken wollte“, sagte ich zu Emil. Aber es ließ mir doch keine Ruhe und da ich von Natur aus neugierig bin, fuhr ich nach Feierabend zum Kloster Marienberg. Ich hatte zwar gewusst dass es in unserer Stadt ein Nonnenkloster gibt, aber ich habe mich nie dafür interessiert, doch jetzt auf einmal wollte ich mal hinter die Kulissen eines Klosters blicken, speziell in diesem Nonnenkloster.
Ich hatte mir einen Plan gemacht, wie ich mehr über das Nonnenkloster herausfinden könnte, natürlich nur wenn es was herauszufinden gibt. Nun stand ich vor dem großen Gebäude das mit einer Mauer von etwa 2 Meter Höhe umschlossen war. Das Klostergebäude ist soviel ich sehen konnte, etwa 30 mal 30 Meter und das Grundstück Drumherum etwas so groß wie 2 Fußballfelder. Ich klingelte an der Pforte. Nach wenigen Sekunden erklang eine weibliche weiche Stimme aus einem kleinen eingebauten Lautsprecher über der Tür, die da sagte: „Marienberg, Kloster der Barmherzigen Schwestern, was ist Ihr Anliegen?“ „Mein Name ist Marianne Kaiser, ich würde gerne Nonne werden und mich deshalb in Freude an Sie wenden, in der Hoffnung von Ihnen eingelassen zu werden.“ „Warten Sie bitte“ erklang die gleiche Stimme. So eine Minute später kam eine Nonne an die Pforte und fragte mich durch ein kleines Fensterchen: „Sind Sie alleine?“ „Ja, ich bin alleine“, sagte ich. Sie öffnete jetzt die große Tür und bat mich herein in den Vorhof. „Kommen Sie bitte mit ins Haus“, sagte sie freundlich. Wir gingen durch den großen Flur bis zur Mitte. Da klopfte die Nonne an eine Tür und sagte: „Ehrwürdige Mutter Oberin, der Besuch ist da.“ „Kommen Sie herein“, sagte die Stimme aus dem Raum. Ich trat nun ein und da erschrak ich, denn die Mutter Oberin ist niemand anderes als die Nonne heute Mittag aus unserem Kaufhaus. Ich musste mich schon zusammen nehmen um nicht lachen zu müssen, denn ich sah sie im Geiste wie sie heute Mittag in ihren Sexklamotten in unserm Dachkaffe saß.
„Ich bin die Mutter Oberin von Kloster Marienberg der barmherzigen Schwestern“, sagte sie, „was ist Ihr Anliegen?“ Zuerst brachte ich kein Wort heraus, doch sie lächelte mich mit freundlichen Blicken an, und sagte: „Unsere Mitschwester Walburga hat mir schon berichtet, Sie möchten Nonne werden.“ „Ja, ich möchte den Beruf als Schwester ergreifen.“ Da lächelte die Oberin und meint: „Sehr löblich, wir suchen Mädchen die sich ganz Gott widmen und ihr Leben in den Dienst der Nächstenliebe stellen, wie haben Sie denn diesen Wunsch verspürt?“, fragte sie frömmlich. „Schon als Kind hatte ich den Wunsch zu allen nett zu sein“, sagte ich und senkte meinen Kopf. „Was sind Sie denn von Beruf“, fragte die Oberin. „Ich bin Detektivin in einem Kaufhaus“ „In welchem Kaufhaus“?, fragte die Oberin sichtlich etwas erschrocken. „Im Kaufhaus Rodenbach“, sagte ich. Als sie den Namen Kaufhaus Rodenbach hörte, war sie richtig zusammengefahren und räusperte sich etwas. „Kennen Sie dieses Kaufhaus Mutter Oberin?“, frage ich leise. „Nein, nein, wir beziehen unsere Ware vom Mutterhaus“, sagte sie und räusperte sich wieder etwas. „Die hat gelogen“, dachte ich, „ich erkenne sie genau wieder.“ „Was ist denn ein Mutterhaus?“, fragte ich sie leise. Da erklärte sie mir, das ist so ähnlich wie bei Ihnen, da gibt es ein Hauptgeschäftshaus und auch einige Filialen, nur mit dem Unterschied, wir die Klöster sind keine Geschäfte.
„Heute Mittag war eine Nonne in unserem Kaufhaus“, sagte ich. Plötzlich wurde die Oberin ganz unruhig schaute auf die Uhr und sagte: „Können wir das Gespräch Morgen weiter führen, ich habe ja beinah einen wichtigen Termin vergessen.“ „Natürlich“, sagte ich, dann verabschiedete ich mich. Gerade wollte ich aus der Tür gehen, da rief sie mit etwas gedehnter Stimmlage: „Einen Moment noch bitte.“ Ich drehte mich zu ihr um. „Was wollte denn die Nonne im Kaufhaus?“, fragte sie scheinheilig.
Ich erzählte ihr alles brühwarm, dass die Nonne Unterwäsche und leichte Kleidung gekauft hat und sich dann in der Toilette des Dachcafes umgezogen hat und sich dann in den neuen Sachen ins Cafe gesetzt hat. „Ach du lieber Gott, das soll eine echte Nonne gewesen sein? Das war bestimmt jemand der sich als Nonne verkleidet hat“, meinte sie und drehte ständig nervös an ihrem Ring am Finger. Ich kuckte sie jetzt an und lächelte etwas. „Was schauen Sie mich so an“, meinte sie total nervös. „Weil ich Sie erkannt habe“, sagte ich jetzt etwas triumphierend. „Nein, nein, Sie müssen mich mit jemand verwechselt haben, ich war noch nie in einem Kaufhaus“, sagte sie und verbarg ihre Hände. „Sie können Ihren Ring ruhig verstecken“, sagte ich, „mir ist es doch egal ob Nonnen ins Kaufhaus gehen oder nicht, ich habe Sie jedenfalls wieder erkannt.“
„Ach dann wollen Sie gar keine Nonne werden, Sie suchen nur einem Vorwand mich hier im Kloster zu konfrontieren, was wollen Sie denn damit bezwecken?“, sagte sie in einem Tonfall, der eher zu einer Zuchthauswärterin passt. Ich muss zugeben, dass ich mich ein bisschen, oder besser gesagt, ziemlich mies gefunden habe. „Nein, nein, bestimmt nicht, es war wohl eine Schnapsidee von mir“, sagte ich zu ihr in einem fast entschuldigten Ton. Doch die Oberin war sichtlich erbost und sagte: „Wie kommen Sie denn darauf, dass ich in Ihrem Kaufhaus war. Es gibt doch noch mehr Nonnen die in ihren Kutten alle gleich aussehen und außerdem hat jede einen Ring an, denn wir sind Bräute von Jesus Christus.“ Beinah musste ich lachen, als sie sagte: Sie seien Bräute von Jesus Christus, aber ich riss mich zusammen. Dann sagte ich mit ernster Miene: „Das heißt dann, Sie sind mit Jesus Christus verlobt, ist das nicht ein bisschen viel für den Herrn Jesus Christus?“ Da schaute sie mich entgeistert an und sagte mit leiser Stimme: „Auch Sie können eine Braut des Herrn werden.“ „Oh nein“, sagte ich, „ich möchte meinen Verlobten für mich schon alleine haben, wenn ich einen haben würde.“ „Sie verstehen das falsch junge Frau“, sagte sie verständnisvoll, „wir sind nicht verlobt mit Jesus, wir haben ihm ewige jungfräuliche Treue geschworen, deshalb nennen wir uns Bräute des Herrn.“ „Oh je“, sagte ich, „das hört sich aber für Außenstehende schon verwirrend an, das mit den Bräuten des Herrn.“ „Wie geht es jetzt weiter?“, fragte die Oberin mit fragendem Blick. „Für mich hat sich die Sache erledigt“, sagte ich. „So einfach geht das aber nicht“, sagte sie, „so wie ich Sie einschätze werden Sie doch weiter schnüffeln um unserem Kloster was anzuhängen zu wollen.“ „Aber Schwester Oberin, ich bin doch keine Tratsche“, sagte ich zu ihr, „von mir werden Sie in dieser Sache nichts mehr hören.“ „Von dieser Sache? Das ist keine Sache, das ist schon ….“, dann verstummte sie, „ich werde für Sie beten, damit Sie Erleuchtung erhalten“, sagte die Oberin. „Oh ja, Frau Oberin, Erleuchtung brauche ich immer.“ „Weiß Ihr Chef dass Sie den Kunden hinter her schnüffeln?“, fragte sie mit Harnisch in ihrer Stimme.“ „Die ist aber hartnäckig“, dachte ich, „die ist mit allem Wasser gewaschen, nur nicht mit Weihwasser. „Nein, er wird es auch nicht erfahren“, sagte ich. „Ich hätte richtig Lust mal Ihren Chef zu unterrichten, was für Schnüffelpersonal er in seinem Kaufhaus hat, dass sogar vor einem heiligem Haus, wie unser Kloster, nicht halt macht“, sagte sie und lachte dabei, aber kein Lachen was Freude bereitet, es war ein böses Lachen. „Ja, ja“, sagte ich, „dann können wir uns die Filme ansehen, die wir jeden Tag im Kaufhaus drehen.“ „Was für Filme?“, fragte sie“. Ich erklärte ihr dass wir überall Kameras in unserem Kaufhaus versteckt haben, die gestochen scharfe Bilder machen, damit wir die Diebe besser erkennen. „Wir können sogar den Dreck unter den Fingernägel erkennen, oder Ihren Ordensring den Sie am rechten Finger haben.“ „Was Sie können alles so genau sehen?
 
Das Geständnis einer Nonne
 
 
 
„Was Sie können alles so genau sehen? Auch auf den Toiletten?“, fragte sie entsetzt.“ „Um Gottes Willen Schwester Oberin, die Toiletten sind für die Kameras tabu.“ Da sagte die Nonne etwas zittrig: „Sie wissen aber auch, dass diese Filme die Sie jeden Tag in Ihrem Spionagekaufhaus drehen, vernichtet werden müssen, oder kann die jeder der will sie ansehen?“ Dabei spielte sie total nervös mit ihrem Ringfinger. „Um Gottes Willen“, sagte ich, „wir treiben doch keine Spionage, wir schützen uns nur vor Dieben, damit wir den Langfingern die wir schnappen, unser Beweismaterial in Form von Filmen zeigen können. Sonst ist das Filmmaterial immer im Safe. Jeder Kunde im Kaufhaus der ehrlich ist, braucht absolut keine Angst zu haben, dass irgendein Film an die Öffentlichkeit kommt. Ja es ist für die ehrlichen Kunden sogar ein Vorteil, je mehr Diebe wir schnappen, je preiswerter können wir unsere Ware machen“
Die Nonne war merklich unsicher und borte nach. „Und wer kuckt sich die Filme in Ihrem Kaufhaus an?“ „Na ja, jeder Detektiv aus unserem Kaufhaus ist berechtigt, jeden Film anzukucken, wenn uns was komisch vorkommt, dann können wir uns das später ganz genau im Detektivbüro ansehen, jede Einzelheit ist dann sichtbar und wir können sie vergrößern.“
Sie stutzte ein wenig, dann fingen wir beide an zu lachen und sie sagte jetzt in gespielter Freundlichkeit: „Sie gäben eine gute Nonne ab, kommen Sie doch mal wieder in unser Kloster, dann zeige ich Ihnen das Kloster, vielleicht werden Sie doch noch eine Nonne.“ „Gibt es denn bei Ihnen im Kloster auch etwas zu spionieren?“, fragte ich sie. „Wir haben keine Geheimnisse vor Gott“, sagte sie und blickte an die Decke. „Aber vor den Menschen?“, waren meine Worte. Darauf gab sie keine Antwort, sie lächelte nur, gab mir die Hand und wir verabschiedeten uns. Es blieb also ein Rätsel was sie bei uns im Kaufhaus wollte. Na ja, ab und zu laufen schon ein paar Nonnen durch das Kaufhaus, dachte ich, aber bestimmt nicht welche die sich in Toiletten ihrer Nonnentracht entledigen und sich Sexykleidchen anziehen.
Am nächsten Tag in meiner Mittagspause nahm ich mir die Filmkassette vor, die die Nonne in unserem Dachkaffe zeigt. Ich hatte mich nicht geirrt, es war die Mutter Oberin der barmherzigen Schwestern. Aber warum diese Maskerade? Ich hatte mir die ganze Zeit auf dem Film angesehen, wie sie in die Toilette als Nonne hineinging und als „Sexidame“ wieder herauskam. Dann hat sie so 20 Minuten am Tisch gesessen und ganz normal Kaffe und Kuchen zu sich genommen und ein paar Mal auf die Uhr geschaut. Dann hat sie sich wieder auf der Toilette in eine Nonne verwandelt und ging aus dem Kaufhaus. Das war alles. Ob ich das je erfahre, was das sollte?
Aber wer mich kennt, der weiß dass ich nicht locker lasse, bis ich weiß was dahinter steckt, so auch in diesem Fall. „Da steckt bestimmt ein Mann dahinter“, dachte ich mir. Den ganzen Tag grübelte ich nach, welchen Trick ich anwenden könnte, um die Nonne aus der „Reserve“ zu locken, aber wie? „Aha, ja das ist es“, sagte ich zu mir, „ich rufe einfach an.“ Die Telefonnummer vom Kloster hatte ich bald, so rief ich am Abend von Zuhause aus an. Gott sei Dank war meine Mutter bei Tante Hedwig, so konnte ich in Ruhe meinen Plan ausführen. Ich rief im Kloster an: „Hallo Guten Abend“, sagte ich, natürlich mit verstellter Stimme, die sich wie ein Mann anhört, „hier ist das Architektenbüro Klein, könnte ich die Mutter Oberin sprechen?“ An der Pforte sagte die Nonne am Telefon: „Darf ich erfahren um was es geht?“ „Es geht um die Umbaupläne, da ist noch etwas unklar.“ Das mit den Umbauplänen war mir gerade noch eingefallen. „Welche Umbaupläne?“, fragte sie. „Könnte ich die Mutter Oberin sprechen?“ Versuchte ich es nochmals. „Tut mir leid“, sagte die Nonne, „die Mutter Oberin ist im Moment nicht im Haus.“ „Können Sie mir sagen wann sie zu erreichen ist?“, fragte ich sie. „Das kann ich nicht sagen, sie ist für 2 Tage ins Mutterhaus gefahren“, meinte sie. Na ja, das war bestimmt eine Lüge und sie wollte nicht ans Telefon, oder sie ist tatsächlich ins Mutterhaus gefahren, oder sie ist bei ihrem Geliebten. Gut dass ich weiß was ein Mutterhaus ist, die Oberin hatte es mir doch erklärt, als sie sagte: Wir beziehen die Sachen vom Mutterhaus, also vom Hauptkloster.
„So, da werde ich mal der Sache nachgehen“, sagte ich zu mir und ließ mir von der Auskunft die Telefonnummer des Mutterhauses der barmherzigen Schwestern geben. Nun rief ich im Mutterhaus an und fragte nach der Oberin aus der so genannten „Filiale“ Diesmal sprach ich mit meiner Stimme. „Grüß Gott, ist unsere Oberschwester bei Ihnen?“ „Wer ist denn da?“, fragte sie. „Schwester Walburga“, sagte ich, was anderes fiel mir nichts ein und außerdem eine Schwester Walburga gibt es ja wirklich, die an der Klosterpforte in der „Filiale“. „Ja sie ist hier, möchten Sie mit ihr reden?“, fragte sie. „Ach ich sehe gerade es hat sich erledigt“, sagte ich ziemlich schnell und legte auf. Oh je, hoffentlich sagt die Schwester am Telefon nichts von dem Anruf, dann denkt die Oberin dass nur ich das gewesen sein kann.
Am nächsten Tag als ich gerade aus meinem Büro im Kaufhaus gehen wollte, um meinen Dienst anzutreten, klingelte das Telefon. „Ja, was ist denn“, frage ich ins Telefon. „Da ist eine Dame die dich sprechen will“, sagte die Sekretärin von unserem Hauptbüro, die das Telefongespräch in mein Büro leitete. Ich nahm das Gespräch an und da erschallte gleich die Stimme der Schwester Oberin so laut als ob ich vor ihr stehen würde. Oh Gott, war’s mir im Moment übel, hat man ihr doch gesagt dass jemand sie im Kloster sprechen wollte. „Sagen Sie mal, haben Sie immer noch nicht genug mit Ihrer Schnüffelei Sie Miss Marple und geben sich jetzt sogar als Schwester Walburga aus, sind Sie denn ganz übergeschnappt?“ „Aber Schwester Oberin, da liegt ein Missverständnis vor, ich habe Sie nicht angerufen, wie kommen Sie denn darauf?“, sagte ich im unschuldigen Tonfall. „Lügen Sie nicht, schrie sie ziemlich laut, Sie haben mich ganz schön in Verlegenheit gebracht, zufällig gibt es eine Schwester Walburga bei mir im Kloster, die Sie ja selbst ins Kloster gelassen hat, die hat fest beteuert, dass sie mich nicht im Hauptkloster angerufen hat.“ „Aber vielleicht gibt es noch eine andere Schwester Walburga in einem ihrer Klosterfilialen“, sagte ich. „Reden Sie doch keinen Unsinn, im ganzen Konvent gibt es immer nur einmal den gleichen Namen, Sie waren die Anruferin“, sagte die Oberin energisch, „und außerdem haben Sie sich auch als Architektenbüro Klein ausgegeben, wegen irgendwelcher Umbaupläne im Kloster, wo es überhaupt keine Unbaupläne gibt.“ „Also gut“, sagte ich, „ich gebe es ja schon zu, ich bitte Sie das Ganze zu verzeihen.“ „Gut“, sagte die Oberin, „das ist aber das letzte Mal, dass ich Ihnen vergebe, denn meine Geduld ist am Ende, also hören Sie endlich damit auf, mich rund um die Uhr zu bewachen wie ein Schießhund, was habe ich Ihnen denn getan?“ Dann legte sie auf. Im Moment war ich etwas irritiert, doch dann sagte ich mir, jetzt erst recht, jetzt will ich wissen, was für ein Doppelleben die saubere Nonne führt, aber wie? Da ich Emil dem Taxifahrer die ganze Geschichte von der Schwester Oberin danach erzählt habe, war er auch an der Sache interessiert wie es weiter geht. Ich sagte zu ihm dass er mir schon dabei helfen müsste. „Wie denn?“, fragte Emil. Ich erklärte Emil dass wir über die Klostermauer steigen müssen. So ganz begeistert war Emil anfangs nicht gerade, doch seine Neugierde war stärker als sein Skrupel. Wir machten einen Plan den wir am anderen Abend ausführen wollten. Natürlich mussten wir warten bis es dunkel war. Ich stellte mein Auto so 150 Meter vom Kloster entfernt in einer Seitenstraße ab. Dann stiegen wir an einer Stelle wo die Äste der Bäume über die Klostermauer hängen, mit einer Klappleiter in den Innenhof des Klosters. Im Kloster waren einige Fenster aus denen Licht kam. Wir schlichen uns zu einem der Fenster in der die Oberin ihr Büro hat. Ich nahm die Leiter und kletterte bis zum Fenster. Die Oberin saß an ihrem Bürotisch und telefonierte mit jemand. Gott sei Dank konnte ich einiges mitbekommen, weil die Oberteile der Fenster gekippt waren. Das war kein normales Telefongespräch wo es um das Klosterleben geht, das war ein Gespräch zwischen einem Liebespaar. „Ja am Freitagnachmittag im Cafe am Park“, sagte die Nonne, „es kann auch ein bisschen später werden, so 17 Uhr, du weißt doch wie das ist Lothar, also am Freitag. Ja , ich dich auch“. Dann gab sie einen Kuss ins Telefon. „Aha, Lothar heißt er“, flüsterte ich zu Emil, „ich hab’s doch geahnt, die hat einen Freund.“ „Komm lass uns verschwinden“, sagte Emil, „wer weiß ob die nicht auch versteckte Kameras hier haben.“ „Ach was, Emil, so modern sind die noch nicht.“ „Komm jetzt“, rief er leise. Sie musste von ihrem Schreibtisch aus mich als Schatten gesehen haben, denn sie stand plötzlich auf und öffnete das Fenster. „Ist da wer?“, rief sie, „Schwester Korbinia, sind Sie es?“ Da sie keine Antwort bekam, holte sie eine Taschenlampe, die einen hellen Lichtstrahl hatte. Wir konnten uns in letzter Sekunde gerade noch über die Mauer retten und versteckten uns außerhalb der Mauer in einer Efeuhecke. Wenn wir weggerannt wären, hätte man uns durch die Stadtbeleuchtung gesehen. Ein paar Sekunden später kamen die Nonnen in den Hof gelaufen und leuchteten mit Taschenlampen alles ab. „Das war bestimmt eine Katze“, sagte eine der Schwestern. „Last uns wieder reingehen“, dem nächst lassen wir Kontaktlicht legen“, meinte die Oberschwester.“ „Stell dir vor die Nonnen hätten uns entdeckt“, sagte Emil und war schon etwas ungehalten. „Ist ja alles gut gelaufen“, sagte ich. „Komm lasst uns gehen, wer weiß die rufen sonst noch die Polizei“, sagte Emil. „Lasst uns noch etwas warten, wer weiß ob die noch hinter den Fenstern lauern“, sagte ich. Nach 5 Minuten schlichen wir uns davon, da rief eine grelle Stimme: „Da sind sie.“ In der brenzlichen Situation hatten wir die Leiter vergessen mit zu nehmen. Eine ganz besonders schnelle Schwester verfolgte uns. Sie hätte uns auch fast eingeholt, doch sie stürzte zu Boden, denn sie war auf ihre lange Kutte getreten. Das ließ uns an Vorsprung gewinnen. Doch sie humpelte uns hinterher und rief: „Halt, halt, halt.“ Jetzt hatte ich in der Eile doch tatsächlich meinen Autoschlüssel nicht gefunden, so mussten wir durch einige engen Gassen laufen. Gott sei Dank kannte sich Emil durch seine Taxifahrten aus, so dass wir uns nicht verliefen. „O je, wenn die Nonnen die Leiter finden“, sagte Emil. „Na und, wenn sie die Leiter finden, können sie keine Rückschlüsse daraus ziehen, ob die von uns ist oder von jemand anderes.“ „Ist die nicht von eurem Kaufhaus?“, fragte Emil. „Ja schon, aber die gibt es doch überall zu kaufen.“ Am anderen Tag rief die Oberschwester bei mir im Kaufhaus wütend an. „Sagen Sie, sind Sie denn von allen guten Geistern verlassen? Ich werde gegen Sie eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch stellen.“ Ich stellte mich jetzt ahnungslos und fragte: „Um was geht es denn eigentlich, Schwester Oberin?“ „Tun Sie doch nicht so scheinheilig, Sie waren dass und noch ein anderer Schnüffler.“ „Aber Schwester, ich weiß immer noch nicht was Sie mir vorwerfen“, sagte ich unschuldsvoll. „Sie und noch ein Schnüffler sind über die Klostermauer geklettert um mich zu belauschen“, sagte sie fast schreiend ins Telefon. Ich ließ sie schreien bis sie sich etwas beruhigt hatte. „Hören Sie ehrwürdige Schwester“, sagte ich, „ich versichere Ihnen, dass ich mit der Sache nichts zu tun habe.“ „Ihr Wort in Gottes Ohr“, sagte sie, dann legte sie auf. Ich sagte Emil nichts von diesem Anruf, sonst hätte er mich bestimmt nicht in die Nähe des Klosters gefahren, wo ich mein Auto abholte, dass wir gestern Abend hatten stehen lassen müssen. „Gehst du am Freitag mit ins Cafe am Park?“, fragte ich Emil. „Was soll ich denn im Cafe?“, fragte Emil. „Du weißt doch, da trifft sich die Oberin mit ihrem Lover Lothar.“ „Ach so, stimmt ja, hätte ich beinah vergessen“, meinte Emil. „Du hättest keinen guten Detektiven abgegeben“, meinte ich, „denn ein guter Detektiv muss ein gutes Gedächtnis haben.“ „ Um wie viel Uhr?“, fragte Emil „Ach Emil, du bist aber total vergesslich, 17 Uhr natürlich“, meinte ich. Am Freitag gab mir mein Chef etwas früher frei, weil ich meine Mutter ins Krankenhaus bringen wollte, wegen einer Untersuchung, wie ich ihm „vorschwindelte“ 10 Minuten vor 17 Uhr kamen wir zum Cafe zum Park. In der Ecke saß er, „unser Lothar“ wie wir annahmen. Wir setzten uns zwei Tische weiter, ich mit dem Rücken zu dem Herrn. Eine Viertelstunde später kam eine hübsche Dame mittleren Alters in auffallenden modernem „Fummel“ ins Cafe. „Hallo Lothar, wartest du schon lange, ich konnte nicht früher weg“, sagte sie. „Ich bin schon froh dass du überhaupt gekommen bist“, sagte Lothar. Dann erzählten sie sich was sie alles erlebt haben. Nach dem Gespräch nach wohnt Lothar in der Nachbarstadt Weilheim, ist verheiratet, hat ein Juweliergeschäft in der Brunnenstraße. Dann erzählte er dass er am Montag das Juweliergeschäft hier in der Stadt in der Hauptstraße übernimmt und seine Frau das Hauptgeschäft in der Brunnenstraße in Weilheim, „dann können wir uns viel öfters treffen mein Liebling“, sagte er. „O ja“, sagte sie. „Ich habe auch eine kleine Wohnung beim Juweliergeschäft, wenn es mal länger abends dauerte, du weißt was ich meine, Jolanda.“ „O Gott ne, die heißt Jolanda“, sagte ich leise zu Emil. „Ja, ja, ich habe es gehört“, meinte Emil. Ich erkannte die Oberschwester genau wieder, das Aussehen und ihre Stimme. Schade dass ich mich nur ab und zu mal nach ihr umdrehen konnte, ich hatte schon ein bisschen Bammel dass sie mich erkennt. „Gehen wir noch ein bisschen spazieren Jolanda?“, fragte Lothar. „Oh ja Lothar, oben am Bergsee?“ Nach einer halben Stunde ließen sie ein Taxi kommen, das sie zum Bergsee fuhr. „Was ein Name, Jolanda“, sagte Emil. „Sollen wir auch zum Bergsee fahren?“, fragte ich Emil. „Warum nicht.“ Dann fuhren wir mit meinem Auto in gebührendem Abstand des Taxis zum Bergsee. „Hoffentlich fällt das nicht auf“, meinte Emil“ „Ach was, hier gibt es Büsche und Sträucher wo wir uns notfalls verstecken können.“ Die beiden benahmen sich wie ein richtiges Liebespaar, da ein Küsschen, dort ein Küsschen und dann gingen sie ins Gebüsch, wie ein richtiges Liebespaar….„So“, sagte Emil, nun haben wir den Beweis, die Nonne führt ein Doppelleben und was für eins, mit einem verheirateten Mann.“ „Ja, ja“, sagte ich, „die Nonnen von heute sind auch nicht mehr dass was sie früher mal waren, keusch und ledig“, dann lachten wir beide. „Weist du was eine Supernonne ist?“, fragte ich Emil. „Nein“, meinte er. „Eine Supernonne ist eine Nonne, deren Mutter und Großmutter auch schon Nonnen waren.“ „Ha, ha“, sagte Emil.
Am anderen Tag so gegen 11 Uhr rief die Oberin bei mir im Kaufhaus an. Ich glaube wenn Sie mich in dieser Minute zu fassen bekommen hätte, hätte sie mir den Hals umgedreht, so eine Stinkwut hatte sie. „So, jetzt werde ich Ihren Chef mal reinen Wein über Sie einschenken, dann wird er Sie im hohen Bogen aus dem Kaufhaus werfen.“ „Aber Schwester Oberin, ich bin unschuldig…“ da unterbrach sie mich und sagte: „Wir haben die Leiter gefunden, wo mit Sie über die Klostermauer gestiegen sind.“ „Aber Schwester, solche Leitern gibt es doch wie Sand am Meer“, sagte ich triumphierend. „Stimmt“, lachte die Oberin, „aber es gibt nur eine Leiter mit Ihrem Namen und Ihrer Adresse.“ Ach du lieber Gott, meine Mutter hat die Angewohnheit überall an unser Werkzeug den Namen und Adresse drauf zu schreiben. „Jetzt wird Sie der liebe Gott bestrafen“, dann lachte die Oberin wie eine die gerade das große Los gezogen hat. „Hallo“, schrie ich in den Telefonhörer, „wie geht es Ihnen denn Jolanda“ „Was sagen Sie da?“, sagte sie fragend. Ich sagte: „Jolanda, schöne Grüß von Lothar und Bergsee.“ „Wa wa wa wa was, sagen Sie da, Sie Teufel“, fauchte sie. „Ich weiß noch viel mehr, aber wenn Sie nichts meinem Chef sagen, sage ich auch nichts von Ihrem Doppelleben, Jolanda, meine Mission ist erfüllt, ich wollte nur Ihr Doppelleben ausfindig machen, wegen mir können Sie 10 Männer haben, das ist Ihre Sache und außerdem wird es niemand anderes erfahren, das ist Detektivenehre“, dann legte ich auf. Es dauerte noch keine Minute, da klingelte das Telefon erneut. „Hören Sie“, sagte Jolanda, „Sie wollen mich doch sicher auffliegen lassen, ich pfeife auf Ihre Detektivenehre?“ „Nein“, sagte ich, „ab jetzt werde ich Sie nicht mehr beschatten.“ „Aber der jenige der Gestern mit Ihnen in unserem Klosterhof war, der wird doch alles an die große Glocke hängen?“ „Nein, da brauchen Sie keine Angst zu haben, der schweigt wie ich, wie ein Grab.“ „Ihr Wort und das Ihres Freundes in Gottes Ohr“, sagte sie mit einem hörbaren Seufzer. „Noch eine Frage bitte, sagte ich, „werden Sie das Kloster verlassen?“ „Das überlasse ich dem Lieben Gott“, sagte sie. Seit her habe ich nichts mehr von Jolanda, Pardon, ich meine von der Mutter Oberin gehört und gesehen.
 
Alle Namen sind frei erfunden oder geändert. Übereinstimmungen sind rein zufällig und sind nicht gewollt und wären also rein zufällig!
 
Glauben Sie an alles was wahr ist
 
Der Trick an der Fleischtheke
 
Eine Kaufhausdetektivin erzählt:
Wie das so ist, wechselt in so einem großen Kaufhaus in dem ich seit einiger Zeit Hauptdetektivin bin, des Öfteren das Personal. Das ist nicht ungewöhnlich. Aber warum das Personal so oft wechselt, das hat verschiedene Gründe. Warum Bernadette Hagenbuttner ihren guten Job aufgegeben hat und jetzt hier im Kaufhaus arbeitet, das war mir anfangs nicht klar. Man lernt zwar das Personal schnell etwas oberflächlich kennen, aber nicht immer die Gründe, warum sie ihren bisherigen Job aufgegeben haben und jetzt hier arbeiten. Doch bei Bernadette kam ich ganz allmählich dahinter, warum Bernadette zu uns ins Kaufhaus gewechselt hat.
Die 32-jährige Bernadette Hagebuttner, hatte zuvor in einer Metzgerei in der Stadt, nicht weit von unserem Kaufhaus, gearbeitet. Warum sie jetzt unbedingt in einem Kaufhaus arbeiten will, war mir schleierhaft. In der Stadtmetzgerei arbeitete sie täglich von morgens 7 Uhr bis abends 18 Uhr und eine Stunde Mittagspause und zwischendurch einmal eine Viertelstunde Frühstückspause. Samstags arbeitete sie von morgens halb 7- bis Mittags etwa 14 Uhr. Dagegen hier im Kaufhaus muss sie länger arbeiten, und bekommt auch noch weniger Geld. Und vor halb 9 Uhr abends kommt sie nicht nach Hause. Ich beobachtete Bernadette ein paar Tage um herauszufinden warum sie sich arbeitsmäßig zum Nachteil verändert hat. Es war mir dabei nichts Besonders an ihr aufgefallen, nur dass sie sich ab und zu bückte um ein Stückchen vom Besten aus der Fleischtheke schnell fast ohne Kauen herunter zu schlucken. Das ist so alltäglich, das machen die Verkäuferinnen mehr oder weniger alle, sie dürfen sich nur nicht vom Personalchef erwischen lassen. Dabei ist die Kamera immer auf sie gerichtet, aber deshalb bücken sich die Wurstverkäuferinnen immer so oft, damit sie der Kamera und dem Personalchef entgehen. Bisher ist es dem Personalchef sicher noch nicht aufgefallen, dass die Wurstverkäuferinnen und auch die in der Backwarenabteilung sich des Öfteren bücken. Oder er hat es bemerkt und denkt sich, sie würden sich die offenen Schuhsenkel binden.
Nebenbei bemerkt, hatte eine Wurstverkäuferin - das war vor meiner Zeit - innerhalb einem halben Jahr, dank ihrer fetten Lieblingswurst, die Salami, die sie ständig in gebückter Haltung verschlungen hat, 25 Kg zugenommen. Und das auf Kosten unseres Kaufhauses. Wobei sie vorher schon fast 25 Kg Übergewicht hatte. Sie musste ja – damit es nicht auffällt - die Salami fast ungekaut herunterschlucken und das in gebückter Haltung. Doch dann wurde sie von einer Kundin verraten, weil diese sich geärgert hatte, dass die Bedienung sie mit vollem Mund bedient hätte. Ja, ja, man sollte den Mund nie zu voll nehmen, besonders wenn man fremdes Eigentum im Mund hat…
Sie wurde dann wegen Mundraub gefeuert. Den Mund hat sie zwar nicht geraubt, sondern die fette Salami. Warum es dann Mundraub heißt? Es hätte auch noch gefehlt, dass ihr das Kaufhaus ihre Fettabsaugung in der Kur bezahlt hätte. So erzählte man mir von einer Bäckereiverkäuferin, die sich hier im Kaufhaus kurz bevor sie Mittagspause machte, jedes Mal unter ihre Schürze einige Stückchen Kuchen in eine Plastiktüte steckte und sie dann vor unserem Kaufhaus hinter einer Hecke verschlang. Da sie sehr füllig war, fiel dass nicht auf, dass sie was unter der Schürze versteckt hatte. Eines Tages hatte sie es übertrieben und es fielen ihr zwei Stückchen Kuchen aus der überfüllten Tasche unter ihrer Schürze, direkt dem Abteilungsleiter vor die Füße. Das war ihr letzter Arbeitstag in unserem Kaufhaus…und bekam danach eine saftige Strafe, wegen Mundraub und Diebstahl. Danach war sie erst einmal arbeitslos. Jetzt arbeitet sie in einer Imbisstube. Ob sie da auch klaut? Kann sie auch, denn es ist ihre eigene Imbissbude. Wenn man von morgens früh bis abends spät fast auf einem Platz hinter der Theke steht, wie eine Kuh im Stall, dann kann die Zeit lang werden. Die Verkäuferinnen machen da schon was mit. Die Kunden sind oft nicht gerade freundlich, was auch aufs Personal abfärbt, oder auch umgekehrt. „Nein das ist mir zu fett, das ist mir zu groß, das ist zu klein“, und so weiter. Verkäufer/innen können davon ein Lied singen, egal ob sie Wurst, Brot oder Obst verkaufen. Und manche Kunden haben die dumme Angewohnheit, alles anzutatschen und draufdrücken.
Gehen wir zu zurück zu Bernadette an den Wurst- und Fleischstand. Ich wollte schon meine Beobachtungen gegenüber Bernadette einstellen, da fiel mir irgendwie auf, seit Bernadette hier an der Fleischtheke arbeitet, kommt ein junger Mann mindestens 4 Mal am Tag, der dann Fleischwaren bei Bernadette kauft, oft zwei große Tüten voll. Er ließ sich jedes Mal von Bernadette bedienen. Ich dachte zuerst der wäre in Bernadette verliebt, aber die ist bestimmt doppelt so alt wie er, aber das soll es ja auch geben, dass junge Männer doppelt so alte Frauen lieben. Vielleicht kauft er für seine Kollegen auf der ganzen Baustelle das Frühstück und das Mittagessen und noch das Abendessen und so. Es war mir nichts dabei aufgefallen, doch als ich den etwa 15- oder 16-Jährigen jetzt immer öfters sah, machte ich mir schon meine Gedanken, weil er sich immer nur von Bernadette bedienen ließ. Und wenn sie gerade einen anderen Kunden bediente, da wartete der junge Mann bis Bernadette frei war. Ich ging dann etwas näher an die Fleischtheke ran. Das fiel bei den vielen Menschen die hier im Kaufhaus sind nicht auf. Ich wunderte mich als Bernadette die besten Sachen in die Tüte steckte, und dabei den billigsten Preis eintippte. So bekam er zum Beispiel ein Kilo vom besten Schinken für 2 Euro 50. Da die Fleischware in Papierbeutel gesteckt wird, und der Preis auf einem Etikett von Außen fest getackert wird, fällt das niemand auf, dass anstatt der billigen Blutwurst, wie ja auf dem Preisetikett zu erkennen ist, der beste Schinken und Filets in der Tüte sind. Auch wechselte der junge Mann jedes Mal die Kassen am Ausgang zur Lebensmittelabteilung und steckte dann die Ware in ein, zwei Kaufhausplastiktüten. „Aha, so ist das?“, dachte ich mir, „die beiden arbeiten zusammen, aber so dass es niemand auffällt.“ Aber mir ist es aufgefallen. Ich ging jetzt dem jungen Mann nach, wo hin er mit seiner „billigen teuren Ware“ hingeht. Ich hatte schon einen Verdacht den ich 5 Minuten später bestätigt bekam. Der junge Mann ging schnurstracks in die Metzgerei, in der Bernadette zu vor gearbeitet hatte. Dort verschwand der junge Mann nach hinten in den Arbeitsraum. Ich blieb draußen am Metzgereifenster stehen und tat so als wenn ich auf jemand warten würde. Nach einer Minute kam die Chefin, wie ich vermutete und brachte unseren Schinken, Fillets… aus dem Kaufhaus, nach vorne zur Wursttheke. Ich musste unweigerlich an den Herrn denken, der sich in unserer Herrenabteilung die besten Sachen doppelt und dreifach in der Umkleidekabine anzog, und dann seine eigenen Sachen überstülpte und ohne was zu zahlen das Kaufhaus verließ und die Sachen in seiner Herrenboutique teuer verkaufte. Eine Stunde später war der junge Mann schon wieder bei uns in der Fleischabteilung. „Die müssen ja bald mehr verkaufen wie wir“, dachte ich mir. Aber das soll für den jungen Mann der letzte Einkauf in der Fleischabteilung sein und für Bernadette wird gleich der „Hammer fallen“. So jetzt wusste ich warum der junge Mann so oft zu uns in die Lebensmittelabteilung kommt. Jetzt muss ich ihn nur noch auf frischer Tat ertappen. Seine Einkaufszeiten kannte ich ja inzwischen. Gerade hatte Bernadette wieder die besten Sachen in die Tüte gesteckt. Und wieder mit dem Preis für die billige Blutwurst mit einem Etikett auf der Papiertüte getackert, sagte ich zu dem jungen Mann an der Theke, als er gerade zur Kasse gehen wollte: „Ihre Chefin hat eben angerufen, Sie sollen noch ein Kilo Roastbeef, 2 Kilo Rinderfilets und noch 10 Rumpsteak mitbringen.“ Bernadette und der junge Mann waren mächtig erschrocken. Der junge Mann machte sich danach aus dem Staub und ließ die Tüte vor Schreck fallen. Ich ließ ihn laufen, ich weiß ja wo ich ihn finden kann und ging sofort zum Abteilungsleiter und sagte ihm was ich entdeckt habe. Sofort ging er zu Bernadette. „Kommen Sie bitte mal mit“, sagte er zu Bernadette. Zuerst wurde sie noch frech und raunzte wie wild. „So, das war Ihre letzte Stunde hier im Kaufhaus“, sagte der Kaufhauschef. Ich sagte ihr, dass ich sie und den jungen Mann schon eine Zeitlang beobacht habe und auch dass ich die Metzgerei kenne, die dann unsere Fleischware verkauft. Und hier das in der Tüte, die der junge Mann vorhin vor Schreck hat fallen lassen und das fest getackerte Etikett ist der beste Beweis… Sie sagte mit weinender Stimme: Sie und der Lehrbub wären von der Chefin und dem Chef erpresst worden. „Wieso denn dass?“, fragte ich. „Ja das war so, ich und Leo, der Lehrbub, haben einpaar mal Wurst und Fleisch heimlich mitgehen lassen und wir sind erwischt worden, da hat unsere Chefin und der Chef gesagt, wenn ihr nicht macht was wir wollen, kommt ihr ins Gefängnis. Sie sagten ich müsse ein paar Wochen im Kaufhaus in der Fleischabteilung arbeiten und ich solle dem Lehrbub die besten Stücke einpacken, aber nur wenig berechnen.“ „Auf Ihre ehemaligen Arbeitgeber wird eine saftige Strafe zu kommen, noch saftiger als unsere Schinken sind“, sagte ich, „auch auf Sie und den Lehrjungen wird ein Strafverfahren zukommen.“ O je, das war bitter für Bernadette und den Lehrbuben, aber Diebstahl ist Diebstahl und ob sie noch mal irgendwo eingestellt werden? Und ob, Bernadette arbeitet jetzt wieder in der Metzgerei, wo sie vorher gearbeitet hat. Da braucht sie keine Führungszeugnis von unserem Kaufhaus, wo vielleicht drin stehen würde: Bernadette Hagenbuttner war ehrlich bis auf die Knochen und hat ihre Arbeit immer zur Zufriedenheit getan.“ Für wen wohl? Doch wohl für die Stadtmetzgerei
Besser würde es im Führungszeugnis von Bernadette heißen: Bernadette Hagenbuttner war ehrlich, bis auf die Schinken, Rumpsteaks, Rinderfilets…, die sie als Blutwurst verkauft hat.
Der Lehrling Leo Bindfader, macht noch seine Lehre in der Stadtmetzgerei fertig, ob er in dieser Metzgerei danach bleibt, weiß er noch nicht. Auch der Lehrbub bekommte ein Zeugnis, sollte er den Betrieb wechseln. Was wird da wohl drin stehen? Vielleicht: „Leo Bindfader hat in unserer Metzgerei seine Lehre gemacht. Er war steht’s fleißig und hat immer im Interesse unserer Metzgerei gearbeitet. Wir wünschen ihm auf allen seinen Wegen Erfolg und Glück.“
Ja, ja, die Stadtmetzgerei wünscht ihrem ehemaligen Lehrjungen auf allen Wegen Erfolg. Die Wege von der Metzgerei bis zu unserem Kaufhaus haben ihm keinen Erfolg und auch kein Glück gebracht. Hoffentlich sind die neuen Wege die er begehen wird, für ihn von Erfolg gekrönt, aber hoffentlich nicht nach dem Motto: Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Oder auch: Das Fleisch ist billig, aber der Geist ist schwach.                                                    Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei…
Alle Namen sind frei erfunden oder geändert. Übereinstimmungen sind rein zufällig und sind nicht gewollt und wären also rein zufällig!
 
Glauben Sie an alles was wahr ist
 

Erpressung

 

Eine junge Kaufhausdetektivin erzählt.

Um zur Arbeit zu kommen, muss ich jeden Morgen zuerst durch eine Parkanlage mit Kleingärten gehen, um zur Bushaltestelle zu kommen. Von da aus fahre ich bis vor das Kaufhaus in dem ich meinen Shop mache. Am Montagmorgen war mir ein junger Mann aufgefallen, der sich einem Garten näherte, der mit hohen dichten Hecken umrandet ist. Da kam mein Detektivsinn durch und ich versteckte mich so dass er mich nicht sehen konnte. Er blickt sich ständig um als hätte er irgendwas vor, vielleicht will er einbrechen? Dann war er vor meinen Augen in den Hecken verschwunden. Um diese Zeit am frühen Morgen ist normaler weise kein Mensch in dieser Anlage. Gerade wollte ich mich der Hecke nähern, um einen Blick in den Garten hinter den Hecken zu haschen, da hörte ich Schritte die sich diesem Garten näherten. Schnell duckte ich mich und dann sah und roch ich eine extrem parfümierte Frau schnellen nervösen Schrittes, die dann das Gartentor aufmachte und in dem Garten Nr. 21 verschwand. Es war unmöglich durch die dichten hohen Hecken in den Garten zu blicken. Selbst das Gartentor war mit festen Matten verdeckt. Ich presste mein Ohr an die Hecke und hörte leise Stimmen. Die Frau sagte in aufgeregten Ton: „Ach Liebling, was habe ich dich vermisst, ich konnte nicht früher kommen, meine Zugehfrau hatte verschlafen.“ Der junge Mann sagte: „Ach Liebling ich habe schon mit Sehnsucht auf dich gewartet.“ Ich kam mir wie ein Spanner vor und rannte zum Bus. Die ganze Zeit dachte ich über die beiden nach, er ist so um die 20, sie mehr als doppelt so alt. Warum treffen sie sich hier im Park und nicht bei ihr Zuhause oder bei ihm? Am Abend als ich nach Hause fuhr, kam ich wie immer durch den Park mit der Kleingartenanlage. Ich war doch neugierig und wollte wissen wem der Garten gehört. Ich fragte eine ältere Dame die vor ihrem Garten mit der Nummer 19 fegte: „Entschuldigen Sie bitte, ich habe gehört der Garten Nr. 21 nebenan ist frei geworden, ich würde ihn gerne pachten.“ „Ach das glaube ich nicht“, sagte die Dame, „der Garten gehört den Rabenauers, die haben unten in der Stadt  3  große Frisiersalons, sie wohnen in der Schlossstraße in einer schönen Villa, die geben den schönen Garten bestimmt nicht ab.“ „Vielen Dank für Ihre Auskunft“, sagte ich und ging nach Hause. Am anderen Morgen um die gleiche Zeit ging ich wieder zur Arbeit. Irgendwie musste ich an den Garten denken, den ich Lustgarten „getauft“ habe. Als wenn ich es geahnt hätte, da kam der junge Mann von Gesternmorgen wieder eilends zu diesem Garten und verschwand durch die Tür in den Garten Nr. 21 mit den hohen dichten Hecken. Die feine Dame von gestern war schon im Garten und hatte nach den vielen Küssen und Schmatzen nach, schon auf den jungen Liebhaber gewartet. Es ging auch gleich zur Sache, doch da bin ich zum Bus gerannt.

Als ich wie eine Diebin mich von dem Garten wegschlich, hatte ich ein komisches Gefühl, als würde noch jemand diesen Garten heimlich beobachten. Aber vielleicht war es auch nur Einbildung oder doch nicht? (Ich muss jetzt sagen, dass ich später in diesen „Fall“ detektivisch involviert war, doch später davon mehr). Am späten Vormittag als Frau Rabenauer wieder Zuhause war, (die Dame vom Park) bekam sie einen Anruf von einer Frau, jedenfalls klang es wie eine Frauenstimme, es könnte auch ein Mann gewesen sein der seine Stimme gut verstellen konnte. „Hören Sie Frau Rabenauer“, sagte die Stimme am Telefon, „legen Sie bis morgenfrüh Punkt 5 Uhr, 5000 Euro in einen Plastikbeutel verpackt, von Außen hinter Ihrem Garten ab, dort an der Stelle wo Innen ihr Komposthaufen ist. Dann gehen Sie schnell nach Hause und warten auf meinen Anruf an Ihrem Festnetztelefon. Und denken Sie daran, wir sehen alles aus dem Versteck heraus. Sollten Sie kein Geld dort ablegen, werde ich alles ihrem Mann, wenn er von der Tagung zurückkommt und in der Stadt herum erzählen, dass Sie einen jungen Liebhaber jeden Morgen in Ihrem Parkgarten empfangen.“ Frau Rabenauer war fast zu Tode erschrocken und wollte auf gar keinen Fall ein Skandal heraufbeschwören. Gott sei Dank war ihr Mann 7 Tage lang auf einer Friseurinnung, da konnte sie das Geld schon so früh an die Stelle legen, wie es die Stimme am Telefon verlangt hatte und ihr Mann und die andern erfahren nichts davon. Ihr Mann hätte bestimmt seine Frau gefragt: Wo gehst du denn schon so früh hin? Frau Rabenauer war da in der Aufregung nicht aufgefallen, dass der Erpresser wusste, dass ihr Mann auf einer Tagung ist.

Wie die Stimme am Telefon ihr befahl, legte sie die 5000 Euro um 5 Uhr an der angegebenen Stelle ab und ging wieder nach Hause. An diesem Tag war Frau Rabenauer die Liebe mit ihrem jungen Liebhaber vergangen. Sie war natürlich so aufgeregt, dass es ihr richtig schlecht war. So gegen halb 8 Uhr klingelte ihr Handy. „Wo bleibst du denn Ella, ich warte die ganze Zeit auf dich“, sagte der junge Liebhaber von Elli Rabenauer. Sie sagte ihm aufgeregt, dass sie erpresst wird, dann sagte sie kurz was los ist, und dass sie auf den Anruf des Erpressers warten muss und zwar am Haustelefon, damit sie das Haus nicht verlassen kann. Noris, so der Name des Liebhabers, sagte zu ihr: „Bitte beruhige dich, komme um 12 Uhr heute Mittag an die Waldschneise Hollmar, da werden wir alles besprechen.“ Gerade war dieses Handygespräch beendet, da klingelte ihr Haustelefon. Mit zittrigen Händen nahm sie den Hörer ab. „Hallo, wer ist da?“, fragte Elli. „Vielen Dank für die 5000 Euro, und weil das so gut geklappt hat, legen sie Morgenfrüh um 5 Uhr wieder an die gleiche Stelle noch mal   5000 Euro hin. Sie gehen wieder nach Hause und warten wieder auf meinen Anruf an Ihrem Haustelefon, dann haben Sie Ruhe. Eines sage ich Ihnen, wenn Sie mich austricksen wollen, dann wissen Sie was los ist, dann können Sie sich nirgends mehr sehen lassen.“

In der Mittagspause von Noris traf sich Elli mit ihm wie verabredet an der Waldschneise. Elli war kaum zu beruhigen und hatte auf der Fahrt zur Schneise beinah 2-mal einen Unfall gebaut. „Was sollen wir nur tun Noris, die oder der will noch mal 5000 Euro haben.“ „Elli, am besten ist, du gehst noch mal auf die Forderung des Erpressers ein und ich lege mich Morgenfrüh auf die Lauer. Sobald er oder sie das Geld abholen will, fange ich ihn ab“, meinte Noris. „Um Gottes Willen Noris, das ist zu gefährlich, wenn der eine Pistole dabei hat.“ „Nein, nein Elli, ich lasse ihn im Glauben dass ihn niemand beobachtet, dann gehe ich ihm oder ihr in der Dunkelheit nach, er muss ja irgendwo hingehen.“

Elli hatte trotzdem Bedenken, doch sie traute Noris zu den - oder die Täterin zu stellen. Elli legte die Plastiktüte mit den 5000 Euro um 5 Uhr an die gleiche Stelle wie schon zuvor ab. Dann ging sie nach Hause um den Telefonanruf des Erpressers abzuwarten. Der Erpresser wollte sicher sein, so glaubte Elli, dass sie zu Hause ist und sich nicht zwischen den Hecken versteckt, um zusehen, wer das Geld abholt. Noris hatte sich im Gebüsch versteckt.

Es vergingen ein paar Minuten, da kam plötzlich ein großer Schäferhund angelaufen, hinter ihm kam der Hundebesitzer. Der Hund lief in die Richtung wo das Geld lag. „Komm her Hector“, rief der Mann, „was suchst du denn dort, hast du wieder eine Katze entdeckt?“ Dann ging er auch in diese Richtung um wohl zu sehen was der Hund dort sucht. Noris hatte seine Augen genau in diese Richtung gelenkt doch in der Dunkelheit sah er beide für einige Momente nicht mehr. Da kamen der Mann und der Hund zurück. Noris hatte doch ein bisschen Angst der Hund würde ihn im Gebüsch aufstöbern, doch er lief an dem Versteck von Noris vorbei. „Verdammt, muss der Hund gerade hier herlaufen.“ Noris wartete in seinem Gebüsch auf den Erpresser/in. 

An diesem Morgen ging ich schon um 6 Uhr aus dem Haus, ich wollte interessenhalber sehen, ob das heimliche Liebespaar wieder im Lustgarten ist, so schlich ich mich vorsichtig zu diesem Garten. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung, dass Frau Rabenauer erpresst wird. So musste Noris der im Gebüsch saß, annehmen, dass ich die Erpresserin bin, doch er wunderte sich dass ich die Plastiktüte mit dem Geld nicht abholte, (was ich später alles erst erfuhr) Jetzt war ich ganz Nahe an der Gartenhecke um zu lauschen ob die beiden im Garten sind. Plötzlich stand eine Gestalt hinter mir und drückte mir wie ich glaubte eine Pistole in den Rücken, und sagte: „Hände hoch.“ Ich war heftig erschrocken und tat wie er befohlen hatte. „Aha, habe ich dich erwischt, du Erpresserin“, sagte er. Ich fragte ihn mit zitternder Stimme: „Wen soll ich denn erpressen?“ „Frag nicht so dumm, los wir gehen zur Polizei, ich habe eine Pistole auf dich gerichtet.“ „Hör mal“, sagte ich, „wieso sagst du ich sei eine Erpresserin?“ „Du wolltest dir doch die 5000 Tausend Euro unter den Nagel reißen“, sagte er.“ Ich riss mich plötzlich herum, dabei war ihm die „Pistole“ aus den Hand gefallen, besser gesagt ein Stück Holz, dass ich als Pistole glaubte. Ich drehte ihm den Arm rum, das haben wir beim Detektivlehrgang gelernt, und so war er in meiner Hand. „Lass mich los“, schrie er, „dass tut verdammt weh.“ „Wie heißt du?“, fragte ich ihn. „Noris“, sagte er. „Hör mal Noris, ich heiße…() ich bin bestimmt keine Erpresserin, ich hatte dich und deine Freundin morgens beobachtet. Zuerst dachte ich du wärst ein Dieb und wolltest jemand bestehlen. „Was ich ein Dieb“, sagte er, „spinnst du, ich suche einen Dieb, besser gesagt den Erpresser oder die Erpresserin.“ Jetzt erzählte mir Noris die ganze Geschichte. Er hatte jetzt eingesehen dass ich nichts mit der Erpressung zu tun habe. Wir gingen zu dem Platz wo die Plastiktüte mit den 5000 Euro war, doch die Geldtüte war nicht mehr da. „Verdammt“, sagte Noris, „verdammt noch mal, der Lump mit dem Hund hat mich gelinkt, der ist jetzt schon über alle Berge.“ Wir überlegten wie wir den Erpresser überlisten können, denn Noris war sicher, dass er wieder Geld verlangt.

Und so war es auch, noch am gleichen Morgen nach dem Elli Rabenauer nach Hause kam, klingelte auch schon das Telefon, man könnte glauben dass der- oder die Erpresserin, oder waren mehrere daran beteiligt, Elli bis zu ihrer Haustür beobachteten. Die Stimme am Telefon sagte: „Frau Rabenauer, ich brauche noch mal 5000 Euro, dann sind Sie mich für immer los. Morgenfrüh um die gleiche Zeit legen Sie wieder 5000 Euro an die gleiche Stelle, dann gehen Sie wieder nach Hause und warten Sie am Haustelefon auf meinen Anruf. Ich warne Sie, wenn Sie mich linken wollen, wir sehen alles, dann legte er auf.“ Elli hob nochmals 5000 Euro vom Sparkonto ab, um es Morgenfrüh wie es der Erpresser befohlen hat, an dieselbe Stelle zu legen.

Am Abend kamen Frau Rabenauer, Noris und ich zusammen, um den besten Plan zu erarbeiten, dieses Mal erfolgreich den Dieb auf frischer Tat zu ertappen. Ich fragte Frau Rabenauer, wo her weiß denn der Dieb, dass ihr beide hier euer Liebesnest habt und wo her weiß denn der Erpresse oder die Erpresserin, dass sie im Garten einen Kompost genau an dieser Stelle haben, den man von Außen gar nicht sehen kann? Frau Rabenauer überlegte und meinte: „Wir haben ab und zu mal ein kleines Fest in unserem Garten, da kommen schon mal einige Leute dort hin. Und das mit Noris und mir, das muss jemand beobachtet haben, obwohl wir das ganz geheim tun.“  „Sie sehen ja Frau Rabenauer, wie geheim das alles ist“, meinte ich.

Wir fuhren zu dem Garten von Frau Rabenauer um an Ort und Stelle unseren Plan zu machen. „Ja so machen wir es“, sagte ich zu den beiden, nach dem wir alles noch mall zusammen beratschlagt haben. Noris und ich versteckten uns am halb fünf Uhr morgens ganz in der Nähe der Stelle wo Frau Rabenauer die Plastiktüte mit dem Geld um 5 Uhr abgelegt hatte. Ein paar Minuten später kam jemand zu der Stelle der Geldablage, dann rannte er davon. Es ging alles so schnell, dass wir in der Dunkelheit gar nicht sehen konnten wo der Dieb oder die Diebin hinlief. So lief Noris den Weg runter und ich lief den Weg hoch, doch weit und breit kein Dieb.

Doch da kam mir der Mann mit dem Hund Hector entgegen, ich wunderte mich dass der Mann nasse Schuhe hatte, obwohl es auf dem Weg trocken war. Auch Noris und ich hatten nasse Schuhe, das kam von dem nassen Gras rund um den Garten.

Ich sagte zu dem Mann: „Guten Morgen“ und ging Richtung Parkplatz. Da stand ein älterer Opel, wohl sein Auto. „Hoffentlich kommt Noris“, dachte ich und da kam Noris auch schon auf den Parkplatz. „Hast du den Mann mit dem Hund Hector gesehen?“, fragte ich ihn. „Ja“, sagte er, „ich konnte ihm noch gerade aus dem Weg gehen, sonst hätte er noch Lunte gerochen. Ich bin mir sicher, das ist der Erpresser“, meinte Noris. „Ja“ sagte ich zu Noris, „der hatte die gleichen nassen Schuhe wie wir, also war der im Gras.“ „Das werden wir gleich sehen“, sagte Noris, „ich lasse die Luft aus einem der Räder seines Wagens.“ Ich wusste im Moment nicht was Noris damit bezwecken wollte, da sagte er: „Gleich werde ich dir es sagen.“ Schnell hatte er die Luft aus einem der vordersten Räder gelassen und wir versteckten uns hinter einem Busch in der Nähe des Autos. Es dauerte nicht lange da kam Hector angelaufen und gleich hinterher auch der Mann.

Der Mann betrachtete seinen Plattfuß und schimpfte so eine Sauerei. Er ging an seinen Kofferraum, schloss ihn auf und holte seinen Ersatzreifen heraus. Dann bockte er seinen Wagen mit dem Wagenheber hoch, um den Reifen zu wechseln. Ich kam hinterm Gebüsch hervor und schlich an seinen Kofferraum, ohne dass er mich sah. Da sah ich die Plastiktüte und nahm sie an mich und blickte hinein. Da waren die 5000 Euro. Ich winkte Noris und er kam auch ans Auto.

„Na haben Sie einen Plattfuß?“, fragte ich. Der Mann sagte: „Dass siehst du doch.“ „Klar“ sagte ich, „ich haben noch was gesehen, die 5000 Euro in der Plastiktüte vom Garten Nr. 21.“ Der Mann war so erschrocken, dass er den Reifen fallen ließ. Er wollte weglaufen, aber Noris hatte ihm ein Bein gestellt. Es blieb im nichts anderes übrig als alles zuzugeben, dass er und eine Angestellte vom Frisiersalon Rabenauer, die seine Freundin ist, die Erpresser sind. „Wie heißt denn Ihre Komplizin“, fragte ich den Mann. „Rosi Hallmogler“, sagte er kleinlaut. „So, dann werden wir mal der feinen Dame im Frisiersalon nachher einen Besuch abstatten, die wird sich freuen am frühen Morgen.“

Der Mann erzählte uns alles ganz genau wie Rosi auf die Idee gekommen ist, die Alte, wie sie immer sagte, zu erpressen. „Ich komme jeden Morgen mit Hector hier zum Park um Gassi zu gehen, da hatte ich die Chefin von Rosi vor ein paar Tagen gesehen, wie sie morgens in den Park kam und zu ihrem Garten ging. Sie blickte sich dauernd um, als wäre was im Busch. Ich dachte mir, das ist doch die Chefin von Rosi, was macht die schon so früh im Garten? Ich hatte mich dann hinter dem Gebüsch versteckt um zu sehen was sie macht. Da sah ich einen jungen Mann der in ihren Garten ging. Da dachte ich mir, das ist ihr Liebhaber. Ich schlich mich zum Garten und hörte wie die beiden sich….“ Dann stoppte der Mann und meinte: „Mehr brauche ich wohl nicht zu sagen. Ich habe es dann am Abend Rosi erzählt und sie ist dann auf die Idee mit der Erpressung gekommen.“ „So“, sagte ich, „machen Sie sich schon mal darauf gefasst, was auf Sie beide zu kommt, ich meine seitens der Polizei.“ „Um Gottes Willen, bitte zeigen Sie uns nicht an, wir geben Ihnen alles Geld zurück.“ „Was wollten Sie denn mit dem Geld machen?“, fragte ich ihn. „Wir wollten damit einen Frisiersalon eröffnen“, meinte er. „Aber 15 Tausend Euro reichen doch dafür hinten und vorne nicht, Sie wollten bestimmt noch einpaar mal die arme Frau Rabenauer zur Kasse bitten.“ „Nein, nein, das hätte uns gereicht“, meinte er mit leiser Stimme. „Aber, aber“, sagte Noris zu ihm, „die Frau Rabenauer wäre doch die beste Versicherung gewesen, wenn das Geld durchs Haare schneiden nicht reichlich genug geflossen wäre. Da wären doch einige weitere Erpressungen so sicher wie das Amen in der Kirche gewesen.“ „Aber nein, bestimmt nicht.“ „So“, sagte Noris, „wenn Sie Ihr Ersatzrad aufgezogen haben, fahren wir in die Stadt.“ „Was wollen wir denn in der Stadt?“, fragte verdutzt der Mann, der den schönen Namen Victor hat und sein Hund bekanntlich Hector heißt. „Das werden Sie gleich sehen, Herr Viktor.“ Nun fuhren wir mit dem Auto von Victor in die Nähe des Frisiersalons. Noris blieb im Wagen bei Victor und ich betrat den Frisiersalon. „Guten Morgen, kann ich bitte Ihre Fritöse, pardon, ich meine Ihre Frisöse Rosi Hallmogler sprechen“, fragte ich die Dame an der Kasse. Ach was war Rosi nervös als sie vor mir stand. Als wüsste sie schon was auf sie zukommt. Ich sagte zu ihr: „Schöne Grüße von Hector.“ Sie schaute aus dem Fenster und sagte enorm nervös: „Ich kenne keinen Hund der Hector heißt.“ „Wieso wissen Sie denn, dass Hector ein Hund ist?“, fragte ich sie. Sie stottert und meinte: „Ach das weiß doch jeder, dass Hector ein Hundename ist.“ „So, so“, sagte ich, „ich wusste es bisher nicht, dann sind die Menschen die Hector heißen alle Hunde?“ Sie zitterte am ganzen Leib. Da sagte ich triumphierend: „Schöne Grüße auch von Victor, den kennen Sie bestimmt besser.“ Da wurde sie wütend und sagte: „Ich kenne auch keinen Victor ich habe mit der ganzen Sache nichts zu tun. Ach lassen Sie mich doch in Ruhe, Sie können mir nichts beweißen“, schimpfte sie. „Aha, Sie haben mit der ganzen Sache nichts zu tun? Ich habe doch noch von gar keiner Sache gesprochen? Dann kommen Sie mal mit um die Ecke“, sagte ich, „da werden Sie Hector und Victor kennen lernen.“ Da sagte sie aufgeregt:  „Das war er ganz alleine, er hat das ausgeheckt.“ „Wer, Hector oder Victor?“, fragte ich. Sie nahm ihre Sachen und ging ohne ein Wort zu sagen mit zum Auto von Victor. 10 Minuten später hatten wir die 15000 Euro Erpressungsgelder von Viktor in Empfang genommen und brachten es Frau Rabenauer. Diese war ganz erleichtert dass der Spuk endlich vorbei war. „Ja jetzt nachdem ich mir die Stimme am Telefon noch mal Revue passieren gelassen habe, hätte ich darauf kommen müssen, denn irgendwas war mir an der Stimme bekannt vorgekommen. Ich kann mich jetzt erinnern, als ich meinen 45.sten Geburtstag gefeiert habe, haben wir mit unseren Angestellten alle im Garten gefeiert. Ja jetzt weiß ich es“, meinte Frau Rabenauer, „ja die Rosi Hallmogler hatte sich so sehr um den Kompost gekümmert, sie hatte uns noch gesagt was man alles darauf geben darf und was nicht. Und dann hat sie der breite Dialekt aus Leipzig. Ja das hätte mir auffallen müssen, wie sie gesagt hat: Leschen Sie die Blastigtite mit dem Geld außerhalb Ihres Gartens dort wo ihr Gombost im Inneren ist. Aber in der Aufregung hatte ich das nicht bemerkt.“ „Ja, ja, so ist es, wenn man nicht richtig Hochdeutsch sprechen kann“, sagte Noris. „Ja und dann erinnere ich mich jetzt daran, sie wusste dass mein Mann auf Tagung ist“, meinte Frau Rabenauer. Gott sei Dank war die Sache aufgeklärt. Zuerst hatte ich ein bisschen Noris in Verdacht, er wäre der Erpresser, aber er liebt Frau Rabenauer wirklich. „So“, sagte Frau Rabenauer, „Rosi hat bestimmt im Gefängnis viel Zeit richtig Hochdeutsch zu lernen. Mein Mann wird sowie so alles erfahren, das mit dem Liebhaber. Aber er hat eine junge Freundin wie ich erfahren habe, ich habe einen jungen Freund, was will man mehr? Das spricht sich doch jetzt herum wie ein Lauffeuer.“    

 

 

Alle Namen sind frei erfunden oder geändert. Übereinstimmungen sind rein zufällig und sind nicht gewollt und wären also rein zufällig!

 

Glauben Sie an alles was wahr ist

 

 

Der Trick mit der weinenden Madonna                  

 

 

Wenn ich Ihnen jetzt einer der meistgebrauchten Tricks verrate, werden Sie zunächst einmal erstaunt sein, dass die römisch katholische Kirche dahinter steckt, oder Sie werden mich einen Lügner nennen, weil Sie dass nicht glauben, oder nicht glauben wollen, aber Sie können das glauben was Sie wollen.

Es gibt viele Tricks, und viele verdienen mit ihren Tricks auch ihr Geld, aber das auf ehrliche Weise, wie zum Beispiel die Zunft der Zauberer und im Zirkus oder bei Varietes. Aber das sagen sie uns auch und sie sind sogar stolz darauf, uns diese erlernten Tricks vorzuführen, wo wir auch gerne was dafür bezahlen, damit wir sie genießen können. Selbst die Kinder machen Kartentricks oder experimentieren mit ihren Zauberkästen, das macht Freude für die Kinder und den Zuschauern.

Doch die katholische Kirche macht ihre Tricks nicht unbedingt um uns zu erfreuen, nein sie bezweckt damit uns das Geld aus der Tasche zu ziehen. Doch in der heutigen Zeit der Technik hat sie es etwas schwerer – oder auch leichter - als in früheren Zeiten, aber es gibt immer wieder zahlreiche Dumme die darauf hereinfallen.

Besonders in Italien sind die Menschen für solche Schwindeleien sehr anfällig, da ist es eine leichte Beute für die katholische Kirche den Gläubigen geradezu sogar offen das Geld abzuluchsen.

Selbst hohe Kirchenfürsten wie Päpste, Kardinäle und Bischöfe bedienen sich dieser Masche, so bleibt es nicht aus, dass es unzählige Priester und Laien gibt, die das geschickt nachmachen und reichlich abkassieren. Wir erzählen ihnen die Geschichte aus einem riesigen Dom in einer großen Stadt in Italien, dort hat der Erzbischof der auch zugleich die Kardinalwürde hat, verkündet, dass die Madonna die auf dem Altar steht, plötzlich geweint hätte. Das „Wunder“ sprach sich wie ein Lauffeuer herum, so dass unzählige Menschen von überall herbei eilten, um der weinenden Madonna zu huldigen und um Führbitten von ihr zu erlangen.

Und wie ein Wunder waren über Nacht überall im Dom Opferstöcke aufgestellt, die auch große Mengen Geld einbringen, weil der Kardinal darauf hingewiesen hat, die Madonna hätte ihm gesagt, die Menschen sollen Opfer bringen.

Und da sich der Kardinal nicht so richtig ausgedrückt hatte, welche Opfer die Menschen bringen sollten -laut der weinenden Gipsmadonna - sagte er in seiner eindringlichen Predigt, was man alles für die Armen tun könnte, wenn die Gläubigen ihr Scherflein dafür beitragen könnten. Was nichts anderes hieß, sie sollen die Opferstöcke reichlich mit Geld füllen, am besten mit Scheinen. Und da nicht genügend Geld floss, so wie sich der Kardinal das vorgestellt hatte, sagte er in einer plötzlichen Verkündung, die Madonna sei sehr betrübt, weil die Menschen nicht reichlich Opfer bringen. Und damit die Gläubigen auch vom Himmel die Bestätigung bekamen, was der Kardinal inbrünstig verlauten ließ, weinte die Gipsmadonna diesmal sogar Blut.

Das hat gewirkt. Jetzt kamen noch mehr Menschen und die Geldtöpfe schwappten über.

Und weil es auch inzwischen immer mehr Skeptiker dieser weinenden Gipsmadonna gibt, hatte der Kardinal die Menschen gewarnt, man solle dafür beten, weil die Madonna sehr traurig ist, weil viele Menschen nicht an das Wunder glauben. Da kündigte der Kardinal wieder ein bedeutendes Wunder an, die Madonna hätte ihm offenbart, dass sie um diese Uhrzeit weint. (Der Kardinal nannte die genaue Zeit, am Sonntagmorgen im Dom während der heiligen Messe.)

Der Kardinal nahm zu diesem Zeitpunkt (Es war ja an einem Sonntag, da haben ja die meisten Leute frei) die Gipsmadonna in seine Hand, sprach ein paar geheimnisvolle Worte, drehte sie in alle Richtungen und sagte mit freudiger Stimme, die Madonna weint Blut. Jeder Gläubige versuchte so nah an die Madonna wie möglich heranzukommen, so dass die Kirchendiener die riesige Menschenmasse langsam an der weinenden Madonna vorbeipassieren ließen. Am Altar standen „reinzufällig“ vier große Körbe mit großen Schildern, „Spenden für die weinende Madonna“ Die Leute konnten gar nicht anders, sie warfen reichlich Geld in die Körbe, die ein par mal zwischendurch geleert wurden. Der Kardinal stand die ganze Zeit fast regungslos mit der Madonna in seinen Händen, die inzwischen ganz verklebte blutige Augen hatte.

Selbst der Kardinal war mit Blut verschmiert. Als das Wunder vorbei war, wurde die Madonna in den Altar wo ein kleiner Safe ist, eingeschlossen, bis die Madonna wieder ihr Weinen ankündigen wird. (Oder bis der Kardinal wieder Geld braucht)

Sehen Sie werte Leser, der Kardinal und seine eingeschworenen Mitwisser, wissen ganz genau dass das alles großer Schwindel ist, sie wissen dass sie unzählige Menschen hinterlistig um ihr Geld betrügen und sich sogar selbst damit bereichern. Sie fahren die dicksten Autos, sie wohnen mit allem Prunk und Protz in ihren Palästen, essen die besten Speisen, lassen sich bedienen wie die Pragscher und das alles im Namen der weinenden Madonna. Wenn die Madonna wirklich echt weinen würde, dann doch bestimmt über solche Betrügereien.

Aber jeder der diesen Schwindel aufdecken wollte, wurde vom Kardinal als Gotteslästerer hingestellt, der die Strafe Gottes bald ereilen wird, wenn er nicht seine Lüge widerrufen würde.

Doch ein Wissenschaftler der sich schon seit längerer Zeit insgeheim mit dieser „Sache weinende Madonna“ befasst hatte, versteckte sich im Dom um in der Nacht der Sache auf den Grund zu gehen. Er hatte einen Mann der dem Kardinal nahe stand auf seiner Seite, weil dieser wirklich Gottesfürchtig ist, und er selbst nicht an das „Wunder der weinenden Madonna“ glaubte, dieser wusste wo der Kardinal den Safeschlüssel versteckte. Sie öffneten den Safe, nahmen die Gipsmadonna heraus, und stellten eine Kopie die der echten Madonna täuschend ähnlich ist in den Safe und verschlossen ihn wieder.

Noch in der Nacht untersuchte der Professor mit dem Mann die Madonna und schon bald hatten sie die präparierte Madonna durchschaut. Unter dem Schleier am oberen Teil des Kopfes der Madonna, sind zwei kleine Kammern eingebaut, die eine ist mit Blut- die andere mit Wasser gefüllt. Je nach dem wie man die Madonna dreht, weint sie Blut oder Wasser, oder beides zugleich. Auch kann man die genaue Zeit bestimmen, wann die Madonna auf die Minute genau weinen soll. Selbst bei Puppen für Kinder ist dieser Trick nicht neu, diese Puppen können sogar auf die Toiletten gehen. Es verging wieder ein paar Tage, da kündigte der Kardinal wieder an, die Madonna würde ein Wunder geschehen lassen. Die Menschen strömten in Massen zum Dom, wieder standen reichliche Opferstöcke herum. Der Kardinal nahm feierlich die Madonna hervor und sprach beschwörende Worte, doch er konnte tun was er wollte, die Madonna blieb trocken. Er drehte sich so, dass er die Madonna ganz unter sein Purpurgewand steckte und schüttelte an der Gipsfigur so fest er konnte, aber es war zwecklos. Da drehte er sich zu den Menschen und verkündete mit zitternder Stimme, die Madonna wird heute nicht weinen, es wären zu viele Zweifler und Ungläubige im Dom, das würde die Madonna schmerzen, dann stellte er die Madonna wieder in den Altarsafe zurück.

Wir wissen nicht was der Kardinal in diesem Moment der „Aufforderung zum weinen“ gedacht hat, aber der Kardinal war wohl der größte Zweifler in diesem Moment. Seit dieser Zeit hat die Madonna nie mehr geweint. Sie konnte ja gar nicht mehr weinen, wir wissen warum, aber ob es der Kardinal jetzt auch weiß, dass er entlarvt wurde? Stellen wir uns einmal vor, dieser Kardinal würde zum nächsten Papst gewählt…Als die Madonna noch weinte, hatte er laut Umfrage die bei den Gläubigen dass er der nächste Papst wird die meiste Chance. Aber der Papst wird nicht vom Volk gewählt, sondern von den Kardinälen und diese wissen doch alle, dass das mit der weinenden Madonna alles Schwindel ist, aber sie schweigen und sie wissen warum. Wir schweigen nicht. Und wenn es wirklich so wäre, dass der Heilige Geist bei jeder Papstwahl den richtigen Kandidat aussucht, dann hätte er sich aber oft geirrt. Denn wenn man die Papstgeschichte kennt, dann weiß man auch, dass viele Päpste alles andere waren, als echte Gottesmänner, um es mal gelinde auszudrücken. 

Oh je, jetzt habe ich bestimmt in ein Wespennest gestochen, weil ich ein paar Tricks der katholischen Kirche verraten habe. Aber die Wahrheit muss man doch immer sagen, das haben mich meine Eltern und der Herr Pfarrer gelernt und das habe ich hiermit getan.

 

Alle Namen sind frei erfunden oder geändert. Übereinstimmungen sind rein zufällig und sind nicht gewollt und wären also rein zufällig!

 

Glauben Sie an alles was wahr ist

 

 

Der Bürgermeister und seine Frau Matilde

 

 

 

Ja, ja liebe Leser, das mit den Dorftratschen und Stadttratschen, das ist so eine Sache, man sollte sie alle in einen Sack stecken, und drauf kloppen.

Oft beginnen diese Tratschen mit dem Verleumdungssatz: „Meinst du nicht auch, dass…?“

Und da war mal wieder so ein Stadtklatsch im Umlauf…

Am Montagmorgen machte es im Rathaus die Runde, die Frau vom Bürgermeister hat was mit dem katholischen Pfarrer und sie und die Pfarrhaushälterin hätten sich wegen dem Pfarrer in die Wolle bekommen. Alle wussten es jetzt im Rathaus, nur der Bürgermeister hatte noch keine Ahnung. Noch nicht

Er saß mit seiner Sekretärin, Frau Schneider in seinem Amtszimmer, um ein Schreiben aufzusetzen. Gerade als er am diktieren war, hörte man draußen auf dem Flur ein komischen Lachen, das immer lauter wurde. „Was ist denn da draußen auf dem Flur los?“, fragte der Bürgermeister seine Sekretärin, „was lachen die denn so? Schauen Sie mal nach, Frau Schneider.“ Die Sekretärin versuchte ihr Lachen zu unterdrücken doch es war zwecklos. Sie rannte aus dem Amtszimmer.

Der Bürgermeister ging jetzt auf den Flur und hörte gerade noch den Satz seiner Sekretärin: „Seid doch nicht so laut, wenn der das erfährt, schlägt er seine Frau Matilde tot.“

„Was ist denn hier los“, rief der Bürgermeister zu den Leuten die im Flur standen und jetzt aufs heftigste erschrocken waren, als sie den Bürgermeister sahen und huschten schnell weg. „Warum soll ich meine Frau totschlagen, wenn ich wassss erfahre?“ „Ach das war doch nur so zum Spaß“, meinte die Sekretärin und zuckte nervös mit ihren Schultern. „So, das nennen Sie Spaß, wenn jemand seine Frau totschlagen will. Sie meinen doch nicht etwa meine Frau Matilde, Frau Schneider?“

„Aber Herr Bürgermeister, das war doch eine ganz andere Matilde von der wir gesprochen haben“, versuchte sich die Sekretärin herausreden, „ich meinte doch meine Tante Matilde damit.“ „So, Sie haben eine Tante mit dem gleichen Namen meiner Frau, davon haben Sie mir ja noch gar nichts gesagt, Frau Schneider. Wo wohnt denn Ihre Tante Frau Schneider?“ „Äme eee, in Hagenau“, stottert Frau Schneider. „Ach in Hagenau, was ein Zufall, da wohnt auch eine Tante von mir, ja wollen Sie Ihre Tante Matilde nicht vor Ihrem Onkel warnen, Frau Schneider?“, meinte der Bürgermeister mit Sorgen in der Stimme.

„Aber, aber, aber warum soll ich denn die Tannn eeee  Tannn ee Tante vor dem Onkel waaaaarnenn, warnen, Herr Bürgermeister?“

„Also Frau Schneider, Sie haben doch eben selber gesagt, dass er sie totschlagen will. Da stimmt doch was nicht Frau Schneider, da müssen wir doch die Polizei sofort benachrichtigen, das dürfen wir nicht so im Raum stehen lassen, da müssen wir so fort handeln.“ Er griff zum Telefonhörer und wählte die Nummer der Polizeistation. „Schnell Frau Schneider, schreiben Sie den vollen Namen von Ihrer Tante und Ihrem Onkel, und die Straße mit Hausnummer auf.“ Sie schrieb in der Aufregung, Matilde und Otto Müller, Hauptstraße 25 in Hagenau auf einen Zettel. „Herr   Oberinspektor Golkmann, hier ist der Bürgermeister, schicken Sie schnell einen Streifenwagen nach Hagenau in die Hauptstraße 25 zu…“ In diesem Moment drückte Frau Schneider den Ausknopf vom Telefon. „Sind Sie noch zu retten Frau Schneider, wollen Sie dass Ihr Onkel Otto Ihre Tante Matilde umbringt?“, sagte der Bürgermeister mit scharfem Ton zu Frau Schneider.

„Aber ich habe doch gar keine Tante in Hagenau, und auch keinen Onkel, Herr Bürgermeister“, sagte sie kleinlaut. „Wasss, soll das heißen, dass Sie mir einen Bären aufgebunden haben Frau Schneider?“ „Ja, ja, nein, nein, ja, ja, nein, nein“, sagte unentwegt die Sekretärin.

Da klingelte auch schon das Telefon. Frau Schneider hob den Hörer hoch. „Die Polizei ist dran“, sagte die Sekretärin zitternd.

„Na dann sagen Sie ihr, Sie wollten sich nur einen Scherz erlauben, die Polizei wird sich freuen, die ist für solche Scherze immer zu haben, besonders wenn’s um Mord geht. Geben Sie mir mal den Hörer, Sie Scherzkeks Sie. Ja hören Sie bitte Herr Golkmann, die ganze Sache hat sich als Irrtum aufgeklärt, Sie können Ihren Streifenwagen wieder zurück pfeifen Herr Oberinspektor.“ Und legte auf. „So Frau Schneider, jetzt erzählen Sie mal alles klipp und klar warum Sie mich beschwindelt haben aber dalli, dalli.“

Frau Schneider schaute den Bürgermeister mit ihren rehbraunen Augen ungläubig an und meinte: „Wenn ich Ihnen das sage, bringen Sie Ihre Frau um.“

„Wasss, jetzt machen Sie aber mal einen Punkt, Frau Schneider, ich würde doch nie meine Frau umbringen, egal was sie gemacht hätte. Was hat sie denn gemacht, Frau Schneider?“ Frau Schneider truxte so herum. „Nun lassen Sie sich nicht jedes Wort aus der Nase ziehen, Frau Schneider.“ „Sie betrügt Sie mit dem katholischen Pfarrer.“ Diese Worte kamen wie aus der Pistole geschossen aus dem Mund von Frau Schneider.

Der Bürgermeister wurde kreidebleich und sackte regelrecht auf seinem Sessel zusammen. Das war ein Schock für ihn, wo er gerade erst seit 3 Jahre in 2. Ehe mit Matilde verheiratete war, das war zu viel für ihn. Wo schon seine erste Frau ihn betrogen haben soll aber mit einem Bäcker.

„Das tut mir ja so Leid Herr Bürgermeister, dass Sie das erfahren mussten, ich hätte es Ihnen gerne erspart.“

Der Bürgermeister stand ganz benommen von seinem Sessel auf und ging Richtung Fenster, dabei stolperte er über einen Blumenhocker und fiel der Länge nach hin. Frau Schneider wollte ihrem Chef zu Hilfe kommen und stolperte ebenfalls so unglücklich, dass sie auf den Bürgermeister fiel. In diesem Moment kam Matilde die Tür rein und sah die Sekretärin auf ihrem Mann liegen.

Der Bürgermeister und Frau Schneider machten heftige Bewegungen um sich aus der Lage vom Boden zu befreien.

Jeder Fotograf hätte aus dieser „Stellung“ ein Bild geknipst, das eindeutiger nicht hätte sein können. So sah es auch seine Frau. Matilde brüllte die beiden wütend an: „Das ist ein Skandal ihr Schweine.“ Dabei schlug sie mit dem dicken Telefonbuch und dem Briefbeschwerer auf die beiden ein. Sie hatten gar keine Chancen sich zu wehren, und mal ehrlich, wer hätte beim Anblick diese am Boden Liegenden nicht auch geglaubt, da ist was im Busch mit den beiden und sie hätten in der Eile nur vergessen die Tür von Innen ab zuschließen.   

„Aber Frau Kleinhuber, lassen Sie sich das doch erklären, das ist ganz anders als Sie jetzt denken“, versuchte Frau Schneider Frau Kleinhuber zu beruhigen. Aber die dachte gar nicht daran sich zu beruhigen, ja im Gegenteil, sie wurde immer wütender. Ein paar Sekunden später durch die Schreie angelockt, kam die ganze Belegschaft ins Bürgermeisterzimmer und sah das Mallheuer. Die beiden lagen immer noch übereinander auf dem Boden und Matilde schlug unentwegt auf die Wehrlosen ein. „Hör endlich auf Matilde“, rief ihr Mann, „das ist alles anders, du bist doch die, die fremd geht und dann noch mit unserem Pfaffen, dieser Scheinheilige...“ Das war seiner Frau zu viel, sie wollte gerade einen Blumentopf zur Hand nehmen, um ihn den beiden auf die Köpfe zu schlagen, doch Markus ein schneller Beamter, konnte sie blitzschnell gerade noch davon abhalten und hielt sie fest.

„Dieser elende Schuft behauptet ich würde fremdgehen, dabei ist er es der mich mit diesem Flittchen seiner Tippse betrügt, und das am frühen Morgen in seinem Amtszimmer.“ Dabei versuchte Matilde sich loszureißen um erneut die beiden zu verprügeln. 20 Minuten später nach dem sich die Gemüter etwas beruhigt hatten, versuchte Frau Schneider erneut die ganze Sachlage auf zu klären, doch Matilde war immer noch wütend und würdigte ihrem Mann keines Blickes. Dann auf einmal sagte sie leise zu ihrem Mann: „Glaubst du wirklich, dass ich dich mit dem Herrn Pfarrer betrüge, glaubst du das wirklich?“

„Ich weiß überhaupt nicht mehr was ich glauben soll, die ganze Stadt weiß es, nur ich Esel habe es nicht gemerkt.“ Georg Kleinhuber war sichtlich niedergeschlagen, im wahrsten Sinne des Wortes „niedergeschlagen“ durch die Schläge seiner Frau und seelisch durch die Gedanken, dass seine Frau es mit dem Pfarrer getrieben hat.

 

Die beiden waren jetzt alleine im Bürgermeisterzimmer und fanden keine Worte mehr. Matilde ging im Amtszimmer langsam hin und her und flennte leise vor sich hin, da schweifte ihr Blick über den Schreibtisch ihres Mannes.

Sie las auf einem Zettel: „Matilde und Otto Müller Hauptstraße 25 in Hagenau.“

Erneut fing sie an zu fauchen, was soll das bedeuten Georg, dabei tippte sie unentwegt auf den Zettel der auf dem Schreibtisch lag, den vorhin Frau Schneider geschrieben hatte. „Wer ist Matilde und Otto Müller in Hagenau?“, fragte sie im äußerst gereizten schrillen Tonfall.  

Georg schüttelte seinen Kopf und meinte: „Ach niemand, was weiß ich, das war eine Verwechslung.“ „So eine Verwechslung? Mit wem hast du mich denn noch alles verwechselt? Wer ist dieser Otto und wer ist diese Matilde in Hagenau?“ „Ach Matilde, glaub mir doch, dass es eine Verwechslung war, was weiß ich denn, wer die beiden sind, ich kenne sie gar nicht, das war doch nur ein Scherz von Frau Schneider.“

„Ach sooooooooo, Ihr macht Scherze miteinander, du und dein Flittchen, die Schneider, ihr habt wohl nicht genug zu tun, was?“

„Aber Matilde, du siehst aber auch alles falsch, die beiden gibt es in Wirklichkeit doch gar nicht, die hat die Frau Schneider doch nur erfunden, um mir nicht sagen zu müssen,  dass du mich mit dem Pfarrer betrügst, und außer dem, das ist nicht meine Frau Schneider.“

Matilde fiel ihrem Mann ins Wort: „Wenn du noch einmal sagst, ich würde dich mit dem Pfarrer betrügen, dann tue ich es tatsächlich.“ „Ach soooo, also haben die Leute doch Recht, du und der Pfarrer, dieser scheinheilige saubere Gottesmann, dem werde ich jetzt gleich an die Gurgel gehen, den bring ich eigenhändig um, darauf kann er Gift nehmen“, sagte wütend Georg, und rang nach Luft. „Bist du wahnsinnig Georg? Du machst mich noch unglücklich.“ Georg riss weit die Augen auf: „Jetzt hast du dich selber entlarvt Matilde, der Pfarrer ist dein Liebhaber.“

Matilde hatte keine Worte mehr, sie konnte kaum noch atmen und sackte zusammen.

„Um Gottes Willen Matilde, was hast du denn?“ Georg rannte so schnell er konnte aus seinem Amtszimmer, „Hilfe, schnell einen Arzt, schnell, meine Frau hat einen Schwächeanfall.“

Wenige Minuten später war Dr. Schrauber zu Frau Kleinhuber ins Amtszimmer geeilt. „Haben Sie einen Raum wo wir Ihre Frau hinlegen können?“, sagte Dr. Schrauber. „Ja, hier neben an, da ist auch eine Liege.“ Nun lag Matilde auf der Liege und sie bekam eine Beruhigungsspritze. „Sie braucht unbedingt Ruhe und keinerlei Aufregungen, das wäre für sie…“ Da stoppte der Arzt, mitten im Satz, doch Georg fragte ängstlich: „Was wäre, Herr Doktor?“

Der Arzt stellt eine Gegenfrage: „Hatte Ihre Frau schon mal so was Ähnliches?“

„Nein, nein Herr Doktor, das ist das erste Mal“, meinte Georg leise, „ich kann mir gar nicht erklären warum sie so plötzlich zusammen gebrochen ist.“

Dr. Schrauber blickte den Bürgermeister eine Sekunde an, und meinte: „Irgendwie muss sie sich fürchterlich aufgeregt haben, denn alle Symptome weisen darauf hin. Sehen Sie die Mundwinkel, die sind unterschiedlich und haben solche starke Zuckungen die deutlich machen, dass sie sich über etwas fürchterlich aufgeregt haben muss, und  zusammen gebrochen ist.“

Kleinhuber blickte nach unten.

„Wo haben Sie denn die Schrammen, Beulen, Kratzern und die blauen Flecken in ihrem Gesicht, Hals und an den Händen her, Herr Kleinhuber?“ „Ach das ist nichts, bestimmt vom Brombeerpflücken, Herr Doktor.“ „Vom Brombeerpflücken bekommt man doch nur Kratzer, Herr Kleinhuber.“ „Ach was weiß ich, vielleicht kommt’s auch vom Teppich klopfen, Herr Doktor.“ „Oder von einem Kampf, Herr Kleinhuber?“

„Quatsch, Herr Doktor, mit wem soll ich denn gekämpft haben?“ „Ihre Wunden sind ganz frisch, Herr Kleinhuber.“ Der Doktor betrachtete sich jetzt auch Matilde genauer, doch Spuren von einem Kampf konnte er bei ihr kaum erkennen.

„Ist irgendwas was Sie mir sagen müssten, was Ihre Frau oder sonst jemand betrifft Herr Kleinhuber?“, fragte der Arzt in einem fragenden Tonfall, „das kommt ja nicht alles aus heiterem Himmel, Herr Kleinhuber.“ Dabei blickte Dr. Schrauber den Bürgermeister abwartend an. Kleinhuber zuckte mit seinem Kopf.

„Erzählen Sie mal von Anfang an, Herr Kleinhuber.“

„Also was soll ich sagen Herr Doktor, das kam alles so plötzlich, meine Frau und ich haben wie jeden Morgen zu Hause  zusammen gefrühstückt, da war sie noch ganz normal, ich ging aus dem Haus um ins Amt zu fahren. Das war alles, mir ist nichts aufgefallen, Herr Doktor.“

„Sie sagten eben, beim Frühstück war sie noch ganz normal, Herr Kleinhuber, warum haben Sie gesagt: Da war sie noch, ganz normal. Nach ihren Worten zu urteilen muss dann doch was geschehen sein, worüber sie sich fürchterlich aufgeregt haben muss, Herr Kleinhuber.“

Georg wurde ganz nervös und wusste gar nicht mehr was er noch sagen sollte. Dr. Schrauber blickte nun auf den Zettel den Frau Schneider geschrieben hatte, wo er dann las: Matilde und Otto Müller in Hagenau…

Georg merkte das und drehte schnell den Zettel herum. „Sie müssen mir schon mehr sagen, wenn ich Ihrer Frau helfen soll, dass sie wieder auf die Beine kommt. Hat der Zettel und das was draufsteht irgendwas damit zu tun, dass sie sich so aufgeregt hat, Herr Kleinhuber?“ Georg wurde aschfahl im Gesicht und seine Nervosität war aufs höchste angespannt. 

Dr. Schrauber war bekannt dafür, dass er nicht einfach den Patienten schnell irgendwelche Pillen verschreibt, nein er ist Arzt mit Leib und Seele, der zuerst erforscht und untersucht, wo welche Krankheit plötzlich her kommen könnte, das erspart auch viele Medikamente, die manchmal mehr Nebenwirkungen haben, als sie Gutes bewirken können. Wenn zum Beispiel 2 Nachbarn die sich ständig streiten und dann auch noch zur gleichen Zeit Magengeschwüre bekommen, da ist die beste Medizin, dass die Streithammel sich endlich die Hand geben und Frieden schließen und nicht irgendwelche Medikamente schlucken die gar nichts nutzen, ja sogar noch mehr schaden können.

So ließ auch Dr. Schrauber bei Herrn Kleinhuber nicht locker und bohrte nach. Dr. Schrauber sah dem Bürgermeister es jetzt ganz deutlich an, dass er ihm was verheimlicht, was seine Frau und sonst noch betraf. „Herr Kleinhuber, Sie brauchen keine Angst zu haben, dass irgendwas an die Öffentlichkeit kommt, ich bin als Arzt zum Schweigen verpflichtet und niemand erfährt je ein Wort davon.“ 

Georg blickte den Arzt ein paar Sekunden an, und meinte: „Ich kann mir das alles nicht erklären, ich überlege schon die ganze Zeit wo die plötzliche Ohnmacht bei ihr herrühren könnte, Herr Doktor.“

Dr. Schrauber merkte, dass er so nicht weiter kommt und änderte seine Taktik.

„Wann ist denn Ihre Frau heute Morgen zu Ihnen ins Büro gekommen, Herr Kleinhuber?“

„So gegen 9 Uhr.“ „Was wollte sie denn von Ihnen, wo sie ja noch vor einer Stunde zuvor mit Ihnen zusammen gefrühstückt hat, sie muss doch einen Grund gehabt haben, sie hätte auch anrufen können, Herr Kleinhuber?“

Georg schaute den Doktor mit mürrischen Blicken an und sagte mit Kopfschütteln: „Was hat das alles mit dem Schwächeanfall meiner Frau zu tun? Was weiß ich was sie wollte, sie kommt sonst wenig ins Amt. Aber als sie vorhin kam, da war sie wie immer und plötzlich ist sie zusammen gebrochen und dann haben wir Sie rufen lassen, Herr Doktor.“

„Sie sagen, Ihre Frau ist um 9 Uhr zu Ihnen gekommen, jetzt ist es 11 Uhr, ich bin jetzt 20 Minuten hier, also haben Sie eine Stunde und 40 Minuten mit Ihrer Frau gesprochen, Herr Kleinhuber?“

„Kann schon sein, dass es so war, wir haben so allgemeines Zeug gesprochen, was man halt so sagt, nichts Besonders, nur so Belangloses. „Sie sagen, nichts Besonderes und nur Belangloses, Herr Kleinhuber und dafür kommt Ihre Frau extra zu Ihnen ins Amt, um mal eine Stunde und 40 Minuten über Belangloses zu reden?“

„Sagen Sie mal Herr Doktor Schrauber, soll das ein Verhör sein? Was wollen Sie denn mit den ganzen sinnlosen Fragen erreichen, Sie sind doch Arzt und nicht die Polizei, oder habe ich was verbrochen?“ Georg war ziemlich aufgebracht.

„So kommen wir nicht weiter, Herr Kleinhuber, ich will Sie nicht verhören, ich bin als Arzt verpflichtet den Menschen zu helfen und das tue ich jetzt.“

„Ja, ja, ist ja nicht so gemeint Herr Doktor, ich bin ja auch interessiert daran, dass alles wieder in Ordnung kommt, zwischen mir und meiner Frau.“

„Endlich reden Sie Klarheit, Herr Kleinhuber. „Aber das mache ich doch schon die ganze Zeit, aber Sie glauben mir ja nicht, Herr Doktor.“

„Sie haben eben gesagt: Sie wären ja auch interessiert daran, dass alles wieder in Ordnung kommt, zwischen Ihnen und Ihrer Frau.“

„Ja und, Herr Doktor, Sie haben doch nichts dagegen?“ „Selbstverständlich nicht, genau im Gegenteil, das ist doch meine Rede, also Herr Bürgermeister, was war jetzt wirklich los?“ „Jetzt fangen Sie ja schon wieder an, Herr Doktor, da ist nichts zwischen mir und meiner Frau, was wollen Sie eigentlich hören?

„Also gut Herr Bürgermeister, wenn Sie mir nicht helfen wollen, dann tragen Sie die volle Verantwortung wenn Ihre Frau…“ Jetzt stoppte der Doktor wieder mitten in dem Satz.

„Gerade wollte Georg etwas sagen, da sagte Matilde etwas, aber man konnte es nicht richtig verstehen. „Was ist das Herr Doktor, warum spricht sie so undeutlich?“

 

Was ist das Herr Doktor, warum spricht sie so undeutlich?“ „Beruhigen Sie sich Herr Kleinhuber, das ist ganz normal, Ihre Frau kommt allmählich wieder zur Besinnung.“ „Gott sei Dank Herr Doktor. Wird sie wieder die alte sein Herr Doktor?“

 

„Ich denke schon, dann werden wir sie mal gleich fragen, was sie dazu zu sagen hat, Herr Kleinhuber.“

„Aber Herr Doktor, was wollen Sie denn meine Frau fragen, die weiß auch nicht mehr als ich, müssen Sie denn nicht in Ihre Praxis zurück, Herr Doktor?“  

„Nein, Ihre Frau ist jetzt meine Patientin, ich kann sie jetzt nicht alleine lassen.“ „Aber Herr Doktor, ich bin ja bei ihr.“

Da fing Matilde wieder an zu sprechen, aber dies Mal ziemlich deutlich: „Warum hast du mir das angetan Georg?“ Dann sackte sie wieder zusammen. Dr. Schrauber blickte Georg an und sagte: „Aha, gleich werde ich wissen, warum, sie zusammen gebrochen ist, oder wollen Sie nicht vorher mir noch was beichten, Herr Bürgermeister?“

„Ich und beichten? Ich habe Ihnen nichts zu beichten, wenn ich was zu beichten habe, dann doch nur dem Pfarrer?“ Bei dem Wort Pfarrer, schüttelte sich Kleinhuber auffallend. „So dem Pfarrer wollen Sie alles beichten, Herr Kleinhuber, was haben Sie ihm denn zu beichten, dem Herrn Pfarrer?“ „Also Herr Doktor, das geht aber jetzt zu weit.“ „Gut dann warten wir ab, es kann nicht mehr lange dauern und Ihre Frau ist wieder ganz bei Sinnen, dann weiß ich endlich was los ist.“

Der Bürgermeister knapperte jetzt so gar an seinen Fingernägel, was er sonst nie tat, aber jetzt war er so zappelig und er fing auch noch an zu schwitzen.

„Haben Sie gehört was Ihre Frau eben im Halbschlaf gesagt hat: Warum hast du mir das abgetan Georg?“  

„Ja, ja“, brauste Georg „auf, ich gebe ja alles zu, Herr Doktor, Herrschaft noch mal, ich bin aber vollkommen unschuldig, meine Frau glaubt ich hätte mit Frau Schneider ein Verhältnis oder so was, ich versichere Ihnen dass mir die Frau Schneider völlig egal ist. Sie, ist doch die jenige die mich betrügt und raten Sie mal mit wem Herr Doktor?“

„Jetzt mal langsam, Herr Kleinhuber, wer betrügt wen, die Frau Schneider oder wer?“ „Ach die Frau Schneider hat mit der ganzen Sache doch gar nichts zu tun, obwohl sie genau so mit drin hängt wie ich, aber das war doch alles nur weil meine Frau mich mit dem Pfarrer betrügt.“ „Gott behüte“, raunte der Doktor, „was sagen Sie da, Ihre Frau und der Pfarrer, welcher Pfarrer?“ „Ach das ist doch jetzt auch egal Herr Doktor, ob evangelisch oder katholisch, die machen doch vor keiner Frau halt die elenden Pfaffen.“

„Ich verstehe jetzt immer noch nicht, was hat denn die Frau Schneider mit der ganzen Sache zu tun, haben Sie mit ihr doch was, Herr Kleinhuber?“ „Ach was, sie hat nur auf mir gelegen und in dem Moment ist meine Frau die Tür herein gekommen und hat gedacht, na den Rest können Sie sich ja denken, Herr Doktor.“ 

„Nein, ach Gott, was soll ich da noch denken, obwohl, wenn ich Ihren Worten folge: Frau Schneider hat auf Ihnen gelegen… Wie kommt denn die Frau Schneider dazu, dass sie sich um 9 Uhr morgens auf Sie legt, Herr Kleinhuber?“

„Das war doch alles ganz anders, die Frau Schneider hat mir auf einen Zettel geschrieben, dass ihre Tante ihren Onkel umbringen will, oder war’s umgekehrt, was weiß ich, ist ja jetzt auch egal.“ 

„Das ist ja Mord, Herr Kleinhuber, da sagen Sie das ist egal.“ „Ach was, egal war  mir das auch nicht, aber es war ja ganz anders, da habe ich schnell die Polizei angerufen, da hat Frau Schneider das Gespräch abgeschnitten und hat gesagt, sie hätte gar keine Tante und auch keinen Onkel, sie hätte nur so gesagt , um mich zu beruhigen. Ich habe mit ihr geschimpft weil sie mich an der Nase herum geführt hat.“

„Jetzt verstehe ich gar nichts mehr, Herr Kleinhuber, warum wollte die Frau Schneider sie denn beruhigen? Und sagen Sie mir jetzt ganz einfach, wie kommt die Frau Schneider dazu, ohne dass Sie es wollten, dass sie sich auf Sie gelegt hat?“

„Sie hat das doch nicht extra gemacht, sie ist über mich hergefallen weil ich vorher auf dem Boden lag, und in diesem Moment kam meine Frau die Tür herein und hat vor Wut uns mit allem was sie in die Hände bekam, auf uns geschlagen. Wir hatten ja gar keine Chancen uns zu wehren, davon kommen auch die Blessuren.“

„Sie sagen, die Frau Schneider wäre über Sie hergefallen?“ „Nein gefallen, meinte ich, ach Herr Doktor, Sie verwirren mich auch ganz mit Ihren komischen Fragen. Also mir wurde es schlecht, weil Die Frau Schneider zu mir gesagt hatte, meine Frau würde mich mit dem Pfarrer betrügen. Das hat mich total hingehauen, dann bin ich hingefallen und sie wollte mir helfen und ist unglücklicher Weise über etwas gestolpert und dann lag sie plötzlich auf mir und wir haben versucht aufzustehen... und diese Bewegungen hat meine Frau falsch verstanden.“

„Oh je, o je, Herr Kleinhuber, wie sollen wir dass Ihrer Frau erklären? „Ich brauche ihr eigentlich gar nichts zu erklären, sie muss mir erklären, wieso sie mich mit dem Pfarrer betrügt, Herr Doktor.“

„Wissen Sie das ganz genau, dass Ihre Frau Sie mit dem Pfarrer betrügt?“

„Die Frau Schneider hat es mir doch heute Morgen gesagt.“ „So und woher weiß es die Frau Schneider, Herr Kleinhuber?“

Georg zuckte mit den Schultern und sagte: „Das werde ich sie gleich nach her mal fragen, das möchte ich jetzt auch wissen.“

„Sehn Sie Herr Kleinhuber, bevor man etwas glaubt, sollte man sich zuerst mal selbst überzeugen, ob das auch wirklich der Wahrheit entspricht. Was glauben Sie was die Leute alles den ganzen Tag erzählen, da müssten Sie mal in mein Wartezimmer kommen, was da getratscht wird, aber wenn sie dann im Sprechzimmer sind, sind sie schweigsam oder sie stellen mir 1000 Fragen.“ 

Da lachte Georg etwas gequält und meinte: „So wie Sie mir 1000 Fragen gestellt haben, Herr Doktor.“

„Na ja, Herr Kleinhuber, hätten Sie gleich die Wahrheit gesagt.“ „Ich bin mir nicht sicher, ob Sie mir wirklich glauben, Herr Doktor, ich würde meine Frau nie betrügen.“  

Plötzlich sagte Matilde: „Ist schon in Ordnung Georg, ich weiß, dass du unschuldig bist, ich habe alles mitgehört, ich war schon die ganze Zeit wach und habe nur so getan als würde ich schlafen.“

Matilde nahm ihren Mann in die Arme und sie küssten sich.

„Ich glaube meine Arbeit als Seelenklempner ist hier erfolgreich abgeschlossen worden“, sagte der Doktor mit einem Lächeln. „Vielen Dank Herr Doktor“, sagten die beide wie aus einem Munde, „Sie haben uns sehr geholfen.“

Wie ein frisch verliebtes Liebespaar gingen Georg und Matilde aus dem Rathaus. Georg sagte zu Frau Schneider: „Streichen Sie alle meine Termine für heute.“ „Selbstverständlich Herr Bürgermeister, und alles Gute Ihnen und Ihrer verehrten Gattin.“

Matilde schaute sich noch einmal um, dabei streiften ihre Blicke Frau Schneider, dann kneift sie ihrem Mann in die Seite und meinte: „Mensch Georg, das war ne Aufregung heute Morgen ich hatte doch tatsächlich geglaubt du hättest was mit der Schneider, wie ich die so auf dir liegen gesehen habe, sind bei mir sämtliche Sicherungen durchgebrannt.“ „Ja, ja“, lachte Georg, „ich spüre jetzt noch jede Sicherung von dir.“ „Ha, ha, Georg, du hast mich auch noch mehr zur Weißglut gebracht, als du mir vorgeworfen hast, ich hätte was mit dem Pfarrer, das ist doch absurd.“ „Ja Matilde, hinterher ist man immer schlauer, lasst uns das alles mal schnell vergessen, jetzt gehen wir zuerst einmal schön Kaffee trinken, dann sehen wir weiter wie der Tag so abläuft. Dann küssten sie sich herzlich und innig. „Sag mal Matilde“, unterbrach Georg das Küssen, „weshalb bist du denn heute Morgen eigentlich ins Rathaus gekommen, das ist doch sonst kaum dein Weg.“ „Vor lauter Aufregung habe ich das ganz vergessen Georg, aber das ist jetzt auch nicht so wichtig, vielleicht fällt es mir wieder ein.“ Dann lachten sie und waren glücklich und küssten sich wieder innig.

Sehen Sie werte Leser, das ist noch einmal relativ gut ausgegangen, wenn auch mit vielen Missverständnissen und einigen Blessuren, aber Ende gut, alles gut.

Die Leute im Dorf haben sich zwar noch eine Zeitlang die Mäuler zerrissen, hat sie was mit dem Pfarrer oder hat sie nicht. Etwas bleibt immer hängen…

Alle Namen sind frei erfunden oder geändert.

Übereinstimmungen sind rein zufällig und sind nicht gewollt und wären also rein zufällig!

 

Glauben Sie an alles was wahr ist

 

 

 

 
 
 
Kostenlose Homepage erstellen bei Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!