Schutzengel .... 

Vorgeschichte
Es begann im August, aber eigentlich doch schon früher.
Und .... ich bin dankbar und glücklich, dass es Ihr mittlerweile wieder gut geht !!!
Man rechnet als Mutter nie wirklich damit, dass ihr Kind wirklich ernsthaft krank werden könnte.... aber die Wirklichkeit hat dann doch ein anderes Gesicht gezeigt.
Ich habe die Alarmzeichen dieser Krankheit, Morbus Addison, nie erkannt.
Ich wusste nicht einmal, dass es diese Krankheit gibt. Niemals zuvor hatte ich etwas von einer Addison-Krise oder ähnlichem gelesen oder gehört.
Ich hatte aber schon gemerkt, dass Sie sehr oft müde war, das sie zugenommen hatte,
oft apathisch auf mich gewirkt hatte , sich übergeben musste, aber ... ich habe das immer mit ihrem Beruf in Verbindung gebracht, das frühe Aufstehen... da ist man abends halt müde.
7./ 8. August ( Donnerstag + Freitag )
Sie ist nicht ins Büro gefahren, sie hat sich krank schreiben lassen,
schon das war ungewöhnlich für sie ..
Sie hatte keine Erkältung, keinen Schnupfen, Husten oder ähnliches...
Ihr ging es einfach nicht gut ... sagte sie .. Übelkeit, nur schlapp ..
Und ich : hab gedacht, dass ist ne Magen-Darm-Geschichte, ist genau so schnell weg, wie es gekommen ist.
9./10./11. August (Samstag, Sonntag, Montag)
Es ging ihr wieder besser, Sie war wieder "fit" ... und Montags ist sie wieder ins Büro gefahren.
11./12. August ( Montag + Dienstag)
Sie ist nach Hause gekommen.
Es ging ihr nicht gut.
Ich hätte schon zu diesem Zeitpunkt nachdenklicher werden müssen.
Wurde ich aber nicht.
Denn ..... Sie konnte mir nicht wirklich sagen, was ihr genau fehlt.
Müde ... schlappp, keine Kraft, Übelkeit ...
das hört sich nicht dramatisch an ... und ... ich musste ja am morgen auch wieder fit zur Arbeit gehen.
Man verdrängt auch gern.
Nur eine Unpässlichkeit, vielleicht was falsches gegessen, zu viel Stress.
Man denkt über alles mögliche nach. Nur nicht , dass es auch was Ernstes sein könnte.
Nein ... das schon gleich gar nicht .. in DEM Alter ist man nicht wirklich krank.
12./13. August ( Dienstag + Mittwoch)
Als ich abends nach Hause kam, lagst sie nur noch apathisch in ihrem Bett,
und ... sie sagte... Mama .. bleib da ...
das hat mich irritiert, ich war total verunsichert, ich wusste nicht, was wirklich los ist, war nur hilflos,
sie brauchte Hilfe, und ich konnte nicht helfen.
Sie konnte sich nicht mehr hinsetzen, sie konnte sich nicht mehr alleine aufrichten, und ich hab sie nur getröstet und gesagt ... das wird schon wieder.
An Krankenhaus hab ich schon gedacht ...aber .. das wollte SIE nicht.
Also hab ich nichts gemacht.
Das versteh ich im nachhinein gar nicht mehr.
13. August
Steffi blieb zu Hause, ich ging zur Arbeit.
Nachmittags gegen 14:00 bekam ich dann die Nachricht, dass sie mit dem Notarztwagen in das Göppinger Krankenhaus eingeliefert wurde.
Um 15:00 war ich zu Hause und ich wusste nur, dass sie auf der Intensivstation liegt.
Kurz bevor ich dann ins Klinikum fahren wollte, bekam ich dann einen Anruf von der Intensivstation:
Meine Tochter hatte Herzkammerflimmern, Herzstillstand .. es wurde reanimiert,
an das Dialysegerät angeschlossen, intubiert und ins künstliche Koma versetzt.
UND ... ich soll ganz ruhig bleiben.
Sie wollten mich nur informieren.
Die nächsten Stunden im Krankenhaus verliefen für mich wie im Alptraum.
Auf meine Frage.. wie geht es meiner Tochter .. bekam ich immer die Antwort...
NICHT GUT !
Und ich sass an Ihrem Intensivbett.... überall nur Maschinen und Apparate,
und ich sah die Maschine, die sie beatmete, und ich hatte nur Angst.
Und immer hatte ich die Antworten der Ärzte im Kopf, dass sie eventuell immer zur Dialyse müsste, wenn... überhaupt...
15. August (Samstag)
Sie war wieder wach, keine künstliche Beatmung mehr, und .. sie lachte schon wieder ein bisschen.
Nach 3 Wochen und 2 Tagen wurde sie entlassen, mit der Diagnose
Morbus Addison,
Sie wird ihr ganzes Leben lang Tabletten nehmen müssen, aber dann kann sie ganz normal wie jeder andere leben!!!!
Eines hab ich daraus gelernt.... ich werd NIE MEHR so lange warten, wenn irgendwas nicht so ist .. wie es sein sollte.
Sie wird ihren Weg gehen, wie sie es möchte, und ich werde ein Weggefährte auf diesem Weg sein,
den Weg muss sie selber gehen ... aber ich werd immer für sie da sein.
powered by Beepworld