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Blüten der Sehnsucht

 

- Neu - 

 

Ich zersprenge mein zu gedachtes Selbst

wenn ich diese Worte schreibe.

 

Ich betaste jene zarte Ahnung in mir

wenn ich diese Worte schreibe.

 

Ich bin bereit ins Unsagbare zu tauchen

wenn ich diese Worte schreibe.

 

Ich empfinde Zweisamkeit in dem Alleinsein

wenn ich diese Worte schreibe.

 

Ich finde mich als Suchenden wieder

wenn ich diese Worte schreibe.

 

Ich beginne neu.

 

 © Eduard Nemeth, 2004

 

- Einladung -

 

Die Farben sind schön
wenn man sie intensiv anblickt

 

Der Duft ist Freiheit
wenn man ihn intensiv reinlässt

 

Die Gegenstände sind wie ein Zuhause
wenn man sie aus sich heraus antastet

 

Die Menschen sind Freunde
wenn man sie in sich spiegelt

 

Man ist dann durchsichtig für die Welt
wenn man dieser Einladung folgt

 

© Eduard Nemeth, 1994

 

 

- Hingabe - 

 

Du

mein großer Traum

mein verfangener Vogel

so verendest du

im Netz der Unwegbarkeit

 

Strecke dich endlich

und zerreiß das Netz!

 

Hebe ab

und werde wirklich,

denke nicht an deine Schwere,

in der Luft

herrschen andere Kräfte.

 

Sieh doch

die rote Abendsonne am Horizont

wartet noch

auf deine pfeilgerade Hingabe

 

© Eduard Nemeth, 1984

 

- Aufbruch -

 

die Freude an dir

ist weites Land

Sehnsucht die fesselt

und darum Aufbruch

zu neuen Möglichkeiten

 

© Eduard Nemeth, 1982

 

- Blühende Sehnsucht -

 

Ein unberührbarer Gruß

schwebt durch die Luft

zwischen Berg und Autobahn

über den blühenden Ästen

 

Die gemächlichen Schritte

auf der Landstraße

naschen die Süße

des duftenden Grün

 

Ein Baumpaar das sich mag

schmückt einen Garten

zu der leisen Melodie

des Glücksuchenden

 

Und die strahlende Sonne

bedankt sich

mit handvoll Licht

für diese Blüten der Sehnsucht

 

© Eduard Nemeth, 1980

 

- Freudenflug -

 

Herr

gib mir Flügel

diese schlichten

kleinen Spatzenflügel

 

Flügel der Sorglosigkeit

 

Diese Flügel der Freiheit

im Geäst des Lebens

ein Zuhause zu finden

 

Diese zarten Flügel

wo man sich ankuscheln mag

 

Geborgenheit ruht auf ihren Federn

 

Ja endlos

werde ich dann freudenfliegen

mit diesem Geschenk

 

© Eduard Nemeth, 1980

 

- Sommerabend -

 

wolkenloser

rotgefärbter horizont

 

heugeruch

und stinkender asphalt

verbranntes gras am ufer

 

grillen trommeln unaufhörlich

aus der verbrannten erde

 

doch du bist zu weit weg

um meine sehnsucht zu stillen

 

und plötzlich

überkommt mich die Angst

dass der sommer vergeht

und wir mit ihm

ehe wir wirklich lebten

 

© Eduard Nemeth, 1995

 

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Copyright © 2002-2009 Eduard Nemeth. All rights reserved.

 

 

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