Geschichte, Netzbeschreibung und Planungen Tram Stasbourg von Franz A. Roski (Strasbourg)
Straßburgs neue "Eurotram"
Straßburg hatte seit 1878 Straßenbahnen. Bald fuhren sie nicht nur in der Stadt, sondern auch übers ganze Land,
sogar über den Gebirgskamm der Vogesen. Wo es zu steil wurde, mit Zahnrad-Unterstützung.
Sehr schön sieht man dies in dem Film des Tram-Ingenieurs Georges Müller
(gesendet vom FR3 Alsace; ich habe ihn zT aufgezeichnet).
Die deutsche Verwaltung des Reichslandes Elsaß bestand auf einem einheitlichen System in Baden und Elsass;
daher wurden alle Elsässer Straßenbahnen auf Meterspur (1000 mm) umgestellt, wie in der angrenzenden Ortenau (Baden) üblich.
Die Straßburger Straßenbahnlinie 1 fuhr bis 1944 über die Rheinbrücke nach Kehl (Deutschland). Daraus resultiert
noch heute die Strasbourger Buslinie 1/21, die über den Rhein (= Staatsgrenze) nach "Kehl Stadthalle" fährt.
Nach dem 2.Weltkrieg wurden keine neuen Straßenbahnlinien mehr gebaut. Nach und nach wurden immer mehr Strecken aufgegeben. Am 30. April 1960 wurde die letzte Straßenbahnlinie eingestellt, mit einer Parade historischer Fahrzeuge.
Da Straßburg in einem Kessel liegt, der sich bei Sonnenschein rasch aufheizt, machten sich die negativen Auswirkungen
des steigenden Autoverkehrs hier besonders bemerkbar. Abhilfe musste her.
Man wollte wieder elektrische Bahnen in der Stadt.
Zur Debatte standen:
- 1) U-Bahn wie in PARIS,
- 2) VAL = eine automatische U-Bahn (ähnlich LILLE, TOULOUSE und seit 2002 RENNES),
- 3) moderne niederflurige Straßenbahn.
1989 entschied man sich bewusst gegen eine Metro (U-Bahn) mit ihren dunklen Gängen und Tunneln.
Man wollte eine offene, helle Straßenbahn, die (mit Ausnahme des Bahnhofs-Tunnels) stets überirdisch fährt.
Nach 34 Jahren ohne Tram gab es ab Herbst 1994 in Strasbourg wieder Straßenbahnen, nun mit Normalspur 1435 mm.
Man bestand auf Niederflurfahrzeugen, die schließlich von ADTRANZ in verschiedenen Ländern Europas gefertigt wurden. Inzwischen fährt diese "Eurotram" zB auch im italienischen Mailand, und seit Ende 2001 die Eurotram3 in einem riesigen Netz um das portugiesische Porto.
Für die Strasbourger Eurotram1 und Eurotram2 ist charakteristisch:
- Einstieg und Innenraum ohne Stufen;
- breite Schiebetüren für raschen Fahrgastwechsel;
- große Fenster, futuristisches Design, Klima-Anlage;
- geräumige Wagenkästen, die jeweils in ein Doppelachs-Element eingehängt sind;
- selbst die Doppelachs-Elemente kann man begehen und in ihnen sitzen;
- leichter, aber stabiler geschweißter Aluminium-Rahmen, der Erschütterungen vermeidet
und gleichzeitig selbst bei Zusammenstößen mit LKWs intakt bleibt;
- Trennung vom Autoverkehr;
- Bei Abfahrt an der Haltestelle schaltet die Tram alle Ampeln bis zur nächsten Haltestelle auf freie Fahrt.
Anhand zweier vergleichender Fotoserien im Internet kann man sehen, wie sich das Stadtbild und die Lebensqualität durch die Einführung der Tram verbessert haben.
Am besten finde ich die vergleichende Darstellung zu den Linien B+C :
http://www.transports-strasbourg.org/pdf/tram_avant_apres_b.pdf
Ebenso Strasbourg vor und nach der Einführung der Linie A :
http://www.transports-strasbourg.org/pdf/tram_avant_apres_a.pdf
Inzwischen ist alles noch viel schöner geworden, weil Bäume, Büsche und andere Pflanzen gewachsen sind.
Literatur:
1. "L'Année du Tram" von Georges Muller,
Hirlé Strasbourg 1994, ISBN 2-910048-15-2
239 pages, illustr.
2. "Génération Tram" von Georges Muller,
Oberlin Strasbourg 2000, ISBN 2-85369-209-4
125 pages, illustr.
3. "Strasbourg Tramways"
(nur schwarz-weiß, nur zur historischen Strasbourger Straßenbahn bis 1960)
Pläne:
1. Plan des gesamten Tram- und Bus-Netzes Strasbourg:
http://www.transports-strasbourg.org/pdf/CTS_schema_reseau.pdf
2. übersichtliches Schema des aktuellen Tram-Netzes Strasbourg:
in www.strasbourgeois-exprimez-vous.com
dann anklicken: "le tramway pour Neudorf"
dann anklicken: "le réseau de tram aujourd'hui"
3. Plan des zukünftigen Tram-Netzes Strasbourg:
in www.strasbourgeois-exprimez-vous.com
dann anklicken: "le tramway pour Neudorf"
dann anklicken: "le réseau de tram de demain"
Die Zeichnungen geplanter neuer Strecken in:
http://www.transports-strasbourg.org/pdf/carte_xt_tram.pdf
treffen wegen der Beschlüsse von Ende 2001 nicht mehr überall zu.
4. zu den Plänen Tram-Train im Großraum Strasbourg:
http://www.chez.com/trainsdefrance/trtrstra.html
(mit guter Karte)
5. Jede Tramway-Station, Straße, öffentliches Gebäude als Plan oder Luftbild:
www.mairie-strasbourg.fr/sigcus/index_photo.html
auf "Recherche" klicken und gewünschtes auswählen
Tramlinien A und D
Die erste neue Tramlinie "A" fuhr ab November 1994 zunächst nur in Strasbourg,
zwischen "Hautepierre Maillon" und "Baggersee".
Obwohl die erste Serie der neuen Eurotram ihre Macken hatte (Elektronik, Türen, Motoren), waren schon im Dezember 1994
die Fahrgastprognosen weit übertroffen. (Mai 2001 schrieb der Tram-Ingenieur Georges Muller, die Linie A sei
die am stärksten benutzte Tramlinie Frankreichs. Erwartet waren 55.000 Fahrgäste/Tag; aber bereits 1 Monat
nach Eröffnung wurden an normalen Tagen schon über 80.000/Tag befördert,
Spitzenwerte -- zB bei Ausstellungen und zur Weihnachtszeit -- 180.000/Tag!)
Um mehr Fahrgäste befördern zu können, wurden zunächst zwischen dem Wendegleis an der Haltestelle "Rotonde"
und dem Endpunkt im Süden ("Baggersee") zusätzliche Bahnen eingesetzt.
Nachteilig war bei dieser Maßnahme, dass die Bahnen im Süden immer bis zum damaligen Endpunkt fahren mussten.
Es gibt zwar dazwischen noch Weichen und Verbindungsgleise (am Place Etoile und am Lycée Couffignal),
aber die Zugfolge war so dicht geworden, dass jedes Wendemanöver auf der Strecke den Verkehr aufgehalten hätte.
Also baute man am Süd-Ende des Place Etoile (= Sternplatz) einen doppelgleisigen Abzweig
bis zum Anfang der "Route de Polygone", also bis zum Anfang des Stadtteils Neudorf,
mit einer neuen Endhaltestelle "Etoile Polygone".
(Dieser Abzweig wird später der Verlängerung der Linie D Richtung Musau - Kehl dienen {siehe unten}.)
Seit 1999 fährt von 7 bis 19 Uhr, an allen Tagen außer Sonntags, zwischen "Rotonde" und "Etoile Bourse",
also auf der Strecke durch das Stadtzentrum, zwischen den Bahnen der Linie A [Hautepierre Maillon -- Baggersee -- Illkirch]
je ein Zug der neuen Linie "D" [Rotonde -- Etoile Polygone].
Dadurch wurde die Kapazität in dem besonders stark frequentierten Abschnitt Rotonde-Bahnhof-City-Place Etoile
nahezu verdoppelt.
Zusätzlich werden auf der Linie A alle verfügbaren längeren Eurotrams eingesetzt, nämlich 9-gliedrige Wagen, die bis zu 400 Fahrgäste befördern können. Sie sind baugleich mit den ersten 7-gliedrigen Eurotrams für 300 Personen --- nur um ein Doppelachs-Element und einen eingehängten Wagenkasten länger. Sie sind fast 44 m lang und sollen damit die längsten Straßenbahnwagen der Welt sein.
Verlängerung der Tram A nach Illkirch
Ursprünglich hatte sich der Rat der Gemeinde Illkirch-Graffenstaden (45.000 Einwohner, südlich von Strasbourg)
nicht einigen können, die Straßenbahn zu übernehmen. Also endete die erste Tram in der Höhe des "Baggersees",
genau an der Stadtgrenze. Alle Fahrgäste in die südlichen Gemeinden mussten am Baggersee in Busse umsteigen.
(Dabei hatte es bis 1959 eine beliebte schnelle Straßenbahnlinie zwischen Straßburg und Illkirch gegeben.)
Zwei Jahre später entschloss man sich zur Verlängerung, zunächst bis Illkirch, rue de Lixenbühl.
(Für die Verlängerung bis ins Zentrum von Illkirch sind zwar breite Trassen da, aber der Gemeinderat von Illkirch...
Daher ist ungewiss, wann sie bis ins Zentrum von Illkirch weitergebaut wird.)
Seit 1998 läuft die Tram A bis "Illkirch Lixenbuhl" und bedient so die Kasernen Leclerc der Armee, das Gewerbegebiet und die Süd-Universität ("Campus Illkirch") und das Schulzentrum Lixenbühl.
Am "Campus Illkirch" wurde ein neuer Busbahnhof geschaffen, mit vielen Anschlüssen.
Seitdem verlagern sich die wirtschaftliche Aktivitäten dahin, wo die Tram bereits fährt.
Der Flughafen-Zubringer zum Flughafen Strasbourg-Entzheim fährt seit dieser Zeit
von und bis zur Tramstation Baggersee und hat so Anschluss an die Tram A.
Tramlinien B und C
Sozusagen quer zu den bisherigen Tramlinien verkehren seit September 2000 die neuen Linien B + C.
Vom neuen Betriebshof Elsau verlaufen beide Linien zunächst gemeinsam durch die City bis zum "Place de la République".
Dort trennen sie sich:
Linie B fährt nach Norden, über Wacken (Ausstellungsgelände und Stadien) - Schiltigheim Ost - Bischheim Ost
nach "Hoenheim Gare".
Linie C fährt nach Osten zur "Esplanade", mit vielen Schulen und Universitäten.
Seit diese Linien den Verkehr aufgenommen haben, sind die durchfahrenen Stadt- und Ortsteile attraktiver geworden.
Ein Phänomen, dass auch bei der Linie A zu beobachten ist:
Es ist "in", im Bereich der Tram zu wohnen oder seinen Betrieb oder Geschäft dort zu haben.
Damit wird auch gern geworben. Kein Wunder, dass inzwischen jeder Stadtteil nach "seiner" Tramlinie verlangt...
Schon die Eröffnung der Linien B+C war ein Erfolg.
Klugerweise hatte die CTS für das Wochenende 2.+3.September 2000
freie Fahrt auf allen Linien verkündet und alle Fahrzeuge aktiviert.
So konnte man gleichzeitig testen, ob die Stromversorgung für die neuen Strecken ausreichend war. (Sie war es.)
Es liefen alle Trams -- brechend voll -- und zusätzlich noch die parallelen Buslinien -- auch voll!
Seit Montag 4.September 2000 fahren Linien B+C im Regelbetrieb. Die Buslinien haben nur noch Zubringerfunktion.
Die Trams B+C sind weiterhin voll und sind dabei, die Fahrgastzahlen der Tramlinie A noch zu übertreffen.
Beim Bau dieser beiden Linien hatte man aus den Erfahrungen mit dem Bau der Linie A gelernt und
ein ineinandergreifendes abschnittversetztes Bauverfahren eingeführt ("phasage" genannt).
Dadurch wurde man nicht nur schneller fertig, sondern man verringerte auch die Belastung für Anlieger
und anderen Verkehrsteilnehmer und sparte gegenüber dem Kostenvoranschlag 6,1 Millionen Euro ein.
Mit dem eingesparten Geld hat die CTS gleich 3 zusätzliche lange Eurotrams bestellt;
denn wegen der starken Nachfrage müssen mehr Trams eingesetzt werden, und die geplante Reserve von mindestens 6 Trams
im Depot ist auf 3 zusammengeschmolzen.
Ausbauplanungen
===============
Geplante Verlängerung der A im Nordwesten, nach Oberhausbergen
Im Nordwesten Strasbourgs endet die Linie A derzeit in Hautepierre Maillon.
Es ist beabsichtigt, sie bis ins Zentrum der nächsten Gemeinde, Oberhausbergen, weiterzuführen.
(siehe blau gestrichelte Linie auf dem Plan www.transport-strasbourg.org/pdf/carte_xt_tram.pdf )
Geplant: Verlängerung Tramlinie D nach Musau-Tuilerie, weiter nach Kehl
Die Tramlinie D endet zur Zeit in Etoile Polygone.
Beabsichtigt ist, sie über Neudorf - Musau - Parc du Rhin nach Kehl (Deutschland) weiterzuführen,
um die Buslinie 21 zu ersetzen.
Wegen der Rheinüberquerung ist eine Machbarkeitsstudie in Arbeit.
Ende 2001 wurde beschlossen, die Tram D auf jeden Fall bis zu den Haltestellen "Aristide Briant" und "Tuilerie" (kurz vor dem Rheinhafen) zu bauen und das Bus-Depot "Tuilerie" bis zum Jahr 2006 wieder zu einem Tramway-Depot umzubauen.
Verlängerung der Linie B nach Ostwald und Lingolsheim
Linie B soll bis 2006 über den bisherigen Endpunkt Elsau hinaus
bis OSTWALD Postamt und bis 2008 bis LINGOLSHEIM verlängert werden.
Verlängerung der Linie C nach Süden
Die Linien B+C kreuzen sich mit A+D im Stadtzentrum am "Place Homme der Fer" (= "Isernemannplatz").
Obwohl an diesem Kreuzungspunkt kein anderer Fahrzeugverkehr als die Tram mehr ist,
ist er inzwischen zu den Spitzenzeiten oft überfüllt.
Daher sucht man diesen Tram-Kreuzungspunkt zu entlasten, durch eine neue Verbindung im Osten der Stadt.
Dazu soll die Linie C vom derzeitigen Endpunkt Esplanade nach Süden weitergeführt werden, nach NEUDORF,
dort die verlängerte Linie D (nach Kehl) kreuzen und weiter nach Süden Richtung NEUHOF fahren.
(siehe grün gestrichelte Linie auf dem Plan www.transport-strasbourg.org/pdf/carte_xt_tram.pdf )
Es wurde bereits beschlossen, die Hochbrücke "Pont Winston Churchill" 2005 abzureißen und durch eine flache Brücke
zu ersetzen, über welche die Tram ab Esplanade zur Rue de Landsberg rollen wird.
Am 23.9.2002 beschloss die derzeitige Mehrheit im Stadtrat Strasbourg folgende Weiterführung der Tram C:
Ab der Station "Rue de Landsberg" über die Avenue Jean-Jaures nach Osten bis "Aristide Briant", dann einen Schwenk nach Süden über die Rue de Ratsamhausen bis "Gravière", dann bis an den Nordrand des Stadteils Neuhof.
Diese Linienführung ist umstritten, weil sie das Zentrum von Strasbourg-Neudorf und den Marktplatz umfährt und nicht erschließt, wie es frühere Planungen vorsahen.
Neue Tram-Linie E
Ab der Station "Wacken" soll eine neue Tram E vorbei am Palais de Droit de l'Homme
(=Europäischer Menschenrechts-Gerichtshof) nach Robertsau gebaut werden.
Von Wacken aus südlich soll diese neue Linie E die City im Osten umfahren und so die Innenstadt entlasten.
Sie soll ab Wacken auf Gleisen der Linie B fahren, ab Place de la République Richtung Osten
auf Gleisen der Linie C zur Esplanade und nach Neudorf,
von dort weiter zur Trasse der Tram A bis "Lycée Couffignal" oder bis "Baggersee".
Im Sommer 2002 wurde am Place de la République bereits eine zweigleisige T-Kreuzung eingebaut, die nun auch die direkte Fahrt zwischen dem Nord-Ast der Linie B und dem Ost-Ast der Linie C ermöglicht.
Verknüpfung mit neuen Eisenbahn-Haltepunkten
Die Eisenbahn baut folgende neue Haltepunkte, die demnächst einen schnellen Wechsel zwischen Eisenbahn und Tram ermöglichen:
"Hoenheim Gare" zur Tram B im Norden des Großraums Strasbourg (ab 2.9.2002 in Betrieb);
"Krimmeri" als Kreuzungspunkt mit der Tram A im Bereich Neudorf (ab Dezember 2003).
Langfristige Pläne (bis 2010)
Bis zum Jahre 2010 soll das Schienennetz noch weiter ausgebaut werden, vor allem durch Nutzung vorhandener Eisenbahnstrecken. So soll zB die Bahnstrecke Richtung Molsheim auch zur Anbindung des Flughafens Entzheim genutzt werden,
durch Zweisystem-Bahnen ähnlich Karlsruhe oder Saarbahn.
Haltestellen-Ansagen und -anzeige
Nach und nach wurden die Anzeigen und Ansagen der Haltestellen innerhalb der Tram immer weiter verbessert.
Der neueste Stand: Optisch werden Fahrtziel und nächster Halt angezeigt.
Akustisch hat inzwischen jede Station ihr eigenes Klangmuster bei der Haltestellenansage;
an Knotenpunkten und Wendestellen wird auch das Fahrtziel der Bahn angesagt.
An den Haltestellen hatte man anfangs Monitore, die die nächsten Bahnen anzeigten. Die waren jedoch bei hellem Licht
nicht so gut sichtbar.
Daher wurden sie inzwischen durch gut leuchtende LED-Schrifttafeln ersetzt.
Velos
In allen Trams dürfen Fahrräder mitgenommen werden, aber nur auf der hintersten Plattform und außerhalb der Spitzenzeiten werktags 7 - 9 Uhr und 17 - 19 Uhr.
Tickets
Fahrkarten aller Art gibt es inzwischen auch an den Automaten jeder Tramstation. Seit 2001 kann auch ein einzelnes Ticket
mit Kreditkarte bezahlt werden.
Fahrtdrahtvereisung
1998 gab es eine Wetterlage mit Eisregen, welche die Fahrdrähte mit soviel Eis umhüllte,
dass alle Trams mangels Stromzufuhr stehenblieben.
Um so etwas für die Zukunft zu vermeiden, können die Fahrdrähte jetzt bei Bedarf durch starke Ströme erwärmt werden.
Unfall und Signalanlagen im Bahnhofstunnel
Am 29.Oktober 1998 kam es zu dem bisher einzigen Zusammenstoß zweier Straßenbahnen: Eine Tram war wegen eines Fehlers
in der Elektronik hinter einer Kurve des Bahnhofstunnels liegengeblieben. Der Fahrer der folgenden Tram fuhr
trotz gelben Blinklichts mit zu hoher Geschwindigkeit (55 km/h) in den Tunnel und prallte trotz Bremsens
noch mit 35 km/h auf die stehende Tram.
Beide Trams blieben auf den Schienen. Beide Führerstände wurden eingedrückt. 17 Personen wurden verletzt,
aber zum Glück nicht ernsthaft.
Als Konsequenz aus dem Unfall wurde der Bahnhofstunnel in 5 Blockabschnitte aufgeteilt
und mit neuen Sensoren und Signalen versehen.
Nun bedeutet: Grün: Freie Fahrt. Die nächsten zwei Abschnitte sind frei.
Gelb: Vorsicht. Übernächster Abschnitt besetzt. Höchstgeschwindigkeit 30 km/h.
Rot: Absolutes Halt. Überfahren löst optischen und akustischen Alarm aus!
Durch die neuen Signalanlagen können die Trams nun im Minutenabstand durch den Tunnel fahren.
Weiterhin Vorrang für die Tram
Wie beliebt die Tram ist, zeigt auch folgende Begebenheit:
Seit den Wahlen Anfang des Jahres 2001 haben die "Linken" ihre Mehrheit im Stadtparlament verloren.
Die neue Mehrheit hatte sich für eine "autogerechtere Stadt" eingesetzt, aber die Wahl nur gewonnen,
weil die frühere Bürgermeisterin sich beim Austricksen ihrer Mitarbeiter übernommen hatte.
Nach der Wahl ruderte die neue Mehrheit zurück und verkündete:
"Die Tram ist eine Realität, die aus dem Straßburger Stadtbild nicht mehr wegzudenken ist."
Als im September 2001 bekannt wurde, dass an 3 großen Kreuzungen in Strasbourg die Vorrangschaltung
für die Tram aufgehoben war (angeblich testweise), ging ein Aufschrei von Empörung durch die Stadt.
Stadtverwaltung, Gemeindevertreter und Zeitungen wurden mit Beschwerden überhäuft.
Die neuen Bürgermeister beeilten sich zu verkünden, dass diese Maßnahme ohne ihr Wissen erfolgt sei
und dass ab sofort die Tram sich wieder wie gewohnt alle Ampeln auf freie Fahrt schalte.
Erläuterungen zu einzelnen Stationen:
Tram A und D:
- Hautepierre Maillon: Das Wegenetz im neuen Stadtteil Hautepierre wurde um sechseckige Waben angelegt,
wobei jede Wabe ihren Namen hat. Die derzeitige Endstelle Hautepierre liegt an der Wabe "Maillon".
- Hôpital de Hautepierre: Station liegt am Hauptzugang zu dieser neuen Universitätsklinik.
- Ducs d'Alsace: so genannt wie die Straße, die an die elsässischen Herzöge erinnert.
- St.Florent: wie die Kirche und das angrenzende alte Viertel des Ortsteils Cronenbourg.
Der Name ist aber nicht so heilig, wie er scheint. Nach alten Quellen kommt nämlich dieses "Saint Florent"
von dem ähnlich ausgesprochenen "seins frôlants" (= Busenreiben), einem beliebten derben Tanzsport früherer Zeiten.
- Rotonde: hier war früher eine Drehscheibe für Dampflokomotiven.
Kurz vor der Rampe des Bahnhofstunnels zweigen die Gleise zum Betriebshof Cronenbourg ab.
In Richtung "St.Florent" gibt es ein 3. Gleis, wo Bahnen wenden können.
- Gare Centrale: der Hauptbahnhof wird demnächst auch von den TGV, den Hochgeschwindigkeitszügen aus Paris angefahren.
Hinzu kommen viele andere Nah- und Fernverkehrszüge. Auch regionale Zweisystem-Bahnen sollen diesen Bahnhof anfahren.
Strasbourg ist seit langem schon der zweitgrößte Provinzbahnhof Frankreichs (nach Lyon).
- Ancienne Synagogue/Les Halles: hier stand früher die große Straßburger Synagoge.
Die Markthallen daneben sind heute ein Einkaufszentrum.
Die Hallen sind hervorgegangen aus dem alten Straßburger (Kopf-)Bahnhof. Nach 1871 hat die deutsche Bahnverwaltung
den heutigen riesigen Durchgangsbahnhof östlich der Innenstadt bauen lassen; der alte Kopfbahnhof wurde so überflüssig.
- Homme de Fer: Der Platz wird von den Elsässern "Iserne-Mann-Platz" genannt. Die Figur des eisernen Ritters an der Apotheke war früher das Aushängeschild des Geschäfts für Waffen und Rüstungen an diesem Platz.
Heute kreuzen hier die Tramlinien A+D die B+C.
In verkehrsschwachen Zeiten frühmorgens oder spätabends fährt nur jeder zweite Zug der B oder C
weiter zur westlichen Endstelle "Elsau", die anderen Trams wenden "Homme der Fer".
Hier gibt es auch Weichen und Gleise, die einen Wechsel von den Gleisen der A+D auf die Trasse der B+C ermöglichen,
aber dies wird nur innerbetrieblich genutzt.
- Langstross/Grand'Rue: Dies ist der Anfang der alten Straße nach "Tres Tabernae" (= Saverne = Zabern). Hier siedelten schon zu römischen Zeiten Gewerbetreibende.
Vor der Haltestelle ein Verbindungsgleis, welches aber nur bei Betriebsstörungen genutzt wird.
- Porte de l'Hôpital: in der Nähe liegt das einzige erhaltene Stadttor,
neben dem alten Spital, einem Komplex von Krankenhäusern so groß wie ein Stadtviertel. Heute Universitätsklinik.
- Etoile Bourse: nördlich des Place Etoile (= Sternplatz) liegt die alte Straßburger Börse.
- Etoile Polygone: südlich des Place Etoile, am Anfang der "Route de Polygone".
Station ist Anfang einer Ausweitung des Tramnetzes Richtung Osten. Hier wendet zur Zeit Tram D.
Die Linie A fährt an der Weiche am Südende des Place Etoile geradeaus und so an dieser Station vorbei.
- Schluthfeld: Name einer alten Gemarkung.
- Krimmeri/Stade de la Meinau: Unter der Station fließt ein Seitenarm des Rheins durch, der "Rhin Tortu" = "Krumme Rhein"
= elsässisch "Krimmeri". Das Meinau-Stadion liegt in der Nähe.
Die Station wird von den Gleisen der Eisenbahn Strasbourg-Kehl überquert.
Ab Dezember 2003 bekommt die Eisenbahn hier einen wichtigen Halte- und Wendepunkt, der ein rasches Umsteigen zur Tram ermöglicht.
- Lycée Couffignal: ist heute eine große höhere Schule, mit einer Abteilung Fachhochschule.
Hier soll eine Ausleitung aus der Tramtrasse gebaut werden, damit bestimmte Bahnen hier wenden können.
- Baggersee: wie der gleichnamige Badesee in der Nähe.
Umsteigepunkt für viele Buslinien, auch für den Schnellbus zum Flughafen.
Auch hier soll eine Ausleitung gebaut werden, weil die vorhandenen Weichen nur ein Wenden auf der Hauptstrecke zulassen.
- Campus Illkirch: an diesem Feld (lateinisch "campus") sind viele Universitätsteile in Illkirch.
Wichtiger Umsteigepunkt zu weiterführenden Buslinien.
- Illkirch Lixenbühl: ist die derzeitige Endstelle der Tram A, neben einem großen Schulzentrum gelegen.
Die Gleise sind schon ein Stück weitergebaut, für die Verlängerung nach Illkirch Zentrum.
Gemeinsame Stationen Tram B+C:
- Elsau: in diesem Stadtteil wenden zur Zeit beide Linien B+C.
Die Gleise sind bereits ein Stück weitergebaut, für die spätere Verlängerung Richtung Ostwald.
Derzeit werden sie zum Wenden und als Zufahrt zum Betriebshof Elsau genutzt.
- Montagne Verte (=Grüner Hügel): am Anfang des gleichnamigen Stadtteils gelegen. Mit Busbahnhof.
- Laiterie: Früher war die städtische Molkerei in der Nähe. Heute bekannt für Kultur und Theater.
- Musée d'Art Moderne: Genannt nach dem neuen Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst,
an dem die Tram 200 m später vorbeifährt.
- Faubourg National: mitten in der Rue Faubourg National. Weichen zum Wechsel auf das andere Gleis.
- Alt Winmärik: vor dem Alten Weinmarkt.
- Place Broglie: Platz seit der Römerzeit, später Großer Rossmarkt. Der Maréchal de Broglie ließ Linden zu einer Promenade anpflanzen. Das frühere Stadttheater -- heute Opernhaus ist hier, und auch das Stadtschloss der von Hanau-Lichtenberg und Hessen-Darmstadt -- heute Rathaus.
Tram fährt hier auf der gleichen Trasse wie die frühere meterspurige Straßenbahn.
Die Haltestelle ist vor der Banque de France.
- Place de la République: der frühere "Kaiserplatz". Nach der Station trennen sich die Linien:
Tram B biegt links ab nach Norden, Tram C fährt geradeaus nach Osten Richtung Esplanade.
Seit Sommer 2002 gibt es auch Verbindungsgleise zwischen der Nord- und der Oststrecke, für die zukünftige Linie E.
Stationen nur Tram B:
- Parc du Contades: Haltestelle genau vor der neuen Hauptsynagoge. Man wollte dies aber nicht als Stationsnamen,
und hat sie daher nach dem 200 Jahre alte Park benannt, der dahinter liegt.
- Lycée Kleber: Station vor dem Kleber-Gymnasium, am Place Bordeaux.
Der "Palais de Musique et des Congrès" ist in Sichtweite.
- Wacken: Station am Platz vor dem Ausstellungsgelände. Zusätzliches Gleis für Verstärkungsbahnen.
Hier soll später die Linie Richtung Robertsau abzweigen.
- Rives de l'Aar: Tram fährt über Brücke und hält dann am Ufer dieses Nebenflusses der Ill.
- Futura Glacière: Am Fluss wurde früher im Winter für die Schiltigheimer Brauereien Eis gebrochen und eingelagert.
Neben der Station das neue Zentrum Futura.
- Le Marais: Der Morast, der der Gegend den Namen gab, wurde mit großen Häusern und 2 Schulen bebaut.
- Pont Phario: Östlich dieser Brücke beginnt der Stadtteil Robertsau.
Hinter der Station ist ein Verbindungsgleis. Bei starkem Andrang wenden hier Verstärkungsbahnen.
- Lycée Marc Bloch: Das Gymnasium ist nach dem jüdischen Universitätsprofessor und Widerstandskämpfer benannt.
- Hoenheim Gare: Endstation der Tram B. Viele Parkplätze für Pendler.
Hoenheim Tram: Seit dem 2. September 2002 halten hier auch die Züge der Regionalbahn Strasbourg - Herrlisheim - Lauterbourg.
Stationen nur Tram C:
- Gallia: Station ist auf der Illbrücke. Am rechten Ufer war steht das frühere Gebäude der "Germania"-Versicherung,
von den Franzosen 1919 einfach in "Gallia" umbenannt.
Von hier ab führt die Trasse durch eine herrliche Platanenallee, von der kein einziger Baum gefällt wurde.
- Esplanade: Vorläufiges Ende der Tram C, mit Verbindungs- und Wendegleisen auf beiden Seiten, so dass
bei starkem Andrang Züge auf beiden Stationsgleisen wenden können.
19.10.2002 roski.franz@wanadoo.fr
Straßburgs neue "Eurotram"
Straßburg hatte seit 1878 Straßenbahnen. Bald fuhren sie nicht nur in der Stadt, sondern auch übers ganze Land,
sogar über den Gebirgskamm der Vogesen. Wo es zu steil wurde, mit Zahnrad-Unterstützung.
Sehr schön sieht man dies in dem Film des Tram-Ingenieurs Georges Müller
(gesendet vom FR3 Alsace; ich habe ihn zT aufgezeichnet).
Die deutsche Verwaltung des Reichslandes Elsaß bestand auf einem einheitlichen System in Baden und Elsass;
daher wurden alle Elsässer Straßenbahnen auf Meterspur (1000 mm) umgestellt, wie in der angrenzenden Ortenau (Baden) üblich.
Die Straßburger Straßenbahnlinie 1 fuhr bis 1944 über die Rheinbrücke nach Kehl (Deutschland). Daraus resultiert
noch heute die Strasbourger Buslinie 1/21, die über den Rhein (= Staatsgrenze) nach "Kehl Stadthalle" fährt.
Nach dem 2.Weltkrieg wurden keine neuen Straßenbahnlinien mehr gebaut. Nach und nach wurden immer mehr Strecken aufgegeben. Am 30. April 1960 wurde die letzte Straßenbahnlinie eingestellt, mit einer Parade historischer Fahrzeuge.
Da Straßburg in einem Kessel liegt, der sich bei Sonnenschein rasch aufheizt, machten sich die negativen Auswirkungen
des steigenden Autoverkehrs hier besonders bemerkbar. Abhilfe musste her.
Man wollte wieder elektrische Bahnen in der Stadt.
Zur Debatte standen:
- 1) U-Bahn wie in PARIS,
- 2) VAL = eine automatische U-Bahn (ähnlich LILLE, TOULOUSE und seit 2002 RENNES),
- 3) moderne niederflurige Straßenbahn.
1989 entschied man sich bewusst gegen eine Metro (U-Bahn) mit ihren dunklen Gängen und Tunneln.
Man wollte eine offene, helle Straßenbahn, die (mit Ausnahme des Bahnhofs-Tunnels) stets überirdisch fährt.
Nach 34 Jahren ohne Tram gab es ab Herbst 1994 in Strasbourg wieder Straßenbahnen, nun mit Normalspur 1435 mm.
Man bestand auf Niederflurfahrzeugen, die schließlich von ADTRANZ in verschiedenen Ländern Europas gefertigt wurden. Inzwischen fährt diese "Eurotram" zB auch im italienischen Mailand, und seit Ende 2001 die Eurotram3 in einem riesigen Netz um das portugiesische Porto.
Für die Strasbourger Eurotram1 und Eurotram2 ist charakteristisch:
- Einstieg und Innenraum ohne Stufen;
- breite Schiebetüren für raschen Fahrgastwechsel;
- große Fenster, futuristisches Design, Klima-Anlage;
- geräumige Wagenkästen, die jeweils in ein Doppelachs-Element eingehängt sind;
- selbst die Doppelachs-Elemente kann man begehen und in ihnen sitzen;
- leichter, aber stabiler geschweißter Aluminium-Rahmen, der Erschütterungen vermeidet
und gleichzeitig selbst bei Zusammenstößen mit LKWs intakt bleibt;
- Trennung vom Autoverkehr;
- Bei Abfahrt an der Haltestelle schaltet die Tram alle Ampeln bis zur nächsten Haltestelle auf freie Fahrt.
Anhand zweier vergleichender Fotoserien im Internet kann man sehen, wie sich das Stadtbild und die Lebensqualität durch die Einführung der Tram verbessert haben.
Am besten finde ich die vergleichende Darstellung zu den Linien B+C :
http://www.transports-strasbourg.org/pdf/tram_avant_apres_b.pdf
Ebenso Strasbourg vor und nach der Einführung der Linie A :
http://www.transports-strasbourg.org/pdf/tram_avant_apres_a.pdf
Inzwischen ist alles noch viel schöner geworden, weil Bäume, Büsche und andere Pflanzen gewachsen sind.
Literatur:
1. "L'Année du Tram" von Georges Muller,
Hirlé Strasbourg 1994, ISBN 2-910048-15-2
239 pages, illustr.
2. "Génération Tram" von Georges Muller,
Oberlin Strasbourg 2000, ISBN 2-85369-209-4
125 pages, illustr.
3. "Strasbourg Tramways"
(nur schwarz-weiß, nur zur historischen Strasbourger Straßenbahn bis 1960)
Pläne:
1. Plan des gesamten Tram- und Bus-Netzes Strasbourg:
http://www.transports-strasbourg.org/pdf/CTS_schema_reseau.pdf
2. übersichtliches Schema des aktuellen Tram-Netzes Strasbourg:
in www.strasbourgeois-exprimez-vous.com
dann anklicken: "le tramway pour Neudorf"
dann anklicken: "le réseau de tram aujourd'hui"
3. Plan des zukünftigen Tram-Netzes Strasbourg:
in www.strasbourgeois-exprimez-vous.com
dann anklicken: "le tramway pour Neudorf"
dann anklicken: "le réseau de tram de demain"
Die Zeichnungen geplanter neuer Strecken in:
http://www.transports-strasbourg.org/pdf/carte_xt_tram.pdf
treffen wegen der Beschlüsse von Ende 2001 nicht mehr überall zu.
4. zu den Plänen Tram-Train im Großraum Strasbourg:
http://www.chez.com/trainsdefrance/trtrstra.html
(mit guter Karte)
5. Jede Tramway-Station, Straße, öffentliches Gebäude als Plan oder Luftbild:
www.mairie-strasbourg.fr/sigcus/index_photo.html
auf "Recherche" klicken und gewünschtes auswählen
Tramlinien A und D
Die erste neue Tramlinie "A" fuhr ab November 1994 zunächst nur in Strasbourg,
zwischen "Hautepierre Maillon" und "Baggersee".
Obwohl die erste Serie der neuen Eurotram ihre Macken hatte (Elektronik, Türen, Motoren), waren schon im Dezember 1994
die Fahrgastprognosen weit übertroffen. (Mai 2001 schrieb der Tram-Ingenieur Georges Muller, die Linie A sei
die am stärksten benutzte Tramlinie Frankreichs. Erwartet waren 55.000 Fahrgäste/Tag; aber bereits 1 Monat
nach Eröffnung wurden an normalen Tagen schon über 80.000/Tag befördert,
Spitzenwerte -- zB bei Ausstellungen und zur Weihnachtszeit -- 180.000/Tag!)
Um mehr Fahrgäste befördern zu können, wurden zunächst zwischen dem Wendegleis an der Haltestelle "Rotonde"
und dem Endpunkt im Süden ("Baggersee") zusätzliche Bahnen eingesetzt.
Nachteilig war bei dieser Maßnahme, dass die Bahnen im Süden immer bis zum damaligen Endpunkt fahren mussten.
Es gibt zwar dazwischen noch Weichen und Verbindungsgleise (am Place Etoile und am Lycée Couffignal),
aber die Zugfolge war so dicht geworden, dass jedes Wendemanöver auf der Strecke den Verkehr aufgehalten hätte.
Also baute man am Süd-Ende des Place Etoile (= Sternplatz) einen doppelgleisigen Abzweig
bis zum Anfang der "Route de Polygone", also bis zum Anfang des Stadtteils Neudorf,
mit einer neuen Endhaltestelle "Etoile Polygone".
(Dieser Abzweig wird später der Verlängerung der Linie D Richtung Musau - Kehl dienen {siehe unten}.)
Seit 1999 fährt von 7 bis 19 Uhr, an allen Tagen außer Sonntags, zwischen "Rotonde" und "Etoile Bourse",
also auf der Strecke durch das Stadtzentrum, zwischen den Bahnen der Linie A [Hautepierre Maillon -- Baggersee -- Illkirch]
je ein Zug der neuen Linie "D" [Rotonde -- Etoile Polygone].
Dadurch wurde die Kapazität in dem besonders stark frequentierten Abschnitt Rotonde-Bahnhof-City-Place Etoile
nahezu verdoppelt.
Zusätzlich werden auf der Linie A alle verfügbaren längeren Eurotrams eingesetzt, nämlich 9-gliedrige Wagen, die bis zu 400 Fahrgäste befördern können. Sie sind baugleich mit den ersten 7-gliedrigen Eurotrams für 300 Personen --- nur um ein Doppelachs-Element und einen eingehängten Wagenkasten länger. Sie sind fast 44 m lang und sollen damit die längsten Straßenbahnwagen der Welt sein.
Verlängerung der Tram A nach Illkirch
Ursprünglich hatte sich der Rat der Gemeinde Illkirch-Graffenstaden (45.000 Einwohner, südlich von Strasbourg)
nicht einigen können, die Straßenbahn zu übernehmen. Also endete die erste Tram in der Höhe des "Baggersees",
genau an der Stadtgrenze. Alle Fahrgäste in die südlichen Gemeinden mussten am Baggersee in Busse umsteigen.
(Dabei hatte es bis 1959 eine beliebte schnelle Straßenbahnlinie zwischen Straßburg und Illkirch gegeben.)
Zwei Jahre später entschloss man sich zur Verlängerung, zunächst bis Illkirch, rue de Lixenbühl.
(Für die Verlängerung bis ins Zentrum von Illkirch sind zwar breite Trassen da, aber der Gemeinderat von Illkirch...
Daher ist ungewiss, wann sie bis ins Zentrum von Illkirch weitergebaut wird.)
Seit 1998 läuft die Tram A bis "Illkirch Lixenbuhl" und bedient so die Kasernen Leclerc der Armee, das Gewerbegebiet und die Süd-Universität ("Campus Illkirch") und das Schulzentrum Lixenbühl.
Am "Campus Illkirch" wurde ein neuer Busbahnhof geschaffen, mit vielen Anschlüssen.
Seitdem verlagern sich die wirtschaftliche Aktivitäten dahin, wo die Tram bereits fährt.
Der Flughafen-Zubringer zum Flughafen Strasbourg-Entzheim fährt seit dieser Zeit
von und bis zur Tramstation Baggersee und hat so Anschluss an die Tram A.
Tramlinien B und C
Sozusagen quer zu den bisherigen Tramlinien verkehren seit September 2000 die neuen Linien B + C.
Vom neuen Betriebshof Elsau verlaufen beide Linien zunächst gemeinsam durch die City bis zum "Place de la République".
Dort trennen sie sich:
Linie B fährt nach Norden, über Wacken (Ausstellungsgelände und Stadien) - Schiltigheim Ost - Bischheim Ost
nach "Hoenheim Gare".
Linie C fährt nach Osten zur "Esplanade", mit vielen Schulen und Universitäten.
Seit diese Linien den Verkehr aufgenommen haben, sind die durchfahrenen Stadt- und Ortsteile attraktiver geworden.
Ein Phänomen, dass auch bei der Linie A zu beobachten ist:
Es ist "in", im Bereich der Tram zu wohnen oder seinen Betrieb oder Geschäft dort zu haben.
Damit wird auch gern geworben. Kein Wunder, dass inzwischen jeder Stadtteil nach "seiner" Tramlinie verlangt...
Schon die Eröffnung der Linien B+C war ein Erfolg.
Klugerweise hatte die CTS für das Wochenende 2.+3.September 2000
freie Fahrt auf allen Linien verkündet und alle Fahrzeuge aktiviert.
So konnte man gleichzeitig testen, ob die Stromversorgung für die neuen Strecken ausreichend war. (Sie war es.)
Es liefen alle Trams -- brechend voll -- und zusätzlich noch die parallelen Buslinien -- auch voll!
Seit Montag 4.September 2000 fahren Linien B+C im Regelbetrieb. Die Buslinien haben nur noch Zubringerfunktion.
Die Trams B+C sind weiterhin voll und sind dabei, die Fahrgastzahlen der Tramlinie A noch zu übertreffen.
Beim Bau dieser beiden Linien hatte man aus den Erfahrungen mit dem Bau der Linie A gelernt und
ein ineinandergreifendes abschnittversetztes Bauverfahren eingeführt ("phasage" genannt).
Dadurch wurde man nicht nur schneller fertig, sondern man verringerte auch die Belastung für Anlieger
und anderen Verkehrsteilnehmer und sparte gegenüber dem Kostenvoranschlag 6,1 Millionen Euro ein.
Mit dem eingesparten Geld hat die CTS gleich 3 zusätzliche lange Eurotrams bestellt;
denn wegen der starken Nachfrage müssen mehr Trams eingesetzt werden, und die geplante Reserve von mindestens 6 Trams
im Depot ist auf 3 zusammengeschmolzen.
Ausbauplanungen
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Geplante Verlängerung der A im Nordwesten, nach Oberhausbergen
Im Nordwesten Strasbourgs endet die Linie A derzeit in Hautepierre Maillon.
Es ist beabsichtigt, sie bis ins Zentrum der nächsten Gemeinde, Oberhausbergen, weiterzuführen.
(siehe blau gestrichelte Linie auf dem Plan www.transport-strasbourg.org/pdf/carte_xt_tram.pdf )
Geplant: Verlängerung Tramlinie D nach Musau-Tuilerie, weiter nach Kehl
Die Tramlinie D endet zur Zeit in Etoile Polygone.
Beabsichtigt ist, sie über Neudorf - Musau - Parc du Rhin nach Kehl (Deutschland) weiterzuführen,
um die Buslinie 21 zu ersetzen.
Wegen der Rheinüberquerung ist eine Machbarkeitsstudie in Arbeit.
Ende 2001 wurde beschlossen, die Tram D auf jeden Fall bis zu den Haltestellen "Aristide Briant" und "Tuilerie" (kurz vor dem Rheinhafen) zu bauen und das Bus-Depot "Tuilerie" bis zum Jahr 2006 wieder zu einem Tramway-Depot umzubauen.
Verlängerung der Linie B nach Ostwald und Lingolsheim
Linie B soll bis 2006 über den bisherigen Endpunkt Elsau hinaus
bis OSTWALD Postamt und bis 2008 bis LINGOLSHEIM verlängert werden.
Verlängerung der Linie C nach Süden
Die Linien B+C kreuzen sich mit A+D im Stadtzentrum am "Place Homme der Fer" (= "Isernemannplatz").
Obwohl an diesem Kreuzungspunkt kein anderer Fahrzeugverkehr als die Tram mehr ist,
ist er inzwischen zu den Spitzenzeiten oft überfüllt.
Daher sucht man diesen Tram-Kreuzungspunkt zu entlasten, durch eine neue Verbindung im Osten der Stadt.
Dazu soll die Linie C vom derzeitigen Endpunkt Esplanade nach Süden weitergeführt werden, nach NEUDORF,
dort die verlängerte Linie D (nach Kehl) kreuzen und weiter nach Süden Richtung NEUHOF fahren.
(siehe grün gestrichelte Linie auf dem Plan www.transport-strasbourg.org/pdf/carte_xt_tram.pdf )
Es wurde bereits beschlossen, die Hochbrücke "Pont Winston Churchill" 2005 abzureißen und durch eine flache Brücke
zu ersetzen, über welche die Tram ab Esplanade zur Rue de Landsberg rollen wird.
Am 23.9.2002 beschloss die derzeitige Mehrheit im Stadtrat Strasbourg folgende Weiterführung der Tram C:
Ab der Station "Rue de Landsberg" über die Avenue Jean-Jaures nach Osten bis "Aristide Briant", dann einen Schwenk nach Süden über die Rue de Ratsamhausen bis "Gravière", dann bis an den Nordrand des Stadteils Neuhof.
Diese Linienführung ist umstritten, weil sie das Zentrum von Strasbourg-Neudorf und den Marktplatz umfährt und nicht erschließt, wie es frühere Planungen vorsahen.
Neue Tram-Linie E
Ab der Station "Wacken" soll eine neue Tram E vorbei am Palais de Droit de l'Homme
(=Europäischer Menschenrechts-Gerichtshof) nach Robertsau gebaut werden.
Von Wacken aus südlich soll diese neue Linie E die City im Osten umfahren und so die Innenstadt entlasten.
Sie soll ab Wacken auf Gleisen der Linie B fahren, ab Place de la République Richtung Osten
auf Gleisen der Linie C zur Esplanade und nach Neudorf,
von dort weiter zur Trasse der Tram A bis "Lycée Couffignal" oder bis "Baggersee".
Im Sommer 2002 wurde am Place de la République bereits eine zweigleisige T-Kreuzung eingebaut, die nun auch die direkte Fahrt zwischen dem Nord-Ast der Linie B und dem Ost-Ast der Linie C ermöglicht.
Verknüpfung mit neuen Eisenbahn-Haltepunkten
Die Eisenbahn baut folgende neue Haltepunkte, die demnächst einen schnellen Wechsel zwischen Eisenbahn und Tram ermöglichen:
"Hoenheim Gare" zur Tram B im Norden des Großraums Strasbourg (ab 2.9.2002 in Betrieb);
"Krimmeri" als Kreuzungspunkt mit der Tram A im Bereich Neudorf (ab Dezember 2003).
Langfristige Pläne (bis 2010)
Bis zum Jahre 2010 soll das Schienennetz noch weiter ausgebaut werden, vor allem durch Nutzung vorhandener Eisenbahnstrecken. So soll zB die Bahnstrecke Richtung Molsheim auch zur Anbindung des Flughafens Entzheim genutzt werden,
durch Zweisystem-Bahnen ähnlich Karlsruhe oder Saarbahn.
Haltestellen-Ansagen und -anzeige
Nach und nach wurden die Anzeigen und Ansagen der Haltestellen innerhalb der Tram immer weiter verbessert.
Der neueste Stand: Optisch werden Fahrtziel und nächster Halt angezeigt.
Akustisch hat inzwischen jede Station ihr eigenes Klangmuster bei der Haltestellenansage;
an Knotenpunkten und Wendestellen wird auch das Fahrtziel der Bahn angesagt.
An den Haltestellen hatte man anfangs Monitore, die die nächsten Bahnen anzeigten. Die waren jedoch bei hellem Licht
nicht so gut sichtbar.
Daher wurden sie inzwischen durch gut leuchtende LED-Schrifttafeln ersetzt.
Velos
In allen Trams dürfen Fahrräder mitgenommen werden, aber nur auf der hintersten Plattform und außerhalb der Spitzenzeiten werktags 7 - 9 Uhr und 17 - 19 Uhr.
Tickets
Fahrkarten aller Art gibt es inzwischen auch an den Automaten jeder Tramstation. Seit 2001 kann auch ein einzelnes Ticket
mit Kreditkarte bezahlt werden.
Fahrtdrahtvereisung
1998 gab es eine Wetterlage mit Eisregen, welche die Fahrdrähte mit soviel Eis umhüllte,
dass alle Trams mangels Stromzufuhr stehenblieben.
Um so etwas für die Zukunft zu vermeiden, können die Fahrdrähte jetzt bei Bedarf durch starke Ströme erwärmt werden.
Unfall und Signalanlagen im Bahnhofstunnel
Am 29.Oktober 1998 kam es zu dem bisher einzigen Zusammenstoß zweier Straßenbahnen: Eine Tram war wegen eines Fehlers
in der Elektronik hinter einer Kurve des Bahnhofstunnels liegengeblieben. Der Fahrer der folgenden Tram fuhr
trotz gelben Blinklichts mit zu hoher Geschwindigkeit (55 km/h) in den Tunnel und prallte trotz Bremsens
noch mit 35 km/h auf die stehende Tram.
Beide Trams blieben auf den Schienen. Beide Führerstände wurden eingedrückt. 17 Personen wurden verletzt,
aber zum Glück nicht ernsthaft.
Als Konsequenz aus dem Unfall wurde der Bahnhofstunnel in 5 Blockabschnitte aufgeteilt
und mit neuen Sensoren und Signalen versehen.
Nun bedeutet: Grün: Freie Fahrt. Die nächsten zwei Abschnitte sind frei.
Gelb: Vorsicht. Übernächster Abschnitt besetzt. Höchstgeschwindigkeit 30 km/h.
Rot: Absolutes Halt. Überfahren löst optischen und akustischen Alarm aus!
Durch die neuen Signalanlagen können die Trams nun im Minutenabstand durch den Tunnel fahren.
Weiterhin Vorrang für die Tram
Wie beliebt die Tram ist, zeigt auch folgende Begebenheit:
Seit den Wahlen Anfang des Jahres 2001 haben die "Linken" ihre Mehrheit im Stadtparlament verloren.
Die neue Mehrheit hatte sich für eine "autogerechtere Stadt" eingesetzt, aber die Wahl nur gewonnen,
weil die frühere Bürgermeisterin sich beim Austricksen ihrer Mitarbeiter übernommen hatte.
Nach der Wahl ruderte die neue Mehrheit zurück und verkündete:
"Die Tram ist eine Realität, die aus dem Straßburger Stadtbild nicht mehr wegzudenken ist."
Als im September 2001 bekannt wurde, dass an 3 großen Kreuzungen in Strasbourg die Vorrangschaltung
für die Tram aufgehoben war (angeblich testweise), ging ein Aufschrei von Empörung durch die Stadt.
Stadtverwaltung, Gemeindevertreter und Zeitungen wurden mit Beschwerden überhäuft.
Die neuen Bürgermeister beeilten sich zu verkünden, dass diese Maßnahme ohne ihr Wissen erfolgt sei
und dass ab sofort die Tram sich wieder wie gewohnt alle Ampeln auf freie Fahrt schalte.
Erläuterungen zu einzelnen Stationen:
Tram A und D:
- Hautepierre Maillon: Das Wegenetz im neuen Stadtteil Hautepierre wurde um sechseckige Waben angelegt,
wobei jede Wabe ihren Namen hat. Die derzeitige Endstelle Hautepierre liegt an der Wabe "Maillon".
- Hôpital de Hautepierre: Station liegt am Hauptzugang zu dieser neuen Universitätsklinik.
- Ducs d'Alsace: so genannt wie die Straße, die an die elsässischen Herzöge erinnert.
- St.Florent: wie die Kirche und das angrenzende alte Viertel des Ortsteils Cronenbourg.
Der Name ist aber nicht so heilig, wie er scheint. Nach alten Quellen kommt nämlich dieses "Saint Florent"
von dem ähnlich ausgesprochenen "seins frôlants" (= Busenreiben), einem beliebten derben Tanzsport früherer Zeiten.
- Rotonde: hier war früher eine Drehscheibe für Dampflokomotiven.
Kurz vor der Rampe des Bahnhofstunnels zweigen die Gleise zum Betriebshof Cronenbourg ab.
In Richtung "St.Florent" gibt es ein 3. Gleis, wo Bahnen wenden können.
- Gare Centrale: der Hauptbahnhof wird demnächst auch von den TGV, den Hochgeschwindigkeitszügen aus Paris angefahren.
Hinzu kommen viele andere Nah- und Fernverkehrszüge. Auch regionale Zweisystem-Bahnen sollen diesen Bahnhof anfahren.
Strasbourg ist seit langem schon der zweitgrößte Provinzbahnhof Frankreichs (nach Lyon).
- Ancienne Synagogue/Les Halles: hier stand früher die große Straßburger Synagoge.
Die Markthallen daneben sind heute ein Einkaufszentrum.
Die Hallen sind hervorgegangen aus dem alten Straßburger (Kopf-)Bahnhof. Nach 1871 hat die deutsche Bahnverwaltung
den heutigen riesigen Durchgangsbahnhof östlich der Innenstadt bauen lassen; der alte Kopfbahnhof wurde so überflüssig.
- Homme de Fer: Der Platz wird von den Elsässern "Iserne-Mann-Platz" genannt. Die Figur des eisernen Ritters an der Apotheke war früher das Aushängeschild des Geschäfts für Waffen und Rüstungen an diesem Platz.
Heute kreuzen hier die Tramlinien A+D die B+C.
In verkehrsschwachen Zeiten frühmorgens oder spätabends fährt nur jeder zweite Zug der B oder C
weiter zur westlichen Endstelle "Elsau", die anderen Trams wenden "Homme der Fer".
Hier gibt es auch Weichen und Gleise, die einen Wechsel von den Gleisen der A+D auf die Trasse der B+C ermöglichen,
aber dies wird nur innerbetrieblich genutzt.
- Langstross/Grand'Rue: Dies ist der Anfang der alten Straße nach "Tres Tabernae" (= Saverne = Zabern). Hier siedelten schon zu römischen Zeiten Gewerbetreibende.
Vor der Haltestelle ein Verbindungsgleis, welches aber nur bei Betriebsstörungen genutzt wird.
- Porte de l'Hôpital: in der Nähe liegt das einzige erhaltene Stadttor,
neben dem alten Spital, einem Komplex von Krankenhäusern so groß wie ein Stadtviertel. Heute Universitätsklinik.
- Etoile Bourse: nördlich des Place Etoile (= Sternplatz) liegt die alte Straßburger Börse.
- Etoile Polygone: südlich des Place Etoile, am Anfang der "Route de Polygone".
Station ist Anfang einer Ausweitung des Tramnetzes Richtung Osten. Hier wendet zur Zeit Tram D.
Die Linie A fährt an der Weiche am Südende des Place Etoile geradeaus und so an dieser Station vorbei.
- Schluthfeld: Name einer alten Gemarkung.
- Krimmeri/Stade de la Meinau: Unter der Station fließt ein Seitenarm des Rheins durch, der "Rhin Tortu" = "Krumme Rhein"
= elsässisch "Krimmeri". Das Meinau-Stadion liegt in der Nähe.
Die Station wird von den Gleisen der Eisenbahn Strasbourg-Kehl überquert.
Ab Dezember 2003 bekommt die Eisenbahn hier einen wichtigen Halte- und Wendepunkt, der ein rasches Umsteigen zur Tram ermöglicht.
- Lycée Couffignal: ist heute eine große höhere Schule, mit einer Abteilung Fachhochschule.
Hier soll eine Ausleitung aus der Tramtrasse gebaut werden, damit bestimmte Bahnen hier wenden können.
- Baggersee: wie der gleichnamige Badesee in der Nähe.
Umsteigepunkt für viele Buslinien, auch für den Schnellbus zum Flughafen.
Auch hier soll eine Ausleitung gebaut werden, weil die vorhandenen Weichen nur ein Wenden auf der Hauptstrecke zulassen.
- Campus Illkirch: an diesem Feld (lateinisch "campus") sind viele Universitätsteile in Illkirch.
Wichtiger Umsteigepunkt zu weiterführenden Buslinien.
- Illkirch Lixenbühl: ist die derzeitige Endstelle der Tram A, neben einem großen Schulzentrum gelegen.
Die Gleise sind schon ein Stück weitergebaut, für die Verlängerung nach Illkirch Zentrum.
Gemeinsame Stationen Tram B+C:
- Elsau: in diesem Stadtteil wenden zur Zeit beide Linien B+C.
Die Gleise sind bereits ein Stück weitergebaut, für die spätere Verlängerung Richtung Ostwald.
Derzeit werden sie zum Wenden und als Zufahrt zum Betriebshof Elsau genutzt.
- Montagne Verte (=Grüner Hügel): am Anfang des gleichnamigen Stadtteils gelegen. Mit Busbahnhof.
- Laiterie: Früher war die städtische Molkerei in der Nähe. Heute bekannt für Kultur und Theater.
- Musée d'Art Moderne: Genannt nach dem neuen Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst,
an dem die Tram 200 m später vorbeifährt.
- Faubourg National: mitten in der Rue Faubourg National. Weichen zum Wechsel auf das andere Gleis.
- Alt Winmärik: vor dem Alten Weinmarkt.
- Place Broglie: Platz seit der Römerzeit, später Großer Rossmarkt. Der Maréchal de Broglie ließ Linden zu einer Promenade anpflanzen. Das frühere Stadttheater -- heute Opernhaus ist hier, und auch das Stadtschloss der von Hanau-Lichtenberg und Hessen-Darmstadt -- heute Rathaus.
Tram fährt hier auf der gleichen Trasse wie die frühere meterspurige Straßenbahn.
Die Haltestelle ist vor der Banque de France.
- Place de la République: der frühere "Kaiserplatz". Nach der Station trennen sich die Linien:
Tram B biegt links ab nach Norden, Tram C fährt geradeaus nach Osten Richtung Esplanade.
Seit Sommer 2002 gibt es auch Verbindungsgleise zwischen der Nord- und der Oststrecke, für die zukünftige Linie E.
Stationen nur Tram B:
- Parc du Contades: Haltestelle genau vor der neuen Hauptsynagoge. Man wollte dies aber nicht als Stationsnamen,
und hat sie daher nach dem 200 Jahre alte Park benannt, der dahinter liegt.
- Lycée Kleber: Station vor dem Kleber-Gymnasium, am Place Bordeaux.
Der "Palais de Musique et des Congrès" ist in Sichtweite.
- Wacken: Station am Platz vor dem Ausstellungsgelände. Zusätzliches Gleis für Verstärkungsbahnen.
Hier soll später die Linie Richtung Robertsau abzweigen.
- Rives de l'Aar: Tram fährt über Brücke und hält dann am Ufer dieses Nebenflusses der Ill.
- Futura Glacière: Am Fluss wurde früher im Winter für die Schiltigheimer Brauereien Eis gebrochen und eingelagert.
Neben der Station das neue Zentrum Futura.
- Le Marais: Der Morast, der der Gegend den Namen gab, wurde mit großen Häusern und 2 Schulen bebaut.
- Pont Phario: Östlich dieser Brücke beginnt der Stadtteil Robertsau.
Hinter der Station ist ein Verbindungsgleis. Bei starkem Andrang wenden hier Verstärkungsbahnen.
- Lycée Marc Bloch: Das Gymnasium ist nach dem jüdischen Universitätsprofessor und Widerstandskämpfer benannt.
- Hoenheim Gare: Endstation der Tram B. Viele Parkplätze für Pendler.
Hoenheim Tram: Seit dem 2. September 2002 halten hier auch die Züge der Regionalbahn Strasbourg - Herrlisheim - Lauterbourg.
Stationen nur Tram C:
- Gallia: Station ist auf der Illbrücke. Am rechten Ufer war steht das frühere Gebäude der "Germania"-Versicherung,
von den Franzosen 1919 einfach in "Gallia" umbenannt.
Von hier ab führt die Trasse durch eine herrliche Platanenallee, von der kein einziger Baum gefällt wurde.
- Esplanade: Vorläufiges Ende der Tram C, mit Verbindungs- und Wendegleisen auf beiden Seiten, so dass
bei starkem Andrang Züge auf beiden Stationsgleisen wenden können.
19.10.2002 roski.franz@wanadoo.fr