Die Kameradschaften...


 

Kameradschaftverein Grafschaft 

Internet: http://www.kameradschaftsverein.de  

1. Vorsitzender: Josef Knape, Am Wilzenberg 4
                        57392 Schmallenberg-Grafschaft
                        Tel.: 02972/6647    
                        Fax: 002972/9798332
                        E-Mail: Kameradschaftsverein@grafschaft-sauerland.de

 

Schriftführer:    Bernd Schäfer   Am Wilzenberg 27       57392 Schmallenberg    Tel.:02972 961290  Fax: 02972 921489

gegründet:                   1872
Mitglieder:                       96

Mitglied im Bezirksverband seit dem 16. November 1991

 Im Jahre 1872 konnte sich der "Grafschafter Kriegerverein" gründen und bereits am 29. September sein erstes Kriegerfest feiern. Im nächsten Jahr gab sich der Verein eine Satzung, die aus 41 Paragraphen und 34 Zusätzen bestand, und anschließend von Amtmann Röper polizeilich genehmigt wurde. 1875 zählte der Verein 31 Mitglieder, die einen Jahresbeitrag von je 50 Pfg. ab 1884 aber schon 1, 20 Mark zu zahlen hatten.

Zur Beschaffung des Bildes der allerseligsten Jungfrau Maria, welches zur dankbaren Erinnerung an die glückliche Heimkehr aus den vielen Feldzügen und die Dienstzeit im Jahre 1887 vom Verein in den Hochaltar der Pfarrkirche geschenkt wurde, zahlte der Verein aus der Vereinskasse 100 Mark, und weitere 100 Mark wurden von den Mitgliedern gespendet.

Die 60 Mitglieder des Vereins, bestehend aus 21 Kombattanten (Kombattanten: im Kriegsfalle "Mitkämpfer" einer Streitmacht, also Soldaten aber auch sonstige Personen, die zur kämpfenden Truppe gehören, für die nach Völkerrecht und Genfer Konvention im Falle einer Gefangennahme die Vorschriften für Kriegsgefangene gelten und als solche behandelt werden müssen. Den Streitkräften angehörende Nichtkombattanten, Richter, Beamte, Angestellte, Arbeiter und Berichterstatter werden wie Kombattanten behandelt. "Nichtkombattanten" sind auch Soldaten des Sanitätsdienstes und Seelsorgepersonal. Ihnen ist es erlaubt zur Selbstverteidigung und um  Angriffe gegen das Völkerrecht abzuwehren, Schusswaffen zu tragen wenn sie hierzu innerstaatlich berechtigt sind. In der BRD tragen Militärpfarrer keine Schusswaffen.) und 39 Nichtkombattanten  lehnen 1898 den Beitritt zum Deutschen Kriegerbund aus finanziellen Gründen ab. Stattdessen gründen am 21. April 1901 in Fredeburg 18 Kriegervereine den Kreis-Krieger-Verband, dem auch der "Grafschafter Kriegerverein" beitritt.

1902 müssen vom Verein pro Mitglied 2 Pfg. an den Kreis-Krieger-Verband, 3 Pfg. an den Westfälischen Kriegerverband, 2 Pfg. an den Preußischen Landesverband und weitere 2 Pfg. an den Deutschen Kriegerverband bezahlt werden. (So muss man inzwischen wohl doch dem Deutschen Kriegerbund beigetreten sein.  ?  )

Der "Grafschafter Kriegerverein" erhält am 24. Oktober 1904 durch Erlass des Kriegs- und Innenministers die Genehmigung zum Führen einer Fahne. Diese wird am 04. Juni 1905 durch den Vorsitzenden des Kreis-Krieger-Verbandes, Landrat von Mallinkrodt, enthüllt und dem Verein übergeben und am 12. August 1906 anlässlich des Kriegerfestes feierlich geweiht.

Die Anschaffung der in der Generalversammlung im Januar 1905 beschlossenen einheitlichen Kopfbedeckung, als solche wurden Artilleriemützen gewählt, war zwischenzeitlich erfolgt und so konnte der "Grafschafter Kriegerverein" einheitlich zu dem Feste auftreten.

Auch an einer "Knüppelmusik" fehlte es dem Verein nicht. Schon 1910 finden sich zwecks Anschaffung von Instrumenten die ersten Aufzeichnungen hierüber im Protokollbuch und ein Jahr später konnten weitere 2 Querpfeifen für 6,95 Mark dazugekauft werden. Das nötige Kapital hatte man sich wohl vom Kriegerverein geliehen, denn für die Jahre 1911/12 sind Zinszahlungen von 10,- Mark fällig.


Nach dem 1. Weltkrieg wird in der Generalversammlung vom 30. Januar 1927 das Fortbestehen des Kriegervereins besprochen und beschlossen und im nächsten Jahr schon ein Komitee gegründet, welches sich mit dem Bau eines Kriegerdenkmals befassen soll. In den nächsten zwei Jahren wird das Kriegerdenkmal gebaut und am 21. September 1930 von Landrat Werra enthüllt.


Zur Mahnung an nachfolgende Generationen und als eindringliche Erinnerung an Tod, Zerstörung, Not, Hunger und Elend durch Kriege, sinnbildlich dargestellt durch das Bildnis des Raubtieres Löwe auf einer Bruchsteinwand, bezog man auch dieses Bildnis bei der Umgestaltung des Kriegerdenkmals nach dem 2. Weltkrieg wieder mit ein. Dort wurde jedoch unter dem ausdrücklichen Hinweis auf den Verzicht eines Rachegedankens das Schwert unter den Pranken des Löwen entfernt. Zum Gedenken an die vielen Opfer von Krieg und Gewalt brachte man drei Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen und Vermissten der Kriege seit 1866 an. Das so neu gestaltete Ehrenmal wurde unter großer Teilnahme der Bevölkerung am 17. November 1957, am Volkstrauertag, eingeweiht.


Der nach dem 2. Weltkrieg am 19.04.1953 als "Kameradschaftsverein Grafschaft" wiedergegründete Verein hat in den nächsten Jahren rege Tätigkeiten vorzuweisen. Das sind unter anderem gemeinsame Rehessen in Schanze, Preisskat und Preisschießen, Kameradschaftsfahrten und Kameradschaftsfeste.


1976 wird die Anschaffung einer neuen Fahne in alter Form beschlossen, da die alte Fahne nicht mehr zu reparieren ist. Am 24. September 1977 wird diese eingeweiht.


Seit 1980 können im "Kameradschaftsverein Grafschaft" erstmals "Nichtgediente" Mitglied werden.


In der Herbstversammlung des Bezirksverbandes ehemaliger Soldaten, Region Sauerland wird der Kameradschaftsverein Grafschaft in den Verband aufgenommen.


1994 lässt der Verein seine Fahne für 6.000,00 DM durch eine Fahnenfabrik fachmännisch reparieren. Die Kosten werden zu einem Drittel aus Spenden, Mitgliederumlagen und aus der Vereinskasse bezahlt.


Der Kameradschaftsverein feierte am 31. Mai 1997 im Rahmen der 925-Jahr-Feiern des Dorfes und Klosters Grafschaft sein 125-jähriges Bestehen gemeinsam mit dem 20. Bezirksverbandsfest des Bezirksverbandes ehemaliger Soldaten, Region Sauerland.

 

 

 
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