Zeugen-Aussagen

 

 

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit den "Zeugen Jehovas" und schreibe meine Erfahrungen hier nieder. Zu den jeweiligen Stichworten in der linken Spalte der folgenden Tabelle, findet sich gegenüber in der rechten dann ein kurzes Statement meinerseits. Stichworte und Statements ergaben sich aus regelmäßigen Treffen zweier JehovasZeugen bei mir, aus deren Material (soweit möglich, als Quellenangabe mit aufgeführt) und meinen Erlebnissen bei Vorträgen und Wachturmstudien im Königreichssaal der Jehovaszeugen.

Ein Statement zuvor: Ich selber bin ein Agnostiker und empfinde bei jeglicher Religion sektenhaftes. Im Vergleich etwaiger "zugelassener" Kirchen mit althergebrachter Tradition und den Zeugen finde ich ebenso sektenhafte Züge bei der Katholischen Kirche, als auch bei etlichen Freikirchen. Was die Behauptung etwaiger "klarer Wahrheiten" angeht, stehen etliche Evangelikale Kirchen den Zeugen in nichts nach.

Kurz: Die Zeugen Jehovas sind in meinen Augen eine bedenklichere Sekte, als etwaige Kirchen, weil sie über die teilweise gemeinsamen Betriebsblindheiten hinaus eine tendenziöse Übersetzungsarbeit in ihrer "Bibel" betreiben (näheres dazu in folgender Tabelle). Zudem nehmen sie ihre Mitglieder über die Maßen in Anspruch und gängeln sie vermittles ihres Lehrkorsetts, dem Wachturm. Sie haben eine streng hierarchische Obrigkeitsstruktur und behaupten im Besitz der Wahrheit zu sein (was natürlich ausdrückt, dass jegliche andere Konfession die Unwahrheit lehrt/ lebt). Das macht die JehovasZeugen im ganzen bedenklicher als eine über Jahrhunderte nüchtern gewordene Kirche.

Soviel im Voraus- ich wünsche viel Spaß beim Lesen der Tabelle (sie wird Stück für Stück anwachen- also immer ruhig mal wieder reinschauen).

Stichwortverzeichnis ( bei klick springts in die entsprechende Spalte, bei klick auf das Stichwort in der Spalte gehts zurück ins Inhaltsverzeichnis)

Der Gottesname "Jehova" +++ Die Paradiesschlange +++ Erde eine Scheibe oder Kugel im All +++ Messianische innerbiblische Prophezeiungen +++ Prophezeiung: Dreißig Silberlinge für Verrat durch Judas +++ Prophezeiung: Jesu Einritt in Jerusalem +++ Die zwei Himmelfahrten Jesu +++ Das Pfingstereignis +++ Prophezeiung: Kindermord zu Bethlehem+++ Jesus, das Licht +++ Jungfrau Maria +++ David/ Christus und Verwesung +++

 

 

 

Der Gottesnahme "Jehova"

die hebräischen Schriften der Israeliten benutzen den Gottesnamen nicht in vollständig ausgeschriebener Weise. Es tauchen lediglich die vier Konsonanten auf (frei ins Deutsche übertragen): JHWH. Es rührt von der Ehrfurcht der Juden her, den Gottesnamen nie auszusprechen. Da es bei Lesungen aus der Thora und den Schriften nicht zu einem versehentlichen Ausspruch des Namens kam, wurde dem JHWH die Vokalisation des Wortes Adonaj hinzugefügt. Zu den Konsonanten kamen also die Vokale "A", "O", und "A". So wurde also nie, noch nichtmal versehentlich, der Gottesname ausgesprochen, sondern immer lediglich die Konsonanten des Gottesnamens mit den Vokalen des Adonaj (=Herr) und heißt: JaHoWa. Wie der eigentliche Gottesname geheißen haben könnte, weiß man bis heute nicht. Von Jahú bis Jachweh gibt es viele Möglichkeiten, die letztlich aber allesamt nicht gesichert sind. Die freiwillige Ehrfurcht der Juden hat heute die zwangsläufige Ehrfurcht zur Folge: Der Name Gottes *kann* nicht ausgesprochen werden.

Was die Jehovaszeugen angeht: Sie sind seit 1871 einem Irrtum aufgesessen und betonen einen Gottesnamen, der so auf jeden Fall *nie* gelautet hat.

Die Paradiesschlange

Der hebräische Urtext spricht davon, dass Gott die Schlange als das klügste Tier unter den Feldtieren erschaffen habe. Das Wort für "klug" ist "arûm" und taucht in Sprüche 1,4 wieder auf, wo dem Gottesfüchtigen Menschen empfohlen wird, klug zu sein. Nun ist es schwer zusammenzubekommen, dass Gott selber eine Schlange erschaffen hatte, die im Effekt klüger war, als der Mensch, der doch schließlich im Bildnis Gottes erschaffen worden war. Um diese Schwierigkeit theologischer Art zu bewältigen, übersetzt die "NeueWelt- Übersetzung" der Zeugen die Eigenschaft der Schlange nicht mit "klug" sondern mit "vorsichtig". Kurioserweise übersetzt dieselbe Übersetzung Sprüche 1,4 dann aber mit klug. Ein und dasselbe Wort und zwei unvereinbare Übersetzungsvarianten- wenn das auch alles völlig falsch ist, so hats doch System: Man ist dem Dilemma entgangen, erklären zu müssen, wieso Gott eine Schlange erschuf, die klüger war, als der Mensch.

Erde eine Scheibe oder Kugel im All?

Liebend gerne wird Hiob 26, 7 dazu benutzt, den Beweis zu erbringen, dass die Bibel schon zwischen dem 7. und 4 Jhd. v.C. "wusste", dass die Erde eine Kugel sei, die schwerelos im All schwebe. Der Vers für sich alleine gesprochen klingt auch in der Tat erstmal erstaunlich:"Er spannt den Norden aus über der Leere, hängt die Erde auf über dem Nichts." Nur leider lehnt das Wort "nichts" an dasselbe Wort an, das in der Schöpfungsgeschichte als "Urwirbel" oder "Urwasser" benannt wird, aus dem heraus sich die Himmelsglocke dann aufwölbt und unter sich die Erdscheibe von dem umgebenden Urwasser trennt. Es ist also mitnichten das "All" gemeint, wie wir es heute kennen (denn dieses All kannte der Autor der Hiobgeschichte nicht), sondern der Hiob-Schreiber benutzt ganz getreu die traditionelle Sicht der Dinge- wie es im Zusammenhang der umstehenden Verse dann auch deutlich wird:"26,5 [Vor Gott] beben die Schatten unter den Wassern und ihren Bewohnern. 26,6 Nackt [liegt] der Scheol vor ihm, und keine Hülle hat der Abgrund. 26,7 Er spannt den Norden aus über der Leere, hängt die Erde auf über dem Nichts. 26,8 In seine Wolken bindet er die Wasser ein, daß unter ihnen das Gewölk nicht reißt. 26,9 Er versperrt den Anblick [seines] Thrones, indem er sein Gewölk darüber ausbreitet. 26,10 Eine Schranke hat er als Kreis über der Fläche der Wasser gezogen bis zum äußersten Ende von Licht und Finsternis. 26,11 Die Säulen des Himmels wanken und erstarren vor seinem Drohen." Der Text spricht ganz getreu der üblichen Weltsicht der Juden: Die Schatten unter den Wassern sind die Toten unter der Erdplatte im Urwasser, der Unterwelt, dem griech. "Hades". Der Hades wird auch Scheol genannt, er ist zwar dem lebenden Menschen verborgen, aber Gott ist er offenbar. Gott spannt das Himmelsgewölbe, die käseglockengleiche Wasserscheide, über der Erdplatte auf, gemäß dem Schöpfungsbericht und die Erdplatte (hebr.: "chug" gezirkelter Kreis, KEINE Kugel) hängt er auf über dem Nichts- das "Nichts" ist, wie bereits geschrieben, der Scheol, die Urwasser, der Bereich *unter* der Erdplatte. Weiterhin berichtet uns Hiob dann noch von "Säulen" des Himmels- *die* Säulen, die am Rande der Erdplatte sowohl diese als auch das Himmelsgewölbe tragen und in die Urwasser, den Scheol, gründen.

Abschließend nochmal kurz zur Vokabel "chug": Es meint *nicht* Kugel. Die Buber/ Rosenzweig- Übersetzung des AT nach Art der hebräischen Sprachpoesie übersetzt "Chug" mit "gezirkelt". Und in der tat leitet sich "Chug" aus dem hebr. Verb "chagag" ab, was "zirkeln" bedeutet. Eine gezirkelte Fläche ist nunmal eine Fläche und kein Hohlkörper. Dieser entsteht erst als Drehkörper eines gezirkelten Kreises.

Abschließend: Man sollte bedenken, dass die Hiob-Geschichte eine Parabel über das Leiden darstellt und keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Der Schreiber befindet sich mit seinem Vokabular zum Thema voll im Trend seiner Zeit und beschreibt keine Erdkugel oder deren schwereloses Schweben im Nichts. Die hebräischen Vokabeln zugunsten unseres heutigen Weltbildes zu ändern ist tendenziös, unredlich und steht im Widerspruch zu allen anderen Belegstellen in den at'lichen Schriften. Die Erde ist laut Bibel KEINE Kugel, sondern eine auf Säulen im Urwasser stehende Scheibe, die von einem Himmelsgewölbe vor den Wasserfluten über dem Himmelsgewölbe geschützt wird. Punktum.

Messianische, innerbiblische Prophezeiungen

Das "Erkenntnisbüchlein" versucht schon weit am Anfang (Seite 37), Vertrauen in die Bibel zu erwecken. Ein Mittel dabei ist eine tabellarische Gegenüberstellung der Prophezeiungen über Jesus Christus, wie sie im alten Testament vorhergesagt und findbar sein sollen. Einfache Gegenüberstellung: NT versus AT= Christushinweis. Um es kurz zu skizzieren, woran dieser Handgriff leidet: Je länger eine Prophezeiung in die Zukunft "prophezeit" wird, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie eintritt und je blumiger die Prophezeiung formuliert ist, desto mehr Ereignisse können darunter verstanden werden.

Beispiel-Prophetie im Juni: "Morgen wird es schneien". Diese Prophetie wird wohl nicht eintreffen. Variante dazu:
"Weißes wird vom Himmel herabschweben und den Erdboden bedecken, die einen Menschen werden darüber verärgert sein, die anderen bleiben entspannt, manche fegen
es beiseite, andere lassen es liegen."

Und? Wird das passieren? Klar- sogar schon im Mai: Wenn die weißen Pollen sich auf der Erde sammeln und umherwehen. Oder wenn es tatsächlich schneit.

Prophezeiung: Dreißig Silberlinge für Verrat durch Judas

In Mt. 26,14 findet sich: "Dann ging einer von den Zwölfen, Judas Iskariot mit Namen, zu den Hohenpriestern 26,15 und sprach: Was wollt ihr mir geben, und ich werde ihn euch überliefern? Sie aber setzten ihm dreißig Silberlinge fest. 26,16 Und von da an suchte er Gelegenheit, ihn zu überliefern."

Weiter in Mt. 27,3 : "Als nun Judas, der ihn überliefert hatte, sah, daß er verurteilt wurde, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten zurück 27,4 und sagte: Ich habe gesündigt, denn ich habe schuldloses Blut überliefert. Sie aber sagten: Was geht das uns an? Sieh du zu! 27,5 Und er warf die Silberlinge in den Tempel und machte sich davon und ging hin und erhängte sich. 27,6 Die Hohenpriester aber nahmen die Silberlinge und sprachen: Es ist nicht erlaubt, sie in den Tempelschatz zu werfen, weil es Blutgeld ist. 27,7 Sie hielten aber Rat und kauften dafür den Acker des Töpfers zum Begräbnis für die Fremden. 27,8 Deswegen ist jener Acker Blutacker genannt worden bis auf den heutigen Tag. 27,9 Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia geredet ist, der spricht: "Und sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Preis des Geschätzten, den man geschätzt hatte seitens der Söhne Israels, 27,10 und gaben sie für den Acker des Töpfers, wie mir der Herr befohlen hat." "

Folgende Fehler: Jeremia redet in Kap. 18, 2 nicht von Silberlingen. In Jeremia 32, 8+9 ist zwar von einem Ackerkauf die Rede, aber für eine Summe von 17 "Lot" (d. sind "Schekel"- abgewogene, ungeprägte Silberstücke in ungeeichten, verschiedenen Formen). 17 ist nicht 30 - das wird jedem Menschen klar sein...

Stattdessen finden sich 30 Silberstücke (dort aber nur mit "Silber, hebr. "keseph" bezeichnet) in Sacharja 11,12. Dort wird aber kein Acker gekauft, sondern Gott selber kauft sich die Schafe der hütenden Hirten (Bild auf die Verantwortungsträger, die das Volk Israel "hüten"). Mt. bekommt scheinbar alttestamentliche Belegstellen durcheinander- behauptet aber, das AT bestätige seine Geschichten.

Weiter: Zur Zeit Jesu waren ausschließlich geprägte Münzen im Umlauf. Seit rund 300 Jahren war es passé, "Silberstücke" abzuwiegen. Wie nun Matthäus darauf kommt, Judas habe 30 SilberSTÜCKE von den Hohepriestern bekommen, obwohl schon längst in SilberMÜNZEN gezahlt wurde, ist schleierhaft. Hier versucht der Evangelist, etwas passend zu machen, was nicht passend ist: Was ist nun erfunden? Überhaupt die Bezahlung des Judas? Nur die Menge des Geldes? Die Annahme, Jeremia oder Sacharja hätten genau *dies* damit prophezeien wollen? Fakt ist: Alles passt vorne und hinten nicht. Der Evangelist manipuliert hier zugunsten seiner Geschichten über Jesus und die Zeugen übernehmen diese Irrtümer kritiklos.

Prophezeiung: Jesu Einritt in Jerusalem

Matthäus schreibt in 21,1: "Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus 2 und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir! 3 Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer. Sogleich wird er sie euch überlassen. 4 Das geschah aber, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: 5 »Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers.« 6 Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte,7 und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und er setzte sich darauf."

Dieser Prophet, der hier angesprochen wird, ist der altbekannte und viel(falsch)zitierte und verwechselte Sacharja, Kapitel 9, 9: "Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin."

Der aufmerksame Leser wird bemerken, dass Sacharja von EINEM Tier redet- nämlich einem Esel, genauer gesagt dem Fohlen einer Eselin. Unser häufiger mal verwirrter Evangelist lässt nun Jesus aber tatsächlich auf einer Eselin UND ihrem Fohlen daherreiten. Wie immer die Jünger das zustandegebracht haben, dass Ihr Herr auf zwei unterschiedlich großen Eseln sitzen und sich darüber hinaus auch noch fortbewegen konnte...
Der Evangelist beweist ein weiteres Mal, dass er die Schriften unseres alten Testamentes nicht wirklich verstanden hat.

Weiter: Sacharja redet in den Folgeversen, dass er "Juda zum Bogen gespannt und Ephraim darauf gelegt" hat und dessen "Söhne, Zion, aufbieten" will gegen die "Söhne, Griechenland," und will diese "zum Schwert eines Riesen machen." Der Friedefürst auf den zwei Eseln wird also Israel in den Krieg gegen die Griechen führen, die schon längst von den Römern abgelöst worden waren. Die Leser stimmen sicher mit mir überein, dass der einzige Esel in dieser Geschichte der Evangelist ist und derjenige, der die Auffassung vertritt, diese Stelle beziehe sich auf den Einzug Jesu bzw. der Einzug Jesu habe auf zwei Eseln stattgefunden.

Die zwei Himmelfahrten Jesu

In Lukas 24 beschreibt der Evangelist Lukas, wie das leere Grab Jesu entdeckt worden sein soll. Nach diesen Ausführungen geht der Text ab Vers 13 dann über zur Erscheinungsgeschichte Jesu bei den Emmaus-Jüngern und zwar "am selben Tag". Im Vers 29 hat sich bei den Emmausjüngern der Tag geneigt und nachdem sie Jesus als solchen erkannten, verschwand dieser. Daraufhin gingen die Emmausjünger "zur selben Stunde" zurück nach Jerusalem und fanden die anderen Jünger versammelt vor. Während sie berichten, erscheint Jesus wiederum und erzählt einiges. Am Ende fährt er gen Himmel, worauf Lukas schließt: "Sie (die Jünger, Anm. d.Verf.) aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.".

So weit, so gut. Nun schrieb Lukas aber auch noch die Apostelgeschichte (die unterbreche ich "interlinear" mit erläuternden Hinweisen):

>1 Den ersten Bericht habe ich gegeben, lieber Theophilus, von all dem, was Jesus von Anfang an tat und lehrte 2 bis zu dem Tag, an dem er aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den Heiligen Geist Weisung gegeben hatte.<

Laut erstem Bericht an Theophilus (nämlich das Lukasevangelium) geschah eben das "Aufgenommenwerden" am Auferstehungstag, wie oben ausgeführt und anhand der Bibel überprüfbar. WIDERSPRUCH!

>3 Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes.<

40 Tage sind nicht zu vereinbaren mit Lukas' Evangelium. Er widerspricht sich hier.

>4 Und als er mit ihnen zusammen war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr, so sprach er, von mir gehört habt; 5 denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.<

Die Emmausjünger verließen allerdings Jerusalem- eben nach Emmaus hin. WIDERSPRUCH!

>6 Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? 7 Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; 8 aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. 9 Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg.<

Hier offenbart sich Lukas als ein Mensch, der immer noch denkt, der reale Himmel sei der reale Sitz Gottes. Kein Mensch und sei er ein überzeugter Christ, würde heute noch annehmen, sein Gott wohne in dem Himmel und müsse vermittels einer Wolke dahingeflogen werden. Lukas scheint für Theophilus, dem ähnliche Berichte aus römischen und griechischen Sagen bekannt gewesen sein mussten, diese "bewölkte Himmelfahrt" maßzuschneidern. WIDERSPRUCH!

>10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. 11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen. 12 Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, der heißt Ölberg und liegt nahe bei Jerusalem, einen Sabbatweg entfernt.<

Noch eine Randbemerken sei erlaubt: In Lukas' Evangelium waren die Jünger in Bethanien. Das ist ca 8 KM von Jerusalem entfernt auf der anderen Ostseite des Ölberges. HIER sind die Jünger nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt- ca 1 KM (der Sabbatweg war die Entfernung, die ein Jude am Sabbat nur gehen durfte, es war ja der Ruhetag und das Gehen bringt Unruhe). Lukas scheint sich also noch nichteinmal geographisch festlegen zu können. WIDERSPRUCH!

>13 Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses, wo sie sich aufzuhalten pflegten: Petrus, Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon der Zelot und Judas, der Sohn des Jakobus. 14 Diese alle waren stets beieinander einmütig im Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.<

Obergemach anstatt Tempel-entweder sie waren allezeit im Tempel oder im Obergemach. WIDERSPRUCH!

Das Pfingstereignis

Lukas schreibt im 2. Kapitel seiner Apostelgeschichte:

>"1Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an "einem" Ort beieinander.2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen,4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen,wie der Geist ihnen gab auszusprechen. 5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.6 Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.7 Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa?
8 Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache?<

Ganz einfach: Es wurde im kompletten römischen Reich griechisch gesprochen bzw. in der Region um Jerusalem noch Aramäisch. Egal, aus welcher Himmelsrichtung auch die jüdischen Pilger zum Pfingstfest nach Jerusalem gekommen waren- sie sprachen griechisch oder aramäisch, wie die Apostel auch.

>9 Parther und Meder und Elamiter<

Weder Meder noch Elamiter gab es noch in dieser Zeit. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass irgendein Diasporajude solche Landessprachen verstanden hätte, wie sie in entfernteren Gegenden des Mittleren Ostens fortlebten (es gibt arabische Berichte, die elamitische Dialekte am äußersten Rand des griechischen Reiches anführen, Anm. d. Verf.) Tatsächlich sprachen die Juden in den aufgezählten Gebieten entweder aramäisch oder Griechisch", (aus: Ernst Haenchen, "Die Apostelgeschichte" S. 171) Seit 323 vor Christus war griechisch praktisch die gesprochene Sprache dieses Reiches. Griechisch wurde vom Tiber bis zum Tigris und darüber hinaus gesprochen, und zwar von allen Geschäftsleuten, Politikern, Offizieren etc.
Kaiser Tiberius (14-37 n.C.) schrieb gr. Gedichte. Rom selbst war zweisprachig : Lateinisch- Griechisch. In Vorderasien drängte das Griechische die aramäische Sprache, die davor die Sprache der gesamten vorderasiatischen Welt gewesen war (seit 500 V.C.!!!), immer mehr zurück. Das Aramäisch zur Zt. Jesu war zur "Sprache des Volks" bzw. vorderasiatischer Analphabeten geworden. Und wir bewegen uns mit der Pfingstpredigt und ihren Diasporajuden wohl eher im Vorderasiatischen Raum. (Siehe auch Esra 4, 7- auch da geht hervor, dass Aramäisch die vorherrschende Sprache in Persien war und nicht etwa elamisch oder etwas dergleichen).

> und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien,10 Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom,11 Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden.<

WIDERSPRUCH: Dieses vorgebliche "Wunder" ist kein Wunder. Es würde sich heute auch kein Mensch wundern, wenn eine "BreakingNews" auf Englisch, projiziert auf eine Großbildleinwand auf dem Alexanderplatz Berlins, von allen Schaulustigen verstanden wird, auch wenn man dann tendenziös betont, die Anwesenden wären aus allen Nationen gewesen: Deutschland, Polen, Russland, Frankreich, Italien, Spanien, Japan, China...... Englisch ist heute das Griechisch von damals.

Und weiter: So wenig, wie es diese Sprachen zur Zeit Christi gab, gab es nationalitätsmäßig Meder oder Elamiter. Das elamitische Reich wurde 640 vor Christus von den Assyrern erobert und vernichtet, das medische Reich 550 vor Christus von Kyrus II. Lukas scheint sich an dieser Stelle einfach irgendwelche Völkernamen aus dem AT genommen zu haben, um Vielsprachigkeit vorzugeben. WIDERSPRUCH!

Prophezeiung: Kindermord zu Bethlehem

Mt. 2, 16-18 behandelt den Kindermord zu Bethlehem. Dort wird als Erläuterung vom Evangelisten die Textstelle in Jeremia 31:15 genannt und zitiert. die Zeugen Jehovas nehmen das in der Tabelle des "Erkenntnisbuches" auf S. 37, Zeile 2 zum Anlass zu erläutern, wie genau sich das alte Testament doch erfüllt und wie zuverlässig doch die Bibel aus diesem Grunde sei.

Nur leider schreibt Jeremia nicht, dass die Kinder Rahels tot seien, sonder er beschreibt, dass GOTT selbet Rahel trösten werde, indem er ihre Kinder unbeschadet aus der Gefangenschaft zurückhole. Spätestens hier sollte jedermann bemerken, dass ein totes Kind etwas anderes ist, als ein lebendiges und eine passende Textstelle etwas anderes ist, als eine unpassende. WIDERSPRUCH!

Prophezeiung: Jesus ist das Licht

Mt. 4: 13- 16 sollen beweisen, dass Jesus das Licht ist, von dem Jesaja bereits berichtete. Ein Blick in die Referenzstelle bei Jesaja (9 : 1+2) ergibt, dass Jesaja die Gefangenschaft Israels unter König Tiglat Pileser (733v.C.) beschreibt- und zwar als dunkle Zeit. Dem gegenüber stellt er das Licht, die Befreiung daraus. der Jesajatext im Zusammenhang führt wiederum zu der Erkenntnis: Mit Licht und Dunkel kann man alles und nichts umschreiben, und zwar so lange, bis alles gänzlich im Dunkel liegt. WIDERSPRUCH!

Die Jungfrau Maria

Mt. 1, 18-23 beschreibt Maria als eine Frau, die ein Kind bekommt, obwohl sie noch eine Jungfrau ist. Nebenbei: Matthäus gibt sich viel Mühe, einen Stammbaum für Jesus zu konstruieren, aus dem seine Geschlechtslinie hervorgeht. Was allerdings dieser Stammbaum noch wert ist, wenn Jesus sowieso nicht der leibliche Sohn Josephs ist, das vergisst er zu erläutern oder er war sich selber nicht klar über den Widerspruch, den er da fabrizierte.

Die Referenzstelle in Jesaja 7:14 benennt für das Wort "Jungfrau" "alma". Dieses Wort kann auch für eine junge Frau stehen. Es muss also nicht zwangsläufig ein umständliches Konstrukt geschaffen werden, innerhalb dessen der Gottessohn ohne Geschlechtsverkehr in die Welt kommt.

Man bedenke, zu welchen Folgen u.a. auch diese "sexlose" Empfängnis geführt hat: Besonders im sexuellen Bereich haben die Kirchen und all ihre Absplitterungen seit jeher gerne Sünde gewittert. Noch heute machen sich Menschen in fundamentalistischen Kirchen ein schlechtes Gewissen beim Thema Selbstbefriedigung und bestimmten sexuellen Praktiken. Wer mag, schaue unter www.jesus.de in den Foren zu diesen Themen nach und lese, wie mittelalterlich  Kirchen auch noch heute sind (dieser "Ruhm" gebührt leider nicht nur den Zeugen Jehovas...)

Prophetie: David/ Jesus und die Verwesung 

Psalm 16, 10:" Denn du wirst mich nicht dem Tode überlassen und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Grube sehe."

Im Zusammenhang gelesen ergibt sich, dass der Psalm eine Art "Besinnungslied" (Miktam) ist. David hatte Erfahrungen gesammelt was Situationen anging, in denen sein Leben in Gefahr war. Er führte seine Bewahrung vor dem Tod auf die Hilfe Gottes zurück: "Du, Gott, wirst mich nicht dem Tod preisgeben, nicht zulassen, dass Dein Knecht das Grab sehe." Der Psalm führt mitnichten eine Prophetie aus, die besagt, Gott lasse ihn nicht im Todeszustand und lasse ihn nicht die Verwesung sehen (weil er vorher leiblich wieder auferweckt werde). Der Zusammenhang: (ab Vers 9b)
"Auch mein Fleisch wird in Sicherheit ruhen."
( Ich kann mit Leib und Leben sicher sein.)

"10 Denn meine Seele wirst du dem Scheol nicht lassen,"
(Du wirst meine Seele nicht der Totenwelt geben)

"wirst nicht zugeben, daß dein Frommer die Grube sehe."
(Erklärung des vorigen: Wirst mich nicht ins Grab schicken)

"11 Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens;"
(sondern ich werde weiter Deinen Lebensweg gehen)

"Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar."
(eben alles das, was David an Freudigkeiten und Lieblichkeiten so hatte...)

Nun zu den neutestamentlichen "Übersetzungen" dieses Psalmwortes- Apg. 2, 25:

"26 Darum ist mein Herz fröhlich, und meine Zunge frohlockt; auch mein Leib wird ruhen in Hoffnung.
27 Denn du wirst mich nicht dem Tod überlassen und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Verwesung sehe."

"Verwesung" steht an keiner Stelle. Im Hebräischen steht "Grube" als Synonym für das Grab. Was die Apostel hier und wiederholt in der Apostelgeschichte wiedergeben, ist ein verfälschter Psalm 16. Aber es passt ja so schön zur eigenen Geschichte: Christus sei leiblich auferstanden, sein Leib hat also nur drei Tage im Grab gelegen und *nicht* die Verwesung gesehen. Nur leider gibt das der Psalm nicht her.

"28 Du hast mir kundgetan die Wege des Lebens; du wirst mich erfüllen mit Freude vor deinem Angesicht."

Nicht "Du wirst mich erfüllen" (nach dem Tod) sondern: "Fülle von Freuden IST vor meinem Angesicht" etc.pp. David spricht von DEM, was er gegenwärtig hatte, nicht von dem, was er nach dem Tod sehen würde. Im Gegenteil: Er war froh, dass er nicht tot war, zumal man zu Davids Zeiten noch gar nicht an die Aufrstehung dachte, man nahm an, dass man als Bewusstseinsloser Schatten in der Unterwelt unter der Erdplatte "vegetiert" (siehe Belegstellen in Hiob) WIDERSPRUCH!