Hexe!

DIE AVALON-VARIANTE

(3)


Autorin: Barbara (barbarella_1970@yahoo.de)
Disclaimer (und Archivierung aller Kapitel als .doc-Dokumente zum runterladen) unter
http://www.geocities.com/barbarella_1970/Iris-Hexe.html


 

Kurz nachdem Special Agent Iris Sinclair und Special Agent Alexander Sinclair als Irina Petrowa und Alexei Petrow schliesslich Undercover gegangen waren, um gegen die Russenmafia zu ermitteln...

* * *

... wurde in Washington die Leiche einer gewissen Marita Covarrubias gefunden, die mindestens schon zwei drei Wochen verbuddelt sein musste. Nur durch Zufall haben Mulder und Scully überhaupt davon erfahren und festgestellt, dass diese Frau wohl vom Raucher erschossen worden sein musste, oder zumindest mit seiner Waffe.
Wie viele Leichen würde man wohl noch finden? Oder aber andersrum: Weshalb hat man ihre Leiche überhaupt gefunden? Normalerweise war das Konsortium doch immer so eifrig bemüht, alle Spuren zu verwischen. Gegen Schluss sind *die* wohl ziemlich nachlässig geworden...

* * *

[FBI-Gebäude in Washington: Skinner's Büro]

Skinner zittern noch nachträglich die Knie, als er sich ein Photo des Opfers ansieht. Sie war blond und hübsch gewesen. Und der verdammte alte Bastard hat sich nicht gescheut, sie zu erschiessen. Er hätte wirklich auch Iris erschossen, auch wenn die noch viel hübscher ist...
Skinner ist froh, dass es Mulder und Scully wieder so gut geht, dass sie wieder zum Dienst erschienen sind. Iris hat ihm vom 'Überfall' erzählt, aber er weiss nur, dass seine beiden Agenten dabei irgendwie gefoltert worden waren, bevor Mulder's Haus in Flammen aufgegangen war. Eigentlich ist der Raucher viel zu schnell gestorben, er hätte einen langsamen qualvollen Tod verdient gehabt!
"Danke, dass Sie mich informiert haben." erklärt Skinner und erntet einen durchdringenden Blick von Mulder. Natürlich wissen Mulder und Scully, dass er den Raucher erschossen hat. Und sie wissen auch von ihm und Iris, darauf würde er fast wetten. Natürlich müssen sie es wissen. Sie wohnen schliesslich immer noch in Iris' Suite, es muss ihnen aufgefallen sein, wenn sie mal erst im Morgengrauen nach Hause gekommen ist. Und ausserdem kann man ihm wohl ansehen, dass er an Special Agent Iris Sinclair mehr als nur berufliches Interesse hat. - "Wir sitzen alle in einem Boot!" erwidert Scully, die wirklich hofft, dass es hier tatsächlich keine Wanzen mehr gibt. "Sollten wir den Fall übernehmen?" - "Ein ganz gewöhnlicher Mord ist wohl kaum eine X-Akte. Soll sich die örtliche Polizei damit herumschlagen und den Fall ungelöst zu den Akten legen." Er wünschte sich, Iris wäre hier, sie würde vermutlich sofort wissen, was es mit der Sache mit Marita Covarrubias auf sich hatte. Ob es überhaupt irgendeinen Sinn hätte, da irgendwelche Ermittlungen anzustellen. Was hatte sie mit dem Konsortium zu schaffen? Das würden sie vermutlich nie erfahren... "Es gibt ja glücklicherweise noch genügend andere Monster, um die Sie sich kümmern können!"
"Wo sind eigentlich Iris und Alexei?" erkundigt sich Mulder abrupt, der sich wirklich etwas Sorgen macht. Ist das Russisch der beiden wirklich so perfekt, dass sie selbst unter Russen als Russen durchgehen? Ist die Russenmafia weniger schlimm als das Konsortium? - "Sie sind gut in New York angekommen." antwortet Skinner. "Doggett hat berichtet, dass Iris bereits mit einem der Bosse Tango getanzt hätte." - "Tango?!" Mulder macht ein leicht entsetztes Gesicht. In aller Öffentlichkeit mit einem anderen Mann als Alexei Tango zu tanzen kommt ihm ja plötzlich fast noch schlimmer vor wie die heimliche Affaire mit Skinner. Aber was zerbricht er sich eigentlich schon wieder über Iris den Kopf?! "In einem roten Kleid?" hört er sich fragen und kommt sich im selben Moment wie ein eifersüchtiger Bruder vor, der meint über die Ehre seiner Schwester wachen zu müssen. Hoppla, ist es etwa das, was er für Iris empfindet? Zu seiner Erleichterung fällt es ihm nun wie Schuppen von den Augen: Iris ist wie eine Schwester für ihn! Nicht wie Samantha seine Schwester war, eher wie... keine Ahnung, wie die Dunkle Seite der Macht, wild und ungezähmt. Nicht direkt so eine Seelenverwandte wie es Scully für ihn geworden ist, aber irgendwie... vielleicht weil sie beide ein Photografisches Gedächtnis haben und zudem aus vielerlei und oft ähnlichen Gründen als ziemlich verrückt gelten?! - "Auf dem Schnappschuss, den Doggett machen konnte, trägt sie jedenfalls ein weisses Kleid." Skinner fischt einen Umschlag aus der Schreibtischschublade und holt ein paar Photos heraus, die offenbar von weitem aufgenommen wurden. Immerhin sehen Iris und Alexei gesund und munter aus, das ist doch schon was. Na ja, wenn Iris ihren Charme spielen lässt, kann sie ja wirklich unwiderstehlich sein. Für einen Moment fragt er sich besorgt, wie weit Iris wohl bereit wäre zu gehen...


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"Ist ja ulkig. Iris scheint wohl von Undercover-Spielchen gar nicht genug zu bekommen, als würde es nicht schon reichen, wenn sie ganz normal als Mensch unter Menschen lebt." - "Ganz normal?" echot All'Una und muss doch etwas kichern. "Wisst Ihr, Jaella, selbst wenn sich eine Amayra-Hexe ganz fest vornehmen würde, ganz unauffällig als ganz gewöhnlicher Mensch unter Menschen irgendwo zu leben, so würden ihr wohl entgegen aller statistischen Wahrscheinlichkeiten doch immer wieder irgendwelche seltsame Sachen passieren, denn irgendwelchen Ärger ziehen wir doch geradezu magnetisch an... allerdings nicht nur Unglück, sondern durchaus auch glückliche Zufälle." - "Hat sie wohl darum erst gar nicht versucht, sich eine etwas unauffälligere Tarnung zuzulegen?"

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[New York]

John Doggett war Polizist in New York, bevor er zum FBI ging. Er kennt sich also hier aus. Darum ist er jetzt auch wieder hier. Auch wenn er sich momentan ziemlich unnütz vorkommt, wie er hier herumsitzt und die Gerätschaft anstarrt, aus der russisches Gemurmel dringt. Wieder so ein hochmodernes Wanzenzeug: das Mikro befindet sich in Iris' Ohrringen. Sie hat höchstpersönlich das Equipment aufgetrieben, was auf gute Connections schliessen lässt, denn das Zeug ist von besserer Qualität, als er es jemals zuvor zu Gesicht bekommen hat. Und es ist wichtig, dass es gute Qualität ist, denn ihr Leben könnte davon abhängen. Wie oft sind schon Leute aufgeflogen, nur weil ihre Wanzen plötzlich irgendwelche Interferenzen verursachten...
Dumm ist nur, dass Doggett kein Wort Russisch versteht. Aber es hört sich nach einem normalen Gespräch an, also ist wahrscheinlich noch alles in Ordnung... Wo bleibt bloss die Übersetzerin, die kommen sollte?
Als wäre dieser Gedanke das Stichwort gewesen, klopft es an der Tür. Mit gezückter Waffe öffnet er und starrt einer Frau in die Augen, in deren Blick er fast ertrinken könnte. Ein magischer Moment! - "Agent Doggett?" reisst sie ihn aus seinen Gedanken, weil er sie immer noch ansieht, als sähe er einen Geist. "Ich bin Agent Reyes. Monica Reyes. Special Agent Iris Sinclair hat mich angefordert." - "Gut, dass Sie da sind, Agent Reyes!" bringt Doggett endlich heraus, sobald er seine Sprache wiedergefunden hat.

* * *

Monica Reyes kann tatsächlich etwas russisch. Trotzdem fragt sie sich, weshalb ausgerechnet *sie* von New Orleans hierher versetzt wurde, um bei diesen doch ziemlich bizarren Ermittlungen gegen die Russenmafia dabei zu sein. Weshalb hatte Special Agent Iris Sinclair ausgerechnet sie angefordert? Sie kennt sie doch noch nicht mal!
Aber nachdem sie diese geheimnisvolle Iris erst ein Bisschen belauscht und aus der Ferne beschattet hat, würde sie die Frau wirklich zu gerne mal persönlich kennen lernen. Besonders auch nach dem, was Doggett schon so alles über sie erzählt oder eben nicht erzählt, muss diese Iris wirklich ganz aussergewöhnlich sein.
Ach ja, Doggett!
Irgendwie mag sie den Typen.

* * *

Mitten in der Nacht hängt Mon immer noch an den Kopfhörern und lauscht der Party, die im Nobelhotel auf der anderen Strassenseite gerade eben stattfindet... als Iris plötzlich anfängt französisch zu sprechen. Sofort rüttelt Mon leicht an den Schultern ihres Kollegen: "Agent Doggett!" Blitzartig ist er wach und sitzt kerzengerade auf der Couch. "Iris hat gerade angeblich ein französisches Gedicht vorgetragen, aber es war ein Hinweis, dass sie Ihnen jetzt zwischendurch schon mal irgendwelches Material übergeben will." - "Jetzt? Was wie wo?!" Doggett reibt sich noch etwas den Schlaf aus dem Gesicht, steht auf und streckt sich. - "Morgen gibt es irgendeine grosse Sache..." Und Monica Reyes wundert sich einen kurzen Moment, woher Iris das wissen will. Gesprochen wurde nämlich kaum etwas darüber, zumindest hat das Mikro nichts derartiges aufgefangen. Hat sie irgendwas gesehen? Oder kann sie mit ihrem 'Siebten Sinn', den Doggett beiläufig erwähnt hat, vielleicht sogar Gedanken lesen? Tja, woher hat sie beispielsweise gewusst, dass hier jemand auch noch Französisch kann? "Sie wird sich in einer halben Stunde Champagner beim Zimmerservice bestellen, dann können Sie auf die Party und zu ihr." Oder so ungefähr jedenfalls.
Ziemlich verrückt. Besonders wenn man daran denkt, dass das Zimmer voller Leute mit Waffen ist, die sie bestimmt keine Sekunde aus den Augen lassen werden. "Und wie will sie mir dann da etwas übergeben?" Er kratzt sich am Kopf, macht sich jedoch schon mal startklar. Das Hotel liegt nur auf der anderen Strassenseite und wenn die Rollläden nicht heruntergelassen wären, könnte er sogar von hier aus in diese Suite sehen, doch so steht das Fernglas nur nutzlos herum. - "Ich habe keine Ahnung, das hat sie nicht gesagt!" Sie lächelt. "Aber nach allem, was ich inzwischen über Iris zu wissen glaube, wird sie sich sicher was einfallen lassen!" Sie sieht ihn aufmunternd an. "Na los, Sie müssen rechtzeitig drüben sein, um dann den Zimmerservice abzufangen und sich als Kellner zu verkleiden!" - "Natürlich..." - "Agent Doggett..." - "Ja?" - Sie lächelt ihn warm an. "Viel Glück!" - "Danke!"


Sein Herz klopft heftig, als er in der Aufmachung eines Zimmerkellners in die Suite hereingelassen wird, die voll von mehr oder weniger betrunkenen Leuten ist, die immer noch Party feiern. Wenigstens ist die Musik nicht allzu ohrenbetäubend. Er bemüht sich, nicht allzu auffällig nach Iris Ausschau zu halten...
... und dann taucht die schöne Irina Petrowa so plötzlich vor ihm auf, dass er beinahe über sie gestolpert wäre. Den Blicken allenthalben nach zu urteilen, kommt es ihm so vor, als hätte sie den Champagner hauptsächlich zur allgemeinen Belustigung der Leute hier bestellt. - "Challo!" gurrt sie mit starkem russischen Akzent, der wirklich sehr überzeugend klingt. "Da kommt ja ändlich der Schampannjer!" Sie nimmt ihm den Eiskübel samt Flasche drin einfach aus den Händen, stellt das ganze auf den Tisch und lächelt ihn dann anzüglich an - während er nun dasteht, als warte er auf Trinkgeld, wobei er ja nur nicht weiss, was er jetzt eigentlich tun soll. "Ähm..." Er räuspert sich etwas verlegen - worauf Irina Petrowa in Lolita-Manier eine Strähne ihres nun dunklen langen Haars um den Finger wickelt, ihn übertrieben treuherzig ansieht und dann mit beiden Händen den Konturen ihres knallengen weissen Kleides entlang fährt. "Ooooch, ich'chabe gar kein Portmonnäää dabei und kann kein Trinkgeld gäben..." Sie klingt leicht angesäuselt. "Aber dafür das hier..." Mit diesen Worten packt sie ihn plötzlich im Genick, zieht ihn zu sich und drückt einfach ihren Mund auf seinen Mund - worauf er wirklich ein seeehr erstauntes Gesicht macht. Er spürt ihre Zunge und irgendwie versteht er plötzlich. Er öffnet seinen Mund leicht, worauf ihre Zunge dann geschickt irgendwas von der Grösse einer grossen Tablettenkapsel in seinen Mund rüberschiebt.
Der 'Kuss' wird abrupt unterbrochen, als Iris plötzlich zurückgerissen wird und Alexei ihr wutschnaubend eine klatschende Ohrfeige verpasst. Doggett hält vor Schreck die Luft an, denn mit sowas hätte er nun nicht gerechnet. Seltsamerweise fängt Iris aber an zu kichern und knutscht gleich darauf mit Alexei rum, als wollte sie den wildgewordenen Macho besänftigen und sich wieder bei ihm einschmeicheln. Doggett ist einen Augenblick lang schon etwas schockiert darüber, wie sehr Iris und Alexei offensichtlich in ihren Rollen aufgehen, denn normalerweise würde Special Agent Alexei Sinclair doch selbst in Tausend Jahren nicht die Hand gegen seine Frau erheben. Sie sind wirklich beide verdammt gute Schauspieler! Er hebt nun halb abwehrend halb um Gnade bittend die Hände und signalisiert damit, dass er an dem Kuss doch völlig unschuldig ist; und dass er sich lieber aus dem Staub machen will, bevor die hier noch auf komische Ideen kommen, weil sie vielleicht denken, er hätte sie in ihrer Ehre gekränkt oder sowas in der Art. Es ist eine gewaltgeladene Atmosphäre hier und er weiss schliesslich, dass sich hier im Raum Waffen befinden, auch wenn sie momentan nicht offen zur Schau gestellt werden. Aber da man ihn jetzt ignoriert, weil alle plötzlich unter Gejohle 'Irina' und Alexei bei ihrer Knutscherei anfeuern, kann sich John Doggett verdrücken, in seinem Mund immer noch die Kapsel, die sie ihm rübergeschoben hat. Gerade als er die Tür hinter sich schliesst, erhascht er noch einen kurzen Blick darauf, wie Alexei inzwischen unter allgemeinem Gejohle Champagner von Iris' Décolleté runterschlürft.

Sobald die Tür zugefallen ist, muss sich Doggett erst mal kurz an die Wand lehnen, weil nämlich seine Knie plötzlich irgendwie zittrig sind und ihm Schweissperlen auf die Stirn treten. Er glaubt fast, Iris' Lippen noch zu spüren, ihre Zunge... Puh, so ein ganz komisches Gefühl... ob das an der Kapsel liegt, die er nun unter seiner Zunge hat?

Erst als er wieder im Zimmer auf der anderen Strassenseite ist, wagt er endlich, die Kapsel aus dem Mund zu nehmen, während Monica Reyes interessiert zuschaut. Sie fragt nicht danach, wie er diese geheimnisvolle Kapsel erhalten hat, sie ist ein schlaues Köpfchen und kann es sich selbst denken. Zugehört hat sie ja...
Nachdem sie die Hülle der kleinen Kapsel auseinandergeschraubt haben, kommt ein kleines Stück Metall zum Vorschein, das irgendwie so aussieht, als würde es zu einem Computer gehören. Ohne gross darüber nachzudenken, steckt Reyes dieses Stück Technik in einen Teil des Equipment, das an Iris' Laptop angeschlossen ist... auf dessen Bildschirm nun diverse Bilder erscheinen.
"Interessant..." murmelt Reyes, die ihre Augen auf die abfotografierten Geschäftsunterlagen heftet, während Doggett sie irgendwie so seltsam ansieht, als wäre er ein wenig high. Oder als würde er sie gerade mit seinen Blicken ausziehen. Seltsam, er ist doch sonst immer so ein Gentleman, dass sie ihn manchmal am liebsten schütteln und aufs Bett werfen würde... huch, wie kommt sie denn plötzlich auf sowas?! "Wir müssen sofort Skinner anrufen!" erklärt sie dann. "Das gibt wirklich eine grosse Sache!"

[

Auf einem Frachtschiff im Hafen wird bei einer grossangelegten Razzia mit einer Hundertschaft Polizisten am nächsten Tag so allerhand gefunden...

*

... was das FBI wirklich ungemein freut, wo man von einem grossen Erfolg gegen das organisierte Verbrechen spricht.

*

[FBI-Gebäude in Washington: Skinner's Büro]

Aber irgendwie kann sich Skinner noch gar nicht so recht über diesen grossen Erfolg freuen, solange Iris und Alexei immer noch bei diesen Russischen Mafiosi herumhängen. Wie würden dieser Gangsterboss und sein Gefolge nach diesem grossen Verlust von etlichen Millionen Dollar wohl reagieren? Wütend! Würden sie vermuten, dass sie Spitzel unter sich haben? Womöglich! Würden sie dahinterkommen, dass Irina und Alexei Petrow gar nicht aus Moskau kommen? Fragen über Fragen!

Da erreicht ihn ein Anruf von Doggett aus New York. "Ja, was gibt's?" Sofort ahnt Skinner, dass es schlechte Neuigkeiten sind. - "Sir..." Doggett weiss nicht so recht, wie er es sagen soll. "Wir haben sie verloren!" - "Was?" Ihm wird auf einmal kalt. Was zum Teufel meint er mit verloren?! - "Die ganze Bande ist verschwunden, sobald die Razzia publik wurde. Wir haben sofort die Verfolgung aufgenommen, doch dann ist der Kontakt zu Iris' Wanze abgebrochen und wir haben sie verloren." - "Abgebrochen?" - Doggett ahnt, was Skinner befürchtet. "Sir, es hat nicht danach geklungen, als wäre die Wanze entdeckt worden!" beruhigt er ihn. "Sie sind wohl einfach ausser Reichweite gekommen." Man hört ein leises Seufzen. "Iris ist sehr erfinderisch. Ich bin sicher, sie wird irgendwie einen Weg finden, um uns zu kontaktieren." Wen will er da eigentlich überzeugen? - "Ja, das wird sie!" bestätigt Skinner, als wolle er sich selber Mut machen. Nur in Gedanken fügt er hinzu: Wenn sie noch lebt. Oh Gott, sie darf einfach nicht tot sein, das will er sich erst gar nicht vorstellen! "Denken Sie, sie sind noch in New York?" - "Nein. Die könnten sonstwo sein, wir haben bislang noch keine Hinweise gefunden, wohin sie gegangen sein könnten." - "Dann kommen Sie nach Washington zurück." - "Jawohl, Sir!"

*

Nach dem Telefonat mit Doggett ruft Skinner nach einiger Überlegung schliesslich Mulder und Scully zu sich ins Büro, die glücklicherweise im Hause und nicht irgendwo unterwegs sind.


Skinner berichtet von der Razzia und dass daraufhin die Gangster mitsamt Iris und Alexei verschwunden sind... und er sieht, dass Mulder und Scully mindestens so betroffen sind wie er selbst. Da sie ja schliesslich nicht nur befreundet sind, sondern derzeit sogar noch in Iris' Suite wohnen, fragt er sie, ob sie vielleicht eine Idee hätten, wie Iris möglicherweise Kontakt aufnehmen könnte.
Telefon... Fax... Oder wenn sie irgendwo ans Internet gelangen könnten, wären auch E-Mails möglich, die ganze Palette moderner Kommunikation halt. Aber was ist, wenn Iris und Alexei aus irgendwelchen Gründen keine Möglichkeit haben, irgendwo ranzukommen, was nämlich ziemlich wahrscheinlich ist, so wie sie von ihren Mafia-Freunden beobachtet werden... Einige Augenblicke herrscht Schweigen, ehe Mulder schliesslich mit sanfter Stimme sagt: "Sie ist eine Hexe mit Paranormalen Fähigkeiten, das wissen Sie ja wohl, Sir?" - Skinner nickt. "Denken Sie vielleicht, sie könnte telepathisch Kontakt aufnehmen oder sowas in der Art?" Er sieht Mulder an und kann irgendwie kaum glauben, dass er diese Unterhaltung überhaupt führt. Er unterhält sich tatsächlich mit Spooky Mulder über Telepathie und Hexerei, das hätte er sich früher auch nicht träumen lassen. "Und wie soll das gehen?" - "Vermutlich würde sich Iris dazu eine Person aussuchen, die sie gut kennt. Alexei ist ja schon bei ihr und fällt weg. Bleiben wohl noch wir hier." - Skinner nickt. "Sie wohnen in ihrer Suite und schlafen sogar in ihrem Bett." - "Aber wir schlafen nicht mit ihr!"
Mulder beisst sich sofort auf die Lippen und Scully starrt nun ganz interessiert auf ihre Finger - während Skinner die beiden nur seltsam ansieht. Er ist ja nicht überrascht darüber, dass sie es wissen, er hätte nur nicht damit gerechnet, dass ihm das gleich so unter die Nase gerieben wird. Wenn sie das rumerzählen, könnte ihn das in ganz schöne Schwierigkeiten bringen. In fast ebenso grosse Schwierigkeiten wie ihn Diana Fowley mit ihren Anschuldigungen gebracht hätte... allerdings glaubt er nicht, dass sie ihn ans Messer liefern werden. Und überhaupt: das hier ist ja schliesslich eine besondere Situation. "Denken Sie etwa im Ernst, ein paar wenige Rendezvous würden schon ausreichen, um eine Bindung zu schaffen, dass so ein telepathischer Kontakt zustande kommen könnte? Ohne Blickkontakt? Sogar über grosse Distanz?" - "Ein paar Rendezvous? Mehr ist es nicht für Sie?!" erkundigt sich Mulder fast gegen seinen Willen und sieht Skinner an, in dem er jetzt nicht seinen Chef sehen kann, sondern nur Iris' heimlichen Liebhaber. Ihr Liebhaber, der sich offensichtlich grosse Sorgen um sie macht und überhaupt etwas unglücklich wirkt...
Einen Moment überlegt sich Skinner, einfach zu sagen, dass Mulder das alles gar nichts angeht. Doch vielleicht ist es ja wichtig... "Ich meine damit, dass ich für Iris vermutlich nicht viel mehr als ein gelegentliches Rendezvous bin. Eine Abwechslung. Verdammt, ich weiss noch nicht mal, weshalb sie überhaupt mit mir... weshalb sie sich überhaupt mit mir trifft. Aber mir bedeutet Iris sehr viel." - "Wieviel?" - "Ich liebe sie." antwortet er schlicht. Irgendwie ist er froh, dass er es endlich mal jemandem erzählen kann. Irgendwie scheint Mulder dieses Geständnis zu überraschen... "Sagen Sie mal, Mulder, was haben Sie denn eigentlich gedacht?! Dass ich buchstäblich alles aufs Spiel setze nur für ein Bisschen Spass?!" Mulder's Gesicht nach zu urteilen weiss der wohl selbst nicht so recht, was er eigentlich gedacht hat. "Mulder, Sie sind doch der Telepathie-Experte hier. Ist es für Iris leichter, wenn die Person, die sie gewissermassen telepathisch anpiept, schläft, wach oder in Trance ist oder sowas in der Art?" - "Ich weiss nicht." Mulder klingt nun etwas kleinlaut. Er hat keine Ahnung, zu was Iris vielleicht fähig sein könnte. Hat sie vielleicht die Macht, Träume zu schicken? Visionen? Oder funktioniert das alles vielleicht überhaupt nicht ohne Blickkontakt und ohne Handy ist sie aufgeschmissen?!
Skinner nimmt sich die Brille ab und reibt sich etwas die Nasenwurzel, wobei er kurz mal die Augen schliesst, wobei sofort Iris vor seinem geistigen Auge erscheint. Also wenn Iris an bestimmten Punkten zwischen seinen Augen drückte, konnte sie auf Anhieb Kopfschmerzen vertreiben... Verdammt, warum denkt er plötzlich von ihr in der Vergangenheit?! Sie wird wiederkommen und kann ihm dann noch viele Kopfwehmassagen verpassen. Bis dahin wird er sich wohl mit Schmerztabletten behelfen müssen. "Niemand ausser uns weiss überhaupt, dass Iris und Alexei auf dieser Undercover-Mission sind. Sie hat darauf bestanden, dass ihr Name in dieser Angelegenheit niemals publik wird, ganz egal was passiert. Es würde sowieso nichts bringen, eine Grossfahndung nach ihr einzuleiten, das würde sie nur in Gefahr bringen. Und da wir keine Ahnung haben, wo wir suchen sollten, bleibt wohl nicht viel anderes übrig, als darauf zu warten, dass sie uns irgendwie kontaktiert." Und er fühlt sich so verdammt hilflos dabei.


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"Was in aller Welt hat denn Iris als Irina Petrowa bei diesen komischen Mafiosi getrieben?" - "Tja, so genau weiss das niemand." - "Und sie hat sie wohl darum nicht einfach überwältigt und getötet äh meinetwegen verhaftet... wegen ihrer komischen Spielregeln?"

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[PALACE-HOTEL IN WASHINGTON]

Monica Reyes sieht sich interessiert um, wobei sie natürlich weiss, dass sie währenddessen wohl ebenso interessiert gemustert wird, was ihr aber nichts ausmacht. Ist ja logisch, dass Mulder und Scully sie anstarren - die sich wirklich überlegen, wie in aller Welt wohl Iris überhaupt auf Monica Reyes gekommen ist, die sie doch überhaupt nicht kennt. Sie hat dunkle Haare - fast so wie Irina Petrowa jetzt - und ihre dunklen Augen schauen neugierig und oft auch irgendwie wissend.
Und tatsächlich ist Mon sehr neugierig auf die Wohnung der Leute, die sie ja nun drei Tage lang belauscht und beobachtet hat. Es ist erstaunlich, was Iris und Alexei aus dieser Penthouse-Suite gemacht haben, für die sie wohl eine horrende Miete blechen müssen. Na ja, Iris ist wohl diejenige, die bezahlt, und sie kann es sich ja wohl leisten...
Das grosse Wohnzimmer ist gemütlich eingerichtet. Auffallend viele Decken und Kissen liegen herum, als würde hier öfters mal auf dem Boden rumgekuschelt werden. An den Wänden hängen vielerlei Dinge: Exotische Masken und Dämonenfratzen ebenso wie Schwerter und sonstige mehr oder weniger antike Mordinstrumente. In einem Regal stehen alt aussehende Werke über Magie und Hexerei ebenso wie moderne Bücher über alle möglichen Esoterik-Themen; zudem noch allerhand Zeugs, das Mon auf den Gedanken bringt, es hier mit einer Möchtegern-Hexe zu tun zu haben. Oder vielleicht sogar mit einer Echten Hexe, die nur so tut, als wäre sie bloss unheimlich interessiert an Magie? Es gibt natürlich auch eine gutsortierte Bar, gleich neben dem Grossbildfernseher und der Musikanlage. Und da ist natürlich auch noch die Ecke mit der kleinen aber feinen Küche und dem Esstisch.
Im grossen Badezimmer, das sowohl von der Stube als auch vom Schlafzimmer aus direkt zu erreichen ist, gibt es Badetücher in verschiedenen Farben, ebenso stehen mehrere bunte Zahnbürsten herum. Man merkt, dass hier öfters mal mehrere Personen zugange sind. Mon fällt auf, dass in Alexei's Teil des Spiegelschränkchens mehr Zeugs rumliegt als bei Iris, die sich mit ein wenig Schminke zufrieden gibt, aber auf jegliche Gesichtscreme oder sonstigen Schnickschnack zu verzichten scheint.
Das vermeintliche Gästezimmer ist als Büro eingerichtet, doch es gibt immer noch eine sehr bequeme Bett-Couch. Computeranlage vom feinsten. Im Einbauschrank sind nun irgendwelche Akten hinter Stahltüren verschlossen, allerdings nur die Fälle, mit denen sie zu tun hatten, seit sie nach Washington gekommen sind; alles was früher war, haben sie offensichtlich in Los Angeles gelassen. Das Büro ist aber durchaus noch bewohnbar, es gibt sogar ein kleines Badezimmer mit WC/Dusche.
Und dann das Schlafzimmer... Grosses Bett. Grosse Spiegel an den Wänden. Und an der Decke... Auch hier steht viel Esoterisches Zeugs herum. Auf dem Nachttischchen steht eine dicke dunkle Kerze in einem mit allerhand magischen Symbolen verzierten Kerzenständer. An der Wand hängt die gerahmte Vergrösserung eines Schnappschusses: Iris und Alexei beim Tango. Im riesigen Einbaukleiderschrank natürlich auch jede Menge Klamotten. Allerdings ja nicht nur die Sachen von Iris und Alexei, sondern auch von Mulder und Scully, die ja nach dem Hausbrand ihre Garderobe wieder ergänzen müssen. Dafür, dass Iris eine reiche Frau ist, hat sie eigentlich erstaunlich wenig Klamotten. Besonders erstaunlich wenig Schuhe und nichts mit hohen Absätzen. Auch die Schmuckschatulle quillt nicht gerade über, enthält aber ein paar sehr exquisite Stücke.

"Sind Sie überrascht?" erkundigt sich Mulder, der beobachtet, wie Monica Reyes ihre Blicke immer noch über das ganze Okkulte Zeugs schweifen lässt, während sie nun mit übereinandergeschlagenen Beinen auf der Couch sitzt und an einem Glas Orangensaft nippt.
"Nein, eigentlich nicht. Es passt zu ihr." Mon lässt ihren Blick noch einmal über das Wohnzimmer schweifen und sieht dann die beiden Agenten an, die für die berüchtigten X-Akten zuständig sind. Irgendwie wundert es sie gar nicht, dass Iris irgendwann irgendwie auf sie gestossen ist und sie sich angefreundet haben. "Sie ist eine Hexe." Mulder erstarrt. Scully zieht eine Augenbraue hoch. Doggett verschluckt sich fast an seinem Getränk. Und Mon lächelt nun über diese Reaktionen, denn offenbar hat sie damit wohl ins Schwarze getroffen. "Stimmt's oder hab ich recht?"
Verschwörerische Blicke werden gewechselt. Doch da die Leute hier die Kunst des Gedankenlesens doch nicht so gut beherrschen wie offenbar eine gewisse Special Agent Iris Sinclair, fängt bald einmal wildes Gemurmel an. Irgendwie scheint Iris diese Monica Reyes nicht nur wegen ihrer Russisch- und Französisch-Kenntnisse ausgewählt zu haben, sondern auch wegen ihrer offensichtlichen intuitiven Ader... "Sie sind nicht zufälligerweise auch eine Hexe?" erkundigt sich schliesslich Scully. Es gab ja mal Zeiten, da wurden mit Vorliebe Rothaarige der Hexerei beschuldigt, aber Dana Scully würde wohl nichts ferner liegen, wenn man mal davon absieht, dass sie sowas nicht mehr ganz so skeptisch gegenübersteht, seit sie mit Mulder so einiges erlebt hat. Und seit sie Iris kennt.
Mon muss lächeln. "Nein, ich bin keine Hexe, obwohl man mich auch schon mal so tituliert hat..." Sie überlegt hin und her, wie sie es ausdrücken soll. "Ich habe hin und wieder sowas, das mal das zweite Gesicht genannt wurde. Visionen. Wenn ich einen Tatort besichtige, kann ich mich manchmal besser in die Köpfe der Opfer und Täter hineinversetzen, als mir oft lieb sein kann. Darum wollte ich auch von der Abteilung für Gewaltverbrechen weg, bevor ich noch völlig abstumpfe oder durchdrehe." Und ausserdem hat man ihre Fähigkeiten dort irgendwie nie so sonderlich geschätzt. Anders als eine gewisse Samantha Waters oder Rachel Burke, von denen sie schon gehört hat, ist es ihr leider bislang nie vergönnt gewesen, mit einem guten Team zusammenzuarbeiten, wo sie nicht einfach als Freak abgestempelt wurde, sobald sie als Profiler mal irgendeine Andeutung machte, dass sie was SEHEN oder FÜHLEN würde. "Na ja, leider weiss ich oft nicht so recht, wie ich meine äh Intuition erklären soll. Deshalb habe ich mich auch in gewissen Kreisen nicht eben beliebt gemacht..."
Tja, irgendwie kommt einem das doch sehr bekannt vor, oder?! "Na dann bleiben Sie doch hier bei uns in Washington, Agent Reyes. Assistant Director Skinner ist sowas gewöhnt, also werden Sie kaum Schwierigkeiten haben, solange sie ihm unterstellt sind." erklärt Scully mit freundlichem Lächeln und bemerkt, dass Mulder und John das auch für eine gute Idee zu halten scheinen. Ganz besonders John Doggett.
"Nun ja, ich muss zugeben, dass ich mir das inzwischen auch schon überlegt habe." Sie sieht die anderen an. "Hätten Sie mich denn gern im Team?" - "Team? Wir arbeiten nicht alle zusammen..." erklärt Doggett, der ja beispielsweise nichts mit den X-Akten zu schaffen hat. Bis jetzt jedenfalls nicht. Obwohl schon allein die Zusammenarbeit mit Iris auch langsam in diese Richtung zu gehen scheint. - "Ja, das schon, aber Sie sind befreundet und ich bin sicher, im Falle eines Falles werden Sie sicher alle gut zusammenarbeiten. Beispielsweise jetzt, wo es um Iris und Alexei geht..." Sie beobachtet, wie die anderen wieder verschwörerische Blicke wechseln und schliesslich alle drei nicken. Sie kann förmlich in ihren Gesichtern sehen, was sie wohl überlegen. Wenn Iris sie extra angefordert hat, muss sie wohl in Ordnung sein... "Na wenn das so ist... nennt mich doch einfach Mon!"
Jetzt wo das Eis endgültig gebrochen ist, stossen sie alle an und Mon darf in Zukunft John, Dana und na ja Mulder sagen.

*

Da Monica Reyes in New York noch keine Unterkunft hat, kommt man schnell überein, dass es doch ganz praktisch wäre, wenn sie sich vorläufig einfach mal hier im Büro einquartiert, schliesslich ist ja die Couch da ja sehr bequem, wie sogar Doggett bestätigt.

Kaum hat Mon ihre Reisetasche auf die Couch gestellt, fängt der Computer an zu piepen, der offenbar Tag und Nacht läuft. Standleitung zum Internet, wow! "Eine Mail!" ruft sie und setzt sich an den Computer, worauf sich auch schnell die anderen um sie versammeln und neugierig auf den Bildschirm starren, wo jetzt anstatt des üblichen Bildschirmschoners eine Eingabeaufforderung erschienen ist. "Kennt jemand das Passwort?" - "Äh..." Dana versucht sich zu erinnern. "Avalon!" - Mon tippt es ein und tatsächlich bekommen sie Zugang zur Mailbox.
Die neue Nachricht stammt von jemandem, der sich einfach "Ein Freund" nennt und über einen anonymen Gratis-Mailanbieter mailt:
   HALLO LEUTE!
   EINE SEHR HÜBSCHE LADY NAMENS IRINA HAT MICH GANZ NETT GEBETEN,
   EUCH MITZUTEILEN, DASS ES IHR UND EINEM TYPEN NAMENS ALEXEI
   GUT GEHE UND IHR EUCH KEINE SORGEN MACHEN SOLLT! :-)
   SIE IST IMMER NOCH AM FALL DRAN UND WIRD SICH WIEDER MELDEN,
   SOBALD SIE KANN! :-)
"Na sowas!" bringt es Dana schliesslich auf den Punkt.

 

Eine halbe Stunde später kommen sogar noch die Lone Gunmen vorbei, um sich das E-Mail höchstpersönlich anzusehen, wobei Mon schnell der Verdacht kommt, dass die drei komischen Typen schon lange mal einen Vorwand gesucht haben, um Iris' Suite einen Besuch abzustatten und ausgiebig mit ihrer Computeranlage zu spielen, weshalb ihnen Mulder's Anruf wohl gerade recht gekommen ist.
Während Byers, Langly und Frohike nun das Büro in Beschlag genommen haben...

... setzt sich Mon also wieder auf die Couch im Wohnzimmer - wo sich Doggett neben sie setzt. Er hat überhaupt keine Lust, jetzt einfach nach Hause zu gehen, solange noch nicht feststeht, was es mit dieser Mail auf sich hat. Und ausserdem mag er die Unterhaltungen hier in Iris' Wohnung. Auch wenn es ihm nun ein klein wenig peinlich ist, als er bzw. Mulder und Scully von seiner Nacht auf der Couch im Büro erzählen, wie Iris ihn nass und bewusstlos angeschleppt, ausgezogen und natürlich noch verarztet hat... "Moment mal!" meint Doggett plötzlich und sieht Scully an. "Iris hat mir den Verband angelegt? Ich habe eigentlich gedacht, das wären Sie gewesen, Dana, immerhin sind Sie doch Ärztin!" - "Ach John, als ich wach geworden bin, hatte Iris Sie schon längst verarztet und ins Bett gepackt." Dana lächelt verschmitzt - und Doggett kann sich kaum vorstellen, dass die Frau beim FBI mal den Spitznamen Ice-Queen hatte, so wie sie jetzt nach Feierabend im lockeren Jogginganzug zusammen mit Mulder in einem grossen Sessel sitzt.

"Sollten wir eigentlich nicht mal Skinner über diese Nachricht informieren?" meint Mon plötzlich - worauf Doggett zustimmend nickt und nach seinem Handy greift, um endlich mal ihren Vorgesetzten zu informieren... dem man auch durchs Telefon hindurch die Erleichterung deutlich anmerken kann. "Er ist froh über das Lebenszeichen!" erklärt Doggett nach Beendigung des Gesprächs unnötigerweise. - "Das glaub ich gern. Er liebt sie." Ojeee! So wie man sie nun anstarrt, scheint das wohl eher ein dunkles Geheimnis zu sein, obwohl niemand überrascht scheint. "Sorry!" Wann lernt Mon endlich, ihre grosse Klappe zu halten?! - "Wie war das?" Doggett tut so, als hätte er sich verhört. Wie kann diese Frau sowas schon in so kurzer Zeit merken? Oder hatte sie etwa eine Vision? - "Ähm... na ja... So wie er sich um sie sorgt und diese Blicke heute im Büro, als er ein paar der Abhörbänder gehört hat..." Es hat ausgesehen, als wäre Skinner ziemlich eifersüchtig auf jeden einzelnen Mafioso, mit dem Iris herumschäkerte. "Für mich sah das so aus, als wäre er verliebt." Mon will gar nicht erst anfangen, von Intuition zu sprechen. "Aber ich kann mich ja auch irren!" fügt sie leichthin hinzu.
"Also..." fängt Dana nun an und räuspert sich kurz. Sie steht auf und holt sich noch einen Saft. "Wie auch immer es sein mag... Eins ist jedenfalls sicher: Iris und Alexei wollen ganz bestimmt nicht, dass irgendwas an die grosse Glocke gehängt wird." Sie sagt ganz bewusst Iris und Alexei, damit auch klar ist, dass Alexander Sinclair über was auch immer, bestimmt schon alles weiss und sich also niemand genötigt fühlen soll, Iris' Ehemann noch extra irgendwas auf die Nase zu binden.

*

"Wir haben ihn!" Frohike stürmt aus dem Büro ins Wohnzimmer und reisst damit die Leute aus ihren tiefschürfenden Gedanken über Liebe und Leidenschaft, Ehe, Treue und Affairen. "Hier ist die Telefonnummer unsere 'Freundes', der die Mail geschickt hat!"
Mulder reisst Frohike den Zettel mit der Nummer förmlich aus der Hand und fängt schon an zu wählen. Daraufhin folgt ein sehr verwirrendes Gespräch mit einem jungen Mann... der sich zwar noch überaus lebhaft daran erinnern kann, dass ihn heute eine sehr hübsche Frau angesehen hat, die inmitten einer Gruppe war; der aber angeblich überhaupt nicht mit ihr gesprochen hätte. Und dennoch hat er das Gefühl gehabt, er müsste diese Mail schicken, irgendwie war das einfach in seinem Kopf... Er hat sie an seiner Tankstelle gesehen. Es war eine ganze Meute da, einer hielt sie die ganze Zeit im Arm... und sie hat ihn tatsächlich angesehen und ihm sogar zugelächelt!
"Telepathie?" erkundigt sich Mon, nachdem Mulder aufgelegt hat - und der zuckt zustimmend die Schultern. "Vermutlich." Iris braucht wohl doch Augenkontakt für ihren Telepathischen Kontakt! überlegt er sich gerade und denkt einen Moment daran, wie durchdringend Iris zuweilen schauen kann. "Jedenfalls wissen wir jetzt, dass die heute Nachmittag noch unterwegs waren." - "Sie muss wirklich gut sein, wenn sie sogar einem wildfremden Menschen so eine telepathische Botschaft übermitteln kann. Immerhin ist eine Mail-Adresse etwas sehr konkretes!" sinniert Mon... worauf sie nun von Mulder und Scully nach und nach darüber aufgeklärt wird, dass Iris noch viele Talente hätte, wenn sie in 'Esoterischer Stimmung' wäre. Man erzählt auch u.a. von dem 'Karten-Test' damals und wie sie dort bei Mulder ziemlich gut war und bei Alexei sogar alles richtig geraten hat... "Das wundert mich gar nicht!" meint sie daraufhin. "Vermutlich unterhält sie sich mit ihrem Mann ziemlich viel telepathisch. Ich habe sie ja nur drei Tage lang belauscht und beschattet, aber mir ist aufgefallen, dass die beiden kein einziges Mal aus ihrer Rolle gefallen sind und immer perfekt aufeinander abgestimmt waren, ohne jemals etwas abzusprechen. Zumindest habe ich nichts davon gehört oder gesehen. Sie müssen sich wohl telepathisch absprechen. Wirklich praktisch! Beispielsweise die Aktion, als sie die Info-Kapsel übergeben hat, das war doch einfach genial!"
Mulder und Scully können beobachten, wie Doggett nach Mon's letztem Satz aus unerfindlichen Gründen irgendwie verlegen wird. Und sofort wird ihre Neugierde geweckt. "Ach, wie hat sie denn die Info-Kapsel übergeben?" fragt Mulder prompt - und Doggett kennt diesen Blick inzwischen gut genug, dass er genau weiss, es ist zwecklos: Mulder und Scully würden keine Ruhe geben, bis sie darauf eine Antwort hätten. "Ich bin als Zimmerkellner mitten in die Party gegangen und Iris hat mir die Kapsel rübergeschoben." Er hofft inständig, dass sie sich mit dieser Antwort zufrieden geben werden. Vergeblich. - "Wie hat sie die Kapsel rübergeschoben, ohne dass es jemand bemerkt hat? Sie wurden doch beobachtet, oder?!" - Doggett schickt ein lautloses Stossgebet gegen Himmel und hält es für das beste, mit der nackten Wahrheit rauszurücken, weil sie es irgendwann sowieso erfahren werden, spätestens wenn Iris es irgendwann mal als Anekdote erzählen wird, was er ihr durchaus zutraut. "Anstelle eines Trinkgeldes hat sie mich geküsst und mir dabei mit der Zunge die Kapsel rübergeschoben." So, jetzt ist es raus.
"Ach sooo... clever!" Dana grinst breit - während Mulder wieder mal nicht so recht weiss, was er davon halten soll. Irina Petrowa ist ein Flittchen! Und irgendwie scheint es Iris fast schon Spass zu machen, ein Flittchen zu spielen. Aphrodisiaka auf zwei Beinen... "Und was hat das mit Iris perfekter Übereinstimmung mit Alexei zu tun?" fragt er nun und sieht Mon an. - "Frag lieber John, der war da. Ich hab's nur gehört..." erklärt Mon, der es inzwischen ein wenig peinlich zu sein scheint, dass sie dieses Thema überhaupt angeschnitten hat, denn sie hat John wirklich nicht in Verlegenheit bringen wollen. - Noch bevor er überhaupt Mulder's fragenden Blick auf sich spürt, tritt Doggett die Flucht nach vorn an. "Alexei hat daraufhin den eifersüchtigen Macho gespielt und Iris eine Ohrfeige verpasst, wie es offenbar in diesen Kreisen üblich ist." - "Was?!" Mulder und Scully sind beide etwas überrascht, dass Iris und Alexei ihre Rollen offensichtlich wirklich sooo ernst nehmen. "Und was hat sie dann gemacht?" fragt Mulder weiter. - "Irina Petrowa hat ihren eifersüchtigen Ehemann abgeknutscht, um ihn zu besänftigen." Doggett räuspert sich etwas verlegen. "Sie geht wirklich auf in dieser Rolle. Also das dort mitanzusehen... es war irgendwie beängstigend."
Eine Weile herrscht grübelndes Schweigen.
Schliesslich erklärt Dana: "Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass sie sich zu sehr in die Rollen reinsteigern, oder? Dass sie selbst zu Mafiosi werden, weil sie sich mit Mafiosi rumtreiben, oder sowas in der Art?" - Mulder nagt nachdenklich an seiner Unterlippe. Und denkt an seine Zeit als Profiler bei der Abteilung für Gewaltverbrechen, wenn er sich so sehr in die Täter hineinversetzte, dass er sich schon selbst wie ein Monster vorkam, weil er sie irgendwie zu verstehen begann... Er war in gewisser Weise wirklich brillant darin gewesen, auch wenn er schon damals einen gewissen Ruf beim FBI hatte, doch er musste da raus, sonst wäre er entweder völlig abgestumpft oder irgendwann völlig verrückt geworden. Da hat er sich doch lieber wegen der X-Akten als verrückt beschimpfen lassen! Auch Monica Reyes erstellt Täterprofile, ihr sollte sowas nicht unbekannt sein. Und schliesslich war auch Iris selbst schon als Profiler tätig und wie sie ja selbst erzählte, brauchte sie dann immer dringend wieder Abwechslung... "Vielleicht war dieser Auftrag ein Fehler." - "Mulder, unsere liebe Iris kennt sich aus mit der Mafia!" erinnert Scully, wobei das Doggett und Reyes noch neu zu sein scheint, da ihnen noch niemand erzählt hat, dass Iris' Vater Kontakte zur Mafia hatte. Na ja, es gibt wohl doch noch einiges zu erzählen... "Nebst vielen anderen Talenten ist sie auch eine begnadete Schauspielerin. Und eine Hexe. Wenn irgendjemand damit klar kommt, dann sie!"
"Sie ist eine Hexe? Wusst ich's doch!"
Verdammt, Frohike! Den haben sie ja glatt vergessen... aber alle drei Lone Gunmen stehen nun mit gespitzten Ohren an der Bürotür und scheinen schon die längste Zeit sehr interessiert gelauscht zu haben.


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"Also dafür, dass Iris es nicht an die Grosse Glocke gehängt hat, scheint es sich aber doch noch ziemlich rasch rumgesprochen zu haben, dass sie eine Hexe ist..." - "Na ja, nicht alles, was sich so Hexe nennt, hat auch nur Ähnlichkeit mit den Kräften von Arragon Amayra... und in Esoterischen Kreisen auf der Erde gab es ja eben durchaus sowas wie Hexen etc.pp., wobei einige davon ja sogar wirklich mit mehr oder weniger Talent gesegnet waren. Also halb so wild, denn sie hielten sie immer noch für einen normalen Menschen. Na ja, für einen normalen Menschen mit ein paar aussergewöhnlichen Fähigkeiten."

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Mulder und Scully haben ihr Büro gewissermassen in Iris' Wohnung verlegt, damit sie jederzeit mitbekommen, falls wieder ein Mail oder womöglich mal ein Telefonanruf eingeht. Momentan hätten sie sowieso noch keine grosse Lust, auf Monsterjagd im Land herumzureisen.


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"Haben Mulder und Scully ihrem Chef eigentlich jemals erzählt, was bei dem Überfall wirklich alles passiert war?" - "Soviel ich weiss, haben sie es Zeit ihres Lebens keiner Menschenseele erzählt."

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[Irgendwo unterwegs in den USA]

Doggett und Reyes reisen dafür im Land herum, auf Iris' Spuren. Schon seit nunmehr zwanzig Tagen folgen sie möglichst unauffällig allen Hinweisen.

Oh ja, Irina Petrowa und Alexei Petrow hinterlassen Spuren und Nachrichten. Irgendwelche Notizen, auf Servietten gekritzelt, mit Lippenstift auf Spiegel geschrieben - oder als fixe Ideen in den Köpfen anderer Leute, die dann womöglich plötzlich das unwiderstehliche Bedürfnis verspüren, der Polizei alles mögliche zu erzählen.
Und ausserdem: verwüstete Hotelzimmer, unbezahlte Rechnungen, liegengelassene tote Gangster... Sogar der vermeintliche Gangsterboss, hinter dem sie ursprünglich her waren, gehörte zu den Leichen, die tot in einem Swimmingpool gefunden wurden.

* * *

Monica Reyes sieht wirklich süss aus, wenn sie schläft. Allerdings darf er sie nicht zu lange ansehen, sondern muss sich aufs Fahren konzentrieren, da käme es wohl nicht so gut, wenn er sich von seiner schlafenden Partnerin ablenken liesse und im Strassengraben oder sonstwo landen würde.
Ja, seine Partnerin!
Doggett mag sie sehr und hält sie wirklich für eine sehr gute Agentin. Auch wenn sie ebenfalls esoterisch angehaucht ist und fast ähnlich intuitiv ist wie die Hexe, die sie verfolgen... Aber vielleicht ist es ja gerade das, weshalb Special Agent Iris Sinclair ausgerechnet Monica Reyes hinzugezogen hat; irgendwie muss sie von deren intuitiven Ader gewusst haben und dass sie dafür genau die Richtige sein würde... Verdammt, wenn ihm vor zwei Monaten oder so jemand erzählt hätte, dass er es jemals mit sowas Übersinnlichem wie Telepathie oder ähnlichem zu tun bekommen würde, dann hätte er ihn wohl für verrückt erklärt. Inzwischen hat er einen Blick in diverse X-Akten geworfen und er kann es nicht einfach als Blödsinn abtun, da er Mulder und Scully ja nun persönlich kennt und weiss, dass die beiden durchaus nicht spinnen. Und jetzt jagt er mit Mon einer Hexe hinterher, die sich mit irgendwelchen gemeingefährlichen Gangstern herumtreibt, die sie wohl langsam in den Wahnsinn treibt.

Sobald das Auto hält, wird Mon wach. "Sind wir schon da?" murmelt sie verschlafen. Irgendwie sind sie auch Undercover unterwegs, denn falls sie Iris und Alexei tatsächlich mal nahe kommen, soll man sie nicht gleich als FBI-Leute erkennen. Also tragen sie beide auch Jeans und wirken wie ein ganz normales Pärchen.
Irgendwie findet Mon es ganz nett, dass sie sich - entgegen der üblichen FBI-Vorschriften - bei ihrem Undercover-Einsatz hier stets ein Doppelzimmer zu teilen pflegen, denn allein in einem Zimmer würde sie wohl sowieso kein Auge zubekommen auf dieser Mission. Allerdings schlafen sie nicht zusammen äh gemeinsam äh zur gleichen Zeit! Einer von ihnen sollte immer wach sein, denn zuweilen sind sie Irina Petrowa äh Iris' Ohrringen so nahe, dass sie das Signal wieder empfangen können.

Soweit sie bislang herausgefunden haben, hat sich das Flittchen Irina Petrowa inzwischen noch weiter nach oben geflirtet. Der tote Gangsterboss ist von einem grösseren Gangsterboss erschossen worden, vermutlich aus geschäftlichen Gründen, weil man über die Razzia wohl nicht sehr glücklich war... oder weil der grössere Gangsterboss scharf auf die rattenscharfe Irina Petrowa ist, die aus unerfindlichen Gründen offensichtlich allen Männern total den Kopf verdreht?

"Sie scheinen ebenfalls in ihrem Hotel angekommen zu sein..." Doggett reicht seiner Partnerin die Kopfhörer, denn sie fangen wieder an zu reden, russisch natürlich, vielleicht ist es ja was wichtiges. Diese seltsamen Lone Gunmen haben Iris' supergute Ausrüstung mobiler verpackt, so dass es nun ganz diskret wie ein Walkman aussieht, wo aber immer noch alles auf CD bzw. Minidisk gespeichert wird.
Mon lauscht ein Bisschen. "Die beklagen sich nur, dass der Champagner nicht die richtige Temperatur hätte... und sonstigen Käse. Sie scheinen mit dem Nobelschuppen zwei Blocks weiter nicht übermässig zufrieden zu sein." Sie lächelt, stellt das Gerät auf laut und legt dann die Kopfhörer ab. "Ich muss mal unter die Dusche!" verkündet sie und verschwindet daraufhin auch schon hüftschwingend im Badezimmer...
... während Doggett ihr fast ein wenig sehnsüchtig nachsieht. Am liebsten würde er mit ihr unter die Dusche gehen... auch wenn er nicht so denken sollte und sich im Geiste für seine schmutzigen Gedanken ohrfeigt. Es gehört sich nicht. Eigentlich sollten sie als FBI-Agenten verschiedenen Geschlechts nicht mal zusammen in einem Zimmer sein und sie wären es auch nicht, wenn sie sich hier nicht Undercover als Pärchen ausgeben würden. Komisch, irgendwie drehen sich seine Gedanken plötzlich wieder im Kreis... Seit zwanzig Tagen hat er sich keine Pause mehr gegönnt. Wenn diese Sache endlich vorbei ist, muss er wohl dringend mal Urlaub machen. Zwar hat Monica Reyes auch seit zwanzig Tagen keine Pause mehr gehabt, aber merkwürdigerweise scheint sie die Angelegenheit sehr locker zu sehen. Vielleicht sollte er sie öfters autofahren lassen, damit er auch wieder mal etwas mehr Schlaf bekommt...
Ojeee, Mon sieht einfach hinreissend aus, wie sie nur mit einem Badetuch bekleidet und mit tropfnassen Haaren aus dem Bad kommt. Sie ist verdammt schlau und warmherzig und mitfühlend und überhaupt und sie sieht auch noch so verdammt gut aus... und er braucht jetzt wohl dringend mal eine kalte Dusche...
... sofort!
Unter der Dusche überlegt er sich dann, was es eigentlich genau ist, das er für Monica Reyes empfindet. Ist er einfach schon zu lange allein gewesen, dass jetzt seine Hormone so verrückt spielen, kaum dass er eine attraktive Partnerin an seiner Seite hat? Ist er bloss übermüdet und spinnt sich schon was zusammen? Oder kann er sich wirklich innerhalb von so kurzer Zeit in sie verliebt haben? Nur weil sie ihn zuweilen so nett anlächelt, dass ihm ganz warm ums Herz wird? Weil sie ihn schon fasziniert hat, als er sie das erste Mal zu Gesicht bekommen hat? Mal überlegen... Iris und Alexei sind sich kaum sechs Monate nach ihrem ersten Kennenlernen in die Arme gefallen und dann schon ziemlich bald Hals über Kopf nach Las Vegas durchgebrannt. Mulder und Scully haben angeblich erst nach langen Jahren ihre Gefühle füreinander offenbart, wie Iris ihm mal erzählt hat, obwohl die FBI-Gerüchteküche den beiden Partnern von den X-Akten schon lange eine Liebesaffäre unterstellte. Also Doggett will bestimmt nicht jahrelang warten! Allerdings kann er Monica Reyes ja schlecht schon nach drei Wochen mit Liebeserklärungen oder Annäherungsversuchen überfallen, zumal er ja gar nicht weiss, was sie womöglich für ihn empfindet. Immerhin ist sie doch zu allen immer sehr freundlich, da hat es vielleicht gar nichts weiter zu bedeuten, wenn sie ihn so nett anlächelt... "John!" hört er auf einmal ihre Stimme, worauf er sich hastig das Handtuch um die Hüften schlingt und tropfnass ins Zimmer stürmt. "Was ist los?!"
Sie starrt auf den Walkman. Iris' Wanze überträgt seltsame Geräusche, Geflüster und ein schmerzliches Stöhnen. "Alexei wird gerade unter Drogen gesetzt!" - "Was?!" John streicht sich fahrig durch die nassen Haare, weil er wirklich nicht weiss, was er davon halten soll. "Warum?!" - "Irgendwie klingt es danach, als wollte dieser Gangsterboss hier die schöne Irina ganz für sich alleine haben... Alexei ist im Weg." - "Verdammt!" - "John... Ich kann mir nicht vorstellen, dass Iris sich so sehr in ihre Rolle als Gangsterliebchen verstrickt hat, dass sie kaltlächelnd zulassen würde, dass man Alexei umbringt!" - "Tut sie denn was dagegen, dass man ihn unter Drogen setzt?" Doggett weiss wirklich nicht, was er davon halten soll. Und was in aller Welt sie jetzt unternehmen sollten. Selbst wenn er jetzt sofort ein Einsatzkommando zur Stelle hätte, weiss er nicht, ob es klug wäre, den Laden einfach stürmen zu lassen, denn dann würde es bestimmt Tote geben, zu denen auch Iris und Alexei gehören könnten, und das will er lieber nicht riskieren. - "Sie hat gesagt, dass man es noch bereuen würde, weil es nicht recht wäre... aber sie bleibt ruhig. Wahrscheinlich rettet sie ihm mit dieser Gelassenheit gerade das Leben!" erwidert Mon etwas heftiger, als sie eigentlich beabsichtigt hat. John scheint Iris einerseits sehr zu schätzen, ihr aber andererseits auch alle Schandtaten zuzutrauen. Ob er wohl ähnlich über sie denkt? "Immerhin wissen wir ja, dass die Kerle auch nicht davor zurückschrecken würden, ihresgleichen zu erschiessen."

*

Nach einer unruhigen kurzen Nacht...

... nehmen Doggett und Reyes im Morgengrauen vorsichtig die Verfolgung der Gangster auf, die in drei Autos unterwegs sind und wie die Henker fahren. Kurz nachdem sie die Stadt verlassen haben, können sie beobachten...

... wie jemand in voller Fahrt aus der linken Hintertür des letzten Autos geworfen wird.

Mit quietschenden Reifen hält Doggett neben dem Körper und sofort springt Mon aus dem Auto. "Es ist Alexei... und er lebt!"

*

Irgendjemand hat wohl alles gesehen und einen Krankenwagen gerufen. Und trotz Iris' bekannter Krankenhaus-Phobie, die ja auch schon auf ihren Mann abgefärbt zu haben scheint, lassen sie zu, dass Alexei eingeliefert wird, wobei sie jedoch nicht von seiner Seite weichen.
Knochenbrüche hat er keine. Er steht nur noch unter Drogen, die Einstichstellen sind deutlich zu sehen. Crack oder sonst ein Teufelszeug, jedenfalls was mit durchschlagender Wirkung, das schon beim ersten Mal süchtig macht.
Als man ihm bei der Untersuchung die Kleider vom Leib schneidet - er hat nur Unterhosen, Hosen und ein Hemd getragen, noch nicht mal Schuhe - findet sich auf seinem Bauch eine mit Kugelschreiber geschriebene Nachricht, dass man AD Skinner vom FBI anrufen solle und dass Dr. Dana Scully Alexei's Ärztin wäre... Wohl ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass man Alexei nicht einfach in einem Krankenhaus lassen sollte! Ausserdem hat sie, etwas versteckt auf seinem Hintern, noch folgendes geschrieben:
   Es ist zu gefährlich geworden für Alexei. Man will ihn umbringen.
   Ich werde dafür sorgen, dass er raus kommt, irgendwie.
   Alexei Petrow wird dann tot sein.
   Bitte kümmert euch um ihn und sorgt dafür, dass er wieder clean wird.
   Und ich werde demnächst die Oberbosse treffen.
   Dann wird es vorbei sein. In Las Vegas.
   I.
"Iris hat ihn offenbar sogar höchstpersönlich aus dem fahrenden Auto geworfen... Sie hat so getan, als wäre er tot." Es ist allerdings eher eine simple Feststellung denn eine moralische Wertung. Doggett ist inzwischen klar, dass Iris alles getan hat, um Alexei zu beschützen, sonst hätten diese neuen Gangster ihn wohl schon längst erschossen.
Aber was wird jetzt mit Iris passieren, wo Alexei weg ist?

* * *

[PALACE-HOTEL IN WASHINGTON]
 
Entgegen der Proteste der Ärzte, die Alexei untersuchten, haben Doggett und Reyes ihn nach Washington gebracht. Nach Hause, in Iris' Suite, wo sich Scully um ihn kümmern will, auch wenn sie nicht gerade viel Erfahrung mit der Entgiftung von Drogensüchtigen hat. Himmel, Iris wüsste, was zu tun ist und könnte bestimmt noch irgendwelche Mittelchen aus dem Ärmel zaubern, zumal sie selbst für Alexei wohl zweifellos die beste Medizin wäre!
"Haben Sie nicht erzählt, Alexei hätte grüne Augen?" erkundigt sich Reyes, die sich den Patienten so eindringlich ansieht, dass Doggett fast eifersüchtig wird. "Trägt er etwa noch Kontaktlinsen?" - "Keine Kontaktlinsen!" versichert Dana nach einem Blick in Alexei's Augen, die nun dunkelbraun aussehen. "Iris hat irgendwas von Augentropfen erzählt..." - "Ach so!" Mon geht endlich ein Licht auf, denn jetzt ist ihr klar, weshalb Irina Petrowa ihren Mann stets an seine Tropfen gegen seinen angeblichen Heuschnupfen erinnerte, die sie selbst wohl auch verwendet hat, weil die angebliche Russin mit dem kastanienfarbenen Haar wohl ebenfalls dunkle Augen hat.

*

"Hat er schon irgendwas berichten können?" erkundigt sich Skinner - doch Scully verdreht nur die Augen. "Er ist nicht ansprechbar, Sir. Sein Körper wehrt sich mit Fieber und Schüttelfrost gegen die Drogen. Bislang habe ich erst einen kurzen lichten Moment erlebt und da ist er einfach froh gewesen, dass er hier und nicht im Krankenhaus ist, weil sich andernfalls Iris nur aufregen würde." - "Kann ich zu ihm?" - "Aber sicher, Sir!" Sie führt ihn ins Schlafzimmer...
... wo nun Alexei auf dem grossen Bett liegt und sich unruhig von einer Seite auf die andere wälzt. Wenn er zwischendurch seine Augen öffnet, wird sichtbar, dass inzwischen wieder die normale grüne Färbung zum Vorschein gekommen ist. Er trägt nur Boxershorts und hat sich sämtlicher Decken entledigt, sein Körper ist schweissgebadet, seine Augenlider flattern unruhig, seine Haare sind wirr und klatschnass. Seine Lippen formen Worte und hin und wieder spricht er auch so laut, dass man sogar was hören kann. Russisch. "Was sagt er denn?" erkundigt sich Skinner, der schon ein wenig erschüttert ist, den Mann in so einem erbärmlichen Zustand zu sehen. Aber nur ein paar Schürfungen erinnern daran, dass Iris ihn aus dem fahrenden Auto geworfen hat, da hat er wohl verdammtes Glück gehabt.
"Lass sie in Ruhe... Nimm deine verdammte Pfoten von ihr... Du bekommst sie nur über meine Leiche..." - "Was?" Skinner starrt Monica Reyes einen Augenblick lang verblüfft an. Sie klingt, als hätte sie gerade einen langweiligen Wetterbericht runtergeleiert. Dann wird ihm die Bedeutung der Worte klar. Und nun ist wohl auch geklärt, weshalb man Alexei plötzlich umbringen wollte... Und Iris ist jetzt ganz allein... "Oh Gott!" entfährt es ihm, als er daran denkt, wie Irina Petrowa nun vielleicht gerade von irgendeinem Gangsterboss begrabscht wird. Wie weit würde sie gehen? Wie weit?! Verdammt weit!


- - - - - -

"Also irgendwie scheint sie diesen Alexei wohl sehr gemocht zu haben..." - "Oh ja." - "Hmmm... grüne Augen, hä?" - "Mmmmhmmm." - "Wie grün waren denn eigentlich seine Augen?!"

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[LAS VEGAS]

Skinner hat es sich nicht nehmen lassen, höchstpersönlich mit Agent Doggett und Agent Reyes nach Las Vegas zu fliegen, um dort nach Irina Petrowa Ausschau zu halten. Und sie sind jetzt auch nicht alleine, sondern haben Verstärkung von einem Team, das sich im Hintergrund in Bereitschaft hält, um jederzeit zuschlagen zu können.

* * *

Monica Reyes entdeckt Irina Petrowa in einem Spielcasino, umringt von fremden Männern, die sowohl englisch als auch russisch sprechen. Iris sieht verdammt strahlend aus in einem blauen Kleid und ist von ihrem neusten Verehrer offensichtlich mit reichlich Brillanten behängt worden... Sie trägt nicht mehr ihre Ohrringe mit dem Mikro. Dafür wirft sie ihr einen direkten Blick zu.

"Ich habe sie gefunden!" erklärt Mon per Handy und nennt das Casino. Sie erwähnt auch, dass sich Doggett ruhig zeigen könne, denn es wäre niemand mehr übrig, der ihn als vermeintlichen Zimmerkellner identifizieren könnte. - "Geht es ihr gut?" erkundigt sich Skinner besorgt, während er sich schon auf den Weg zum Casino macht. - "Es sieht jedenfalls so aus. Die Männer, mit denen sie sich inzwischen herumtreibt, sind inzwischen etliche Nummern nobler, das müssen wohl die erwähnten Oberbosse sein, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass es da noch eine Steigerung geben könnte!" flüstert Mon verschwörerisch in ihr Handy.


Zu seinem gelinden Entsetzen muss Skinner wenige Stunden später gegen Abend mitansehen, wie Iris mit den Männern aus dem Casino zu einem Flugplatz rausfährt und in ein kleines Privatflugzeug ohne Kennung steigt, so dass sich der Eigentümer nicht ermitteln lässt. Allerdings startet die Maschine nicht. Man scheint sich dort einfach mit jemandem zu treffen.
Eine Stunde später verlassen die Männer das Flugzeug wieder. Aber Iris nicht, sie ist immer noch an Bord. Und nun will die Maschine anscheinend doch noch starten und lässt die Motoren anlaufen...
Jetzt oder nie! Skinner gibt das Zeichen zum Angriff - worauf die Männer, die mit Irina Petrowa unterwegs waren, vom schwerbewaffneten Sondereinsatzkommando verhaftet werden.
Doch das Flugzeug will immer noch starten und schert sich nicht darum, dass geschossen wird. - "Nicht schiessen!" brüllt Skinner noch, weil er nicht will, dass die Maschine womöglich in Flammen aufgeht, während Iris noch drin ist. Er versucht verzweifelt und in halsbrecherischer James-Bond-Manier, mit seinem Wagen die Startpiste zu blockieren - doch die Maschine kann gerade noch rechtzeitig hochziehen, um eine Kollision zu vermeiden. Bremsen scheint für diese Leute keine Option zu sein.

"Neeeiiin!" brüllt Skinner mit Tränen der Wut und Verzweiflung in den Augen und sieht dem Flugzeug hinterher, das weiterhin an Höhe gewinnt. Und er traut seinen Augen kaum, als sich offenbar die Tür des Flugzeugs öffnet und jemand mit einem waghalsigen Hechter rausspringt. "Oh mein Gott!"
Sowohl Skinner als auch Doggett und Reyes rasen zu der Stelle, wo die Person aus vielleicht einem Dutzend Metern Höhe auf den Wüstensand aufgeschlagen ist. Mon erkennt im Schein der Taschenlampen sofort das blaue Kleid und es bildet sich ein Kloss in ihrer Kehle. Skinner kniet bereits neben ihr und versucht mit zitternden Händen einen Puls zu fühlen, während ihm Tränen die Wangen runterlaufen. "Iris!" Er flüstert immer wieder ihren Namen und streichelt über ihre Wange.
"Sir!" Mon rüttelt ihn sanft an der Schulter. "Sie ist nicht tot!" - "Was?" fragt er mit erstickter Stimme. - "Ich kann sie in meinen Gedanken hören, Sir!" versucht sie zu erklären, obwohl sie es sich selbst nicht so recht erklären kann, was genau sie da eigentlich in ihren Gedanken hört. Bevor sie jedoch zu langen Erklärungen ausholen kann...
... schlägt Iris auch schon die Augen auf. "Hey!" flüstert sie schwach. - "Hey!" flüstert Skinner erleichtert und ihm fällt ein Stein von der Grösse der Rocky Mountains vom Herzen. Sie lebt! "Du hast uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt! Wie konntest du nur einfach aus dem Flugzeug springen?!" - "Na einfach die Klappe aufmachen und dann nichts wie weg?" Sie grinst ihr verschwörerisches Lächeln und fängt dann schon mal vorsichtig an, ihre Glieder zu strecken. "Nichts gebrochen!" stellt sie erfreut fest und sieht dann in die immer noch besorgten Gesichter ringsum. "Glaubt ja nicht, dass ich in ein Krankenhaus gehen würde!" stellt sie kategorisch fest und ihre Stimme duldet keinen Widerspruch. "Ich bin wohl nur etwas wacklig auf den Beinen..."
Iris hat sich noch nie geirrt, wenn sie sich bei etwas sicher war. Nur deshalb geht Skinner darauf ein und hat keine Scheu, sie anzufassen, ohne zu befürchten, ihr dabei aus Versehen das Genick oder die Wirbelsäule oder sonstwas zu brechen. Er will nicht mit ihr diskutieren und schon gar nicht streiten, also wird er sich hüten, sie auch nur in die Nähe eines Krankenhauses zu bringen. Und so hebt er sie schliesslich einfach hoch und trägt sie in seinen Armen zum Auto, während er die ganze Zeit murmelt, dass er sie das niemals hätte tun lassen dürfen und wie froh er doch wäre, dass sie noch am Leben ist.

Doggett und Reyes sollen sie mit dem nächsten Flug nach Washington heimbringen. Liebend gern würde Skinner das selbst tun, doch nach der Verhaftung dieser Gangsterbosse, hat er hier noch allerhand Papierkram zu erledigen, zumal die Aktion ja offiziell *sein* grosser Erfolg ist, da er Special Agent Iris Sinclair ja hoch und heilig versprechen musste, ihren Namen da rauszuhalten. Er fragt sich, ob sie jemals erzählen wird, was sie in den vergangenen Wochen alles erlebt hat...

* * *

[IN EINEM FLUGZEUG, IRGENDWO ÜBER DEN WOLKEN]

Auf dem Flug nach Washington ist Iris eher schweigsam und döst die meiste Zeit vor sich hin, weil sie jetzt noch keine Lust hat, Fragen zu beantworten, während sie natürlich von Doggett und Reyes aufmerksam beobachtet wird, wie sie sehr wohl weiss.

In dieser Variante haben sich die beiden vor dieser Sache niemals zuvor getroffen, doch es ist nicht zu übersehen, dass es auch *hier* zwischen ihnen gewaltig knistert... sie schätzt so auf den ersten Blick jetzt, dass es vielleicht noch eine Woche dauert, bis sie sich das erste Mal küssen.
Monica Reyes ist ja schliesslich Single... Und John Doggett ist es ja auch. Na ja, nachdem er geschieden wurde und seine Ex-Frau nach dem Tod des gemeinsamen Sohnes irgendwie zu viele Schlaftabletten geschluckt hatte. Ja, auch *hier* wurde der Sohn ermordet und der Mord nie geklärt. Allerdings wurde die Leiche nicht auf einer Wiese entdeckt, wie in so vielen anderen Varianten, sondern er wurde nur durch Zufall in einem Abwasserkanal gefunden. Kein schöner Anblick.
Iris hat sich inzwischen eigentlich schon längst abgewöhnt, sich darüber zu wundern, wie manche Dinge auf verschiedene Arten irgendwenn immer und immer wieder passieren, obwohl es doch so viele Variablen dabei gibt... Beispielsweise Scully's Entführung. Einmal hängt man ihr dabei die Pest an, ein andermal Krebs. Doch sie ist meist dazu bestimmt, diese Krankheit irgendwie zu überwinden, was auch immer es ist. Und in den meisten Fällen ist Unfruchtbarkeit eine Folge der Experimente, die mit ihr angestellt wurden, wobei es damit auch nicht überall gleich bestellt ist. Na ja. Dafür wurde in dieser Variante ja Melissa nicht versehentlich erschossen. Und es hat auch nie eine geklonte Tochter namens Emily oder sonstwie gegeben. Und Dana Scully hat sich auch nie ein Tattoo machen lassen. Dafür gab es öfters mal einen Insektenstich, der einem Kuss zwischen Mulder und ihr dazwischenfunkte. Eine Biene. Oder eine Wespe, so wie *hier*. Tja, die Wege des Schicksals sind unergründlich. Was kann es da schaden, wenn sie hier dem Glück ab und an mal etwas auf die Sprünge hilft - vielleicht ist das ja alles Schicksal?

"Ich hab doch geahnt, dass Sie für was gut sind, Agent Reyes..." flüstert Iris schläfrig und lächelt sie an. - "Scheint so!" Sie lächelt ebenfalls und betrachtet die Frau, die eigentlich noch recht gut aussieht für jemanden, der ohne Fallschirm aus einem gestarteten Flugzeug rausgesprungen ist. Ihre Augen sind durch die vermeintlichen Tropfen gegen Heuschnupfen immer noch dunkel gefärbt. Irgendwie sieht sie so ganz anders aus als auf dem Foto in ihrer Suite, wo ihre Haare golden glänzen und ihre Augen blau schimmern. Na ja, das war ja wohl auch der Sinn der ganzen Maskerade, dass man sie Undercover nicht gleich als Iris Sinclair wiedererkennt. "Da hatten Sie wohl einen guten Riecher, Agent Sinclair?" - "Nennen Sie mich Iris." - "Danke, Iris. Dann nennen Sie mich Mon." - "Okay, Mon. Wie geht's Alexei?" - "Er ist noch auf Entzug. Wir haben ihn in Ihre Wohnung gebracht. Dana kümmert sich um ihn." - "Das ist gut..." Iris schliesst beruhigt wieder die Augen. Dann wirft sie Mon doch noch einen Blick zu. "In natura bist du noch viel hübscher als auf dem Aktenfoto!" - Reyes weiss nicht so recht, was sie dazu sagen soll. "Äh... danke! Du aber auch!" - Iris lächelt breit. "Gut, dass du jetzt zum Team gehörst... Ich glaub, John steht total auf dich!" Danach schliesst sie wieder die Augen, doch sie weiss auch so, dass Doggett und Reyes jetzt beide ziemlich verlegene Gesichter machen. Hach, wie süss!


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"Hach, ich hab's ja geahnt! Sie hat getrickst!" - "Sie hat nicht getrickst!" protestiert All'Una lächelnd. "Sie hat nur dafür gesorgt, dass John Doggett und Monica Reyes sich kennen lernen." - "Und was war mit dem Kuss?" - "Welcher Kuss?!" - "Na als sie ihm diese Informationskapsel oder was auch immer das darstellen sollte rübergeschoben hat! Ich weiss doch, wie verführerisch der Kuss einer Amayra-Hexe ist... und danach ist er doch schnurstracks zu seiner Partnerin rüber... und hat sie sicher plötzlich mit ganz anderen Augen angesehen, weil er etwas high war, oder?" - "Na ja, das kann schon sein. Aber das ist doch noch lange nicht getrickst!" - "Na egal, wie auch immer... Und wie verträgt es sich mit den Spielregeln, dass sie aus einem Flugzeug gesprungen ist, ohne sich dabei zu verletzen?" - "Na ja, sowas ist zwar ungewöhnlich, aber es hat schon hin und wieder Fälle gegeben, wo Menschen alles mögliche fast unverletzt überlebt haben... Man hat ihr jedenfalls geglaubt." - "Na kein Wunder, schliesslich kann doch eine Ara jedem das Blaue vom Himmel erzählen, recht treuherzig schauen... und man glaubt einfach alles!"

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[PALACE-HOTEL IN WASHINGTON]

Diesmal ist es Doggett, der die schlafende Iris in ihre Wohnung hoch schleppt. Nur fair, denn immerhin hat sie ihn ja auch mal irgendwie da raufgeschafft, als er verletzt war. Und sie ist ja schliesslich aus einem Flugzeug gesprungen, abgesehen davon hat sie einen wirklich nervenzehrenden Undercover-Einsatz hinter sich, also hat sie es irgendwie wirklich redlich verdient, dass man sie auf Händen trägt.
Bereits ein paar Schritte vor der Tür entfernt, öffnen Dana und Mulder die Tür, die schon gespannt darauf warten, seit Skinner angerufen hat, dass sie jetzt wieder da wäre. Als Mulder sieht, wie Doggett die schlafende Iris fürsorglich auf seinen Armen trägt, schämt er sich einen Moment lang dafür, dass er sie ja vor ein paar Wochen nur wie einen nassen Sack über seine Schulter warf, als sie betrunken war.
Doggett bringt Iris ins Schlafzimmer und legt sie kurzerhand neben den schlafenden Alexei.

* * *

Monica Reyes ist erschöpft und hat sich nun doch mal auf der Couch im Büro hingelegt, wo sie nun tief und fest schläft - und John Doggett ist einfach in einem Sessel im Wohnzimmer eingeschlafen.
Als Mulder und Scully mal wieder nach Iris und Alexei schauen, sind die beiden eng aneinandergekuschelt und schlafen ganz offensichtlich auch tief und fest. "Ich glaube, jetzt wo sie wieder da ist, wird er ganz schnell wieder gesund werden!" flüstert Dana, die irgendwie gerührt ist. "Sind sie nicht süss?" - "Süss?" murmelt Iris schläfrig, räkelt sich etwas und sieht Dana lächelnd an. "Ist ja entzückend!" - "Du bist schon wieder wach?" Scully schaut sich fasziniert Iris' Augen an, die nun irgendwie schmutzig-grau aussehen, nachdem die Wirkung der färbenden Augentropfen offensichtlich langsam nachlässt. - "Aber ja. Ich wurde ja nicht unter Drogen gesetzt." Sie gähnt herzhaft und steht dann langsam auf, um Alexei nicht zu wecken. "Irgendwie hab ich Hunger. Ich kann keinen verdammten Kaviar mehr sehen!" - "Auf was hättest du denn Lust?"

Wenig später sitzt Iris im Wohnzimmer und verdrückt schon das zweite Hotdog, während sie nebenbei noch irgendwelche Chips und Schokoriegel knabbert. Dana wird schon beim Zusehen fast schlecht, doch sie lächelt tapfer.
Dafür gesellen sich Doggett und Reyes zu Iris und merken, dass sie auch schon lange nichts mehr gegessen haben, weshalb sie sich natürlich auch bei dem ganzen Kram bedienen dürfen, den der Zimmerservice gebracht hat.

Danach verschwindet Iris für fast eine Stunde im Badezimmer, wo sie wohl ein ausgiebiges Schaumbad nimmt... und als sie wieder herauskommt, hat sie wieder ihre normale blonde Haarfarbe. Und ihre Augen strahlen inzwischen auch schon wieder im schönsten Blau.

*

Am späten Nachmittag trifft auch noch Skinner ein, der den nötigsten Papierkram erledigt hat. Doch es braucht auch noch Iris Aussage. Und sie ist jetzt, nachdem sie sich offenbar den Bauch vollgeschlagen hat und nicht mehr wie Irina Petrowa aussieht, sondern wieder wie Iris Sinclair, durchaus bereit, über die letzten Wochen zu sprechen. Aber erst nachdem sich auch Alexei in die Stube gesetzt bzw. gelegt hat, der sich nun wirklich schon sehr viel besser fühlt, seit sein Engel wieder bei ihm ist.
Special Agent Iris Sinclair beginnt zu erzählen, *was* sie als Irina Petrowa alles erfahren hat...  wobei sie wohlweislich vermeidet, den Namen Sinclair zu erwähnen, da das Gespräch aufgezeichnet wird. Deshalb verzichtet sie auch weitgehend auf die schmutzigen Details, *wie* sie denn eigentlich an diese Informationen gekommen ist... Sie macht auch klar, dass sie die Abhörbänder zuerst überarbeiten will, um alles UNWESENTLICHE herauszulöschen. Damit meint sie wohl insbesondere gewisse Knutschszenen und ähnliches... und Skinner stimmt zu.
"Wer war in dem Flugzeug?" erkundigt sich der Assistant Director dann zum Schluss, als Iris offenbar nicht damit herausrücken will - worauf sie dann erst den Kassettenrecorder abstellt. "In diesem Flugzeug sass ein Senator der Vereinigten Staaten von Amerika." - "Was?!" - "Nun schau doch nicht so überrascht, als wüsstest du nichts von Regierungsverschwörungen und korrupten Politikern!" Iris lächelt bitter. "Das ganze verdammte System ist doch korrupt." Sie seufzt kurz. "Falls ich jemals wieder auf die Idee verfallen sollte, irgendeiner mächtigen Verbrecherorganisation das Handwerk zu legen, erinnert mich bitte daran, dass es ein Kampf gegen Windmühlen und vermutlich letztendlich sinnlos ist." - "Sinnlos? Auch ein Senator kann angeklagt werden, wenn er Dreck am Stecken hat." - "Ihr wärt alle tot, noch bevor es zum Prozess kommt!" erklärt Iris düster, so dass alle sehen können, dass sie es wirklich todernst meint. "Das ist ungefähr so wie mit dem Konsortium."
"Aber wir sind hier in den Vereinigten Staaten von Amerika und nicht in irgendeiner Bananenrepublik!" wendet Doggett schliesslich etwas lahm ein, der das ominöse Konsortium ja nur noch vage aus Erzählungen kennt. Er war bei der Armee. Er war bei der Polizei. Er glaubt irgendwie wirklich noch an Recht und Gesetz - irgendwie ja richtig süss. Iris verzichtet auf den Hinweis, dass sie die USA kein bisschen besser findet als irgendein anderes Land auf der Welt. Aber schliesslich ist sie ja hier offiziell Amerikanerin und da ist es ja eigentlich schon schlimm genug, dass sie angeblich einen Russisch-Kurs gemacht hat. "Na und?" meint sie also nur und zuckt die Schultern.
"Wirst du notfalls vor Gericht gegen die Gangsterbosse aussagen?" erkundigt sich Skinner dann schliesslich. - "Nicht als Iris Sinclair!" erklärt sie kategorisch. "Höchstens als Irina Petrowa. Wenn es überhaupt soweit kommt." Irgendwie klingt sie danach, als hege sie den Verdacht, dass es nicht soweit kommen wird. - "Mir soll's recht sein. Ich will dich nicht noch mehr in Gefahr bringen, indem du plötzlich noch auf der Abschussliste von korrupten Politikern stehst..." erklärt Skinner und seine Stimme klingt ungewohnt sanft, denn er spricht jetzt als Walter und nicht als Assistant Director des FBI. "Wir hatten alle eine Heidenangst um euch. Und als dann das Flugzeug losgeflogen ist..." Er scheint sich plötzlich daran zu erinnern, dass sie hier nicht allein sind, und bricht abrupt ab. "Da hab ich schon gedacht, es wäre aus." fügt er dann hinzu und bemüht sich sehr, dabei möglichst neutral zu klingen, während er sich danach sehnt, mit ihr allein zu sein. Ihm bleibt fast das Herz stehen, als sie kurz über seine Wange streichelt. Denkt sie etwa auch, sie wären hier allein? Er öffnet den Mund, um etwas zu sagen, kann jedoch nur nach Luft schnappen. - "Mach dir keine Vorwürfe!" meint sie leichthin. "Der Undercover-Einsatz war ja meine Idee." - "Unsere Idee!" korrigiert Alexei ungerührt, der sich an Iris' rechte Flanke gekuschelt hat uns sich nicht im mindesten daran zu stören scheint, dass ihre linke Hand nach dem Wangenstreicheln noch immer auf Skinner's Knie ruht. - "Ja, unsere Idee!" bestätigt Iris und wuschelt durch Alexei's dichtes Haar.
Skinner starrt wie hypnotisiert die Hand auf seinem Knie an. Ihre linke Hand. Die Hand, an der sie immer noch ihren Ehering am Finger trägt. Der Ehering, den sie sich anlässlich der Hochzeit mit dem Typen, gekauft hat, der sich jetzt gerade wie ein grosser Schmusekater an sie schmiegt. Gott, was tun sie hier eigentlich? Endlich reisst er seinen Blick von ihrer Hand los. Alexei hat die Augen geschlossen und scheint ihn komplett zu ignorieren, so wie er derzeit ausser Iris so gut wie alles ignoriert. Mulder sieht ihn an wie ein eifersüchtiger Bruder, der über die Ehre seiner Schwester wachen will. Scully lächelt ihn wohlwollend und verständnisvoll an. Reyes lächelt noch breiter, ein wissendes Lächeln. Doggett bemüht sich um ein möglichst neutrales Gesicht. Oh mein Gott, sie wissen es alle! - "Ja, sie wissen es!" bestätigt Iris schulterzuckend. - "Hast du nicht gesagt, dass es geheim bleiben soll?" Skinner ergreift nun ihre linke Hand und drückt einen Kuss darauf. - "Na ja, dieser Kreis hier ist ja nicht öffentlich!" erklärt Iris und sieht alle der Reihe nach an. Sie werden bestimmt nichts herumposaunen.
"Machen Sie sich mal keine Sorgen, Chef!" erklärt schliesslich Mulder. "Ihr Geheimnis ist gut aufgehoben." - "Und du musst dich auch nicht erpressbar fühlen!" fügt Iris mit verräterischem Lächeln hinzu und drückt Skinner's Hand. "Ich würde alles leugnen, Beweise vernichten und Zeugen verschwinden lassen." Sie klingt, als würde sie es durchaus ernst meinen. - "Schon gut, Iris, du brauchst nicht erst mit einem Voodoo-Fluch zu drohen oder sowas, wir schweigen wie ein Grab!" erklärt schliesslich Monica Reyes als jüngstes Mitglied in diesem exklusiven Club. "Nicht wahr?!" Alle anderen nicken ebenfalls zustimmend. Na also! Hat sie doch geahnt, dass dies ein gutes Team ist... eine verschworene Gemeinschaft, die ein paar Geheimnisse teilt. "Sag mal, Iris... War es eigentlich Zufall, dass diese Gangster in deiner Gegenwart ständig Streit bekamen und sich sogar gegenseitig umbrachten?" - "Hm?!" Iris setzt ein möglichst unschuldiges Gesicht auf. "Kann ich denn was dafür, dass diese Kerle alle so scharf auf mich waren?!"

Irgendwann ist es so spät und sie haben schon so viel getrunken, dass weder Doggett noch Skinner willens oder in der Lage sind, heimzufahren. Und so wird mal wieder der Couchtisch verrückt und Decken und Kissen geholt, um es gemütlich zu machen.

Am nächsten Morgen jedenfalls liegen sie alle mehr oder weniger auf einem Haufen. Natürlich sind Mulder und Scully eng aneinandergekuschelt. Und irgendwie fand wohl John Doggett, dass er Monica Reyes den Rücken wärmen müsste, so wie sie dann daliegen. Iris dagegen wärmt Alexei den Rücken, den sie von hinten umarmt, während sie ihrerseits von Skinner den Rücken gewärmt bekommt.
Ein wirklich süsses Bild...

... findet auch Argon, der gleich ein paar Erinnerungsfotos knipst. - 'Was treibst du denn hier?!' erkundigt sich plötzlich Iris und funkelt ihren Dämonischen Freund leicht gereizt an. Wo zum Teufel kommt jetzt der auf einmal her?! - 'Das gleiche könnte ich dich fragen!' spöttelt Argon zurück und fragt sich, seit wann sie denn eigentlich schon wieder hier ist, er hat sie lang nicht mehr gesehen. Na ja, er hat zwar ein paar Jährchen verschlafen, doch was er jetzt erst kürzlich in gewissen Kreisen über eine gewisse Hexe namens Iris hörte, hat ihn doch etwas an seinem Verstand zweifeln lassen. Niemals hätte er gedacht, dass ausgerechnet sie wirklich mal als Mensch unter Menschen lebt und sich dabei sogar noch einen Ehemann aufgehalst hat... und dann treibt sie da noch eine ganze Menge kurioses Zeugs von wegen Kreuzzug gegen irgendwelche komischen Aliens und dann spielt sie wohl irgendwie auch noch so eine Art Friedensengel und lauter solche Sachen... was in aller Welt ist denn da aus dem guten alten Codex geworden, dass sich Arragon Amayra angeblichen nicht in anderer Leute Angelegenheiten einmischen sollte? Allerdings ist es Iris und nicht Arragon Amayra, aber trotzdem... oder hat man sie etwa darum gebeten? 'Was zur Hölle glaubst du eigentlich, was du hier tust?!' bringt es Argon schliesslich auf den Punkt. - Sie wechselt einen langen Blick mit ihm. 'Hör mal, Argon, willst du eigentlich auf was bestimmtes raus?' erkundigt sie sich dann schliesslich. - 'Ich habe Sehnsucht nach dir...' flüstert Argon und beugt sich nun zu ihr runter, um ihr ein Küsschen zu geben. 'Bitte!' Er setzt einen herzerweichenden Dackelblick auf. - 'Ach!' Sie verdreht kurz die Augen. 'Um Mitternacht auf der Dachterrasse. Aber lass dich hier bloss nicht blicken, schon gar nicht in dieser Gestalt!' Ihre Freunde hier sind vielleicht noch knapp dazu bereit, sie als vermeintliche Hexe mit übersinnlichen Fähigkeiten zu akzeptieren, aber was würden die wohl dazu sagen, wenn sie ihnen einen grünhäutigen Dämon mit niedlichen Hörnchen vorstellen würde... - 'Okay... ich freu mich schon!' Er verschwindet ebenso lautlos, wie er gekommen ist.

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'Seit wann bist du denn verheiratet?' fragt Argon nach dem dritten Schnaps und deutet irritiert auf den Ehering an Iris' linker Hand. - 'Seit ich es in meine Tarnung miteingebaut habe!' antwortet Iris grinsend. - 'Wer zur Hölle ist denn der Typ überhaupt?' Irgendwie ist Argon schon etwas überrascht, dass sie sich überhaupt mit einem sterblichen Menschen eingelassen hat...
... doch Iris ist nicht besonders gesprächig bzw. will nicht zuviel verraten. Und eigentlich will es Argon ja auch gar nicht so genau wissen, wie sie wohl weiss, solange er bekommt was er möchte. Sie starrt den Mond an, während ihr Dämonenfreund Champagner aus ihrem Bauchnabel schlürft und sie dann von oben bis unten ableckt, weil er ihren zuckersüssen Geschmack so sehr liebt und dabei von ihren Amayra-Pheromonen ganz high wird. Eine Amayra-Hexe ist seiner Meinung nach besser als sämtliche Drogen aller Dimensionen...


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"Moment mal... Argon ist wieder aufgetaucht? Argon?! Argon hatte auch was mit Iris?" - "Ach, Jaella, fragt lieber, mit wem Argon nichts hatte... Ja, auch in der Avalon-Variante ist er der gleiche immergeile Dämon, der alles anspringt, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist!" - "Ist ja süss... dann war er wohl wirklich schon immer so..."

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"Wo warst du denn? Bei Skinner?" erkundigt sich Alex schläfrig, als sich Iris noch vor dem Morgengrauen wieder an ihn kuschelt. - "Nein. Bei Argon. Ein alter Freund, der heute äh gestern plötzlich aufgetaucht ist." - Huch?! "Hab ich was verpasst?" - "Er ist ein Dämon." Iris zuckt die Schultern. - "Was?!" Er sieht den violetten Glanz in ihren Augen und weiss sofort, dass es wahr ist... Muss er jetzt nicht nur gegen menschliche, sondern auch noch gegen dämonische Liebhaber konkurrieren?
"He, Freundchen..." Mit einem Satz liegt sie auf ihm und weiss, dass ihre Stimme sich nun wie schaurig-schön gefährliches Raubtierknurren anhört. Und sie weiss, dass dieser Klang ihn erregt, das kann sie deutlich spüren... "Das ist hier kein Konkurrenzkampf, Schätzchen!" - "Ich weiss, Iris, tut mir leid!" Er seufzt und muss plötzlich dagegen ankämpfen, nicht auf der Stelle zu kommen. Oh Gott, es macht ihn immer unglaublich heiss, wenn sie diese Raubtiernummer abzieht. Und wirklich: Iris ist hier das Raubtier und sie schert sich wahrscheinlich nicht besonders darum, ob Menschliche oder Dämonische Männer um sie konkurrieren und Balztänze aufführen, weil sie ja doch tut, worauf sie gerade Lust hat. "Bitte sei mir nicht böse..." haucht er und probt seinen verführerischsten Schlafzimmerblick und starrt in ihre violett glänzenden Augen, die im Dunkeln funkeln. - "Schon gut, Alexei..." flüstert sie und knabbert an seinen Lippen herum, was ihm ein leises Stöhnen entlockt, zumal sich ihre Körper dabei auch auf eine Weise aneinander pressen, die ihn immer schneller atmen lässt.


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"Tja, also je länger je mehr scheint mir, dass Iris nicht nur die ganzen Intrigenspielchen gefallen, sondern dass ihr auch jeder Vorwand recht ist, irgendjemanden abzuknutschen... also kein Wunder, dass sie sich mit Argon so gut versteht..." - "Ihr braucht gar nicht so anzüglich zu lächeln, Jaella!" grinst All'Una. "Iris ist nicht immer so. Aber in der Avalon-Variante... ach, ich weiss auch nicht. Als wären durch die Überdosis Blitze ganz am Anfang vielleicht ein paar Sicherungen durchgebrannt oder sowas in der Art." - "Aber hallo, jetzt schieb es doch nicht auf die Blitze! Es weiss doch jeder, dass Amayra-Hexen zuweilen ganz schön wild sein können!" - "Ja, eben... zuweilen! Aber in der Avalon-Variante war Iris ja gewissermassen die ganze Zeit über mehr oder weniger äh high. Vielleicht lag da ja auch irgendwas in der Luft..." - "Jetzt willst du mir aber wohl nicht erzählen, dass Iris' betörender Vanilleduft so abgefärbt hat, dass deswegen alles besser wurde..." - "Ach, woher soll ich das wissen. Wartet erst mal ab, Jaella!"

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[UNTER FREIEM HIMMEL]

Andere Leute gehen bei schönem Wetter vielleicht im Park spazieren oder machen sonstwas. Und sie gehen auf den Friedhof. Vor dem schmucklosen Grab von Marita Covarrubias bleiben sie stehen.
"Warum wolltest du unbedingt ihr Grab sehen?" Alexei scheint sich hier etwas unwohl zu fühlen - und Iris muss flüchtig daran denken, dass Alex Krycek *irgendwenn* mehr oder weniger leidenschaftliche Affairen mit dieser Frau hatte, die er jedoch *hier* niemals kennengelernt hat. "Einfach so. Der Himmel ist blau, die Sonne lacht... ist doch ganz lauschig hier!" - "Iris, wir sind hier auf einem Friedhof!" Alex tritt nervös von einem Bein aufs andere, als befürchte er, jeden Moment könnten Zombies aus den Gräbern springen oder sowas in der Art, denn inzwischen rechnet er mit so ziemlich allem, besonders seit er das mit den Vampiren in Sunnydale gesehen hat... - "Da hat er recht, Iris!" meint nun auch Mulder. - "Na hallo... Spooky Mulder wird sich doch wohl nicht auf einem Friedhof fürchten?" grinst Iris, hat dann aber nichts dagegen, zum Ausgang zu spazieren und woanders hinzugehen.


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"Sag mal... Marita Covarrubias?! War das nicht die Wissenschaftlerin, die später in das weltweite Genesis-Projekt verwickelt war mit allem Brimborium?" - "Ja, in unserer Amayra-Variante schon." - "Und die hatte mal was mit diesem Alex Krycek?" - "Nicht in unserer Amayra-Variante."

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Mulder ist ja sowieso schon nervös genug. Denn heute ist Dana mit ihren Blutproben ins Labor gegangen, um sie zu untersuchen bzw. untersuchen zu lassen. Und Mulder ist nervös und besorgt, obwohl Iris ihm versichert hat, dass sie gesund sind und beim Überfall mit nichts angesteckt worden wären.
"Gehen wir Dana besuchen!" schlägt Iris nach einem Blick auf die Uhr schliesslich vor - und Mulder ist sofort einverstanden, obwohl Dana ja im Labor alleine sein wollte. Aber wenn Iris es schon vorschlägt...


[In den Räumlichkeiten beim FBI-Labor]

Als sie ankommen, wartet Dana selbst noch auf die Ergebnisse. Und obwohl sie es eigentlich anders im Sinn gehabt hat und sich wieder mal stark zeigen wollte, ist sie jetzt doch froh, Mulder zu sehen. Iris und Alexei bringen Kaffee und sorgen dafür, dass es wirklich so aussieht, als ob es um einen Fall ginge.
Nach einer Weile kommt der Doktor mit den Untersuchungsergebnissen und wird sogleich von den vier wartenden Agenten angestarrt; also muss es wohl wirklich ein verdammt wichtiger Fall sein.
"Ich habe die beiden Proben, die Sie mir gegeben haben, untersucht, Agent Scully, so wie Sie es gewollt haben. Keine Krankheiten. Und die Frau ist schwanger." - "Was?!" Dana sieht ziemlich fassungslos aus. - "Kein Zweifel!" bestätigt der Doktor...
... den Iris daraufhin sogleich in ein Gespräch verwickelt, während sie ihm die Untersuchungsergebnisse aus den Händen nimmt. Spätestens als sie mit dem Doktor über das schöne Wetter und Spaziergänge bei Sonnenuntergang plaudert, hat dieser schon komplett vergessen, um was für eine Untersuchung es da eigentlich gegangen ist... und er wird gleich zusammenpacken und heim zu seiner Familie zu fahren, bei dem schönen Wetter heute.


[WIEDER UNTER FREIEM HIMMEL]

Iris und Alexei müssen Dana und Mulder förmlich nach draussen schieben, die irgendwie unter Schock zu stehen scheinen. Sie laufen weiter bis zu einer Parkbank, wo sie sich schliesslich alle setzen.
"Das kann doch gar nicht sein!" murmelt Dana immer wieder, obwohl ihr Iris die beiden Untersuchungsberichte unter die Nase hält, wo es schwarz auf weiss steht. Schwanger. Dabei hat es doch geheissen, sie könne keine Kinder mehr bekommen, weil seit der Entführung keine Eizellen mehr reifen. - "Es geschehen noch Zeichen und Wunder!" meint Iris dagegen. "Irgendwie ist wohl doch wieder eine Eizelle reif geworden!" - "Was?!" Dana sieht Iris eindringlich an, als würde sie jetzt mal versuchen, in ihren Gedanken zu lesen. "Dann... hast du?! Aber... wie... wann?!" stammelt sie - und Iris sieht eine schreckliche Furcht in Dana's Augen. "Ooooch... Dana!" Sie nimmt sie fest in die Arme. "Keine Angst! Es hat ganz bestimmt nichts mit dem Überfall zu tun, du kannst ganz beruhigt sein!" versichert sie eindringlich und legt nun auch noch Mulder's Hand auf die von Dana. "Ähm... weisst du, diese dunkle Kerze auf dem Nachttisch, die nach Vanille duftet... das hat nicht nur die Wirkung von Aphrodisiaka, sondern gehört auch zu einem Fruchtbarkeitskult, na ja, so ähnlich... vielleicht ist es ja aber auch nur Zufall, wer weiss... aber ich bin mir jedenfalls ganz sicher, dass Mulder der Vater ist." Und der hat inzwischen auch schon Tränen in den Augen, weil er vor lauter Rührung schon gar nicht mehr weiss, was er denken soll.
Schweigen. Nervenaufreibendes Schweigen, weil sie nicht wissen, was sie sagen sollen, weil sie noch nicht mal so recht wissen, was sie eigentlich davon halten sollen, da es so ein Schock aus heiterem Himmel ist. "Irgendwie scheint ihr euch ja nicht besonders darüber zu freuen!" meint Iris, um endlich mal eine Reaktion zu provozieren.
"Oh, nein!" und "Doch!" ertönt es nun und Mulder und Scully fallen sich in die Arme, lachen und weinen zur gleichen Zeit, fangen an irgendwas zu stammeln. Die erste klare Aussage ist dann schliesslich: "Ich freue mich! Sehr sogar! Ich liebe dich so sehr, Dana!" Und Dana scheint sehr erleichtert darüber. "Ich liebe dich auch... Oh Gott, ich hätte nicht gedacht... Es ist ein Wunder!"
Iris verdreht innerlich mal wieder etwas die Augen, während Mulder und Scully sich nun allen möglichen Unsinn zubrabbeln über Liebe, Glück und Wunder. Himmeldonnerwetter, es ist wirklich nicht leicht mit den beiden! Na schön, sie stehen noch etwas unter Schock... und sie erzählt ihnen wohl lieber nicht schon jetzt, dass es ein Mädchen werden wird, sonst gibt es doch nur wieder komische Fragen, woher sie das wohl wüsste.

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[FBI-Gebäude: Skinner's Büro]

"Was? Aber ich dachte..." Skinner ist sichtlich überrascht. - "Ja, wir sind auch ziemlich überrascht!" meint Dana lächelnd - und Mulder grinst wie ein Vollidiot, weil er es offenbar kaum erwarten kann, Vater zu werden. Er freut sich wirklich unheimlich, besonders da er ja weiss, dass Dana eigentlich schon immer gerne mal Kinder gehabt hätte. Und jetzt ist es tatsächlich passiert, obwohl sie ja längst alle Hoffnung aufgegeben hatte. Und es ist ihm völlig egal, ob es nur Zufall, ein Medizinisches Wunder, das Werk von Voodoo-Zauber oder von Iris' Magischen Massagen war...
"Na ja, dann gratuliere ich Ihnen beiden mal ganz herzlich!" erklärt Skinner schliesslich, sobald er sich von dieser Neuigkeit erholt hat, und schüttelt erst Dana Scully und dann auch Fox Mulder die Hand. Dann verzieht er allerdings misstrauisch das Gesicht. "Warum erzählen Sie mir diese gute Neuigkeit eigentlich jetzt schon? Ich meine, früher oder später hätte ich wohl ohnehin davon erfahren, aber... Agent Scully, Sie wollen doch nicht etwa kündigen?" - "Ich weiss noch nicht. Wir wissen irgendwie noch nicht, wie es jetzt weitergehen soll. Ich meine, wir wohnen sogar immer noch bei Iris..." Sie seufzt kurz und muss sich dabei gestehen, dass sie schon früher gelegentlich mit dem Gedanken gespielt hat, das FBI zu verlassen, was jedoch früher auch bedeutet hätte, Mulder zu verlassen...
Skinner nickt. Diese wunderbare Frau hat die letzten Jahre schon so viel durchmachen müssen, dass es ihn wirklich nicht wundern würde, wenn sie und Mulder dem FBI den Rücken kehren würden. Immerhin hat sich Mulder ja vor allem auch deshalb so leidenschaftlich in die X-Akten verbissen, weil er eigentlich auf der Suche nach seiner Schwester Samantha war und die ganzen Verschwörungen aufdecken wollte... und inzwischen ist ja sogar der Raucher tot und eingeäschert. "Ganz bestimmt werden Sie beide in Zukunft mehr Freizeit haben wollen, wenn Sie nun eine Familie gründen. Ich will Ihnen nur sagen, dass ich durchaus flexibel bin, was Teilzeitarbeit und all sowas betrifft... also daran sollte es in Ihrem Falle nicht scheitern!" Er braucht nicht zu erwähnen, dass ja auch Iris und Alexei diesbezüglich eine gewaltige Extrawurst gebraten bekommen, das wissen die auch so, und es beweist ja wohl, dass er es durchaus ernst meint. - "Danke, Sir. Das ist sehr beruhigend!" Dana lächelt ihn an und fragt sich einen Augenblick lang, ob ihre überraschende Schwangerschaft wohl auch ein Fall für die X-Akten wäre...


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"Aber dabei hat sie doch sicher getrickst!" - "Nicht unbedingt." All'Una lächelt, als die Fürstin nun die Augen verdreht. "Es hätte auch so passieren können..." - "Nun erzähl mir bloss nicht, dass du diese angeblich unmögliche Schwangerschaft für Zufall hältst! Oder war die Medizin auf der Erde damals noch so rückständig, dass sie ständig von irgendwelchen Wundern überrascht wurden? Ach ja, bei der Gelegenheit... was ist mit dem Krebs?" - "Welcher Krebs?" - "Hast du nicht erzählt, dass man Scully mal mit Krebs infiziert hat?" - "Ja. Doch die Krankheit wurde besiegt. Und kam auch nie wieder." - "Na wie auch, wenn Dana Scully mit einer Amayra-Hexe befreundet war, die sie doch bestimmt mal ein wenig geimpft hatte... warum frag ich überhaupt?!"

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[PALACE-HOTEL IN WASHINGTON]

Wenn Alexei Kaffee macht, dann ist dieser immer ziemlich stark. Hängt wohl nicht zuletzt damit zusammen, dass Iris ansonsten so gut wie keinen Kaffee trinkt, weil sie über die dünne dunkle Brühe, die in den glorreichen Vereinigten Staaten von Amerika so gerne als Kaffee bezeichnet und ausgeschenkt wird, schon so manches Mal gelästert hat. Wenn, dann trinkt sie höchstens Espresso, falls es sowas überhaupt gibt. Na ja, irgendwie kommt das Alexei natürlich sehr gelegen, der den Kaffee ja auch viel lieber stark mag, nach europäischer Art.
Mulder und Scully haben sich inzwischen an den starken Kaffee im Hause Sinclair gewöhnt. Aber das Getränk jetzt rollt Dana fast die Zehennägel auf. "Hhhhhh!!! Alexei, was hast du denn heute mit dem Kaffee gemacht?!" beklagt sie sich. - "Oh..." ruft Alexei von der Couch rüber, kommt näher und giesst ohne weitere Worte einfach noch etwas Wasser in Dana's Tasse, um den Kaffee zu verdünnen. Mit verschwörerischer Stimme flüstert er: "Iris hat heute den Kaffee gemacht. Sie hat nicht schlafen können." - "Na kein Wunder, bei dem Kaffee!" grummelt Scully.

Bald darauf kommen Iris und Mulder vom Joggen zurück. Und sie haben ganz frische Brötchen mitgebracht, die noch warm sind. Gerade recht zum Frühstück.
Mulder erzählt schmatzend, dass er unterwegs wieder mal Ausschau nach freien Wohnungen gehalten habe, dass ihm die Häuser jedoch alle nicht so vertrauenserweckend erschienen sind. Daraufhin erklärt Iris wieder mal, dass sie ja im Palace wohnen bleiben könnten...
"Iris, wir können doch nicht ewig hier wohnen bleiben, schon gar nicht, wenn erst das Baby da ist!" Scully streichelt unwillkürlich ihr kleines Bäuchlein. - "Ja, ich weiss, ich meine ja auch nicht in *dieser* Wohnung hier, sondern vielleicht das Appartement auf der anderen Seite des Ganges?" Iris lächelt verschmitzt. - "Iris, vielleicht ist es dir noch nicht aufgefallen, aber wir können es uns nicht leisten, auf Dauer im Palace zu wohnen, auch wenn es hier wirklich überaus nett ist!" grummelt Mulder, der ja vielleicht wohlhabend ist aber schliesslich kein Krösus, der sein Geld zum Fenster rausschmeissen kann. - "Ach, die Miete ist gar nicht so teuer, wie ihr vielleicht denkt. Ihr müsstet sicher nicht mehr zahlen als für irgendeine Wanzenbude in der Stadt." - "Iris, du bist ja verrückt!" erklärt Mulder ziemlich überzeugt, kann es sich dann aber doch nicht verkneifen zu fragen: "Wie soll denn das gehen? Gehört das Hotel vielleicht der Mafia und du bekommst alles gratis?" - "Ich bekomme inzwischen alles gratis, aber das hat nichts mit der Mafia zu tun..." - "Sondern?" - "Ich schlafe mit dem Eigentümer."
Scully spuckt vor Schreck ihren Kaffee wieder als Sprühnebel aus. Mulder klappt der Kiefer runter. Und sogar Alexei sieht sehr seeehr erstaunt aus. "Was?!" - "Ach, Alexei..." Sie grinst nun unverschämt und küsst ihn auf die Nasenspitze. "Es sollte eigentlich eine Überraschung werden... na ja, das ist ja jetzt wohl auch gelungen. Das Palace gehört inzwischen dir!" - "Was?!" Irgendwie scheint Alexei plötzlich noch fassungsloser. "Aber..." - "Ich hab's nicht mit meinem Erbe bezahlt, du wirst also keinen Ärger kriegen!" erklärt sie und spielt damit auf den angeblichen Ehevertrag und ihren angeblichen Mafioso-Bruder an. "Ich hab doch auf unserer kleinen Reise damals so viel gewonnen. Und weil du mir ja dabei so viel Glück gebracht hast, habe ich es nur für fair gehalten, wenn ich das Palace auf deinen Namen überschreiben lasse, nachdem ich auch noch den Eigentümer beim Pokern geschlagen habe. Und nachdem der ganze Papierkram inzwischen erledigt ist, bist du nun der stolze Eigentümer des Palace-Hotels!" Sie küsst ihn nochmal. - "Was?!" Alexei scheint es immer noch nicht so recht glauben zu können, dass ihm gerade so ein millionenschweres Geschenk gemacht worden ist. "Echt?!" - "Ganz echt!" versichert Iris lächelnd. "Bist du sauer?" - "Sauer?" - "Na du hast doch immer gesagt, du willst nicht, dass ich dir teure Geschenke mache..." fängt sie an und erzählt, dass sie den Palace-Deal hier eher als so eine Art Pensionskasse für ihn betrachte, denn immerhin arbeitet Alexei ja wegen ihr schon lange nicht mehr Vollzeit und verdient nicht mehr soviel eigenes Geld wie früher... also soll das hier gewissermassen seine Altersvorsorge sein. Und praktisch ist es ja sowieso, wenn das Palace ihnen gehört, anstatt dass sie Miete bezahlen müssen... blablabla etc.pp. - "Ich bin nicht sauer!" unterbricht Alexei schliesslich ihren Redefluss und küsst sie. "Ich bin nur überrascht, das ist alles! Gott, Iris, du weisst ja, dass mir Geld egal ist, solange ich dich habe... aber... ich bin auch nicht sauer deswegen!" Nun lacht er sogar. "Himmel, du hast mit dem alten Knacker Poker gespielt, damit er dir das Palace verkauft? Das passt zu dir!" Er küsst sie nochmal. "Iris, du bist völlig verrückt. Und ich liebe dich!"
"Du hast also beim Pokern gewonnen?" Mulder hat seine Sprache offenbar wiedergefunden. "Ist das nicht ein Bisschen unfair?" - "Weil ich manchmal Gedanken lesen kann?" grinst Iris. "Ich hab kein schlechtes Gewissen. Immerhin hat er mit gezinkten Karten gespielt. Und ausserdem hat der olle Knacker ja durchaus Geld bekommen und ist sowieso kein armer Mann. Also nur kein falsches Mitleid!" - "Na dann, hoch die Tassen auf unseren neuen Hotelbesitzer!" feixt Mulder und erhebt seine Kaffeetasse. Nach dem ersten Schluck verzieht er das Gesicht. "Iris, hast du etwa den Kaffee gekocht?!"


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"Irgendwie kann ich immer noch nicht so richtig glauben, dass diese Iris wirklich als Mensch unter Menschen gelebt hat und das auch noch über so lange Zeit. Für ein paar Stunden oder ein paar Tage, okay, das kann ich mir vorstellen... aber so lange... wie lange überhaupt?" - "Lange!" erklärt All'Una schlicht. "Und glaubt es ruhig, Jaella!"

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Wie die Zeit vergeht...

Inzwischen steht schon Weihnachten vor der Tür. Und obwohl sich ja Iris mehr oder weniger offen dazu bekennt, sich trotz Taufe schon bald einmal von der Kirche bzw. vom Christentum abgewandt zu haben, feiert sie natürlich ebenfalls. Allerdings gibt sie ihr Fest schon am 21. Dezember, zur Wintersonnenwende, wobei sie es sich nicht verkneifen kann, bei dieser Gelegenheit beiläufig zu erwähnen, dass sämtliche Christlichen Feiertage ja sowieso alle von viel älteren Heidnischen Festen abgekupfert worden sind...
Aber Hauptsache, es gibt was zu Feiern. Schliesslich hat sich Iris ja auch nicht gescheut, als Scully's Brautjungfer in die Kirche zu gehen. Und so ist ihre Wohnung festlich geschmückt, sogar mit Weihnachtsbaum. Allerdings ohne Krippe mit Jesuskind, singende Weihnachtsmänner mit Rentieren oder ähnlichen Kitsch. Dafür hängen verdächtig viele Mistelzweige herum!

[PALACE-HOTEL IN WASHINGTON - ZUR LÄNGSTEN NACHT DES JAHRES]

Alexei kümmert sich ums Essen (auch wenn das meiste vom Zimmerservice geliefert worden ist) und Iris um die Getränke. Und im Getränke mixen ist sie wirklich gut, auch die Bowle ist sehr lecker. Zum Glück hat niemand gesehen, wie Iris die vielen Kerzen angezündet hat, nämlich alle zusammen mit einem Fingerschnippen. Alexei ist angemessen beeindruckt und küsst sie ausgiebig - doch bevor es ausarten kann, klingelt es an der Tür. Die ersten Gäste sind natürlich Mulder und Scully, sie haben es ja nicht weit, nur kurz über den Flur...

Dana Scully muss natürlich auf Alkohol verzichten, inzwischen sieht sie wirklich schon sehr schwanger aus. Sie nippt an frisch gepresstem Orangensaft und hat es sich auf der Couch bequem gemacht. Ihre Haare sind inzwischen länger und sie lässt sie nun ganz natürlich gelockt. Und wenn jetzt Sommer wäre, würde sie ihre Sommersprossen auch nicht mehr mit Make-up abdecken. Sie strahlt und sieht viel jünger aus, aber womöglich liegt das auch ein wenig daran, dass sie in letzter Zeit nur noch Freizeitklamotten trägt und nicht mehr so formelle Kleidung wie beim FBI. Sie hat jetzt schon Mutterschaftsurlaub genommen - und Mulder arbeitet mittlerweile auch nur noch Teilzeit und wird bei den X-Akten inzwischen von John und Mon unterstützt. Besonders Doggett wundert sich immer noch ein wenig, was es nicht alles gibt auf der Welt...
Na ja, hier sind sie ja gewissermassen unter sich, in ihrem kleinen privaten verschwörerischen Kreis... sonst würden Doggett und Reyes unter dem Mistelzweig wohl nicht so hemmungslos turteln und rumknutschen. Aber hier wissen ja alle darüber Bescheid, dass sich die beiden längst näher gekommen sind und inzwischen wohl die meisten Nächte zusammen verbringen. Und Assistant Director Walter Skinner kann ja schlecht was dagegen sagen, egal was irgendwelche Vorschriften davon halten mögen.
Skinner zuckt etwas zusammen, als Iris ihm einen Schmatz gibt, während er sich gerade nochmal was von der Bowle holt. Lächelnd deutet sie auf den Mistelzweig über ihnen. Ach so... na wenn das so ist... Er gibt ihr ebenfalls einen Kuss. Danach schaut er sich aber aus alter Gewohnheit doch kurz um, ob sie etwa von allen beobachtet werden. Also John und Mon sind immer noch unter ihrem eigenen Mistelzweig beschäftigt und würden es wohl kaum merken, wenn neben ihnen eine Bombe hochgehen würden. Mulder massiert Scully's Füsse und die beiden scheinen auch in ihre eigene kleine Welt versunken zu sein. Und Alexei steht in der Küche und lächelt sie an. Oh Gott, der Mann schaut zu, wie jemand seine Frau küsst, wobei er von der Affaire weiss, und er lächelt! Er muss ein Heiliger sein. Die Hexe und der Heilige, irgendwie drollig...
Plötzlich klingelt es an der Tür.
Skinner kann beobachten, wie sich Iris' Augen für einen kurzen Moment zu verfärben scheinen. Dieses Phänomen sieht er jetzt nicht zum ersten Mal, doch er hat gelernt, keine Fragen zu stellen. Irgendwie scheint Iris zu ahnen, wer vor der Tür steht. Es klingelt nochmal. Und mittlerweile starren doch alle abwechselnd zur Tür und zu Iris, stellen sich stumm die Frage, ob sie noch jemanden eingeladen hat.
Sie geht zur Tür und öffnet. Starrt den Mann an, der ihr ein gewinnendes Lächeln schenkt und seine Blicke dabei auch über ihre Schultern hinweg über die Wohnung und die anderen Leute darin schweifen lässt. Man wird das Gefühl nicht los, dass gerade ein telepathischer Dialog im Gange ist, den man wohl lieber nicht stören sollte. Wortlos bittet sie schliesslich mit einer Handbewegung den Besucher herein, der natürlich von allen neugierig angestarrt wird... Ein grosser Mann, mindestens 1.90 m gross, und von kräftiger Statur. Nicht so übertriebene Muskelmassen wie ein Bodybuilder, doch er sieht sehr kräftig und durchtrainiert aus. Und sehr attraktiv. Ziemlich lange pechschwarze Haare, die im Nacken zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden sind. Dunkle funkelnde Augen. Nachdem er wortlos seinen Mantel abgelegt hat, kommt darunter schwarze Kleidung zum Vorschein, wie sie auch Alexei trägt. Allerdings trägt der Mann hier eine Kette um den Hals und zudem noch einen Ohrring, was ihm ein ziemlich verwegenes Aussehen verleiht. Er sieht sowieso irgendwie südländisch, fast etwas indianisch aus, so richtig schön exotisch eben. Er gibt Iris einen galanten Handkuss. "Iris, meine Teuerste, Du wolltest doch nicht etwa die Wintersonnenwende 1999/2000 ohne mich feiern?" Iris' Gesicht scheint auszudrücken, dass sie wohl genau das vorgehabt hat. "Ach, komm, Schätzchen! Willst du mich nicht deinen Freunden vorstellen? Bitte!"
Iris zuckt scheinbar gottergeben die Schultern. "Leute, das ist ein alter Freund von mir. Ein sehr alter Freund... Ich nenne ihn Argon, so wie das Edelgas, ihr wisst schon." - Alexei starrt ihn nun mit offenem Mund an. Das hier ist Argon, der Dämon?! Und jetzt kommt er auch noch auf ihn zu - und streckt ihm die Hand entgegen. "Du musst Alexei sein! Du bist ein verdammter Glückspilz!" - Mechanisch ergreift Alex die dargebotene Hand und muss feststellen, dass der Dämon mit der angenehmen dunklen weichen Stimme einen festen Händedruck hat. "Äh... danke!"
Irgendwie scheint Argon eine ganze Menge zu wissen, denn er begrüsst alle Anwesenden mit Namen. Er erklärt, dass er und Iris schon sehr lange miteinander vertraut wären und er deshalb über so ziemlich alles bescheid wüsste... und dann knutscht er Iris unter dem nächstbesten Mistelzweig einfach ab. - 'Was zur Hölle treibst du hier eigentlich?!' funkelt sie ihn mit blitzenden Augen an und schiebt ihn dann mit einer Hand wieder von sich weg. "Argon ist immer ein wenig stürmisch!" erklärt sie laut - und ihr Dämonenfreund in Menschlicher Gestalt lächelt breit. "Aber du entfachst doch ständig solche Stürme, Iris!" - "Halt den Mund!"
Alle fragen sich jetzt natürlich, wer dieser geheimnisvolle Argon ist und woher in aller Welt er und Iris sich wohl kennen. Und ganz offensichtlich müssen sie sich ja ziemlich gut kennen... Schliesslich bricht Alexei nach einem kurzen Blickwechsel mit Iris das Schweigen. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich dich wirklich mal leibhaftig kennen lerne, Argon. Ich habe schon fast geglaubt, Iris hätte diesen geheimnisvollen guten alten Freund nur erfunden..." - "Na ja, ich hab mir gedacht, es wäre mal an der Zeit, dass ich mich blicken lasse, jetzt wo ich endlich nicht mehr Undercover bin." Argon lächelt verschwörerisch und bringt die Leute damit sogleich auf die Idee, dass er wohl vom Geheimdienst ist oder sowas in der Art... und dass sie lieber keine Fragen stellen sollten. - "Aha..." Er sieht Argon an und fragt sich, ob er immer so ein menschliches Aussehen hat, denn irgendwie hat er sich einen Dämon doch etwas anders vorgestellt, zumal er in jener seltsamen Bar in L.A. schon ein paar seltsame Gestalten gesehen hat, die wohl doch keine Halloween-Masken trugen und *wirklich* dämonisch aussahen... "Freut mich jedenfalls, dass du hier bist!" Das ist zwar eigentlich gelogen, aber was soll's!


Iris hat nicht so recht gewusst, was sie Scully zu Weihnachten schenken soll, deshalb hat sie ihr noch zur Sonnenwend-Feier einen Gutschein für einen "Rundum-Verwöhn-Tag" geschenkt, zu dem sie auch ihre Schwester Melissa eingeladen hat, sowie auch Monica Reyes.
Also Melissa findet es total cool, eine reiche Hexe zur Freundin zu haben, steht sie doch selber total auf alles mögliche Esoterische Zeugs und hat im Gegensatz zu ihrer Schwester keinerlei Probleme damit, gleich auf Anhieb an Voodoo-Zauber und all sowas zu glauben, obwohl sie ja ebenfalls sehr katholisch aufgewachsen ist.
Wie auch immer... Es wird ein richtiger Frauen-Tag, mit viel Relaxen, diversen Schönheitsbehandlungen und v.a. sehr viel Getratsche. Natürlich über Scully's Baby, von dem sich Iris inzwischen ziemlich überzeugt gibt, dass es eine Tochter ist, aber natürlich auch über Männer... Und Melissa bittet Iris sogar darum, bei der Weihnachtsfeier mal einen Blick auf ihren Freund zu werfen, bevor sie sich mit ihm womöglich verloben will; denn irgendwie hatte sie bislang immer Pech mit Männern...

Während Mulder den Dana-freien Tag dazu nutzt, um ohne schlechtes Gewissen mal wieder in alten X-Akten zu wühlen oder sonstwas in seinem alten Kellerbüro zu machen...

*

... macht sich Alexei zuhause einen faulen Lenz, auch wenn ein Schaumbad ohne Iris wirklich nur halb so lustig ist. Der Badezusatz, der das Wasser orange färbt, duftet nach Vanille und ist kein handelsübliches Produkt; so wie ihre Shampoos und das ganze Zeugs lässt sich Iris die verschiedenen Düfte von einem winzigen Geschäft schicken, wo das ganze angeblich von einer vermeintlichen Hexe zusammengebraut wird oder sowas in der Art. Und Iris unterstützt natürlich die Geschäfte von Guten Hexen, wie sie es lächelnd zu nennen pflegt. Alexei vermutet jedoch stark, dass es auf der ganzen Welt wohl keine sogenannte Hexe geben kann, die auch nur annähernd an Iris und ihre ausserordentlichen Fähigkeiten herankommt...
Nach dem Bad trocknet er sich ab und betrachtet sich prüfend im Spiegel, wobei er doch ziemlich zufrieden mit seiner Figur ist. Er geht nie in ein Fitnessstudio, aber das hat er auch nicht nötig, denn er trainiert ja gewissermassen jeden Tag mit Iris... auf die eine oder andere Weise. Wobei ihm ehrlicherweise Bettakrobatik irgendwie schon mehr Spass macht als Kampfsport, wobei letzteres nicht selten auch zu ersterem führt.
Nackt legt er sich schliesslich ins Bett und nimmt ein Buch in die Hand, um mal wieder selbst was für seine Bildung zu tun, ohne dass Iris ihm einfach irgendwelches Wissen telepathisch übermittelt. Allerdings ist es wohl eine ziemlich langweilige Lektüre, denn bald werden seine Augen schwer und er döst ein.

Heiss drängt auf einmal eine Zunge in seinen Mund und weckt ihn auf. Was macht denn Iris jetzt schon hier, es ist doch noch helllichter Nachmittag... und warum trägt sie zuhause eine Sonnenbrille? Ist das vielleicht ein neues Spiel?! Alex erwidert den leidenschaftlichen heissen Kuss, bis ihm plötzlich so heftig in die Zunge gebissen wird, dass seine Sinne schier vom metallischen Blutgeschmack überwältigt werden. Der Schmerz durchzuckt ihn von den Haarwurzeln bis zu den Zehenspitzen, aber fast noch mehr die Überraschung, denn bislang hat Iris ihm bei aller Heftigkeit - und sie kann ja manchmal wirklich verdammt heftig sein in ihrer Leidenschaft - noch niemals ernsthaft wehgetan. Ja, sie hat ihn auch schon gebissen, dass es geblutet hat, doch dabei ist sie immer so sanft, dass es kaum weh tut. Aber jetzt... Er reisst nun also die Augen auf und streckt schliesslich seine Hand aus, um ihr die störende Sonnenbrille abzunehmen. Huch, warum zur Hölle hat Iris auf einmal gelbe Drachen-Augen?!
Alex zuckt zurück, als hätte er gerade einen Stromschlag erhalten, was der nackten Person, die wie Iris aussieht und sich rittlings auf seine Hüften gesetzt hat, ein breites Lächeln entlockt, wobei nun ein beeindruckendes Raubtiergebiss sichtbar wird, von dem noch sein Blut tropft. "Wer zum Teufel bist du?!" Eigentlich will Alex die Person anschreien, doch er bringt nur ein leises lallendes Flüstern zustande, weil sich seine Zunge durch den Biss noch betäubt anfühlt. Bis auf die Augen und die Zähne ist Iris' Körper perfekt getroffen, soweit er das erkennen kann, also gibt es vielleicht doch noch einen Gestaltwandelnden Kopfgeldjäger oder mit was könnte er es hier sonst zu tun haben? Vielleicht mit einem Gestaltwandelnden Dämon? "Argon?!" rät er einfach mal drauflos, weil das der einzige Dämon ist, dessen Namen er kennt.
Daraufhin verändert sich die Gestalt tatsächlich und Argon zeigt sich in der gleichen Menschlichen Gestalt wie gestern Abend bei der kleinen Sonnenwend-Party. "Gut geraten!" meint er lächelnd in knurrendem Tonfall, der in Alex' Körper vibriert. "Ich wollte mir nur nochmal etwas genauer ansehen, was an dir dran ist... an Iris' kleinem Sexspielzeug..." - "Was?!" Alex macht ein herrlich verblüfftes Gesicht, während sich diese Worte nun unauslöschlich in seinem Gedächtnis einbrennen: IRIS' KLEINES SEXSPIELZEUG! - "Du bist wirklich ziemlich schnuckelig..." knurrt Argon grinsend und fährt mit seinen Händen die Konturen von Alexei's nacktem Körper nach - während der ihn nur paralysiert anstarren kann und ins Schwitzen kommt, weil er sich nicht dagegen wehren kann, von einem Dämon in attraktiver menschlicher Gestalt betatscht zu werden... und ihm kommt unwillkürlich der ketzerische Gedanke, dass er sich vielleicht gar nicht mal dagegen wehren will, obwohl... nein, doch, ja, aber wie denn, nicht doch... in seinem Kopf bricht Chaos aus, ein Strudel der Gefühle, ein klein wenig so ähnlich wie damals, als Iris ihn das allererste Mal küsste.
Argon kann keine Gedanken lesen, aber er kann gewissermassen Gefühle riechen, jede noch so kleine verräterische Bewegung der Mimik sehen und ist deshalb ziemlich gut im raten. Und jetzt riecht er Angst, Verwirrung... und langsam auch wieder ein wenig sexuelle Erregung... Er fährt mit seiner langen Zunge über Alexei's nackte Brust, um diese köstlichen Gefühle auch zu schmecken. Alexei schmeckt gut, was wohl auch daran liegt, dass er so viel mit Iris zusammen ist... irgendwie scheinen ihre Ara-Pheromone wohl schon fast ein wenig auf ihn abgefärbt zu haben. Sehr lecker...

* * *

Als Iris abends nach diesem 'Frauentag' geschminkt und gestylt nach Hause kommt, findet sie Alexei unter der Dusche, wie er sich mit viel Seife wie besessen fast schon die Haut runterschrubbt... und überrascht ja geradezu schockiert herumfährt, als er sie endlich bemerkt.
Sie sieht ihn an. "Natürlich bin ich es! Live und in Farbe!" versichert sie und zieht erst mal irritiert eine Augenbraue hoch, als sie in seinen Augen erkennt, dass er nun gerade am liebsten vor Scham im Boden versinken würde. Dann beginnt sie tiefer in seinen wirren Gedanken zu stochern. "Na sowas, Argon war hier?" Es klingt weder sonderlich erfreut noch besonders böse, noch nicht mal überrascht, es ist eine simple Feststellung, die sie auch schon anhand der unübersehbaren Spuren auf seinem Körper hätte treffen können, ohne Alexei erst in die Augen sehen zu müssen - doch Alex sieht sie unter dem fliessenden Wasser heraus nun seltsam an, mit Tränen in den Augen, die er tapfer wegzublinzeln versucht, während sein Körper unter der kalten Dusche schon längst zittert. "Er... ich... wir..." fängt er an zu stottern - worauf sie die Hand ausstreckt und erst mal das kalte Wasser abstellt, seinen vor Kälte schlotternden Körper in ein grosses Badetuch wickelt und ihn dann ins Schlafzimmer bugsiert, wo sie ihn dann einfach aufs Bett wirft, das er offensichtlich noch vor kurzem frisch bezogen hat. Und nachdem sie sich rasch ihrer Klamotten entledigt hat, legt sie sich neben ihm. Aber diesmal nicht, um wie sonst üblich wild über ihn herzufallen, sondern um ihn einfach fest in den Arm zu nehmen und sie beide dann warm zuzudecken.
Er starrt zur Decke bzw. zum Spiegel hoch, beobachtet wie Iris an seiner Seite atmet... und er muss daran denken, dass auch Argon geatmet hat. Atmen Dämonen im Gegensatz zu Iris etwa von Natur aus? Ein heisser Atem, so wie alles an ihm so verdammt heiss ist, als wäre er direkt der Hölle entstiegen. Er schliesst die Augen und versucht verzweifelt das Bild aus seinem Kopf zu vertreiben, sich selbst in den Schlafzimmerspiegeln zu sehen, wie er auf Händen und Knien lustvoll von einem Dämon in Menschlicher Gestalt genagelt wird, der seine Hüften festhält, um den Rhythmus seiner harten Stösse vorzugeben, und der sich hin und wieder hinabbeugt, um ihn spielerisch ins Genick zu beissen... und der sich mittendrin in der Ekstase plötzlich in was Grünes mit Hörnern verwandelt hat, mit glitzernden gelben Drachen-Augen...
"Du bist mehr für mich als nur mein kleines Sexspielzeug!" flüstert sie ihm leise ins Ohr und wuschelt durch seine nassen Haare. Ach, er sieht in seiner Verwirrung wirklich süss aus... Argon hat ihm im Taumel der Leidenschaft in den Nacken gebissen und dort im Genick einen unübersehbaren Knutschfleck hinterlassen, was Argon ihr noch büssen wird, und an seinen Hüften haben sich schon blaue Flecken von den kräftigen Fingerabdrücken des geilen Dämonen gebildet, der ihn heute Nachmittag besuchte und es stundenlang mit ihm trieb, ohne dass es Alexei dabei überhaupt in den Sinn kommen konnte, sich irgendwie dagegen zu wehren, auch wenn Gegenwehr ja sowieso sinnlos gewesen wäre. "Alexei, es ist in Ordnung!" flüstert sie ihm zu, da sie erkennt, wie er sich dafür schuldig fühlt, weil es ihm irgendwie auch gefallen hat und er sich deswegen ziemlich pervers und abartig vorkommt, um es mal milde auszudrücken. - "Ich wollte nicht..." - "Pssss... doch du wolltest. Irgendwie. Und es ist in Ordnung! Ich weiss, dass Argon verdammt verführerisch sein kann..." Sie lächelt ihn an, schwört sich jedoch, dass sie dem Dämon bei nächster Gelegenheit den Hintern versohlen wird, weil er es gewagt hat, Alexei zu beissen.
"Aber..." fängt Alex schliesslich wieder an, der immer noch seine Gedanken zu ordnen versucht. Zugegeben, als Argon plötzlich sein wahres Gesicht zeigte, ist er in Panik ausgebrochen. Ihm ist plötzlich klar geworden, was er hier eigentlich tat oder auch nur mit sich tun liess. Selbst Mulder mit seinem verführerischsten Schlafzimmerblick hätte ihn wohl niemals dazu kriegen können, na ja, früher irgendwann vielleicht mal, wäre Mulder oder sonst ein Leckerbissen jemals auf die Idee gekommen, aber doch nicht, seit er Iris' Bekanntschaft gemacht hat! Weder andere Frauen noch Männer haben ihn seitdem interessiert, aber kaum ist dieser verdammte Dämon mit seinem verdammten charmanten Lächeln aufgetaucht... lag er hinterher - d.h. nach seinem kleinen hysterischen Anfall, der sogar den verdatterten grünen Argon in die Flucht schlug - so erschöpft im völlig zerwühlten und verschwitzten Bett, dass er schon glaubte, nie wieder aufstehen zu können. Und er fühlte sich schlecht, weil es sich so gut angefühlt hatte... "Iris, ich will aber nur dir gehören!" fleht er sie geradezu an und hat panische Angst davor, sie könnte ihn nun fallen lassen. Zwar redet sie ja gerne von Offener Ehe und Freier Liebe und all sowas, doch schliesslich wissen die anderen ja auch nicht, wie sie sich wirklich kennen lernten und dass er Iris buchstäblich sein Leben und seine gesamte Existenz verdankt. Er ist *ihr* Geschöpf, denn sie hat aus dem sterbenden Häuflein Elend namens Alex Krycek schliesslich Alexander Sinclair geschaffen. Und er dankt es ihr, seinem Engel, indem er sie mit dem erstbesten dahergelaufenen Dämonen betrügt?!
"Aber Schätzchen, du gehörst mir doch!" erwidert sie leise knurrend und knabbert an seinen Lippen rum, während ihre Hände über seinen Körper streicheln und dabei beiläufig Argon's Spuren auslöschen. "Du bist Mr. Alexander Sinclair, selbst wenn du mit der halben Welt ins Bett hüpfen würdest, denn Mrs. Iris Sinclair beansprucht kein Exklusivrecht, sondern tritt für Offene Ehe bzw. Freie Liebe ein, schon vergessen?" Sie sieht ihn kurz schief an und fügt dann hinzu: "Du gehörst mir. Dein Hintern gehört mir!" Besitzergreifend tätschelt sie wieder mal seine Pobacken - was ihn nun irgendwie doch ungemein beruhigt. Er wagt es wieder, sich näher an sie zu kuscheln. "Ich liebe dich!" - "Ich weiss." Und wenn Argon es noch einmal wagen sollte, ihn zu beissen würde sie ernsthaft böse werden. Niemand beisst ihren Alexei, ausser ihr selbst, verdammt nochmal! - "Ja tebja ljublju..." wiederholt er noch auf russisch, nimmt ihre Hand und beginnt damit, an ihren Fingern zu lutschen. "Und ich bin also dein kleines Sexspielzeug, ja?" flüstert er heiser - während sie nun breit zu grinsen anfängt, weil es ihn offensichtlich anmacht, so zu reden, und er Gefallen an dem Ausdruck gefunden hat. "Magst du es, mein kleines Sexspielzeug zu sein?" spielt sie also mit und beisst ihn dann sanft in den Hals. - "Oh jaaa..." keucht er und sieht schon bunte Blitze vor seinen Augen, als Iris' Hände ihn an einer gewissen Stelle zu streicheln beginnen. Und wie immer reagiert sein Körper fast blitzartig auf ihre Berührung, was ihn nun noch mehr beruhigt. "Ja tebja ljublju... Ja tebja ljublju... Ja tebja ljublju..." murmelt er in einem stetigen Mantra, nur unterbrochen von Küssen und wenn er Mund und Zunge über ihren Körper gleiten lässt, um ihre Süsse zu schmecken.

 


[Haus von Margaret Scully in Baltimore]

Jawohl, an Weihnachten sind Iris und Alexei ebenfalls bei Scully's Familie eingeladen... und die Kinder von Bill und Charly sind gleich auf Anhieb begeistert von dieser neuen Tante Iris, die Silberdollars hinter ihren Ohren hervorzaubern kann und noch jede Menge anderer Tricks auf Lager zu haben scheint.

"Iris wäre auch eine gute Mutter!" seufzt Melissa, während sie zum Küchenfenster hinaussieht, wie Iris mit den Kindern gerade einen Schneemann baut... und eine Schneefrau. "Warum wirkt denn eigentlich bei ihr selbst dieser Aphrodisiaka-Fruchtbarkeits-Kerzenzauber nicht?" - "Weil sie überhaupt keine Eierstöcke mehr hat." antwortet Dana und klingt wieder mal furchtbar wissenschaftlich. Na wie auch immer, wo die biologischen Voraussetzungen nun mal nicht gegeben sind, da nützt dann wohl auch der grösste Zauber nichts mehr! - "Wieso das denn?" fragt Melissa irritiert, die das offenbar noch nicht gewusst hat. - "Eine lange Geschichte. Sie wurde operiert." - "War sie krank oder sowas?" - "Nein, aber ihr Bruder wollte sicher gehen, dass sie niemals Kinder kriegen würde, die das Familienvermögen erben könnten. Oder so ungefähr. Mafia." - "Was?!" Melissa ist wirklich schockiert über solche Zustände. Vor ihrem geistigen Auge entsteht das Bild einer Mafia-Familie à la Borgia, wo Intrigen und Giftmord alltäglich sind... - "Sie dachte damals noch, es wäre wegen des Blinddarms gewesen. Sie hat erst später erfahren, was überhaupt mit ihr passiert ist..." Dana seufzt, als sie an die herzzerreissende Geschichte denkt, die Iris ihr mal erzählt hat. Kein Wunder, dass sie ihren Bruder hasst wie die Pest und von ihrer ganzen Familie nichts mehr wissen will, obwohl sie ja offenbar durchaus ein paar Mafia-Kontakte behalten hat... "Aber eigentlich will sie sowieso keine eigenen Kinder, sonst hätte sie sich längst eins adoptiert." - "Hat sie vielleicht wegen dieser Geschichte ihre Krankenhaus-Phobie?" mutmasst Melissa nun, die sich vorzustellen versucht, wie es wohl wäre, wenn sie wegen Blinddarm in ein Krankenhaus kommt und später erfahren würde, dass eine ganz andere Operation vorgenommen wurde.

"Hilft diese Iris nicht in der Küche?" fragt Bill's Frau Mary ahnungslos, die sich gerade eine Küchenschürze umbindet - worauf Dana entsetzt "Nein!" ruft, als hätte sie gefragt, ob Iris nicht bitte sehr das Haus mit einer Bombe dem Erdboden gleichmachen solle. "Iris kann nicht kochen. Tu uns allen einen Gefallen und lass sie niemals in die Küche!" - "Sie isst wohl immer in teuren Restaurants?" Charly's Frau June scheint sich plötzlich daran zu erinnern, dass Iris ja eigentlich ziemlich stinkreich ist, auch wenn sie jetzt gar nicht so aussieht, wie sie immer noch in Jeans draussen mit den Kindern herumtobt. - "Alexei kocht." Und Dana lächelt bei dem Gedanken, dass sie auch jetzt noch oft von Alexei bekocht wird, obwohl sie ja inzwischen ihre eigene Wohnung haben. - "Dieser Alexei ist ein sehr netter Mann!" bestätigt Margaret Scully prompt, die ziemlich froh ist, dass ihre Tochter solche Freunde hat. Und gewissen Andeutungen hat sie auch entnommen, dass es wohl nicht unwesentlich ihrer Kuppelei zu verdanken ist, dass sich nach all den Jahren Fox und Dana doch endlich mal näher gekommen sind und Fox sich endlich getraut hat, ihrer Tochter einen Antrag zu machen. Es muss noch so einiges zwischen ihnen passiert sein und manchmal kommt es Margaret fast so vor, als hätte Iris auch was damit zu tun, dass ihre angeblich unfruchtbare Dana jetzt schliesslich doch noch Mutterfreuden entgegensieht, als ob sie ihr vielleicht eine IVF-Behandlung finanziert hätte oder sowas in der Art.

Es liegt viel Schnee. Richtig cool. "Sollen wir noch ein Iglu bauen?" fragt Iris die Kinder, worauf begeistertes Geschrei ertönt, das sie als "Ja!" interpretiert.
Sie weiss natürlich, was in der Küche über sie geredet worden ist, und dass insbesondere Dana's Schwägerinnen inzwischen ziemlich wild über sie spekulieren, die vermutlich ziemlich komisch gucken würden, wenn Dana oder Melissa erwähnen würden, dass sie eine Hexe wäre... und wie sie wohl erst alle komisch gucken würden, wenn sie wüssten, was sie wirklich ist und dass sie sich zuweilen sogar mit echten Dämonen rumtreibt!


Während die Frauen nun schon grösstenteils in der Küche beschäftigt sind, machen die Männer - Bill, Charly, Mulder und Alexei - erst mal einen Spaziergang, damit sie daheim nicht im Wege rumstehen.
Sie reden über Frauen, Familie und Kinder...
Und es fällt auf, dass Bill inzwischen nicht mehr ganz so grantig zu Mulder ist wie früher. Immerhin ist Dana gesund und glücklich, also kann ihr Mann wohl doch kein so schlechter Mensch sein... Mal sehen, was das erst für ein Typ sein wird, den Melissa heute zum Abendessen eingeladen hat...

Als sie wieder nach Hause kommen...

... wird Alexei auf dem Weg zur Haustür ziemlich zielsicher von einem Schneeball getroffen. Dem Lachen nach muss es sich wohl zweifellos um Iris handeln... was Alexei natürlich sofort zu einer wilden Verfolgungsjagd durch den verschneiten Garten veranlasst.
Inzwischen sind die Kinder längst wieder im Haus, damit sie sich nichts abfrieren, und so haben Iris und Alexei das Iglu nun für sich alleine. "Wow!" Er ist von ihren Baukünsten angemessen beeindruckt und kann sich denken, dass Bill direkt grün vor Neid werden könnte, dass Iris im Garten seiner Mutter die schöneren Schneefiguren und -burgen gebaut hat, als er jemals im Leben zustande bekam, und sich nun erst noch darin vergnügt. Alex sitzt im Schnee und sollte eigentlich erbärmlich frieren, doch Iris' Küsse wärmen ihn von Kopf bis Fuss.
Als sie später ins Haus gehen und trotz ihrer vom Schnee nassen Klamotten eher erhitzt als erfroren wirken, ernten sie sowohl wohlwollend lächelnde wie auch irritierte und fast schon neidische Blicke. Höchste Zeit, sich umzuziehen, also verschwinden sie schleunigst die Treppe hoch in Dana's altes Zimmer, wo sie erst mal provisorisch Quartier bezogen haben - auch wenn Margaret anfangs fast der Schlag getroffen hätte, als sie sagten, sie könnten doch einfach im gleichen Zimmer wie Dana und Mulder auf dem Fussboden schlafen. Passt wohl nicht so ganz zum Image von reichen Leuten, im Haus von weniger reichen Leuten auf dem Fussboden zu schlafen, aber Iris und Alexei sind ja eben etwas exzentrisch.

Als Iris die Treppe runterkommt, richten sich unwillkürlich alle Blicke auf sie. Dabei trägt sie doch gar nichts aufregendes, sondern nur einen eher schlichten ärmellosen schwarzen Fummel. Irritiert es die Leute vielleicht, dass ihr Ankh-Zeichen, das sie um den Hals trägt, frisch poliert funkelt? Oder dass sie ihren linken Oberarm mit einer silbernen Schlange geschmückt hat? Oder dass sie Pentagramme als Ohrringe trägt?
Bill Scully starrt während des Essens öfters mal auf die silberne Schlange an Iris' Oberarm und ihm scheint langsam zu dämmern, dass Iris wohl nicht unbedingt katholisch ist. Schlimm genug, dass Mulder mehr oder weniger Atheist ist, jetzt stellt sich wohl auch noch heraus, dass ihre guten Freunde womöglich noch irgendeiner komischen heidnischen Religion angehören oder zumindest die Frau, die auf ihn ganz plötzlich den Eindruck macht, so ganz nebenbei Hohepriesterin eines uralten Kultes zu sein... Allerdings fragt er sie trotzdem demonstrativ, ob sie heute Nacht auch mit in die Mitternachtsmesse kommen würde - was Iris mit einem strahlenden, ja geradezu aufreizenden Lächeln beantwortet. "Na wenn das hier so üblich ist, werde ich euren Brauch natürlich respektieren!" Nicht von ungefähr klingt es so, als ginge es dabei nur um die Folkloristischen Bräuche irgendwelcher unzivilisierter Barbaren. Christen sollen sich nur nicht einbilden, dass sie was besseres wären, besonders nicht solche Typen wie der da! Na wie auch immer, daraufhin ist Bill jedenfalls erst mal stumm...
... während Melissa sich ein Grinsen nicht verkneifen kann, dass jemand ihrem grossen Bruder Paroli bietet. Allerdings ist Melissa richtig froh, dass Bill's Aufmerksamkeit so sehr auf Iris und Alexei gerichtet ist, so dass er ihren Freund gar nicht so sehr mit irgendwelchen Fragen löchert, wie er ihre anderen Männerbekanntschaften für gewöhnlich zu löchern pflegte, falls ihm mal einer davon über den Weg lief, so dass er sicherlich auch noch dazu beigetragen hat, Männer zu vergraulen. Ach, Bill ist furchtbar altmodisch und glaubt wohl irgendwie wirklich, er wäre das Oberhaupt der Familie oder sowas in der Art, einfach schrecklich! Na ja, dafür unterhalten sich Iris und Alexei sehr gerne mit ihr und ihrem Freund, einem gewissen Steve, seines Zeichens Zahnarzt... Allerdings ist Melissa so damit beschäftigt, ihren Zahnarzt anzuhimmeln, dass ihr erst beim Dessert auffällt, dass Iris' Lächeln ziemlich starr ist, wenn sie Steve ansieht. Und nun überkommt Melissa plötzlich ein ziemlich böses Gefühl.

"Iris!" Melissa ruft Iris in die Küche - worauf Alexei, Dana und Mulder schon ziemlich entsetzte Gesichter machen. Allerdings ist das Essen ja schon vorbei, also kann sie da nichts mehr verderben. Es sei denn, sie zertrümmert aus Versehen das Geschirr. Oder soll sie etwa noch Kaffee kochen?! - Allerdings wirft Iris ihnen einen beruhigenden Blick zu, da sie weiss, dass es Melissa weder um was Kulinarisches noch um den Abwasch geht... "Was gibt's denn?" fragt sie unschuldig in verschwörerischem Ton, als sie nun allein in der Küche sind. - "Iris, du hat Steve so seltsam angesehen, äh, ist was nicht in Ordnung mit ihm? Nun erzähl schon!" - "Ach Missy, ich weiss nicht, was ich dir da erzählen soll..." - "Du hast doch irgendwas gesehen in ihm, oder?! Nun erzähl schon! Bitte, Iris!"

Als Melissa wieder aus der Küche kommt, ist sie ziemlich blass... und Dana schlägt sofort vor, dass sie wohl am besten auf die Kirche verzichten und sich lieber hinlegen sollte.
Schliesslich bleibt Dana bei Melissa, um ihr Gesellschaft zu leisten...
... während Steve sich für heute verabschiedet - und die anderen zur Kirche gehen.


Während des Gottesdienstes spürt Iris, wie sie von Bill Scully gemustert wird, der überrascht scheint, dass sie an genau den richtigen Stellen aufsteht und sich wieder setzt, als ginge sie jeden Sonntag in die Kirche. Allerdings singt sie nicht mit. Das kann er nun wirklich nicht auch noch verlangen.
Überdies sind ihre Gedanken sowieso bei Melissa. Es tut ihr wirklich leid. Missy hat schon fast gedacht, Iris hätte an Steve vielleicht irgendeine unheilbare Krankheit festgestellt oder sowas in der Art. Na ja, das wäre ihr wohl noch um einiges lieber gewesen, als zu erfahren, dass ihr Beinahe-Verlobter ein Serienkiller ist. Ein Serienkiller, der gerne seine Verlobten erwürgt...


Als die anderen von der Kirche nach Hause kommen, versteckt Dana schnell ihre Waffe. Natürlich hat ihr Melissa alles erzählt und sie hat ihrer Schwester leider bestätigen müssen, dass Iris mit ihren Ahnungen bislang noch nie danebengelegen hat...

T

"Das ist doch ein Scherz, oder?" Alexei legt den Kopf ein wenig schief und sieht sie eindringlich ein. Kein Scherz. "Aber wir können ihn nicht einfach festnehmen, nur weil du da so Visionen hattest..." - "Als ob ich das nicht selber wüsste!" nörgelt Iris. - "Und hast du vielleicht auch eine Idee, wie wir ihm etwas beweisen können? Ich glaube kaum, dass wir einen Haftbefehl oder auch nur einen Hausdurchsuchungsbefehl bekommen ohne hinreichend begründeten Verdacht." - "Ach Dana... Wir könnten ihm ja auch einfach ein Geständnis entlocken!" Iris lächelt ihr gewisses dienstliches Lächeln, das Kollegen und Verdächtigen manchmal gleichermassen einen kalten Schauer den Rücken runter zu jagen pflegt. - "Könntest du?" Dana runzelt die Stirn. "Willst du ihn vielleicht hypnotisieren?" - "Könnte ich vielleicht..." - "Na dann tu das bitte!" - "Jetzt mitten in der Nacht?" - "Morgen! Er kommt sowieso morgen zum Mittagessen..." Dana schaudert es kurz...
... und sie drückt die Hand von Melissa - die irgendwie immer noch unter Schock zu stehen scheint und sich deshalb auch noch in Dana's altes Zimmer gequetscht hat, das nun mit fünf Personen doch langsam aus allen Nähten platzt. Aber ist ja nur für die Nacht und irgendwie fühlt sich Missy jetzt einfach sicherer in einem Raum voller bewaffneter FBI-Agenten als in ihrem eigenen Zimmer.

T

Als Steve am nächsten Tag ins Scully-Haus zu Besuch kommt, ahnt er noch nicht, was ihn nach dem Mittagessen erwartet. Irgendwie hat ihm bislang noch niemand erzählt, dass Iris und Alexei nicht nur Freunde von Dana und Mulder sind, sondern ebenfalls FBI-Agenten... sonst hätte er sich wohl kaum von ihnen in so ein Gespräch verwickeln lassen. Sonst würde er jetzt wohl nicht mit Iris ein paar Bierchen zwitschern und mit ihr aus ihm selber unerfindlichen Gründen über sein verkorkstes Leben reden, weil sie so verdammt vertrauenswürdig scheint...

"Was macht ihr denn hier?!" erkundigt sich Bill verdutzt, als er seine Schwestern mit Mulder und Alexei dabei ertappt, wie sie über das Babyphon ein Gespräch belauschen und sogar mit einem Kassettenrecorder aufzeichnen. Ein Gespräch, das offenbar Iris mit Steve führt. - "Pssssssst!" mahnt Dana und legt ihre Finger auf die Lippen. Wenn Bill jetzt mal wieder einen seiner cholerischen Anfälle bekommt, würde er vermutlich alles vermasseln.

Mulder hat sich nun einen anderen Beobachtungsposten gesucht und ausserdem besteht seine Aufgabe darin, dafür zu sorgen, dass Iris und Steve bei ihrer kleinen Unterhaltung nicht gestört wurden. Zwar hört er von hier aus nicht mehr, was sie reden, doch er sieht sie, wie sie gestikulieren. Er ist zu weit weg, um es zu erkennen, doch er würde wetten, dass Iris' Pupillen gerade ziemlich erweitert sind, während sie bei dem Mann tiefer und tiefer bohrt und sie genau erkennen kann, ob er lügt oder die Wahrheit sagt. Sie hat es schon mit Geiselnehmern aufgenommen und mit Mafiosi und bestimmt noch mit allerhand anderem Gesindel, wovon er nichts weiss. Sie muss als Profiler schon vielen Mördern in den Kopf geschaut haben und er fragt sich, was sie wohl mit ihrem inneren Auge darin sehen kann. Ob sie als Hexe davon ebenfalls Alpträume bekommt...

Iris spielt mit Steve weiter Katz und Maus, um ihm Geständnisse zu entlocken, so dass es noch halbwegs realistisch klingt, dass er ihr einfach so alles erzählt. Inzwischen ist schon mal klar, dass er krankhaft eifersüchtig ist... und dass er seine bislang fünf Verlobten wohl im Endeffekt deshalb tötete, damit sie ihn gar nicht erst betrügen konnten.
Steve lässt sich nach einiger Zeit sogar dazu hinreissen, Iris zu sagen, dass er sich eine Frau wie sie wünscht, die ihn leidenschaftlich liebt und ihm immer treu ist - worauf Iris ihn kaltlächelnd und äusserst provozierend darüber aufklärt, dass sie zwar viel von Leidenschaft halte aber von Monogamie und Treue eher weniger. Offensichtlich war das genau die richtige Art von Provokation - denn ohne sich noch darum zu kümmern, wo sie hier sind, legt er nun urplötzlich in blinder Wut die Hände um ihren Hals und versucht sie zu erwürgen...

Mulder sprintet sofort los - und wenig später sind auch die anderen am Tatort.
Zu spät.
Iris hat ihren Angreifer schon überwältigt, der nun wild fluchend auf dem Bauch liegt, während sie rittlings auf seinem Hintern sitzt und ihm seine Arme schmerzhaft auf den Rücken verdreht hat. "Ähm... hätte mal jemand Handschellen?" - "Hier!" Mulder legt Steve Handschellen an und zerrt ihn hoch auf die Füsse. "Sie sind verhaftet!" erklärt er mit scharfer Stimme und zitiert dem Kerl seine Rechte von wegen Schweigen und Anwalt und das ganze Blabla. Aber natürlich hört Steve gar nicht richtig zu, sondern starrt nur Iris an, irgendwie ungläubig, dass ihn eine Frau dermassen hereinlegen konnte.

Natürlich haben inzwischen auch die anderen in der Familie mitbekommen, dass da irgendwas im Gange ist, zumal Dana zwischenzeitlich auch die Polizei gerufen hat, die auch tatsächlich schnell mit heulenden Sirenen eintrifft...
Mulder und Alexei halten Steve eisern fest und führen ihn nach draussen, vorbei an der geschockten Familie Scully. Als Bill sieht, wie der Beinahe-Verlobte seiner Schwester nun Melissa ansieht, kann er nicht anders, als ihm einfach die Faust ins Gesicht zu schlagen. Und in diesem einen Augenblick ist Bill Scully nun Iris richtig sympathisch.


Melissa, Mulder und Iris fahren mit der Polizei mit, um dort ihre Aussagen zu machen und die Kassette vorzuführen, die sie von dem Gespräch mit Steve aufgenommen haben... und alles wird seinen gewohnten Gang gehen.
Aber Iris weiss jetzt schon: Steve wird sich in seiner Zelle erhängen, weil er keinen Prozess will, dessen Ausgang bei der Beweislage ja sowieso schon feststehen würde. Natürlich wird sie sich hüten, das jetzt schon den anderen auf die Nase zu binden; und sie hat bestimmt keine Lust, ihn davon abzuhalten.


Nachdem Dana ihrer Familie erst einmal lang und breit erklärt, was denn eigentlich los war und weshalb in aller Welt Steve verhaftet worden ist, macht sich nach dem Schrecken auch Erleichterung breit, dass dieser Kerl nun gefasst ist.
Erkannt und übertölpelt von Special Agent Iris Sinclair und in Handschellen gelegt von Special Agent Fox Mulder! Himmelherrgottsakra! Ausgerechnet diesen beiden müssen sie wohl dankbar sein - was Bill Scully überhaupt nicht behagt. Aber er muss zugeben, dass er wohl Iris und ihrer Intuition wirklich dankbar sein sollte, da sie damit seiner Schwester Melissa vermutlich das Leben gerettet hat. Verdammt, er weiss sowieso nicht, weshalb ihn die reiche blonde Frau mit den tiefgründigen blauen Augen so furchtbar reizt. Seine Mutter und seine Schwestern haben ihm immer nur gutes über Iris Sinclair erzählt und bei Dana's Hochzeit war sie ja auch eine perfekte Brautjungfer; damals hat sie keinen Heidnischen Schmuck getragen und sich über Christliche Bräuche lustig gemacht. Obwohl sie sich ja eigentlich nie explizit über das Christentum lustig gemacht hat, wenn er's recht bedenkt, aber irgendwas in ihrer Art zeigt doch deutlich, wie sie darüber denkt, als hätte sie ein Schild um den Hals hängen... Und er glaubt fast, das was sie zu Steve gesagt hat, um ihn zu provozieren, ist tatsächlich die Wahrheit: Iris hält nicht besonders viel von Monogamie und Ehelicher Treue... Aber warum in aller Welt muss er überhaupt so viel über sie nachdenken und warum reizt es ihn überhaupt so sehr, wenn er Iris' spöttisches Lächeln sieht? Seine eigene Faszination schockiert ihn dabei wohl eigentlich am allermeisten.
Nachdem Bill Scully schliesslich aus lauter Neugier schliesslich sogar Alexei ausfragt, versucht dieser irgendwie zu erklären, dass Iris eigentlich keiner bestimmten Religion angehört, sich aber überall ziemlich auskennt und wohl so alles in allem wohl noch eher mit irgendwelchen Heidnischen Hexen-Religionen sympathisiert denn mit den Monotheistischen Grossreligionen, von denen sie wohl nicht allzu viel zu halten scheint, weil sie so patriarchal geprägt sind... während er selbst so rein persönlich von Haus aus sowieso nie besonders religiös war... und wohl lieber nicht rumerzählt, dass er nicht nur mit einer leicht nymphomanisch veranlagten Hexe verheiratet ist, sondern letzthin sogar noch mit einem Dämonen rumgevögelt hat. Huch! Na wie auch immer, irgendwie kann sich Alexei des Eindrucks nicht erwehren, dass es Bill Scully im Grunde weniger um die Religiöse Gesinnung im Hause Sinclair geht, sondern vielmehr um Iris, die ihn wohl gegen seinen Willen sehr zu faszinieren scheint. Auweia, etwa schon wieder ein Opfer von Iris' Charme? Dabei hat sie doch mit Bill kaum ein paar Worte gewechselt und findet, so wie er selbst auch, Dana's jüngeren Bruder Charly sowieso viel netter. Oder kommt Bill Scully etwa einfach schon langsam in die Midlifecrisis?

*

Als Melissa, Mulder und Iris wieder nach Hause kommen...

... stürzen sich sofort alle auf Melissa, um sie zu trösten, über Steve auszufragen und ihr mit all der Neugierde, Fürsorge und sonstwas gewaltig auf die Nerven zu gehen.
Doch ihr geht das so sehr auf den Keks, dass sie flüchten muss. Und sie flüchtet dazu erst einmal in das Iglu, das Iris erst gestern noch gebaut hat, grübelt darüber nach, ob vielleicht irgendein schrecklicher Fluch auf ihr lastet, weil sie ständig so ein Pech mit Männern hat und alle ihre Beziehungen mehr oder weniger im Chaos enden... Wenig später kommt Iris selbst noch vorbei und bringt ihr eine Luftmatratze, damit sie keinen nassen Hintern vom Schnee bekommt, sowie etwas Proviant. "Bitte bleib!" hält Melissa sie zurück, als Iris schon wieder Anstalten macht, ins Haus zu gehen.

Dana ist von ihrem grossen Bruder Bill wieder mal ziemlich genervt, der sich hier irgendwie vergeblich als Patriarch aufzuspielen versucht, denn sie sind hier immer noch im Haus ihrer Mutter... und trotzdem führt ihr Bruder sich auf, als müsste er hier das Sagen haben; als hätte Melissa absichtlich Weihnachten sabotiert, indem sie Steve eingeladen hat, oder irgendsowas in der Art. Ausserdem nörgelt er die ganze Zeit über Iris und stellt Vermutungen an, ob sie nicht vielleicht doch zu einem Satanskult gehört wegen der Pentagramme, die sie als Ohrringe trägt... und dabei sieht er sie aber paradoxerweise die ganze Zeit über an, als wollte er sie lieber in sein Bett als auf den Scheiterhaufen werfen.
Gerade starrt er wieder zum Fenster raus auf das Iglu, in dem Melissa und Iris sitzen. Langsam wird es schon dunkel draussen, doch Iris hat offenbar vorgesorgt, denn man sieht den warmen Lichtschein einer Kerze da draussen im Schnee. "Sie werden sich noch erkälten! Jemand sollte sie reinholen!" grummelt Bill und wirft Alexei einen auffordernden Blick zu - der jedoch keine Anstalten macht, seine Frau reinzuholen. "Ich werde mich hüten, bei irgendwelchen Frauengesprächen zu stören!" Er erntet dafür von Dana einen dankbaren Blick, obwohl die sich wohl selbst ein wenig Sorgen macht, dass sich ihre Schwester und Iris womöglich erkälten könnten. Um Iris macht er sich natürlich keine Sorgen, doch was ist mit Melissa? Na ja, aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen hat Iris einen ziemlichen Narren an ihr gefressen, also wird sie sich wohl bestimmt keine Lungenentzündung oder sonstwas einfangen, da ist er sich ziemlich sicher.

Kurz vor dem Abendessen kommen Iris und Melissa schliesslich doch noch ins Haus. Sie gehen beide schnurstracks die Treppe hoch, ohne Bill eines Blickes zu würdigen...
... und als sie wenig später umgezogen wieder herunterkommen, trägt Melissa eine Halskette mit einem Yin/Yang-Symbol als Anhänger, von dem Bill stark vermutet, dass seine Schwester das Ding gerade von Iris geschenkt bekommen hat. "Silber?" - "Platin."



[PALACE-HOTEL IN WASHINGTON]

Melissa ist auf Einladung von Iris und Dana nach den Feiertagen mit nach Washington gekommen und überlegt sich, ob sie nicht vielleicht eine ganze Weile hier bleiben will.
Daheim fällt ihr langsam die Decke auf den Kopf und nach der Sache mit Steve, der sich gestern in seiner Zelle erhängt hat, braucht sie sowieso etwas Abstand von allem. Soviel Pech wie sie mit Männern hat, das ist doch nicht mehr normal... will Gott ihr vielleicht damit sagen, dass sie lieber ins Kloster hätte gehen sollen?
Wie auch immer, jetzt ist sie erst mal in Washington. Auf diese Art kann Melissa gleich noch etwas ihrer schwangeren Schwester Gesellschaft leisten, besonders wenn Mulder doch mal im Bureau ist und Iris und Alexei vielleicht gerade mal sonstwie unterwegs sind.
Wird sicher lustig.
Und ausserdem mag Melissa es furchtbar gerne, mit Iris rumzuhängen oder um die Häuser zu ziehen. Selbst wenn sie keine Hexe wäre, ist sie doch auf jeden Fall eine sehr faszinierende Frau. Und sie kann verdammt gut küssen...

Melissa ist Journalistin. Vorsichtshalber und auch schon rein aus Prinzip lässt Iris sie erst absolute Geheimhaltung schwören...

... bevor sie die Frau mit den langen roten Haaren mit zur Silvesterparty des FBI nimmt.


[Vom FBI gemieteter Saal im Plaza]

Dort sieht Melissa nicht nur Monica Reyes wieder, sondern lernt endlich auch John Doggett kennen, von dem Mon ihr ja noch kurz vor Weihnachten was vorgeschwärmt hat. Irgendwie passen die beiden wirklich gut zusammen, findet Melissa. Zu blöd, dass sie selbst nur ständig an irgendwelche abgebrannten Verrückten und sonstige Psychos oder gar an Frauenmörder gerät, fast als hätte sich das Schicksal gegen sie verschworen. Na ja, nicht dass sie eigentlich unbedingt einen Ehemann haben will und sich deshalb jedem an den Hals werfen würde, aber irgendwie wäre ihr eine eigene Familie eben doch auch ganz lieb und wenn sie noch ein Kind will, dann sollte sie sich wirklich langsam beeilen... aber vermutlich wird da wohl nichts mehr draus, denn sie wird ja schliesslich nicht mehr jünger. Und vielleicht ist es ja ein Wink des Schicksals, dass sie nie einen wirklich passenden Mann gefunden hat, wer weiss!

"So!" Iris reisst Melissa wieder aus ihren Gedanken und stellt ihr schon wieder jemanden vor, allerdings jemanden, den sie noch von Dana's Hochzeit kennt. "Du wirst dich sicher noch an Assistant Director Walter Skinner erinnern!" - "Ach ja, natürlich!" Sie kann sich sogar noch daran erinnern, dass sie ihn damals auch mal gesehen hat, als Dana nach ihrer Entführung im Krankenhaus lag. Tja, und später hat er Dana ja sogar zum Traualtar geführt. Mann, war Bill darüber wütend! Diesmal trägt er keinen Smoking wie auf der Hochzeit, sondern einfach einen dunklen Anzug. Sowas ist wohl seine gewöhnliche Bürokluft, nimmt sie einfach mal an, obwohl sie sich offen gestanden nicht so recht vorstellen kann, was ein Assistant Director beim FBI eigentlich alles so zu tun hat. - "Miss Scully, es freut mich, Sie wiederzusehen!" Er wechselt einen kurzen Blick mit Iris. "Kommen Mulder und Dana denn nicht?" - "Ach, Dana ist nicht so nach wilder Party, da sind sie lieber daheim geblieben und machen sich einen romantischen Abend!" meint Iris lächelnd. Ungefragt fügt sie hinzu: "Und Alexei wollte eigentlich noch Drinks besorgen. Hast du den guten Stoff etwa weggesperrt?" - "Aber du weisst doch: Mein Stoff ist dein Stoff!" witzelt Skinner und hebt die Hände zum Zeichen, dass er nichts zu verbergen hat. Er bietet ihr seinen eigenen Drink an. Für einen Moment fragt er sich, was wohl Dana's Schwester davon halten muss, wie er hier so freundschaftlich mit Iris spricht, denn er glaubt eigentlich nicht, dass sie schon eingeweiht ist, dazu sieht sie zu irritiert aus. Allerdings lächelt sie bald darauf irgendwie verschwörerisch und erinnert ihn damit daran, dass er über sie gehört hat, dass sie auch ziemlich esoterisch angehaucht wäre. Wobei er sich allerdings kaum vorstellen kann, dass Scully's Schwester eine Hexe ist...

Als sie gerade über Melissa's Arbeit sprechen (und dass sie ja mal einen Artikel über FBI-Arbeit schreiben könnte oder sowas in der Art) und das mögliche Computerproblem zum Jahreswechsel und wie praktisch doch überhaupt Computer und Internet sind, so dass sie ihr Büro gewissermassen überall aufschlagen kann...
... ruckt auf einmal Iris' Kopf hoch, als wäre sie mitten in der Wildnis und hätte plötzlich ein verdächtiges Geräusch gehört. Nur dass es hier sowieso schon so laut zugeht, dass man sich schon auf die Worte seiner unmittelbaren Gesprächspartner konzentrieren muss, um überhaupt was zu verstehen. Iris mag zwar ein wirklich scharfes Gehör haben, wie er wohl weiss, aber nun tippt Skinner doch eher auf ihren Siebten Sinn. "Was ist?!" - "Alexei..." murmelt Iris und geht dann auch schon los, bahnt sich ihren Weg durch die Menschenmenge.
Skinner folgt ihr und Melissa läuft den beiden ebenfalls hinterher. Schnurstracks zum Männerklo. Natürlich lässt sich Iris von einem Schild FOR MEN ONLY nicht aufhalten und sie geht einfach rein...
... wo Alexei nun ächzend an die Wand gelehnt auf dem Boden sitzt. Den Blutspuren nach zu urteilen wurde sein Kopf mit voller Wucht auf das Waschbecken geknallt, was eine Platzwunde an der Stirn verursacht hat, die allerdings schlimmer aussieht, als sie eigentlich ist. Iris wischt ihm das Blut aus dem Gesicht und klebt dann ein Pflaster auf die Wunde. Die Leute glauben sowieso, dass sie in ihrer Tasche ständig eine halbe Apotheke mit rumschleppt, also kann sie Alexei auch noch gleich eine Schmerztablette zwischen die Zähne schieben... Sein linker Arm sieht seltsam verdreht aus. Ausgekugelt. Ohne viel Federlesen reisst sie gekonnt an seinem Arm, während sie ihn mit ihren Füssen fixiert, und es gibt kurz ein komisches Geräusch, als das Gelenk wieder dahin springt, wo es hingehört. Alexei hat kurz aufgeschrieen, doch nun wird er gleich mit einem Kuss getröstet, der ihn alle Schmerzen vergessen lässt. "Wer war das?" fragt sie, sobald sie seine Lippen wieder freilässt - doch er weiss darauf keine Antwort: "Ich kann mich nicht erinnern, die beiden Typen jemals gesehen zu haben! Aber sie haben offenbar gewusst, wer ich bin. Zuerst gab's nur blöde Sprüche, die ich nicht weiter beachtet hab, denn die beiden wirkten eh schon ziemlich betrunken. Dann hat die Schubserei angefangen... und dann hab ich mich wohl ziemlich überrumpeln lassen." Und das ist ihm wirklich peinlich. "Sorry, ich wollte dich nicht erschrecken!" Er sieht ihr in die Augen.

Während Melissa bei Alexei bleibt, den Iris schliesslich ziemlich herrisch in einen Stuhl bei dem Tisch ganz beim Ausgang hingesetzt hat - folgt Skinner nun unauffällig der blonden Furie, die sich wieder unter die Leute mischt und ganz offensichtlich auf der Suche ist. Womöglich hat sie das Bild der Angreifer in Alexei's Gedanken gesehen, geht es Skinner in den Kopf, während sein Blick auf ihren hübschen Hintern geheftet ist. Sie ist heute eher unauffällig in schwarz gekleidet und hat ihre Haare zu einem Zopf geflochten. Nicht so brav wie ihre übliche hochgesteckte FBI-Frisur, aber auch nicht so wild und sexy wie wenn sie die Haare offen trägt. Aber immer noch sexy genug... Leise seufzend nimmt er erneut die Verfolgung auf, als sie wieder weitergeht. Sie trägt nicht etwa elegante Schuhe, weil sie bekanntlich unbequemes Schuhwerk hasst, sondern ihre schwarzen Kampfstiefel unter dem Kleid. Und das bedeutet vermutlich, dass die Kerle, die Alexei zusammengeschlagen haben, sich wohl auf ein paar kräftige Fusstritte von ihr freuen können. Womöglich haben die beiden sogar Glück, wenn sie ihnen keine mörderischen HighHeel-Stiletto-Absätze irgendwohin rammt, wo's wirklich weh tut... und irgendwie hegt er keinen Zweifel daran, dass Iris die Kerle finden wird, sofern sie sich noch nicht aus dem Staub gemacht haben.
Und den verschreckten Gesichtern dieser beiden Typen dort nach zu urteilen, hat Iris die Kerle soeben gefunden... Und irgendwie scheinen sie wohl nicht so recht zu glauben, dass Iris sie hier inmitten eines Saals voller Leute einfach so zusammenschlagen würde, obwohl sie es ihnen kaltlächelnd androht, sollten sie nicht gleich mit nach draussen kommen. Schwerer Fehler... "Ihr habt es so gewollt, Jungs!" erklärt Iris mit finsterem Blick. Und im nächsten Augenblick landet auch schon ihre Stiefelspitze im Gesicht des einen Kerls...
Skinner dreht sich demonstrativ um. Aber wie es der Zufall so will, sieht er in einem Spiegel, wie Iris die beiden Kerle mit lässigen Fusstritten fertig macht, bis sie am Boden liegen und um Gnade winseln. Er kennt die beiden Agenten, es sind Leute von Kersh. Ob der etwa dahintersteckt? Aber so ein tätlicher Angriff ist schon mehr als Mobbing! Doch es ist kein Geheimnis, dass Kersh auf die Sinclairs und ihre exzentrischen Arbeitszeiten und Methoden nicht eben gut zu sprechen ist. Und da Iris ja so auf Geheimhaltung besteht, kann Skinner noch nicht mal mit dem Schlag gegen die Russenmafia angeben, um zu zeigen, dass diese exzentrischen Methoden durchaus was für sich haben und die Sinclairs wirklich Gold wert sind...
"Fertig!" Iris wischt sich imaginären Staub von ihrem Kleid und rauscht davon, wobei ihr nun sofort respektvoll Platz gemacht wird. Oder es ist wohl eher Furcht, was die Leute veranlasst, zur Seite zu gehen...
Inzwischen haben sich auch Doggett und Reyes zu Alexei gesellt, denen es auf dieser Party inzwischen ebenfalls nicht mehr zu gefallen scheint, obwohl nun sofort Musik angemacht wird, wohl um den peinlichen Vorfall zu überspielen und die Stimmung wieder zu heben...
"Also wir gehen..." Iris zieht Alexei sanft auf die Füsse, der anscheinend eine leichte Hirnerschütterung davongetragen hat. Sie wechselt einen Blick mit John und Mon. "Kommt ihr mit?" Doggett und Reyes nicken stumm. Und gerade als Iris sich umdreht, prallt sie fast mit Skinner zusammen, der ihr wieder gefolgt ist. - "Ihr geht?" Na logisch gehen sie, was für eine dumme Frage! Er sieht sie sehnsuchtsvoll an. "Kann ich auch kommen?" - "Na klar!"


[PALACE-HOTEL IN WASHINGTON]

Mulder und Dana freuen sich irgendwie, dass es heute doch noch eine private Silvester-Party im Palace gibt und wechseln gerne ins Appartement vis-à-vis, weil Iris' Suite eben doch mehr auf Besuch und Partystimmung eingerichtet ist.

Zehn Minuten nach den anderen trifft auch Skinner ein, der sich möglichst schnell losgeeist hat, um das neue Millennium zusammen mit den Leuten begrüssen zu können, die ihm wirklich vertraut und sympathisch sind, und vor allem mit der Frau, die er liebt...
... auch wenn er nun am 1.1.2000, 00.01 Uhr, nicht Iris in den Armen hält, sondern Melissa, die ihm sogar einen Silvester-Kuss gegeben hat, was sich eigentlich noch erstaunlich gut angefühlt hat. Verdammt gut sogar... Melissa. Irgendwie passt Dana's Schwester wohl ganz gut in diesen kleinen verschwörerischen Kreis - womit sogar der Männer- und Frauenanteil wieder ausgeglichen wäre... Wie kommt es, dass ihr Kuss ein Bisschen nach Vanille geschmeckt hat? Iris schmeckt doch immer nach Vanille und zwar ziemlich intensiv... wie können da andere Frauen auch nach Vanille schmecken und sei es auch nur ein kleines Bisschen?!

Und nun stehen sie alle vor der grossen Fensterfront und betrachten das Feuerwerk. Die Welt ist nicht untergegangen oder im Chaos versunken und noch nicht mal die Computer sind abgestürzt, die meiste Panik war umsonst - so wie Iris es vorausgesehen hat.

Noch während des Feuerwerks geht John Doggett vor Monica Reyes auf die Knie und bittet sie, seine Frau zu werden. Vor Überraschung starrt sie abwechselnd ihn und den Ring an, den er ihr entgegenstreckt. "Na was ist, Mon! Hast du das etwa nicht vorausgesehen? Wo ist denn deine Intuition geblieben?" witzelt er und überlegt sich, dass er bestimmt noch Muskelkater bekommt, wenn sie ihn noch länger hier knien lässt. Zu seiner Überraschung geht sie dann jedoch ebenfalls auf die Knie, so dass sie wieder auf gleiche Höhe sind. Sie sieht ihn an, als wolle sie rausfinden, ob er es wirklich ernst meint. Dann küsst sie ihn - und antwortet leicht atemlos: "Ja!"

Ja ja, Iris hat *hier* ja gewissermassen höchstpersönlich Mulder und Scully soweit verkuppelt, dass sie sogar geheiratet haben, weil Dana irgendwie immer noch ein katholisches Mädchen ist, für die sowas zur Familienidylle einfach dazugehört (Na ja, nicht dass sie das *irgendwenn* nicht auch alleine hätten hinbekommen können!)... aber sie hatte eigentlich nicht geplant, dass das Heiratsfieber sich noch so weit ausbreiten würde. Nun, es überrascht sie keineswegs, dass Doggett seiner Liebsten einen Antrag macht, und warum sollte es dann wundern, wenn Reyes diesen Antrag im Überschwang der Gefühle sogar annimmt? Was soll's, wenn die sich unbedingt mit Papierkram und allen möglichen Komplikationen herumschlagen wollen, bitteschön!
"Gratuliere!" lässt Iris sich also ebenfalls vernehmen, lächelt freundlich und schüttelt beiden die Hand auch wenn sie innerlich leicht die Augen verdreht. Na was soll's!


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"Ist ja irgendwie niedlich, wie sie sich da offenbar ständig rumgeprügelt hat... etwas exzentrisch, hä?" - "Stimmt, Jaella." - "Was war eigentlich mit dieser Melissa los, Dana's Schwester... war die mit einem Fluch belegt oder sowas in der Art, dass ihr nur unpassende Männer über den Weg liefen?" - "Ein Fluch? Nicht dass ich wüsste. Und wenn doch, so hat Iris' den Bann wohl gebrochen..." - "Ach ja?" - "Das kommt noch, nur Geduld, Jaella!" - "Na dann... erzähl mir doch jetzt endlich mal, warum man es die Avalon-Variante nennt! Mit den Mythischen Nebeln von Avalon kann es ja wohl nicht mehr viel zu tun haben, oder? Und Avalonia, die sich ja immer nur Mylady nennen lässt, kann ihre Finger ja wohl auch nicht drin haben, oder?" mutmasst die Fürstin - worauf All'Una grinsen muss. "Oh... Iris verdankt es der Lady von Avalon, dass sie einst zu Arragon Amayra kam, habe ich das eigentlich schon erwähnt?"

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"Hey, Alexei, wach auf!" wispert Iris und küsst ihn wach. Wenn man in rüttelt, greift er immer reflexartig nach seiner Waffe, doch wenn sie ihn küsst, weiss er, dass alles in Ordnung ist. Noch halb im Schlaf umarmt er sie nun und zieht sie näher ran, worauf sie ihn etwas aggressiver küsst und zu beissen beginnt. Okay, jetzt ist er wach. Und er starrt sie seltsam an, weil es offensichtlich noch mitten in der Nacht ist. "Alles in Ordnung, Schätzchen. Du musst nur ein paar Papiere unterzeichnen." - "Was?!" - Hach, er ist süss, wenn er so verwirrt guckt! "Ja, ich weiss, es ist noch mitten in der Nacht, die Sonne geht in einer Stunde auf... aber ich will das jetzt lieber gleich erledigt haben. Zieh dir was an und komm in die Stube."

Als Alex dann in die Stube kommt, sind dort noch vier Männer in teurer Bürokleidung versammelt, die aussehen, als hätten sie hier die ganze Nacht durchgearbeitet, was sie wohl auch haben. Anwälte!
Wozu in aller Welt braucht Iris Anwälte? Will sie sich etwa scheiden lassen?! durchzuckt es ihn für einen Moment und beinahe bricht er in hysterisches Gelächter aus bei dem Gedanken, dass es vier Anwälte braucht für die Auflösung einer Ehe, bei der es ja niemals wirklich eine Hochzeit gab... und die trotzdem glücklicher gewesen ist als die meisten Ehen. Aber warum?! Das ergibt doch alles keinen Sinn, denn warum sollte sie... und was soll er dann... das ist doch alles verrückt...
Noch bevor sich seine Gedanken vollends im Kreis zu drehen beginnen - und er rechnet ja meist mit dem schlimmsten -, spürt er, wie sie ihren Arm um ihn legt. "Gentlemen, das ist mein Mann, Alexander Sinclair." Die vier Anwälte erheben und schütteln Mr. Sinclair geradezu ehrerbietig die Hand, scheinen ihn jedenfalls ganz und gar nicht als zukünftigen Ex-Mann zu behandeln.

Nachdem er schliesslich seine Unterschrift neben die von Iris unter ein Vertragswerk gesetzt hat, das von der Dicke her irgendwo zwischen den zehn Geboten und KRIEG UND FRIEDEN schwankt und auf den 6.1.2000 datiert ist... und nachdem die Anwälte dann gegangen sind...
... fragt Alex schliesslich: "Was habe ich da eigentlich gerade unterzeichnet?" - "Wir haben eine Stiftung gegründet." erklärt Iris - und Alex sieht sie erstaunt an. "Was für eine Stiftung denn?" - "AVALON."


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"Eine Stiftung?!" Für einen Moment scheint die Fürstin wirklich sprachlos; und das nicht etwa, weil sie nicht wüsste, was eine Stiftung ist. "Iris hat eine poplige kleine Firma gegründet? Ist das alles?!" - "Oh, Jaella... aus dieser popligen kleinen Firma ist im Laufe der Jahre für die Erde etwas geworden, das ungefähr mit dem Syndikat bei uns zu vergleichen ist!" - "Oh..." - "Genau. AVALON wurde mächtig... aber das ging nicht von heute auf morgen."

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Die Tochter von Dana Katherine Scully und Fox William Mulder kam Ende Januar auf die Welt, im Sternzeichen Wassermann. Es war eine sehr sanfte, natürliche und  fast schmerzfreie Geburt im heimischen Whirlpool, wo Iris so professionell Hebamme spielte, als hätte sie sowas schon öfters getan.
Mulder spielte einen lebendigen Sessel für seine Frau, um es ihr möglichst bequem zu machen. Er hielt Dana's Hand und fand dieses Erlebnis eindrücklicher als sämtliche X-Akten zusammen...
... und Melissa, die dabei war, um Dana's andere Hand zu halten und zu helfen, wünschte sich sofort, dass ihr Kind auch auf diese Weise auf die Welt kommen sollte und nicht in einem Krankenhaus; jedenfalls sollte sie jemals ein Kind bekommen.

Irina Samantha Mulder ist ein wunderhübsches Mädchen, gesund und munter...
... und sie gleicht sehr ihrer Mutter.
Die Scully-Familie ist von ihr hellauf begeistert, auch wenn sie nicht so recht verstehen, wie in aller Welt man ausgerechnet auf den Namen Irina gekommen ist. Tja, Melissa kann sich das schon denken, da sie ja inzwischen auch zu jenem gewissen eingeweihten Kreis gehört, doch sie wird sich selbstverständlich hüten, dem Rest der Familie oder sonst irgendjemandem irgendwas zu erzählen. Man würde es wohl sowieso nicht glauben.


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"Iris hat sogar höchstpersönlich Hebamme gespielt? Dann wurde es wohl ein besonderes Mädchen... oder?!" - "Kann man so sagen..." meint All'Una mit breitem Lächeln.

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[In einer Katholischen Kirche in Washington]

Bill Scully ist etwas überrascht, als man ihm erzählt, dass Iris bei Dana's Entbindung als Hebamme fungiert hat. Na wenn das so ist... dann kann er sie wohl schlecht aus der Kirche werfen lassen, auch wenn die Taufe ein wirklich rein Christliches Sakrament ist, wie er findet. Na ja, er kann wohl schon froh sein, dass diese Heidin nicht auch noch als Taufpatin vorgeschlagen wurde. Auch wenn seine Frau einwendet, dass es für das Mädchen doch eigentlich ganz praktisch gewesen wäre, eine so reiche Patin zu haben. Tja, irgendwie kann sich Bill Scully aber des Eindrucks nicht erwehren, dass Iris Sinclair auch ohne offizielle Patenschaft einen Narren an dem Mädchen gefressen hat, zumal sie die Kleine ja anscheinend höchstpersönlich auf die Welt geholt hat. Und womöglich hat sie schon längst irgendwelche Heidnischen Rituale mit ihr durchgeführt, wer weiss das schon, schliesslich wohnt sie ja nur gleich über den Flur...


[PALACE-HOTEL IN WASHINGTON]

Nach der Taufe in der Kirche wird natürlich noch gefeiert. Schliesslich kann man ja die Verwandten, die extra zu diesem Anlass angereist sind, nicht nach einer Stunde wieder heimschicken...
Obwohl es Mulder wirklich nichts ausmachen würde, wenn Bill Scully sich wieder vom Acker machen würde. Der sieht ihn wieder mal ständig an, als ob der ihm gar nicht zugetraut hätte, dass er an so etwas Schönem wie Irina überhaupt irgendwie beteiligt gewesen sein könnte. Und wie er immer noch Iris anglotzt! Dana's älterer Bruder wäre wohl der erste, der nach dem Scheiterhaufen schreit, sollte Iris jemals in seiner Gegenwart als 'Hexe' geoutet werden, obwohl er sie auch so schon für eine Hexe zu halten scheint...

Iris ist in der allgemeinen Kaffee-und-Kuchen-Stimmung gerade dabei, in der Küchenecke zusätzliches Kaffeepulver und eine Menge Zucker in ihre grosse Tasse zu schütten, als Bill's Frau auf sie zukommt. Und die sieht so aus, als wollte sie ausnahmsweise mal nicht über Irina's Geburt und das ganze drumherum sprechen. - "Hi, Iris... kann ich mal mit Ihnen reden?" - "Aber sicher!" erwidert Iris und sieht Mary erwartungsvoll an - worauf diese sich etwas verlegen umsieht und vorschlägt, dazu an einen etwas ruhigeren Ort zu gehen, wo sie ungestört wären.
In Iris' Wohnung sind sie derzeit ungestört. Mary sieht sich mit grossen Augen um und versteht jetzt, weshalb Iris trotz ihrer angeblich schon sprichwörtlichen Gastfreundschaft niemanden von der Scully-Familie in ihrer Wohnung einquartieren wollte, sondern lieber Hotelzimmer zur Verfügung stellt. Tja, das ist auch ein ziemlicher Schock gewesen, dass sie ihrem Mann das Palace geschenkt hat, oder so ähnlich. Weshalb ja Dana mit ihrer Familie hier fast gratis wohnen kann. Irgendwie ist alles an der Frau ein wenig bizarr. Tja, darum steht sie jetzt auch hier und weiss nicht, wie sie anfangen soll... "Sie müssen uns wohl für ziemliche Spiesser halten!" meint Mary schliesslich, während sie das exotische Zeugs betrachtet. Sie sieht, dass Iris nur die Schultern zuckt und sie weiterhin interessiert anstarrt... sie hat wirklich einen durchdringenden Blick, kein Wunder, dass sie bei Verhören angeblich so gut ist. Aber schliesslich wendet sich Iris ab und geht erst mal rüber zu ihrer Espressomaschine, die daraufhin bald einmal seltsame Geräusche von sich gibt und zwei Tassen gleichzeitig mit vermutlich wirklich starkem Kaffee füllt. - "Auch eine Tasse?" fragt Iris - und reisst Mary damit wieder aus ihren Gedanken. "Nein, danke!" erwidert Mary fast schon reflexartig und fragt sich fast im selben Moment, ob sie eigentlich wirklich schon jemals richtigen Espresso getrunken hat. Iris scheint sich nichts daraus zu machen und trinkt einfach beide Tassen leer, während sie den Blick nicht von ihr lässt. - "Also, was denn nun?!" - Mary zuckt kurz zusammen, obwohl Iris' Stimme eigentlich sehr sanft klingt. Tja, gute Frage! "Ich komme mir plötzlich so dumm vor!" murmelt sie und fragt sich wirklich, was sie eigentlich von Iris wollte.
"Irgendwas ist doch!" Iris hat sich nun auf die Couch gesetzt und klopft geradezu herrisch neben sich - worauf sich Mary endlich hinsetzt, ohne gross darüber nachzudenken. "Es geht um Bill!" bringt sie schliesslich heraus und diese Worte haben sie eine ungeheure Überwindung gekostet. Aber dann sprudelt es plötzlich nur so aus ihr heraus, dass Bill ständig von Iris reden würde und sich auch immer ganz fürchterlich aufregen würde etc.pp. - und Iris hört einfach mit hochgezogener Augenbraue zu, bis es ihr offensichtlich zu bunt wird. "Tut mir ja schrecklich leid, wenn sich der gute Bill offenbar so sehr über mich aufregt. Aber offen gestanden verstehe ich die Aufregung nicht so ganz. Ich bin mit seinen Schwestern befreundet, aber was hat denn das mit ihm zu tun?! Und was zum Geier schert es ihn, dass ich nicht katholisch bin?!" Sie legt den Kopf ein wenig schief. "Aber egal, ich kann damit leben, dass er mich nicht besonders mag. Doch wo liegt nun noch das Problem?" - "Das Problem, Iris, ist nun mal... dass er Sie eben viel zu sehr mag!" platzt es nun aus Mary heraus. - "Wie bitte?!" Iris legt ihren Kopf noch ein wenig schiefer und ihre Miene deutet darauf hin, dass sie Mary nun für komplett übergeschnappt hält - zumindest liest Mary das aus Iris' Miene heraus und versucht nun lang und breit zu erklären, dass sie beobachtet hat, wie Bill sie ansieht, von ihr fasziniert ist und wie er manchmal verträumt guckt, wenn er sich über sie aufregt... - "Nun mal halblang!" erklärt Iris schliesslich. "Selbst wenn es wahr sein sollte, dass dein Mann aus eine sehr verquere Weise irgendwie in mich verschossen ist... Was bitteschön soll ich dagegen tun? Oder andersrum: Wie kann man sowas abstellen?!"
Mary starrt Iris an, der es wohl schon hoch anzurechnen ist, dass sie als mondäne Frau bei dem heillosen Gestammel einer Provinzlerin nicht längst in schallendes Gelächter ausgebrochen ist. Wie kann man sowas abstellen?! Als ginge es um einen tropfenden Wasserhahn! "Reden Sie mit ihm!" - "Was?!" Iris macht ein Gesicht, als hätte sie in eine Zitrone gebissen. "Also ich weiss nicht, ob das so eine gute Idee ist. Was soll ich ihm denn bitteschön sagen?" Tja, das scheint Mary allerdings auch nicht zu wissen, sie sieht ziemlich hilflos aus. "Hmmm... also ich bemühe mich ja bislang, den Mann so gut es geht zu ignorieren, was ihn aber anscheinend dummerweise eher noch zu faszinieren scheint. Vielleicht sollte ich ihn zur Abwechslung offensiv anmachen?" - "Nein!" meint Mary entsetzt, die befürchtet, dass Bill so einer Versuchung womöglich erliegen könnte. Schliesslich ist er nur ein Mann und Iris ist wirklich eine verdammt aufreizende Frau...  - Iris fragt sich einen Moment lang, wie Bill Scully hier wohl an eine solche Frau gelangen konnte, die sich derartig für ihn ins Zeug legt. Dann meint sie hilfsbereit: "Würde es vielleicht helfen, wenn ich ihn zusammenschlage?" - "Was?!" Mary sieht Iris an, die durchaus ein Gesicht macht, als würde sie das ernst meinen. Langsam kommt ihr der Gedanke, dass Iris Sinclair wohl irgendwie ein klein wenig verrückt sein muss und die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn womöglich schon überschritten hat.

* * *

Draussen herrscht totales Sauwetter. Damit insbesondere die testosterongeplagten Männer doch noch etwas Bewegung bekommen, um ihren Adrenalinhaushalt zu regulieren, wenn sie hier schon nicht richtig spazieren gehen oder Holz hacken können, fällt irgendwann der Vorschlag, doch runter in den Sportbereich des Palace zu gehen... für was ist man denn mit dem Eigentümer befreundet und hat deshalb die Schlüssel?

Mary und June gehen mit Dana und der ganzen Kinderbande schliesslich ins Schwimmbecken - während Melissa sich dann doch lieber mit Iris verdrückt, um zu sehen, was wohl die Männer so treiben.

Skinner ist auch noch hier, denn schliesslich ist er Irina's Patenonkel, was er wirklich als grosse Ehre empfindet, nachdem er ja bei der Hochzeit schon Brautführer spielen durfte (was ihm Bill Scully wohl heute noch ein klein wenig übel zu nehmen scheint)... Nun lümmelt er auf dem Spielfeldrand herum und sieht zu, wie Scully's Brüder gerade ein paar Körbe werfen.
Er freut sich sehr, dass sein Verhältnis zu Dana Scully freundschaftlicher denn je ist, obwohl oder vielleicht gerade weil er nicht länger ihr Chef ist, da sie sich nun zwischenzeitlich doch noch entschlossen hat, beim FBI zu kündigen. Und er ahnt, dass er auch nicht mehr lange Mulder's Chef sein wird. Seit seiner Hochzeit hat sich Special Agent Fox Mulder ziemlich verändert. Der Mann, der früher offenbar die meiste Zeit einfach auf der Couch zu schlafen pflegte und so gut wie kein Privatleben hatte, ist richtig häuslich geworden, denn inzwischen gibt es Dinge in seinem Leben, die viel wichtiger sind als die Suche nach irgendwelchen Poltergeistern oder sonstwas, zumal ja die dunkle Bedrohung durch die Alien-Verschwörung inzwischen auch gebannt scheint und er auch nicht mehr nach seiner Schwester Samantha suchen muss. Jetzt ist er Familienvater, endlich mit der Frau zusammen, die er über alles liebt, und hat eine Tochter, für die er ebenso sein Leben und sämtliche Wahrheiten der Welt opfern würde.
Tja, und dann gibt es jetzt auch noch AVALON! Aus einer Laune heraus - oder vielleicht hat sie sich sowas auch schon länger überlegt, so genau weiss man das ja nie - hat Iris Sinclair im neuen Jahr eine Stiftung gegründet, in die sie wohl nach und nach einen Grossteil ihres Vermögens verschieben wird, damit ihre Mafia-Familie das niemals in die Finger bekommt. Nun, es gibt natürlich Stiftungen wie Sand am Meer, doch das hier wird wohl eine besondere Stiftung... und Alexei ist dabei als Stiftungsratsvorsitzender eingetragen, wohl um ihren Bruder zu ärgern, sollte der jemals wieder aus der Versenkung auftauchen. Die AVALON-STIFTUNG wird sich gewissermassen um Paranormale Phänomene und irgendwelche Monster - und auch um die allfälligen Opfer von Poltergeistern und ähnlichen Finsteren Mächten - kümmern, na ja, so irgendwie... und das erst noch steuerfrei. Also so eine Art X-Akten auf privater Basis, ohne irgendwelche einengende FBI-Bestimmungen. Und es ist unglaublich, was Iris da für Connections hat, zu irgendwelchen Privatleuten, Detektiven, Polizisten und auch merkwürdigen Organisationen, von deren Existenz er zuvor noch nicht mal was ahnte, obwohl Skinner sich doch bislang für einen ziemlich informierten Menschen gehalten hat.
Melissa Scully ist schon jetzt bei AVALON eingestiegen und hat sich dafür ein Büro im Palace eingerichtet und kümmert sich vorläufig schon mal um den ganzen administrativen Kram, denn sowas kommt ja schliesslich nicht einfach von alleine in die Gänge...
... und es würde ihn nicht wundern, wenn Mulder und Scully da früher oder später auch noch auf die eine oder andere Art mit einsteigen würden. Fast würde ihn das auch noch reizen... denn manchmal hat Skinner vom Papierkram beim FBI wirklich auch die Nase voll. Na ja, aber andererseits wäre es für die AVALON-STIFTUNG vielleicht ganz nützlich, einen Verbündeten in seiner Position beim FBI zu haben...
Als Melissa ihren Brüdern nun in diesem Moment von ihrem neuen Job bei AVALON erzählt, gratuliert Charly ihr ganz herzlich, während Bill ein Gesicht macht, als hätte sie ihm gerade erklärt, sie wäre einer Teufelssekte beigetreten. Dieser Bill war schon immer dagegen, dass seine Dana zum FBI ging, dort dann ausgerechnet bei den X-Akten arbeitete und dann erst noch mit so einem verrückten Partner zusammen, der allem Anschein nach an kleine grüne Männchen glaubte. Und kaum hat Dana dort endgültig gekündigt, eröffnet ihm seine Schwester Melissa, dass sie nun für diese ominöse AVALON-STIFTUNG arbeitet und damit für Iris, was wohl keinen Deut besser ist als die X-Akten. Das muss ja wohl irgendwie ein Schock für ihn sein! Aber muss er deshalb gleich auf Iris losgehen?!
Wie von der Tarantel gestochen springt Skinner auf die Füsse, als Bill plötzlich auf Iris zustürzt und sie anzuschreien beginnt...

... allerdings scheint Iris es sehr gelassen zu nehmen. Nachdem er fürs erste fertig gebrüllt hat, fragt sie mit ruhiger Stimme: "Was haben Sie eigentlich für ein Problem mit mir?" - "Sie sind gefährlich!" platzt es aus ihm heraus, bevor er überhaupt nachdenken kann. - "Ach!" meint sie nur und erst schleicht sich nur ein breites Grinsen in ihr Gesicht, bis sie dann erst leise gluckst und schliesslich in schallendes Gelächter ausbricht.
Iris' Lachen ist unheimlich ansteckend. Am Ende vom Lied steht Bill Scully mit Seitenstechen da und ringt um Luft und scheint komplett vergessen zu haben, dass überhaupt und weshalb er sich in Bezug auf Iris Sinclair jemals irgendwelche Sorgen gemacht hat.

"Na das hat Iris ja wieder fabelhaft gedeichselt..." murmelt Skinner erleichtert - und Melissa stimmt ihm zu. "Sie muss wirklich verdammt gut sein, wenn sie sogar einen Dickschädel wie meinen Bruder um den Finger wickeln kann..." Sie wechselt mit Skinner einen verschwörerischen Blick, wissen sie doch beide, dass Iris eine Hexe ist und den guten Bill Scully vermutlich soeben irgendwie telepathisch beeinflusst hat.
Iris' Talent für Hexerei ist ein Geheimnis, das unglaublich verbindend wirkt, so dass sich Walter Skinner und Melissa Scully irgendwie nahe fühlen, nur schon allein durch die Tatsache, dass sie beide zum kleinen Verschwörerkreis gehören. Aber auch darüber hinaus finden sie sich sympathisch.
Verdammt, sie werden ja schliesslich nicht jünger, wozu also noch lange mit Herumgeplänkel Zeit verschwenden? Sobald sie unbeobachtet sind, rückt Melissa näher und zieht Walter an sich, der sich nur zu gerne an sie presst und ihren Kuss erwidert. Ach verdammt, das fühlt sich so gut an, irgendwie so richtig...

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"Ist Taufe nicht dieser seltsame Christliche Brauch, bei dem man fast ertränkt wird?" - "Eigentlich wird man wohl nur etwas nass, soviel ich weiss..." - "Na egal. Was war denn eigentlich mit diesem Bill Scully los?" - "Keine Ahnung!" meint All'Una schulterzuckend. - "Und zwischen Melissa und diesem Walter Skinner hat es gefunkt?" - "Offensichtlich." - "Und jetzt willst du mir vermutlich wieder erzählen, dass Iris da nichts getrickst hätte, hmmm?" - "Tja..." All'Una zuckt die Schultern und lächelt verschmitzt. - "Irgendwie macht es Iris wohl wirklich Spass, Leute zu verkuppeln und all sowas. So jemanden könnte ich an meinem Hof auch noch brauchen..." - "Hmmm... na wer weiss, das solltet Ihr Euch gut überlegen, Jaella!"

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Bei der Hochzeit von Melissa war es endlich Bill Scully, der seine Schwester zum Altar führte, denn die beiden hatten sich inzwischen wieder versöhnt, wobei ihm Melissa wohlweislich nicht erzählte, wie diese Ehe arrangiert wurde, weil es sonst mit dem Frieden vermutlich wieder aus wäre.
Als Brautjungfern fungierten Dana und Iris, die in schlichtes dunkelblau gehüllt waren und sich schon beide darüber lustig machten, dass man es wohl mit dem 'Jungfrau' wirklich nicht allzu genau nimmt bei den Hochzeiten der Scully-Schwestern.
In Melissa's langes rotes Haar waren weisse Blüten geflochten und sie sah fast aus wie eine Elfenkönigin in ihrem Hauch aus weisser Seide.
Walter Skinner kann sich wirklich verdammt glücklich schätzen.
Irgendwie ist es doch auch ganz drollig, dass er mit seinen beiden ehemaligen Lieblings-Agenten nun verschwägert ist. Früher war er Mulder's und Scully's Chef, jetzt gehört er sogar offiziell zur Familie. Wer hätte das gedacht!

Nun, es ist nicht unbedingt gleich Liebe auf den ersten Blick gewesen und auf Anhieb von alles verzehrender Leidenschaft zu sprechen, wäre wohl auch ein klein wenig übertrieben - zumal er ja vor noch nicht allzu langer Zeit der festen Überzeugung war, rettungslos in Iris verliebt zu sein, eine Liebe ohne Zukunft -... aber die nun frischgebackenen Brautleute haben sich ja beide schon bald sehr sympathisch gefunden, mehr als einfach nur nett. Etwas, worauf man aufbauen kann. Irgendwie passen sie wirklich ganz gut zusammen und können sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen. Also warum nicht?!
Melissa hat von Walter's Affaire mit Iris natürlich gewusst, aber sie hat sich davon nicht schrecken lassen, denn schliesslich sind doch alle Leute irgendwie in Iris verliebt, immerhin ist sogar ihr Bruder irgendwie von ihr fasziniert und das will schon was heissen. Oh ja, Iris ist ja auch faszinierend, besonders wenn die Zauberhafte Hexe mal lächelt. Und zumal Melissa selbst auch schon in weinseliger Laune mit Iris rumgeknutscht hat, woran sie sich durchaus gerne erinnert, na ja, und wenn sie ehrlich ist, nicht nur in weinseliger Laune... aber egal... Und ausserdem hat ihr Iris das Gefühl vermittelt, dass sie und Walter Skinner doch eigentlich ein ganz hübsches Paar abgeben würden, sonst hätte sie sich wohl nicht so einfach getraut, ihn zu küssen...
Na wie auch immer... wozu noch lange warten? Walter Skinner bietet sowas wie Sicherheit, Geborgenheit aber auch genug Freiheit. Melissa wünscht sich auch noch ein Kind. Doch gerade das kann er nicht bieten, aus unerfindlichen Gründen ist es *hier* nun mal so, so gern er es auch möchte.
Aber wozu hat man Freunde?! meint Iris und lächelt verschwörerisch, denn wenn sie mal jemanden verkuppelt und sich sowieso schon eingemischt hat, dann kann sie sich geradeso gut auch noch weiter einmischen, wenn sie schon dabei ist.

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[PALACE-HOTEL IN WASHINGTON]

Die berühmt-berüchtigte dicke dunkle Kerze taucht das Schlafzimmer in beruhigend flackerndes Licht und sanfte Sphärenklänge durchdringen den Raum, der nach Vanille duftet...
Melissa geniesst die Massage und schnurrt beinahe wie eine Katze unter den Berührungen. Und es sind nicht nur Iris' Magische Hände, die sie auf ihrer nackten Haut spürt... Auf ein Zeichen dreht sie sich um, damit die Vorderseite auch noch dran kommt, bevor es dann später richtig zur Sache geht. Nun kann sie sich im Spiegel an der Decke oben betrachten, wie sie daliegt, nackt wie die Göttin sie geschaffen hat. Wie ihr Ehemann sanft ihr Gesicht streichelt und bald darauf mit seinen Händen auch über ihre Brüste fährt und die Arme bis zu ihren Fingerspitzen massiert. Wie Iris mit den Händen langsam Kreise um ihren Bauchnabel zieht. Wie Alexei gerade ihre Füsse massiert... Und sie ist ganz entspannt, ohne irgendwelche Zweifel, ganz sicher das richtige zu tun. Heute ist die Nacht der Nächte...
Irgendwie weiss sie selbst nicht mehr so recht, wie überhaupt die Idee aufgekommen ist, aber irgendwann während eines Abendessens begann Iris mal wieder von fremden Kulturen zu erzählen und es entspannten sich dabei Diskussionen um exotische Hochzeitsrituale, Mutterschaft, genetische und soziale Vaterschaft und was es sonst noch alles so gibt, ebenso wie moderne Medizin und Gentechnik etc.pp. - und irgendwie führte dann eins zum anderen.
Tja, und jetzt sind sie hier und liegen in Iris' Bett.

Ist es wohl sowas wie ausgleichende Gerechtigkeit, dass Alexander Sinclair nun der leibliche Vater seines Kindes mit Melissa wird? Skinner kommt es jedenfalls irgendwie so vor. Ziemlich bizarr. Aber seit er Iris kennengelernt hat, ist so vieles bizarr in seinem Leben - als wenn es vorher nicht schon bizarr genug gewesen wäre - dass es ihn nun erstaunlicherweise auch nicht mehr sonderlich schockieren kann, mit mehreren Personen im Bett zu liegen und dabei auch noch zuzusehen, wie mit seiner Ehefrau gerade Skinner Junior gezeugt wird und zwar vom Ehemann seiner Geliebten... und ist es nun einfach Glück oder eine Fügung des Schicksals, dass Walter und Alexei wenigstens die gleiche Blutgruppe haben, so dass das Kind von daher durchaus als Skinner's Kind durchgehen wird? Ach egal, es ist ein Geschenk. Ein Geschenk unter Freunden... Na schön, ein sehr persönliches Geschenk! Nicht zu vergleichen mit einem Gang zur Samenbank und der Zeugung im Reagenzglas.

*

Am nächsten Morgen liegen sie immer noch alle vier im grossen Bett, als sie von ein paar vorwitzigen Sonnenstrahlen geweckt werden. Melissa und Alexei liegen Rücken und Rücken und umarmen ihre jeweiligen Ehepartner.
"Ja tebja ljublju!" flüstert Alexei zu Iris - und Walter haucht Melissa ein "I love You!" zu.
Sie meinen beide dasselbe und sie meinen es beide ernst.

 



"Nun mach doch nicht so ein Gesicht, als hättest du es ganz schrecklich furchtbar gefunden!" lächelt sie ihn anzüglich an - worauf Alex etwas rot wird, der sich allerdings weniger dafür schämt, Melissa bei ihrem Kinderwunsch behilflich zu sein (Irgendwie ist er ja auch stolz darauf, dass sein Genetischer Code weitergegeben wird. Was für einen Namen das Kind dann tragen wird, ist doch egal!), als vielmehr dafür, dass er irgendwie ein perverses Vergnügen dabei empfand, als sie dabei zu viert im Bett waren. "Sowas wird aber nicht etwa zur Gewohnheit, oder?" erkundigt er sich vorsichtig und weiss selbst nicht so recht, was für eine Antwort er sich darauf eigentlich erhofft.


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"Na sowas! Wie nett, eine Leihe! War wohl nicht üblich damals, oder?" - "Stimmt, das war damals überhaupt nicht üblich." - "Warum hat sie eigentlich überhaupt zugelassen, dass es Hochzeiten nach Christlichem Stil gab und all so ein Brimborium?" - "So waren dort eben die Bräuche." - "Und was war dann mit der Leihe?" - "Das wurde nicht gerade an die Grosse Glocke gehängt."

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[Irgendwo auf den Strassen von Washington]

Entweder ist Special Agent Alexander Sinclair incognito oder privat unterwegs, denn er trägt nicht die übliche mehr oder weniger graue FBI-Kluft, sondern läuft in Black Denim und Lederjacke rum, was ihm mindestens ebenso gut steht wie die formelle elegante Kleidung. Sieht verdammt lecker aus, dieser Mann! Allerdings wird wohl seine bessere Hälfte nicht weit weg sein... und tatsächlich, da kommt sie auch schon um die Ecke gewetzt, beinahe im Partnerlook, nur dass ihre Jeans noch enger sind und unten in Stiefeln verschwinden. Aha, ihre mittlerweile berüchtigten Kampfstiefel, obwohl die flachen Treter doch so harmlos elegant aussehen. Na ja, Special Agent Iris Sinclair hat auch noch eine Tasche umhängen, was sich bei einem Mann wohl eher seltsam machen würde; da sie prinzipiell kein Holster trägt, weil das unbequem wäre, fragen sich alle, ob sie wohl nebst einer halben Apotheke auch ihre Waffe in der Handtasche mit sich rumträgt... obwohl böse Zungen ja behaupten, es wäre wohl sicherer, ihr lieber niemals eine geladene Waffe in die Hand zu geben... Na wie auch immer, sie trägt auch noch eine Einkaufstüte mit dem Signet einer Modeboutique. Ob sie sich vielleicht ein Sommerkleid gekauft hat für die heissen Tage, die kommen werden? Verdammt, Mrs. Sinclair sieht so verdammt gut aus mit offenen Haaren! Beinahe hätte sie Iris nicht wiedererkannt, doch sie muss es wohl sein, weil sie sich gerade bei Alexei einhängt.
Fast kommt es Karen Jones irgendwie abwegig vor, dass die Sinclairs auch einfach mal so shoppen gehen, wie ganz normale Leute. Miss Jones arbeitet beim FBI im Sekretariat und hat wohl alle Gerüchte über die Sinclairs gehört, die in Washington jemals im Umlauf gewesen sind. Und sie hat mit eigenen Augen gesehen, was an Silvester passiert ist. Na ja, zumindest hat sie gesehen, wie Iris ihren Mann fast stützen musste, als sie ihn aus der Toilette holte; und dass er da ein frisches Pflaster auf der Stirn hatte, Blut auf dem Anzug und den linken Arm in einer provisorischen Schlinge. Und sie hat natürlich gesehen, wie Iris dann diese zwei Typen vermöbelte, was denen wohl ganz recht geschah. Nun, Karen Jones kann sich ungefähr vorstellen, was da wohl vorgegangen sein muss, dazu muss sie nicht mal eine Agentin sein oder studiert haben. Aber niemand hat den Vorfall bzw. die Vorfälle offiziell gemeldet und so ist deswegen bislang auch nichts weiter unternommen worden - und morgen ist immerhin schon offiziell Sommeranfang.
Jedenfalls haben sich die Sinclairs seit diesem Zwischenfall noch viel rarer gemacht und ziehen es wohl vor, sich mit Assistant Director Skinner ausserhalb des Bureau zu treffen, um irgendwelche geheimen Sachen zu besprechen. Skinner's Geheimwaffen! schiesst es ihr durch den Kopf. Irgendwie müssen die wohl mittlerweile ziemlich gut befreundet sein, sonst wäre Iris bei Skinner's Hochzeit wohl kaum Brautjungfer gewesen. Oder kam das wohl eher daher, dass sie so gut mit Dana und Melissa Scully befreundet sind? Wie auch immer...
... gerade kommen sie näher. Soll sie nun die beiden begrüssen oder lieber so tun, als würde sie das Pärchen nicht kennen, weil es denen womöglich peinlich wäre, an einem Dienstag auf offener Strasse mit einer Sekretärin zu reden, die sich mal gerade so mit Ach und Krach den Vormittag frei machen konnte, um ein paar Besorgungen zu machen?
"Hallo, Karen Jones!" wird sie von Iris begrüsst, die wirklich ein phänomenales Gedächtnis haben muss, wenn sie sich sogar den Namen gemerkt hat, wo es doch mehr als ein Jahr her ist, dass sie den beiden damals überhaupt mal persönlich vorgestellt wurde. Fast zuviel der Ehre und sie spürt, wie ihr die Röte in Gesicht schiesst. "Hallo, Agent Sinclair... Agent Sinclair…" Mannomann, das klingt ja wirklich selten bescheuert, kein Wunder, dass sie sich sofort immer Iris nennen lässt! "Ähm... ich meine..." - "Iris und Alexei!" vervollständigt Iris lächelnd den Satz. "Wir sind ja nicht im Dienst, also keine Umstände!" - Karen Jones fühlt sich geehrt. "Na dann nennen Sie mich Karen!" Sie strahlt und denkt mit leiser Sorge daran, was die wohl von ihr halten müssen, dass sie wie eine komplette Vollidiotin über alle Backen lacht, wie ein verdammter Fan, der gerade den Traum seiner schlaflosen Nächte endlich mal live trifft. - "Na, Karen, gibt's neuen Tratsch im Bureau?" erkundigt sich Alexei - worauf Karen noch eine Spur roter wird. Könnte es wirklich sein, dass sich die Sinclairs tatsächlich mit ihr über Tratsch im Bureau oder sonstwas unterhalten wollen? "Äh..." - "Wollen wir für einen Moment in das Café da drüben gehen?" schlägt Iris vor. "Dann können wir ein wenig plaudern. Sie müssen uns als Insiderin mal wieder auf den neusten Stand bringen, was da alles so abgeht!"


[Im Café um die Ecke]

Iris sitzt vor ihrem dritten doppeltem Espresso, während Karen mittlerweile mit hochrotem Kopf ziemlich hemmungslos mit Alexei flirtet - der sich von der Aufmerksamkeit, die ihm hier zuteil wird, durchaus geschmeichelt gibt... sich dabei allerdings fragt, wozu das alles gut ist, denn was wirklich spannendes erzählt diese Sekretärin nun nicht gerade, jedenfalls nichts, was sie nicht schon gewusst hätten. Oder geht es vielleicht eher um das, was sie nicht erzählt, was Iris aber trotzdem in ihren Gedanken lesen kann? Nach einem Blickwechsel mit Iris weiss er endlich, dass es hier wohl eher darum geht, selbst ein paar Gerüchte zu streuen...
... auch wenn er offen gestanden den tieferen Sinn nicht ganz darin entdecken kann, Karen Jones und damit auch die Gerüchteküche wissen zu lassen, dass es bei ihren ach so geheimen Ermittlungen einfach fabelhaft laufe, so dass der Assistant Director schon bald wieder durchschlagende Erfolge wird vorweisen können... Na ja, und ausserdem gibt Iris auch noch ihren Tipp darüber ab, welchen Geschlechts wohl das Kind von Skinner sein wird: Es wird ein Junge!

Als sich Karen Jones und die Sinclairs verabschieden, um wieder getrennte Wege zu gehen, ist der Gang der ersteren auf einmal sehr beschwingt und sie kann es wohl kaum erwarten, dass sie wieder im Bureau ist, um dann damit angeben zu können, dass sie mit den Sinclairs Kaffee trinken war und dass die beiden wirklich sehr nett wären...

Iris sieht ihr lächelnd hinterher, wie sie fast in einen Laternenpfosten hineingerannt wäre, weil sie sich nochmal zu ihnen umgedreht hat, um zu winken. "Hehe, also die würde dich auch nicht von der Bettkante schubsen!" - "Aber nicht doch!" Alexei wird rot und wundert sich selbst darüber. Aber besonders seit jener ganz speziellen Nacht für Melissa hängt er wieder wie eine Klette an Iris, als befürchte er, sie wolle ihn vielleicht irgendwie abschieben, indem sie ihn mit anderen Leuten verkuppelt oder sowas in der Art. Das wäre wohl sein Ende, denn er ist immer noch so süchtig nach ihr wie am ersten Tag. - "Mach doch nicht so ein Gesicht!" grinst Iris und drückt ihm einen kurzen Kuss auf den Mund. "Ich hab ja nicht gesagt, dass du dich an sie ranschmeissen sollst, also keine Panik!" Sie legt ihren Arm um ihn, hängt sich bei seinen Jeans ein, so ihre Hand sanft auf seinem Hintern ruht, und dann schlendern sie weiter, wie ein ganz normales Pärchen, das zusammen einkaufen geht.

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[PALACE-HOTEL IN WASHINGTON - ZUR KÜRZESTEN NACHT DES JAHRES 2000]

Sommersonnenwende. Iris veranstaltet eine kleine Grillparty auf dem Dach des Palace, wo sie es sich inzwischen richtig gemütlich eingerichtet hat, mit einer Pergola zum Schatten spenden, wobei jetzt natürlich auch noch Sonnenschirme rumstehen. Ja, noch ist die Sonne nicht untergegangen.
Dana und Melissa spielen mit der kleinen Irina. Mulder steht mit Alexei beim Grill und begutachtet die Steaks, die bald brutzeln werden. Und Iris liegt ausgestreckt inmitten des Hubschrauberlandeplatzes und räkelt sich im Bikini im Sonnenschein.

Endlich trudeln auch Skinner, Doggett und Reyes ein, die direkt aus dem Bureau bzw. von einem Einsatz kommen, weil sie heute ein entführtes Mädchen gerade noch aus den Fängen von Teufelsanbetern retten konnten, die sie heute zur Sonnenwendfeier ihrem Satan opfern wollten. Tja, und jetzt sind sie selber auf so eine Art Sonnenwendfeier, doch hier werden ja zum Glück nur Steaks gegrillt.
"Mon, du siehst ja furchtbar aus!" erklärt Iris frei heraus. - "Danke, so fühl ich mich auch!" seufzt Mon. - "Komm mit, wir gehen dich frisch machen!" grinst Iris, die sich nun ein luftiges Kleidchen über ihren Bikini gezogen hat... Sie geht mit Mon schnell in ihr Appartement und legt ihr dann ebenfalls ein Sommerkleid und Sandalen bereit - während Mon sich dankbar unter der Dusche den Dreck abwäscht. Ist ja wieder mal typisch, dass ausgerechnet sie in dem grässlichen Rattenloch, das diese Satanisten ihren Tempel nannten, auf die Schnauze fallen musste.
Als Mon wieder nach oben kommt, fühlt sie sich schon sehr viel frischer. Sie betrachtet John, der jetzt ebenfalls am Grill steht und mit einer Flasche Bier in der Hand hemdsärmlig mit den anderen Männern anstösst. Er hat heute einen Mann erschossen. Sonst wäre sie jetzt wohl nicht hier sondern tot. Sie hatten heute verdammtes Glück. Dankbar spürt sie plötzlich Iris' Hände an ihren Schultern, die schliesslich ihren verspannten Nacken massieren, und Iris' Hände fühlen sich immer so verdammt gut an... Wie aus weiter Ferne hört sie Skinner's Stimme, dass sie sich nach dem Schrecken heute dafür morgen frei nehmen sollten. Ach, es fühlt sich gut an, nach so einem Tag unter Freunden zu sein.
Sie hätten heute schon tot sein können... also worauf warten sie eigentlich noch? Sogar Walter Skinner und Melissa Scully haben sie bereits im Turbo-Tempo überholt: an Silvester der erste Kuss, zwei Monate später schon Hals über Kopf geheiratet und nun ist sie schon im dritten Monat schwanger. Tja, wer hätte das gedacht! Versonnen betrachtet Mon den Verlobungsring von John, den er ihr in jener Silvesternacht auf Knien überreicht und an den Finger gesteckt hat.

Irgendwie wundert es niemanden mehr, dass nach Sonnenuntergang auch noch Argon auftaucht. Seit der Wintersonnenwende ist er schon ein paar Mal vorbeigekommen, um nett zu plaudern, in Geheimagenten-Manier irgendwelche kryptischen Nachrichten zu verkünden oder ganz einfach Iris abzuknutschen...
Gerade wieder verdreht sie die Augen und schiebt ihn erneut sanft aber bestimmt von sich weg. "Na?!" fragt sie nur - worauf er die Schultern zuckt. "Euer spezieller Freund Kersh ist geradezu in Panik!" erzählt er dann schliesslich, nimmt sich mit blossen Fingern ein noch halbrohes Steak vom Grill und schlingt es in wenigen Bissen herunter. Und ohne sich um die irritierten Blicke der Menschen ringsum zu kümmern schnappt er sich gleich darauf noch ein zweites Stück Fleisch. - "Du bist wohl hungrig wie ein wilder Bär!" spöttelt Iris...
... und macht dem Dämon damit seine verräterischen Essmanieren etwas klarer. Schuldbewusst schaut er ganz interessiert auf seine Stiefelspitzen, während er sich die Finger ableckt. "Sorry!" meint er dann schulterzuckend und erzählt weiter, dass wohl irgendwer das Gerücht in die Welt gesetzt zu haben scheint, Skinner's spezielle Task Force stehe vor irgendeinem grossen Durchbruch... und nun befürchtet Kersh wohl auf einmal, dass man ihm auf die Schliche kommen könnte. - Skinner legt den Kopf ein wenig schief und fragt sich einen Augenblick, wo dieser geheimnisvolle Typ mit dem Decknamen eines Edelgases wohl noch überall irgendwelche Wanzen versteckt haben könnte. "Ihm auf die Schliche kommen, so sooo... Was ist denn sein Geheimnis?" - "Er ist von der Mafia gekauft!"
So, endlich ist es mal raus! Und Iris erlaubt sich, nicht besonders überrascht auszusehen, als hätte sie sowas ja schon immer geahnt... "Na sowas!" Sie lächelt diabolisch. "Dann steht jetzt wohl endlich fest, wer der Maulwurf in höchster Position ist, mit dem der Senator gegenüber Irina Petrowa angegeben hat... Na ja, ich hab den Kerl ja noch nie leiden können!" Und das liegt nicht nur daran, dass Kersh *hier* von der Mafia gekauft ist, aber egal... Dann macht sie ein finsteres Gesicht. "Was wird er jetzt wohl tun?" - "Er hat bestimmt nichts Gutes im Sinn!" meint Argon und erklärt leichthin: "Also wenn ich euch wäre, dann würde ich ihn töten, bevor er euch tötet." - "Er will uns töten?" Skinner klingt nicht mal mehr schockiert, auch wenn er im Augenblick wirklich wenig Lust zum sterben hat. - "Na zumindest will er dich töten!" grinst Argon den Assistant Director an. Es hat schon nicht geklappt, Skinner's Karriere zu beenden und da es nicht klappte, sah die Mafia den Versuch mit Diana Fowley natürlich als ziemlich stümperhaft an, obwohl es ja eigentlich ne ganz nette Idee gewesen wäre. Und Skinner's Erfolge seitdem haben *die* natürlich nur noch wütender gemacht, wobei jeder Erfolg gegen die Russenmafia etc.pp. damit Kersh in immer ärgere Bedrängnis gebracht hat gegenüber jenen, die ihn gekauft haben... und inzwischen stehen ihm wohl ausser Mord nicht mehr viele anderen Optionen offen, um Skinner aufzuhalten, zumal er ja zu glauben scheint, dass der schon fleissig Beweise gegen ihn sammelt. Wenn Kersh nicht selbst von der Mafia ausgeschaltet werden will, muss er Skinner wohl töten, auch wenn das bedeuten sollte, dass er selbst danach untertauchen muss. "Und natürlich hat er es auch auf unsere liebe Iris abgesehen, weil die ja immer so furchtbar nett zu ihm ist!" fügt Argon noch grinsend hinzu, weil ja allgemein bekannt ist, dass Kersh und die Sinclairs sich spinnefeind sind.


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"Warum denn so kompliziert? Warum haben sie denn diesen Kersh oder sonstige Idioten nicht einfach kalt gemacht?" Die Fürstin neigt ihren Kopf ein wenig und sieht All'Una an. "Lass mich raten... wegen der Spielregeln?"

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[FBI-Gebäude: Tiefgarage]
Skinner erstarrt, als er den Lauf einer Pistole an seinem Hals spürt. Und die Stimme, die ihm nun befiehlt, ruhig zu bleiben, die Hände am Lenkrad zu behalten und dort entlang zu fahren, kommt ihm leider nur allzu bekannt vor... Er wirft einen Blick in den Rückspiegel. Kein Zweifel. "Kersh, was soll das?!" Doch sämtliche Versuche, den Mann in ein Gespräch zu verwickeln, schlagen fehl.

[Mafia-Lagerhalle]
Er wird zu einer Lagerhalle etwas ausserhalb von Washington dirigiert. Ein Tor wird geöffnet und schliesst sich sofort wieder, nachdem der Wagen hineingefahren ist. Gut zehn bis an die Zähne bewaffnete Männer erscheinen, man öffnet die Autotür und reisst Skinner unsanft aus seinem Wagen. Der Assistant Director des FBI wird gleich mal ins Gesicht geschlagen, so dass seine Brille in hohem Bogen durch die Luft fliegt, direkt vor die Füsse desjenigen Mannes, der hier offenbar das Sagen hat. Der Gangsterboss zertritt lächelnd die Brille und das Glas knirscht unter seinem Absatz.


[PALACE-HOTEL IN WASHINGTON]
"Wie wär's mit Hawaii?" schlägt Doggett vor, dem Sonne, Sand und äh Meer jetzt gerade recht kämen. - "Sollten wir nicht erst mal über die Hochzeit reden, bevor wir schon die Hochzeitsreise planen?" meint Reyes - worauf Iris wieder mal den Vorschlag bringt, doch einfach mal schnell nach Las Vegas durchzubrennen, wenn sie ja sowieso keine grossen Feierlichkeiten wollen...
Ja, sie wollen keine grosse Hochzeit mit allem möglichen Brimborium, zumal sie ja beide praktisch keine Familie mehr haben und auch nicht besonders religiös sind oder sowas in der Art. Und ausserdem wollen sie nicht, dass Iris ihnen gewissermassen die Hochzeit ausrichtet, weil sie ja bei ihrer reichen Freundin nicht schmarotzen wollen. Was aber natürlich nicht heissen soll, dass Dana oder Melissa irgendwie Schmarotzer wären, weil sie Iris als Brautjungfer hatten... Ach, John und Mon wollen einfach kein Klimbim, basta!


[Mafia-Lagerhalle]
Man hat ihn an einen schweren Stuhl mit Armlehnen gefesselt und er hat sich schon ein paar Ohrfeigen und Schläge eingefangen, weil er seine Insider-Quelle in Sachen Russenmafia nicht verraten will. Der Gangsterboss ist darüber sehr ungehalten, weil es auch seine Auftraggeber sind, mit denen er über Funk in Kontakt steht... Schmerz durchzuckt Skinner, als ihm *KNACKS* der kleine Finger der linken Hand gebrochen wird. Für jede weitere Frage, die er nicht beantwortet, wird ihm ein weiterer Finger gebrochen, wie der Gangsterboss ihm kaltlächelnd erklärt. Russischer Akzent. Irgendwie kommt es Skinner so vor, als hätte er diese Stimme schon mal gehört; ist vielleicht einer der Mafiosi gewesen, die ständig um Irina Petrowa rumscharwenzelt sind...
Tja, in Skinner's Büro hat man kaum Unterlagen über sein geheimes Projekt gefunden, darum muss man ja jetzt Fragen stellen! "Wer ist Ihre Quelle?!" - Skinner schüttelt weiterhin störrisch den Kopf. "Das werde ich Ihnen nicht verraten!" Doch im nächsten Moment *KNACKS* muss er sich schon sehr beherrschen, nicht aufzuschreien, und er beisst sich dabei selbst die Lippe blutig. Aber er will diesen Bastarden und denen, die zuhören, die Genugtuung nicht gönnen, ihn zum schreien oder gar reden zu bringen.


[PALACE-HOTEL IN WASHINGTON]
Plötzlich hebt Iris ruckartig den Kopf, als hätte sie was verdächtiges gehört. Erweiterte Pupillen. Alle ringsum sind schlagartig mucksmäuschenstill und starren sie an. Hat sie vielleicht gerade eine Vision?
"Sie haben Walter!" lässt sich Iris dann vernehmen und springt dann auch schon auf, um in andere Sachen zu schlüpfen, was ihr Alexei sogleich nachtut, denn es ist ja offensichtlich, dass sie sogleich losstürmen werden. - "Was ist denn, wer hat ihn?!" ruft Melissa aufgeregt und plötzlich ganz krank vor Sorge. - "Die Mafia!" erklärt Iris schlicht.


[Mafia-Lagerhalle]
"Sie sind wirklich ein harter Brocken! Vielleicht sollten wir lieber Ihre junge hübsche Frau herholen, dann werden Sie womöglich etwas kooperativer?" - "Lassen Sie sie in Ruhe, verdammt! Sie hat nichts mit der Sache zu tun!" brüllt Skinner ausser sich. Als ihm schliesslich das linke Handgelenk gebrochen wurde, hat er zum ersten Mal laut geschrieen. Doch er ist immer noch krampfhaft bemüht, sich nicht vom Schmerz beherrschen zu lassen, was jedoch immer schwerer wird. Aber er darf einfach nichts verraten. Sie werden ihn sowieso töten, selbst wenn er alles verraten würde. Sollen sie ihn ruhig schreien hören, doch er wird nichts verraten... - "Dann sagen Sie uns endlich Ihre Quelle!" - "N..." *KNACKS* Erneut überrollt ihn eine frische Schmerzwelle, diesmal ausgehend vom kleinen Finger seiner rechten Hand.


[UNTERWEGS]
In einem mörderischen Tempo jagt Iris in ihrem Wagen durch die Stadt, neben sich Alexei, der ein Präzisionsgewehr mit Munition lädt. Auf der Rückbank sitzen Mulder, Doggett und Reyes aneinandergequetscht, die sich ebenfalls vergewissern, dass ihre Waffen geladen und schussbereit sind.
Nur mit Mühe und Not haben sie Melissa davon abhalten können, zu dieser Rettungsmission mitzukommen. Dana wird hoffentlich dafür sorgen, dass Melissa auch wirklich bei ihr in der Wohnung bleibt und nicht etwa meint, mit ihrer funkelnagelneuen Pistole selber auf Verbrecherjagd gehen zu können.


[Mafia-Lagerhalle]
Sie schütten ihm einen Eimer kaltes Wasser ins Gesicht, um ihn wieder zu wecken. Wirklich erstaunlich, wie schwer es sich der Mann macht, nur weil er seine Quellen nicht verraten will... Hoffentlich zeigt die Wahrheitsdroge etwas mehr Wirkung, auch wenn dieser ganze neumodische Kram ja meist nicht viel taugt!
"Wer hat Ihnen soviel über unsere Organisation erzählt?" säuselt also der Gangsterboss nun geradezu freundlich, während Kersh immer noch mehr oder weniger ungerührt zusieht, wie sein FBI-Kollege gefoltert wird. Kersh hat keine Ehre im Leib und wenn er nicht mehr nützlich ist, wird man keine Sekunde zögern, ihn ebenfalls zu eliminieren. "Wer ist Ihre Quelle?" Unwirsch winkt er ab, als sich einer der Schlägertypen schon wieder an Skinner's rechter Hand zu schaffen machen will, was diesem ein schmerzliches Stöhnen entlockt. "Wer ist Ihre Quelle? Sagen Sie schon!" Und diesmal scheint die Droge wirklich zu wirken, denn der Mann versucht zu sprechen. - "Pe... Petrowa. Irina Petrowa." - Man kann es kaum verstehen. Aber es reicht, dass der Gangsterboss blass wird. "Irina Petrowa?!" wiederholt er laut und deutlich. - "Ja!" entschlüpft es Skinner ächzend gegen seinen Willen. - "Aber die ist doch aus dem Flugzeug gesprungen! Sie muss tot sein!" - "Sie hat überlebt..." Aber kaum hat er das gesagt, scheint Skinner seine Worte derart zu bereuen, als hätte die Wirkung der Droge schon wieder nachgelassen. - "Wo ist sie?!" fragt der Gangsterboss nun brüllend, der sich noch lebhaft an die Frau erinnert, wegen der sein damaliger Boss seinen Kopf verlor, der sogar ihren Ehemann töten liess, um dieses Rasseweib ganz für sich allein zu haben, was ihm allerdings nicht viel Glück gebracht hat... Irina Petrowa, ein eiskaltes Luder, die sogar höchstpersönlich ihren toten Mann aus dem Auto geworfen hat, nachdem er an den verabreichten Drogen krepiert war... Ironie des Schicksals, dass sie später angeblich freiwillig aus einem fliegenden Flugzeug gesprungen sein soll. Wenn sie allerdings überlebt hat, kann das Flugzeug wohl noch nicht allzu hoch geflogen sein, da hat man ihm wohl einen ganz schönen Unsinn erzählt! "Wo ist Irina Petrowa?!" - Skinner beginnt wieder störrisch den Kopf zu schütteln, auch wenn ihm dabei der Schädel dröhnt, als wollte er demnächst explodieren. "Sie ist tot!" keucht er schliesslich, obwohl sie ihm das wohl jetzt nicht glauben werden und er weiss, dass dies noch mehr Schmerzen bedeutet...


[Vor der Mafia-Lagerhalle]
"Hier!" Iris wirft den anderen kugelsichere Westen zu, die sie aus dem Kofferraum geholt hat, sobald sie vor einer der vielen Lagerhallen hier angehalten hat. Dann legt sie ihren Finger auf den Mund und gibt nur noch Handzeichen... Sie sieht Alexei an und deutet auf das Dach bzw. das schräge Dachfenster da oben.


[Mafia-Lagerhalle]
Seine Augenlider flattern bedenklich und es wird vermutet, dass er die höhere Dosis der Droge nicht überlebt, obwohl ja sowieso nie geplant war, dass Skinner dies überlebt. Allerdings weigert er sich trotz der chemischen Keule beharrlich, zu verraten, wo man Irina Petrowa finden kann. Vielleicht kann er aber auch gar nicht mehr reden... Erneut schüttet man ihm Wasser ins Gesicht, doch er kommt nicht wieder zu sich.

* * *

Alexei leckt sich kurz über die trockenen Lippen, als er unter sich im Fadenkreuz des Zielfernrohrs nicht nur Skinner klar und deutlich sieht, der schon mehr tot als lebendig aussieht, und in der Ecke auch Kersh, sondern unter den Gangstern auch jenen Kerl, der ihm damals auf Geheiss seines Bosses mit dem grössten Vergnügen das verdammte Crack gespritzt hat, an dem Alexei Petrow dann ja auch angeblich gestorben ist, bevor Irina Petrowa schliesslich kurzerhand seine vermeintliche Leiche aus dem Auto geworfen hat...

"FBI! Nehmen Sie die Hände hoch!"
Doggett's Stimme vom Eingang her, animiert die Gangster jedoch eher dazu, wild herumzuballern. Na ja, wäre anders ja auch geradezu ein Wunder gewesen!
Reyes hat sich ebenso wie Doggett und Mulder hinter Skinner's Wagen in Deckung geworfen, der nun zu Schrott zerschossen wird. Wenn der Benzintank getroffen wird, ist wohl Feierabend... Mitten im lauten Geballere hört sie auch ein sanfteres Geräusch, das sich ein paar Mal wiederholt. Muss wohl Alexei's Gewehr sein, mit Schalldämpfer, so wie es auch von manchen Profikillern verwendet wird... und er schiesst wirklich so gut, wie alle sagen. Tödlich. Schaltet auch noch die letzten Gangster aus, die im hinteren Teil geblieben und nicht zum Tor gelaufen sind. Einer bekommt besonders viele Kugeln ab, mehr als eigentlich nötig wären...

Kersh hat sich inzwischen hinter dem bewusstlosen Skinner verschanzt und hält diesem nun eine Pistole an den Kopf. "Bleiben Sie wo Sie sind, oder ich erschiesse ihn!" droht er laut.
"Lassen Sie das, Kersh!" ertönt nun Iris' Stimme und sie tritt einfach vor, so dass er sie mit Leichtigkeit erschiessen könnte. "Sie wissen doch genau, dass es vorbei ist." Tja, wo sie recht hat, hat sie recht! Trotzdem richtet er hasserfüllt die Waffe auf sie - und prallt plötzlich zurück, als wäre er gerade gegen eine unsichtbare Mauer angerannt. Er richtet die Waffe gegen sich selbst und schiesst sich dann mit dem Lauf der Pistole im Mund das Gehirn aus dem Schädel.

Iris' ist über den plötzlichen Selbstmord natürlich nicht überrascht und heuchelt noch nicht einmal, sie wäre erstaunt darüber. Sie geht zu Skinner und fühlt seinen Puls, der aufgrund der Drogen rast. Rasch befreit sie ihn von den Fesseln und legt ihn dann mit Mulder's Hilfe flach auf den Boden. Sie lässt durch Handauflegen die Drogen in seinem Kreislauf verschwinden und beruhigt seine schmerzenden Nerven, doch sie widersteht der Versuchung, seine gebrochenen Finger und das Handgelenk zu heilen, denn der Mann weiss verdammt gut, dass ihm Knochen gebrochen wurden. Na ja, aber sie kann es sich nicht verkneifen, die Splitterfraktur am Handgelenk samt verletzten Nerven zu einem sauberen einfachen Bruch zu schönen, damit keine bleibenden Schäden zurückbleiben werden... - "Wie geht's ihm?" will Mulder wissen und erwartet inzwischen schon ganz selbstverständlich, dass Iris das schon wissen wird, auch wenn sie keine approbierte Ärztin ist. - "Wird schon wieder! Man hat ihm acht Finger und das linke Handgelenk gebrochen, doch das wird sicher wieder heilen..."

Nach einer Weile kommt Skinner wieder zu sich und berichtet schliesslich nach Einnahme von zwei Schmerztabletten aus Iris' Taschenapotheke mit leiser Stimme von seiner Entführung durch Kersh - natürlich nicht, bevor sich Iris davon überzeugt hat, dass dieses Funkdings, das der Gangsterboss getragen hat, auch wirklich zerstört ist. "Es macht nichts, dass du den Namen Irina Petrowa erwähnt hast..." versucht sie ihn zu beruhigen, da er deswegen noch ziemlich panisch ist, weil er sich wie ein Verräter vorkommt.

Schliesslich klettert Iris aufs Dach - wo Alexei immer noch beim Dachfenster sitzt, durch dessen offenen Spalt er geschossen hat. Irgendwie ist er etwas durcheinander. Es ist das erste Mal, dass er als Alexander Sinclair einen Menschen getötet hat; und er hat heute nicht nur einen, sondern gleich fünf Männer erschossen! Ihm ist ziemlich mulmig und er überlegt sich, ob das wohl schlecht für sein Karma ist oder sowas in der Art... Hat er denn unbedingt tödliche Schüsse abgeben müssen, hätte es nicht gereicht, sie kampfunfähig zu machen, und wie bringt Iris eigentlich durch SPIEGELUNG Leute dazu sich selbst zu erschiessen... Fragen über Fragen! Sanft nimmt ihm Iris das Gewehr aus den Händen, das er bislang immer noch umklammert gehalten hat, ohne es zu merken, und er starrt in ihre Augen, die momentan tiefblau strahlen. "Da war..." fängt er an. - "Ich habe ihn auch erkannt." Sie drückt ihn an sich, bis sich seine Erstarrung langsam löst. Sie weiss, dass die Erinnerungen an seinen Drogenrausch sehr schmerzlich sind und es bleibt wohl abzuwarten, ob es nun besser wird, da derjenige tot ist, der ihm die Spritzen mit geradezu sadistischem Vergnügen gesetzt hatte. - "War das richtig?" fragt er unsicher. Er hat einfach geschossen, ohne lange zu fragen, und jetzt fühlt er sich schrecklich. - "Es war richtig!" flüstert sie ihm zu und gibt ihm einen Kuss. Eigentlich macht es doch keinen grossen Unterschied, selbst eine Waffe abzufeuern, oder jemanden durch Spiegelung dazu zu bringen, sich selbst zu erschiessen. Also hätte sie Kersh doch im Grunde geradeso gut einfach erschiessen können, als der mit seiner Waffe auf sie gezielt hat und sie töten wollte. Und es gibt durchaus Aras, die keine Hemmungen hätten, sowas zu tun, Codex hin oder her. Warum hat Iris gerade diesbezüglich noch solche Hemmungen, wo sie doch mit ihren Einmischungen hier den Codex sowieso schon zurechtbiegt, wie es ihr gerade passt... "Wenn du die Leute nicht erschossen hättest, hätten sie uns erschossen. Du weisst so gut wie ich, dass sie sich niemals ergeben hätten. Es war also richtig so. Nicht schön, aber richtig." Sie nimmt ihn in die Arme, streicht durch sein Haar, als würde sie eine Katze streicheln, und überlegt sich, dass in anderen Varianten so manche Leute wohl kaum glauben würden, dass Alex Krycek zu solchen Gewissensbissen überhaupt fähig ist.

Und unten kommt bereits der gerufene Krankenwagen, um Skinner abzuholen, der sich nach der Folter kaum noch auf den Beinen halten kann und in einer Trage abtransportiert werden muss. Mulder fährt mit, schliesslich ist er ja immerhin sein Schwager.
Auch die Polizei trifft ein, doch als die merken, dass sie es offensichtlich mit einer FBI-Angelegenheit zu tun haben, nachdem Doggett und Reyes ihre Ausweise gezeigt haben, wagen es die Polizisten kaum noch, irgendwelche Fragen zu stellen. Doggett informiert das FBI und schon bald wimmelt es von anderen Beamten, die das ganze Areal auf Spuren untersuchen und schliesslich die Leichen wegschaffen. Auch Kersh wird in einen Leichensack gesteckt und abtransportiert.
Iris und Alexei beobachten, wie einer der Polizisten schliesslich aufgeregt zu ihnen nach oben zeigt, als würde er befürchten, demnächst erschossen zu werden. - "Ähm... Agent Doggett! Da sind noch zwei Leute auf dem Dach, die ein Gewehr haben!" - "Ja, ich weiss. Die gehören zu uns!" antwortet Doggett schlicht, ohne den Namen Sinclair zu erwähnen.
Irgendwann einmal - inzwischen ist der Tatort bereits geräumt worden - steigen Iris und Alexei wieder vom Dach. Unten werden sie von Doggett und Reyes erwartet, die ebenfalls ziemlich geschafft aussehen. "Fahren wir ins Krankenhaus?" meint Doggett und wird kurz darauf bei Iris' entsetztem Gesicht wieder an ihre Krankenhaus-Phobie erinnert. Doch noch bevor sie sich über was einig sind - klingelt auch schon Iris' Handy. Mulder ist dran und berichtet, dass Skinner's Röntgenaufnahmen lauter glatte Brüche gezeigt haben und dass er das Krankenhaus so schnell wie möglich verlassen will; Melissa ist bereits im Krankenhaus und wird sie dann wieder ins Palace fahren, sobald sie für ihren Mann unterschrieben hat, dass er auf eigene Verantwortung entlassen wird... Nachdem sie ihr Handy zusammengeklappt hat, erklärt Iris erleichtert: "Wir können gleich ins Palace fahren, denn er wird nicht im Krankenhaus bleiben."

* * *

[PALACE-HOTEL IN WASHINGTON]

Alexei wollte eigentlich etwas kochen, um sich abzulenken und auf andere Gedanken zu bringen. Nun kann er sich nicht mehr erinnern, was er alles in den Topf reingetan hat, aber die verkochte Masse gleicht eher Scheibenkleister als sonstwas...
Zum Glück hat sich Iris heute nicht auf seine Kochkünste verlassen, sondern schon mal was beim Zimmerservice bestellt, so dass ihre Gäste nun was zu beissen haben...
... während sie nun über Kersh und die Mafia diskutieren... und sich überlegen, dass beim FBI jetzt wohl die Hölle los sein wird, nachdem Kersh plötzlich tot ist.

Nachdem eine Weile Schweigen herrscht, sieht Mon schliesslich John an, mit so einem gewissen Blick - den er nun fragend erwidert. "Las Vegas?" - "Las Vegas!" Sie will nicht länger warten mit der Hochzeit. Heute Abend hätten sie beide draufgehen können. Das Leben ist zu kurz, um ewig auf den richtigen Augenblick zu warten... Zu dumm, dass sie morgen und womöglich noch länger vermutlich mit Fragen über die Schiesserei gelöchert werden und seitenweise Berichte schreiben müssen, sonst würden sie sich vielleicht gleich jetzt auf den Weg machen... oder zumindest, sobald sie ausgeschlafen haben...


[IRGENDWO ÜBER DEN WOLKEN]

Sie fliegen. Ohne zusammen mit anderen Fluggästen wie in einer Sardinenbüchse gefangen zu sein, sondern zur Abwechslung mal mit viel Beinfreiheit und auch sonst viel Platz. In einer Privatmaschine.
Irgendwie überrascht es niemanden, dass Iris ein Flugzeug chartern kann, schliesslich ist sie reich... und deshalb ist es auch eine sehr schöne Maschine, die sie alle gerade nach Las Vegas fliegt, und nicht so eine Klapperkiste, die jeden Moment auseinanderzufallen droht. Selbst Scully, die das Fliegen ja eigentlich hasst, kann sich entspannen.
Skinner lässt sich gerade von Melissa die Krawatte abnehmen und nestelt dann selbst rum, um seine obersten Hemdknöpfe zu öffnen, weil er momentan die Nase voll hat von allem Formellen Klimbim. Seine linke Hand ist komplett bis übers Handgelenk eingegipst und drei Finger der rechten Hand sind eingebunden, was ihn doch etwas einschränkt. Da er sowieso abwarten muss, was wohl die Untersuchungskommission befinden wird, vor der er heute noch aussagen musste, und er ja ohnehin beurlaubt ist, kann er geradeso gut mit nach Las Vegas fliegen, diesmal unter erfreulicheren Umständen als das letzte Mal.
Alle anderen tragen bereits legere Freizeitkleidung, weit entfernt vom sonstigen FBI-Look, und es sieht auch kein Bisschen nach Hochzeitsgesellschaft aus... Mon legt keinen Wert darauf, in einem weissen Brautkleid zu heiraten mit allem drumherum. Und John hat das ganze Brimborium für seine erste Ehe auch nicht mehr Glück gebracht, also legt er ebenfalls keinen gesteigerten Wert mehr auf solche Äusserlichkeiten. Zwar sind sie jetzt nicht einfach alleine bei Nacht und Nebel nach Las Vegas durchgebrannt, um heimlich zu heiraten, aber so im Kreise ihrer Freunde ist die Reise doch auch ganz nett, da macht es auch nichts mehr aus, dass Iris für den Flug aufkommt, die übrigens lächelnd Stein und Bein schwört, dass sie ohnehin vorgehabt hätte, nach Las Vegas zu fliegen, also könnten sie doch geradeso gut mitfliegen...

T

[LAS VEGAS]

"Sie dürfen die Braut jetzt küssen!" verkündet der Pastor - und John Doggett lässt sich das nicht zweimal sagen, schliesst Monica Reyes in die Arme und knutscht sie herzhaft ab...
... während Iris die ganze Zeit über fleissig Bilder knipst, um auch diese Hochzeit für die Nachwelt festzuhalten. John in schwarzen Jeans und einem ebenso schwarzen T-Shirt, Monica in einem blauen Sommerkleid, ein paar Orchideenblüten im Haar.
Hach, wie süss! Es braucht wirklich kein grosses Brimborium, die anderen sind auch so zu Tränen gerührt: Skinner und Melissa, Mulder und Dana ebenfalls, die Irina auf dem Schoss haben - und natürlich auch Iris und Alexei, die ja hier in Las Vegas gewissermassen in nostalgischen Erinnerungen schwelgen, auch wenn dies hier eine andere Hochzeitskapelle ist, als diejenige, in der sie angeblich mal geheiratet haben.
Lange bleiben können sie hier auch nicht, weil schon das nächste Pärchen wartet...

... also gehen sie gleich mal ins nächste Casino, um ein Bisschen zu feiern, wobei die Freunde um Iris herum fast schon verdächtig oft gewinnen, was aber bei der guten Laune gar nicht weiter auffällt.

*

"Was ist das?" Mon öffnet neugierig den dicken Umschlag. - "Unser Hochzeitsgeschenk!" erklärt Alexei rasch, noch bevor sie Iris überhaupt mit einem vorwurfsvollen 'Wir-wollten-doch-keine-teuren-Geschenke'-Blick anstarren können. "Ihr wolltet doch nach Hawaii, oder?" - "Eine Reise nach Hawaii für zwei Personen... Drei Wochen?! Aber soviel Urlaub haben wir doch gar nicht!" meint nun auch John etwas verblüfft. - "Das geht schon in Ordnung!" versichert nun Skinner. "Sie haben sich einen langen Urlaub wirklich redlich verdient... und schliesslich sind es Ihre Flitterwochen!"

* * *

Nachdem Mon und John in die Flitterwochen abgereist sind...

T

... bleiben die anderen noch in Las Vegas.
Iris treibt sich ausgiebig in diversen Casinos herum - und Alexei nennt das gegenüber den anderen entschuldigend *Spielsucht*...

*

Alexei hält sie gerade von hinten umschlungen, während Iris 'nur noch schnell' einen einarmigen Banditen mit Münzen füttert, der kurz darauf einen Eimer voll Kleingeld ausspuckt. "Hast du jetzt endlich genug?" flüstert er in ihren Nacken. "Wir sind inzwischen allein... die anderen sind längst auf ihre Zimmer gegangen..." - "Willst du damit etwas bestimmtes sagen?" flüstert sie neckisch, nachdem sie sich zu ihm umgedreht hat. "Na dann komm..." Sie nimmt ihn lächelnd bei der Hand.
Wenig später sind sie auch schon in ihrem Hotelzimmer angelangt und lassen sich dann erst mal ein Schaumbad ein... geniessen das warme Wasser, das ihre Körper umspielt. Sie schrubbt ihn so lange mit einem Schwamm ab, bis seine Haut schon krebsrot ist. Wäscht ihm damit auch weitgehend die Schuldgefühle ab, mit denen er sich seit der Schiesserei vorgestern immer noch herumplagt, bis er schliesslich ganz entspannt in ihren Armen liegt. "Ja tebja ljublju!" sagt er wieder einmal und bekommt einen Kuss dafür, der in seinem Körper sofort eine entsprechende Reaktion provoziert. Verdammt, sie braucht ihn ja nur anzusehen und er verliert schon jegliche Kontrolle über sich, reagiert auf die leiseste ihrer Berührungen mit einer Intensität, die ihn manchmal sogar selbst erschreckt... Er flüstert ihren Namen und keucht, als sie sich rittlings auf ihn setzt, um an seinem Hals rumzuknabbern, während er ihren Rücken und ihren Hintern streichelt. Seine Erektion drückt gegen ihren Bauch und als er schon glaubt, es nicht mehr aushalten zu können, rutscht sie kurz hoch und gleich darauf langsam wieder runterzugleiten, was ihm nun ein begeistertes Aufstöhnen entlockt, da es sich einfach so verdammt guuut anfühlt...
... doch nach einer Viertelstunde heftigen Stöhnens, Keuchens und sinnlosen Gebrabbels klappt er nach einem erlösenden leisen Schrei schliesslich bewusstlos zusammen. Zärtlich streicht sie ihm die nassen Haare aus der Stirn und erinnert sich daran, dass er Hitze irgendwie nicht besonders gut verträgt. Sex bei Saunatemperaturen ist also keine sooo gute Idee, wenn der Kreislauf gerade etwas durcheinander ist... Na egal, sie hievt ihn aus der Wanne, als wäre er leicht wie eine Feder, und trägt ihn dann aufs Bett, wo sie sich neben ihn legt und ihm kühle Luft zufächelt. Als er dann nach einer Minute oder so wieder die Augen aufschlägt, ist es ihm ziemlich peinlich, dass er einfach so ohnmächtig geworden ist, doch sie zerstreut seine Gedanken einfach mit einem Kuss, was sofort wieder seine Lebensgeister weckt.

Plötzlich klopft es wie wild an der Zimmertür. Iris runzelt die Stirn und springt dann auf, um sich erst einen Bademantel überzuwerfen und dann aufzumachen. Es ist Melissa, die ziemlich panisch aussieht: "Komm schnell! Walter... ich glaube er hat einen Herzinfarkt!"

Als Iris und Alexei - immer noch in ihren Bademänteln - in das Zimmer nebenan stürmen, ist Dana schon dabei, rhythmisch auf Skinner's Brustkorb zu drücken, um ihn wiederzubeleben, da offenbar sein Herz aufgehört hat zu schlagen. Iris wird von Melissa mit Tränen in den Augen angefleht, doch *bitte* etwas zu unternehmen. Daraufhin scheucht Iris schliesslich Dana beiseite, kniet sich selbst neben den leblosen Mann und haut ihre Faust mit solcher Gewalt auf seine Brust, dass Melissa schon befürchtet, sie würde ihm damit die Rippen brechen. Einmal... zweimal... dreimal... Dann packt sie sein Gesicht, holt tief Luft, stülpt ihre Lippen über seinen halbgeöffneten Mund und presst ihren Atem in seine Lungen.
"Er hat wieder Puls!" ruft Dana, die sein rechtes Handgelenk umfasst hält. Und offenbar atmet er nun auch wieder selbständig... - er schlägt nach ein paar langen Sekunden sogar die Augen auf und blinzelt irritiert. "Iris?" Sie verschwindet aus seinem Blickfeld und nun sieht er, dass sich alle besorgt über ihn beugen. "Melissa!" Sie hat Tränen in den Augen und weiss jetzt anscheinend nicht, ob sie lachen oder weinen soll. "Was ist denn los?" flüstert er schwach. - "Du bist zusammengeklappt und hattest einen Herzinfarkt!" erklärt Melissa, die ihm nun erleichtert einen Kuss auf die Stirn drückt.
"Ich glaube nicht, dass das ein normaler Herzinfarkt war!" lässt sich nun Iris vernehmen und schnuppert an dem Champagnerglas, von dem Skinner offenbar kurz vor seinem vermeintlichen Anfall getrunken hat. "Ich wette, das Zeugs hier ist vergiftet!" Ihre Pupillen sind erweitert und sie weiss sehr gut, dass sie wohl gerade ziemlich angestarrt wird. - "Vergiftet?" echot Melissa und ihr wird einen Moment schwarz vor Augen. Eine Sekunde später und sie hätte auch davon getrunken, dann wäre es jetzt aus mit ihrer Familie. Nicht nur mit Walter, sondern auch mit ihr selbst und ihrem ungeborenen Kind. "Etwa auch wieder die Mafia?!" - "Vermutlich!" Iris schlägt mit der Faust gegen ihre linke Hand, als wollte sie gerne den Kopf eines Mafioso zertrümmern.
"Wird das jemals aufhören?" fragt Melissa. "Werden die nicht eher Ruhe geben, bis er tot ist?" Sie sieht Iris an, als erwarte sie von ihr alle Antworten dieser Welt. - "Sie werden Ruhe geben!" erklärt Iris und klingt ziemlich entschlossen. "Und wenn ich sie höchstpersönlich zum Schweigen bringe!" Ihre Augen sind dunkel.
"Also willst du doch wieder gegen die Mafia kämpfen?" fragt Mulder, der die kleine Irina auf dem Arm hält und sich ziemlich hilflos vorkommt. Irgendwie ist diese Mafia-Organisation wohl keinen Deut besser als das Konsortium, wobei die Mafiosi zwar keine Alien-Technologie haben, dies jedoch mit so guten alten irdischen Tugenden wie roher Brachialgewalt auszugleichen versuchen... Er lässt es bleiben, sie daran zu erinnern, was sie nach ihrem Undercover-Einsatz über das organisierte Verbrechen und den Kampf gegen Windmühlen gesagt hat. "Legal oder illegal?" Wie es Iris vorausgesehen hat, ist es nie zu einem Prozess gekommen, weil die Gangster, die in Las Vegas verhaftet worden waren, im Gefängnis mysteriöserweise alle irgendwelchen tödlichen Unfällen zum Opfer gefallen sind... Und jetzt, da die Gangster zu wissen glauben, dass Irina Petrowa noch am Leben ist und Skinner Informationen geliefert hat, wird man auch hinter ihr her sein, nur dass man sie wohl schwerlich finden wird, da sie ja gar nicht existiert. Aber immer noch besser, dass Skinner unter der Folter den Namen Irina Petrowa verraten hat, als wenn er Special Agent Iris Sinclair geoutet hätte!
Iris sieht sich um und ihr Blick bleibt schliesslich an Skinner kleben, der sie seltsam ansieht. "Legal oder illegal?" wiederholt sie. "Ach, das wollt ihr lieber nicht wissen!" - "Was hast du vor?!" fragt Skinner trotzdem, der irgendwie ahnt, dass sie wohl irgendwas verrücktes plant, falls ihr überhaupt schon ein Plan vorschwebt. - "Ach, ich weiss noch nicht..." Sie legt den Kopf etwas schief. "Im Augenblick finde ich es nur etwas beunruhigend, dass *die* wissen, dass du hier bist..." Sie sieht ihn stirnrunzelnd an. "Wer weiss denn alles, dass du jetzt hier bist?" - "Ähm... jeder im Bureau, der meine Sekretärin fragt... oder sonstwie Zugriff auf meinen Terminkalender hat." - "Na super." Iris verdreht kurz die Augen, obwohl sie ihm wohl kaum böse sein kann, dass er sich an die Vorschriften hält, immer und überall erreichbar zu sein. "Kersh war wohl nicht der einzige beim FBI, der von der Mafia gekauft wurde, schätze ich jetzt einfach mal so. Hinz und Kunz hätte *denen* einen Tipp geben können und es ist nicht weiter verwunderlich, dass *die* in Las Vegas genug Helfershelfer haben, um jemandem vergifteten Champagner unterzujubeln."


M.............................................

"Oh! Mein! Gott!" Der Senator wird kalkweiss im Gesicht, als er die Erscheinung erblickt, die irgendwie aussieht wie die mittlerweile in gewissen Kreisen schon zur Legende gewordene Irina Petrowa...
"Ich bin jetzt ein Dämon!" haucht sie mit einem wahrlich diabolischen Lächeln und tritt näher an ihn heran, was ihm die Haare zu Berge stehen lässt. Ihr Atem riecht nach Schwefel, ihre Augen funkeln teuflisch wie Höllenfeuer. "Und ihr seid schuld daran!" Es klingt anklagend und rachsüchtig. Sie packt ihn am Kragen und ihre Fingernägel sind nun sieben Zentimeter lange Klauen. "Nenn mir einen einzigen Grund, weshalb ich dir nicht einfach das Herz aus dem Leib reissen und es verspeisen sollte!" flüstert sie und ihre Stimme vibriert in seiner Schädeldecke.
Ein Teil seines Verstandes fragt sich, wie in aller Welt sie - wer oder was auch immer sie auch sein mag - trotz Alarmanlagen und Wachen in sein Zimmer gekommen ist, zumal er die Tür verschlossen hat, und es kann doch niemand durch Wände gehen... Aber der Rest des Senators macht sich gerade vor Angst in die Hosen.
Wie auch immer, die Dämonische Gestalt, die einmal Irina Petrowa war, lässt durchblicken, dass sie den Sprung aus dem Flugzeug überlebte und von Skinner gerettet wurde, weshalb sie ihm auch alles was sie wusste über die Organisation erzählte, weil er so nett zu ihr war und sie sich auch an den Gangstern rächen wollte... und dann ist sie doch noch ihren schweren Verletzungen erlegen und gestorben. Wobei sie eben nicht einfach weggestorben ist, weil jemand mit ihr ein Voodoo-Ritual durchgeführt hat... Wie auch immer, jetzt ist sie ein Dämon! Und ziemlich zornig...
"Ihr wolltet ihn umbringen..." schnurrt sie in einer Tonlage, die er eher in seinen Eingeweiden spürt als hört. "Aber ich sag dir was: Wenn ihm oder seiner Familie und seinen Freunden irgendwas passiert, werde ich nicht nur dafür sorgen, dass alles aufgedeckt und dabei auch dein Name erwähnt wird... ich werde dann auch kommen und dir dein verdammtes Herz herausreissen!" Sie haucht ihn mit ihrem Schwefelatem an und ihre langen Krallen hinterlassen nun blutige Spuren an seinem Oberkörper, damit er hinterher nicht etwa denkt, das hier wäre nur ein Traum...

M.............................................


[LAS VEGAS]

"Du hast *was*?!" Skinner starrt Iris ziemlich fassungslos an - dabei hat ihm Iris doch nur erzählt, dass sie durch irgendwelche dunklen Kanäle die Mafia hat wissen lassen, dass Irina Petrowa zwar den Sprung aus dem Flugzeug überlebt hätte, dann jedoch doch noch gestorben wäre, nachdem sie Skinner alles über die Gangster erzählt hatte. "Und..." fügt sie dann doch noch hinzu. "Einigen Leuten ist letzte Nacht der Geist von Irina Petrowa erschienen und hat gedroht, ihnen das Herz rauszureissen, falls dir, deiner Familie und Freunden was passieren sollte..." - "Wie bitte?!" Skinner, Melissa, Dana und Mulder sehen nun doch alle ziemlich verblüfft aus. "War das etwa dein Plan? Dass dein Astralkörper die Oberbosse zu Tode erschreckt?!" - "Na ja, es einen Plan zu nennen, wäre vielleicht übertrieben..." Iris verzieht ihre Lippen zu einem leisen Schmunzeln. "Eher ein kleiner Versuch."


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"Hmmm... interessant... Also diese Mafia erinnert mich je länger je mehr fast ein wenig an eine gewisse Verschwörung, die uns das Leben schwer macht. Und jetzt erzähl mir nicht, dass Iris nicht getrickst hätte, wenn sie plötzlich behaupten konnte, dass die Mafia ihnen keinen Ärger mehr machen würde!" - "Na ja, irgendwie war sie wohl der Meinung, dass dies auch zu ihrer Mission gehören würde, die Welt besser zu machen... und diesbezüglich hat sie tricksen können, soviel sie wollte." - "Ach sooo..." Die Fürstin kann sich ein Grinsen nicht verkneifen, denn natürlich wird ständig getrickst, sobald es sich irgendwie als nötig erweist... oder auch einfach aus Jux und Tollerei!

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In der restlichen Zeit in Las Vegas gibt es keine weiteren Mordanschläge mehr und auch keine vermeintlichen Unfälle oder sonstige Unannehmlichkeiten.
Während Iris und Alexei auf die kleine Irina aufpassen, räkeln sich Mulder und Dana so ausgiebig in der Sonne und im Swimmingpool, dass sie beide einen ziemlichen Sonnenbrand davontragen und sich hinterher sagen lassen müssen, ob so kluge Leute wie sie denn eigentlich noch nie was von Sonnencreme gehört hätten... und einfach gemütlich im Bett wäre sowas wohl nicht passiert!

Nach drei Tagen kommt allerdings schon ein Telefonanruf vom Bureau, dass sich Assistant Director Walter Skinner bitteschön wieder in Washington einfinden solle - zu einer wichtigen Sitzung, die am nächsten Tag stattfindet.
Also fliegen sie wieder zurück nach Washington und grübeln darüber nach, was bei dieser ach so wichtigen Sitzung wohl herauskommen wird.


[Beim FBI in Washington D.C.]

"Wir haben noch ein paar Fragen zu der Schiesserei in der Lagerhalle..." heisst es und man deutet dabei auch auf Skinner's Hände. Und als man sich bei der Gelegenheit noch wundert, warum Agent Doggett und Agent Reyes nicht erreichbar sind, wird man von Skinner darüber aufgeklärt, dass die beiden gerade in ihren Flitterwochen sind. Huiuiui, damit ist man dann schon gleich mitten im Thema, dass es seine Agenten ja ziemlich bunt treiben würden. Schlimm genug, dass er mit Iris und Alexander Sinclair ein Ehepaar engagierte, mit ziemlich exzentrischer Arbeitsmoral, um es mal milde auszudrücken. Dann haben auch noch Mulder und Scully geheiratet... mit denen er ja mittlerweile dank seiner Frau Melissa sogar verschwägert ist. Und nun auch noch Doggett und Reyes... wobei Skinner offenbar vorhat, die beiden auch weiterhin als Partner zusammenarbeiten zu lassen, weil es doch wirklich Unsinn wäre, wegen irgendwelcher komischer Regeln und ungeschriebener Gesetze ein gutes Team auseinanderzureissen...
Aber wieder zurück zur Entführung durch Kersh mit anschliessender Folter durch die Mafia und schliesslich der Schiesserei in der Lagerhalle... Unweigerlich taucht nun die Frage auf, wie in aller Welt Doggett, Reyes und Mulder überhaupt davon gewusst haben - darüber schweigt sich Doggett's Bericht nämlich aus - und wer zur Hölle hat denn eigentlich fünf der Gangster erschossen, denn das war wieder ne ganz andere Munition...
Skinner atmet tief durch, bevor er nun darauf antwortet. "Agent Alexander Sinclair hat geschossen. Mit einem Gewehr, vom Dach aus. Da ich den Sinclairs zugesichert hatte, dass ihre Namen aus der Mafia-Sache rausgehalten wird, hat Agent Doggett sie im Bericht nicht erwähnt..." fängt er an zu erzählen und berichtet dann im Laufe der nächsten halben Stunde sogar haarklein von seiner Informantin Irina Petrowa, die ja leider doch noch ihren schweren inneren Verletzungen erlag. Und wie er dann eben nicht zuletzt wegen genau jener Quelle von der Mafia gefoltert worden ist... Und gerettet wurde er wohl dank einer Eingebung von Agent Iris Sinclair.
"Eine Eingebung?" wiederholt einer der Herren des seltsamen Komitees. "Special Agent Iris Sinclair scheint des öfteren irgendwelche Eingebungen zu haben. Gilt sie deswegen als Ihre Geheimwaffe?" - "Geheimwaffe?" Skinner tut so, als hätte er noch nie davon gehört, dass auf diese Weise getuschelt wird, weil ja alles mit den Sinclairs so furchtbar geheim ist. - "Sie kennen die Sinclairs auch privat?" versucht man daraufhin wieder irgendwie abzuschweifen - wobei nun bei Skinner wieder rote Warnlämpchen zu blinken beginnen, weil er befürchtet, dass man ihm wohl erneut irgendwas anhängen will, das peinlich werden könnte. "Warum?" - "Beantworten Sie bitte die Frage!" - Er macht wieder dieses Gesicht, das er immer macht, wenn er was erzählen muss, was er eigentlich lieber für sich behalten würde. "Ja, ich kenne die Sinclairs auch privat." - "Und wie privat?" - "Wir sind befreundet." Kurz und knapp. - "Sie scheinen mit einigen ihrer Agenten befreundet zu sein..." - "Das hat sich eben so ergeben."
Blablabla etc.pp. - wirklich erstaunlich, wie man endlos reden kann, ohne viel zu sagen, aber die Herren scheinen es alle ganz genau wissen zu wollen.

Als nun nach einer Weile auch noch die Sinclairs hereingebeten werden, sehen diese in ihrem grauen FBI-Look seriös wie die Personifizierung sämtlicher geschriebener und ungeschriebener Gesetze aus. Iris hat ihr Haar zu einem Knoten hochgesteckt und selbst jegliche Andeutung eines Lächelns aus ihrem Gesicht verbannt. Und es ist wirklich ein Glück, dass auch Alexei wie gedruckt lügen kann, ohne dabei rot zu werden.
Selbstverständlich bestätigen sie Skinner's Geschichte... von ihrer geheimen Beteiligung an der Aktion gegen die Russenmafia über das, was Irina Petrowa vor ihrem Tod noch ausgeplaudert hat (davon gibt's übrigens sogar Tonbänder, die sich die Herrschaften gerne anhören können), bis hin zur Schiesserei in der Lagerhalle, wo sie dank einer Eingebung zu Skinner's Rettung geeilt sind. Und ja, Kersh hat sich wirklich selbst erschossen, das haben sie mit eigenen Augen gesehen; er wollte sich wohl die Peinlichkeiten ersparen...
"Warum haben Sie keine Verstärkung gerufen?" will jemand wissen. - "Wozu die Mühe? Wir haben's ja auch so geschafft!" meint Iris etwas patzig. "Und wir waren ja immerhin fünf Leute!" - "Und darunter ein Zivilist!" - "Na na na... immerhin ist Mulder nicht einfach ein Depp von der Strasse, sondern selbst FBI-Agent gewesen, wobei er ja zudem noch der Schwager von Walter Skinner ist." Sie wirft einen kurzen Blick in die Runde. "Und kommen Sie jetzt nicht etwa mit irgendwelchem Schwachsinn, dass man sich aus Fällen raushalten sollte, wenn man irgendwie selbst betroffen ist!" erklärt Iris mit ihrer unnachahmlichen Mischung aus Gelassenheit und leisem Zorn über den Zirkus hier - worauf tatsächlich einer gleich den Mund wieder zuklappt.
Bevor sie noch mehr Details fragen können, übergibt Alexei ihnen einen Bericht über die Schiesserei, worin er auch bestätigt, fünf der Ganoven erschossen zu haben. "Da steht alles drin. Lesen Sie es!" - "Was ist mit der Geheimhaltung, auf die Sie doch so grossen Wert gelegt haben?" - "Wir gehen mal davon aus, dass dies hier diskret behandelt wird!" erklärt Iris mit einem leise drohenden Unterton in der Stimme. "Und sollte das FBI damit nicht klar kommen, dann braucht ihr's nur zu sagen. Ist ja nicht so, dass wir auf diesen Job angewiesen wären..."

* * *

"Sehr mysteriös!" meint Alex, während sie nun in Skinner's Büro herumhängen. Seine ganze Ruhe scheint plötzlich wie weggeblasen. "Was in aller Welt müssen die denn da so lange überlegen? Inzwischen haben sie doch sogar Beweise dafür gefunden, dass Kersh von der Mafia gekauft wurde, und alles passt wunderbar zusammen! Also was in aller Welt müssen die denn noch so lange überlegen?! Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die uns noch aus irgendwas nen Strick drehen wollen!" - "Und wenn du nicht endlich aufhörst, hier Löcher in den Teppich zu laufen, werde ich höchstpersönlich diesen Strick nehmen und dich damit anbinden!" meint Iris, die gelassen auf einem der Stühle sitzt und ihre Füsse lässig auf den Schreibtisch gelegt hat; da ihre weiten Hosen in dieser Stellung etwas hochgerutscht sind, kommen darunter ihre Kampfstiefel zum Vorschein. "Setz dich endlich, Alexei!" Zwei Sekunden, bevor die Sekretärin mit dem Kaffee hereinkommt, nimmt Iris ihre Füsse von Skinner's Schreibtisch und setzt sich gerade hin.
"Hier, extra stark, wie Sie gewünscht haben, Sir!" Lächelnd setzt Skinner's Vorzimmerdame das Tablett ab und wirft einen aufmunternden Blick in die Runde. "Und Sir, ich bin mir sicher, dass alles gut werden wird!" - "Danke, Joyce!" Skinner schenkt ihr ein warmes Lächeln. Die gute alte Joyce hat schon im Falle von Diana Fowley zu seinen Gunsten ausgesagt, dass sie sich niemals vorstellen könnte, dass ihr Chef irgendjemandem einen unsittlichen Antrag machen würde.
Als Joyce wieder weg ist, schnuppert Iris erst mal am Kaffee und schüttet dann noch eine ganze Menge Zucker in ihre Tasse. "Alexei, nun hör doch endlich mal auf, hier herumzuzappeln!" - "Na du hast gut reden. Ich bin es ja schliesslich, der denen gerade ein schriftliches Geständnis gegeben hat, dass ich fünf Menschen erschossen habe!" Und Alex ist deswegen tatsächlich etwas nervös. "Was ist, wenn die plötzlich sagen, es wäre Mord gewesen und dann..." - "Hör auf!" Nun deutet Iris fast schon gebieterisch auf den Stuhl neben sich - worauf Alex sich endlich hinsetzt. Ihm wäre bedeutend wohler, wenn Iris ihm endlich sagen würde, was hier gespielt wird. Und sie muss es ja schliesslich wissen, oder? Immerhin hat sie diese Leute vorhin aufmerksam angesehen, also muss sie doch wohl wissen, was in ihren Köpfen vorgeht, nicht wahr? Vor seinem geistigen Auge sieht er sich schon vor Gericht gezerrt, abgeurteilt und dann in ein übles Gefängnis verbannt, wo sich irgendwelche schweren Jungs dann mit besonderer Freude an seinem Hintern vergreifen würden, dem Hintern eines FBI-Agenten. Allerdings gehört sein Hintern Iris! Und Iris würde sowas nicht zulassen, oder?! - "Mach dich nicht verrückt!" Sie lächelt ihn an. "Es wird alles gut werden! Hör auf damit, dir die schlimmsten Horrorszenarien auszumalen. Diese Leute da im Ausschuss sind zwar ziemlich nervig, aber nicht von der Mafia gekauft."
Na das klingt doch mal überaus beruhigend, dann besteht wohl doch noch Hoffnung! "Sicher?" erkundigt sich Alexei und auch Skinner sieht sie interessiert an, der selbst langsam mit Paranoia zu kämpfen hat, wenn er nun wieder im Bureau ist.


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"Und hat sich dann für Iris' Freunde wieder alles zum Guten gewendet, nachdem das mit der Mafia mehr oder weniger geklärt war? Oder musste sie vielleicht noch ein wenig tricksen?" - "Na ja, getrickst hat sie wohl noch so einiges. Auch mit AVALON..."

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[PALACE-HOTEL IN WASHINGTON]

"Man hat dich befördert?!" wiederholt Melissa ungläubig. Seit sie nach Weihnachten schliesslich nach Washington gezogen und dort gewissermassen in alle möglichen Verschwörungen eingeweiht worden ist, pflegt sie gewissermassen ständig mit dem schlimmsten zu rechnen. Und so hätte sie wohl eher gedacht, dass man Walter Skinner wegen irgendwelcher unorthodoxer Methoden oder sonstwas einen Strick draus dreht, als dass sie jemals zu träumen gewagt hätte, dass man ihn wegen seiner Erfolge befördert. "Echt wahr?" - "Echt wahr!" bestätigt Skinner, der es eigentlich selbst noch kaum glauben kann.

* * *

"Und die haben euch diese Irina-Petrowa-Story wirklich abgekauft?" Irgendwie kann Melissa es beim festlichen Abendessen immer noch nicht so ganz fassen, obwohl sie weiss, dass die Story und Beweise, die insbesondere Iris fabriziert hat, wirklich ziemlich beeindruckend sind. - "Was heisst hier Story?" lächelt Iris. "Wenn euch jemand fragt, dann ist das natürlich wirklich so passiert!" - "Aber klar doch!"
In Skinner's Auftrag haben die Sinclairs, Doggett und Reyes in New York diese Typen von der Russenmafia beobachtet, wobei ihnen natürlich auch gleich Irina Petrowa ins Auge gestochen ist. Ein unbekannter Informant - wohl der gleiche Typ, der ihnen geraten hatte, jene Typen zu überwachen -  hat ihnen Infos gesteckt, die zu der grossen Razzia im Hafen geführt hat. Und sie haben die alten und neuen Gangster weiter quer durchs Land verfolgt, wo sie unterwegs auch noch die aus dem fahrenden Auto geworfene Leiche von Alexei Petrow aufgelesen haben, bis sie schliesslich in Las Vegas gelandet sind... wo ja dann Irina Petrowa bekanntermassen aus dem Flugzeug gesprungen ist. Tja, und dann wird's interessant! Irina Petrowa hat nämlich den Sturz überlebt, wobei sie, der Geheimhaltung wegen, von Dana Scully und Iris Sinclair persönlich gepflegt worden ist. Sie hat eine ganze Menge über die 'Organisation' erzählt, weil sie stinksauer darüber gewesen ist, dass ihre Russischen 'Freunde' sie einfach diesem komischen Amerikaner mit dem Flugzeug überlassen haben... Irina Petrowa ist aufgestanden, obwohl sie hätte liegen bleiben sollen, ist dann aber wohl umgefallen und deshalb ihren Verletzungen doch noch erlegen. Ihre Asche ist zusammen mit der ihres Mannes im Meer verstreut worden.
Man hat dafür gesorgt, dass es keine Bilder von Irina Petrowa und ihrem Mann gibt. Und Iris versichert, dass man die Stimme von Irina Petrowa nicht als die ihre identifizieren könnte. Und so lange die Eingeweihten bei dieser Geschichte bleiben, wird man niemals etwas anderes beweisen können.
"Und was ist, wenn sie John und Mon fragen?" fängt Melissa wieder an. - "John und Mon sind bereits eingeweiht." - "Aber die sind doch noch in Hawaii?!" - "Wir haben telefoniert." - "Was?!" Nun ist Melissa wirklich verblüfft, denn sie hat in kürzester Zeit schon mitbekommen, dass Iris eigentlich nie irgendwas wichtiges am Telefon bespricht, weil sie wohl wegen ihrer Paranoia ständig zu befürchten scheint, dass sämtliche Telefonate abgehört werden könnten. Bestimmt durchsucht sie auch ihre eigene Wohnung hier täglich auf Wanzen... "Seit wann besprichst du denn sowas am Telefon?" - "Seit ich herausgefunden habe, dass ich auch übers Telefon sowas wie telepathischen Kontakt herstellen kann..."


 


"Langsam wirst du ihnen richtig unheimlich..." flüstert Alexei, als er sich nachts an sie schmiegt, mit seinen Fingerspitzen die Konturen ihres Rückens nachzeichnet und dabei ihre seidenweiche Haut streichelt. Er vergräbt sein Gesicht in ihrer Halsbeuge und atmet ihren heute besonders intensiven Vanille-Duft ein, der ihn immer so high macht. - "Langsam sollten sie sich wohl daran gewöhnen..." lächelt Iris und beginnt wieder damit, ihn genüsslich anzuknabbern. - "Ja tebja ljublju..." murmelt er mit seiner verführerischsten Schlafzimmerstimme und geniesst es zu fühlen, wie jede einzelne Nervenzelle schon in Vorfreude zu jubilieren beginnt, als ihre Hand elektrisierend über seinen Körper wandert, während er immer noch ihre Lippen und Zähne an seinem Hals fühlt. Manchmal träumt er davon, dass sie wirklich richtig zubeissen würde, um sein Blut zu trinken, denn er ahnt irgendwie, dass das wohl für ihren Kreislauf und Energiehaushalt noch wesentlich stimulierender wäre als eine Tonne Zucker... aber sie beherrscht sich und tut ihm niemals so richtig ernsthaft weh, seine Zauberhafte Hexe, die so gerne bei Gewitter draussen spazieren geht und nach süsser Vanille duftet.

 


ENDE DES 3. TEILS... WEITER ZUM 4. TEIL!

B.B. / geschrieben im April 2002

Online-Version... Dezember 2002 / B.B.

DIE AVALON-VARIANTE

Bemerkungen und Übersicht
zur Avalon-Variante

B.B.'s Dunklere Seiten - die mit den Reisszähnen *diabolisch-lächel* ;-)

 

 

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