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Inhalt:
1. Die Weltbevölkerung
Statistiken, Graphiken und andere Daten zur Weltbevölkerung, bitte auf den Link klicken!
Die Weltbevölkerung nimmt pro Jahr um 78 Millionen Menschen zu. Das ist etwas weniger als die Einwohnerzahl Deutschlands. Seit 1960 hat sich die Zahl der Menschen auf der Erde verdoppelt. Das Weltbevölkerungswachstum findet heute zu über 95 Prozent in den Entwicklungsländern statt. In Europa, Nordamerika und Japan hat sich das Bevölkerungswachstum hingegen verlangsamt oder ist ganz zum Stillstand gekommen. Die Vereinigten Staaten sind das einzige Industrieland, für das Experten noch eine große Bevölkerungszunahme voraussagen, weitgehend aufgrund von Immigration.
Seit 1969 haben Länder in Asien, Afrika und Lateinamerika die Gesundheitsversorgung und Ausbildung verbessert und einem größeren Teil der Bevölkerung zugänglich gemacht. Die Folgen davon sind, daß sich Frauen und Männer in den meisten Ländern weniger Kinder wünschen und Familien kleiner sind als in früheren Generationen, daß mehr Neugeborene das kritische erste Lebensjahr überleben und ältere Menschen länger leben als je zuvor.
Negativ ist, daß die ärmsten Länder häufig die höchsten Bevölkerungswachstumsraten aufweisen. In 62 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika sind über 40 Prozent der Bevölkerung jünger als 15 Jahre. Der reproduktive Gesundheitszustand der Bevölkerung ist in den ärmsten Ländern am schlechtesten. Dort ist auch die Müttersterblichkeit am höchsten, und nur ein geringer Anteil der Frauen im fortpflanzungsfähigem Alter nutzt Methoden der Familienplanung. Häufig liegt dieser Anteil unter 15 Prozent – ein Prozentanteil, den die Entwicklungsländer im Durchschnitt bereits 1969 erreicht hatten.
Die Verlangsamung des Bevölkerungswachstums ist aber keine zwangsläufige Entwicklung. Sie wurde durch die Arbeit vieler Menschen in letzten 30 Jahren möglich gemacht. Ob sie sich fortsetzt und ob sie von zunehmender Lebensqualität oder zunehmenden Belastungen begleitet wird, hängt von den Entscheidungen und dem Handeln in den nächsten zehn Jahren ab.
Armut beschränkt sich nicht auf die ärmsten Länder. Über eine Milliarde Menschen können ihre Grundbedürfnisse noch nicht decken. Von den 4,8 Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern fehlt es fast drei Fünftel an einfachsten sanitären Einrichtungen. Fast ein Drittel hat keinen Zugang zu sauberem Wasser. Ein Viertel keine angemessene Wohnung. Ein Fünftel keinen Zugang zu modernen Gesundheitsdiensten. Ein Fünftel der Kinder geht nicht bis zum 5. Schuljahr zur Schule. Rund einem Fünftel mangelt es an einer ausreichenden Kalorien- und Proteinzufuhr durch die tägliche Ernährung. Weltweit sind zwei Milliarden Menschen anämisch, darunter 55 Millionen in Industrieländern.
Die wachsende Zahl armer Menschen in armen Ländern ist alarmierend für all diejenigen, denen soziale Gerechtigkeit, Schutz der Umwelt und Entwicklung am Herzen liegen. Regierungen und die internationale Staatengemeinschaft müssen ihre Verantwortung für die Beseitigung extremer Armut übernehmen. Ein rasches Bevölkerungswachstum ist nur eines von vielen Problemen, trägt jedoch zu Umweltschäden, zu einem erhöhten Druck auf das zur Verfügung stehende Land und auf die Wasserressourcen sowie zur politischen Instabilität bei.
Zusammengenommen können die Auswirkungen der fortbestehenden Armut, von Unterernährung und mangelhaftem Gesundheitszustand, von Geschlechterdiskriminierung und Ungerechtigkeiten in Schlüsselbereichen wie Bildung und Gesundheit, einschließlich der reproduktiven Gesundheit, von neuen Gefahren wie HIV/AIDS, von Umweltveränderungen und schwindenden internationalen Ressourcen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit die Vorteile, die die geringere Fertilität der letzten Generation mit sich brachten, wieder zunichte machen - mit weltweiten Konsequenzen.
(Auszüge aus dem Weltbevölkerungsbericht 1999 – Deutsche Fassung: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Hannover) Quelle
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2. Das Problem des Hungers
Menschen leiden an Hunger Recht auf Nahrung sollte Priorität vor dem Handel haben Alle sieben Sekunden stirbt ein Kind unter zehn Jahren an Hunger, alle vier Sekunden verliert ein Mensch sein Augenlicht wegen Mangels an Vitamin A. Weltweit leiden mehr als 815 Millionen Menschen an Hunger und chronischer Unterernährung. Das erklärte der UN-Sonderberichterstatter für Nahrung, Jean Ziegler, aus Anlass des an diesem Mittwoch stattfindenden Welternährungstages in Genf. |
| ZDF-heute Artikel vom 16.10.2002 | ||||
| Auf dem Welternährungsgipfel 1996 hatten sich 186 Staaten vorgenommen, die Zahl der Hungernden bis 2015 von damals 841 Millionen Menschen um die Hälfte zu reduzieren. Beim jetzigen Rhythmus werde es aber länger als bis 2040 dauern, um dieses Ziel zu erreichen, sagte der Schweizer Sonderberichterstatter. Der Hunger werde von Menschen verursacht. Der Planet könnte seinen Angaben zufolge heute zwölf Milliarden Menschen ernähren. | ||||
| Der Zugang zu Land sei ein grundlegendes Element des Rechts auf Nahrung, schrieb Ziegler in einem Bericht, den er im November der UN- Vollversammlung vorlegen will. Das Recht auf Nahrung müsse gegenüber dem Handel Priorität haben. Die Agrarverhandlungen der Welthandelsorganisation (WTO) müssten gewährleisten, dass das Recht auf Nahrung respektiert werde. | ||||
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