Orts-Chroniken aus dem Kreis Hirschberg
Transkription einer Handschrift aus der Reichsgräflichen Majoratsbibliothek in Bad Warmbrunn
Bad Warmbrunn
Hat den Grund seiner Entstehung in dem 1175 entdeckten Bade,daher es laut Urkunde 1345 Warmenborn oder Warmbad genannt wurde.1200 waren schon mehrere Wohnungen vorhanden.Der Ort gehörte früher zu Schmiedeberg.1401 kaufte der Ritter Gottsche Schoff das Dorf Warmbrunn.Schmiedeberg und andere Nutzungen von Vinzenz und Hans von Nimptsch.Warmbrunn wurde der Herrschaft Kynast einverleibt.Von 1403,in welchem Jahre den 16.Juny der Ritter Gottsche Schoff die Probstei stiftete,nehmlich einen Theil von Warmbrunn als:5 Bauern,2 Gärtnern und 71 Häusler nebst dem Dorfe Voigtsdorf dem Kloster Grüssau einverleibt resp.schenkte,bis 1812,wo die Probstei von dem Herrn Grafen Leopold Schaffgotsch vom Fiscus wieder zurück gekauft wurde,befanden sich in Warmbrunn zwei Dominia und zwar das gräfliche und das probsteiliche.Ersteres behielt sich nach einer Bestimmung von 1708 die Ober- Gerichtsbarkeit von der Probstei mit vor.Es bestanden zwei Schöppenbänke,1 gräfliche und 1 probsteiliche,welche aber 1812 in eine Schöppenbank vereinigt wurde,der letzte probsteiliche Richter war Ehrenfried Streckenbach.Ohngeachtet dieser Vereinigung aber bleibt Warmbrunn immer noch in alt gräfliche und probsteiliche oder neugräfliche Einsassen getheilt,auch bestehen noch 2 herrschaftliche Rentkassen die alt-und die neugräfliche Kasse.Gegenwärtig im Jahre 1846 zählt Warmbrunn und je die altgräfliche Gemeinde 5 Bauern,18 Gärtner,204 Häusler;neugräfliche Gemeinde 5 Bauern,2 Gärtner,74 Häusler;zusammen 10 Bauern,20 Gärtner,278 Häusler;(308 Possessionen).Nach Zählung von 1847 sind ? Einwohner incl.Juden,1 katholische Kirche,Pfarrwohnung im Kloster,1 Schule,1 evangelische Kirche,1 Pfarrhaus,1 Schulhaus,1 Gemeindhaus,1 Spritzenhaus mit 1 großen,1 mittleren und 1 kleinen tragbaren Feuerspritze,1 Mahlmühle mit 4 Gängen,1 Wassermangel,früher 3 Bleichen,welche aber eingegangen sind,Apotheke,3 Torfgräbereien des Gesher,Finger und Latzkes.Bis circa 1815 bestanden 2 Bleichen,welche aber dann eingegangen sind.An herrschaftlichen Gebäuden,1 Schloß nebst Stallgebäuden,1 Gallerie,1 Theater,1 Herrenhaus No.17,1 Bade Armen Anstalt No.197,1 Theil des Klosters,1 das Lange Haus,1 Bade Bureau und Beamten Gebäude,1 Gärtnerwohnung nebst Fruchthäusern,1 Bademeisterwohnung im Klosterhofe, 1 Wannenwärterwohnung daselbst.Das Apothekengebäude wurde 1813 verkauft,und gehört nun zu den Gemeindehäusern No.?,1 Holzverwalterhaus,1 Brauhaus,1 altgräfliche Vorwerk,seit ? cassiert,1 neugräfliches Vorwerk,1 Douchehaus mit Bademeisterwohnung No.58,1 Wasserhaus,2 Bäder,das Grüttnersche Haus No.177,1 Kursaal,der goldene Adler No.60.In der Gemeinde Warmbrunn befinden sich Communal Brücken und Stege.1384 laut eines Lehnbriefes war in Warmbrunn ein Vorwerk zu diesem ist unterm 25.Februar 1628 vom Domin.die Scholtisei und den 25.April 1714 das Felsische Bauergut gekauft worden.Von diesem Vorwerk ist der Gerichtskretscham abgezweigt und die Aecker beim Gerichtskretscham gelassen worden.Die herrschaftlichen Vorwerksgebäude,welche 1842 niedergerissen wurden,standen auf dem Felseschen Gute,welches wie gesagt 1714 vom Dom.gekauft worden ist,der Gerichtskretscham aber wo sonnst die Schölzerei gestanden.
1401 kam wie oben gesagt Warmbrunn durch Kauf zur Herrschaft Kynast.1403 wurde wie ebenfalls oben gesagt,die Probstei gestiftet.1418 wurde der Kretscham als das erste öffentliche Wirthshaus gebaut.1452 verkauft Hans von Nimptsch zu Jauer den ihm hier gehörigen Kretscham und Garten der Probstei.1491 brandten 36 Wohnungen ab,das Dominium schenkte den Abgebrandten das erforderliche Bauholz.1537 wurde das sogenannte Lange Haus vom Abt Michael erbaut.1547 brandte die Kirche und Probstei ab.1552 d.2.Dezember wurde Lorenz Klemt von hier,wegen Diebstahl in Hermsdorf gerichtet.1567 riß der Zacken 9 Häuser weg.1558 d.23.Febr.brandten 13 Wohnungen ab.1576 erhielt das probsteiliche Bad von Prälat Ebert eine steinerne Umfassung.1582 d.28 November brandten 8 Häuser und 5 Scheunen ab.1591 d.24 Juny riß der Zacken 5 Häuser weg.1596 d.21 May desgleichen 17 Häuser.1601 wurde in der Kirche die herrschaftliche Familien Gruft erbaut.1606 d.3.Maerz wurde Vinzens Cyrus aus Camerswaldau von Georg Hornig auf dem Probsthof erstochen,der Mörder wurde den 19.April in Hermsdorf mit dem Schwerdte gerichtet.1608 d.2.Juny führte der Zacken 150 stöße Holz vom Floßplan fort,und verursachte sonst vielen Schaden.1616 d.13.Januar brandten 13 Häuser und 7 Scheunen ab.1617 d.20.April ward die Hedwig Scholz von hier,wegen Ehebruch und Diebstahl in Hirschberg mit dem Schwerdt gerichtet.1620 d.26 November kamen 200 Kosaken anher,welche viele Grausamkeiten verübten.1622 desgleichen,welche plünderten und mordeten,die Einwohner flüchteten sich ins Gebirge.1627 den 3.Februar brandten 7 Wohnungen ab.1627 wurde das große Bad überbaut,d.7 September stürzte das noch nicht fertige Rundell ein und erschlug 11 Personen im Bade.1629 lagen kaiseliche Soldaten im Quartier,welche schreckliche Forderungen machten.1633 d.19.July plünderten kaiserliche Soldaten,und mordeten 3 Männer,2 Frauen und 1 Mädchen.1649 befanden sich 11 Katholische allhier.1671 d.8.September kam die Fürstin von Brieg nach Warmbrunn,auf dem Kynast wurden wegen dieses Besuches die großen Stücke gelöst.1687 besuchte die Königin von Polen Warmbrunn,sie wohnte im Schlosse.1691 brandte die Probstei mit mehreren Gebäuden ab.1692 wurde das probsteiliche Bad mit dem gegenwärtigen Gebäude vom Abt Rosa überbaut.1697 den 22.October wurde die Linde im Kloserhofe,unter welcher die Probstei gestiftet worden ist umgeworfen,sie war über 300 Jahre alt.1698 war das Probstbad für 1000 Gulden verpachtet.
Schon längst unter kaiserlicher Regierung ist in Warmbrunn am Palmsonntage eine Art von Markt gehalten worden,welcher sich anfänglich lediglich auf die Händler der Herrschaften Kynast,Greiffenstein und Giersdorf beschränkt zu haben scheint.Unterm 29.Januar 1733 hat die Gemeinde Warmbrunn außer dem Palmsonntag noch 2 Jahrmärkte jährlich abhalten dürfen,welches derselben höheren Orts abgeschlagen,jedoch unterm 15.April 1760 auf nochmaliges Bitten erlaubt wurde,welche aber später in den 1790ziger Jahren auf die Beschwerde der Stadt Hirschberg wieder eingegangen sind.1702 bestand schon die Glasschneide Innung,welche für den Schutz und die Vorechte dem Dominio jährlich 9 Gulden Zins zahlte.1728 wurde dieser Zins auf 20 Gulden und 1810 auf 13 Thl.10Sg.festgesetzt.Auch von anderen Professionisten bestanden Innungen oder Zünfte,welche durch das Gewerbesteuer Dict.vom 2.November 1810 aufgehoben worden sind.1702 den 14.July war der Zacken in Folge eines Wolkenbruches und damit begleitenden Gewitter so groß,daß das Wasser bis an die Fenster des Probstbades ging,sämtliche Brücken,5 Häuser und 600 Stoß Holz wurden weggeführt.1707 d.21.October wurde vom H.Grafen Joh.Anton Schaffgotsch mit der Probstei,über verschiedene Punkte ein Vergleich geschlossen,und vom Kaiser Joseph I.confirmirt.1709 d.11.April wurde der Grundstein zum katholischen Kirchthurm gelegt,und schon 1710 d.25.September der Knopf aufgesetzt.1711 d.7.September brandte die Kirche und das Kloster ab.1714 d.4.November wurde die neu erbaute Kirche eingeweiht.1717 wurde das große Bad 6-eckig eingefaßt.um das Eindringen des kalten Wassers zu verhindern.1717 wurde das Schwitzbad daneben gebaut,welches 1802 weggerissen wurde.1724 wurden an die Stelle der 1697 vom Sturm geworfenen Linde 2 steinere Statuen aufgestellt.1728 ward die große Feuerspritze angeschaft,wozu der H.Graf Hans Anton Schaffgotsch 100 Thl.schenkte.1742 wurde das erste evangelische Bethaus von Holz auf ein erkauftes Stück Acker gebaut und dem 18.Maerz 42 eingeweiht.1744 wurden in Warmbrunn die ersten Kartoffeln abgebaut.1747 d.4.August wurde die Accise hier eingeführt,bald danach aber wieder abgeschaft.1749 starb die Gärtner Witwe Maria Breth 104 Jahr alt.1749 wurde das evangelische Schulhaus gebaut.1754 d.4.October brandte die Färbe nebst einigen anderen Gebäuden ab,sowie auch das Dach der Pfarrwohnung.Das Schloß kam in Gefahr.1756 wurde die Accise neuerdings eingeführt.1757 ward der steinerne Kranz auf dem katholischen Kirchhof aufgesetzt.1757 starb George Talke 100 Jahr alt.1757 Vor alten Zeiten existierte hier eine Badegerechtigkeit,wozu die Gemeinden Petersdorf,Schreiberhau,Wernersdorf,Agnetendorf,Hermsdorf zugeschlagen waren und welche das Dominium zu besezten hatte.1757 kaufte Gfr.Seliger den Antheil Schreiberhau,Petersdorf und Wernersdorf von dieser Baderei.1760 den 15.April beabsichtigte die königliche Kammer in Glogau den Ort Warmbrunn zur Stadt zu erheben,und sollten demnach Magistrats Personen aufgestellt werden,zu deren Besoldung das Dominium 2/3 und die Gemeinde 1/3 beitragen sollte wogegen aber beide Dominia protestlich,daher dieses Project nicht in Ausführung kam.1809 wurde dieser Gegenstand von der Gemeinde und den Deputierten wieder hervorgerufen,indem dieselbe bei der königlichen Verzinsung in Liegnitz um Bewilligung des Stadtrechts einkam.Der damalige Kriegsrath Corvinus sehr für die Erhebung Warmbrunns zur Stadt eingenommen,übersandte den Gerichten und Deputierten die Stadt Verordnung vom 19.November 1808.Die Dominia traten mit Darlegung der Gründe dagegen auf und führten unter anderem an,daß Warmbrunn blos Dorf sei,und unterm 8.Januar 1795 ein Vergleich mit Hirschberg errichtet worden,nach welchem sich die hiesigen Professionisten bei den Mitteln in Hirschberg incorporiren lassen,und daher hier in Warmbrunn keine Innungen und Zünfte bestehen,auch der Ort bezüglich der Feuer Societaet bei dem Lande stehe.Hierauf verfügte die königliche Regierung zu Liegnitz unterm 26.May 1809,daß da Warmbrunn nur ein Dorf sei,die Städte Ordnung daselbst nicht Anwendung finde.Die Gemeinde,hiermit nicht beruhigt,trug wiederholt um Bewilligung des Stadtrechts an,wozu ihr der Kriegsrath Corvinus rieth.Dieser veranstaltete im Auftrage der Königlichen Regierung eine Untersuchung worinn es sich ergab,daß 122 Stimmen für und 157 Stimmen gegen die Erhebung des Ortes zur Stadt ausfielen.Und auf die von den beiden Domin.in unterm 2.August 1810 bei der königlichen Regierung zu Liegnitz deshalb gemachten Vorstellung,entschied dieselbe unterm 27.Februar 1811,daß aus verschiedenen Rücksichten der Ort nicht zur Stadt erhoben werden könne,sondern beim ländlichen Kreise verbleiben müsse.In mehreren Rescripten Amtsblättern etc.,sowie auch in der Urkunde über die Erhebung der Herrschaft Kynast zur freien Standesherrschaft d.d.Berlin d.15.April 1825 wird Warmbrunn Stadt Warmbrunn genannt.
1763 stifteten die Eltern des Carl August Unverricht in der evangelischen Kirche eine jährlich den 3 October abzuhaltende Gedächnispredigt.1765 d.21.Decbr.erschien für Warmbrunn eine königliche approbat.Feuerlösch Ordnung.1773 d.8.Juny kaufte Fried.Benj.Tschortner die Apotheke für 416 Thl.1773 im May bei angeschwollenen Zacken fuhr die gräfliche Herrschaft mit dem Geistlichen aus Voigtsdorf kommend über die große Brücke,diese stüzte ein,und nur mit Mühe ward die Herrschaft dadurch gerettet,daß die vorderen Pferde,welche schon über der Brücke waren,den Wagen schnell hielten.1774 wurde bei der evangelischen Kirche ein Glockenhaus gebaut und die 3 angeschafften Glocken in dasselbe gehängt.1774 wurde ein evangelischer Kirchhof auf ein Stück gekauften Acker bei der Kirche angelegt und d.21.May eingeweiht.1774 ist die evangelische Kirche ganz neu und massiv,mit einem anstoßenden Thurm gebaut worden.Der Thurm beinahe fertig stürzte 1776 den 6.September Nachmittag 3/4 3 Uhr ein,ohne jemanden zu beschädigen.Die Kirche wurde d.31.October 1777 eingeweiht.1774 d.11.Dezember riß ein starkes Thauwetter alle Brücken und Stege weg.1774 d.2.August schloß das Domin.mit der Gemeinde einen Vergleich über verschiedene Differenzien von 61.§worin bezüglich der Abgaben des Gnadenholzes,der Laudemien.Brücken und Wege Bauten,Feuerlösch Instrumente,Professionisten,Gerichtsboten,Dienst beim Badebau und Freibad,Amtssportel,Loslassungsbrief,Hypotheken Bestallung,Transmigrations Schein,Hofedienste,Inquisitions Kosten,Ackertage und Hofedienstefuhren,Gartentage,Schloß Reinigungsstage und dergleichen.Der Vergleich befindet sich in der Hauskanzellei Schrank IV.Fach 4.1776 Einstürzten des Thurmes.1777 wurde die neu erbaute Kirche d.31.Oktober eingeweiht.1777 d.27.Octb.nachts 11 Uhr brandte das herrschaftliche Schloß,die Schmiede,Becker,Exners und Tischler Neumanns Haus sowie Christoph Ziegerts Bauergut ab.1779 wurde der Bau des eingestürzten Thurmes vollendet,die 3 Glocken und 1 Uhr auf denselben Gebracht.Der Kosten Anschlag der Kirche und Thurm war 5910 Thaler 23 Sg.Das Domin.schenkte dazu viel an Materialen und an baaren Geld.1781-1783 wurde die neue Straße von Warmbrunn nach Hirschberg durch Herischdorf angelegt und gebaut,früher ging solche seitwärts Herischdorf durch die Felder.1784 wurde der Bau des Schlosses angefangen,die 10 Robotspflichtigen Gemeinden verweigerten dabei Hofe-Handdienste zu leisten.Dieser wegen mußten sie durch Militär gezwungen werden,welche so dann die durch das Militär verursachte Executions Kosten mit bezahlen und die Dienste leisten mußten.Mit der Inneren Einrichtung des Schlosses wurde solches erst 1800 völlig fertig.1785 d.7.July wurde des Parcequero Reichsteins 8jähriges Mädchen vom Blitz erschlagen.1785 d.1.September ersäufte sich der Pfefferküchler Scholz.1785 kam der Wachtmeister Georg Roth als Feuerbürgermeister nach Warmbrunn,dieser Posten ging später mit dem Tode des Feuerbürgermeister Madras wieder ein.1787 entstand zwischen der Stadt Hirschberg und dem Domin.Warmbrunn über die Befugniß Kauf-und Handelsleute,Künstler und Professionisten in Warmbrunn zu halten ein Prozeß.1790 d.1.September früh 11 Uhr kam der Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen anher,speißte auf dem Schlosse und fuhr um 4 Uhr wieder ab.1791 wurde die große Zackenbrücke neu gebaut.1792 d.6.September schlug der Blitz in den evangelischen Kirchthurm,ohne jedoch zu zünden.1794 ließ der H.Graf Schaffgotsch die Orgel in der evangelischen Kirche für 300 Thl.staffiren und schenkte der Kirche noch 100 Thl.extra.1794 im Juny bei einem Gewitter mit Sturm,zerschmetterte der Blitz bei dem Hause No.142 eine große Linde,der Sturm warf die an der großen Brücke stehende Baude in den Zacken,doch so,daß sie Aufrecht zu stehen kam,und in der Baude kein Schaden angerichtet war.1795 d.8 Januar schloß das Domin.Warmbrunn mit der Stadt Hirschberg bezüglich der Kaufleute und Professionisten einen vergleich,nach welchem in Warmbrunn 5 Kauf-und Handelsleute existieren dürften,welche einen jährlichen Zins an die Cämmerei Casse in Hirschberg zahlen müssen.Künstler und Handwerker dürfen nur in Warmbrunn bestehen 1 Apotheke,2 Chyrurgen,12 Schneider,4 Flickschneider,24 Schuhmacher,8 Schuhflicker,1 Töpfer,2 Böttcher,4 Tischler,7 Fleischer,9 Bäcker,1 Färber,1 Kammacher,1 Kürschner,1 Uhrmacher,1 Paruquer,1 Seifensieder,1 Seiler,1 Strumpfwirker,1 Sattler,1 Riemer,1 Glaser,1 Schlosser.Alle diese Proessionisten müssen in die Gewerkslade nach Hirschberg im Quartal Geld a 3 Thl.zahlen.Die Lehrjungen sollen beim Hirschberger Mittel aufgenommen werden.Dieser Vergleich ist aber durch das Gewerbe Steuer Edict.vom 2.November 1810 worinn die Innungen aufgehoben werden mit aufgehoben worden.1796 unterm 26.Januar schenkte das gräfliche Domin.an 21 Hausbesitzer,welche massive Schornsteine bauen sollten Jedem die Hälfte der dazu nöthigen Mauerziegel.1796 wurde die Allee auf ein von dem Bauergut No.1 eingetauschten Streifen Boden angelegt,sie ist über 600 Schritte lang.1796 d.21.Februar ersäufte sich der Fischer aus der Probstei.1796 d.4 April ertrank der Postbote Streckenbach.1797 wurde die herrschaftliche Gallerie erbaut.1798 schaffte die Gemeinde eine neue Feuerspritze für 351 Thl.an,hierzu gab das Domin.nach dem Vergleich von 1774 den 4.Theil mit 87 1/2 Thl.und noch ein actia Geschenk von 50 Thl.1800 d.17.August beehrt Ihre Majestaeten,der König Friedrich Wilhelm III.mit der Königin Louise den H.Grafen mit einem Besuche.Vor dem Schlosse waren 3 Ehrenpforten und mehrer Pyramide erbaut,welche so wie die Allee und Gallerie mit mehr als 12000 Stück Lampen illuminiert waren.Die Königin tanzte in der Gallerie mit dem H.Grafen.1800 d.10.August erschoß der Accies Einehmer Lehfeld unvorsichtigerweise den herrschaftlichen Förster aus Hain auf der Jagd.1800 wurde das probsteiliche Bad erweitert.1801 in der Nacht vom 15./16.October wurden beim Kaufmann Richter 1500 Thl.Silbergeld,50 Friedridor mehrere Ducaten und Medaillen zusammen an Gelde 2500 Thl.gestohlen.1801 wurde das katholische Schulhaus ein Stock von Bindwand aufgesetzt.1801 errichtete der Handelsmann Grutner bei seinem Grundstück No.213 ein Stahlrad,welches aber beim Brande 1840 wieder einging.1801 wurde ein neues Gemeindehaus gebaut.Das Dom.schenkte dazu laut Resol.vom 2.November 1800 28 Thl.und 1/3 des Bauholzes.Der Bau hat über 700 Thl.gekostet und später hat das Dom.noch 10 Thl.am Reste erlassen.Im ganzen hat das Dom.117 Thl.21 Sg.1pf.geschenkt.1802 d.?.Dezember brandte beim Bauer Hilscher(?)die Scheune ab.1802 baute der H.Graf das Douche Haus mit Bademeisterwohnung,Wannenbade,Electrisch Maschine,dazu wurde von dem Hause No.81,468 1/2 Ellen Boden gekauft.1802 wurde das herrschaftliche Brauhaus neuerbaut,und später 1810 ein Tanzsaal darin angelegt.1803 d.15.July schenkte das Domin.zum Bau 24 massive Schornsteine den betreffenden Hausbesitzern 15000 Stück Mauerziegel und 1804 den 14.May nochmals zu solchen Bauten 10000 Stück Ziegel.1803 d.4.,5.,und 6.September feierte die Probstei das 400 jährige Bestehungs Jubiläum.1804 d.von 13.bis 15.Juny war der Zacken,so wie die übrigen Wasser weit und breit so groß,daß alle Brücken und Stege außer der großen Brücke und mehreren Häusern weggerissen wurden.1804 wurde dem Schornsteinfeger Kynzel laut Resol.vom 25.May aufgegeben während der Badezeit seinen Aufenthalt in Warmbrunn zu nehmen.1805 erschien das erste Bade Reglement.1809 d.10.July starb der herrschaftliche Tafeldecker Reuss,welcher in seinem Testamente den Orts Armen ein Capital von 2400 Thl.bestimmte.1810 wurde an das Brauhaus ein Tanzsaal gebaut.
Mehrmals ist der Zacken stille stehen geblieben und zwar: 1703 d.17.Maerz früh 3 Stunden,1746 im Maerz,1773 d.19.Maerz 4 Stunden,1785 d.3.Dezember 3 Stunden,1797 d.3.Maerz früh 2 u.d.19.Maerz 2 Stunden,1810 d.10.Dezember früh 2 Stunden,so daß die Mühlen ruhen mußten.Es wird folgende Ursache als muthmaßlich angegeben.Der große Zacken ergießt sich zwischen dem ? und dem Felsberg auf dem Gebirge bei Schreiberhau in einen 60 fuß weiten Kessel,dessen Tiefe noch nicht ergründet ist,und daher vielleicht unterirdischee Abflüsse haben mag,welche den Stillstand des Zackens veranlassen.
1810 d.28.Juny erschien die Polizei Ordnung für die Bäder.1810 laut Edict.vom 30.Oktober wurden fast sämtliche Klöster in Schlesien und folglich auch die hiesige Probstei aufgehoben.1811 ist neben der Allee zur Gallerie ein Trottoir angelegt worden.1812 den 28.September kaufte der Herr Graf Leopold Gotthard Schaffgotsch die 1403 gestiftete Probstei vom Fiscus für 61952 Thl.20Sg.7pf.zurück,und kam nun wieder an das Gräfliche Schaffgotsch`sche Haus.1813 verkaufte der H.Graf das zur Probstei gehörende Apotheker-Gebäude an die Kommerzien Räthin Strauck für 2400 Thl.,welches Haus nun in die Gemeinde Nummern zutritt.1814 wurde der aus dem langen Hause über die Straße in das Probsteibad führende hölzerne Gang cassiert.1814 sind vom katholischen Kirchhofe einige Ellen Boden so weit abgestochen worden,daß die neue Kirchhofsmauer,eine grade Linie vom Langen Hause bis zum Thurm bildete,sonst stand die Kirchhofsmauer etwas vor.1814 d.8.November fiel der Häusler und Papiermachergesell Chr.Wilhelm Hesse in den Hallergraben und ertrank.1815 wurden die alten vom langen Hause etwas abstehenden Krambuden weggerissen,und vom niedern Ende des Langen Hauses bis zum Glockenthurm 20 neue Buden in einer Linie erbaut,wovon mehrere an die neu errichtete Kirchhofmauer zu stehen kamen.1815 starb der Hoflavatier Herr von Hain,welcher den Armen 50 Thl.vermacht hat.1816 wurde der evangelische Kirchthurm gedeckt und der durch den hiesigen Gürtler Tielsch im Feuer vergoldete Knopf,wozu das Domin.50 Thl.schenkte,den 17.September aufgesetzt.1817 wurde die Straße von der Salzbrücke an durch Warmbrunn durch Wegnahme von Gartenstücken und Einrücken der evangelischen Kirchhof-und katholische Klostergarten-Mauer erweitert.Für die weggenommenen Streifen Gärten,wurden die Besitzer entschädigt.1817 ist auf dem sogennanten Neumarkt der Mälzerteich zugeschüttet,und statt dem hölzernen Rohrtroge eine steinerne Röhrbich für 425 Thl.13Sg.angeschafft worden.Das Dom.gab dazu 60 Thl.1817 wurden zur Beleuchtung des Ortes vom Domin.14 Laternen angeschaft,welche von demselben unterhalte´n werden.1817 sin die Fleischbänke von der großen Zackenbrücke unter die Klostermauer verlegt worden,das Domin schenkte dazu das Material,und zu einem Keller unter dieselben noch 2000St.Ziegel.1817 wurde das Haus No.?neu gebaut und 1844 durch bedeutende Bauveränderung zum Hotel de Preusse umgeschaffen.1817 schenkte der ehemalige Tischlergeselle nachherige Kaufmann Joh.Gottfried Koppich der evangelischen Kirche ein Capital von 1000 Thl.und 1820 nochmals 1000 Thl.mit der Bestimmung,daß jedes Jahr am 3.Pfingstsonntage eine Gedächtniß Predigt gehalten,und 5 Kinder von Saalberg und 5 Kinder von Agnetendorf jedes 2 Gulden mit einer Bibel erhalten soll.2 Lehrlinge in Warmbrunn sollen durch 3 Jahre jeder 4 Thl.erhalten.Ein armes unbescholtenes Mädchen,die Braut ist,zur Aussteuer 8 Thl.24 arme evangelische Bewohner aus Warmbrunn besonders Wittwen jede 1 Thl.12 arme Schulkinder Schuhe,Strümpfe auch etwas Geld.Jedes Schulkind eine Semmel.Kopprich starb den 18.Februar 1820 in einem Alter von 80 Jahren 3 1/2 Monat.1817 wurde die Straße vom Bade Polizey Gebäude bis auf den Markt mit Quadersteinen gepflastert.1818 ist das hölzerne Wasserhaus über dem Mühlgraben abgebrochen,und ein massives an die Stelle erbaut worden.1818 wurde das auf dem Neumark befindliche alte Spritzenhaus cassiert,und an der Klostermauer ein massives dafür erbaut.Das Domin.gab das benötigte Material.1818 im July brandte des Seibts Schmiede ab.1818 in der Nacht vom 4./5.Februar wurden dem Kaufmann Conrad mittels Einbruch,aus dem Gewölbe eine bedeutende Summe Geld,Pfandbriefe und Staatsschuldscheine gestohlen.1818 baut das Dominium die Bade Armenanstalt auf das gekaufte Grundstück No.197,wozu auch noch von dem Haus No.32 ein Stück Garten gekauft wurde,Den 22.Juni ward der Grundstein gelegt.1818 d.2.Juny nachts wurde die katholische Kirche von einem gewissen Grün allhier bedeutend bestohlen.Die gestohlenen Sachen sind jedoch meistens zurück erhalten worden.1819 kaufte das Domin.aus dem Ansorgschen Garten eine Wiese für 55 Thl.1819 wurde das hiesige Königliche Accies Amt,in ein zum Haupt Steuer Amt in Liebau geschlagenes Unter-Steuer Amt umgeformt.1819 d.26.Februar brandte das Haus des Siebelt No.? ab,kurze Zeit darauf erhing sich der Besitzer aus Schwermuth.1819 wurde im Kloster ein Reinigungsbad gebaut,resp.angelegt,und in 2 Theile für die männliche und weibliche Classe getheilt.1819 d.6.May erschien die neue Bade Polizei Ordnung.1819 im May ertrank die Tochter des Joseph Bothmischal.1820 d.10.Februar starb der gewesene Häusler Glieb.Klein, 95 1/4 Jahr alt.1820 wurde auf das neugräfliche Bad ein neuer Knopf gesetzt.1821 d.13.Juny wurden unter der Direction des Kynast Gerichts Amtes Gemeinde Deputierte gewählt und d.15.October in accion Dienst gesetzt.1821 d.7.July ertrank der 2 1/2 jährige Sohn des Schuhmachers Rösel.1821 kaufte die Bade Commission das Seidelmannsche Haus No.62,welches behufs eines Brückenbaus der Straßenerweiterung weggerissen wurde.1821 den 18.November wurde von der königlichen Regierung zu Liegnitz Warmbrunn mit zur Binnenlinie geschlagen;vom Dominio zu der Badecommission wurde bezüglich des Nachteils,welche der Badeort dadurch beide Vorstellungen gemacht.Warmbrunn außer der Binnenlinie zu lassen,allein laut Regier.Rescripts v.13.Maerz 1822 ohne Erfolg.1821 d.17.April brandte das Ehrenfr.Schöckels Haus ab.1822 kaufte das Domin.das Grüttnersche Haus No.177 für 2400 Thl.mit 12 Rht.Aecker.1822 wurden mehrere feststehende Buden links am Eingange in die Allee gebaut.Die Besitzer entrichteten davon einen jährlichen Zins,der Grund und Boden aber blieb herrschaftlich.1846 wurden diese Buden behufs einer anzulegenden Colonade weggerissen.1822 d.19.und 20.Juny wurde der Neumarkt durch Abgabe einige Streifen Garten,von den angrenzenden 3 Hausbesitzer gegen Entschädigung,vergrößert,zugleich aber auch der Weg zwischen dem Hause No.? durch Abnahme eines 3 Ellen breite Streifen vom Apotheker Garten erweitert.1822 den 21.October feierte das Warmbrunner Müller Mittel das 100jährige Jubiläum im Gasthof zum schwarzen Adler.150 Personen waren zu Tische.1822 ist die große Zackenbrücke neu erbaut,und einige Ellen von der alten Stelle,gegen Osten verlegt worden,zu welchem Behuf beide Ufermauern neu gebaut werden mußten.1822 d.8.Maerz ertrank das Dienstmädchen Hedwig Kurz aus Hennersdorf,welche beim heftigen Sturm über den sogenannten Treppensteg,später nun fahrbare Brücke,in den Zacken geworfen wurde.1822 d.10.September legirte der Commandeur Herr Graf Carl Wenzel Schaffgotsch für die Ortsarmen einen Pfandbrief von 1000Thl.1822 empfahl der Besitzer des Landhäuschens in öffentlichen Blättern den bei ihrem Gebäude befindlichen Louisenbrunnen zum Gebrauch,welcher besondere Heilkräfte gegen Krampf,Gicht,Schlag,besitze.Der Brunnen,welcher nur sehr wenig in Anwendung gebracht worden,ging wieder ein.1822 d.16.July starb die Witwe Mar.Ros.Grossmann 90 Jahr alt.1822 wurde der katholische Kirchthurm gedeckt und den 22.August der Knopf aufgesetzt.Der Bau kostete 324 Thl.2 Sg.2 pf.1823 wurde an der Morgenseite des neugräflichen Bades das Leopold oder Armenbad angebaut,d.26.April der Grund gelegt,durch unterirdische Rohre wird das Badewasser aus dem neugräflichen in das Armen Bad geleitet.D.16.Maerz 1824 wurde dasselbe eingeweiht.1823 d.10.May feierte der gräfliche Haus Secretair Klapper mit seiner Gattin das 50 Jahre Ehejubiläum,und sein 50jähriges Amts Jubiläum.1823 d.17.May wurde dem Glashändler Heinrich Scholz ein durch das einige Ellen Weiterverlegen der großen Zacken Brücke,bei seinem Hause entstandene Stück Aue zu einem Gärtchen für 20 Thl.verkauft.1823 wie bereits gesagt,wurde der erste Palmsonntag Markt mit auf dem Neumarkt abgehalten.1824 d.27.October ist mit königlicher Bewilligung in dem 1819/20 neu erbauten Hause des D.Schmitt No.?eine Freimaurer Loge errichtet worden,welche aber da der D.Schmitt von hier wegzog 1831 wieder einging.1825 fingen die Hausbesitzer an ihre Häuser mit Schildern z.B.Stadt Rom,Wien,Venedig,etc.zu bezeichnen.1825 ist auf dem katholischen Kirchhofe eine massives Leichenhaus erbaut worden,ohne jedoch dadurch der Kirche eine Last der Instandhaltung aufzubürden.Die erste,den 29.Juny 1826 in dasselbe gebrachte Leiche,war eine als Badegastin hier verstorbene Klosterjungfrau aus Liebenthal.1825 baute das Dominium in eine der 1818 erbaute Holz Remisen 1 Brandweinbrennerei,welche mit dem Brau Urbar verpachtet im Jahre 1842 aber wieder cassiert,und das Locale später zur Stallung für den Brauer eingerichtet wurde.1826 baute der Glaeser aus Flinsberg auf eine vom Bäcker Schirmer No.?für 500 Thl.erkauften Stück Garten ein ganz neues Haus No.501.1826 d.5.April verlor der evangelische Kirchenwächter Johann Gottlieb Linke durch einen ungl.Fall beim Abendläuten nach 36 Stunden sein leben.1827 wurde an die Stelle des sogennaten Treppensteges bei der Bade Armen Anstalt,eine neue fahrbare Brücke gebaut,das Domin.schenkte das Holz dazu.1827 ist der Wasserspiegel im neugräflichen Bade so viel erweitert worden,daß 4 Personen mehr Platz in demselben finden.1827 wurde die evangelische Kirche innwendig geweißt und die Bühne staffiert,wozu der H.Graf 50 Thl.schenkte.1828 d.28.April wurde das 100 Jahr Jubiläum der angeschaften großen Feuerspritze gefeiert,die Spritze wurde neu angestrichen bekranzt mit 4 Pferden auf den Schloßplatz gebracht,und dort eine Pice über den Ursprung dieser Spritze abgelesen.Das Domin.schenkte der Spritzenmannschaft 1 Achtel Bier.1828 d.27.August fiel der 6jährige Sohn des Schuhmachers Fr.Wilhelm Menzel vom Farbenstege in den Zacken und ertrank.1828 d.30.October brandte das Döringsche Bauergut ab.1829 d.2.Juny veränderte sich das ins blaue schimmernde Wasser im großen Bassin in eine wolkenartige Substanz,in der Nacht vom 2./3.Juny,weil man eine Erderschüttung auf der Koppe wahrgenommen habe.1830 ward im Klostergebäude ein russisches Dampfbad errichtet,welches aber,da es die Kosten nicht deckte 1837 wieder cassiert und die Zimmer zur Beamten Wohnung eingerichtet wurden.
1830 d.18.Juny brachte der königliche Superintendent Nagel in Hirschberg den Vorschlag eine Zeichen-und Gewerbeschule in Warmbrunn zu errichten,und bat das Dominium um ein Locale und um Feuerungsmaterial.Ein Local dazu konnte in ermangelung desselben nicht bewilligt werden,dagegen aber der Anstalt auf 2 Jahr jährlich 8 Klafter Flößholz zugesichert.Mit dem 1.October 1830 trat solche ins Leben,und wird jährlich das Winterhalbjahr fortgesetzt,dem Glasmaler Fintsch wurde von der königlichen Regierung die Leitung derselben übertragen.Nach einem an die königliche Regierung erstatteten Berichte vom 12.Februar 1831 ist die Errichtung der Schule folgende.Die Schule,welche in 3 Klassen eingetheilt sind,bezahlen pro Person in der 1ten Classe 4 in der 2ten 2Sg.in der 3ten Classe wird der Unterricht im Zeichnen frei gegeben.Anfänglich wurde im Langen Hause von freiwilligen Beiträgen ein Local gemiethet,zu dessen Benutzung das Domin.die versprochenen 8 Klafter Holz gab.Die königliche Regierung unterstütze die Anstalt mit einem Geschenk von 25 Thl.Die Unterrichtsstunden sind jeden Sonntag und Mittwoch in 2 Abtheilungen von 1 bis 3 und von 3 bis 5,in den Monaten Juny bis incl.September findet kein Unterricht statt.Von Wohlthätern wird die Anstalt theils durch Geldbeitrag,theils durch Zeichnungen unterstützt.Die Zahl der Schüler beläuft sich im 1.Jahr über 60.Den 19.November 1831 schenkte die königliche Regierung der Zeichen Schule 43 Vorlageblätter.Unterm 28.November 1831 versprach das Domin.in einem Bericht an die königliche Regierung,den angemessenen Zeitverhältnissen und Umständen gemäß für die Zukunft die Zeichenschule noch anderseits zu unterstützen,welches auch auf das jedesmalige Gesuch des Fintsch bis jetzt jährlich mit 8 Kl.Holz geschehen ist.
1830 d.20.August bewilligt das Dominium der Gemeinde hinter den Fleischbänken einen Platz zur Erbauung eine Reserve Holz Remise in so lange,als solche das Dominium nicht selbst bedarf und schenkte für diesesmal zum Bau 16 Stück Sparrenholz.1830 d.18.Jan.starb der pensionierte Herr gräfliche Rent.Director Ringelhan 73 1/4 Jahr alt.1831 d.29.August brandte das Bessersche Bauergut Nachmittags durch Gewitter Einschlag ab.1831 d.11.Februar starb die verwittw.Salz Factor.Joh.Elisabeth Heiden,90 Jahr 1 Monat.1831 d.6.April starb die Bedienten Wittwe Heinrich 92 Jahr alt.1831 d.28.August starb der Landschaftsmaler Anton Pelz,92 Jahr alt.1831 d.3.August fuhr der Kutscher eines hier angekommenen Badegastes bei angeschwollenen Zacken mit dem Wagen in denselben,der Wagen stürtzte und der in demselben sitzende Hausknecht aus dem schwarzen Roß ertrank,sowie die Pferde,der Kutscher wurde gerettet.1832 in der Nacht vom 18./19.July wurde im Breslauer Hofe der Kutscher Gottlieb Altmann aus Oberneundorf von dem Lohnkutscher Baudisch aus Hirschberg so geschlagen,daß er eine Stunde darauf starb.Baudisch wurde gefänglich eingezogen.1832 In der Cholera Zeit ward im hiesigen herrschaftlichen Fruchthaus eine Contumaz Anstalt(Quarantäne) eingerichtet.Das Domin.schenkte der Gemeinde laut R.von 12.Januar einen Kosten Rest von 20Thl.1833 sandte die königliche Regierung 2 Medaillen zur Vertheilung an 2 Schüler.1836 d.1.October wurde die Zeichenschule in die Wohnung des etc.Fintsch,zum Schlößchen,verlegt.1833 d.16.Januar brandte durch ruchlose Hand die Schloß Vorwerksscheune mit bedeutenden Getreide Vorrath ab,worauf der Hof cassiert und die Aecker größtentheils zum neugräflichen Vorwerk geschlagen,die entfernten Aecker aber verpachtet wurden.1834 wurde ein Theil des Klostergebäudes zur Bibliothek eingerichtet und im July die Bibliothek aus Hermsdorf in dasselbe verlegt.1834 d.24.Januar starb zu Breslau S.Exellenz der regierende H.Graf Leopold Gotthard Schaffgotsch und wurde den 28.in Warmbrunn in die Familien Gruft beigesetzt.1834 d.9.May ertränkte sich wegen Geistesschwäche,die Frau des Häuslers und Kirchenvaters Joseph Dammisch,welche erst nach 14 Tagen in Tschischdorf im Bober aufgefunden und dort beerdigt wurde.1834 d.1.September ertrank der Schuhmacher Aust im Haidewasser,wahrscheinlich am Schlage,indem er trinken wollte.1835 wurde die große Zackenbrücke wieder neu gebaut.1836 wurde das Theater erbaut,d.16.Maerz der Grundstein gelegt und d.19.July schon die erste Vorstellung in demselben gegeben.1836 d.28.July ertränkte sich der vormalige Häusler und Seiler Carl Flamm,wegen Nahrungssorgen im Zacken.1836 d.2.May durch ein Gewitter schwoll der Zacken so an,daß derselbe bedeutenden Schaden anrichtete.1836 d.1.October erschien das neue Bade Reglement.1837 wurde die Straße durch Warmbrunn von der Salzbrücke bis zum Bauer Hilscher gepflastert.1837 d.10.Januar erhielt der Bäcker Grossmann die Erlaubniß beim Neubau seines Hauses den Badegraben gegen einen jährlichen Zins von 5 Sg.überbauen zu dürfen.1837 etablierte sich hier der erste Jude Heiman Schneller durch den Ankauf einer Grundbaude;ihm folgte ein 2.Jude namens Ferchel Carcel Poret.1837 d.29.November ertränkte sich im Zacken ohnweit der großen Brücke der Conditor Nicolaus Gudenz aus Hirschberg.
IM AUFBAU !!
Quelle:Bearbeiter Ullrich Junker:"Die Ortschroniken des Kreises Hirschberg wurde von mir nach Mikrofilme der Uni Breslau bearbeitet und erschienen 1993 in der Schlesischen Bergwacht."Transkription einer Handschrift aus der Reichsgräflichen Majoratsbibliothek in Bad Warmbrunn, bearbeitet von Ullrich Junker