aus dem Buch,"Schlesisches Glas-Schlesische Glässer"von Dietmar Zoedler,Bergstadtverlag 1996
Einiges zu den Glashütten im Riesengebirge
Allgemeines:
Die ersten Schlesischen Waldglashütten befanden sich schon um 1300 in den ausgedehnten Waldungen der Gebirge,wo die Glasmacher neben dem reichen Holzvorkommen auch reinen Quarzsand fanden,so für das Iser-und Riesengebirge zwischen Bober und Zacken der Flins und für das Waldenburger Gebiet die reinen Quarzsandlager bei den Zwergsteinen.Von Bedeutung war auch das Arsenikvorkommen auf dem Landeshuter Kamm,das später für die Reinigung des Glases wichtig wurde.Wie in anderen Glasgebieten so wanderten auch hier die Hütten dem Walde nach,wechselten ihren Standort von einer Flur in die andere und wohl damit auch ihren Namen.So soll die Hütte im Zackentale bei Peterdorf und Schreiberhau,bis sie 1617 von den Preusslers übernommen oder neu errichtet wurde,ihren Standort siebenmal gewechselt haben.Das Iser-und Riesengebirge kann als geschlossenes Glasgebiet betrachtet werden,zumal dort,wo die Bergzüge zusammenstossen,sich die ersten Hütten befunden haben.
Erste Glashütten im Riesengengebirge:
Quirl:
Im Quirltal soll seit dem 13.Jahrhundert ein Hüttendorf bestanden haben,dessen Überreste 1895 ausgegraben wurden.Die kleine Hüttensiedlung,nicht mehr als vier Häuser,ist im 15.Jahrhundert aus nicht geklärter Ursache untergegangen.Diese Quirlhütte soll die Urhütte der späteren im Zackental errichteten Hütten gewesen sein.
Schreiberhau-Petersdorf:
wurde erstmals 1366 urkundlich nachgewiesen,als Sydil Molsteyn die Hütte mit allen Rechten,die von alters her bestanden haben,an den "alden Kunczen glaser"verkaufte.1371 hatte dieser sie schon wieder verkauft,aber ein Jahr später wieder zurückgekauft.Erwähnt wird diese Hütte von Anton Wale in seinen Aufzeichnungen,die er "Crysopoeie"nannte,und in denen er Mitte des 15 Jahrhunderts den Gold-und Edelsteinsuchern den Weg zu "golt und ametissten"wies.Weitere Unterlagen zu den Petersdorfer Hütten finden sich nicht,doch in den Hinweisen des Anton Wale ist von dem Weg Richtung"Seywershawe"(Seifershau) die Rede,und dort werden schon 1343 Glasmacher erwähnt.
Seifershau:
Beim Verkauf des Waldes"Sifridishau"wird am 11.9.1343 dem Käufer Peter von Borau eingestanden"sunderlich mag er einen Gläser haben....".Schon vor der ersten urkundlichen Nennung der Hütte Schreiberhau werden in Seifershau Glasmacher erwähnt,die nochmals beim Verkauf des Waldes von Seifershau an den Burgherrn von Kynast Gotsche 1405 diesem zugestanden werden.Inwieweit die Hütten Quirl,Schreiberhau-Petersdorf und Seifershau nur verschiedene Standorte einer Hütte darstellen,oder ob es sich um zwei oder mehrere Hütten handelt,muss dahingestellt bleiben,doch stellen sie sicher die Vorgänger jener Hütte dar,die 1617 Wolfgang Preußler an der Weißbach errichtete.
Weitere Glashüttengründungen im Riesengebirge von 1300-1945 in kurzen Daten:
Weissbach: Herrschaft des Freiherrn Hans Ulrich von Schaffgotsch,1617 gegründet von Wolfgang Preußler(1550-1620),1620 übernahm der Sohn Hans seine Hütte(1596-1668),1668 dessen Sohn Johann Christoph Preußler(1630-1706) der 1702 neben Weissbach die Weiherberg gründete und im Wechsel mit Weißbach betrieb.1706 übernahm sein gleichnamiger Sohn beide Hütten.Johann ChristophII.(1673-1748) übergab 1738 und 1740 die Hütten an seinen Sohn George Sigmund(1751+) ab.1752 musste dei Witwe George Siegmunds beide Hütten wegen zu ausgedehnter Abholzung des Waldes auflassen.Sie gründete die Hütte Karlstal,die 1783 von ihrem Sohn Karl Christian übernommen wurde,der 1785 mit Mattern und Preller Hoffnungstal gründete.Karlstal war bis 1890,Hoffnungstal bis 1868 in Betrieb.Josephinenhütte:1841 wurde die Josephinenhütte gegründet.Sauershau:1575 gegründet von Hans Friedrich,dem Sohn Christoph Friedrichs von Kindelsdorf(bei Grüssau),schon 1583 wurde die Hütte wieder aufgegeben.Petersdorf,die seit 1862 bestehnde Firma Fritz Heckert wurde eine eigene Htte 1889 errichtet.Hartau:In Verbindung mit der Firma Bauemer/Hirschberg errichtete Hugo Stinnes 1924 in Hartau eine Glashütte,die nach dem Zusammenbruch des Konzerns als"Kristallglaswerk AG Hirschberg/Schlesien"weiter bestand

Über einige Glashüttenstandorte im Riesengebirge:
Karlstal:
Tief im Wald an der Böhmischen Grenze gelegen.Die Witwe Catharina sah sich genötigt,der Aufforderung der Verwaltung nachzukommen und übernahm 1754 die Hütte Karlstal.Die Aussichten waren aber nicht nur wegen der unglücklichen Verkehrslage höchst unerfreulich,die Hütte verfügte zudem nur über einen Ofen,der noch nicht einmal die Hälfte des Jahres befeuert wurde.Die Inspektion der Hütte 1765 durch den Kriegs-und Steuerrat Schnecker fiel so schlecht aus,daß sie-wie er sagt-"diejenige Sorte,so Kreyden-oder feyn Glas vorstellen soltte,kaum den Namen des mittelmässigen verdiente",Die überaus ungünstigen Umstände bescherten der Witwe mit ihren beiden Söhnen erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten,zu denen ungute Berater und Verwalter mit beigetragen hatten,so daß 1775 der Konkurs der Hütte angemeldet werden mußte.Nur durch den Wert der vorhandenen Ressourcen konnte der drohende Konkurs abgewendet werden.Durch diese ganze Misere waren auch die Glasveredler in arge Bedrängnis geraten,die kein veredlungswürdiges Glas erhielten.1783 übernahm beim Tode seiner Mutter der älteste Sohn Karl Christian die Karlstaler Hütte,die er schon vorher als technischer Leiter geführt hatte,sowie die verbliebenden Gutshäuser an der Weißbach.1785 errichtete er auf dem Boden der aufgelassenen Hütte an der Weissbach eine Wassergetriebene Schleifmühle und intensivierte die Leistung in Karlstal.Der Wert der Jahresproduktion in Karlstal soll damals über 4600 Taler betragen haben,auch feine,veredelte Gläser zählten dazu.Ihm zur Seite stand als Glasmacher Geselle sein jüngerer Bruder Johann Gottlieb.Nachdem es den beiden Brüdern nicht gelang ,die Zustimmung des Kameralamtes für den Wiederaufbau der alten Hütte an der Weißbach zu erlangen,gründete Karl Christian zusammen mit dem jüngerenPreller(?) und dem Schreiberhauer Glashändler Mattern eine neue Hütte,die sie Hoffnungstal nannten.1804 starb Karl Christian Preußler,und sein Sohn Christian Benjamin übernahm den gesamten Besitz.Durch Eingaben an die Liegnitzer Regierung und Innovation in seiner Hütte,versuchte er die Lage des Glasgewerbes zu verbessern.Doch erlitt er gleich am Anfang durch den Brand der Karlstaler Hütte 1808 erhebliche Verluste.Schon 1809 wurde die neuaufgebaute Hütte wieder in Betrieb genommen,und die organisatorischen Verbesserungen Christian Benjamins so wie seine fundierten Vorschläge an die Administration führten zur einer deutlichen Erholung der Gebirgsglasindustrie.Für seinen unermüdlichen Einsatz wurde er vom Preußischen König mit dem Roten Adlerorden ausgezeichnet.1840 übergab er die Karlstaler Hütte seinem Schwiegersohn Franz Pohl,der seine Tochter Amalia geheiratet hatte.Acht Jahre später,1848 starb der letzte schlesische Glashüttenmeister aus der Familie der Preußler.Trotz des Baus der Josephinenhütte betrieb Franz Pohl die Karlstaler Hütte weiter und behielt auch die Oberhand über beide Hütten,als er die Leitung von Karlstal seinem gleichnamigen Sohn bergeben hatte,und führte beide Hütten"verscheint für gräfliche Rechnung".Graf Schaffgotsch hatte,wohl um das finanzielle Engagment Pohls zu entlasten,Karlstal und auch Hoffnungstal,das 1868 aufgelassen wurde,gepachtet.Karlstal blieb bis 1890 in Betrieb.
Unter dem Weiberberge:
1702 errichtete Johann Christoph Preußler eine zweite Hütte,die im Wechsel mit der Weißbachhütte betrieben wurde.1706 starb Hans Christoph Preußler im 68.Lebensjahr,und sein gleichnamiger Sohn übernahm beide Hütten und übergab sie 1738 bzw.1740 seinem ältesten Sohn George Siegmund.Dieser starb sehr früh 1751,schon drei Jahre nach dem Tode seines Vaters."Bis zu diesem Zeitpunkt hat in dieser Familie alles mit Glück und Ruhe ungestört seinen Fortgang genommen", wie Winkler schreibt,doch die Schlesischen Kriege,die rigorosen Zoll-und Grenzbestimmungen behinderten jeglichen Handel,und zu alledem musste die Witwe von George Siegmund,Johanna Catharina Preußler,als derzeitige Besitzerin der Hütten 1752 auf Geheiß der gräflichen Schaffgotsch`schen Verwaltung wegen Holzmangels das Feuer in beiden Hütten löschen.Die gräfliche Verwaltung hatte als neuen Hüttenstandort Karlstal vorgesehen.
Weissbach:
ü
Im Zackental,bei Schreiberhau gelegen,schloss Wolfgang Preußler 1617 mit dem Freiherrn Hans Ulrich von Schaffgotsch einen Vertrag zur Errichtung einer Glasshütte,in der dem Hüttenmeister Wolfgang Preußler aus Witkowitz,"Glasemacher bey der Hohen Elbe"zwei Huben Land für 600 Taler als Erbgrund überlassen wurden.Weitere Rechte wurden Preußler gegen entsprechende Abgaben eingeräumt,und der Vertrag am 7.März 1617 in Giersdorf unterzeichnet."Noch um Martini desselben Jahres began"die Produktion.Drei Jahre später starb Wolfgang Preußler,und sein Sohn Hans übernahm die Hütte.Hans Preußler erweiterte das Hüttengut um eine Mühle und Brauerei,zu denen er von Kaiser Ferdinand III das Privileg erhalten hatte.Er starb 72jährig 1668 auf der alten Zollstraße im Weißbachtal.Sein Sohn Johann Georg Christoph übernahm die Hütte an der Weißbach,der andere Sohn Hans George gründete Freudenburg.Hans Christoph Preußler intensivierte den Hüttenbetrieb und stellte so gutes Glas her,das der Glashändler Georg Franz Kreybich aus Nordböhmen nach Schreiberhau fuhr,um gutes Glas zu laden,"den zur selben Zeit ward bei uns noch kein gut Glas gemacht".Preußler produzierte damals das offensichtlich so begehrte Kreideglas,denn aus dem um 1700 entstandenen Aufzeichnungen ber die Preußlerhütten,die wohl auf Aufforderung erstellt wurden,geht hervor,daß "ein gutes,reines,weißes Kreidenglas,rot,blau,grün und schwarz Glas,ingleichen auch eine gute Art von goldfarbigen und Rubinglas" hergestellt wurde.Da aber die Kapazität durch die Befeuerungspausen nicht ausreichte,errichtete Johann Christoph Preußler 1702 unter dem Weiberberge eine zweite Hütte,die im Wechsel mit der Weißbachhütte betrieben wurde.
Hoffnungstal:
1793/1794 begann Karl Christian Preußler in Verbindung mit dem Glashändler Mattern und einem weiteren Teilhaber mit dem Bau einer Glashütte.Lange nennt den jüngeren Preller,Ferchner einen Heußler oder Hassler als Teilhaber,da 1800 in einer Eingabe als Entrepreneure "Preußler,Matterne,Heussler" aufgeführt sind.Der Standort der Hütte lag wohl noch ungünstiger als Karlstal,von diesem etwa einen Wegstunde entfernt und praktisch nur über böhmisches Gebiet zu erreichen.1795 errichteten die Anteilseigner einen Kompositionsofen,in dem Glasmassen in geschlosseen Krügen zum Abschmelzen gebracht werden,die dann zu kleinteiligen Glaswaren(Knöpfe,Flakons u.a.)verabeitet wurden.Die Hütte ging 1796 in Betrieb.Zusätzlich wurde eine Schleifmühle erbaut,und die anfängliche Produktion soll recht gut gewesen sein,doch kam es unter den Teilhabern zu Streitigkeiten,die sich negativ auf die Qualität auswirkten.Nach dem Tode Karl Christian Preußlers übernahm 1805 sein Sohn Benjamin den Anteil an der Hütte.1821 brannte auch die Hoffnungstaler Hütte ab.Sie wurde bald darauf wieder aufgebaut,allein von den Gebrüdern Matterne und ohne Beteiligung Preußlers.In den 30er Jahren des 19.Jahrhunderts unternahm der Magdeburger Chemiker Dr.Fuss Versuche,Millefioriglas herzustellen,was ihm schließlich herrvoragend gelungen sein soll.Auch entwickelte Dr.Fuss in Hoffnugstal ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von Goldrubinglas.Nach dem Weggang dieses Mannes setzten die Matternes die Produktion zunächst fort,doch nahmen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten überhand,die Produktion wurde allmählich eingestellt.1863 übernahm Graf Schaffgotsch die Hütte und stellte 1868 den Betrieb endgültig ein.

Die Josephinenhütte in Ober-Schreiberhau im Riesengebirge
Josephinenhütte
Graf Leopold Schaffgotsch gründete 1841 in oberschreiberhau in Zusammenarbeit mit dem Karlstaler Hüttenmeister Franz Pohl,dem Schwiegersohn des lezten Hüttenherrn der berühmten Preußlerfamilie,Christian Benjamin Preußler,die Josephienenhütte,benannt nach der Gattin des Grafen.Zum Architekten wurde der Schinkelschüler Albert Tollberg berufen.Ein Jahr später,am 7.Juli 1842,wurde die Fabrik in Betrieb genommen,sie erhielt alsbald eine Regenerativ-Glas-Feuerung,die mit Holzgas betrieben wurde.Franz Pohl leitete die Hütte,und wurde 1842 für seine venezianisierenden Glasgefässe,insbesondere für seine Netzgläser vom "Verein zur Beförderung des Gewerbefleisses in Preussen"mit dem ausgeschriebenen Preis ausgezeichnet.Die Innovationen Pohls fanden große Anerkennung,so sein Aventurin-Glas oder auch das Jubiliateglas,ein hellrosa Goldrubinglas,das die Josephienenhütte neben anderen Gläsern auf der Berliner Gewerbeaustellung 1844 präsentierte.Auf der Londoner Weltaustellung 1851 erregten die beiden Deckpokale,die Ernst Simon im Lithopanieschnitt geschaffen hatte,berechtigtes Aufsehen.Pohl gliederte die zahlreichen,kleinen Veredlungsbetriebe in die Firmenkonstruktion der Josephienenhütte ein,vergrösserte die Kapazität auch durch den Bau eines weiteren Ofens,so daß 1865 das gesamte Werk mit 683 Mitarbeitern den größten Umfang erreicht und acht Jahre später 1873 mit 260000 Taler auch den grössten Umsatz erzieht hatte.Auf den verschiedenen Gewerbeaustellungen war natürlich die Josephienenhütte vertreten,so u.a. 1880 in Liegnitz,wo der "Glaskünstler " Pohl Briefbeschwerer zeigte.In diesem Zusamenhange sei auch noch ein anderer Produzent von Briefbeschwerern genannt,en Reinhard Liedl aus Warmbrunn,der diese auf der gleichen Gewerbemesse austellte.Durch Intensivierung und Konzentrierung der Verfahren und Arbeitsabläufe wurde die Zahl der Betriebsangehörigen reduziert und gleichzeitig die Produktivität und der Umsatz gesteigert.Für die Glasmalereien waren in Schreiberhau allein sieben Ateliers mit jeweils 20 und mehr Glasmalern im Auftrag der Hütte tätig,von besonderer Qualität waren die Blumenmalereien von Joseph Janausch.Der Hütte angeschloen war eine "Glasspinnerei" in der Formen hergestellt wurden,die reliefartig Gläser umspannen,eine Verzierungsart,die ihre Kunden fand.Als erster Glasschneider fungierte Friedrich Sacher.1884 wurde als Geschenk der Provinz Schlesien zur Hochzeit des damaligen Prinzen Wilhelm mit Auguste Victoria von Schleswig-Holstein ein Trinkservice für 24 Personen überreicht,an dem die Josephinenhütte drei Jahre gearbeitet hat.Die Entwürfe hierzu sollen von dem Maler-Grafen Harrach stammen,und der Glasschneider Franz Fischer(geboren 1846),ein Schüler von Ernst Simon,war an der Ausgestaltung maßgeblich beteiligt.1885 präsentierte die Josephinenhütte auf der Industrieaustellung in Görlitz"Elfenbeinglas".1900 wurde das Werk auf der Weltaustellung in Paris mit der goldenen Medaille ausgezeichnet.1884 war Franz Pohl freiwillig aus dem Leben geschieden,sein gleichnamiger Sohn übernahm die Leitung des Werkes,wobei schon vorher die kaufmännische Geschäftsführung in die Hände des qualifizierten Kaufmanns Bartsch gelegt worden war,was auch nach dem Freitod von Franz Pohl bebehalten wurde.Allerdings wechselte die kaufmännische Leitung in den Folgejahren mehrfach.Bartsch folgte 1888 der Kaufmann Pusch und ab 1891 Siemer,und diesem folgte 1895 der überaus tüchtige Lichtenberg,der nach dem Tode von Franz Pohl Junior 1896 die alleinige,sowohl kaufmnnische als auch technisch-künstlerische Leitung übernahm.Direktor Lichtenberg leitete das Werk bis 1912.Er stellte die Verbindung zu den künstlerischen Gestaltern her,die als Designer für die Hütte tätig wurden,und entsprach damit frühzeitig den jeweiligen Kunstsrömungen.Siegfried Haertel wurde als Entwerfer von Lichtenberg für die Josephinenhütte gewonnen,und als herausragender Glasschneider galt Wenzel Benna.Von 1913 bis 1921 leitete Professor R.Hohlbaum das Werk,und ihm war der entscheidende Schritt zu verdanken,als er 1919 den jungen und begabten Kunstgewerbler Alexander Pfohl in ein festes Anstellungsverhählnis zum Werk brachte,und auf dessen Wirken eingegangen wurde.Pfohl war bis 1928 in der Hütte tätig.Indessen leitete von 1922-1924 Direktor Frommel das Werk.Die künstlerischen Mitarbeiter der Josephinenhütte,die meist nicht in einem festen Anstellungsverhähltnis standen,sei es als Glasmaler wie nach Janausch der zu wenig bekannte Joseph Hasenkopf,Entwerfer oder Glasschneider wie Franz Fischer,Macho und Erben,Bernardine Bayerl oder der Sohn des so herausragenden Glasschneiders Wenzel Benna,Edgar Benna,der nach seiner Breslauer Zeit 1937 die künstlerischen Werkstätten seines Vaters in Schreiberhau übernahm.Der wirtschaftlichen Misere der Inflationszeit begegneten die Glasbetriebe im Hirschberger Tal 1923 durch einen Zusammenschluß in eine Aktiengesellschaft,in der die Josephinenhütte,die Firma Neumann&Staebe,Hermsdorf/Kynast und danach im gleichen Jahr die Firma Fritz Heckert unter dem Namen"Joheky,Petersdorf"vereint waren.1925 wurde dieser Name in "Josephinenhütte Aktiengesellschaft Petersdorf i.Rsgb."umgewandelt.1935 schied die Firma Neumann&Staebe aus dem Verbund aus und argierte wieder als eigenständiger Raffinierbetrieb.Um 1935 war für die Josephinenhütte AG Hermann Gretsch aus Stuttgart als Designer tätig,dessen Entwürfe für ein Trinkservice sich heute im Br�han-Museum in Berlin befinden.Der Josephinenhütte AG Petersdorf stand fast 20 Jahre als Direktor Franz Weickert vor,der 1941 starb und dessen Nachfolger der Kameralrat Albin Klose das Werk leitete,bis es die sowjetischen Truppen Anfang 1945 besetzten.Neben der Josephinenhütte erlangte die Firma Fritz Heckert internationale Bedeutung.Beide Werke waren bestimmend für die Wertung deutschen Glases im Historismus und Jugendstil,wobei Heckert mit Medaillen geehrt wurde:1862 in London,1867 in Paris,1873 in Wien und 1879 in Leipzig,um nur die anfänglichen Auszeichnungen zu nennen.
Glas von der Firma Fritz Heckert,Petersdorf/Rsgb.
Fritz Heckert in Petersdorf
1862 erwarb Fritz Heckert von Benjamin Matterne,einem Sproß der bekannten Glashändlerfamilie eine kleine Glasschleiferei an der Felsenmühle im Zackental.Dieser kleine Veredlungsbetrieb erforderte bald eine Vergrösserung.1872 erwarb Heckert in Petersdorf die Gebäude der Brauerei,die er zu einem grösseren Veredelungsbetrieb ausbaute.Heckert spezialisierte sich auf historisierende und orientalisierende Formen und Dekore,so u.a.die Jodhpurgläser oder die Nachschöpfungen altdeutscher Gläser,war aber auch neuen Stilrichtungen gegenüber aufgeschloßen.So wurde fr ihn der Leipziger Architekt Oskar Jummel als Entwerfer tätig,und für den kaufmännischen Bereich hatte er Joseph Baeumer gefunden,der später seine eigene Firma gründete.Um bei der Beschaffung von Rohware unabhängig von anderen Hütten zu werden,errichtete Fritz Heckert 1889 eine eigene Glashütte in Petersdorf,die für eine Veredlung spezifischen Gefässe herstellte.Fritz Heckert starb 1890,sein Schwiergersohn Otto Thamm übernahm die Betriebsleitung.Mit dem Namen Otto Thamm sind die Cyperngläser verbunden,1898 wurde Max Rade herangezogen,ihm folgte Ludwig Sütterlin,der von 1900 bis 1906 Entwürfe lieferte und auf der Turiner Ausstellung für moderne,dekorative Kunst 1902 Anerkennung fand.1905 starb Otto Thamm,und der Sohn Fritz Heckerts,Bruno,übernahm den Betrieb.1910 mußte er wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten den Betrieb der Familie von Loesch überlassen,die den wesentlichen Kapitalanteil der Firma besaß.Als Direktor wurde Adolf Schoeps eingesetzt und Dr.Willy Meitzen als Entwerfer beschäftigt.Von 1914-1920 war,anfänglich wegen des Krieges mit Unterbrechungen,Martin Ehring,nach dessen Tod 1920 Martin Erbs als Designer tätig.1923 erfolgte der Zusammenschluss mit der Josephinenhütte und der Firma Neumann&Staebe zu der schon genannten Aktiengesellschaft.Die Eigenarten Heckertscher Produktion wurden aber in der neuen Aktiengesellschaft beibehalten.
Bober im Rehorngebirge
In Bober erbaute der Besitzer der Herrschaft Schatzlar Karl Pulpan Ritter von Feldstein im Jahre 1846 eine Glashütte,welche 1854 Augustin Breit pachtete und nach seinem 1863 erfolgten Tode von seinen Erben durch zehn Jahre fortgeführt wurde.1878 kaufte Franz Breit das Objekt und führte es ab 1893 unter der Firma Franz Breit&Sohn weiter.1901 hatte die Fabrik 3 Siemens-Gasfen mit 26 Hafen bei 150 Arbeitern.Es wurden 14000 q Hohlstangenglas für die Gablonzer Bijouterieartikel jährlich erzeugt.1930 gehörte die Rohglasfabrik der Firma Josef Riedel in Polaun.In Bober erzeugt sie Rohglas zur Herstellung von Ringen,Beleuchtungskörpern,Glasperlen für die Gablonzer Industrie.Der Betrieb umfaßt drei öfen mit 150 Arbeitern.Irrtümlich wird dieses Unternehmen gewöhnlich Schatzlarer Glasfabrik genannt,da es nahe der Stadt Schatzlar,aber auf Boberer Grund steht.