Die Gemeinden des Gerichtsbezirkes Arnau an der Elbe im böhmischen Riesengebirgsvorland
MÖNCHSDORF
Mönchsdorf liegt in südlicher Richtung zu Arnau am rechten Ufer der Elbe,an der Bezirksstrasseߥ nach Hohenelbe und an der Österreichischen Nordwestbahn.Nach Nordwesten ist das Tal offen,und der Ort grenzt an Pelsdorf. Im Nordosten erhebt sich mit steilen Schroffen ?er Elbe der Glockenberg,dort grenzt er an Proschwitz.Im S?en erstrecken sich die H? gegen Kalna und Slemo.Nach dem ersten Ansiedler hieߠder Ort ?Heinrichsau?.Der Name M?sdorf entstand erst,nachdem hier eine Niederlassung des Klosters Opatowitz gebaut war, die 1424 von den Hussiten vollkommen zerst?wurde.Die Kapelle,im Jahre 1825 aus Stein gebaut,erhiehlt 1827 die 14 steinernen Kreuzwegstationen.Sie wurde 1905 durch einen hölzernen Anbau vergrößert.Seit dem Jahre 1901 ist in Mönchsdorf alljärlich am Dreifaltigkeitstag das Kapellenfest gefeiert worden.In Mönchsdorf wurde nachweislich seit 1791 Unterricht erteilt,doch gab es damals kein eigenes Schulhaus,sondern die Schulstube war gemietet.Erst 1869 ist von der Gemeinde ein Schulhaus gebaut worden,das 1887 durch ein den gesetzlichen Anforderungen entsprechendes Geb䵤e abgel?wurde.Woher die ersten Bewohner kamen,ist unbekannt.Haupterwerbszweig war zunächst die Landwirtschaft.Viele beschäftigten sich bis zum Jahre 1870 mit Hausweberei.Als dann die Eisenbahn und gleichzeitig die Holzschleife der Elbm?ebaut wurde,fanden viele als Tagel?r und später als Bahn- und Fabrikarbeiter Beschäftigung.Zahlreiche Mönchsdorfer verdienten ihr Brot in den Flachsgarnspinnereien von Proschwitz und Arnau.Im Jahre 1939 hatte Mönchsdorf 396 Einwohner.
POLKENDORF
Polkendorf ist mit seinen Ortsteilen Fichtenbach,Goldene Aussicht und Sch?auden die n?ichste Gemeinde des Gerichtsbezirkes Arnau.Sie grenzt im norden an Schwarzenberg und Johannisbad ,im Osten an Mohren und Hermannseifen und im Westen an Schwarzenthal.Die Gr? des Ortes erfolgte im 14 Jahrhundert.Den Namen erhiehlt die Gemeinde von dem Arnauer Pfandherren Bolko Herzog von Oppeln,obwohl einige Sagen eine andere Deutung haben.So soll z.B. der sich ?ich von Polkendorf hinziehnde Bergr?Gold,Silber und Eisenerze enthalten haben.Dies wurde unterhalb des Galgenberges in dem ?alten Wasser? gepocht.Wegen des Polterns soll die Ansiedlung zuerst den Namen Polterdorf erhalten haben,woraus später der Name Polkendorf entstanden sei.Im Ort existieren noch einige alte Bauten und Bauernh?In der Polkendorfer Sch?rei ist ?em alten,schon fast zerfallenen Torbogen eingemeiߥlt:H 1585 H(Hans Erben).Im gleichen Hause ?em Kellert?k steht die Jahreszahl 1547,und auf der Scheunenmauer sind in Sgraffito verschiedene Verzierungen und der Spruch:?Hin geht die Zeit,her kommt der Tod,Mensch sei Bereit und für Gott? zu sehen.Die deutschen Bewohner(1939 waren es 240)betrieben meist Ackerbau und Viehzucht,Maurer und Zimmerleute verdienten auswärts ihr Brot,und die Schuhmacher ?ihr Gewerbe nur zur Winterzeit aus.Im Orte gab es eine M?nd eine Brotbäckerei.Bevor Polkendorf eine selbständige Gemeinde wurde,war sie früher ein Gemeindeteil von Hermannseifen.Die Schulverhähltnisse ließeߥn sehr zu wünschen übrig.Bevor im Jahre 1877 das Schulhaus mit einer Klasse und der bescheidenen Lehrerwohnung gebaut wurde,mussten die Kinder im Sommer in die fast eine Stunde entfernte Schule nach Hermannseifen laufen.Im Winter wurde der Unterricht im Ausgedingest? der Sch?rei erteilt.
MOHREN
Mohren liegt in einem von Norden nach S?e?eten Tal entlang des Dorfbaches,der in den Forstbach mündet, wo der Ort seine Fortsetzung nach Westen findet.Der obere Teil des Dorfes f?en Namen Helfendorf,der höchste Punkt hieߠß Ladighöhe.Mohren entstand 1250 im Ahornwalde.Die Bezeichnung wird von diesem Namen abgeleitet und hat sich ?horn,Mohorn bis zu dem heutigen Namen entwickelt.Die Namen Helfendorf und Ladighöhe erklären sich folgendermaߥn: Von Trautenau f??ungbuch nach Schwarzenthal ein Fahrweg,der auch den steilen,n?ichen Teil von Mohren ber?Die schweren Lasten wurden vor dem Anstieg geteilt, eine Hälfte wurde unten abgeladen,die andere auf der H?dann holte man die unten gelagerten G?ur Vervollständigung der Fuhre f? Weitertransport.Die Bewohner des Ortes leisteten den Fuhrleuten Hilfe,deshalb nannte man ihn ?Helfendorf?,die H?auf der die geteilt bef?rten Lasten wieder zusammengef?urden,hieߠdann ?Ladigh?(die Lodich).Die Gr? des Ortes d?von Trautenau oder Silberstein erfolgt sein,da die hiesigen Grundbesitzer von dort abhängig waren.In der Mitte des Ortes,auf der das Dorf begleitenden Anh?erhebt sich die in den Jahren 1705-1707 erbaute und dem heiligen Martin geweihte Kirche.Mohren besaߠbereits 1730 ein Schulhaus und 1876-1892 ein zweites Schulgebäude (jetzt Gasthaus zur Kirchenschänke).Mohren besaߠeine im Jahre 1872 errichtete Eisengieߥrei und eine Maschinenfabrik mit 30-40 Arbeitern.Eine Bretts䧥 und Schindelmaschine war ebenfalls vorhanden.Im Jahre 1904 wurde eine Spulenfabrik aufgelassen die in eine Drahtseilfabrik umgewandelt wurde.Vor der Errichtung weiterer Fabriken in den Nachbarorten waren Handspinnerei und Hausweberei die Erwerbsquellen.Die Einwohnerzahl betrug um 1870 noch 1100,sank aber bis auf 866 im Jahre 1900.Ursache daf?fte sein,dass sich die j?n Bewohner in den nahegelegenen Fabrikorten ansiedelten und nicht mehr in die Heimatgemeinde zur?rten.Im Jahre 1939 hatte Mohren noch 698 Einwohner.

ARNSDORF
In dem sich vielfach windenden Tal des Seifenbaches nördlich von Arnau liegt Arnsdorf. Die das Tal begleitenden Anhöhen sind meist bewaldet,und die Ufer des Seifens,wo sich das Tal etwas weitet,werden von Wiesen und Feldern begrenzt.Übܢer die Gründung dieses Ortes ist nichts bekannt,doch dürften die ersten Ansiedler mit der Entstehung der Stadt Arnau hierher gekommen sein.Arnsdorf gehört ehedem zur Herrschaft von Arnau und hatte auch dieselben Besitzer.Es war nach Arnau eingepfarrt,und die Kinder besuchten die Schule der Stadt.Die durchwegs deutschen Einwohner,im Jahre 1939 waren es 565 Bewohner fanden zum Teil in den industriellen Betrieben von Arnau, Hermannseifen und Theresiental Arbeit und Brot, jedoch bildete die Landwirtschaft den Haupterwerb.Arnsdorf war seit 1866 eine selbständige Gemeinde.Vordem gehörte der Ort zu Hermannseifen.Arnsdorf ist sehr mit der Geschichte und den Entwicklung Arnaus und Hermannseifens verbunden.In Arnsdorf stand das Vaterhaus des weltbekannten Heimatdichters Pater Meinrad (Alexius Nossek).Er gehörte zu den besten sudentendeutschen Dichtern. Sein Schaffen zeugt von tiefster Volksverbundenheit und Liebe zur Heimat und seiner Mutter.
ARNAU AN DER ELBE
Die Stadt im Vorgelände des Riesengebirges hat einen regelmäßigen Stadtgrundriß.ߺSie ist eine Gründung Ottokars des II. Die Hussittenbelagerung 1424 blieb vergeblich. Nach der Schlacht am Weissen Berg 1620 kam Arnau in den Besitz Wallensteins;1639 Plünderung durch die Schweden.1759 Wappenverleihung. Bei der friedlichen Demonstration für Selbstbestimmungsrecht am 4.März 1919 wurden 2 sudetendeutsche Frauen von tschechischen Legionen niedergeschossen.Seit 1920 bestand hier das Riesengebirgs-Sinfonieorchester.Dreifaltigkeitkirche aus dem 13.Jahrhundert jetziger Bau aus dem 16.Jahrundert Franziskanerkloster (seit 1666) mit Kirche.Rathaus (Renaissance) mit Sgraffitomalereien und zwei 6m hohen Riesen aus Stein (um 1600) mit b?schen L? und ?rreichischen Adler (Sinnbild f? b?sche und schlesische Stadtrecht).Vor dem Rathaus barocke Mariensäule.Stadtmuseum und Stadtarchiv (älteste Urkunde 1377).Im ehemaligen Franziskanerkloster heute eine Antikensammlung der Prager Universität, Deutsches Staatsrealgymnasium seit 1872. Papier- und Textilindustrie. Seit 1907 erschien der christlich ?soziale ?Volksbote?.Das nahe Forstbad (432m) mit einem Gesundbrunnen ist Luftkurort und Sommerfrische.Arnau ist Geburtsort von Karl Klietsch (1841-1926),dem Erfinder der Heliograv?d das Rakeltiefdrucks,und von Vinzenz Fridolin Maiwald(1862-1951),bedeutender Botaniker und Direktor des Stiftsgymnasiums Braunau.1930: 4502 Einwohner(3789 Deutsche,602 Tschechen).
HERMANNSEIFEN
Hermannseifen ist ein Dorf im engen Tal des Seifenbachs und erstreckt sich in einer L䮧e von ??lometer nach Norden nach S?ird im Norden von dem m䣨tigen Schwarzenberg beherrscht und verbindet sich mit dem am Fuߥ des Berges liegenden Polkendorf.Im Osten ist Hermannseifen durch den ?langen Wald? von Mohren getrennt.Im S?n grenzt der Ort an Tschermna,und im S?chlieߴ er sich unmittelbar beim herrschaftlichen SchloߠArnsdorf an.Im S?en liegt die Grenze an Proschwitz und im Westen an Forst und Lauterwasser.Zum Gemeindegebiet geh? noch Johannesgunst,Leopold und Theresiental.Hermannseifen soll von Bergleuten gegr?worden sein.Die zahlreichen L?r und Gegenst䮤e,die man heute noch sehen kann,legen Zeugnis davon ab.Der Ursprung d?im 11.oder 12.Jahrhundert gelegen haben.Den Namen hat der Ort von dem Besitzer der ehemals hier bestandenen Erzw䳣herei?Hermann? und dem Wort?seifzen?=Erz waschen.Der Ort Leopold wurde nach seinem Begr?Graf Leopold von Waldstein benannt,Johannesgunst nach seinem Gr?Johann Baron von Silberstein und Theresiental nach dem Vornamen der Gemahlin Josef Karls von Silberstein.Die Gemeinde geh? zur Herrschaft Arnau und hatte durch Jahrhunderte die gleichen Besitzer.Im Jahre 1790 wurde die kaiserliche Herrschaft an den Arnauer Fabrikanten Johann Franz Theer verkauft,wegen seiner Verdienste um die heimische Industrie geadelt und nunmehr Baron Johann von Silberstein hie߮Nach seinem Tod kam Hermannseifen an Josef Karl von Silberstein.Es folgten noch Johann Franz von Silberstein und Friedrich Freiherr von Silberstein,der 1845 starb.Der letzte Baron von Silberstein auf Hermannseifen hieߠAdolf.1879 erwarb Friedrich Wihard,Fabrikant aus Liebau,die Herrschaft.Er starb aber schon nach zwei Jahren.1880 wurde Hermannseifen,Mohren und Helfendorf von der hieߩgen Leinenfirma J.A.Kluge angekauft,von der sie der Teilhaber,Josef Kluge,im Jahre 1888 erwarb und dessen Erben die Orte noch viele Jahrzehnte besaߥn.Eine Kirche besaߠHermannseifen schon in fr?eit.Sie ist bereits 1384 in einem Codex beim Prager Domkapitel unter 25 Pfarren des Dekanats K?inhof angef?er Kirchturm tr䧴 drei Glocken,die gr? und 䬴este ist ein Geschenk Hannibals von Waldstein,im Jahre 1614 von Martin Schretter in Arnau gegossen.Der evangelische Pfarrsprengel von Hermannseifen umfasste alle Gemeinden des Arnauer Gerichtsbezirkes,einen Teil des Hohenelber Gerichtsbezirkes und einige Gemeinden des Trautenauer Bezirkes.Der Turm des evangelischen Gebetsdhauses wurde 1863 errichtet und im Jahre 1868 mit drei Glocken versehen,mit dem Namen?Paulus?,?Petrus? und ?Huss?.Die Schule besteht vermutlich ebenso lange wie deie katholische Kirche,doch fehlt jede Urkunde dar?oviel ist aber gewi߬dass an der Stelle der heutigen Schule ein h?rnes Schulhaus stand,das im Jahre 1818 niedergerissen und durch ein steineres Schulgebäude 1875 ersetzt wurde.In Niederhermannseifen erbaute man im Jahre 1869 eine selbständige Schule.Mit dem Unterricht ist 1834 in einer evangelischen Privatschule begonnen worden.Die Landwirtschaft war wohl der Haupterwerbszweig der Einwohner,doch bestanden im Ort gen?Industriebetriebe,die Verdienstm?chkeiten boten.So gab es in Hermannseifen eine Brauerei,Im Jahre 1813 aus dem alten Schloߠgeschaffen und 1895 neuerbaut.1882 wurde die fr?Flachsgarnspinnerei in eine Leinenbleiche und Appreturanstalt umgewandelt.Zu erwähnen sind noch die Kunstseidefabrik in Theresiental,die Eisengieߥrei und Maschinenfabrik von K? Erben,die Dampfziegelei,die Spindelmaschine und Holzspulenfabrik des Josef Gaberle.An der Grenze zu Arnsdorf steht das herrliche Schloߠim englischen Stil mit einem Turm.Es wurde 1858 von Freiherr Adolf von Silberstein nach Plänen des Arnauer Stadtbaumeisters Wenzel Tsch?erbaut.Es ist von einem sch?,parkartigen Garten umgeben.Hermannseifen hatte im Jahre 1939 genau 2695 Einwohner.
TSCHERMNA
Auf der Landkarte findet man den Ort Tschermna an dem nur an wenigen Stellen 100 Meter breiten Tal des Rotwasserbaches.Die Nordgrenze verläuft auf dem teils bewaldeten,teils bebauten R?der Roten Höhe mit 519 Metern.Dar?efinden sich die Gemeinden Hartmannsdorf,Mohren und Hermannseifen.Im Osten erhebt sich das F?ergestein(542 Meter) und der Tillberg,?essen H?ein breiter,steiler Fahrweg nach Wildsch?hrt.Nach S?n Richtung Kottwitz ist das Tal offen und unbesiedelt,westlich erstreckt sich der B?ald von Arnau.Die Gründung von Tschermna weist in das 13.Jahrhundert,als Ottokar II.deutsche Ansiedler ins Land berief.Diese kamen warscheinlich ?en Liebauer Paߠin diese Gegend. Die Entstehung des Ortsnamens dürfte slawischen Ursprungs sein und bezieht sich auf den Rotwasserbach(Rot=cervena,wozu noch voda=Wasser zu erg䮺en ist).Daraus entwickelte sich der Name Tschermna. Zu dem Ort zählen noch die Gemeindeteile Duschhäuser und Waldschänke(Hubertusbaude).Die Bev?rung war rein deutsch.Die wichtigsten Erwerbsquellen waren auch hier Ackerbau und Viehzucht.Etwa bis zum Jahre 1880 besaߠTschermna eine bedeutende Hausindustrie, nämlich das Verarbeiten von Flachsabf䬬en(Putza) zu Sack- und Wischhaderleinwand.Das Aufkommen von Jute bereitete diesem Erwerbszweig ein Ende,und eine groߥße Zahl von Arbeitern fand eine Beschäftigung in den Fabriken der Umgebung(u.a.Arnauer Papierfabrik). Seit wann die Gemeinde eine Kirche besa߬ß ist unbekannt,auf jeden Fall aber schon seit 400 Jahren.Die neue Kirche wurde am 23.Dezember 1917 eingeweiht.Die Ausfühung des Baues oblag dem Ing.Otto Fiedler aus Arnau.Eine Schule besaß ߠTschermna schon 1639. Das jetzige Schulhaus wurde in den Jahren 1902 bis 1905 gebaut.Die Gemeinde zählte im Jahre 1939 genau 1024 Einwohner.1930 waren es 1038 Einwohner, davon 1020 Deutsche und 14 Tschechen sowie 4 Ausländer.

KOTTWITZ
In dem anmutigen,sich von Nordost nach S? erstreckenden Tal des Kaiperbaches,an dessen Lehnen sich die fruchtbaren Feld- und Wiesenfluren ausbreiten,liegt das Dorf Kottwitz mit den dazugeh?den Ortsteilen Karlseck und Katharinend?l.Im S?egleiten die H?z?s Kahlenberges(552m) und Katharinenberg(523m)mit dem ehrw?n Kirchlein das Tal.Im Norden sind es der Geierglockenberg(452m) und der L䭥r- und Schieferberg,auf dessen Plateau Hinter-Karlseck erbaut ist.in den Kaiperbach m?auf der rechten Seite von Tschermna kommend der Rotwasserbach,in den unteren Lauf links,Fiebich genannt,der Lindengraben und Saftgraben vom Kahlenberge her.Vom Katharinenberge gegen die Elbe zieht sich,bew䳳ert durch zahlreiche Quellen,ein Wiesental,Gr? genannt, an dessen Lehnen die Häuser von Katharinendörfel ihren Standort haben. Der Ursprung des Dorfes Kottwitz reicht bis in das Jahr 1005 zur? soll seinen Namen von dem damaligen Gutsbesitzer Kottowitz erhalten haben. Die Besitzverhähltnisse wechselten oft. Im Jahre 1522 kaufte es Zdeniek von Waldstein.Seit dieser Zeit war es im Besitz identisch mit der jeweiligen Herrschaft von Arnau.Eine Pfarrkirche bestand schon 1384.Sie wurde aber zu Anfang des 15.Jahrhunderts während der Hussitenkriege zerstört später wieder neu aufgebaut. In der Nacht vom 12 auf den 13 Juli 1832 entlud sich ?ottwitz ein schweres Gewitter.Ein Blitz entzündet das Dach der Katharinenkapelle, nur wenige Minuten später ein zweiter Blitzschalg den Turm der Dorfkirche,so daߠß beide Gotteshäuser durch den vom starken Sturm noch kr䦴ig angesch?Brand g䮺lich einge䳣hert wurden,zumal beide Kirchen aus Holz gebaut waren. Der Bau der neuen Kirche wurde noch im selben Jahr in Angriff genommen.Sie steht ziemlich in der Mitte des Dorfes auf einer Anhöhe und ist den Apostelf? Petrus und Paulus gewidmet. In ihrer Bauart findet man eine Mischung von romanischen und gotischen Stil.Sie stand unter dem Partronat der gräflichen Herrschaft Deym in Neuschlo߮ß. Der Aufbau der Katharinakapelle ist 1885 vollendet worden. Eine Schule bestand schon in der zweiten Hälfte des 17.Jahrhunderts. Das ehemalige hölzerne Schulhaus wurde im Jahre 1873 durch ein steinernes ersetzt und 1908 bedeutend erweitert. Die Einwohnerschaft von Kottwitz verteilte sich auf rund 40 Landwirte, 50 Gewerbetreibende, 80 Feldgärtner und 80 Häusler,die als Fabrikarbeiter in den Industrieanlagen des nahen Arnau dauernde Beschäftigung fanden.Bis in die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts bl?ier,wie in der ganzen Umgebung,die Leinenweberei auf Handst?wozu man das erforderliche Garn auch selbst gesponnen hat. An Industriebetrieben besaߠß Kottwitz eine Trockengarnspinnerei,eine Brettsäge mit Schindelmaschine,eine Dampfziegelei, ferner eine Zementwarenerzeugung,eine Walzenm?ine Maschinen-und Kunstschlosserei sowie eine Holzdrechslerei.Erwähnenswert ist die auf dem Fabrikgelände der Firma Rolf aufgestellte Sternwarte von hervorragender Qualität. Viele kamen aus weitem Umkreis, um durch das Teleskop die Himmelskörper zu beobachten.Kottwitz hatte 1930 genau 1785 Einwohner(davon 1710 deutsche) und 1939 waren es 1779 Seelen.