Allgemeines zum Riesengebirge
Der höchste Teil der Sudeten erreicht mit der Schneekoppe 1603m höhe begrenzt im Westen durch den Paß von Neuwelt.im Osten durch den Paß von Liebau.Es verläuft in Nordwest-Süd Richtung,hat eine Länge von ca.40 km und eine Breite von ca.25 km.Hohe Erhebungen neben der Schneekoppe sind Brunnberg,1550m,Hohes Rad,1508m,Kesselkoppe,1434m,Große Sturmhaube,1424m,Kleine Sturmhaube,1412m,und Reifträger,1362m.Moränen bei Petzer und im Aupatal lassen den Schluß zu,daß sich im Diluvium von vereisten Höhen Gletscher herabbewegten.Im Bereich des Brunnberges,des Ziegenrückens,der Kleinen Sturmhaube,des Hinterwiesenberges,des Heuschober,der Kesselkoppe,des Hohen Rades und der Goldhöhe befinden sich Lawinenfelder.
Geologisch besteht das Gebirge,nach Norden steil zum Hirschberger Tal,nach Süden sanft abfallend,hauptsächlich aus Granit und bildet dadurch mit dem Isergebirge im Westen eine geologische Einheit.Weiter kommen vor Gneis,Glimmerschiefer und Basalte,an einzelnen Stellen auch Sandstein.Flora und Fauna entsprechen anderen Hochgebirgsregionen.Im niederen Tälern herrschen Laubwälder und Kiefern vor,weiter oben Nadelwald.Bis in eine Höhe von 1250m wachsen Fichten und Tannen,am Kamm nur Krumm-und Knieholz.Dazwischen dehnen sich Matten und Moore aus.Botaniker finden seltene Pflanzenarten,ebenso kann der Zoologe interessante Vogelarten beobachten.
Die im Gebirge entspringenden Flüße haben tiefe Täler eingeschnitten.Die Elbe hat ihren Ursprung auf der Elbwiese,die Aupa am Südhang der Schneekoppe,das Weißwasser am Koppenplan.Das Riesengebirge bildet die Wasserscheide zwischen Elbe und Oder.Während in südlicher Richtung Elbe,Weißwasser,Große und Kleine Aupa fliessen,strömen der Große Zacken,Lomnitz und Bober nach Norden der Ostsee entgegen.Naturschauspiele sind die Wasserfälle,vor allem der Pantschefall,251m,der Aupafall,215m,der Elbfall,50m,der Pudelfall,38m,Der Zackelfall,27m,der Kochelfall,14m,der Mummelfall,10m,und andere.Neben anderen Sehenswürdigkeiten sind die Teiche zu erwähnen, der Große Teich, 1225m, ca 550m lang und 170m breit, der Kleine Teich, 1183m, ca 220 m lang und 150m breit.
Die Besiedlung erfolgte von Schlesien aus.Schon in früherer Zeit entwickelten sich im südlichen Vorland Waldhufendörfer. Später entstanden in höheren Lagen Streusiedlungen und Baudendörfer.Ostfränkische Bauern vollbrachten im Riesengebirge ein gewaltiges Rodungswerk.Alois Tippelt charakterisiert die Menschen des Gebirges so."Der Riesengebirgler als solcher ist ein mittelgrosser,kräftiger und genügsamer Menschenschlag mit trefflichen Charaktereigenschaften,fleissig,bescheiden und gutmütig ein Gem?de stark durch die Natur beeinflusst.Die Unbilden des Wetters,die monatelang dauernde Abgeschlossenheit ?en Winter,die wuchtigen Berge liessen ihn zu einem ernsten,mehr verschlossenen Menschen reifen,der trotzdem Freundschaft und Gesellschaft zu lieben versteht. Der stete Kampf mit der Natur, der harte Daseinskampf machten ihn selbstsicher und geben ihm ein sicheres Auftreten,sein Urteil ist nüchtern. Die Bergeinsamkeit führte ihn zu inniger Frömmigkeit und Gottvertrauen.In seiner Ausdrucksweise ist der Gebirgler oft schwerfällig. Mit zunehmender Entfernung vom Gebirge verblassen jedoch die typischen Merkmale des echten Riesengebirglers."
Als Besonderheiten des Riesengebirges verdienen die Bauden Erwähnung;sie waren zunächst Unterkünfte für Weidenbetrieb, also Sommerbauden. Als die Viehhaltung zurück ging,verloren sie ihre ursprüngliche Bestimmung mehr und mehr und wurden nun für den Fremdenverkehr genutzt.Sommerfrischler,Wanderer und Wintersportler wurden zu einem Wirtschaftsfaktor.Die Erträge der Landwirtschaft waren gering,wenn auch die vielen Gebirgskräuter,Milch,Käse und Butter beste Qualität garantierten.Eine Spezialität war der Koppenkäse,der mit der Kraxe zu Tal getragen wurde.Viele Männer fanden im Wald Beschäfftigung,ebenso in der Heimindustrie;sie fertigten Haushaltsgegenstände,Schnitzereien,Rübezahlgestalten.Andere gingen in die Städte hinab und arbeiteten in den Textil- und Papierfabriken;für sie lieferte der Wald den Rohstoff.
Nennt man das Riesengebirge,so denkt man auch heute noch an Rübezahl,die bekannteste Gestalt des an Sagen reichen Gebirges.Seit der Mitte des 16 Jh.werden die Sagen über ihn geliefert;er ist ein humorvoller und gutmütiger,oft auch ein schalkhafter Geist;Lehrmann nennt ihn ein "Abbild der urwürgsichen Riesengebirgsbauern in ihrem einsamen Leben."Die erste Sammlung mit Rübezahlgeschichten gab Johannes Praetorius 1662 heraus.Musiker und andere Schriftsteller haben seine Gestalt literarisch verarbeitet, an die 300 Bände sind über ihn erschienen.Eine wissentschaftliche Deutung seiner Gestalt gab 1923 Gustav Jungbauer. Im Jahre 1912 schrieb Othmar Fiebiger auf der Peterbaude das Gedicht "Blaue Berge,grüne Täler". Nach der Vertonung durch Vinzens Hampel wurde das Riesengebirgslied,das ursprünglich in Mundart verfaßt war, 1914 erstmals in Hohenelbe aufgeführt das Lied wurde Allgemeingut der Sudetendeutschen.
powered by Beepworld