Years
by LitGal
Warnung: In jedem Leben gibt es Schmerz und Freude
In vierzig Jahren
Geschrieben für die Sentinel Thursday-Prompt 146: "Zu dem Zeitpunkt erschien es mir eine gute Idee"
Blair hatte einen Schmerz in seiner Kehle, als würde ihm jeden Moment schlecht werden. Ein Teil von ihm wollte, dass ihm schlecht wurde, um einen Grund zu haben, soweit weg zu laufen wie er nur konnte. Er wollte jedem erzählen, dass er Zeit bräuchte, um zu verarbeiten und einfach nur wegzugehen. Er wollte, dass der schneidende Schmerz in seinen Armen, mit denen er sich selbst bis zur Wundheit umarmt hatte, verschwand. Er wollte, dass sein steifes Genick vom Schlafen auf einem Stuhl verging. Er wollte Jim zurück.
Er konnte die Augen auf sich fühlen, während er sich auf das Flackern der Kerze konzentrierte. Der Anblick verschwamm vor seinen Augen und er griff nach dem glatten Holz vor ihm. Eine Hand legte sich über seine und er verspannte sich, wollte seine Hand wegziehen, aber hatte nicht genügend Energie, um seine Muskeln zu bewegen. Stattdessen blieb er wie angewurzelt, während die Leute an ihm vorbei gingen und Worte murmelten, die er nicht verstand.
Eine andere Hand legte sich auf seinen Rücken, drückte und Blair lehnte sich vorwärts. Er wollte nicht, dass ihn jemand berührte. Er wollte nicht berühren und nicht berührt werden. Er wollte, dass all diese Leute gingen, so dass er einfach zu Jim in den Sarg kriechen und sterben konnte. Er war ohnehin tot. Und seine Muskeln zu bewegen, seinen Mund dazu zu bringen etwas zu essen und seine Ohren sinnlosen Worten zuzuhören, änderte nichts an der Wahrheit ... es war den dumpfen Schmerz in seiner Seele nicht wert.
Eine Hand zog an ihm, zog ihn nach unten, und Blair wehrte sich für einen Moment, konzentrierte sich auf die Flamme der Kerze, die für einen Moment in scharfen Fokus geraten war. Dann gaben seine Knie nach und er brach auf der harten Bank so hart zusammen, dass ihm von dem scharfen Schmerz in seinem Steißbein Tränen in die Augen schossen.
Der Schmerz lenkte ihn ab und in diesem Moment betrogen ihn seine Augen und glitten hinüber zu dem schwarzen Sarg, seine goldenen Zierleisten, die im Glanz der Kerzen im vorderen Teil der Kirche glänzten. Cremefarbener Satin fütterte den offenen Bereich und Blair zwang sich, nicht einige Zentimeter tiefer zu schauen ... auf Jims starkes Gesicht, gefroren in der Zeit.
"Blair?" Der Klang seines Namens erreichte Blair, wenn nichts anderes es konnte. Er schaute hinüber zu Megan. Ihr ergrauendes Haar war fest zurück gebunden und ihre Uniform gesteift. Jim hätte sich so nicht an sie erinnern wollen. Jim hätte sie in Jeans mit einem ihrer schrecklichen Mäntel bevorzugt, von denen Jim immer gesagt hatte, dass sie ihn an ein Tier erinnerten, das um ihren Hals gekrochen und dort gestorben war. Blairs Verstand ging auf Wanderschaft bei dem Gedanken an diese Worte.
Vierzig Jahre waren nicht genug. Vierzig Jahre des Sarkasmusses und Kampfes über das letzte Bier, des Sitzens an Krankenhausbetten, Jags Spiele und Weihnachtsmorgen und Barbecues mit den Jungs von der Arbeit... sie waren das Gefühl, als wären ihm die Eingeweide herausgerissen worden, nicht wert. Sie waren es nicht wert, dass eine Blair-Hülle durch den Rest seines Lebens allein wandern musste.
"Es wird schon wieder, Partner", flüsterte Megan, als der Pfarrer den Gottesdienst mit einem Gebet begann, das über Blair hinweg wischte, ohne die eigentlichen Worte zu registrieren. Es wird schon wieder. Blair bezweifelte das. Er hatte bis zu diesem Punkt gelebt, ohne jemals diese zerreißende Leere in seinem Herzen zu spüren. Vor vierzig Jahren hätte er allein weiter in der Menge leben sollen. Er hätte damit weiter machen sollen, den Leuten die Sandburg'sche Oberfläche zu zeigen, aber Ellison musste ja tiefer graben, in den weichen Kern, der sich nach Liebe und Zugehörigkeit sehnte. Und jetzt war der Bastard weg und hatte ihn verlassen ... und nahm Teile von Blair mit ins Grab.
Blair fühlte plötzlich das Fehlen von Luft in seinen Lungen und atmete tief ein. Die Hand um sein Handgelenk verfestigte sich.
Warum hatte er es nur soweit kommen lassen? Blair schaute auf das große Bild von Jim, das seitlich auf einem kleinen Tisch stand. Die blauen Augen blickten schadenfroh, und für eine Sekunde erinnerte er sich an die Zeit, als sie noch jung gewesen waren ... oder jünger ... Warum hatte er sich verliebt? Warum hatte er Jim so tief unter seine Haut gelassen, dass das Leben ohne ihn so schmerzte? Auf das gerahmte Bild schauend erinnerte sich Blair jetzt, dass zu dem Zeitpunkt, als diese Augen ihn noch gesehen hatten, ihm alles als eine gute Idee vorgekommen war.
In einundvierzig Jahren
Geschrieben für die Sentinel Thursday-Prompt 147: "Quivering with"
"Oh, Mann, du wirst so sauer auf mich sein!", sagte Blair zu dem leeren Stuhl, der ihm gegenüber stand. "Ja, ich weiß was du sagen willst", fuhr er fort während er eine Hand mit der Handfläche nach oben ausstreckte. "Du denkst, dass das private Informationen sind und du nicht willst, dass die Leute in unseren Leben herumschnüffeln."
Blair stach seinen Löffel in seine Haferflocken und nahm einen Mund voll, bevor er das Cover seiner Dissertation aufschlug. Der dicke Wälzer, den er binden lassen hatte, nachdem es größer als jeder Aktenordner geworden war, beinhaltete vierzig Jahre seiner Sentinel Forschungen. Blair spielte mit dem Gedanken, noch ein Kapitel über das Leben ohne einen Sentinel hinzuzufügen, aber seine Trauer war nun wirklich privat.
Der Wind blies die Gardine in den Raum und Blair fröstelte in der kalten Herbstluft, die über seine Haut tanzte. Das Frösteln verwandelte sich in ein Zittern in der Hand, die den Löffel hielt, und Blair verfestigte seinen Griff, bis seine Muskeln stoppten.
"Verdammter Körper. Ich habe einundsiebzig Jahre auf diesen Körper geachtet, und das verdammte Ding fängt jetzt an und spielt mir Streiche", beschwerte er sich in allgemeiner Richtung von Jims Stuhl. "Nicht dass ich derjenige bin, der sich beschweren müsste, wenn man bedenkt, wie dein Körper heute so aussieht. Ich sagte dir ja, du sollst die Wonderburger lassen."
Blairs Brust wurde eng und seine Augen wurden heiß. Ein Jahr und immer noch konnte er diese Momente nicht stoppen, wenn Jims Tod ihm so nah vorkam, als wäre es gestern gewesen. "Konntest diesen verdammten billigen amerikanischen Käse und Wurst einfach nicht aufgeben, in der mehr Füllmaterial als Fleisch war, Mann." Blair legte den Löffel hin und starrte in seine Haferflocken, die plötzlich wie eine durchnässte Trockenwand mit toten Fliegenrosinen aussah.
"Ja, du hättest mehr Gemüse essen können. Du hast nie genügend Ballaststoffe gegessen." Die Gardinen blähten sich wieder auf und Blair entschloss sich, auf das Frühstück zu verzichten.
"Ich habe ohnehin keine Zeit fürs Frühstück", sagte Blair als er aufstand und die Schüssel in die Küche brachte, wo er den größten Teil des Frühstücks in den Müllschlucker kratzte. "Und ob du es nun magst oder nicht, ich werde die Dissertation veröffentlichen. Das war unser Deal, Mann. Ich helfe dir mit deinen Sinnen und du hilfst mir, die Dissertation zu fertigen. Ein Deal ist ein Deal, Mann."
Blair ging hinüber zum Fenster und zog es zu, so dass die Gardinen wieder ruhig herab hingen. "Übrigens, ich weiß was dein wirkliches Problem ist. Du ziehst hier nur deinen Gesegneter Beschützer Mist ab. Sie werden sich nicht über mich lustig machen", argumentierte Blair. "Ich habe Zeitungsausschnitte und Testdaten und Megan und Simon haben beide formelle Interviews über ihre Beobachtungen deiner Fähigkeiten gegeben. Ich wünschte nur, Incacha hätte ein Interview geben können, denn so launenhaft wie du warst, als ich dich traf, hätte ich doch zu gerne gewusst, wie du warst, als du zum ersten Mal online kamst."
Blair stoppte und ging zurück zum Badezimmer. "Mann, lüg mich nicht an. Ich weiß, du warst ein launenhafter Bastard. Und ich muss wirklich hiermit aufhören, bevor mich noch jemand in die Klapse einweist. Das ist klassische Verleugnung, weißt du. Ich rede weiter so mir dir, als wärst du noch hier. Dann brauche ich mich damit auseinander zu setzen, ohne deinen launenhaften Arsch aufzuwachen, der sich darüber beschwert, dass ich meine Jogginghose auf dem Boden liegen gelassen habe."
Blair nahm einen tiefen Atemzug und zwang sich selbst, ins Badezimmer zu gehen. "Weißt du, Verleugnung ist nur das erste Stadium von Trauer. Ich verarbeite das wirklich nicht besonders gut", erzählte Blair dem Spiegel als er die Zahnbürste nahm. Seit Jims Tod war er gealtert. Er konnte das im Spiegel sehen: tiefe Schatten unter seinen Augen, tiefe Falten, die von seiner Nase bis zu seinen Mundwinkeln liefen, salz- und pfefferfarbenes Haar, das mit jedem Tag salziger wurde. Teufel auch, selbst ohne Spiegel würde er es bemerken. An der Art, wie Megan in seiner Gegenwart immer sanfter sprach, als hätte ihn Jims Tod fragiler gemacht. Vielleicht hatte es das.
Als er fertig war ging Blair zurück zum Tisch und schlüpfte in seine Jacke, bevor er seine persönliche Kopie seiner Dissertation in seine Aktentasche mit den anderen sechs Kopien steckte.
"Ich tue das. Also entweder unterstützt du mich oder ..." Blair zögerte. Drohungen erschienen fast noch unangebrachter als mit der Luft zu reden. "Unterstütz mich einfach, Jim. Es könnte noch andere da draußen geben, weggeschlossen als Schizophrene, oder sie verbergen ihre Sinne aus Angst. Wir haben kein Recht auf Privatsphäre, wenn das Leben anderer Leute davon abhängt."
Blair fühlte, wie sein Arm wieder zu zittern anfing, und er wechselte die Aktentasche in seine starke Hand. "Ich hätte das Kapitel über kinky Sentinelsex weglassen sollen", lachte er. "Ist nur ein Scherz", fügte er schnell hinzu als er in Richtung Tür ging. "Übrigens, selbst wenn ich den Teil über sexuelle Eifersucht und Empfänglichkeit zu Pheromonen weggelassen hätte, wäre dieses Ding immer noch so schwer wie ein toter Prediger", stellte Blair klar. Er schloss die Lofttür hinter sich.
***
"Und?" fragte Simon, sobald Blair den Raum betrat. Der Mann benutzte seinen Stock, um sich hochzustemmen, aber Blair winkte ihn zurück auf seinen Stuhl. "Bist du jetzt Doktor oder nicht?" verlangte Simon zu wissen. Er stand trotzdem auf.
"So läuft das nicht", stellte Blair klar, als er sich in einen der tiefen Sessel der Besucher Lounge setzte. "Ich habe meine Arbeit verteidigt und jetzt muss das Komitee die Tatsachen und Rechtspunkte meiner Forschungen diskutieren."
"Ich bin sicher, sie werden es akzeptieren, Sandy", sagte Megan, als sie von ihrem Kreuzworträtsel aufsah. "Fühlst du dich gut?" fragte sie.
Blair ließ seinen Kopf zurück auf die Lehne des Sessels fallen. "Ich bin nervös, verängstigt, verspannt und nahe dran, mich zu übergeben ... bedeutet das gut?" fragte Blair.
"Sandy?"
"Megan, das hier ist die Arbeit meines Lebens", sagte Blair. Er beugte sich vor und stütze sich auf seinen Knien ab. "Sie halten meinen Heiligen Gral in ihren Händen. Das ist das Buch, das Menschen dabei helfen kann, Sentinels zu erkennen und ihnen zu helfen, anstatt sie zu zwingen, ihre Gaben aus Angst zu unterdrücken. Es ist .." Blair fehlten die Worte, um die Wichtigkeit dieses Tages zu beschreiben. Also lehnte er sich zurück und sackte noch tiefer in den Sessel, während er sich geistesabwesend seine Schulter rieb. "Es ist wichtig", sagte er schließlich. Er schloss seine Augen und versuchte sich trotz der Enge in seiner Brust zu entspannen.
"Sandburg, du hast dich während der letzten vierzig Jahre wegen jedem Wort in diesem Buch abgequält. Sie werden es mögen", fügte Simon hinzu. Blair konnte die Ledercouch unter Simons Gewicht knartschen hören. Selbst in seinen Achtzigern war der Mann noch furchteinflößend.
"Dreißig", korrigierte ihn Blair.
"Was?"
"Dreißig Jahre. Jim und ich waren fürs erste Jahrzehnt zu sehr mit Sex beschäftigt, als dass ich irgendetwas hätte schreiben konnte." Blair grinste, als ihn das Magazin auf der Brust traf.
Die Sonne kam durch die Fenster und legte sich in einem warmen Strom über seine Beine. Blair arbeitete daran, tiefe Atemzüge zu nehmen, während er darauf wartete, dass sein Berater kam und ihn holte.
"Berater", schnaubte eine bekannte Stimme.
"Ja, er ist ein bisschen jung, um mich tatsächlich beraten zu können", gab Blair zu.
"Er ist halb so alt wie du, Chief", sagte Jim. Blair rollte seinen Kopf zur Seite und schaute zu Jim, der in der Mitte des Raum stand, die ganz plötzlich verschwommen war.
"Das ist ein schöner Traum", sagte er und Jim lächelte.
"Hast doch wohl nicht gedacht, dass ich dich heute, am Tag aller Tage, allein lasse?" Jim kam herüber zu ihm und setzte sich auf die Kante des überfüllten Stuhls.
"Deine Altersflecken sind weg", stellte Blair fest als er mit einem Finger über einen allzu bekannten Arm fuhr.
"So läuft es nun mal, Chief", antwortete Jim mit einem Schulterzucken.
"Du bist immer noch kahl."
"Kahl werdend."
"Einbildung ist auch 'ne Bildung", neckte Blair.
"Tja, ich bin nicht derjenige, der zehn Jahre mit Haar verbracht hat, das jeden Morgen eine Stunde Verschönerungskur brauchte."
"Es ging dabei um eine Aussage!" beharrte Blair als er seine Finger um Jims schlang. Es sah komisch aus mit seinen faltigen Knöcheln und altersfleckigen Hand in Jims junger und starker Hand. "Ich vermisse dich", flüsterte er und Jims Finger verfestigten sich und hielten ihn. "Ich vermisse dich so sehr."
"Ich weiß, Chief. Ich bin die ganze Zeit bei dir. An manchen Tagen erzähle ich einen Witze und wundere mich, warum du nicht lachst. Ich muss mich selbst daran erinnern, dass du mich nicht hören kannst. Ich will dich so sehr berühren. Ich möchte dich neben mir liegen fühlen." Jim glitt von der Lehne und ging vor Blair auf die Knie.
"Oh, Chief, was tust du dir nur an?" fragte er. Er streckte eine Hand aus und fuhr Blair mit dem Daumen über das Gesicht. Erst da erkannte Blair, dass er weinte.
"Ich kann das nicht ohne dich", gab Blair zu. Er schloss fest seine Augen, bis Punkte in der Dunkelheit erschienen und die Tränen stoppten.
"Du bist niemals ohne mich", sagte Jim leise. Blair öffnete wieder seine Augen. Der Farn in der Ecke der Lobby war zu einem halben Dutzend kleiner Bäume angewachsen und das blaue Licht der Nacht drang durch die Fenster.
"Das ist kein Traum, oder?" fragte Blair als er in Jims Augen blickte. Er konnte seinen eigenen Schmerz reflektieren sehen.
"Du hast eine Herzattacke", gab Jim zu. "Aber du könntest noch so viele Jahre haben, Jahre des Lehrens und Vorträge halten. Du könntest sogar noch Sentinels finden ... sie sind da draußen, Chief."
"Aber ich kann dich nicht haben." Blair seufzte als Jims Handfläche die Seite seines Gesichtes umfasste.
"Ich werde auf dich warten, Chief."
"Meinen Glückwunsch, Dr. Sandburg!" rief eine Stimme und Blair wandte sich der Tür zu, wo sein Berater mit einem dämlichen Grinsen auf seinem Gesicht stand.
"Chief, es ist das Leben, das du dir gewünscht hast, seit du zwanzig warst", flüsterte Jim. "Es ist okay, es zu leben."
Blair wandte sich ihm wieder zu und sah, wie Jim verblasste. Das gelbe Licht der Sonne stieß langsam Löcher durch das Blau der Nacht.
"Nein. Nein, das ist alles nicht wichtig", beharrte Blair. Er griff nach Jims Hand, schlang ihre Finger ineinander und weigerte sich loszulassen.
"Du könntest noch Jahre haben, vielleicht Jahrzehnte."
"Ohne dich!", protestierte Blair. Er konnte fühlen, wie sein linker Arm zitterte, als er versuchte Jim festzuhalten. Seine Muskeln wurden schwächer und seine Brust wurde eng.
"Ich werde bei dir sein. Gott, Chief, ich schwöre, ich werde dich nie verlassen", sagte Jim als er sich abmühte, ihre Hände frei zu bekommen. "Shit, ich hätte nicht kommen sollen."
"Sag das nicht. Sag das nicht, du verdammter Bastard. Du hast mich verdammt noch mal verlassen und jetzt versuchst du, es wieder zu tun." Blair warf sich vor und griff nach den undeutlichen Umrissen seines Geliebten.
"Ich werde dich hassen", schrie Blair. "Tu das jetzt, und ich werde dich hassen." Jims Form wurde wieder etwas deutlicher an den Umrissen.
"Chief, sag so was nicht", flehte er.
"Ich werde es. Die Dissertation, das war nur etwas, an das ich mich festhalten konnte. Das ist nicht das Leben, was ich wollte. Ich habe dich diesem Leben schon vor Jahrzehnten vorgezogen. Und du hast kein Recht, mir diese Wahl jetzt zu nehmen."
"Ich nehme dir gar nichts. Ich werde hier sein."
"Ich schwöre, ich werde ein Kapitel über das verdammte Gesegneter Beschützer Syndrom hinzufügen und wie es Sentinels in Bastarde verwandelt, die nicht einmal die einfachsten englischen Aussagen verstehen. Ich liebe dich. Ich werde dich verdammt noch mal nicht verlassen und wenn du mich wieder verlässt, wenn ich dich sehen kann, werde ich deinen verdammten Arsch durch welche Existenzebene auch immer, in der du dich gerade aufhältst, treten." Blair schob sich vom Sessel hoch und benutzte seinen rechten Arm, um an Jim Jackett zu ziehen, da sein linker Arm vor Schmerz zitterte.
"Chief, mach es mir doch nicht so schwer, das Richtige zu tun", sagte Jim durch zusammengebissene Zähne. Jetzt konnte Blair im blauen Licht des Dschungels Tränen reflektieren sehen.
"Das Richtige ist, bei mir zu bleiben", flüsterte Blair. Er konnte fühlen, wie Jims Körper zuckte und dann griff ein starker Arm nach ihm und zog ihn an Jims Brust. Blair vergrub sein Gesicht in den bekannten Geruch. Jims Körper durchlief ein Schluchzen und Blair klammerte sich mit seinem guten Arm an ihn.
Dann schrie Blair auf, als ein Schmerz ihn durchlief. Sein linker Arm verkrampfte sich und wurde steif, während er in Agonie keuchte.
"Du kannst ihn nicht zurückhaben, er gehört mir", knurrte Jim. Blair fühlte sich herumgewirbelt, so dass er und Jim die Positionen tauschten.
"Jim!", rief er, bevor er wieder aufschrie. Seine gesamte linke Seite brannte.
"Lass ihn verdammt noch mal gehen!", schrie Jim. Sein Griff wurde fester und erdrückte Blair fast. Blair nahm ein Gefühl wahr, als würde ihm ein Pflaster von einem inneren Organ gerissen, und dann nichts mehr.
"Gott, Blair, bist du okay?" fragte Jim und senkte ihn zu Boden. Blair lag auf der feuchten Erde und fühlte, wie große Hände jeden Teil seines Körpers abtasteten. Zwei Hände nahmen seinen linken Arm und begannen das Glied zu massieren, obwohl es sich fein anfühlte. Trotz dieses plötzlichen Anfalls des total gesund Fühlens konnte Blair keine Luft in seine Lungen bekommen.
"Ich weiß, es ist schwer. Ist okay, hol tief Luft, Chief", murmelte Jim, während seine Hände damit fortfuhren, ihn zu überprüfen. Blair versuchte einen tiefen Atemzug, aber er verlor die Luft, bevor sie wirklich in seine Lungen eindringen konnte. Schließlich sog er genügend Luft ein, um endlich das Lachen zu vervollständigen, das seinen Körper durchrollte.
"Blair?" Durch Tränen konnte Blair Jim neben ihn hocken sehen. Er hatte einen verwirrten Ausdruck auf dem Gesicht. Blair lachte nur noch mehr, als er sich an der Luft verschluckte.
"Chief?"
Blair kämpfte seinen Lachanfall mit einem schluckaufunterbrochenen Kichern, bevor er hinauf zu seinem Geliebten sah.
"Bin ich okay? Bin ich okay?" fragte Blair ungläubig. "Hm, Blitzmeldung, ich bin tot, du Dummie", stellte er mit einem Schlag an Jims Bein klar. Jim vergalt dies mit einer Kopfnuss.
"Nett, ich versuche hier, Besorgnis zu zeigen und du machst hier einen auf Ironie", sagte Jim als er Blairs lange Haare verwuschelte.
***
Simon lehnte sich auf dem Krankenhausstuhl zurück. Er griff das grüne Plastik mit einer Hand und seinen Stock mit der anderen. Ein Mediziner in einem weißen Kittel kam zu ihm und Megan begann leise zu weinen. Sie streckte ihre Hand aus und legte ihn um Simons Arm.
"Es tut mir leid. Dr. Sandburgs offizielle Todeszeit war 2:34. Wir haben alles versucht, aber wir konnten ihn nicht mehr retten."
Simon schloss seine Augen und schickte ein schnelles Gebet hinauf, dass Blair den Teil von ihm selbst gefunden hatte, den er das vergangene Jahre vermisst hatte.
The End
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