Aktuelle News aus der Formel 1

Datum: 30.01.2003

McLaren bricht das Schweigen

Bisher hat sich McLaren nicht zu dem neuen Reglementsbeschlüssen geäußert, es sickerte nur durch, dass man alles andere als begeistert ist. Gegenüber dem 'Autosport'-Magazin meinte Teamchef Ron Dennis nun: "Wenn die neuen Regeln als positiv für den Sport angesehen werden, dann sollten die Ansichten, die wir haben, in einer positiven Weise zum Ausdruck gebracht werden. Wir sollten versuchen, die verschiedenen Ansichten der Leute anzuhören und dabei nicht destruktiv vorgehen." Teammanager Martin Whitmarsh fordert Nachbesserungen am Reglement: "Die Leute sagen, dass der Teufel im Detail steckt und ich denke, dass ein paar Konzepte auf den Tisch gelegt und durchgeboxt wurden."

Datum: 29.01.2003

Williams: Räikkönen ist ein kommender Weltmeister

(F1Total.com) - Im Alter von 25 Jahren und neun Monaten holte Emerson Fittipaldi 1972 seinen ersten Formel-1-Weltmeistertitel und war damit noch ein wenig jünger als Michael Schumacher, der 1994 ebenfalls im Alter von 25 Jahren den Titel einfuhr. Kimi Räikkönen ist erst 23 Jahre alt und hat damit noch zwei Jahre Zeit, den WM-Titel einzufahren. Das Ziel des Finnen: Er will jüngster Formel-1-Weltmeister aller Zeiten werden.

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Für die meisten Experten steht außer Frage, dass der Rennfahrer aus Espoo das Zeug zum Titelträger hat. Auch Frank Williams, Teamchef von Ralf Schumacher und Juan-Pablo Montoya, pflichtet in der britischen Presse bei: "Er ist sehr gut. Er hat den Speed und die Fahrzeugbeherrschung und ich kann auch dieses gewisse Etwas sehen, das ein Weltmeister braucht. Es ist schwer, irgendwelche Schwächen bei ihm zu erkennen."

Noch fehlt es Räikkönen an Erfahrung, was sich vor allem im Rennen deutlich macht, als er vergangenes Jahr mehrmals langsamer war als David Coulthard, im Qualifying-Duell konnte er den Schotten jedoch bereits mit 10:7 schlagen. Dabei dürfte ihm vor allem seine Coolness helfen, die ihm den Namen "Iceman" einbrachte, als er 30 Minuten vor seinem ersten Formel-1-Rennen für Sauber im Motorhome des Teams einnickte.

Auch Ex-Formel-1-Pilot Eddie Irvine sieht in dem ruhigen Blondschopf einen kommenden Superstar: "Ich dachte schon immer, dass Mika Häkkinen ein großartiger Fahrer ist, dass er aber zu inkonstant war. Wenn etwas nicht gepasst hat, ist er nicht voll gefahren. Aber Kimi scheint immer 100 Prozent zu geben, wenn er in das Cockpit klettert."

Bewiesen hat Kimi Räikkönen dies in der vergangenen Saison oft genug. Man denke nur an seine beinharten Duelle mit Juan-Pablo Montoya in Ungarn und beim Großen Preis von Deutschland oder an sein Qualifying in Hockenheim, als er gnadenlos die erste Kurve abkürzte, dabei zwei Mal die Nase seines Auto beschädigt wurde, er sich davon aber in keinster Weise beeindrucken ließ.

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Datum: 29.01.2003

Coulthard: "Vielleicht brauchen wir ein weiteres Jahr"

(F1Total.com) - Frage: "Hast du das Gefühl, dass der neue McLaren nach der Ferrari-Dominanz im vergangenen Jahr in dieser Saison konkurrenzfähig sein wird?"
David Coulthard: "Es gibt keinen Zweifel daran, dass es unser Ziel ist, 2003 ein konkurrenzfähiges Auto zu haben. Gegen Ende der Saison 2002 wurde die Leistung des MP4-17 ständig besser und ich bin mir sicher, dass wir mit dem MP4-17D und dem MP4-18 diesen Schwung in die neue Saison mitnehmen werden. Wir sind uns der Herausforderung und der Realität bewusst, dass es vielleicht ein weiteres Jahr dauern wird, um das Paket auf einen ausreichend hohen Level zu entwickeln. Das ganze Team wird jedoch hart arbeiten und früher oder später wird es so weit sein."

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Frage: "In den letzten paar Jahren wurden große Erwartungen mit dir in Verbindung gebracht, dass du zum Beispiel Weltmeister werden sollst. Hast du das Gefühl, dass es dieses Jahr klappen wird?"
Coulthard: "Ich gehe nie nach Melbourne und denke 'Das ist es, dies ist mein Jahr'. Ich gehe konzentriert an meine Sache heran, konzentriere mich auf jedes einzelne Rennen und versuche, meine Leistung bei jeder Herausfahrt zu verbessern. Niemand von uns wird bis zum Qualifying in Melbourne wirklich wissen, was die Saison einem bringen wird. Erst ab da kann man wirklich einen sicheren Vergleich mit der Konkurrenz anstellen."

"1997 habe ich in Melbourne gewonnen und ich kam von dem Rennen mit dem Glauben zurück, dass es eine gute Saison werden würde, doch es sollte nicht sollen sein. Ob dieses Jahr mein Jahr werden wird oder nicht, wird die Zeit zeigen. Ich weiß, dass ich und das Team weiterhin während der Saison 100 Prozent geben werden und wir sind ein Team, das gezeigt hat, dass es gewinnen kann."

Frage: "Kannst du sagen, was es dir bedeuten würde, in einem Atemzug mit schottischen Weltmeistern wie Jackie Stewart und Jim Clark genannt zu werden?"
Coulthard: "Es ist ziemlich schwierig, das in Worte zu fassen, aber ich denke, dass es das einfachste ist, sich vorzustellen, dass man seit vielen Jahren ein Ziel vor Augen hat, so hart für es arbeitet und welche Befriedigung und welchen Stolz man daraus zieht, wenn man es dann geschafft hat. Es wäre natürlich auch eine Ehre, wenn man seinen Namen in der Liste von solchen Kalibern wie Jackie Stewart und Jim Clark stehen hat."

Frage: "Hast du über den Winter dieses Mal etwas anders gemacht, um dich auf das Jahr vorzubereiten, das vor dir liegt?"
Coulthard: "Die Leute sind sich vielleicht nicht ganz bewusst, dass der Job eines Formel-1-Fahrers eine 365-tägige Verpflichtung ist und dass es als solche keine abgeschlossene Saison gibt. Wir haben Testtermine, an denen wir teilnehmen müssen, Funktionen als Partner und so weiter. Ich widme einen bedeutenden Teil meines Lebens dem Training und dem Aufbau meiner Fitness-Grundlage für das folgende Jahr."

"Das ist wichtig, denn wegen unseres hektischen Zeitplans während der Saison können wir unseren Fitness-Level nicht wirklich aufrechterhalten, wir brauchen also einen guten Startpunkt. Ich mache in diesem Jahr im Zusammenhang mit meinem Fitness-Programm nichts dramatisch anders, auch wenn ich mit einem neuen Trainer zusammenarbeite, der seine eigene Herangehensweise hat und es ist immer gut, neue Dinge auszuprobieren, die einem einen Vorteil verschaffen könnten."

Frage: "Denkst du, dass es für den Sport wichtig ist, dass McLaren und Williams in diesem Jahr Ferrari näher kommen?"
Coulthard: "Natürlich ist dies wichtig, aber ich denke, dass man sich daran erinnern muss, dass es wie in anderen Sportarten Zyklen in der Formel 1 gibt. Wenn man sich die Vergangenheit des Sports anschaut, so gibt es Perioden der Dominanz, die für ein paar Jahre anhalten, wie bei McLaren Mitte der Neunziger und bei Williams in den frühen Neunzigern. Ferrari erlebt das im Moment aber McLaren-Mercedes und der Rest des Feldes arbeitet hart daran, diese Lücke zu schließen."

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Datum: 29.01.2003

McLaren: Saisonstart mit "getuntem Gebrauchtwagen"

(F1Total.com) - Vermutlich erst beim fünften Saisonrennen in Spanien wird der neue MP4-18 zum Einsatz kommen. Das Team will abwarten, bis man den neuen Boliden ausreichend entwickelt hat und er nicht nur zuverlässig sondern auch ausreichend schnell ist. Bis dahin wird man auf das Vorjahresauto MP4-17 setzen, das man als überarbeitete Version unter der Bezeichnung MP4-17D einsetzen wird.

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Tatsächlich ist der MP4-17D, mit dem man in Melbourne an den Start rollen wird, bei weitem nicht jenes Modell, das das Team beim Saisonfinale in Suzuka eingesetzt hat. So werden unter der Haube einige neue Teile stecken, die bei den Testfahrten in diesem Winter schon dafür gesorgt haben, dass die Silberpfeile ihre Rundenzeiten gewaltig steigern konnten.

"Wir testen ein neues Getriebe und neue Aufhängungsteile und beides zeigt sehr gute Leistungen", wird Testfahrer Alexander Wurz vom 'F1Racing'-Magazin zitiert. Zwar habe man im Moment noch ein paar kleinere Probleme, was allerdings bei neuen Bauteilen normal ist. Das neue Getriebe ist leichter, kleiner und weist vor allem geringere Reibungsverluste auf: "Der MP4-18 wird auch ein völlig neues Getriebe haben, aber die Details sind natürlich geheim", so Wurz weiter.

Der MP4-17D wird leichter und steifer als das Vorgängermodell sein sowie einen niedrigeren Schwerpunkt aufweisen als der MP4-17. Bei den Silbernen ist man fest davon überzeugt, dass das "alte" Auto noch genügend Potenzial besitzt, um einen entscheidenden Schritt nach vorne zu machen: "Speziell im Bereich der Kooperation zwischen Reifen und Chassis machen wir große Fortschritte", erläutert Wurz.

Der Österreicher hat im neuen MP4-18 bereits zur Sitzprobe Platz genommen, die Aussage von Adrian Newey, wonach das Auto "ganz anders" aussehen wird als die anderen Boliden, kann er aber nicht unterstreichen: "Das Reglement ist inzwischen so eng gefasst, dass es schwierig ist, irgendwelche radikal anders aussehenden Komponenten zu entwickeln. Dennoch wird man einige Änderungen bemerken. Doch in erster Linie wurde an Details gefeilt."

Mit dem neuen Auto möchte man "ab Saisonmitte" mit Ferrari um Siege fahren: "Es gibt natürlich keine Garantien, aber wer Ron Dennis und Norbert Haug kennt, weiß, dass ihnen der zweite Platz überhaupt nicht zusagt!" McLaren-Teammanager Martin Whitmarsh weiß, dass auf sein Team noch viel Arbeit zukommt: "Hut ab vor Ferrari, sie haben fantastische Arbeit geleistet, wir haben nicht gut genug gearbeitet, aber wir arbeiten daran, dies gerade zu rücken."

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Datum: 28.01.2003

McLaren will MP4-18 ausreichend "reifen" lassen

(F1Total.com) - Nachdem man in der vergangenen Saison nicht nur gegen Ferrari sondern auch gegen BMW-Williams den Kürzeren gezogen hat, ordnete Teamchef Ron Dennis seinem Auto eine Radikalkur an. Statt den neuen MP4-18 wie die meisten anderen Teams nur rund ein dreiviertel Jahr zu entwickeln, sollen die Designer sich mit dem neuen Auto rund zwei Monate mehr Zeit lassen.

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"Die Fakten sind doch ganz offensichtlich – im letzten Jahr waren wir wie Williams nicht bei der Musik", analysiert Ron Dennis gegenüber britischen Medien. "Ich würde Ferrari 10 Punkte geben, wir sollten 9,5 haben, aber stattdessen kamen wir nur auf 7,5 oder maximal auf 8. Aus diesem Grund arbeiten wir im Moment so hart. Wir wollen das Auto und das Team verbessern."

Wie üblich lassen sich die Silbernen nicht in die Karten schauen. Das neue Auto soll möglichst lange geheim getestet werden, damit die Öffentlichkeit und vor allem die Konkurrenz keinen Blick darauf erhaschen kann: "Wir machen es wie Ferrari, die sich genügend Zeit gegeben haben, um den F2002 zu entwickeln, bis er dann vorgestellt wurde", so Dennis.

Allerdings war der letztjährige Ferrari wesentlich früher fertig als es der neue Silberpfeil sein wird: "Wir haben noch nicht entschieden, wann der MP4-18 sein erstes Rennen bestreiten wird", so Dennis. "Um ehrlich zu sein, befinden wir uns auch nicht in Eile. Wenn wir allerdings um drei Sekunden schneller wären als die Konkurrenz, dann würden wir sofort damit fahren! Wenn das nicht der Fall ist – wovon wir ausgehen – so werden wir weiter daran arbeiten, bevor wir mit ihm Rennen fahren."

Bisher gibt sich das Team über das neue Auto fast komplett bedeckt. Durchgesickert ist mittlerweile nur, dass der neue Bolide "völlig anders" aussehen wird als sein Vorgängermodell. Bis der neue Bolide bis voraussichtlich zum vierten oder fünften Saisonlauf einsatzbereit ist, bestreitet das Team die Rennen mit dem MP4-17D, dem Vorjahresmodell mit überarbeiteter Aerodynamik und mit einem komplett neuen Heck und Getriebe.

McLaren-Mercedes will mit dem neuen Auto mindestens anderthalb Schritte nach vorne machen, wohingegen man hofft, dass Ferrari nur einen Schritt machen wird. In den Kampf um den WM-Titel wird man dieses Jahr wohl nicht eingreifen können, da man lange Zeit mit dem Vorjahresauto fahren muss – das ist aber einkalkuliert. Erst 2004 will man wieder Weltmeister werden, wenn ein auf dem MP4-18 aufbauender MP4-19 von Anfang an konkurrenzfähig sein soll.

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Datum: 25.01.2003

Valencia: Kimi Räikkönen auch am letzten Testtag vorne

(F1Total.com) - McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen ist am vierten und letzten Testtag im spanischen Valencia die schnellste Runde des Tages gefahren. Der Finne umrundete den 'Circuit de la Comunitat Valenciano Ricardo Tormo' insgesamt 81 Mal und dies mit einer Bestzeit von 1:11.621 Minuten. Testfahrer Alexander Wurz belegte nach 88 Umläufen bei schönstem Wetter mit Temperaturen von bis zu 17 Grad mit 0,3 Sekunden Rückstand den vierten Rang.

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Zwischen die beiden Silberpfeile schob sich das BMW-Williams-Team. Juan-Pablo Montoya drehte 69 Runden und hatte nur 0,013 Sekunden Rückstand auf Räikkönen. Testfahrer Marc Gené, der Ausdauertests für Michelin und BMW fuhr, fehlten rund 0,3 Sekunden auf die Spitze. Der Spanier war 0,008 Sekunden schneller als Alexander Wurz.

Datum: 24.01.2003

Kimi Räikkönen mit Bestzeit in Valencia

(F1Total.com) - McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen beendete den Donnerstag im spanischen Valencia nach 62 Runden mit einer Bestzeit von 1:10.647 Minuten als Tagesschnellster. Auf den vierten Rang kam Testfahrer Gary Paffett, dem nach 54 Runden 2,2 Sekunden auf die Bestzeit fehlten. Alexander Wurz als dritter Fahrer der Silbernen, kam nach 18 Runden mit 2,5 Sekunden Abstand auf Räikkönen auf den sechsten und damit letzten Platz.

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Bei sonnigem Wetter, das die Lufttemperaturen auf bis zu 15 und die Asphalttemperaturen auf bis zu 20 Grad ansteigen ließ, kam Nick Heidfeld im neuen Sauber nach 71 Runden mit rund 1,1 Sekunden Rückstand auf den zweiten Rang. Nur der am Nachmittag auffrischende Wind und ein Motorproblem am Mittag störten die Versuche des Schweizer Teams.

Auf den dritten Rang kam BMW-Williams-Testfahrer Marc Gené, der 62 Runden abspulte und 2,1 Sekunden Rückstand zu verzeichnen hatte. Das Testfeld komplettierte am Donnerstag auf der 4,005 Kilometer langen Strecke Juan-Pablo Montoya im zweiten FW24. Der Kolumbianer war mit 84 Runden der fleißigste Fahrer und hatte auf Platz fünf liegend 2,4 Sekunden Rückstand.

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Datum 23.01.2003

Neuer McLaren "völlig anders" als andere Autos

(F1Total.com) - Ähnlich wie Ferrari in der vergangenen Saison hat sich das McLaren-Team dazu entschieden, zumindest die Überseerennen mit einem modifizierten Vorjahresauto zu bestreiten. Weil die Konkurrenz bei den bisherigen Tests nur den Auspuff des MP4/17D sah und weil der MP4/18 als revolutionärer Rennwagen angekündigt wird, zählen die Silberpfeile wieder zum engsten Favoritenkreis auf den Gewinn der Weltmeisterschaft.

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Ziel der von Ferrari abgekupferten Strategie: Zum Saisonauftakt zuverlässig sein, von Ausfällen der Gegner profitieren, stattlich punkten – und dann mit dem neuen Auto gewinnen. Geplante Premiere für den MP4/18, der sich derzeit im Windkanal befindet, ist der Spanien-GP in Barcelona. Laut Technikchef Adrian Newey handelt es sich dabei um ein Design, das "völlig anders" sein wird als alle anderen Renner – und das nicht nur optisch.

"Der neue Wagen wird erstmals in Barcelona eingesetzt", bestätigte das britische Superhirn unseren Kollegen von der Fachzeitschrift 'Motorsport aktuell'. Schon für Melbourne gibt es aber ein Re-Vamp des derzeitigen Fahrzeugs: "Zum Saisonstart bekommt der Motor einen neuen Zylinderkopf, auch das Getriebe ist völlig neu." Lediglich die Aerodynamik wird zunächst wohl stark an die Saison 2002 erinnern.

Das Rezept, um Ferrari endlich schlagen zu können und den ersten Titel seit 1999 nach Woking zu holen, kennt Newey genau: "Du musst die besten Zutaten vereinen – die besten Fahrer, das beste Chassis. Chassis heißt Aerodynamik, Radaufhängung, Gewichtsverteilung und elektronische Kontrollen und die Art, wie sie mit dem Motor vernetzt werden. Du musst den besten Motor haben und die besten Reifen. Wenn du all diese Zutaten vereinst und ein standfestes Auto hast, solltest du die WM gewinnen."

"Bisweilen wirst du auch Weltmeister", schränkte er aber ein, "wenn eine dieser Zutaten schwächer ist." So habe Ferrari 2002 zwar den standfestesten, nicht aber den stärksten Motor gehabt. Daher trägt aus Neweys Sicht auch Mercedes eine hohe Verantwortung: "Nur das Chassis unterliegt unserer Kontrolle, die Motorenseite liegt in der Hand unseres Partners." Nachsatz: "Wir vertrauen Mercedes."

Der 2003er-McLaren wird also nicht ganz zu Unrecht schon im Vorhinein als technische Revolution gehandelt, wenngleich vom Team noch kein Präsentationstermin genannt werden konnte. Fest steht lediglich, dass die erfolgsverwöhnte Truppe nach einigen mageren Jahren wieder hungrig ist – und dass der MP4/18 zumindest ansatzweise den Auftakt einer Reihe von Boliden darstellt, die nicht mehr in Woking, sondern bereits in der hochmodernen Paragon-Fabrik entworfen werden…

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Datum: 23.01.2003

Valencia: McLaren-Mercedes im BMW-Williams-Sandwich

(F1Total.com) - Mit einem sonnigen Morgen begann der Mittwoch im spanischen Valencia, bis dann am Nachmittag der Himmel zunehmend zuzog und es zu regnen begann. Bei Temperaturen um die 16 Grad und Asphaltwerten von bis zu 19 Grad waren aber dennoch vernünftige Testfahrten möglich.

Tagesschnellster wurde BMW-Williams-Pilot Juan-Pablo Montoya, der 81 Runden abspulte und mit 1:10.794 Minuten um rund 1,5 Sekunden schneller war als Testfahrer Marc Gené, der nach 74 Umläufen auf dem vierten Rang geführt wurde.

Zwischen die beiden Weiß-Blauen schoben sich die McLaren-Mercedes-Piloten Kimi Räikkönen und Alexander Wurz. Räikkönen hatte nach 42 Runden rund 0,3 Sekunden Rückstand auf die Spitze, Wurz fehlten nach 94 Umläufen weitere 0,8 Sekunden. Auch Gary Paffett war wieder für die Silbernen unterwegs. Der junge Brite bildete nach 35 Runden mit 3,7 Sekunden Rückstand das Schlusslicht.

Ebenfalls vor Ort am Mittwoch auf der 4,005 Kilometer langen Strecke: Heinz-Harald Frentzen im neuen Sauber C22. Der Mönchengladbacher spulte 64 Runden ab, was einer Gesamtdistanz von rund 256 Kilometern entspricht und war als Fünftschnellster 2,2 Sekunden langsamer als Montoya im Vorjahres-Williams.

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Datum: 17.12.2002

Kimi Räikkönen: "In fünf Jahren sind wir Weltmeister!"

In einem Chat für einen Teamsponsor beantwortete Kimi Räikkönen vor kurzem am Rande der Testfahrten in Jerez die Fragen seiner Fans. Hier finden Sie ein paar interessante Fragen aus dem Chat.

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Frage: "Hast du schon alle deine Weihnachtsgeschenke zusammen?"
Kimi Räikkönen: "Nein, noch nicht. Ich muss noch einkaufen gehen."

Frage: "Bist du schneller als Michael Schumacher?"
Räikkönen: "Ja."

Frage: "Welches war dein schönster, welches dein schlimmster Moment in der Formel 1?"
Räikkönen: "Mein schönster war die Podiumsplatzierung in Australien, mein schlimmster Magny-Cours."

Frage: "Nachdem Spa nicht mehr im Kalender ist, welches ist nun deine Lieblingsstrecke?"
Räikkönen: "Monaco um ehrlich zu sein. Eine großartige Herausforderung und Atmosphäre."

Frage: "Wirst du dir das Paragon anschauen, wenn es fertig ist? Und was denkst du über die neuen Regeln?"
Räikkönen: "Ich war schon im Paragon, das ist jedoch schon ein Jahr her und ich denke, dass seitdem eine Menge passiert ist. Ich freue mich aus diesem Grund schon auf den nächsten Besuch. Ich denke, dass das Qualifying für die Fans deutlich interessanter sein wird."

Frage: "Denkst du, dass du mit dem neuen Qualifying-Modus gut zurechtkommen wirst?"
Räikkönen: "Ich denke nicht, dass es einen großen Unterschied ausmachen wird."

Frage: "Pinkelst du im Stehen oder Sitzen?"
Räikkönen: "Stehend!"

Frage: "Was denkst du über den Großen Preis von Ungarn?"
Räikkönen: "Er ist ziemlich nett. Ich mag ihn und dort hat es immer sehr viele finnische Fans. Leider ist das Überholen dort ein wenig schwierig."

Frage: "Denkst du, dass McLaren im kommenden Jahr Ferrari schlagen kann?"
Räikkönen: "Ja, ich weiß, dass wir daran sehr, sehr hart arbeiten."

Frage: "Was sagt deine Freundin dazu, dass du in der Formel 1 fährst?"
Räikkönen: "Sie ist glücklich und kann damit umgehen."

Frage: "Wenn du auf eine einsame Insel kommen würdest, welche drei Dinge würdest du dort mitnehmen?"
Räikkönen: "Jede Menge Essen, meine Freundin und einen Helikopter."

Frage: "Hast du dein eigenes Motorhome?"
Räikkönen: "Nein."

Frage: "Du hast an deinem Handgelenk ein Tattoo, es zeigt eine grüne Sonne. Wie alt warst du, als du es dir machen ließt?"
Räikkönen: "Tatsächlich ist es schwarz und ich ließ es mir im Sommer 2001 machen."

Frage: "Welches war deiner Meinung nach das beste Überholmanöver in der Geschichte der Formel 1?"
Räikkönen: "Mika Häkkinen, wie er Michael Schumacher in Spa 2000 überholte."

Frage: "Hast du unter den anderen Fahrern Freunde?"
Räikkönen: "Ich bin mit Mika gut befreundet aber unter den anderen Fahrern habe ich keine wirklichen Freunde."

Frage: "Du scheinst immer extrem cool zu sein, aber gibt es auch Momente, in denen du nervös bist?"
Räikkönen: "Vor dem Start werde ich immer ein wenig nervös, aber ich denke, dass das normal ist. Wenn man erst einmal losgefahren ist, vergisst man alles."

Frage: "Hast du einen Lieblingsfilm?"
Räikkönen: "Ich mag 'Nur noch 60 Sekunden' ganz gern."

Frage: "Kannst du schon etwas über das Auto der Saison 2003 sagen?"
Räikkönen: "Es ist zu früh, darüber etwas zu sagen. Im Moment fahre ich den MP4-17 und ich werde den MP4-18 nicht vor dem Beginn der Europa-Saison verwenden."

Frage: "Welches Auto fährst du privat? Ist es noch dein Traum, für Ferrari zu fahren?"
Räikkönen: "Ich fahre einen Mercedes-Benz CLK. Ferrari? Nein, nicht wirklich."

Frage: "Was ist dein Lieblingsessen und -Getränk?"
Räikkönen: "Ich mag ganz gerne Chicken Pasta und ich genieße gerne eine Cola oder auch zwei."

Frage: "Schaust du dir auch andere Motorsportarten an?"
Räikkönen: "Ich schaue mir so ziemlich jeden Motorsport im Fernsehen an."

Frage: "Hast du noch einen Wohnsitz in Finnland?"
Räikkönen: "Nein."

Frage: "Was war dein Lieblingsfach in der Schule?"
Räikkönen: "Ich mochte Sport, vor allem wenn wir im Winter Eishockey gespielt haben."

Frage: "Was denkst du über dein erstes Jahr bei McLaren und stehst du noch in Kontakt mit Mika Häkkinen?"
Räikkönen: "Ja, ich stehe immer noch in Kontakt zu Mika, ich habe mich mit ihm erst vergangene Woche wieder getroffen. Nun, die Saison war ziemlich schwierig, da ich ein paar Probleme hatte."

Frage: "Wie viel glaubst du kann man als Fahrer lernen und was ist Talent? Welche Details hast du bei Schumacher gesehen, die dir sagen, dass du ihn schlagen kannst?"
Räikkönen: "Man kann mit Sicherheit immer dazulernen, aber die Hauptsache ist, dass man viel Talent mitbringt, ansonsten wird es schwierig. Was Schumacher angeht, so behalte ich das lieber für mich, er könnte ja im Chat sein!"

Frage: "Kannst du dich noch daran erinnern, als du das erste Mal ein Formel-1-Auto fuhrst?"
Räikkönen: "Daran kann ich mich ganz genau erinnern. Es war in Mugello und wirklich sehr nett und so anders im Vergleich zu allem anderen, was ich bisher gefahren bin. Fantastisch!"

Frage: "Was wünschst du dir zu Weihnachten?"
Räikkönen: "Einfach ein wenig Zeit mit meiner Freundin und meiner Familie verbringen, entspannen und zu viel essen – wie jeder andere nehme ich einmal an."

Frage: "Wo siehst du dich und das McLaren-Team in fünf Jahren?"
Räikkönen: "Da sind wir Weltmeister."

Frage: "Was sind deine Ziele für das kommende Jahr?"
Räikkönen: "Das Ziel ist es immer, so viele Rennen wie möglich zu gewinnen. Ich kann nicht vorhersagen, dass dies passieren wird aber ich weiß, dass das Team und ich selbst unser Bestes geben."

Frage: "Was denkst du über brasilianische Fahrer?"
Räikkönen: "Sie sind schnell aber nicht schnell genug!"

Frage: "Was magst du an der Formel 1 am meisten?"
Räikkönen: "Das ist einfach, im Auto sitzen und Vollgas geben!"

Frage: "Wie oft besuchen dich deine Freunde bei den Grand-Prix-Wochenenden?"
Räikkönen: "Nicht sehr oft, ich denke im letzten Jahr waren bei vier Rennen Freunde dabei. Ich kann aber nicht sehr viel Zeit mit ihnen bei den Rennen verbringen da ich immer sehr beschäftigt bin."

Datum: 28.11.2002

Kimi Räikkönen am Mittag in Valencia vorne

McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen fuhr bei den Testfahrten in Valencia bis zur Mittagspause mit 1:12.004 Minuten die schnellste Runde und verbesserte sich damit im Vergleich zum Vortag um rund 1,5 Sekunden. Testfahrer Alexander Wurz belegte mit 1,4 Sekunden Rückstand den dritten Platz.

Zwischen die beiden Silberpfeile schob sich Juan-Pablo Montoya mit rund einer Sekunde Rückstand. Giorgio Pantano rangierte mit 1,9 Sekunden Rückstand auf dem vierten Rang. Der Italiener, der sich heute Morgen einen Dreher leistete, wird am Nachmittag das Auto an Vitantonio Liuzzi übergeben. Auch Stammtestfahrer Marc Gené ist vor Ort. Der Spanier belegte mit 2,2 Sekunden Rückstand Platz fünf.

Einziger Bridgestone-Fahrer ist auch am Mittwoch Nick Heidfeld im Sauber, der mit 2,5 Sekunden Rückstand momentan auf dem sechsten Rang liegt. Der siebte Rang geht an Jarno Trulli im Renault, dem 2,7 Sekunden auf die Bestzeit fehlen. Das Schlusslicht bildet der Russe Sergey Zlobin im Minardi, der im 2001er-Auto 7,8 Sekunden Rückstand hat.

Die Mittagszeiten im Überblick:
1. Kimi Räikkönen - McLaren-Mercedes – 1:12.004
2. Juan-Pablo Montoya – BMW-Williams – 1:13.098
3. Alexander Wurz - McLaren-Mercedes – 1:13.365
4. Giorgio Pantano – BMW-Williams – 1:13.899
5. Marc Gené – BMW-Williams – 1:14.148
6. Nick Heidfeld - Sauber-Petronas – 1:14.495
7. Jarno Trulli - Renault - 1m14.741
8. Sergey Zlobin - Minardi – 1:19.750

Datum: 23.10.2002

Dennis: "DC" hat sich gegen Kimi wacker geschlagen

Für viele Experten steht David Coulthard bei McLaren-Mercedes kurz vor der Wach-Ablösung als Nummer 1 des Teams durch Neuzugang Kimi Räikkönen, der in dieser Saison auf Grund seiner mangelnden Erfahrung – es war erst die zweite Formel-1-Saison für den Finnen – noch deutliche Nachteile gegenüber Coulthard hatte, der bereits seit 1994 in der Formel 1 fährt und immerhin schon seit 1996 bei McLaren-Mercedes ist. So konnte sich der Schotte nicht zuletzt dank seiner Erfahrung im Rennen meistens deutlich von dem jungen Rennfahrer absetzen und letztendlich 17 Punkte mehr einfahren.

Doch Kimi Räikkönen hatte häufig auch technische Probleme zu beklagen, die ihn daran hinderten, mehr WM-Zähler einzufahren. Das Potenzial des 23-Jährigen machte sich vor allem im Qualifying bemerkbar, wo er gegen David Coulthard im Stallduell mit 10:07 in Führung gehen konnte: "Es gibt keinen Zweifel daran, dass Kimi sich in einen außergewöhnlichen Formel-1-Fahrer mit einer großartigen Zukunft entwickelt", wird Teamchef Ron Dennis von 'BBC Online' zitiert.

Mit der Leistung seines Stammfahrers David Coulthard, der das Rennen in Monaco hatte gewinnen können, ist der Brite aber ebenfalls sehr zufrieden. Besonders dank seiner Erfahrung konnte das Team in der Saison große Fortschritte machen und während Räikkönen mit seiner Freundin im Hotel verschwand, brütete "DC" bis spät in die Nacht über Telemetrieausdrucken: "Das erwartet man von einem Fahrer, der so viele Saisons in der Formel 1 verbracht hat", so Dennis.

Ron Dennis wäre enttäuscht gewesen, hätte sich Coulthard von seinem Teamkollegen ständig locker im Qualifying schlagen lassen, aber mit dem Vergleich der beiden Rennfahrer, deren Altersunterschied acht Jahre beträgt, ist der McLaren-Teamchef zufrieden: "Er hat sich sicherlich durch Kimis Gegenwart in keiner Form destabilisieren lassen. Unter solchen Umständen wäre es für einen erfahrenen Fahrer ein Leichtes gewesen, aus dem Konzept zu kommen. Aber David blieb die ganze Saison über extrem am Ball und zeigte seine üblichen starken Vorstellungen."

 

Datum: 16.10.2002

Lauda: Räikkönen läuft Coulthard den Rang ab

Alles in allem war David Coulthard in diesem Jahr bei McLaren-Mercedes die Nummer 1. Neben Alexander Wurz verrichtete er wegen seiner immensen Erfahrung den Großteil der Entwicklungsarbeit, der Schotte gewann das Rennen in Monaco und fuhr mit 41 WM-Punkten mehr Zähler ein als Kimi Räikkönen. Der Finne hatte in seiner zweiten Saison allerdings auch elf Ausfälle, sein schottischer Teamkollege hingegen nur vier.

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Konnte David Coulthard im Rennen noch seine Erfahrung voll ausspielen und im Schnitt eine bessere Leistung abliefern, war der junge Teamneuzugang im Qualifying mit 11:7 im direkten Vergleich stärker als "DC". Für Jaguar-Teamchef Niki Lauda ist der stille Finne die "größte Überraschung" der letzten Monate: "Er schien aus dem Nichts zu kommen und hat sofort bewiesen, dass er fantastische Leistungen zeigen kann", wird der Österreicher von 'ITV' zitiert.

Für den dreifachen Formel-1-Weltmeister werden Erinnerungen an seine aktive Zeit wach als Alain Prost zu ihm als neuer McLaren-Teamkollege hinzu stieß: "David Coulthard ist unter Druck. Ein neuer junger Fahrer, der zu einem ins Team kommt ist das schlimmste, was passieren kann. Ich weiß das aus erster Hand. Als ich meine erste WM 1975 gewann, da war Alain Prost nicht einmal alt genug um eine Superlizenz zu erhalten. Wenn so etwas passiert, dann demotiviert dich das. Du musst ihn immer schlagen, im Qualifying setzt ihn Räikkönen schon gewaltig unter Druck."

Für viele ist Kimi Räikkönen schon jetzt der "Thronfolger" von Mika Häkkinen und David Coulthard muss befürchten, dass er bald wieder faktisch die Nummer 2 ist. Teamchef Ron Dennis scheint an dem ruhigen aber kompromisslosen Rennfahrer aus dem hohen Norden wie einst bei Mika Häkkinen sein Herz verloren zu haben. Laut Lauda stehe Räikkönen erst zu Beginn seiner Karriere und die Ablösung werde für den Schotten eine "schmerzhafte" Erfahrung werden: "Er wird sich in der nächsten Saison an sein Limit treiben müssen."

Datum: 14.10.2002

Räikkönen: "Das Auto hat sich selbst repariert"

McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen war im letzten Rennen der Saison 2002 mehr Glück beschieden als in den drei Rennen zuvor, denn diesmal konnte er die komplette Renndistanz absolvieren. Ganz ohne Probleme verlief der Große Preis von Japan zwar für den Finnen nicht, jedoch kam er trotz eines technischen Problems, das ihn auf einer Runde am Ende des Grand Prix hin deutlich verlangsamt hatte, zum dritten Mal in dieser Saison als Drittplatzierter ins Ziel.

Nach dem Rennen in Suzuka sprach der 22-Jährige in der FIA-Pressekonferenz über das für ihn weitestgehend ereignislose Rennen.

Frage: "Kimi, hast du nach dem Start, wo du Platz vier verloren hast, deine Rennstrategie verändert?"
Kimi Räikkönen: "Vielleicht ein wenig, denn ich hing vor meinem Boxenstopp hinter Ralf fest obwohl ich schneller war."

Frage: "Was passierte am Ende des Rennens, du schienst ein paar Probleme zu haben, wurdest langsamer und dann wieder schneller, kurz bevor Ralf Platz 3 wegen technischer Probleme verlor?"
Räikkönen: "Ja, wir hatten ein Problem, doch ich weiß nicht was es war. Ich musste auf der rückführenden Geraden langsamer fahren und nachdem ich in die Schikane hineinfuhr und abgebremst hatte war plötzlich wieder alles normal. Ralf hatte dann ein Problem mit seinem Motor oder so, weshalb ich Glück hatte. Doch wenn ich nur einmal pro Jahr Glück habe, dann ist es nicht schlecht, dass das hier war."

Frage: "Hat dir das Problem in Runde 48 angesichts der vielen Probleme und des Pechs das du dieses Jahr schon hattest nicht Sorgen bereitet?"
Räikkönen: "Ja, es war schon etwas lustig, dass das Auto langsamer wurde und ich selbst nicht den Grund dafür kannte, doch es hat sich ja zum Glück wieder selbst repariert. Als ich in der Schikane gebremst hatte war ja alles wieder okay."

Frage: "Hattest du schon gedacht 'Oh, nicht schon wieder'?"
Räikkönen: "Vielleicht ein wenig. Ich weiß wirklich nicht was für ein Problem das war und bin glücklich darüber, dass es sich wieder von selbst erledigt hat."

Frage: "Nachdem dein Teamkollege, David, ausgefallen war, hatte das Team dir da über Funk mitgeteilt langsamer zu fahren?"
Räikkönen: "Nein, nein, ich weiß bislang auch gar nicht was bei David vorgefallen ist. Das einzige was ich weiß ist, dass er langsamer wurde."

Frage: "Gab es sonst noch irgendwelche Probleme während des Rennens?"
Räikkönen: "Nicht wirklich. Ich hatte sicherlich nicht den besten Start und Ralf konnte sich so vor mich setzen. Vor dem ersten Boxenstopp war ich dann etwas schneller als er, denn er blieb länger auf der Strecke und konnte dadurch etwas wegziehen. Am Ausgang einer Kurve hatte ich einen Schreckmoment, denn ich kam da etwas zu weit heraus, doch ansonsten war nichts weiter."

Frage: "Kommen wir noch einmal auf den Start zu sprechen, da sah es ja so aus, als ob du David schon fast wieder hattest dann aber zurückstecken musstest, wovon Ralf profitieren konnte..."
Räikkönen: "Ja, ein wenig hatte ich ihn schon, doch dann tauchte Ralf an meiner Seite auf und ich zog nach innen und musste zurückstecken weil David auch innen war, weshalb Ralf von außen hereinziehen und an mir vorbeigehen konnte."

Marcus Kollmann

Datum: 13.10.2002

McLaren-Mercedes trotz Problemen auf dem Podium

Das McLaren-Mercedes-Team hatte auch beim Saisonfinale gegen Ferrari keine Chance und musste sich am Ende mit dem dritten Platz von Kimi Räikkönen zufrieden geben. Unterdessen musste David Coulthard sein Auto schon zu Beginn des Rennens mit einem technischen Defekt in der Box abstellen.

Kimi Räikkönen verlor zunächst am Start einen Platz an Ralf Schumacher und lag so nur auf Platz fünf. Der Finne war genauso wie die meisten anderen Fahrer am Sonntag in Suzuka bei Asphalttemperaturen von bis zu 32 Grad Celsius auf einer Zweistoppstrategie unterwegs und absolvierte seine Stopps in den Runden 22 und 41. Nach den Ausfällen von seinem Teamkollegen und Ralf Schumacher kam der 22-Jährige mit 23,291 Sekunden Rückstand auf Platz drei ins Ziel.

Der "Silberpfeil"-Fahrer freute sich, am Ende der Saison nochmals aufs Podium gefahren zu sein: "Ralf Schumacher überholte mich beim Start und infolgedessen war ich zunächst nur Fünfter. Ich hatte eine ziemlich gute Geschwindigkeit auf den Geraden, bis ich einige Runden vor dem Ziel einen Leistungsverlust hatte, der glücklicher Weise behoben werden konnte. Am Ende war ich in der Lage, auf das Podium zu steigen, nachdem Ralf Schumacher ausgefallen war. Ich begann die Saison in Australien auf Platz drei und beendete das letzte Rennen in meinem ersten Jahr für das McLaren-Mercedes-Team auf Position drei. Ich habe dieses Jahr genossen und freue mich schon auf den Beginn der nächsten Testfahrten."

David Coulthard musste seinen MP4-17 bereits nach sieben Runden in der Box abstellen. Zuvor hatte der 31-Jährige am Start seinen dritten Platz verteidigt, konnte aber nicht mit den Ferrari-Fahrern mithalten. In der siebten Runde wurde "DC" dann langsamer und parkte sein Auto schließlich in der Box, wo er sich per Handschlag von jedem Mechaniker verabschiedete.

Nun blickt der Schotte auf die Winterpause: "Ich wollte die Saison mit einem Podiumsresultat beenden, was heute wohl möglich gewesen wäre, aber so bin ich heute enttäuscht. Ich hatte die Pace und war in der Lage, einen Vorsprung auf die Autos hinter mehr herauszufahren. Ich verlor jedoch schließlich den Antrieb in Kurve neun. Ich konnte das Auto zwar noch in die Garage zurück bringen, aber die Mechaniker konnten nichts mehr machen. Nun werde ich die nächsten Tage genießen, ehe wir am 26. November in Valencia wieder testen."

Teamchef Ron Dennis blickt schon auf 2003: "Trotz der Fortschritte, die wir in den letzten beiden Rennen gemacht haben, machen wir uns für das kommende Jahr keine Illusionen, besser als Ferrari zu sein. Wir haben nicht die Fähigkeit, das Wissen und die Motivation verloren, wie man Rennen gewinnt. Aber durch die Umstrukturierungen sowohl bei McLaren wie auch bei Mercedes-Benz, der verbesserten Bemühungen bei Michelin und ExxonMobil und der totalen Einbindung von David, Kimi und Alex glauben wir, dass wir 2003 eine viel konkurrenzfähigere Saison erleben werden. Beide Fahrer erledigten an diesem Wochenende eine ausgezeichnete Arbeit. Wir entschuldigen uns bei David, Kimi hat eine gute Arbeit erledigt."

Mercedes-Benz-Motorsportdirektor Norbert Haug ergänzte: "Es ist schön für Kimi und das Team, die Saison 2002 mit einem Resultat auf dem Podium zu beenden. Es ist enttäuschend für David, dass er so früh ausgefallen ist. Wir wissen definitiv, dass wir die Konkurrenten schlagen müssen. Vor unserem Team liegt ein sehr harter Winter."

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Reinhart Linke

Datum: 13.10.2002

Haug: Neuer Silberpfeil erst in Imola 2003

McLaren-Mercedes wird mit einem Übergangsauto in die Formel-1-Saison 2003 starten und den komplett neuen Silberpfeil erst zum Europastart mit dem vierten Rennen am 20. April in Imola einsetzen. "Wir wollen versuchen, eineinhalb Schritte vorwärts zu machen. Wir werden mit einer deutlichen Evolutionsstufe unseres Paketes und einem großen Schritt beim Motor in die Saison starten und mit Beginn der Europasaison unser neues Auto einsetzen", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug dem Sport-Informations-Dienst (sid) in Suzuka.

Spekulationen über ein revolutionäres Konzept des nächsten Silberpfeils, der McLaren-Mercedes wieder in Schlagdistanz zu Ferrari bringen soll, wies Haug zurück. "Unser neues Auto wird nach wie vor aussehen wie ein Formel-1-Auto", sagte der Schwabe. In diesem Jahr war Ferrari mit dem Vorjahresauto in die Saison gestartet, der F2003 hatte erst beim dritten Rennen in Sao Paulo seine Premiere gefeiert. Insgesamt gewannen die "Roten" 15 der 17 Rennen, für McLaren-Mercedes blieb nur ein Erfolg von David Coulthard in Monaco. Zudem verloren die Silbernen Platz zwei in der Konstrukteurs-WM an den Rivalen BMW-Williams.

"Unser Auftritt in diesem Jahr war nicht Mercedes-gemäß, das wollen wir optimieren. Dafür müssen wir industrielle Ablaufprozesse einführen und sicherstellen, dass wir ins Ziel fahren. Dieser Plan war zwar immer da, ist aber nicht erreicht worden", sagte Haug. Insgesamt schieden die Silberpfeile von Coulthard und Kimi Räikkönen zwölf Mal wegen technischer Probleme aus.

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Datum: 12.10.2002

McLaren-Mercedes happy mit der Teamleistung

Nachdem die McLaren-Mercedes-Fahrer im Freitagstraining noch die Bestzeiten markieren konnten, mussten sie sich am Samstag im Abschlusstraining mit Positionen in der zweiten Startreihe zufrieden geben. David Coulthard konnte dabei im teaminternen Qualifikationsduell gegen Kimi Räikkönen auf 7:10 verkürzen.

Der Schotte erzielte auf der 5,821 Kilometer langen Piste bei Asphalttemperaturen von bis zu 31 Grad Celsius eine persönliche Bestzeit von 1:32.088 Minuten. Damit war der 31-Jährige 0,771 Sekunden langsamer als der Tagesschnellste.

Nun freut sich "DC" auf das Rennen am Sonntag: "Ich bin zufrieden mit meiner Leistung, dem Auto und unseren Positionen in der zweiten Reihe. Wir haben unsere Leistung im Qualifikationstraining während der Saison verbessert. Mein zweiter Run lief sehr gut, aber ich musste ihn abbrechen, weil Allan einen Unfall hatte. Ich bin froh, dass er okay ist. Nach der langen Unterbrechung ging ich mit alten Reifen auf die Strecke, um mir die Bedingungen anzuschauen. Ich hätte mich bei meinem letzten Run stärker verbessern können, aber ich hatte im ersten Sektor etwas Untersteuern. Ich bin optimistisch, dass wir das Rennen morgen auf dem Podium beenden können."

Kimi Räikkönen fehlten derweil 0,109 Sekunden auf seinen Teamkollegen. Von Startplatz eins trennten den Finnen nach dem einstündigen Qualifikationstraining 0,880 Sekunden, so dass er am Sonntag nur von Startplatz vier in den letzten Lauf des Jahres starten wird.

"Ich kam in meinem letzten Run in der ersten Kurve weit nach außen, aber trotzdem war ich noch in der Lage, meine Zeit zu verbessern und ein paar Positionen weiter nach vorne zu kommen", so der 22-Jährige. "Die rote Flagge hatte nicht wirklich Einfluss auf meine Runden, weil ich in jener Runde schon im ersten Sektor einen Fehler gemacht habe. Das Auto lief im Training gut. Doch dann vermutete das Team ein kleines Pneumatikproblem und bereitete das Ersatzauto für mich vor. Jedoch bestand am Ende nicht die Notwendigkeit, es zu verwenden und ich blicke nach vorne auf ein aufregendes Ende der 2002er-Saison."

Teamchef Ron Dennis lobte seine Mannschaft: "Eine Session mit einer langen Pause, aber trotzdem war es ein aufregendes Qualifikationstraining. David und Kimi sowie das gesamte Team leisteten unter schwierigen Umständen eine ausgezeichnete Arbeit. Wir blicken nun nach vorne auf das Rennen."

Mercedes-Benz-Motorsportdirektor Norbert Haug schloss sich den lobenden Worten an: "Eine gute Leistung von David, Kimi und dem gesamten Team. Der Abstand zur Pole Position ist geringer als in den meisten anderen Rennen dieses Jahr."

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Reinhart Linke

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Datum: 11.10.2002

Coulthard: "Ich vermisse Mika Häkkinen"

Sechs Jahre lang war David Coulthard bei McLaren-Mercedes Teamkollege von Mika Häkkinen, bevor der Finne im letzten Jahr seinen Rücktritt erklärte. Und der Schotte gibt zu, dass er am liebsten auch in dieser Saison mit dem zweifachen Weltmeister zusammengearbeitet hätte: "Ich vermisse Mika", so "DC" in einem Interview mit 'Eurosport'. "Er war jemand, den man nur sehr schwer kennen lernen konnte, aber als ich ihn einmal besser gekannt habe, da hatten wir eine gute Arbeitsbeziehung. Wir hatten eine Menge Spaß und gerade als ich ihn wirklich kennen gelernt habe, ist er gegangen."

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Als nachteilig stellt sich im Moment bei seinem neuen Teamkollegen Kimi Räikkönen die Tatsache heraus, dass er noch sehr unerfahren ist: "Kimi ist ein sehr talentierter Fahrer. Er macht einfach das, für was er bezahlt wird, und das ist ein Auto schnell zu fahren. Und was ihm an Erfahrung fehlt macht er durch frische Ideen wett. In der Zukunft wird er mehr in die Entwicklung des Autos mit einbezogen werden, er wird einen weiteren Blickwinkel für die Entwicklung des Paketes haben, denn es geht nicht nur um ein Rennen sondern und die ganze Saison."

Dass das Auto noch stark entwicklungsbedürftig sein würde, hat aber selbst der erfahrene Coulthard nicht sofort zum Start der Saison realisiert: "Es war sehr enttäuschend. In den ersten beiden Rennen dachte ich, dass der Wagen besser ist als im Vorjahr. Nach all den Tests im Winter war ich mir sicher, dass wir mit Williams mithalten können. Aber dann merkten wir schnell, dass der Abstand vor allem zu Ferrari signifikant groß ist. Da wurde mir klar, dass wir in diesem Jahr keine Chance haben. Deshalb richtet sich meine ganze Konzentration auf die Weiterentwicklung des Rennwagens." Und hier kann ihm Räikkönen nicht ausreichend genug hilfreich sein.

Für viele ist Kimi Räikkönen ein würdiger Nachfolger Mika Häkkinens, der ebenfalls einmal Weltmeister werden will. Und was meint Coulthard über seinen neuen Teamgefährten? "Ich wäre natürlich viel glücklicher, wenn es nur einen Fahrer im Team geben würde. Dann würde sich der ganze Medienrummel nur um mich drehen. Nein im Ernst - in der Formel 1 fährt man in einem Team und man hat einen Teamkollegen. Mit dieser Konstellation muss jeder Fahrer zu Recht kommen. Ich mache meinen Job so gut wie möglich und ich weiß, dass ich das Potential habe, Grand-Prix-Rennen zu gewinnen. Das ist für mich die wichtigste Motivation."

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Fabian Hust

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Datum: 11.10.2002

Silberpfeile wollen in Suzuka wieder punkten

Nach den ermutigenden Testfahrten in der Vorwoche auf dem Circuit de Catalunya, wo David Coulthard, Alexander Wurz und Darren Turner schon viel Arbeit in Vorbreitung der Saison 2003 erledigten, hat sich das McLaren-Mercedes-Team vorgenommen die Saison 2002 mit einer guten Leistung beim Saisonfinale in Japan zu beenden.

Konnten im Vorjahr David Coulthard und Mika Häkkinen auf den Plätzen drei und vier die schwarz-weiß-karierte Flagge sehen, so hofft man bei den Silberpfeilen natürlich auch in diesem Jahr auf ein bestmögliches Abschneiden. Gerade aus psychologischer Sicht ist eine gute Leistung während des Japan-Grand Prix nicht zu unterschätzen, lässt es sich doch so in der Winterpause motivierter arbeiten.

David Coulthard: "Suzuka ist eine klassische Rennstrecke und eine auf der ich das Rennfahren immer genieße. Sie stellt uns vor eine technische Herausforderung und besitzt mit der 130R eine der aufregendsten Kurven des Jahres. Man fährt diese lang gezogene Linkskurve ohne dabei vom Gas zu gehen. Die Strecke an sich besitzt nur wenig Grip, was von der Abstimmung her deshalb mittleren bis viel Abtrieb erfordert. Die enge Schikane am Ende der Runde stellt die Hauptüberholmöglichkeit dar. Nach dem positiven Ergebnis beim US-Grand Prix, haben wir einen Schritt vorwärts gemacht und hoffen nun, dass sich dieser Trend in Japan vor den enthusiastischen Fans fortsetzen wird."

Kimi Räikkönen: "Ich freue mich auf den Großen Preis von Japan, denn die Strecke ist die perfekte Kombination an Herausforderungen. Es gibt mittelschnelle und ultraschnelle Kurven, Passagen mit Gefälle und lang gezogene Geraden, welche alle dazu beitragen dass es aufregend ist in Suzuka zu fahren und hoffentlich auch beim Zuschauen Spaß macht. Eine der Herausforderungen sind die S-Kurven, für welche man ein gut ausbalanciertes Auto benötigt, um eine schnelle Rundenzeit hinzubekommen. Ein produktives Freies Training ist ebenfalls wichtig. Mit 5,821 Kilometern Länge ist Suzuka die zweitlängste Strecke im Kalender und der Verlauf des Kurses der eine Acht beschreibt ist einmalig in der Formel 1."

Martin Whitmarsh, Geschäftsführer. "Der diesjährige Große Preis von Japan ist der 100. Grand Prix zusammen mit unserem Hauptsponsor West. Gleichzeitig ist es das Ende einer insgesamt durchwachsenen Saison und wir würden das Jahr gerne mit einer guten Leistung beenden. Suzukas Streckeneigenschaften scheinen immer für ein aufregendes Rennen zu garantieren, weshalb wir hoffen, dass dem auch in diesem Jahr so sein wird. Die Strecke selbst fordert die Reifen sehr stark, ist jedoch für die Bremsen kein Problem. Nachdem das McLaren-Team beim US-Grand Prix demonstriert hat seine Bemühungen das Paket weiterzuentwickeln fortgesetzt zu haben, werden wir damit in Vorbreitung der Saison 2003 auch im Winter fortfahren."

Norbert Haug, Vizepräsident Mercedes-Benz Motorsport: "Suzuka stellt sowohl für das Auto als auch für die Fahrer eine Herausforderung dar. Die Strecke beinhaltet einige schnelle und mittelschnelle Kurven und die einzige Unterführung in der Formel 1. Vor zwei Wochen haben wir hinsichtlich unserer Leistungsfähigkeit in Indianapolis einen Schritt vorwärts gemacht. Hier in Japan wollen wir mit einer guten Leistung die Saison beenden. Der Große Preis von Japan ist das einhundertste Rennen zusammen mit unserem Hauptsponsor West. Unsere erfolgreiche Partnerschaft begann 1997 mit David Coulthards Sieg in Melbourne, wo der West McLaren Mercedes Formel 1 Bolide das jüngste Mitglied der erfolgreichen Silberpfeile wurde."

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Marcus Kollmann

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Datum: 11.10.2002

McLaren-Mercedes-Doppelführung in Suzuka

Mit einer Bestzeit für Kimi Räikkönen endete am Freitag das Freie Training zum Großen Preis von Japan in Suzuka. Der Finne erzielte nach 34 Runden eine Bestzeit von 1:34.232 Minuten. Auf den zweiten Platz kam Teamkollege David Coulthard, dem nach 29 Runden 0,498 Sekunden auf die Bestzeit fehlten. Beide Fahrer probierten ihre Autos im Qualifying-Trim aus und konnten deshalb diese "Traumzeiten" realisieren.

Der dritte Platz ging an Rubens Barrichello im Ferrari. Dem Brasilianer fehlten nach 34 Umläufen 1,170 Sekunden auf die Bestzeit des Tages. Teamkollege Michael Schumacher ging im 2. Freien Training wegen Hydraulikproblemen an seinem Auto nicht mehr auf die Strecke. Seine Bestzeit vom Morgen nach 19 gefahrenen Runden reichte mit 1,877 Sekunden Rückstand noch für den sechsten Rang.

Auf den Plätzen vier und fünf folgten die beiden BMW-Williams-Piloten Juan-Pablo Montoya und Ralf Schumacher. Montoya hatte nach 38 Runden 1,510 Sekunden Rückstand, bevor er in der 'Degner'-Kurve mit rund 200 km/h von der Strecke abkam und sich wenige Minuten vor Trainingsende beim Einschlag in die Reifenstapel sein Auto erheblich beschädigte. Schumacher hatte nach 44 Umläufen 1,763 Sekunden Rückstand zu verzeichnen, der Kerpener leistete sich in der 'Degner'-Kurve ebenfalls einen harmlosen Dreher.

Stark begannen die beiden Jaguar das letzte Grand-Prix-Wochenende des Jahres, dabei dürfte man aber auch hier etwas Sprit abgelassen haben. So belegte Eddie Irvine nach 25 Runden mit 1,958 Sekunden Rückstand den siebten Platz, Pedro de la Rosa im zweiten R3 rangierte nach 37 Runden mit 2,258 Sekunden Rückstand Rang acht.

Den neunten Platz belegte nach den zwei Mal 60 Trainingsminuten Jarno Trulli im Renault, dem nach 37 Runden 2,297 Sekunden auf die Bestzeit von Räikkönen fehlten. Jenson Button kam nach 37 Runden mit 2,782 Sekunden Rückstand auf den 12. Platz. Bester Nicht-Ferrari-Bridgestone-Fahrer war Giancarlo Fisichella auf dem zehnten Rang mit 2,512 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Takuma Sato belegte nach 45 Runden mit 2,964 Sekunden Rückstand Platz 13.

Für Toyota begann das erste Heimrennen in der Formel 1 mit einem elften Platz für Mika Salo, der nach 43 Runden 2,661 Sekunden Rückstand hatte. Teamkollege Allan McNish war drei Plätze weiter hinten zu finden. Schlecht begann das Wochenende für das Sauber-Team, wo Felipe Massa und Nick Heidfeld nicht über die Plätze 15 und 16 hinauskamen. Massa hatte 3,260 Sekunden Rückstand zu verzeichnen, sein Mönchengladbacher Teamkollege hatte rund 0,3 Sekunden Abstand auf Massa zu beklagen.

Mit großen Problemen begann der Freitag für das BAR-Honda-Team. Erst krachte Jacques Villeneuve mit rund 200 km/h in die Reifenstapel, nachdem er die Kontrolle über sein Auto ausgangs der 'Spoon'-Kurve verlor, wenige Sekunden später blieb Teamkollege Olivier Panis mit technischen Problemen auf der Strecke stehen. In der zweiten Trainingsstunde konnte Villeneuve sogar trotz der immensen Schäden am Auto in den letzten Minuten mit seinem reparierten Boliden wieder auf die Strecke gehen.

Am Ende war Panis nach 23 Runden auf Platz 17 liegend mit 3,695 Sekunden Rückstand schneller als Jacques Villeneuve, dem nach 11 Runden auf Rang 19 3,906 Sekunden auf die Bestzeit fehlten. Die Plätze 18 und 20 gingen an die Minardi-Fahrer Mark Webber und Alex Yoong, denen 3,765 beziehungsweise 4,910 Sekunden auf die Bestzeit fehlten.

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Fabian Hust

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Datum: 11.10.2002

"Leer-Stunde" von McLaren-Mercedes

Bestens zu Recht kam Kimi Räikkönen am Freitag mit dem 5,821 Kilometer langen 'Suzuka Circuit International Racing Course'. Der Finne markierte mit einer Zeit von 1:34.232 Minuten die schnellste Rundenzeit des Tages: "Heute verlief alles gut und wir haben beide Trainingseinheiten dazu verwendet, unser Auto wie zuvor geplant abzustimmen. Suzuka ist eine trickreiche Strecke, da man nicht sehr große Auslaufzonen hat und wenn man die Kontrolle über sein Auto verliert, dann beschädigt man es sich meistens. Morgen ist ein anderer Tag und wie immer werden wir unser Bestes geben und sehen, was passieren wird. Wir haben noch Arbeit vor uns und ich bin optimistisch, dass wir unser Paket sogar noch weiter optimieren können."

Teamkollege David Coulthard kam mit 0,498 Sekunden Rückstand auf den zweiten Platz und hatte damit sogar mehr als 0,6 Sekunden Vorsprung auf Rubens Barrichello im Ferrari, was zeigt, dass das Team mit wenig Sprit unterwegs war: "Wir sind von unserer heutigen Leistung ermutigt, beide Michelin-Reifen arbeiten gut. Leider wurden meine beiden Vergleichsversuche durch Verkehr im letzten Sektor behindert. Während des späteren Teils des 1. Trainings gab es ein Hydraulikproblem, wir mussten den Motor wechseln. Aus diesem Grund konnte ich nicht so viele Runden fahren wie gewünscht, aber das Team hat großartig gearbeitet und alles rechtzeitig für die zweite Trainingsstunde wieder hinbekommen."

Teamchef Ron Dennis fasste sich wie immer kurz und bündig: "Ein interessanter erster Tag. Hoffentlich können wir den Schwung in das restliche Wochenende mitnehmen." Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug fügt hinzu: "Ein positiver Beginn des letzten Grand-Prix-Wochenendes des Jahres. Ziemlich gut für den ersten Tag." Mit Sicherheit wird McLaren-Mercedes in Suzuka nicht besser als Ferrari sein, aber zumindest scheint man vor BMW-Williams zu liegen.

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Fabian Hust

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Datum: 10.10.2002

Räikkönen: "Ich will versuchen Weltmeister zu werden"

Mit 20 WM-Punkten belegt Kimi Räikkönen den sechsten Rang in der WM-Wertung, der Finne rangiert damit 21 WM-Zähler hinter seinem Teamkollegen, der auf dem fünften Platz liegt. Für Räikkönen, der zugibt, dass er sich immer zuerst mit dem eigenen Teamkollegen vergleicht, ist dies aber kein Weltuntergang: "In der Punktewertung bin ich zwar hinter ihm, aber ich hatte einmal sechs Ausfälle in Folge, wo ich immer hätte Punkte holen können. Wenn ich ins Ziel gekommen bin, habe ich auch gepunktet", gibt sich der McLaren-Mercedes-Fahrer in einem Interview mit dem 'Sportinformationsdienst' (SID) optimistisch.

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Das Fazit seiner zweiten Formel-1-Saison fällt aus diesem Grund ein wenig gemischt aus. Auf jeden Fall waren die bisher elf Ausfälle in 16 Rennen zu viel des Guten. Doch selbst hier gibt sich "Iceman" professionell: "Man darf nicht frustriert sein, denn man kann daran nichts ändern. Es ist einfach Pech, und man muss wieder aufs nächste Rennen hoffen." Sein eigentliches Saisonziel hat er knappt verpasst: "Ich hatte gehofft, vielleicht ein Rennen zu gewinnen. Einmal war ich ganz nah dran, bis ich auf einer Ölspur ausgerutscht bin."

Für die kommende Saison und die kommenden Jahre hat der 22-Jährige klare Ziele: "Versuchen, Weltmeister zu werden und Rennen zu gewinnen. Aber das hängt immer vom Auto ab. Wenn das Auto gut ist, dann kann man Erfolg haben. Wenn nicht, kann man nur sein Bestes geben." Ob das neue Auto gut genug ist kann auch Räikkönen nicht wissen: "Wir gehen in die richtige Richtung. Aber man weiß nie, wie gut das neue Auto wird, bis man damit zum ersten Mal fährt. Ich bin allerdings zuversichtlich."

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Fabian Hust

Datum: 10.10.2002

Brawn: Räikkönen wird sobald nicht im Ferrari sitzen

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, da machten Gerüchte im Formel-1-Paddock die Runde dass Ferrari ein Auge auf den damaligen Sauber-Piloten Kimi Räikkönen geworfen habe. Die Roten verfolgten dem Hörensagen nach mit großem Interesse, wie sich der finnische Youngster in seiner ersten Saison in der Königsklasse anstellte, denn zum damaligen Zeitpunkt war bei der Scuderia Ferrari nur Michael Schumacher fest gesetzt und hinter der Verlängerung von Rubens Barrichellos Vertrag standen mehrere Fragezeichen.

"Kimi" lehnte Mitte 2001 einen Wechsel zu Ferrari ab

Am Ende verliefen die Verhandlungen mit Räikkönen für das Team aus Maranello aber im Sande, denn der junge Rennfahrer aus Espoo wollte sich partout nicht mit der Situation anfreunden in die er bei Ferrari geraten wäre - die Nummer zwei hinter Weltmeister Michael Schumacher zu sein.

Stattdessen entschied er sich zum Wechsel in das McLaren-Mercedes-Team, wo man dem heute 22-Jährigen identisches Material und keine Bevorzugung des wesentlich erfahreneren und schon einige Jahre in den Diensten der Silberpfeile stehenden David Coulthard versprach.

Räikkönen - als Fahrer ein Rohdiamant und äußerst schnell

In seiner ersten Saison für den Rennstall aus Woking konnte Räikkönen in diesem Jahr sein Talent und seinen Speed mehrmals unter Beweis stellen. So entschied er beispielsweise das teaminterne Duell deutlich für sich, indem er bereits zehn Mal in der Qualifikation der schnellere der beiden McLaren-Mercedes-Piloten war.

In den Rennen hatte er hingegen weniger Glück und verpasste in Magny-Cours knapp seinen ersten Sieg und schied bislang insgesamt zehn Mal auf Grund technischer Probleme an seinem Boliden vorzeitig aus.

Tritt der "Iceman" eines Tages die Nachfolge von "Schumi" an?"

Nach seiner diesjährigen soliden, wenngleich noch steigerungsfähigen Leistung, steht für Formel-1-Experten und -Fans gleichermaßen fest, dass der "Iceman", wie Räikkönen auf Grund seiner unglaublichen Gelassenheit genannt wird, in den kommenden Jahren einer der wenigen Fahrer des PS-Zirkus sein wird dem man beim Kampf um den Weltmeistertitel besser nicht unterschätzen sollte.

Ferraris Technischer Direktor hätte sicherlich auch nichts dagegen gehabt wenn sich Räikkönen damals für den Traditionsrennstall aus Maranello entschieden hätte, wo er an der Seite von Michael Schumacher lernen und ganz bestimmt seinen ersten Sieg holen hätte können, doch der Brite ist nach Beurteilung der Leistungen des Finnen zu der Auffassung gelangt, dass der 22-Jährige nur der drittbeste Fahrer des derzeitigen Fahrerfeldes ist.

Räikkönen hat sich "gut geschlagen" findet Brawn

"Ich kann ihn nur mit seinen Teamkollegen vergleichen, und da steht fest, dass er sich bei Sauber im letzten Jahr im Vergleich zu Nick Heidfeld gut geschlagen hat und dieses Jahr ist er bei McLaren, im Vergleich zu David Coulthard, auch sehr gut gewesen", vertraute Brawn dem Fachmagazin 'F1 Racing' an, dass er schon "beeindruckt" war wie sich Räikkönen vor allem im direkten Vergleich zu Coulthard aus der Affäre gezogen hat.

Zwar glaubt der Technische Direktor, dass McLaren zweifelsohne das Kunststück gelungen ist nach Häkkinen einen weiteren schnellen Finnen zu verpflichten, doch gleichzeitig sieht Brawn auch noch eine Menge an Erfahrung die Räikkönen fehlt und weshalb andere Fahrer besser sind.

Brawn: "Wir wollen die besten Fahrer haben"

"Wir wollen die besten Fahrer haben die verfügbar sind und ich denke, dass wir diese auch haben. Michael und Rubens ergänzen sich ideal und bilden zusammen ein sehr starkes Team. Selbst wenn Kimi zu verpflichten wäre, so würde das bedeuten, dass einer unser jetzigen Piloten gehen müsste und das wird sobald nicht passieren", erklärte Brawn, dass man bei Ferrari mit der jetzigen Situation vollkommen zufrieden und Kimi Räikkönen (noch) kein Thema ist.

Dass der Finne eines Tages für die Roten an den Start gehen wird, kann aber nicht ganz ausgeschlossen werden, denn irgendwann wird auch die Ära Schumacher bei den Italienern zu Ende gehen.

Marcus Kollmann

Datum: 07.10.2002

Mika Häkkinen glaubt an Kimi Räikkönen

Für das McLaren-Mercedes-Team war die Verpflichtung von Kimi Räikkönen als Nachfolger von Mika Häkkinen ein Vorgang, der nicht mit einem Kulturschock einherging. Denn die beiden Finnen sind sich unglaublich ähnlich. Kimi Räikkönen ist zwar noch einen Tick ruhiger als sein Vorgänger, doch beide zeigen einen Speed, der für viele Experten auf einem Level liegt und auch in Sachen Coolness und Abgebrühtheit schenken sich die beiden nichts: "Ich weiß von Gesprächen mit Leuten aus dem Team, dass jeder mit Kimi sehr zufrieden ist. Er hat einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Sie sagen, dass er fast fehlerfrei ist", wird Mika Häkkinen von 'ITV' zitiert.

Foto nem, Mika Häkkinen sitze immer noch im Cockpit, wenn man das Auto von vorne sieht, denn die beiden Helme sind sich zufällig sehr ähnlich. Mit großem Interesse verfolgt der ehemalige Formel-1-Weltmeister seinen Landsmann am Fernseher bei der Arbeit. Zuletzt blieb dem Finnen aber nicht viel mehr übrig, als sein Mitleid auszudrücken, schließlich fiel der 22-Jährige in dieser Saison in 16 Rennen bereits zehn Mal aus: "Ich fühle im Moment wirklich mit Kimi mit, denn er hat in dieser Saison schon so viele Rückschläge gehabt."

Der Durchbruch hätte dem Rennfahrer aus Espoo in Magny-Cours gelingen können, wo nur ein Ausrutscher auf einer Ölspur seinen Sieg kostete. Doch trotz aller Enttäuschung glaubt Mika Häkkinen, dass Räikkönen in der Formel 1 in seine Fußstapfen treten kann: "Ich habe daran keinen Zweifel. Er muss an sich selbst glauben, dass er siegen wird. Das Wichtigste ist, dass er die Fähigkeiten dazu hat, keine Frage." Und vielleicht klappt es dann ja auch mit seinem ehrgeizigen Ziel, der jüngste Weltmeister aller Zeiten zu werden.

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Fabian Hust

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Datum: 06.10.2002

Villeneuve: "McLaren ist auf dem absteigenden Ast"

Angeblich mit 50 Millionen Dollar soll ein Angebot dotiert gewesen sein, das Jacques Villeneuve von CART-Teamchef Gerry Forsysthe im August erhalten haben soll. Dieses sah vor, dass der Kanadier ein Jahr in den USA in der CART-Serie fährt und dann 2004 und 2005 wieder zu BAR-Honda zurückkehrt.

Doch laut Jacques Villeneuves Manager und dem Ex-Weltmeister selbst ist dies nichts als Mobbing gewesen: "Es gab kein Angebot. Ich las in der Zeitung, ich hätte diese Offerte abgelehnt. Und ich dachte nur: 'Wow, welcher Idiot würde dazu nein sagen?'", meint Villeneuve gegenüber der 'Autobild Motorsport', der sich maßlos über die Gerüchte ärgert, da sie seinem Image aber auch jenem von BAR, an dem er selbst Anteile hält, schadet.

Der neue Teamchef David Richards, der den finanziell unheimlich attraktiven Vertrag mit Villeneuve von dessen Vorgänger Craig Pollock "erbte" - der bekanntermaßen pikanterweise Villeneuves Manager ist - wollte den zweitteuersten Pilot in der Formel 1 loswerden, um nicht nur die Schulden des Teams abzubauen, sondern auch, um das Gehalt in die dringend notwendige Weiterentwicklung des Autos zu stecken.

Doch die öffentliche Schlammschlacht wird Jacques Villeneuve kann aus dem Team ekeln. Er wird in der Saison 2003 definitiv für die Weißen fahren, bevor er sich dann vielleicht für 2004 ein neues Team suchen wird. Und das wird auf keinen Fall McLaren-Mercedes heißen, wie immer spekuliert wird: "Ron Dennis würde mir nie ein Auto geben", so Villeneuve. "Momentan ist McLaren auch nicht gut genug. Die sind einfach zu arrogant zu erkennen, dass sie nicht mehr die Nummer eins sind. Warum sollte ich von BAR zu einem Team wechseln, das auf dem absteigenden Ast ist?"

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Fabian Hust

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Datum: 04.10.2002

McLaren-Mercedes-Strategie: Einzelsiege statt WM-Titel

Wie Ferrari in diesem Jahr will McLaren-Mercedes die kommende Saison mit einer verbesserten Version des diesjährigen Autos beginnen. Doch während Ferrari mit dieser Taktik in diesem Jahr beide WM-Titel einfahren konnte, sieht Adrian Newey, Technischer Direktor der Silbernen, nur Außenseiterchancen auf den WM-Titel 2003. Das Problem: Der MP4-17D wird wohl kaum gut genug sein, um in den ersten Rennen Ferrari bezwingen zu können. Dafür wird man zumindest wohl ein zuverlässiges Auto haben.

Mit der Entwicklung des MP4-18 wird man sich viel Zeit lassen, um den notwendigen "Quantensprung" zu machen, mit dem man auf die Roten aufschließen möchte: "Das neue Auto wird nicht rechtzeitig zum Saisonstart fertig sein beziehungsweise nicht früh genug, um sicher zu sein, dass wir genügend Zeit hatten, die Zuverlässigkeit sicher zu stellen", erklärt Newey der 'BBC'.

Stattdessen wolle man in der kommenden Saison die Vorteile aus der extrem langen Entwicklungszeit des neuen Autos ziehen: "Dies bedeutet, dass wir einzelne Rennen gewinnen wollen", so Newey weiter. "Das heißt, dass es extrem schwierig werden wird, den WM-Titel zu gewinnen. Wir wollen erst einmal versuchen, früh in der Saison ein paar Punkte einzufahren und dann wollen wir so schnell wie möglich absolut konkurrenzfähig sein."

In diesem Jahr musste sich McLaren-Mercedes mit dem dritten Rang in der Konstrukteurswertung zufrieden geben, wo man vor dem Saisonfinale mit 63 Punkten abgeschlagen hinter Ferrari (205) und BMW-Williams (89) liegt. Das neue Auto wird nach Aussage von Newey eingesetzt, wenn man mit der Zuverlässigkeit zufrieden ist. Geplant ist der erste Einsatz anlässlich des Europa-Auftakts der Formel 1 beim Großen Preis von Imola am 20. April.

Bis dahin wird das Team von Ron Dennis eine verbesserte Version des MP4-17 mit der Typenbezeichnung MP4-17D einsetzen. Der MP4-17, mit dem das Team in diesem Jahr lediglich den Großen Preis von Monaco gewinnen konnte, wird mit einem stark modifizierten Heck ausgestattet sein, in dem ein neuer kleinerer und stärkerer Mercedes-Motor sowie ein kompakteres Getriebe arbeiten wird.

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Fabian Hust

Datum: 02.10.2002

McLaren plant Überraschungsangriff auf die Konkurrenz

Im Rahmen des Großen Preises der USA in Indianapolis überraschte McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis mit der Aussage, dass man in der nächsten Saison mit dem weiterentwickelten diesjährigen Silberpfeil an den Start gehen will, um so mehr Zeit zu haben am MP4-18 arbeiten zu können.

Der Grund für diesen Entschluss liegt auf der Hand. Anstatt während der ersten in Übersee stattfindenden Rennen zu riskieren auf Grund mangelhafter Standfestigkeit wichtige WM-Punkte zu verschenken die bei Saisonende in der Endabrechnung fehlen, geht man selbst lieber auf Nummer sicher und spekuliert ein wenig darauf, dass die Konkurrenz möglicherweise mit ihren "neuen Boliden" in Schwierigkeiten gerät und man davon profitieren kann.

Dass es zu Saisonbeginn kein Nachteil sein muss mit einer modifizierten Version des letzten Jahres an den Start zu gehen, hat Ferrari in diesem Jahr bewiesen, als man den F2001(B) in Australien, Malaysia und im Fall von Rubens Barrichello auch in Brasilien einsetzte, bevor ab dem Beginn der "Europa-Saison" der Formel 1 beide Ferrari-Piloten der neue F2002 zur Verfügung stand.

Angesichts des diesjährigen Vorsprungs von Ferrari auf die weiß-blaue und silberne Konkurrenz findet Ron Dennis es daher sinnvoller zunächst eine "eine bedeutend modifizierte Version des diesjährigen Autos" zu verwenden, anstatt wie in diesem Jahr viele technische Defekte zu Saisonbeginn zu riskieren. "Wenn wir von Beginn an 100 Prozent Zuverlässigkeit haben, dann könnten wir in den ersten Rennen vielleicht eine Situation schaffen in der alles ausgeglichen ist und vielleicht würden wir dann auf Platz 2 in der Meisterschaft liegen", hofft Dennis gegenüber der englischsprachigen Presse, dass sein Plan aufgeht.

Was der Brite eigentlich bezwecken will ist relativ offensichtlich: Man möchte durch die Entscheidung zu Beginn mit dem MP4-17D genannten Boliden zu fahren Zeit gewinnen. Erstens, um in Ruhe am MP4-18 arbeiten zu können, welcher innovativer ausfallen soll als der diesjährige Bolide und auch muss, wenn man Ferrari etwas entgegenzusetzen haben will. Zweitens, um dem neuen technischen Team unter der Leitung von Adrian Newey genügend Zeit zu geben sich einzuspielen und technische als auch aerodynamische Besonderheiten auszutüfteln die einem am Ende einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

"Wir werden Ferrari nicht mit einem gleichstarken Auto schlagen können. Der einzige Weg sie zu besiegen besteht darin ihre Harmonie und ihren Rhythmus zu zerstören", weiß McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis ganz genau, dass man die "Roten" nur mit einem Auto besiegen kann das wesentlich besser als der in Maranello entwickelte Bolide ist. Verläuft alles nach Plan und gehen die Arbeiten gut voran, so soll der MP4-18 dann zum ersten Mal nach den drei zu Saisonbeginn stattfindenden Rennen in Übersee die Konkurrenz das Fürchten lehren.

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Marcus Kollmann

Datum: 30.09.2002

McLaren-Mercedes: "DC" 3. – Kimi mit Motorschaden

Für das McLaren-Mercedes-Team ging der Grand Prix der USA mit gemischten Gefühlen zu Ende. Während David Coulthard zum ersten Mal seit dem Frankreich-Grand-Prix wieder aufs Podium fahren konnte, schied Kimi Räikkönen zum zehnten Mal im 16. Saisonrennen vorzeitig aus.

Beim Start blieb David Coulthard auf Platz drei und fuhr fortan ein konstantes Rennen. In der 42. Runde kam der Schotte zu seinem ersten und einzigen Stopp an die Box und blieb am Ende auf der dritten Position. Zum Sieger hatte der 31-Jährige schließlich 7,799 Sekunden Rückstand.

"Ich war überrascht, dass ich den beiden Ferraris beim Start so nahe kam, denn ich hatte viel Kraftstoff an Bord", fasste "DC" zusammen. "Auf der Strecke herrschte viel Verkehr, dies sowie unsere Einstoppstrategie halfen mir, zu den Führenden aufzuschließen. In der zweiten Rennhälfte bin ich etwas verhaltener gefahren, um kein Risiko einzugehen. Unsere Strategie war erfolgreich und unsere Leistung am ganzen Wochenende zeigt, dass wir einen Schritt nach vorne getan haben."

Wieder ein Mal nicht viel Glück hatte Kimi Räikkönen. Nachdem er schon am Start auf Platz sieben zurückgefallen war, verlor er wenig später weiter an Boden, da sein Mercedes-Benz-V10-Motor wegen einer defekten Zündkerze nur noch auf neun Zylindern lief. Nachdem der Boxenstopp des Finnen in der 43. Runde noch problemlos geklappt hatte, rollte der MP4-17 in der 50. Runde mit einem Motorschaden aus.

Der 22-Jährige war nach dem Grand Prix enttäuscht: "Mein Start war ordentlich, aber Trulli, der auf einer Zweistoppstrategie war, konnte mich mit seinem leichteren Auto überholen. Ich ließ ihm in der ersten Kurve Platz, um eine Kollision zu vermeiden. Nach 13 Runden spürte ich Fehlzündungen, der Motor lief nur noch auf neun Zylindern. Dadurch verlor ich an Top-Speed und Villeneuve und Montoya konnten überholen. Schade, denn mein Wagen lag sehr gut. Leider kam es dann in Runde 50 zu dem Motorschaden."

Teamchef Ron Dennis freute sich: "Wir haben die Leistung unseres Pakets zweifellos gesteigert und waren in der Lage, die dominierenden Ferrari etwas stärker zu attackieren. Wir wollen diesen Schwung bis zum Grand Prix von Japan beibehalten, denn dort haben wir schon immer gute Ergebnisse erzielt."

Mercedes-Benz-Motorsportdirektor Norbert Haug ergänzte: "Wir haben hier mit unserer Leistung einen Schritt nach vorne gemacht und konnten in der Rennmitte zu den Ferrari aufschließen. David hat mit dem Podiumsplatz eine gute Leistung gezeigt. Kimis Motor lief ab Runde 13 nur auf neun Zylindern, weil eine Zündkerze kaputt ging, was letztlich zum Motorschaden führte. Wir freuen uns jetzt auf das Saisonfinale in Suzuka."

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Reinhart Linke

Datum: 29.09.2002

McLaren-Mercedes: "DC" starker 3. – Kimi auf P6

Das McLaren-Mercedes-Team erlebte am Samstag in Indianapolis ein gutes Qualifikationstraining, als sich David Coulthard und Kimi Räikkönen die Startplätze drei und sechs sichern konnten. Für den Schotten war es das beste Qualifikationsergebnis seit dem Grand Prix von Monaco, den er nach Startplatz zwei gewann.

David Coulthard sicherte sich in der letzten Sekunde des einstündigen Qualifikationstrainings mit einer persönlichen Bestzeit von 1:11.413 Minuten noch den dritten Startplatz und beginnt das Rennen damit am Sonntag aus der zweiten Startreihe. Zur Spitze fehlten "DC" 0,623 Sekunden.

"Ich freue mich über das gute Qualifying-Ergebnis hier in Indianapolis, hoffentlich ist unser Rennergebnis morgen genauso gut", freute sich der 31-jährige Schotte über das gute Qualifying. "Bei dieser Streckencharakteristik ist es nicht einfach, in allen Sektoren gleich schnell zu sein. Am Ende meiner letzten schnellen Runde habe ich im letzten Abschnitt etwa eine Zehntelsekunde verloren, ansonsten wäre der Abstand zur ersten Startreihe geringer. Die Reifen werden im Rennen am Sonntag eine wichtige Rolle spielen."

Derweil musste Kimi Räikkönen nach einem Unfall im Freien Training in der Qualifikation mit dem Ersatzauto auf die Strecke gehen und konnte so nicht mit seinem Teamkollegen mithalten. Am Ende fehlten ihm 0,843 Sekunden zum Tagesschnellsten. Der Finne musste sich zum sechsten Mal in diesem Jahr seinem Teamkollegen im Abschlusstraining geschlagen geben.

Nun hofft der 22-Jährige auf ein besseres Rennen: "Über den sechsten Startplatz bin ich etwas enttäuscht. Das Team hat großartige Arbeit geleistet und mein Einsatzauto nach meinem Ausrutscher heute morgen so schnell wieder repariert, dass es nach meinem ersten Qualifyingversuch fertig war. Wir haben uns dennoch dafür entschieden, weiterhin das T-Car zu benutzen. In meinem zweiten Versuch habe ich meine schnellste Runde erzielt. Ich war zwar im dritten Anlauf schneller, musste jedoch wegen gelber Flaggen vom Gas gehen. Das Rennen werde ich in meinem Einsatzauto bestreiten – ich bin optimistisch."

Teamchef Ron Dennis erwartet ein schwieriges Rennen: "Realistisch betrachtet wird es schwierig werden, hier zu gewinnen. Doch wir haben respektable Startplätze erzielt und werden hart dafür arbeiten, diese gute Leistung im Rennen fortzusetzen."

Mercedes-Benz-Motorsportdirektor Norbert Haug fügte hinzu: "Ein spannendes Qualifying und eine hervorragende Leistung von David. Wir sind das schnellste Team mit Michelin-Reifen, allerdings ist der Abstand zur ersten Startreihe immer noch recht groß. Kimi hätte mit seinem Einsatzauto sicher einen besseren Startplatz erzielt."

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Reinhart Linke

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Datum: 28.09.2002

Räikkönen: "Ich bin noch nicht in Bestform"

Frage: "Wie würdest du die bisherige Saison zusammenfassen?"
Kimi Räikkönen: "Jeder denkt, dass ich zehn Ausfälle in 15 Rennen hatte, das ist ziemlich schlecht, aber wann auch immer ich Rennen beendet habe, waren das doch für gewöhnlich gute Ergebnisse. Bei manchen Rennen, in denen wir es ins Ziel geschafft haben, konnten wir nicht einmal während dem Rennen das volle Potenzial zeigen, da wir Probleme hatten. Wenn wir mehr Rennen beendet hätten, dort wo wir uns in diesem Moment befanden, hätten wir viel mehr Punkte. Aber das ist Rennsport. Hoffentlich werden die Teile im nächsten Jahr halten und wir können eher um den Titel fahren."

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Frage: "Sagst du damit, dass die Zuverlässigkeit für die kommende Saison das Wichtigste ist?"
Räikkönen: "Ja, das denke ich. Natürlich brauchen wir mehr Speed um Ferrari zu schlagen, aber im Vergleich zu Williams waren wir konstanter, was das Beenden von Rennen angeht, ich denke, dass wir nun vor ihnen liegen würden."

Frage: "Wie sehr hast du dich als Fahrer in dieser Saison verbessert?"
Räikkönen: "Ich weiß nicht. Man lernt die ganze Zeit, wird schneller, aber darüber denke ich nicht viel nach. Natürlich weiß ich nun mehr über die Formel 1 als zuvor."

Frage: "Du machst also immer noch Fortschritte?"
Räikkönen: "Das denke ich. Ich glaube nicht, dass ich auf meinem besten Level angekommen bin, aber es hilft einem immer, wenn man mehr Erfahrung hat."

Frage: "War es zu Anfang schwierig, nach deinem Wechsel von Sauber zu McLaren?"
Räikkönen: "Es gibt mehr Leute, die einem helfen, aber für mich war es ziemlich das Gleiche. Es war aber leichter als zu Sauber zu kommen, denn ich hatte zumindest ein Jahr an Erfahrung, auf das ich zurückgreifen konnte."

Frage: "Juan-Pablo Montoya ist als aggressiver Fahrer bekannt und auch du hast einen Ruf als aggressiver Fahrer. Ich weiß nicht, wie oft du schon mit ihm auf der Strecke gekämpft hast, aber es muss wohl ziemlich unterhaltsam sein, oder?"
Räikkönen: "Es ist herausfordernd, aber ich würde nicht sagen, dass ich sehr aggressiv bin. Ich hatte mit ihm gute Zweikämpfe aber es war immer fair und eine sehr saubere Sache."

Frage: "Welche Fortschritte hat Mercedes im Verlauf der Saison gemacht?"
Räikkönen: "Sie sind auf dem richtigen Weg, besonders in den letzten vier Rennen haben sie größere Schritte nach vorne gemacht als zu Beginn der Saison. Es ist immer noch ein Motor, der nicht zuverlässig ist. Wir sind in Sachen PS gut dabei, was eine gute Sache ist, über den Winter werden wir auch eine Lösung für die Probleme finden."

Frage: "Angesichts der Pläne für das nächstjährige Auto und den nächstjährigen Motor, denkst du, dass du Ferrari in der kommenden Saison regelmäßig herausfordern kannst?"
Räikkönen: "Hoffentlich. Das hängt auch mit den Reifen zusammen: Die Michelins haben mehr Schwankungen als die Bridgestones. Wir wissen nicht, ob es gut oder schlecht laufen wird, bevor wir im Auto sitzen."

Frage: "Wird dieser Winter für dich einfacher werden, weil McLaren ein bekannter Wert ist?"
Räikkönen: "Mit Sicherheit wird das kommende Jahr für mich einfacher werden. Ich kenne zumindest das Team und vielleicht können wir mehr mit dem Auto arbeiten und müssen die Saison nicht so starten wie wir es in diesem Jahr getan haben. Und dank der Erfahrung weiß man auch mehr Dinge."

Frage: "Was bedeutet es, an einem Platz wie hier in Indianapolis zu fahren?"
Räikkönen: "Für mich ist es nur ein weiteres Rennen, aber es ist ein wenig anders, denn die Fans sind hier anders, die Formel 1 ist hier keine so große Nummer. Wenn man in Italien oder so fährt, ist das anders. Außerdem hat man hier hohe Geschwindigkeiten, die lange Gerade und das sehr enge Infield, das hat man sonst nirgendwo, das bedeutet viel Arbeit am Setup."

Frage: "In Punkten liegst du hinter David, aber wenn es um das Qualifying geht, so hast du ihn geschlagen. Wie wichtig ist dir das?"
Räikkönen: "Es ist natürlich wichtig den Teamkollegen zu schlagen. Wie ich schon gesagt habe, wenn ich nicht so viele Ausfälle gehabt habe, so sähe es anders aus, aber das ist nicht wirklich schlimm."

Frage: "Wie siehst du dich selbst im kommenden Jahr? Angeblich gibt es keine Nummer eins und keine Nummer zwei im Team, aber der Eindruck von außen ist jener, dass du mehr oder weniger die Rolle als Nummer eins übernommen hast."
Räikkönen: "Ich denke, so lange beide Fahrer das gleiche Material erhalten und gleich behandelt werden, dann ist es immer fair. Es liegt dann am Fahrer und dem Motor, wer den anderen schlagen wird."

Frage: "Hättest du mit der Situation leben können, in der sich Rubens bei Ferrari befindet?"
Räikkönen: "Oh nein! Aus diesem Grund kam ich hier her, ich hätte das ja nicht tun müssen. Es war immer klar, dass wenn wir einen Vertrag aushandeln, wir immer sicherstellen, dass so etwas nicht passiert."

Frage: "Wie lange hast du gebraucht, um über Frankreich hinwegzukommen?"
Räikkönen: "Bevor man sein erstes Rennen gewonnen hat, wird man immer daran denken und es war sehr hart damals."

Frage: "Es sah so aus, als hättest du ein wenig aufgemacht, als Michael neben dir war. Hättest du nicht ein wenig härter sein können?"
Räikkönen: "Einer von uns wäre zu diesem Moment ausgefallen, wenn ich nicht Platz gemacht hätte. Es gab keinen Grund, einen Unfall zu bauen. Wenn die Situation in der Meisterschaft anders gewesen wäre, dann hätte ich anders gehandelt, aber es war wichtig, das Rennen zu beenden."

Frage: "Du warst einem Sieg und einer Pole schon nahe. Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Es gibt noch zwei Rennen zu fahren. Kannst du es noch schaffen?"
Räikkönen: "Man weiß nie, wir werden sehen. Aber es sieht so aus, als wäre Ferrari immer stark, egal wo wir sind."

Frage: "War es für dich ein gutes Jahr?"
Räikkönen: "Alle Ausfälle waren nicht gut. Aber alles in allem war es ganz in Ordnung."

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Datum: 27.09.2002

Coulthard: "Man muss gegen die Leute hart vorgehen"

Frage: "Du warst letzte Woche in Brno unterwegs. Wie hat es dir dort gefallen? Viele Leute wussten ja gar nicht, dass du dort ein Formel-1-Auto fahren wirst. Viele Leute wissen nicht einmal, wo Brno liegt. Es liegt in der Tschechei. Was denkst du über die Strecke?"
David Coulthard: "Der Kurs ist ziemlich herausfordernd, er hat eine Menge Hochgeschwindigkeitskurven. Er ist unglaublich breit, überall rund 50 Meter. Er ist also im Vergleich zu den anderen Strecken, auf denen wir fahren, sehr anders. In der Vergangenheit habe ich immer gedacht, dass die Tschechei weit von unseren üblichen Orten liegt, an denen wir unterwegs sind, aber es liegt nur ein paar Stunden von Wien entfernt. Es könnte aus diesem Grund ein guter Platz zum Testen werden."

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"Was bleibt uns denn noch als Herausforderung?"

Frage: "Du hast gesagt, dass es eine Strecke mit schnellen, flüssigen Kurven ist. Das ist doch etwas, was der Formel 1 im Moment fehlt, oder?"
Coulthard: "Ja, die Strecken, zu denen wir im Moment gehen, sind alle wie das neue Hockenheim, eng. Es gibt fast kaum eine Kurve, die einen in ihren Bann zieht und von der die Fahrer so positiv sprechen wie von Spa. Wenn man hört, dass Spa vielleicht gar nicht mehr im Rennkalender sein wird, dann überlegt man sich schon, was einem sonst noch als Herausforderung bleibt. Ich denke also, dass es unwahrscheinlich ist, dass Brno jemals eine Grand-Prix-Strecke sein wird, aber was das Testen angeht, so ist der Kurs eine feine Sache. Wenn man aerodynamische Arbeiten zu erledigen hat, so geht man im Moment wohl nach Barcelona. Dort gibt es nur ein paar schnelle Kurven."

Motor als vielleicht größte Verbesserungsbasis

Frage: "Wenn du einmal auf die ganze Saison zurückblickst, welche Fortschritte hat Mercedes da mit dem Motor in diesem Jahr gemacht?"
Coulthard: "Ich denke, dass sie große Fortschritte gemacht haben, vergleicht man, wo wir jetzt im Vergleich zum Saisonbeginn stehen. Es ist vielleicht das Gebiet, auf dem wir uns am meisten verbessert haben. Da wir nun an einen Kurs kommen, auf dem wir das längste Vollgasstück haben, bin ich ziemlich optimistisch, dass wir eine ordentliche Leistung zeigen können."

Frage: "Wenn wir uns Strecken zu Saisonbeginn anschauen, sagen wir Barcelona, so warst du bei der Höchstgeschwindigkeit ganz am Ende des Feldes zu finden, in Monza dagegen fand man euch ziemlich weit vorne. Ich würde sagen, dass dies besonders die Fortschritte aufzeigt."
Coulthard: "Ja, das ist eine Referenz, wenn man sich die Höchstgeschwindigkeiten und all dies anschaut, aber das hängt nicht nur mit dem Motor zusammen. Die Aerodynamik ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. In der Vergangenheit hatten wir einen sehr geringen Luftwiderstand. Ich nehme an, dass man sagen kann, dass wir nun mehr Potenzial aus dem Auto herausholen können."

"Man muss gegen die Leute hart vorgehen"

Frage: "In diesem Rennen sehen wir zum ersten Mal die Strafe, dass jemand um zehn Plätze nach hinten versetzt wird. Die Folge ist, dass Felipe Massa aus dem Rennen ist. Was denkst du darüber? Sollte man daran festhalten? Ist es gut oder schlecht? Man sieht ja, welchen Einfluss dies auf die Karriere eines Fahrers hat."
Coulthard: "Im Endeffekt hat Felipe die Strafe nicht im Rennen bekommen, er muss das eine Rennen auslassen. Aber wenn er nach Suzuka kommt, so darf er sich wie normal qualifizieren. Es ist aus diesem Grund ein wenig seltsam. Aber ich denke, dass es schwierig ist, die Strafe auf den einen Tag zu fixieren, denn was ist, wenn man sich das Auto beschädigt und selbst aus dem Rennen ist? Ich kann auch nichts an den Geldstrafen finden, denn sie sind gegen meine Religion... Aber es ist schon schwierig. Definitiv muss man aber gegen Leute hart vorgehen, die ständig gefährlich zu sein scheinen, denn ansonsten warten wir, bis es einen heftigen Unfall gibt und jemand verletzt wird."

"Aber die Sache mit dem Zurückversetzen in der Startaufstellung ist ein wenig komisch, oder? Warum zehn Plätze? Warum nicht zwei? Warum versetzt man die Leute nicht gleich ganz nach hinten? Es ist natürlich so, dass jemand nicht so stark bestraft wird, der weiter hinten steht als jemand, der weiter vorne steht. Und wenn man im Mittelfeld ist, dann kommt man ganz nach hinten. Vielleicht sollte man das konstanter handhaben."

"Verschiedene Nationen sind wichtig"

Frage: "Es gibt im Moment das Bestreben, junge amerikanische Fahrer auf die europäischen Strecken zu bringen. Mich würde interessieren, was du darüber denkst. Sollte man dies so machen? Muss dies so gemacht werden? Ist es für die Formel 1 wichtig, einen amerikanischen Fahrer zu haben?"
Coulthard: "Ich würde sagen, dass es gut ist, Fahrer aus der ganzen Welt zu haben, wenn sie es tatsächlich verdienen, hier zu sein. Denn wir haben in ein paar Ländern gesehen, dass einige Nationalitäten auf das Spielfeld treten und nichts auf die Reihe bekommen haben. Ich glaube nicht, dass so etwas dazu führt, dass sich ein Land dann als Teil des Sports fühlt und auf seine Fahrer stolz ist. Es gibt keinen Grund, warum ein Amerikaner im richtigen Auto in der Formel 1 nicht konkurrenzfähig sein kann. Ich denke, dass es das beste ist, wenn sie mit dem gleichen Background wie wir hier herkommen, was die europäischen Serien sind, dies ist der beste Weg, um in die Formel 1 zu kommen."

"Ich hatte viele tolle Rad-an-Rad-Duelle"

Frage: "Macht dir dein Beruf im Moment Spaß?"
Coulthard: "Ja. Wenn man nicht vorne mitfährt, dann muss man natürlich mehr Rennsport zeigen, das ist die Wahrheit. Wenn man sich in der ersten Reihe qualifiziert, dann tendiert man dazu, nur seine Position zu halten und das war es dann, es ist dann kein richtiges Rennen. Ich hatte dieses Jahr viele tolle Rad-an-Rad-Kämpfe. Aber ich würde das natürlich aufgeben, um Rennen zu gewinnen."

"Es gibt immer noch Raum für den Menschen in der Formel 1"

Frage: "In der heutigen Zeit steht so viel Telemetrie zur Verfügung, wie viel macht der Fahrer mit seinen Informationen und seinem 'Popometer' in Bezug auf das Setup noch aus? Mit anderen Worten: Sagt dir die Telemetrie, was du tun musst oder benutzt du sie nur dafür, das zu bestätigen, was du spürst?"
Coulthard: "Ich bin heute mehr selbstsicher als in der Vergangenheit, denn schlussendlich ist es immer der Fahrer, der sagt, was Sache ist. Denn wenn man sagt, dass man weniger Untersteuern braucht, um schneller zu sein und die Telemetrie sagt, dass man etwas Übersteuern braucht, um schnell zu sein, so ist es schlussendlich nicht die Telemetrie, die das Auto fährt. Man muss sich sicher fühlen."

"Als Fahrer muss man genug Erfahrung haben, um so etwas beurteilen zu können. Die Telemetrie hilft einem, etwas zu unterstreichen und sie gibt einem Werte über Belastungen und eine Basis für Simulationen. Bevor man zu einem Grand Prix kommt, kann man daran arbeiten, welche Geschwindigkeiten man am Ende der Geraden hat, kann an Getriebeübersetzungen arbeiten. Aber am Ende des Tages ist es der Fahrer und das 'Popometer', der den Ingenieuren die Anweisungen gibt. Auch der Ingenieur arbeitet instinktiv, er sagt nicht 'Warte mal, ich muss meinen Computer befragen'. Er muss ein Gefühl im Bauch dafür haben, was er vorne oder hinten am Auto oder was auch immer er verändern muss. Die gute Nachricht ist, dass es immer noch Raum für den Menschen in der Formel 1 gibt."

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Datum: 27.09.2002

Sarah Fisher spaltet die Formel 1

Einen Schwarzen, einen Chinesen, eine Frau und einen schnellen Deutschen hatte sich Formel-1-Boss Bernie Ecclestone vor ein paar Jahren als Zugpferde für seinen PS-Zirkus gewünscht. Den Deutschen hat er in Person des fünfmaligen Weltmeisters Michael Schumacher bekommen, das Comeback der Amazonen könnte mit den Testfahrten der Amerikanerin Sarah Fischer in einem McLaren-Mercedes am Freitag im Vorfeld des Großen Preises der USA in Indianapolis (Sonntag, 14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) ein Stückchen näher rücken.

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"Wenn sie unsere Zeiten unterbietet, sollten wir uns das ein bisschen genauer anschauen", sagte Schumacher über Fishers Premiere im Silberpfeil. Der Weltmeister sieht keinen Grund, warum eine Frau den Job nicht machen könnte: "Es gibt Frauen, die sind viel härter im Nehmen als ich. Ich bin sicher, dass Frauen alles haben, was nötig ist, um im Motorsport erfolgreich zu sein." Ähnlich sieht es der heutige Jaguar-Teamchef Niki Lauda: "Man muss sich mal vorstellen, was für einen Schub eine Frau der Formel 1 geben würde."

Sarah Fisher ist nach zehn Jahren Pause die erste Frau in einem Formel-1-Boliden. Die Italienerin Giovanna Amati hatte sich 1992 bei einigen Grand Prix in einem Brabham versucht, aber nie für ein Rennen qualifiziert. Die Italienerin Lella Lombardi holte als bislang einzige Frau 1975 einen halben WM-Punkt, als sie beim vorzeitig abgebrochenen Rennen in Spanien Sechste wurde. Als erste Amazone hatte sich 1958 Maria Theresa de Filippis (Italien) versucht.

Sarah Fisher stammt aus Indianapolis und ist erfolgreich in der Indy Racing League (IRL) unterwegs. Als erste Frau der IRL-Geschichte holte sie im August in Kentucky eine Pole Position, ein zweiter Platz ist ihre beste Platzierung in einem Rennen, dreimal startete sie bei den 500 Meilen von Indianapolis. "Sarah hat in der IRL und besonders bei ihrer Pole eine große Leistung gezeigt", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

"Normalerweise ist es nicht üblich, dass irgendjemand außer den Piloten am Rennwochenende unser Auto fährt", sagte der Schotte David Coulthard, der Sarah Fisher sein Ersatzauto überlässt, ihren baldigen Renneinsatz aber in Frage stellt: "Eine schnelle Runde und ein Rennen, das ist schon ein Unterschied." Ähnlich sieht es sein Teamchef Ron Dennis: "Ich glaube, es ist sehr schwierig für eine Frau, in der Formel 1 wettbewerbsfähig zu sein." Zweifel hat auch BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger: "Über eine ganze Renndistanz könnte eine Frau physisch nicht mit Männern mithalten."

In anderen Motorsportdisziplinen haben Frauen bereits beachtliche Erfolge gefeiert. Die französische Rallye-Pilotin Michele Mouton war 1982 hinter Walter Röhrl Vize-Weltmeisterin. Die Kölnerin Jutta Kleinschmidt gewann 2001 als erste Frau die berüchtigte Wüstenrallye Paris-Dakar und ist seit einigen Monaten "Teamkollegin" von Michael und Ralf Schumacher: Wie die beiden Formel-1-Stars wird die "Wüstenkönigin" von Manager Willi Weber betreut.

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Datum: 26.09.2002

McLaren plant in Indy den Angriff auf Weiß-Blau und Rot

Das McLaren-Team zeigt sich nach dem erfolgreichen Abschneiden im Vorjahr, als Mika Häkkinen das 73 Runden lange Rennen gewann und David Coulthard als Dritter ebenfalls auf dem Podium stand, zuversichtlich für den Großen Preis der USA an diesem Wochenende.

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Nachdem bei den Testfahrten in der letzten Woche in Barcelona an jedem Tag ein McLaren-Pilot die schnellste Rundenzeit hatte fahren können und der MP4-17darüber hinaus für die letzten beiden Rennen der Saison mit neuen Teilen ausgestattet sein soll, darf man gespannt sein wie sich die Silberpfeile in diesem Jahr auf dem Brickyard schlagen werden.

"Indianapolis gehört zu den historischsten und berühmtesten Rennstrecken auf der ganzen Welt und für mich liegt die Strecke gleichauf mit Monaco und Spa. Ich habe die letzten beiden Rennen hier in den Vereinigten Staaten sehr genossen und freue mich schon auf den diesjährigen Grand Prix", sagt David Coulthard. "Ich konnte in den letzten beiden Jahren hier immer Punkte holen", verweist der Schotte auf seine gute Bilanz in Indianapolis, "und diese Serie möchte ich fortsetzen. Wenngleich das Rennwochenende im vorigen Jahr sehr emotional war, so sorgten die amerikanischen Fans trotz allem für eine fantastische Atmosphäre. Ich hoffe, dass wir ihnen eine gute Show bieten können. Auf der Strecke selbst gibt es ein paar Überholmöglichkeiten, wobei die beste Chance beim Anbremsen der ersten Kurve, dort wo man das Oval wieder verlässt, besteht."

Kimi Räikkönen freut sich ebenfalls auf den Indianapolis Motor Speedway und hofft, dass er das Rennen, welches er im letzten Jahr als Sauber-Pilot wegen eines technischen Problems nicht zu Ende fahren konnte, diesmal komplett bestreiten kann. "Die Strecke bietet durch die lange Steilkurve, welche in der modernen Formel 1 einzigartig ist, und das kurvenreiche Infield in der Mitte des Ovals, eine gute Mischung an Herausforderungen. Vom Setup her muss man deshalb einen Kompromiss eingehen, um die Leistungsfähigkeit des MP4-17 in den verschiedenen Streckenbereichen zu Gewähr leisten. Ich erinnere mich noch aus dem letzten Jahr daran, dass das Fahren auf der Strecke Spaß macht und hoffe mehr Runden absolvieren zu können als in 2001."

Martin Whitmarsch, Geschäftsführer: "Vom Rennfahren in Amerika profitiert die Formel 1, sowie unser Team und seine Partner in vielerlei Hinsicht und vielleicht ist es dieses Rennen, weshalb wir die Formel 1 wirklich als Weltmeisterschaft bezeichnen dürfen. In der Vorbereitung auf den US-Grand Prix haben wir in Spanien mit David und Alex Wurz getestet. Wir hatten dort eine positive Woche und beabsichtigen einige Weiterentwicklungen in diesem Rennen einzusetzen, welche uns hoffentlich dabei helfen für ein interessantes und aufregendes Rennen zu sorgen, welches das Ansehen der Formel 1 in Amerika verbessern kann."

Norbert Haug, Vize-Präsident Mercedes-Benz Motorsport: "Der Große Preis der USA ist für uns ein wichtiges Ereignis. Indianapolis ist vermutlich die weltweit bekannteste Strecke und es ist großartig für die Formel 1 hier zu fahren. Nordamerika ist für Mercedes-Benz der zweitgrößte Absatzmarkt. Die Kombination des 1,7 Kilometer langen Ovals mit dem langsamen und schwierigen Infield-Bereich sorgt dafür, dass Indianapolis für Chassis und Motor eine Herausforderung darstellt. Eine Einzigartigkeit der Strecke ist auch die lange Hochgeschwindigkeitspassage auf der über 20 Sekunden lang Vollgas gegeben wird."

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Marcus Kollmann

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Datum: 24.09.2002

Dennis: Reifen könnten Ergebnis des US-GP beeinflussen

In der Hackordnung der Formel 1 sind die Silberpfeile dem Punktestand in der Konstrukteursweltmeisterschaft nach eindeutig in dieser Saison nur noch die dritte Kraft gewesen, doch für den Großen Preis der USA muss das nicht zwangsläufig gelten. Letztes Jahr stellte man dort nämlich mit Mika Häkkinen den Sieger und David Coulthard konnte als Drittplatzierter ebenfalls auf das Podium steigen.

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Nachdem die Formkurve der Silberpfeile zuletzt anstieg, man fleißig in der Vorwoche in Barcelona testete, dort an jedem Tag die schnellste Rundenzeit fuhr und anscheinend für das Rennen auf dem Indianapolis Motor Speedway einige neue Teile im Gepäck hat, ist Ron Dennis zuversichtlich, dass sein Team am kommenden Wochenende eine gute Leistung abliefern wird.

Der Optimismus des Briten rührt unter anderem aber auch vom "Reifenkrieg" zwischen Bridgestone und Michelin her, denn die beiden Reifenlieferanten werden auch in den letzten beiden Rennen versuchen ihren Teams zum Sieg zu verhelfen. Dafür scheuen sie weder Mühen noch Kosten, was die umfangreichen Testfahrten in der letzten Woche belegen.

Da Michelin laut Meinung anerkannter Motorsportexperten zuletzt gleichauf mit Bridgestone lag, erwarten nun viele, dass die französischen Pneus beim US-Grand Prix den Ausschlag machen werden und ein weiterer Ferrari-Bridgestone-Erfolg verhindert wird.

"Durch den Einfluss der Reifen und die Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der einzelnen Autos untereinander, ist der Ausgang des Rennens vollkommen offen. Wenn sich der Reifenkrieg in dem Tempo fortsetzt wie das bisher der Fall war, dann wird das Rennen sicherlich sehr interessant werden", zitiert die internationale Motorsportpresse McLaren-Teamchef Ron Dennis, der darauf spekuliert, dass einer seiner beiden Piloten das Rennen gewinnen wird.

"Die Weltmeisterschaft mag zwar schon entschieden sein, doch wir werden dennoch zwei großartige Rennen sehen. In der Formel 1 geht es doch schließlich um tollen Motorsport", so der Teamchef weiter. Dass es am kommenden Sonntag auch auf dem Indianapolis Motor Speedway packende Zweikämpfe geben wird, und sich die Konkurrenz den Ferrari-Piloten nicht von vornherein schon geschlagen gibt, liegt laut Dennis darin begründet, dass jeder Fahrer das Ziel besitzt den Grand Prix auf dem Brickyard zu gewinnen, und dies ist seinen Augen auch der Garant für tollen Rennsport während des vorletzten Rennens der Saison 2002.

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Marcus Kollmann

Datum: 23.09.2002

Ungar durfte McLaren-Mercedes testen

Im Rahmen des zweitätigen 'West Race Day' im tschechischen Brünn durfte ein Softwareentwickler aus Budapest am Samstag einen McLaren-Mercedes testen. Tamas Földi musste sich insgesamt gegen sechs andere Bewerber durchsetzen, ehe er in den Formel-1-Wagen von McLaren-Mercedes klettern durfte. Am Freitag fuhr der 27-Jährige zunächst einen AMG-Mercedes-Benz-Tourenwagen, der auch der DTM eingesetzt wird.

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Nachdem der Ungar diese Prüfung erfolgreich gemeistert hatte, durfte er am Samstag ein Formel-Auto testen. Während sich Richard Kaba (Tschechien) nicht qualifizieren konnte und Ivan Kelement aus der Slowakei disqualifiziert wurde, weil er nicht genügend Runden hatte zurücklegen können, blieb für Tamas Földi als einzigen Konkurrent beim Kampf um die Fahrt in einem Formel-1-Auto noch der Slowene Gregor Hocevar.

Beide Finalisten hatten Probleme, als sie mit einem Prototypen eines Doppelsitzers auf die 5,4 Kilometer lange Rennstrecke in Brünn gingen. Während Gregor Hocevar zwar etwas schneller, dafür aber nicht so konstant unterwegs war, überzeugte Tamas Földi mit konstanten Rundenzeiten und durfte schließlich einen McLaren-Mercedes fahren.

"Dies muss der beste Tag meines Lebens sein", schwärmte der 27-jährige Ungar. "Die Beschleunigung war fantastisch, genauso das Bremsen. Dies gesagt habe ich den Grip in den Kurven nicht voll ausgenutzt. Aber es war fantastisch."

Tamas Földi legte zunächst eine Runde auf dem 5,4 Kilometer langen 'Brünn Circuit' zurück, ehe er zurück an die Box kam, um das Auto durchchecken zu lassen. Anschließend absolvierte er eine weitere Einrollrunde, ehe er zwei schnelle Runden drehte und den MP4-16 anschließend wieder in der Box parkte. "Ich werde mich immer an diesen Tag erinnern", erklärte der Softwareentwickler nach der Probefahrt. "Es war viel besser als ich erwartet hatte."

Obwohl seit 1986 in Budapest insgesamt 17 Grand Prixs von Ungarn ausgetragen wurden, gab es bis heute noch keinen Formel-1-Fahrer aus Ungarn. Tamas Földi war damit der erste Ungar, der einen McLaren-Mercedes testen durfte.

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Reinhart Linke

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Datum: 23.09.2002

Coulthard: Indianapolis ist wie Monte Carlo

In einer Woche findet in Indianapolis der vorletzte Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2002 statt. Das McLaren-Mercedes-Team konnte das Rennen im vergangenen Jahr mit Mika Häkkinen gewinnen. Doch eine Wiederholung des Erfolgs scheint für die Mannschaft von Ron Dennis derweil nicht möglich zu sein. "Es war vom ersten Rennen an offensichtlich, dass wir kein Auto haben, mit dem wir die Meisterschaft gewinnen können", wird David Coulthard von der britischen Presse zitiert.

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Coulthard hatte sich von Indianapolis mehr erwartet

Bevor die Formel 1 vor drei Jahren zum ersten Mal zurück nach Indianapolis kam, wurde viel über die Steilkurve gesprochen. "Ich muss ehrlich sagen, dass ich eine größere Herausforderung erwartet habe", so der Wahlmonegasse weiter. "Wir wussten, dass wir auf einem Teil des Ovals fahren, doch in Wahrheit ist die Kurve wie eine normale Kurve zu fahren und wir müssen keine speziellen Einstellungen am Auto vornehmen."

Obwohl der Wahlmengasse eine größere Herausforderung für die Formel 1 erwartet hatte, findet er den Kurs auch so nicht einfach. "Die Strecke ist schwierig und erfordert einen Kompromiss", weiß der zwölffache Grand-Prix-Sieger. "Man braucht dort eine gute Abstimmung für das Auto."

Coulthard: "Es ist etwas besonderes, in Indianapolis zu fahren"

Für den Sieger des diesjährigen Monaco-Grand-Prixs steht fest, dass Indianapolis einer der besten Orte auf der Welt ist, um ein Autorennen zu fahren. "Ich bin ein Motorsportfan und deshalb ist es etwas besonderes, in Indianapolis zu fahren – weil man viele Gesichter von Indy-500-Siegern sieht", erklärte David Coulthard. "Es ist eine einzigartige Atmosphäre, wenn man in dem Oval fährt. Ein weiterer solch besonderer Ort ist Monaco, vielleicht auch die 24 Stunden von Le Mans."

Die Formel 1, die erst seit 2000 wieder in den USA fährt, hätte nach Meinung des Schotten eigentlich immer in den USA fahren müssen. "Die wichtigste Sache ist, dass wir überhaupt wieder ein Rennen in Amerika haben, damit wir eine Weltmeisterschaft austragen können", argumentierte "DC". "Und es gibt für dieses Rennen keinen besseren Ort als Indianapolis."

Coulthard: "Wäre ich Michael, würde ich zurücktreten"

Viel Glück brachte David Coulthard das Rennen in den USA bisher aber nicht. Nachdem er 2000 nur auf Platz fünft ins Ziel gekommen war, belegte er im vergangenen Jahr immerhin Platz drei – während sein Teamkollege Mika Häkkinen das Rennen gewann. "Wir waren nie Freunde, aber ich vermisse ihn", erklärte der Schotte gegenüber der 'Bild am Sonntag'. "Mika war ein gerader Kerl. Er konnte über die Schmerzgrenze gehen. Ich habe Respekt vor ihm."

Während der Finne seine Formel-1-Karriere am Ende des vergangenen Jahres mit beendet hat, wird David Coulthard genauso wie Michael Schumacher auch 2003 noch in der Königsklasse des Motorsports fahren. Michael Schumacher hat sich in diesem Jahr schon zum fünften Mal den Fahrertitel gesichert – und noch ist ein Rücktritt des Familienvaters nicht in Sicht. "Wäre ich Michael, so würde ich wohl aufhören", so David Coulthard in der 'Bild am Sonntag'. "Da würde ich mich nur um meine Frau und die Kinder kümmern."

Coulthard: "Es gibt nichts besseres als den Sonntagnachmittag"

Doch noch hat "DC" seine Motivation nicht verloren, obwohl er in den letzten Qualifikationen häufig langsamer als sein junger Teamkollege Kimi Räikkönen war. "Ich gehe jedes Wochenende mit der gleichen Begeisterung an, weil ich das Rennfahren mag", stellte der 31-Jährige in der britischen Presse klar, dass er weiterhin hochmotiviert ist. "Es gibt nichts besseres als den Moment, wenn am Sonntagnachmittag die Mechaniker vom Auto gehen und man dort alleine im Auto sitzt. Das Gefühl ist das selbe, auch wenn man von Platz elf in ein Rennen startet."

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Reinhart Linke

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Datum: 22.09.2002

Coulthard fährt McLaren-Mercedes in Brünn

McLaren-Mercedes-Fahrer David Coulthard wird am (heutigen) Samstag im Rahmen des zweitägigen 'West Race Day' zum ersten Mal mit einem richtigen Formel-1-Auto auf dem 'Brünn Circuit' in der Tschechischen Republik fahren. Obwohl der Schotte in einem MP4-16 aus dem Vorjahr um die 5,4 Kilometer lange Strecke fahren wird, erhofft sich das Team aus Woking von den Runden wichtige Erkenntnisse darüber, ob man die Strecke künftig zu Testfahrten nutzen kann.

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Während der ehemalige McLaren-Mercedes-Testfahrer Olivier Panis vor zwei Jahre immerhin schon ein Mal mit einem McLaren-Mercedes-Doppelsitzer um den Kurs gefahren war, kennt David Coulthard den Kurs bisher nur aus der Sicht eines Straßenautos und aus der Sicht eines MotoGP-Zuschauers.

Dennoch freut sich der 31-jährige Schotte auf die Ausfahrt im MP4-16: "Ich habe bei vielen Besuchen die Gelegenheit gehabt, die Strecke kennen zu lernen. Es ist ein großartiger Kurs! Ich bin gespannt auf die Runden." Geplant ist, dass der 139-fache Grand-Prix-Teilnehmer zwölf Runden auf der Rennstrecke zurücklegt.

Milan Maderyc, Vizepräsident des Tschechischen Automobilclubs, ergänzte: "Dieses Event repräsentiert die fantastischen Chancen für den 'Brünn Circuit' und den Tschechischen Motorsport im Allgemeinen. Wir sind sehr stolz darauf, in der Lage zu sein, das McLaren-Mercedes-Team hier zu bewirten. Wir sind auch erfreut darüber, David und Alexander (Wurz; Anm. d. Red.) an der Strecke begrüßen zu dürfen. Wir hoffen, dass dies der Anfang einer langen Kooperation ist."

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Reinhart Linke

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Datum: 22.09.2002

Coulthard: "Ferrari gab uns den Rest"

Für das McLaren-Mercedes-Team neigt sich eine schwierige Saison dem Ende zu. Zu Beginn des Jahres war aus der Zentrale des Teams in Woking zu hören, dass man in diesem Jahr Ferrari angreifen wolle und mit um die WM-Titel kämpfen wolle. Doch bereits nach den ersten Rennen stand fest, dass man in diesem Jahr gegen Ferrari kaum eine Chance hat.

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Nur weil sich David Coulthard in Monte Carlo in den engen Gassen des Fürstentums mit seinem MP4-17 so breit machen konnte, feierte das Team von Ron Dennis in diesem Jahr überhaupt einen Sieg. Alle anderen 14 Grand-Prix-Siege, die bisher zu vergeben waren, gingen bis auf eine Ausnahme (Malaysia, Ralf Schumacher, BMW-Williams) an Ferrari.

"Offensichtlich war die Saison für uns alle eine Enttäuschung, das ist keine Frage", erklärte David Coulthard im britischen Fachmagazin 'Autosport'. "Ich denke, wir haben unsere meisten Chancen auf Grund unserer Performance im Qualifikationstraining vergeben", analysierte der Schotte, der in diesem Jahr nur ein Mal (Monaco) aus der ersten Reihe in einen Grand Prix starten konnte.

Bei noch zwei ausstehenden Rennen liegt das britisch-schwäbische Team mit 57 Punkten nur auf dem dritten Platz in der Konstrukteursweltmeisterschaft hinter Ferrari (189 Punkte) und BMW-Williams (86). Trotzdem glaubt "DC", dass McLaren-Mercedes "nicht weit hinter Williams liegt". Viel mehr bereitete Ferrari dem McLaren-Mercedes-Team in diesem Jahr Probleme. "Ferrari gab uns den Rest, weil sie so spektakuläre Leistungen gezeigt haben, weswegen wir sehr durchschnittlich aussahen", so der 31-Jährige.

Der zwölffache Grand-Prix-Sieger freut sich nun auf die Winterpause. "In einer gewissen Weise schaue ich vorwärts auf das Entwicklungsprogramm für das nächste Jahr", so David Coulthard, der jedoch hinzufügt: "Auf der anderen Seite freue ich mich nicht, weil wir im Winter keine Rennen fahren können und das ist es, was ich liebe."

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Reinhart Linke

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Datum: 22.09.2002

Coulthard: Brünn-Kurs ist sehr anspruchsvoll

David Coulthard hat am Samstag zwölf Runden auf der tschechischen Rennstrecke in Brünn zurückgelegt. Im Rahmen des 'West Race Day' drehte der Schotte zwölf Runden auf der 5,4 Kilometer langen Strecke und war dabei im Vorjahres-MP4-16 unterwegs. Seine schnellste Runde wurde mit 1:36.77 Minuten gestoppt, so dass er die Bestzeit eines Tourenwagenautos (1:51 Minuten) deutlich unterbot. Auf der recht schnellen Strecke erreichte "DC" Spitzengeschwindigkeiten von 300 km/h.

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Anschließend äußerte sich der 31-Jährige sehr zufrieden über seine erste Fahrt mit einem Formel-1-Auto auf dem 'Brünn Circuit': "Es ist zweifellos eine schwierige Strecke. Es gibt einen hohen Vollgasanteil. Es ist ein schneller, flüssiger Kurs. Was das Rennfahren betrifft, so gibt es hier zwei stellen, wo der Kurs 50 Meter breit ist, was so breit ist wie sonst nirgends in Europa."

Da die Strecke offenbar sehr anspruchsvoll ist, glaubt David Coulthard, dass die Rundenzeit noch um einiges unterboten werden kann. "Es gibt einen Überfluss an schnellen Kurven und es ist eine sehr schwierige Strecke", fuhr der zwölffache Grand-Prix-Sieger fort. "Ich denke, dass ich ungefähr 30 Runden benötigen würde, um die Bremspunkte zu finden und um mich hier richtig wohl zu fühlen. Dann wäre ich vermutlich fünf oder sechs Sekunden schneller."

Wie schnell der 5,4 Kilometer lange Kurs ist, zeigen die gemessenen G-Kräfte. "Wir maßen 3,5 g seitlich und 4 g beim Bremsen", ließ der Wahlmonegasse wissen. "Ich war überrascht zu hören, dass es hier 80 Meter Höhenunterschied gibt, was genauso wie in Spa ist und jeder spricht bei Spa von einer großartigen, alten Strecke."

Besonders schwierig ist die letzte Kurve in Brünn, da diese kaum einzusehen ist. "Ich denke, dass die letzte Kurve möglicher Weise die schwierigste ist", so der Vizeweltmeister von 2001. "Man fährt innen, nicht sehr schnell und man kann nichts sehen. Doch dann stellt man fest, dass man viel schneller hätte fahren können."

Unterdessen fand David Coulthard auch lobende Worte über die zweitägige Veranstaltung von Sponsor West in Brünn: "Ich weiß, dass es einfach ist, dies zu sagen, wenn West hier sitzt, aber ich denke, West hat definitiv einen Applaus verdient. Es ist ein einzigartiges Ereignis. Hoffen wir, dass es mehr davon gibt."

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Reinhart Linke

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Datum: 22.09.2002

Haug: "Wir sind 2003 kein WM-Favorit"

Die beiden deutschen Motorenhersteller BMW und Mercedes-Benz mussten sich in diesem Jahr meist mit größerem Rückstand als erwartet Ferrari geschlagen geben. Dennoch gibt es bei BMW offenbar keinen Druck vom Konzern. "Wir liegen voll im Plan", erklärte BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger gegenüber der Zeitung 'Die Welt am Sonntag'. "Wenn wir dieses Jahr am Ende der Saison Zweiter bleiben, dann haben wir wieder einen Etappensieg erzielt, dann liegen wir sogar über Plan."

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Auch bei Mercedes-Benz bekommt das Motorsportteam aus dem Vorstand "alle Unterstützung, die es braucht", so Mercedes-Benz-Motorsportdirektor Norbert Haug in der 'Welt am Sonntag'. Der Familienvater fügte aber hinzu: "Wir alle sind uns einig, dass wir wieder Leistungen wie 1998 und 1999 sehen wollen."

Doch davon ist man derzeit weit entfernt. Viel mehr müssen die Motorsportdirektoren der beiden deutschen Motorenhersteller praktisch im Zweiwochenrhythmus von neuen Niederlagen berichten. "Es ist nicht angenehm, wenn man seinem Vorstand erklären muss, dass man derzeit keine echte Siegchance hat", gibt Norbert Haug zu.

Doch aufgeben möchte man auf keinen Fall. Stattdessen schaut man schon ins kommende Jahr. "Wir gehen auf keinen Fall als WM-Favorit in die nächste Saison, haben aber das Potenzial, ganz oben mitzumischen", steht für den Schwaben fest, der sich wünscht, dass 2003 die "ersten drei Teams am Ende fünf Punkte trennen".

Auch Gerhard Berger glaubt, dass BMW nach Ende des Vertrages mit Williams 2004 zur Formel 1 stehen wird. "Am wahrscheinlichsten ist, dass wir die Zusammenarbeit fortsetzen", so der Ex-Rennfahrer. "Wir haben kein strukturelles Problem, was den Rückstand auf Ferrari betrifft."

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Reinhart Linke

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Datum: 20.09.2002

Barcelona: McLaren stark - Coulthard fährt Tagesbestzeit

Am dritten Tag der Testfahrten auf dem Circuit de Catalunya konzentrierten sich bei warmen Bedingungen nicht weniger als vier Teams und insgesamt 7 Fahrer auf die Vorbereitungen für den US-Grand Prix in Indianapolis.

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Die schnellste Rundenzeit des Tages fuhr David Coulthard vom McLaren-Mercedes-Team in 1:17.432 Minuten. Für den Schotten, der insgesamt 88 Runden drehte, hatte der Test einer verbesserten Hinterradaufhängung auf dem Programm gestanden. Darren Turner im zweiten Silberpfeil konnte zwar nur 13 Runden abspulen und war auf seiner schnellsten Runde um 0,845 Sekunden langsamer gewesen als "DC", jedoch reichte seine Zeit am Ende für Platz 2 in der Tageswertung.

Für BAR-Honda kam Jacques Villeneuve zum Einsatz, der mit 88 Runden genauso viel unterwegs gewesen war wie Coulthard. Der Kanadier konzentrierte sich neben der Abstimmung auf einen Reifentest für Bridgestone und belegte mit 0,550 Sekunden hinter Darren Turner den dritten Platz.

Für BMW-Williams kam am Vormittag zunächst Marc Gené zum Einsatz. Der Spanier drehte jedoch nur 19 Runden und belegte am Ende des heutigen Testtages den fünften Rang. Nachdem Gené seinen FW24 an Ralf Schumacher übergeben hatte, setzte der Deutsche die Testarbeit fort. Auf Grund eines Problems an dem mit neuen Teilen ausgerüsteten Boliden musste "Schumi II" jedoch kurze Zeit später in die Standard-Version des Autos umsteigen. Nach insgesamt 73 Runden wurde er auf dem vierten Rang im Tagesklassement geführt.

Die Plätze sechs und sieben belegten Pedro de la Rosa und Antonio Pizzonia. Der Spanier drehte insgesamt 16 Runden und kam auf eine schnellste Zeit von 1:19.231 Minuten. Beim letzten Versuch gab dann der Cosworth-Motor plötzlich seinen Geist auf, weshalb die Mechaniker des Teams alle Hände voll zu tun hatten das Auto wieder einsatzbereit zu machen. Nachdem der Motor im Jaguar R3 gewechselt war, stieg BMW-Williams-Testfahrer Antonio Pizzonia in den Boliden. Mit 1:19.596 Minuten fuhr er eine nur um drei Zehntelsekunden langsamere Rundenzeit als Stammpilot de la Rosa und beeindruckte damit Teamchef Niki Lauda, der interessiert beobachtete wie sich der Brasilianer, der auch morgen im Jaguar testen wird, anstellte.

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Marcus Kollmann

Datum: 19.09.2002

Sarah Fisher fährt in Indianapolis im Silberpfeil

Die amerikanische Rennfahrerin Sarah Fisher wird am Freitag, den 27. September 2002, im Rahmen des Grand Prix der USA in Indianapolis einige Demonstrationsrunden im West McLaren Mercedes Formel-1-Fahrzeug drehen.

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Sarah Fisher, die auch TAG Heuer Botschafterin ist, fährt damit als erste Frau seit der Italienerin Giovanna Amati 1992 einen Formel-1-Wagen.

Die 21 Jahre alte Sarah Fisher bestreitet ihre dritte Saison in der amerikanischen Indy Racing League (IRL) im Team Dreyer & Reinbold Racing. Ihre besten Ergebnisse waren der zweite Platz in Homestead, 2001, Platz drei auf dem Kentucky Speedway 2000 sowie die Pole Position auf der gleichen Rennstrecke in diesem Jahr.

Sarah besuchte gestern das West McLaren Mercedes Team in Woking; dort unternahm sie eine Sitzprobe im Formel-1-Fahrzeug und lernte die Mitglieder des Teams und des Managements kennen, die sie bei ihrem Einsatz betreuen werden.

Die Demonstrationsrunden gehören zum Vorprogramm des SAP Grand Prix der USA, dem 16. und vorletzten Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 2002.

Sarah wird das Ersatzauto des Teams fahren, einen West McLaren Mercedes MP4-17, der zu jedem Rennen mitgeführt wird und jeweils einem der beiden Fahrer, David Coulthard oder Kimi Räikkönen, zur Verfügung steht.

"Ich freue mich sehr darauf, vor meinem Heimpublikum ein Formel-1-Auto zu fahren", sagte Sarah Fisher, die in Indianapolis lebt. "Eine solche Gelegenheit ist äußerst selten und ich kann es kaum erwarten. Ich bedanke mich bei TAG Heuer, Bernie Ecclestone und West McLaren Mercedes, die diesen Einsatz ermöglicht haben. Ich hoffe, dass damit die Formel 1 in den USA noch populärer wird, und dass gleichzeitig meine Rennserie, die Indy Racing League, international mehr Beachtung findet."

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Marcus Kollmann

Datum: 18.09.2002

So viel PS haben die Motoren in der Formel 1

Satte 900 PS soll der BMW-Motor im Qualifying zum Großen Preis von Italien in Monza geleistet haben. Dass dieser Wert übertrieben ist, lag auf der Hand und auch wenn BMW natürlich nicht verrät, wie stark der aktuelle Zehnzylinder tatsächlich ist, ließ man durchsickern, dass die 900 PS eine übertriebene Mutmaßung der Medien waren. Von der Drehzahlsteigerung auf die Leistung zu schließen, ist halt eben immer noch eine Milchmädchenrechnung.

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Vertrauen kann man da eher den Berechnungen des Ingenieur Enrico Benzing, der in jedem Jahr mit seinen Computer-Programmen die PS-Leistung berechnet und nach Aussage der Hersteller den tatsächlichen Wert ziemlich genau trifft. Ganz exakt lässt sich der PS-Wert nicht bestimmen, weil es erstens selbst bei baugleichen Motoren Abweichungen gibt, weil die kleinste Drehzahlveränderung eine PS-Schwankung mit sich bringt und auch andere Einflüsse wie die Lufttemperatur oder die Flügeleinstellung das Ergebnis verfälschen, aber dennoch sind die Angaben Bezings genauer als alle Schätzungen.

Die von der Fachzeitschrift 'motorsport aktuell' veröffentlichten Zahlen sind auf dem Stand Ende Juli, "gemessen" wurde im Qualifying in Silverstone und Magny-Cours. Demnach ergibt sich folgendes PS-Ranking:
1. BMW 874 PS
2. Ferrari 864 PS
3. Mercedes 855 PS
4. Cosworth 845 PS
5. Petronas 841 PS
6. Honda 835 PS
7. Toyota 830 PS
8. Renault 812 PS
In der Auflistung fehlt der Asiatech-Motor, den Minardi einsetzt. Dieser soll Schätzungen zu Folge nicht einmal 800 PS leisten.

In der Zwischenzeit soll vor allem Honda den größten Sprung nach vorne gemacht haben. Man darf davon ausgehen, dass die Japaner zumindest das Ferrari-Vorjahresaggregat im Heck der Sauber überholt haben. Durch die Steigerung der Drehzahl auf bis zu 19.050 Umdrehungen im Qualifying dürfte die Leistung des BMW-Motors im Monza-Qualifying den Berechnungen zu Folge irgendwo zwischen 880 und maximal 885 PS gelegen haben.

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Fabian Hust

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Datum: 18.09.2002

Fünf Teams wegen illegaler Zigarettenwerbung bestraft

Die italienische Finanzpolizei hat fünf Rennställe wegen illegaler Zigarettenwerbung beim Großen Preis von Italien am vergangenen Sonntag in Monza wegen illegaler Zigarettenwerbung mit Geldstrafen von 2.820 bis 28.200 Euro belegt. Bei den verurteilten Teams handelt es sich um Ferrari (Marlboro), McLaren-Mercedes (West), Renault (Mild Seven), BAR-Honda (Lucky Strike) und Jordan-Honda (Benson & Hedges).

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Auch die Verwaltungsgesellschaft des Autodroms in Monza muss wegen "Komplizenschaft" mit den Rennställen eine Geldstrafe zahlen, berichtete die Polizei. Wegen Gesundheitsgefährdung verbietet das italienische Gesetz jegliche Werbung für Tabakwaren. Die Finanzpolizei hat außerdem insgesamt 17 Personen angezeigt, die Eintrittskarten für das Rennen am Sonntag zu einem überhöhten Preis verkauften.

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Datum: 18.09.2002

Williams und McLaren nahmen Barcelona-Test auf

Nur zwei Teams waren am ersten Testtag auf dem Formel-1-Kurs von Barcelona anzutreffen: BMW-Williams und McLaren-Mercedes. Beide Teams setzten jeweils zwei Testfahrer ein, die zunächst auf eine nasse Piste trafen, die dann jedoch im Verlauf des Tages komplett abtrocknete. Schnellster war Alexander Wurz im Silberpfeil, der mit 80 Runden der fleißigste Fahrer war und eine Bestzeit von 1:19.229 Minuten fuhr. Darren Turner kam nach 42 Runden mit knapp 2,8 Sekunden Rückstand auf den dritten Platz.

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Zweitschnellster war Antonio Pizzonia, der Ende der Woche noch für das Jaguar-Team testen darf. Der Brasilianer hatte am Nachmittag einen Motorschaden zu beklagen und löste damit die einzige Testunterbrechung des Tages aus, konnte aber dennoch 76 Runden fahren und hatte lediglich 0,349 Sekunden Rückstand auf Wurz. Marc Gené im zweiten BMW-Williams drehte nur 26 Runden und war aus diesem Grund wenig überraschend mit rund 4,4 Sekunden Rückstand auf dem letzten Platz zu finden.

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Fabian Hust

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Datum: 17.09.2002

Trauriger Sonntag für Kimi Räikkönen

McLaren-Mercedes-Fahrer Kimi Räikkönen war nach dem Rennen in Monza nicht gut zu sprechen. Nicht nur, dass ihm erst David Coulthard ins Heck krachte und dann der fünfte Motorschaden in diesem Jahr zum neunten Ausfall insgesamt führte – nach dem Rennen wurde ihm mitgeteilt, dass sein Opa verstorben ist.

Datum: 16.09.2002

McLaren-Mercedes in Monza ohne Punkte

Das McLaren-Mercedes-Team brachte mit David Coulthard in Monza nur ein Auto ins Ziel. Kimi Räikkönen musste seinen MP4-17 vorzeitig mit einem Motorschaden abstellen und konnte so den 15. Saisonlauf nicht beenden.

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David Coulthard belegte beim Grand Prix von Italien in Monza den siebten Platz. Nach einer Kollision in der ersten Schikane nach dem Start musste er am Ende der ersten Runde einen außerplanmäßigen Boxenstopp einlegen, um den Frontflügel ersetzen zu lassen und verbesserte sich vom 20. und letzten Rang um 13 Positionen. Auf Platz sieben hatte der Schotte schließlich 1:09.047 Minuten Rückstand.

"Das Ende der Europa-Saison hatte ich mir anders vorgestellt", so der 31-jährige "DC". "Nach dem Start habe ich in der ersten Schikane das Heck von Kimis Wagen berührt, als er bremste, um einem anderen Auto auszuweichen und ich nicht schnell genug reagieren konnte. Deshalb musste ich mir an den Boxen eine neue Fahrzeugnase montieren lassen. Beim Überrunden habe ich darauf geachtet, die Führenden nicht zu behindern; das hat Zeit gekostet und uns am Ende wahrscheinlich um einen Punkt gebracht."

Unterdessen lag Kimi Räikkönen nach dem Start hinter der Spitzengruppe, konnte mit den Ferraris aber nicht mithalten. Der Finne lag auf Position, als in der 30. Runde sein Motor den Dienst quittierte.

Der 22-Jährige war enttäuscht: "Ich habe beim Start Eddie Irvine überholt, danach kam es vor allem darauf an, keinen Fehler zu machen. Wenn ich das Rennen zu Ende gefahren wäre, hätte ich den dritten Platz erzielt, aber das lag leider nicht in meiner Macht."

McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis schaut schon jetzt auf die kommende Saison: "Unsere beiden Fahrer hatten unterschiedliche Probleme, so dass sie heute keine Punkte erzielen konnten. Wir haben vor dem Beginn der Saison 2003 eine Menge Arbeit, um wieder Rennen gewinnen zu können."

Mercedes-Benz-Motorsportdirektor Norbert Haug fügte hinzu: "David hat seine Chancen auf ein gutes Ergebnis im Gedränge der ersten Schikane verloren. Der erforderliche Boxenstopp zur Montage der neuen Fahrzeugnase kostete ihn über 30 Sekunden. Kimis Rennen verlief nach Plan, bis er in der 30. Runde durch einen Motorschaden gestoppt wurde. Dessen Ursache werden wir noch untersuchen."

Reinhart Linke

Datum: 15.09.2002

McLaren-Mercedes: Kimi mit Unfall – "DC" 7.

Die McLaren-Mercedes-Fahrer hatten im Qualifikationstraining zum Grand Prix von Italien in Monza keine Chance auf einen Startplatz in der ersten Reihe. Nachdem Kimi Räikkönen vor 14 Tagen in Spa-Francorchamps den MP4-17 noch auf Startplatz zwei gestellt hatte, musste sich der Finne in Monza mit Rang fünf zufrieden geben.

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Der 22-Jährige erzielte auf der 5,793 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsstrecke eine persönliche Bestzeit von 1:21.163 Minuten und war damit 0,899 Sekunden langsamer als der Tagesschnellste. Gleichzeitig konnte der Rennfahrer aus Espoo damit aber zum zehnten Mal in diesem Jahr seinen Teamkollegen schlagen – obwohl er am Ende seine Zeit nicht mehr verbessern konnte. Denn kurz vor Ende des Qualifikationstraining übersah Kimi Räikkönen auf seiner Einrollrunde Jordan-Honda-Fahrer Takuma Sato. Die beiden Autos kollidierten vor der 'Variante della Roggia' und landeten mit gebrochenen Radaufhängungen im Kiesbett.

"Unfälle wie meine Kollision mit Sato passieren im Rennsport", erklärte Kimi Räikkönen nach dem Qualifying. "Er fuhr seine fünfte Runde in Folge, und unser Team erwartete, er würde üblich, an die Boxen fahren. Das wurde mir über Funk mitgeteilt. Als ich in den Rückspiegeln nichts sehen konnte, dachte ich, er wäre vom Gas gegangen und zog auf die Ideallinie für die folgende Kurve. Das Team wollte das Ersatzauto, das auf David abgestimmt war, für mich vorbereiten, doch dafür reichte die Zeit nicht aus. Schade, ich glaube wir hätten uns noch etwas weiter verbessern und den Abstand zu den Teams vor uns verkürzen können."

David Coulthard fuhr mit seinem McLaren-Mercedes auf den siebten Platz. Dort fehlten dem Schotten 0,640 Sekunden zu seinem Teamkollegen und ganze 1,539 Sekunden zur Spitze.

Damit konnte der 31-Jährige nicht zufrieden sein: "Es ist mir heute nicht gelungen, in der ersten und zweiten Schikane die richtige Balance zu finden. Meine vierte schnelle Runde musste ich wegen der roten Flagge abbrechen. Meinen letzten Versuch nach der Unterbrechung musste ich mit den gebrauchten Reifen meiner abgebrochenen Runde in Angriff nehmen und konnte deshalb meine Zeit nicht verbessern. Wir hoffen, dass wir - wie schon mehrmals in diesem Jahr - im Rennen stärker sein werden."

Teamchef Ron Dennis schaut aufs Rennen: "Bis zu Kimis Unfall lief das Qualifying für uns problemlos. Er hat den Vorfall selbst sehr gut erklärt; wegen der dadurch verursachten Trainingsunterbrechung musste David seine vierte schnelle Runde abbrechen. Mit den von uns gewählten Reifen sollte uns ein gutes Resultat im Rennen am Sonntag gelingen."

Mercedes-Benz-Motorsportdirektor Norbert Haug ergänzte: "Kimis Startplatz entspricht unseren Erwartungen, doch die rote Flagge zwei Minuten vor Ende des Qualifyings hat David nicht geholfen. Das Team wird hart dafür arbeiten, im Rennen wie schon so oft in diesem Jahr eine gute Leistung zu zeigen."

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Reinhart Linke

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Datum: 14.09.2002

David Coulthard am Freitag gleich doppelt bestraft

Mit 0,583 Sekunden Rückstand war Kimi Räikkönen auf Platz drei liegend der dichteste Ferrari-Verfolger im Freien Training am Freitag in Monza. Der Finne knüpfte damit nahtlos an seine starke Vorstellung in Belgien an: "Für mich waren es zwei ereignislose Trainingseinheiten, in denen ich am idealen Setup gearbeitet habe und da ich letzte Woche nicht in Monza getestet habe, habe ich mich auch selbst erst einmal an die Strecke gewöhnt. Ob ich den dritten Platz halten kann, muss erst einmal abgewartet werden."

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Teamkollege David Coulthard wurde heute gleich doppelt bestraft. Zunächst einmal raste der Schotte zu schnell durch die Boxengasse und musste dafür eine Strafe von 8.500 Dollar berappen. Danach drehte er sich früh in der zweiten Trainingseinheit nach nur insgesamt gefahrenen 19 Runden von der Strecke und musste sich mit 2,611 Sekunden Rückstand und dem enttäuschenden 16 Rang zufrieden geben.

"Zu Beginn der zweiten Trainingseinheit blockierte die Hinterachse in der zweiten 'Lesmo'", rapportierte der Vizeweltmeister. "Ich bin mir nicht sicher, ob dies ein Problem an den Bremsen oder am Getriebe war, das werden wir näher untersuchen. Es ist ein wenig frustrierend, nicht mehr Runden gefahren zu haben, vor allem wegen der Reifenwahl, aber mit den gesammelten Informationen vom letzten Test sollte das in Ordnung gehen."

Teamchef Ron Dennis fügte hinzu: "Ein relativ normaler Freitag, bei dem wir uns wie immer auf das Renn-Setup und die Reifenwahl konzentriert haben. Davids Ausrutscher war das einzige Problem des Tages."

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug fügte hinzu: "Kimi fuhr viele Runden, um das Auto abzustimmen und Reifen zu vergleichen. Dabei hat er sich ständig verbessert. Es ist schade, dass David nicht mehr Runden fahren konnte. Das Qualifying wird hart werden und wie immer sind die Zeiten vom Freitag schwer miteinander zu vergleichen. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns auf morgen."

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Fabian Hust

Datum: 12.09.2002

McLaren nach bislang "positivstem Test" angriffslustig

Die Silberpfeile wollen auf dem Highspeed-Kurs Rot und Blau-Weiß herausfordern – Verbesserungen am MP4-17 für Amerika und Japan
Nachdem das McLaren-Mercedes-Team schon vor zwei Wochen beim Großen Preis von Belgien auf sich aufmerksam gemacht hatte, vor allem am Freitag und am Samstag, freuen sich David Coulthard und Kimi Räikkönen nun auf den fünfzehnten Grand der Saison, in dem sie bestätigen wollen, dass der Aufwärtstrend von Silber anhält.

"Durch einige extrem schnelle Geraden, welche durch ein paar Schikanen unterbrochen werden, ist Monza ein Hochgeschwindigkeitskurs der den Autos stark zusetzt und deshalb zu einer hohen Ausfallrate führen kann. Darüber hinaus ist die Strecke auf Grund der hohen Geschwindigkeiten eine Herausforderung", weiß David Coulthard, bei bislang acht Grand Prix-Teilnahmen in Monza zwei Mal wegen technischer und drei Mal auf Grund fahrerischer Fehler ausgeschieden, zu berichten.

"Monza ist für die Unfälle und Zwischenfälle in der ersten Kurve bekannt, denn die breite Start-/Zielgerade wird in Richtung der Rettifilio-Schikane immer enger. In Spa galten aber die selben Bedingungen und dort gab es keinen Unfall, weshalb sich dieser Trend hoffentlich fortsetzt", erklärt der sich einen problemlosen Start am Rennsonntag wünschende McLaren-Pilot weiter.

"Auch wenn es nicht unbedingt uns gilt, so ist die Atmosphäre in Monza immer fantastisch, was dem Rennen zweifelsohne zu Gute kommt. Nach der Testpause kehrten wir letzte Woche zu Testfahrten nach Monza zurück, wo ich drei Tage im Einsatz war. Wir hatten eine gute Session und konzentrierten uns ganz auf das Setup für das Rennen", stellt Coulthard den Fans auf Grund der ausführlichen Vorbereitungen ein gutes Abschneiden in Aussicht.

Kimi Räikkönen freut sich genauso wie sein Teamkollege auf die langen Geraden in Monza, denn dort wird man Spitzengeschwindigkeiten von 350 Stundenkilometern erreichen. Außerdem ist die Strecke mit 5,793 Kilometern der zweitlängste Kurs im Rennkalender.

"Es gibt ein paar herausfordernde Kurven in Monza, wie zum Beispiel die Lesmos und Parabolica", berichtet der Finne. "Letztgenannte muss man optimal erwischen, wenn man eine schnelle Rundenzeit fahren will. Ich werde versuchen eine weitere gute Leistung in der Qualifikation abzuliefern", sagt der in Spa vor zwei Wochen nur knapp die Pole Position verpasste Finne, "und hoffe, dass wir das diesmal im Rennen in Form eines guten Ergebnisses umsetzen können", wünscht sich der 22-Jährige, der in dieser Saison oftmals auf Grund technischer Probleme leer ausging, endlich wieder eine Zielankunft.

Martin Whitmarsh, Geschäftsführer: "Das McLaren-Mercedes-Team reist nach einem positiven Test in Silverstone und in Monza, zur historischen Strecke in Monza, wo das letzte Rennen der 'europäischen Saison' stattfindet. David, der auf der letztgenannten Strecke testete, konzentrierte sich auf die Abstimmung für das Rennen und die Aufhängung. In Silverstone fand derweil der positivste Test statt den wir in diesem Jahr bislang hatten. Kimi und Alex testeten neue Teile die vermutlich bei den letzten beiden Läufen der Weltmeisterschaft zum Einsatz kommen werden. Das gesamte Team hat bei den Vorbereitungen auf das Rennen auf dieser Powerstrecke, mit dem Ziel das in Spa angedeutete Potenzial des MP4-17 zu verbessern, hart gearbeitet."

Norbert Haug, Vizepräsident Mercedes-Benz Motorsport: "Monza ist im Rennkalender 2002 die schnellste Strecke. Geprägt wird der Kurs durch die langen Geraden, welche durch drei Schikanen die mit Highspeed durchfahren werden, unterbrochen werden. Die Bremsen und der Bremsenverschleiß ist ein Faktor den man nicht unterschätzen darf. Die Streckenführung stellt aber auch für den Motor eine ganz eigene Herausforderung dar. Die Autos werden mit so wenig Flügel wie möglich fahren, um so hohe Geschwindigkeiten erreichen zu können, was der Schlüssel zu einer guten Leistung ist. Traditionell ist Monza ein Ein-Stopp-Rennen in dem der erste Stint sehr lange herausgezögert wird. Auf Grund der Reifen könnte sich das aber in diesem Jahr ändern."

Marcus Kollmann

Datum: 12.09.2002

McLaren und West bleiben auch weiterhin Partner

Nachdem die Imperial Tobacco Group PLC in diesem Jahr über 90 Prozent des Reemtsma Konzerns übernommen hatte, kursierten in der Formel 1 Gerüchte, wonach die mit ihrer Mark West auf den Boliden des McLaren-Mercedes-Teams werbende Reemtsma Zigarettenfabriken GmbH auf Wunsch des neuen Eigentümers die Unterstützung des von Ron Dennis geführten Formel-1-Rennstalls entgegen der ursprünglichen Vereinbarung vorzeitig beenden könnte.

Diese Spekulationen waren zuletzt in der englischsprachigen Motorsportpresse ein Thema, weshalb sich McLarens Geschäftsführer veranlasst sah sich diesbezüglich zu Wort zu melden.

Martin Whitmarsh teilte angesichts der aufgewärmten Vermutungen mit, dass das Team aus Woking einen langjährigen Vertrag besitzt und versuchte die aufgekommenen Gerüchte zu entkräften. Von einer vorzeitigen Beendigung des Sponsorings weiß der Britte, der als Geschäftsführer darüber ja Bescheid wissen müsste, jedenfalls nichts.

Auch im Hause Reemtsma verwies man die Spekulationen in das Reich der Fabeln. Auf Anfrage bestätigte eine Sprecherin gegenüber F1Total.com, dass an den Gerüchten nichts dran ist und erklärte, dass der Vertrag mit dem britisch-deutschen Rennstall bis 2006 geht.

Demzufolge braucht sich das McLaren-Team, welches in dieser Saison bereits die Verlängerung der Zusammenarbeit mit dem Hightech-Spezialisten Canon Europa, BAE Systems, sowie TAG-Heuer bekannt geben konnte, zumindest kurzfristig keine Gedanken darüber machen einen neuen Sponsor zu finden. Langfristig gesehen wird man aber wie alle anderen Teams, die derzeit noch durch die Tabakindustrie unterstützt werden, neue Partner und Geldgeber finden müssen.

Marcus Kollmann

Datum: 06.09.2002

Williams und McLaren: Gemeinsam gegen Ferrari

Gemeinsam sind wir stark – nach diesem Motto wollen die Ferrari-Verfolger BMW-Williams und McLaren-Mercedes zusammenarbeiten, um den eklatanten Rückstand auf die Roten zu eliminieren: "Wir haben schon damit begonnen, aber wir müssen nun einen weiteren Schritt machen", so McLarens Managing-Direktor Martin Whitmarsh gegenüber 'Autosport'. Die Zusammenarbeit wird sich dabei ausschließlich auf den Reifensektor beziehen: "Wir müssen zugeben, dass McLaren-Mercedes und BMW-Williams ein gemeinsames Interesse haben, zusammen an den Reifen zu arbeiten."

Gemeinsame Reifentests

Über den Winter möchte man Michelin helfen, die Leistung der Reifen stark zu verbessern und dabei will man sich den Umstand zunutze machen, dass die Franzosen zwei Top-Teams als Partner haben. Schon jetzt tauschen die beiden Teams in eingeschränkter Weise Daten über die Reifen aus, im Winter könnte man noch viel stärker zusammen kooperieren: "Wir könnten sagen: 'Okay wir vertrauen euch bei den Tests, eurem Feedback, das ihr uns gebt, ihr arbeitet dann an den Regenreifen für Monza und wir testen die Pneus für Indianapolis'. Ich denke, dass jeder vernünftig genug ist, um zu erkennen, dass dies der gescheiteste Weg ist, um zusammenzuarbeiten", so der Brite gegenüber 'Reuters'.

Partnerschaft mit Grenzen

Doch bei allem Willen, auf Ferrari aufzuholen, wird die Zusammenarbeit ihre Grenzen haben: "Wir arbeiten verdammt hart um Williams zu schlagen und sie arbeiten hart, um uns zu schlagen. Wir werden aus diesem Grund nicht alles austauschen", stellt Whitmarsh klar. "Wenn wir unsere Wünsche anpassen können, dann werden wir besser unterwegs sein. Das setzt aber voraus, dass beide Teams das Gleiche wollen." So könnte man auch versuchen, die Gewichtsverteilung der 2003er-Autos so anzupassen, dass grundsätzlich die Autos ähnliche Reifen benötigen.

"Als wir mit Bridgestone fuhren, ergab sich eine ähnliche Situation wie jetzt", so Adrian Newey, McLarens Technischer Direktor in der 'motorsport aktuell'. "Ferrari und wir wollten die gleichen Reifen, da musste Bridgestone keine Entscheidung treffen. BAR und Jordan hingegen wollten andere Reifen. Heute verlangen Williams und Renault andere Reifen als wir. So wird letzten Endes alles für Michelin zum Kompromiss. Das müssen Williams und wir lösen, damit Michelin nicht in zwei Richtungen arbeiten muss."

Ungewöhnliche Kooperation

Dass Formel-1-Teams Daten austauschen und vielleicht sogar versuchen, ihr neues Auto ähnlich auf die Reifen auszurichten, ist in der Formel 1 sehr ungewöhnlich. Doch McLaren-Teamchef Ron Dennis und Williams-Teamchef Frank Williams liegen auf einer Wellenlänge, vor allem dann, wenn es darum geht, Ferrari zu schlagen: "Wenn wir mit einem Team zusammenarbeiten können, dann ist es Williams", so Whitmarsh. "Die Beziehung zwischen Williams und McLaren war schon immer vom Wettbewerb, aber auch von sehr viel Respekt und Pragmatismus geprägt."

Im Moment will McLaren-Mercedes lieber eine weichere Mischung, da das Auto mit den Reifen sehr schonend umgeht, man mit einem harten Reifen im Qualifying wie im Rennen zu langsam wäre, weil man die Pneus nicht zum optimalen Arbeiten bewegen kann. BMW-Williams hingegen setzt lieber auf härtere Pneus, da man mit diesen besser zurecht kommt, weil das Auto die Reifen im Qualifying ausreichend auf Temperatur bekommt und man im Rennen mit weichen Pneus zu hohe Verschleißerscheinungen hat.

Newey fordert Reifenmonopol

Adrian Newey geht sogar noch einen Schritt weiter. Der Brite fordert in der Formel 1 ein Reifenmonopol: "Die FIA hat die Gelegenheit verpasst, für ein Reifenmonopol zu sorgen. Ich glaube nicht, dass der Reifenkrieg der Formel 1 in irgendeiner Weise hilft. Die FIA hat immer versucht, die Autos nicht ausufern zu lassen, die Reifen sind sicher der beste Weg, das zu erreichen. Der Reifenkrieg kostet nicht nur den Reifenherstellern viel Geld, auch den Teams entstehen riesige Kosten durch die Testfahrten."

Es ist allerdings sehr unwahrscheinlich, dass der Motorsportweltverband jemals ein Reifenmonopol vorschreibt, denn die Formel 1 lebt vom Wettbewerb. Wenn ein Reifenhersteller - wie Bridgestone noch vor zwei Jahren - alleiniger Ausstatter ist, interessieren kaum einen die Reifen und wenn man über sie spricht, dann meistens negativ, weil die Pneus zu hart sind, da die Reifenhersteller Geld bei der Entwicklung sparen weil der Wettbewerb fehlt. Und wenn erste einmal ein Reifenmonopol Vorschrift ist, dann wird es nicht lange dauern, bis die kleinen Teams Einheitsmotoren oder -Chassis fordern. Und dann ist die Formel 1 keine Formel 1 mehr.

Fabian Hust

Datum: 03.09.2002

McLaren-Teammanager nimmt David Coulthard in Schutz

"David Coulthard kann sich jeden Traum abschminken, dass er eines Tages den WM-Titel gewinnen kann. Er sollte sich sogar von seiner Meinung lösen, McLarens Teamleader zu sein, denn Davids Karriere wurde von seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen zerstört", meinte Jaguar-Pilot Eddie Irvine vor Kurzem in seiner Kolumne für die britische Boulevard-Zeitung 'Sun' und erwartungsgemäß stießen die Kommentare bei McLaren-Mercedes sauer auf, auch wenn zugegebenermaßen der Ire wohl nicht ganz unrecht haben dürfte.

"Bei jedem Rennfahrer sind die Tage gezählt, denn sie haben im Vergleich zu anderen kurze Karrieren", analysiert McLaren-Teammanager Martin Whitmarsh in der britischen Presse. "Ich glaube fest daran, dass David in diesem Jahr stärker ist als er es jemals zuvor war. Er ist mental stärker und er will sich nicht gern von Kimi im Qualifying schlagen lassen. Er ist aber stark genug und zuversichtlich genug, was seine eigenen Fähigkeiten angehen, dass er Kimi schlagen kann, wenn das Auto gut ist."

Auf die Kritik von Eddie Irvine reagiert der Brite mit einen Gegen-Kritik: "Meiner Meinung nach sind seine Widmung, seine Stärke, seine Persönlichkeit und sein Selbstglauben sogar stärker. David ist einer der wenigen Fahrer, die Jahr für Jahr ihre gewachsene Erfahrung nutzen können und ein besserer Fahrer werden als im Jahr zuvor. Viele Fahrer, und Eddie ist da vielleicht einer von ihnen, konnten sich nicht von Jahr zu Jahr steigern..."

Fabian Hust

Datum: 03.09.2002

McLarens Hoffnungen ruhen auf dem "Iceman"

Als McLaren-Teamchef Ron Dennis letztes Jahr nach vielen Analysen und teaminternen Diskussionen mit allen Verantwortlichen von McLaren und Mercedes die Entscheidung traf Kimi Räikkönen von Sauber abzuwerben, da sorgte dieser Entschluss zunächst bei einigen Motorsportinsidern wegen eines nicht abzustreitenden Risikos für Verwunderung. Profitiert von diesem Transfer haben letztendlich alle Seiten: Räikkönen wechselte in ein Top-Team und besitzt von allen Youngstern neben Juan-Pablo Montoya wohl die besten Chancen Weltmeister zu werden, Sauber kann durch die Entschädigung in zweistelliger Millionenhöhe die eigene Leistungsfähigkeit weiter verbessern und McLaren hat einen risikobereiten und schnellen Fahrer gewonnen.

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In dieser Saison hatten die Herren Dennis, Haug, Newey, Hubbert und Co. schon mehrmals ihre Freude am Finnen. Als dieser in Magny-Cours seinen ersten Sieg so nahe vor Augen hatte und diesen auf Grund einer Öl-Spur herschenkte, da war die Enttäuschung zunächst groß, doch in Hockenheim wusste sich "Kimi" beim Zweikampf mit Juan-Pablo Montoya in Szene zu setzen und auch in Spa konnte der wegen seiner Coolness "Iceman" genannte Pilot beeindrucken.

Viele sehen in dem 22-Jährigen schon den Nachfolger von Michael Schumacher, denn genauso wie der Deutsche besitzt auch Räikkönen die Eigenschaften die einen potenziellen Weltmeister von den anderen Rennfahrern unterscheiden. McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh zeigte sich nach dem Belgien-Grand Prix gegenüber den Medien einmal mehr fasziniert von Räikkönen und ist noch immer tief beeindruckt wie der im Rennen wegen Motorschadens ausgeschiedene Fahrer in der Qualifikation sein Können demonstrierte. Nicht nur dass er beinahe Michael Schumacher um die Pole Positionen gebracht hätte imponiert Whitmarsh, sondern auch wie Räikkönen die Situation am Samstag meisterte nachdem der Honda-Zehnzylinder im Heck von Olivier Panis BAR den Geist aufgegeben und eine Streckenpassage in dicken Rauch gehüllt hatte.

"Die Wachsamkeit und die Fähigkeit in der Lage zu sein zu sagen 'Ich kann die Ölspur sehen und werde drum herum fahren' und all dies sind die Dinge die nur die besonderen Fahrer besitzen. Ich glaube, dass Magie dahinter steckt und dass die Leute langsam realisieren dass er stärker und stärker wird", sagt Whitmarsh, der trotz der Ferrari-Dominanz und nur noch drei zu fahrender Grand Prix überzeugt ist, dass Räikkönen "sehr bald gewinnen wird."

"Eines Tages wird er mit uns Weltmeister sein, er wird gewinnen", ist der Geschäftsführer des McLaren-Rennstalls ganz sicher. Seit Räikkönen im Team ist, hat er so etwas wie einen frischen Wind, der sich motivierend auf die Angestellten auswirkt, festgestellt, sagt Whitmarsh, der davon träumt, dass der "Iceman" eher heute als morgen eine neue Ära der Silberpfeile einläutet.

Marcus Kollmann

Datum: 02.08.2002

McLaren-Mercedes: "DC" 4. – Kimi mit Motorschaden

Das McLaren-Mercedes-Team konnte von der starken Leistung von Kimi Räikkönen im Qualifikationstraining in Spa-Francorchamps nicht profitieren und kam am Ende nur mit David Coulthard auf Position vier ins Ziel. Kimi Räikkönen musste seinen MP4-17 derweil kurz vor dem Ziel mit einem Motorschaden abstellen.

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David Coulthard blieb am Start auf Platz sechs und überholte in der ersten Runde Ralf Schumacher, so dass der Schotte vor seinem ersten Boxenstopp in Runde 19 hinter seinem Teamkollegen auf Position fünf lag. Durch eine schnelle Runde vor seinem Stopp kam "DC" nach seinem ersten Reifenwechsel vor Kimi Räikkönen wieder auf die Strecke zurück. Auf dieser Position blieb der 31-Jährige auch nach seinem zweiten Boxenstopp in der 35. Runde, so dass er schließlich mit 19,357 Sekunden Rückstand auf Rang vier ins Ziel einfuhr.

Gerne hätte der Wahlmonegasse am Ende noch Juan-Pablo Montoya überholt: "Ich habe Ralf Schumacher gleich nach dem Start auf der langen Geraden vor Les Combes überholt und war dann Fünfter, doch mein Auto lag im mittleren Sektor nicht besonders gut, so dass ich nicht an Montoya vorbei kam. Nach meinem zweiten Boxenstopp war der Grip besser, weil mehr Gummi auf der Strecke lag und ich nicht mehr so viel Kraftstoff an Bord hatte. Deshalb fuhr ich meine schnellste Runde gegen Ende des Rennens. Den zweiten Boxenstopp hat das Team sehr schnell absolviert, doch leider hat es nicht gereicht, um Montoya zu überholen."

Kimi Räikkönen verlor Platz zwei schon am Start an Rubens Barrichello und anschließend bei einem Fahrfehler in Runde zwei auch die dritte Position an Juan-Pablo Montoya. Nach seinem ersten Stopp in Runde 18 verlor der Finne auch noch einen Platz an seinen Teamkollegen. Schließlich schied der Finne nach seinem zweiten Boxenhalt in Runde 34 aber in Umlauf 36 mit einem Motorschaden aus.

"Ich habe beim Start alles versucht, aber ich konnte Barrichello nicht hinter mir halten", fasste der 22-Jährige zusammen. "In der zweiten Runde hatte ich einen kurzen Ausrutscher, so dass Montoya überholen konnte. Ich hielt danach mit ihm mit und wir fuhren gleichzeitig an die Boxen, doch er blieb vor mir. Kurz vor meinem zweiten Boxenstopp merkte ich, dass etwas nicht stimmte. Etwas mehr als eine Runde später kam es zum Motorschaden. Es war schön, erstmals aus der ersten Reihe zu starten, das gleiche Ergebnis im Rennen wäre mir aber lieber gewesen."

McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis hatte auf wärmere Temperaturen gehofft: "Die niedrigen Temperaturen waren der Hauptgrund dafür, dass wir heute nicht so gut waren wie gestern. Ein schwieriges Wochenende, aber wie das Qualifying gezeigt hat machen wir Fortschritte."

Mercedes-Benz-Motorsportdirektor Norbert Haug ergänzte: "Keiner hatte eine Chance gegen Ferrari. David kam an Montoya nicht vorbei, obwohl er ihm gegen Ende des Rennens viel Druck machte, doch überholen war nicht möglich. Den Grund für den Motorschaden an Kimis Auto werden wir untersuchen."

Reinhart Linke

Datum: 02.08.2002

Haug: "Ferrari auch 2003 Favorit" - Ziel: BMW schlagen

Nach dem Abstieg in die B-Liga will McLaren-Mercedes in der Formel-1-WM schnellstens wieder in der A-Klasse fahren. "Es ist nicht so gelaufen wie wir uns das vorgestellt haben. Es gab zu wenig Höhepunkte. Wir wollten um den WM-Titel fahren, und dieses Ziel haben wir klar verfehlt", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

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Bereits ab dem vierten Rennen in Imola sahen die Silbernen die Felle davonschwimmen. Da habe man erkennen müssen, dass Ferrari und Michael Schumacher nur schwer zu schlagen sein würden, meint Haug: "Von da an wussten wir endgültig, dass der neue Ferrari das beste Auto ist."

McLaren ließ die "Roten" ziehen, fortan galt es Position zwei zu festigen. Auch das misslang, ausgerechnet Erzrivale BMW-Williams drängte die erfolgverwöhnten Silberpfeile von der Überholspur. Während Ferrari mit 157 Punkten bereits die Konstrukteurs-WM in der Tasche hat, ist BMW-Williams (80) vor McLaren-Mercedes (54) "Best of the Rest" oder wie es Ralf Schumacher formuliert: "Gewinner der B-Wertung."

Auch wenn die Saison offiziell noch nicht abgehakt sei, laufen laut Haug derzeit schon die Vorbereitungen für 2003 auf Hochtouren. Nach Angaben des Fachblattes 'sport auto' soll das neue Power-Paket aus Stuttgart im September auf den Prüfstand, das wäre zwei Monate früher als der diesjährige Motor 2001. Haug: "Alles, was wir jetzt noch lernen, hilft uns für nächstes Jahr."

Die personellen Weichen für 2003 sind ebenfalls gestellt. So wurden die Verträge mit den Fahrern David Coulthard (Schottland) und Kimi Räikkönen (Finnland) frühzeitig verlängert. Der vor der Saison als Titelkandidat gehandelte Coulthard verschaffte seinem Arbeitgeber mit dem Sieg in Monaco immerhin eine Verschnaufpause. Und zwei Preise gab es für McLaren-Mercedes 2002 trotzdem: Den "Fair-Play-Pokal" und die Trophäe für das nach Meinung vieler schönste Formel-1-Auto.

Nach Monaco ist nochmal ein Ruck durch das Team gegangen, der Aufwärtstrend sei unverkennbar gewesen, betont Haug: "Seit Monaco haben wir aufgeholt, leider nicht genug, um Ferrari zu schlagen." Auch wenn das einstige Weltmeister-Team hinter den Erwartungen geblieben ist, habe es keine Chaostage gegeben, sagt der Mercedes-Sportchef: "Wir hatten keinen Hauskrach, es gab nur konstruktive Kritik, das hat geholfen."

Damit der Mercedes-Silberpfeil nicht nur der schönste, sondern bald auch wieder der schnellste Rennwagen wird, wurden für 2003 die Top-Ingenieure Mike Coughlan (Arrows) und John Sutton (Ferrari) verpflichtet. Die Zielsetzung hat Haug jedoch relativiert: "Ich kann mich nach dieser Saison nicht hinstellen und erklären, dass wir Michael Schumacher schlagen, das wäre absolut unrealistisch. Unser Ziel muss der zweite Platz sein."

Das Potenzial hat McLaren-Mercedes zwar auch in diesem Jahr mehrfach angedeutet, doch von der Zusammenarbeit mit dem neuen Reifenpartner Michelin durfte man keine Wunderdinge über Nacht erwarten. Haug: "Ferrari und Bridgestone sind auf jeder Strecke dominierend gewesen." Deshalb sei Ferrari auch 2003 der klare Favorit. "Williams, Renault und wir werden aber alle Hebel in Bewegung setzen, um aufzuholen", sagt der Mercedes-Sportchef Reinhard Linke.

Datum: 01.08.2002

McLaren: Räikkönen hätte auf Pole fahren können

Nach der schwachen Leistung im Qualifikationstraining vor 14 Tagen in Budapest meldete sich das McLaren-Mercedes-Team in Spa-Francorchamps zumindest mit Kimi Räikkönen an der Spitze zurück. Der Finne sicherte sich im Qualifikationstraining hinter Michael Schumacher den zweiten Startplatz. David Coulthard kam unterdessen nicht über Startplatz sechs hinaus.

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Kimi Räikkönen erzielte im einstündigen Abschlusstraining für den Grand Prix von Belgien eine persönliche Bestzeit von 1:44.150 Minuten, womit er 0,424 Sekunden langsamer als der Tagesbeste war. In seinem letzten Run hätte er sogar die beste Zeit fahren können, kam aber im mittleren Sektor etwas zu weit nach außen und musste sich so dem fünffachen Formel-1-Weltmeister am Ende geschlagen geben. Mit Startplatz zwei erzielte der Rennfahrer aus Espoo dennoch sein bisher bestes Qualifying-Ergebnis in der Königsklasse des Motorsports.

"Ich freue mich, dass ich erstmals in der ersten Startreihe stehe", so der 22-Jährige. "Ich hatte sogar die Möglichkeit, meine Zeit am Ende weiter zu verbessern, doch dann lag Sand auf der Strecke und zudem bin ich in der Doppellinkskurve etwas neben die Straße gekommen, weil ich zu sehr attackiert habe. Auf meiner zweiten schnellen Runde wurde es etwas brenzlig, als ich eingangs der Geraden nach Eau Rouge in dichten Rauch fuhr und nicht sofort wusste wohin. Doch dann sah ich die Ölspur von Olivier Panis' Motor und wich ohne großen Zeitverlust auf die andere Seite aus. Unser Paket funktioniert hier offensichtlich sehr gut, deshalb freue ich mich auf das Rennen."

Unterdessen kam David Coulthard auf der 6,947 Kilometer langen Strecke in den Ardennen im Qualifikationstraining nie richtig in Fahrt. Schließlich wechselte der 31-Jährige sogar ins Ersatzauto, mit dem er aber auch nicht über 1,033 Sekunden Rückstand und Startplatz sechs hinauskam.

Nun hofft "DC" auf das 44 Runden lange Rennen am Sonntag: "Im Hinblick auf das Rennen haben wir uns für eine andere Reifenmischung entschieden als Kimi, deshalb ist das Ergebnis für mich keine Überraschung. Ich verliere die meiste Zeit im mittleren Sektor, wir werden untersuchen warum. Ich freue mich auf das Rennen, denn ich bin sicher, dass es dann besser laufen wird."

Teamchef Ron Dennis war zufrieden: "Eine gute Leistung von beiden Fahrern, das ganze Team hat einen deutlichen Schritt vorwärts gemacht. Hoffentlich ist es im Rennen am Sonntag trocken, das wäre sicher für alle besser."

Mercedes-Benz-Motorsportdirektor Norbert Haug freute sich für Kimi Räikkönen: "Ein sehr gutes Qualifying-Ergebnis von Kimi. Schade, dass er bei seiner schnellsten Runde auf Sand kam, den ein anderer Fahrer auf der Strecke hinterlassen hat, und dass er im mittleren Sektor einen kleinen Ausrutscher hatte. Sonst hätte es zum Schluss eng werden können, wie seine besten Sektorenzeiten zeigen. Das ganze Paket hat heute gut funktioniert, auch David hat eine gute Ausgangslage für das morgige Rennen."

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Reinhart Linke

Datum: 01.08.2002

Kimi: "Es ist gut, den Teamkollegen zu schlagen"

Mit nur 0,424 Sekunden Rückstand belegte Kimi Räikkönen am Samstag im Qualifikationstraining in Spa-Francorchamps den zweiten Startplatz hinter Ferrari-Fahrer Michael Schumacher. Auf der anschließenden offiziellen Pressekonferenz äußerte sich der McLaren-Mercedes-Fahrer über sein Qualifikationstraining und seine Erwartungen für das 44 Runden lange Rennen am Sonntag.

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Frage: "Kimi, dein bestes Qualifikationstraining, aber das Auto machte auch einen guten Eindruck. Wie war es für dich?"
Kimi Räikkönen: "Der letzte Run war gut, aber leider kam ich auf Sand, der von einem Jaguar vor mir dort hin geworfen wurde, also verlor ich ein wenig Zeit im mittleren Sektor, aber sonst war es okay."

Frage: "Es gab eine Situation mit Juan-Pablo Montoya, der sehr schnell hinter dir auftauchte. Wann hast du ihn gesehen, weil es so aussah, als hättest du ihn etwas aufgehalten?"
Räikkönen: "Ich sah ihn nicht. Ich schaute in die Spiegel und sah ihn im letzten Moment. Ich fuhr in der Bus-Stopp-Schikane gerade aus, weil ich ihm nicht im Weg stehen wollte."

Frage: "Bist du glücklich, Zweiter geworden zu sein oder enttäuscht, nicht auf der Pole Position zu stehen?"
Räikkönen: "Selbstverständlich bin ich glücklich, aber wir sind sehr dicht dran. Wenn man die Sektorenzeiten anschaut sieht man, dass ich bei meinem letzten Run ein wenig Verkehr und Sand im mittleren Sektor hatte, aber es ist mein bestes Qualifikationsresultat bis jetzt, also ist es schön."

Frage: "Es sah so aus, als hättest du wegen dem Sand fast die Kontrolle über das Auto verloren."
Räikkönen: "Nein, ich machte gerade ziemlich viel Druck und kam ein wenig von der Linie ab. Es war ein paar Kurven später, als der Sand auf der Strecke lag, aber er machte nicht wirklich etwas aus."

Frage: "Bei deinem zweiten Versuch fuhrst du gerade den Berg hinauf und der Motor von Olivier Panis explodierte. Die Strecke war voller Rauch. Hast du dort Zeit verloren?"
Räikkönen: "Nein, ich frage über den Funkt, was ich machen sollte, weil ich absolut nichts sah. Ich sah dann plötzlich Öl auf der Strecke und wechselte die Seite, während ich durch den Rauch fuhr. Zum Glück war niemand vor mir. Es war nicht sehr schön."

Frage: "Bist du für das Rennen zuversichtlich? Michaelin sieht im Augenblick hier recht gut aus."
Räikkönen: "Ja, es sieht gut aus. Leider hatten wir im Training einige Probleme mit dem Auto und wir hatten nicht viele Möglichkeiten, um längere Runs zu fahren, weil wir durch die Probleme im Training Zeit verloren hatten. Aber nun kommt erst ein Mal noch der morgige Vormittag und hoffentlich können wir da schnell eine Rennabstimmung finden."

Frage: "Denkst du, dass es möglich ist, deine Leistung aus Magny-Cours zu wiederholen?"
Räikkönen: "Hoffentlich, aber wir wissen es nicht. Das gesamte Paket scheint hier gut zu sein, die Reifen funktionieren und das Auto ist gut, aber es gibt im Moment noch einige Fragezeichen, wie das Auto und die Reifen im Rennen sind. Bis jetzt haben wir hier ziemlich gut ausgesehen und ich sehe keinen Grund, warum wir nicht auch morgen stark sein sollten, aber das werden wir morgen sehen."

Frage: "Wie wichtig ist es für einen jungen Fahrer, auf einer solch schwierigen Strecke auf der zweiten Startposition zu stehen und einen so großen Abstand zu seinem Teamkollegen zu haben?"
Räikkönen: "Es ist wichtig, so gut wie möglich zu sein, aber ich würde nicht sagen, dass es wichtiger ist, weil ich jung bin. Ich versuche immer, mein bestes im Qualifikationstraining und im Rennen zu geben und wenn ich in der ersten Reihe stehe oder in der zweiten Position oder so gut wie irgend möglich bin, ist dies immer gut für mich. Es ist schön, schneller als der Teamkollege zu sein, aber es ist unterschiedlich. Manchmal ist er schneller, dann bin ich wieder schneller. Es hängt immer davon ab, wann man sein Setup findet, aber trotzdem ist es immer ein gutes Gefühl."

Frage: "Die erste Kurve ist nicht ganz einfach. Bist du über die erste Kurve besorgt?"
Räikkönen: "Ich denke, dass es ein wenig enger ist als auf anderen Strecken, aber es ist auch auf anderen Strecken schwierig und ich kenne keinen Grund, warum es dieses Jahr schwieriger sein sollte. Möglicher Weise kann es einen Unfall geben, aber dies kann immer passieren und wir müssen sehen, was im folgenden Jahr passiert."

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Reinhart Linke

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Datum: 01.08.2002

Haug: "Werden gewaltigen Schritt nach vorne machen"

Der neue Mercedes-Motor steht schon im September auf dem Prüfstand, die neue technische Gruppe soll das neue Auto auf Vordermann bringen – McLaren und Mercedes wollen an alte Glanzstunden anknüpfen und die Ferrari-Dominanz über den Winter zu den Akten legen: "Wir haben vor, mit unserem nächstjährigen Paket einen gewaltigen Schritt zu machen", verspricht Mercedes-Motorsportdirektor Norbert Haug gegenüber 'sport1' den Fans und gibt gleichzeitig vier Rennen vor Saisonende zu: "Wir haben unsere Ziele nicht erreicht."

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Statt Ferrari über das Reglement einzubremsen wollen die Silbernen lieber zusammen mit der Konkurrenz auf eigene Faust den Rückstand wettmachen: "Man kann Ferrari mit Sicherheit nicht dafür bestrafen, dass sie schneller und in dieser Saison erfolgreicher waren. Es gab auch eine Zeit, in der Williams oder McLaren dominant waren und ich bin zu 100 Prozent überzeugt davon, dass die Ferrari-Dominanz nicht ewig dauern wird."

Vor allem in den Rennen war McLaren-Mercedes zuletzt konkurrenzfähig, in Belgien konnte Kimi Räikkönen nun sogar im Qualifying in die erste Startreihe fahren: "Ich denke, dass wir große Schritte nach vorne gemacht haben, auch BMW-Williams arbeitet gut, wir müssen im Moment einfach akzeptieren, dass wir mit Michelin im ersten Jahr zusammenarbeiten. Wir haben aber Highlights wie Monaco und Magny-Cours gesetzt. Was wir brauchen sind aber 17 Highlights in der Saison und nicht nur zwei."

Vor allem im Qualifying muss die Zusammenarbeit mit Michelin noch verbessert werden: "Es wäre komplett unfair Michelin als Reifenpartner die Schuld zu geben, das tun wir mit Sicherheit nicht. Wir sind konkurrenzfähige Einzelparteien die als Team zusammenarbeiten und wenn wir es hinbekommen wie in Magny-Cours oder Monaco, dann können wir sehr gute Leistungen zeigen. Wenn wir es nicht auf die Reihe bekommen wie am Samstag in Ungarn, dann sind wir nicht gut genug und sind schnell Zehnter oder Elfter."

Von der Konkurrenzfähigkeit ist der Schwabe überzeugt, man muss es halt nur zu jeder Situation umsetzen können: "Am Renntag haben wir besser gearbeitet. Das sagt doch alles: Es ist dasselbe Team, dieselben Leute, die gleichen Fahrer und wenn wir es zusammenbekommen, wenn wir die Probleme verstehen, dann können wir Leistung zeigen. Wir befinden uns in einem Lernprozess und ich bin mir sicher, dass wir große Schritte nach vorne machen werden. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir Gas geben werden und bald wieder bei der Musik sind."

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Fabian Hust

Datum: 30.08.2002

Montoya: "Coulthard sollte mal lieber Kimi schlagen"

Frage: "Du hast bis Ende 2004 unterschrieben, was in der Formel 1 ein bedeutendes Datum ist. Gibt es dafür einen besonderen Grund?"
Juan-Pablo Montoya: "Nein. Das war die Option, die Frank hatte und er hat sie genutzt. So einfach ist das. Dahinter steckt kein großer Deal oder so etwas."

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Frage: "Hat es nichts damit zu tun, dass bestimmte andere Plätze dann frei werden?"
Montoya: "Nein! Ich habe den Vertrag im Jahr 2000 für vier Jahre abgeschlossen. Um ehrlich zu sein ist daran nichts Ungewöhnliches."

Frage: "Warum hat es so lange gedauert, bis eine Vereinbarung zustande kam?"
Montoya: "Die Vereinbarung gab es, es war nur so, dass es Franks Option war und er sich ein wenig Zeit ließ, bis er sie zog. Ich weiß nicht warum."

Frage: "David Coulthard hat ein paar Dinge über dich gesagt. Er meinte, dass dir ein Ruf vorauseilt und dass du kritisiert wirst, weil du im Qualifying gut bist aber nicht in die Punkte kommst."
Montoya: "Nicht wirklich. Dass ich eine Runde zusammenbekommen kann heißt nicht, dass ich mich im Qualifying mehr anstrenge. Das ist sein Problem, nicht meins."

Frage: "Du denkst also, dass die Kommentare nicht gerechtfertigt waren?"
Montoya: "Ich glaube, dass er sich besser auf seine Arbeit konzentrieren sollte. Er sollte besser versuchen, Kimi zu schlagen anstatt über andere zu sprechen. Das ist meine Meinung."

Frage: "Denkst du, dass es der richtige Zeitpunkt für Cristiano da Matta ist, in die Formel 1 einzusteigen?"
Montoya: "Wenn er in der Formel 1 sein möchte, dann denke ich, hat Toyota eine Menge Potential für die Zukunft. Es ist ein großer Hersteller und sie stehen zu 100 Prozent hinter ihrem Projekt, sie haben also das Potenzial, in ein paar Jahren ein großartiges Team zu sein. Ich habe mit ihnen früher zusammengearbeitet, ich weiß, dass sie es packen können, und wenn man in die Formel 1 kommen möchte, dann sollte man es tun. Wenn er nicht gut sein sollte, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass er seinen Sitz in der CART-Serie zurückerhalten würde und dort gut sein würde."

Frage: "Ralf hat gesagt, dass die Eau Rouge zu einer normalen Kurve geworden ist und dass sie nicht mehr aufregend ist. Verpasst er da was? Was ist deine Meinung?"
Montoya: "Meiner Meinung nach ist sie sehr aufregend. Es ist nicht einfach, eine Kurve voll zu fahren. Ich habe es am Morgen vor dem Qualifying letztes Jahr geschafft, sie zwei Mal voll zu fahren und das war es dann auch schon. Es ist keine Kurve, die einfach voll geht und es ist eine große Herausforderung, weil man den Ausgang nicht sieht. Ich mag sie, es ist vielleicht eine der aufregendsten Kurven überhaupt."

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Datum: 25.08.2002

Newssplitter – Neuigkeiten von den elf Formel-1-Teams

Ferrari                                                                                                  Ausnahmsweise wird der Funktionstest der drei F2002 für den Großen Preis von Belgien nicht in Fiorano, sondern in Mugello stattfinden. Die private Teststrecke von Ferrari kann zurzeit wegen Belagsarbeiten nicht genutzt werden, vermutlich erste Ende nächster Woche werden die Arbeiten abgeschlossen sein. In der Zwischenzeit steht das Modell für die Saison 2003 im Windkanal während der neue Motor Anfang September das erste Mal auf dem Prüfstand aufheulen soll.

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BMW-Williams
In der Fabrik von Grove arbeitet man unter Hochdruck an der Fertigstellung der drei FW24 für das kommende Rennen in Spa-Francorchamps. Gleichzeitig wird ein größerer Test vorbereitet, der nach dem Rennen in Belgien in Monza stattfinden wird. Ferner wird die Arbeit am 2003er-Auto unermüdlich fortgesetzt.

McLaren-Mercedes
Auch bei den Silbernen laufen die Vorbereitungen auf das kommende Rennen und den Monza-Test in der Fabrik in Woking auf Hochtouren. Dort wird im Moment ferner an der Integration der neuen Technikstruktur gearbeitet. Neben dem Test in Monza wird das Team in der übernächsten Woche auch in Silverstone testen, wo man ein neues Getriebe-Heck-Setup ausprobieren wird, das noch in diesem Jahr gegen Saisonende ein Renndebüt geben soll.

Renault
Ex-Safety-Car-Fahrer Olivier Gavin hat am Freitag in Silverstone die Autos einem kurzen Funktionstest unterzogen und sich dabei auf die Startautomatik und die Traktionskontrolle konzentriert, die das Team im Hinblick auf das kommende Rennen modifiziert hat. Das Team hofft, dass man in Spa gut abschneiden wird, nachdem der Grand Prix im vergangenen Jahr der erfolgreichste für das Team war.

Sauber
Keine Neuigkeiten gibt es beim Schweizer Sauber-Team, hier konzentrierte man sich in der Fabrik auf die Vorbereitungen auf das kommende Rennen.

Jordan-Honda
Am Dienstag wird Takuma Sato mit den EJ12s in Silverstone einen Funktionstest unternehmen. Nach dem Vertragsabschluss mit Ford arbeitete man in den vergangenen Tagen an der Integration des 75-Grad-Cosworth-Motor, den Jaguar in diesem Jahr einsetzt und den die Gelben in der kommenden Saison als Werksmotor erhalten werden.

BAR-Honda
Auch das BAR-Honda-Team wird am Dienstag in Silverstone einen Funktionstest durchführen und die erlaubten 50 Kilometer abspulen. Am Steuer sitzt hier Jacques Villeneuve, der einige neue Komponenten ausprobieren wird, die in Belgien zum Einsatz kommen werden. Vom 3. bis 6. September werden Villeneuve, Olivier Panis und Anthony Davidson für das Team in Monza testen. In Spa wird das Team mit dem neuen Frontflügel und Unterboden fahren, der schon auf dem Hungaroring ein erfolgreiches Debüt gefeiert hatte.

Jaguar
Eddie Irvine testete am Donnerstag in Silverstone im Rahmen eines 50-Kilometer-Shakedowns zusammen mit Eddie Irvine eine neue Vorderradaufhängung, die das Team in Belgien einsetzen möchte. In der Woche nach dem Belgien-Grand-Prix testen die Grünen zweieinhalb Tage in Monza.

Minardi-Asiatech
Nach seinem Formel-1-Debüt in Ungarn hat Anthony Davidson drei Tage in Faenza verbracht, um sich in der Minardi-Fabrik einen neuen Sitz anpassen zu lassen: "Er saß ein wenig zu tief im Cockpit und wir wollten sicherstellen, dass er sich in Spa absolut wohl fühlt", so ein Sprecher des Teams. In der übernächsten Woche wird Alex Yoong in das Cockpit zurückkehren und an einem intensiven Test in Monza teilnehmen, auf dessen Basis entschieden werden wird, ob der Malaysier beim Großen Preis von Italien wieder im Auto sitzen wird oder nicht."

Toyota
Am Montag wird Toyota-Testfahrer Ryan Briscoe auf dem kleinen Nürburgring einen Funktionstest durchführen, bevor die Autos in das unweit gelegene Spa-Francorchamps geschickt werden.

Arrows-Cosworth
Weiterhin ist unklar, ob Arrows in Belgien fahren wird oder nicht. Ein Sprecher des Teams meinte: "Wir haben der Mitteilung der vergangenen Woche nichts hinzuzufügen". Wenn die Mannschaft von Tom Walkinshaw am Rennen teilnehmen möchte, muss man die fällige Ratenzahlung für die Cosworth-Motoren bis am Mittwoch überwiesen haben.

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Fabian Hust

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Datum: 24.08.2002

Coulthard und Räikkönen freuen sich auf Spa

Vom 30. August bis zum 1. September schlägt der Formel-1-Zirkus im belgischen Spa-Francorchamps seine Zelte auf. Zum 49. Mal findet auf der knapp 7 Kilometer langen Rennstrecke der Formel-1-Grand Prix statt auf den sich auch die Piloten von McLaren-Mercedes freuen. Genauso wie 1968, als Bruce McLaren beim Debüt des Teams den ersten Formel-1-Sieg in Belgien holte, möchten auch David Coulthard und Kimi Räikkönen auf dem fahrerisch anspruchsvollen Kurs am liebsten das Rennen gewinnen.

Foto "Spa-Francorchamps ist wirklich eine Fahrerstrecke und ein Kurs auf den ich mich freue", sagt Coulthard, der das Rennen in den Ardennen bereits 1999 einmal gewinnen konnte. "Die Strecke stellt einen vor eine wirkliche Herausforderung und verlangt die ganze Zeit über volle Konzentration, weshalb es noch befriedigender ist wenn man eine fliegende Runde fährt. Das Highlight des Kurses ist die legendäre Eau Rouge, welche man natürlich mit vollem Speed durchfahren muss, was es noch anregender macht. Das Rennen wird oft durch die unkonstanten Wetterbedingungen in den Ardennen beeinflusst und mit 6,947 Kilometer pro Runde ist es die längste Strecke im Kalender. Aus diesem Grund kann es vorkommen, dass es in einem Streckenabschnitt trocken und in einem anderen nass ist, was bei der Abstimmung Kompromisse erfordert und beachtet werden muss", weiß der Schotte aus Erfahrung zu berichten.

"Es gibt in Spa eine exzellente Mischung aus schnellen Geraden, Kurven und Haarnadelkurven, welche alle dazu beitragen, dass es eine der Lieblingsstrecken der Fahrer als auch der Teams und der Zuschauer ist", erklärt Kimi Räikkönen. "Nach den Umbauten in Hockenheim ist nun vermutlich Spa die zweitschnellste Strecke auf der wir fahren. Es gibt einige Überholmöglichkeiten, zum Beispiel die La Source und Stavelot, wobei die beste Möglichkeit am Ende der Kemmel-Geraden vor der Les Combes kommt. Schön ist auch, dass wir durch die Eau Rouge fahren, weil das immer ein tolles Erlebnis ist", freut sich der Finne schon auf den kommenden Grand Prix.

Martin Whitmarsch, Geschäftsführer: "Nach der gemischten Performance auf dem Hungaroring geht es nun nach Spa, eine Strecke auf der man mit mittlerem bis wenig Abtrieb fährt. Das gesamte Team konzentriert sich darauf alle Bestandteile unseres Pakets zu entwickeln und zu verbessern, um sicherzustellen dass wir das in Geschwindigkeit und ein wie am Rennsonntag in Ungarn demonstriertes Setup das gesamte Wochenende hindurch umsetzen können."

Norbert Haug, Vize-Präsident von Mercedes-Benz Motorsport: "Spa-Francorchamps ist die zweitschnellste Rennstrecke im Grand Prix-Kalender. Die Durchrittsgeschwindigkeit im Rennen bei trockenen Bedingungen liegt meist bei über 220 Stundenkilometer. Die berühmte Eau Rouge ist eine wichtige Kurve, welche mit vollem Tempo durchfahren werden muss, um auf der anschließenden Geraden Geschwindigkeiten über 330 km/h erreichen zu können. Die Rennen auf dem Ardenner-Kurs werden in der Regel von den Wetterbedingungen beeinflusst, was es für Fahrer und Teams noch herausfordernder macht das richtige Setup zu finden. Das McLaren-Mercedes-Team hat großartige Erinnerungen an Spa und wir freuen uns deshalb auf das kommende Rennen dort."

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Marcus Kollmann

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Datum: 23.08.2002

McLaren hofft auf Michelin und neue Impulse

In der Formel 1 gibt es, wie in anderen Sportarten auch, immer nur einen Gewinnen und der heißt in diesem Jahr bei den Fahrern wieder einmal Michael Schumacher, bei den Teams erneut Ferrari und bei den Reifenstellern einmal mehr Bridgestone. 11 von bislang 13 absolvierten Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft wurden von der Kombination Ferrari-Bridgestone gewonnen, nur zwei von den Michelin-Teams. Für Ron Dennis steht deshalb fest, dass McLaren selbst als auch Michelin einen großen Schritt machen muss, soll es gelingen Ferrari im nächsten Jahr vom Thron zu stoßen.

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Damit dieses Ziel erreicht werden kann, hat man in den letzten Wochen in Woking bereits umfangreiche Vorbereitungen getroffen. Fortan konzentriert sich ein aus erfahrenen Ingenieuren bestehendes großes Team darauf das konkurrenzfähigste Auto zu bauen, denn die Zeiten in denen ein genialer Kopf wie Adrian Newey einen fast nicht zu besiegenden Boliden konstruieren konnte sind vorbei. Genauso viel Einsatz wie man selbst an Tag legen wird, erwartet Ron Dennis jedoch auch von Michelin. "Man kann nur mit seinem Reifenpartner zufrieden sein, wenn man eine Weltmeisterschaft gewonnen hat, was noch nicht der Fall ist", erklärt der Brite in der aktuellsten Ausgabe des britischen Fachmagazins 'Autosport'. Zwar konnten BMW-Williams - mit Ralf Schumacher in Malaysia - und McLaren - mit David Coulthard in Monaco - zwar auch einen Grand Prix gewinnen, jedoch meint Dennis, dass keines der beiden Teams damit zufrieden sein könne.

Seine Worte will der McLaren-Boss jedoch nicht als Kritik sondern vielmehr als Motivationshilfe verstanden wissen: "Es gibt nun einmal zwei Reifenhersteller in der Formel 1 und der eine wird immer besser als der andere sein. Ich denke, dass es dieses Jahr zwischen beiden enger zugegangen ist. Michelin ist eine äußerst kompetente Firma mit der wir schon in der Vergangenheit viele Rennen und Titel gewinnen konnten, weshalb ich an eine Wiederholung dieser Erfolge glaube", so Dennis sinngemäß weiter.

Die beeindruckende Zusammenarbeit zwischen Ferrari und Bridgestone haben dem Briten die Augen geöffnet, weshalb er abschließend feststellt: "Vor uns liegt noch viel harte Arbeit."

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Marcus Kollmann

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Datum: 22.08.2002

Dennis setzt sich für Arrows-Rettung ein

Was hat McLaren-Teamchef Ron Dennis mit Arrows zu tun? Wieso hofft der Brite auf eine Rettung des hoch verschuldeten Rennstalls? Ganz einfach. Das Schicksal der Formel 1, genauer das Schicksal der Top-Teams, hängt in gewisser Weise mit der Existenz der kleineren Teams direkt zusammen. Sollten alle Versuche scheitern und die Königsklasse nur noch aus 10 Teams bestehen, so befürchten nämlich Ferrari, BMW-Williams und McLaren-Mercedes Konsequenzen was das eigenen Engagement angeht.

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Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone hat den TV-Stationen nämlich eine gewisse Anzahl an den Start gehender Teams oder Fahrer - so genau weiß das bei der Geheimniskrämerei des Briten keiner - zugesagt. Sollte ein Team wegfallen, so könnte der "Macher" der PS-Serie die Top 3-Teams dazu zwingen ein drittes Auto an den Start zu stellen. So soll es zumindest im komplizierten Regelwerk der Formel 1, dem Concorde Agreement, stehen.

Ein weiteres Auto an den Start zu stellen wollen aber sowohl Ferrari als auch BMW-Williams und selbstverständlich auch McLaren-Mercedes vermeiden. Jedes einzelne Team hat seine Gründe dafür. Ferrari möchte auch in Zukunft weitere Weltmeisterschaften gewinnen und da würde der zu bewältigende zusätzliche Aufwand, den ein drittes Auto an den Start zu stellen mit sich bringt, nur stören. BMW-Williams und McLaren-Mercedes wollen die Roten vom Thron stoßen und sich darauf konzentrieren die vorhandenen Ressourcen entsprechend einzusetzen. Diesen Plan, so fürchten die Verantwortlichen der beiden britisch-deutschen Rennställe, würde die Auflage noch einen Fahrer an den Start zu bringen durchkreuzen.

Gegenüber 'Motorsport News' verriet Dennis deshalb, dass er fest daran glaube, dass sich die Mehrheit der Teams nur gegen geringe oder gar keine Sanktionen gegen Arrows auf Grund des Fernbleibens in Ungarn aussprechen würden: "Es gibt eine Ereigniskette die automatisch aktiviert wird sobald sich ein Team in der Liquidation befindet. Deshalb ist es wichtig, dass Arrows weiterhin seinen Wert behält. Die FIA und die Teams besitzen jedoch auch ein paar Möglichkeiten. Ich denke, dass so wie die Dinge stehen, die meisten Teams alles unterstützen was dabei hilft den Verbleib des Teams in der Formel 1 zu sichern", so der Teamchef sinngemäß.

Das heißt mit anderen Worten, dass die zehn anderen Teamchefs, oder zumindest der überwiegende Teil davon, noch einmal wegen der Nichtteilnahme beide Augen zudrücken würden. Motorsportexperten sehen jedoch die Notwendigkeit, dass Arrows in Belgien wieder dabei ist, räumen sie dem Team doch nur so eine Überlebenschance ein. Schließlich hat auch die Großzügigkeit der anderen Teams und die der FIA ein Ende.

Als aussichtsreichster Kandidat auf die Übernahme von Arrows gelten seinen eigenen Worten nach Craig Pollock und dessen amerikanische Investoren. Nachdem das Jordan-Team ab 2003 jedoch in den Genuss von Cosworth-Motoren kommen wird und Arrows auf Grund finanzieller Probleme die letzte Motorenrate nicht begleichen konnte, stellt sich die Frage, mit welchen Motoren Pollock nächstes Jahr an den Start gehen will. Niki Lauda hatte vor nicht allzu geraumer Zeit nämlich einmal erklärt, dass Cosworth Racing maximal zwei und keinesfalls drei Teams mit Motoren ausstatten kann. Das würde bedeuten, dass Pollock, gesetzt den Fall man einigt sich mit Walkinshaw und den Teamanteilseignern von Arrows noch bevor es zu spät ist, eine weitere Herausforderung bevorsteht.

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Marcus Kollmann

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Datum: 21.08.2002

Fisichella: "Die McLaren waren einfach viel schneller"

Für Giancarlo Fisichella war der Große Preis von Ungarn ein erfolgreiches Wochenende, welches durch den sechsten Platz und somit einen weiteren WM-Zähler gekrönt wurde. Der Jordan-Pilot hatte schon im Freien Training am Freitag die fünftschnellste Rundenzeit realisieren können und in der für die Startaufstellung alles entscheidenden Qualifikation sicherte sich der 29-Jährige Startposition 5 und somit eine gute Ausgangslage für das Rennen am Sonntag.

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Nach einem guten Start und den Positionsverschiebungen an der Spitze des Feldes, hatte "Fisico" sogar lange Zeit des 77 Runden langen Grand Prix an vierter Stelle gelegen, doch am Ende sollten der Italiener und das Jordan-Team diesen Platz noch verlieren. Das McLaren-Duo konnte nämlich vor dem zweiten Boxenstopp genug Vorsprung herausfahren, sodass für Fisichella am Ende "nur" der sechste Platz heraussprang und auch diesen hätte man beinahe verloren, denn nur mit Glück konnte sich der Jordan-Pilot Ende der Start-/Zielgeraden am gerade aus der Boxenausfahrt kommenden Sauber von Felipe Massa vorbeiquetschen, sonst hätte der Brasilianer nämlich Platz sechs belegt.

"Die McLaren waren leider viel schneller als wir, wodurch wir zwei Plätze verloren. Ich gab jedoch mein Bestes und der sechste Platz ist ein tolles Ergebnis und das Maximum was wir heute erreichen konnten", verriet Fisichella gegenüber 'Autosport' im Interview nach dem Rennen. Dabei ließ der "Römer" auch durchblicken, dass ihn die Konkurrenzfähigkeit des Jordan-Teams, vor allem in der Qualifikation so schnell gewesen zu sein, auch ein wenig überrascht hatte.

Für den nächsten Grand Prix, in Spa-Francorchamps, wertet Fisichella die auf dem Hungaroring demonstrierte Wettbewerbsfähigkeit als gutes Omen. Außerdem mag der 103-fache Grand Prix-Teilnehmer den Ardennen-Kurs wo er letztes Jahr als Dritter ins Ziel kam. "Wir werden einen verbesserten Motor in der Qualifikation einsetzen", ließ der 29-Jährige auch durchblicken dass Jordan und Honda trotz auslaufender Partnerschaft weiterhin bemüht sind die Konkurrenzfähigkeit zu verbessern.

Die Nachricht, dass Honda ab 2003 nur noch das BAR-Team mit Werksmotoren ausrüsten wird, Eddie Jordan seinem Team aber einen Dreijahresvertrag mit Ford verschaffen konnte, wertet Fisichella als gutes Zeichen für die Zukunft: "Das ist ein großartiger Deal und ich bin sehr zuversichtlich und darüber glücklich. Enttäuscht bin ich nur über Honda, denn sie beginnen jetzt wirklich Fortschritte zu machen und wir müssen nun den Motorenpartner wechseln", ist der Italiener nicht ganz zufrieden über die Entscheidung der Japaner, die sich noch stärker auf ihre Zusammenarbeit mit BAR konzentrieren wollen. Im Vordergrund steht für ihn jedoch, dass das Jordan-Team für 2003 ein noch konkurrenzfähigeres Auto konstruieren kann und auf dieses Ziel kann man sich nun, nachdem man die von Ford finanzierten Cosworth-Motoren bekommen wird, voll und ganz konzentrieren, denn das für die Bezahlung der Motoren gesparte Geld kommt der Entwicklung des Boliden zu Gute.

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Marcus Kollmann

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Datum: 21.08.2002

Dennis äußert Kritik an Bridgestone

Als das McLaren-Team Ende Oktober letzten Jahres den Wechsel des Reifenpartners und die zukünftige Zusammenarbeit mit Michelin verkündete waren die Gründe für diese Entscheidung äußerst offensichtlich gewesen. Ron Dennis fühlte sich in gewisser Art und Weise "betrogen", denn der Brite hatte das Gefühl, dass Bridgestone bei der Entwicklung und Verbesserung der Reifen mit jedem Ferrari-Sieg mehr und mehr die Wünsche der Roten zu beachten schien anstatt Reifen zu entwickeln die sowohl Ferrari als auch McLarens Wünsche berücksichtigen würden.

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Nachdem McLaren-Mercedes die anfänglichen Probleme die ein Wechsel des Reifenpartners mitbringt überwunden zu haben scheint und auf Michelin-Pneus bereits dreizehn Grand Prix absolviert hat, hat Ron Dennis nun offen über die Gründe für die Trennung von Bridgestone gesprochen und dabei nicht an Kritik gespart.

"Der ausschlaggebende Grund für die Beendigung unserer Zusammenarbeit mit Bridgestone war deren Unfähigkeit uns Qualität zur Verfügung zu stellen", zitiert die englischsprachige Motorsportpresse den Teamchef der Silberpfeile, deren Erfolgsbilanz sich in den Jahren der Partnerschaft mit Bridgestone durchaus sehen lassen kann. Von 1998 bis 2001 feierte man zusammen 27 Siege, 32 Pole Positionen, 36 schnellste Rennrunden, zwei Fahrerweltmeisterschaften und einen Konstrukteurstitel.

Wenngleich es nie von Dennis offen ausgesprochen wurde, so war in der Saison 2001 aber immer öfter zu hören gewesen, dass sich die Beziehung zwischen McLaren und Bridgestone auch auf Grund der Vorwürfe aus dem silbernen Lager, wonach Ferrari maßgeschneiderte Reifen bekommen würde und man selbst sehen müsse wie man mit den zur Verfügung gestellten Pneus zurechtkommt, verschlechterte.

Mit der Philosophie die Michelin verfolgt, der Arbeitsweise der Franzosen und wie sich die Zusammenarbeit bislang entwickelt hat, ist der McLaren-Teamchef trotz der derzeit gegebenen Ferrari-Bridgestone-Dominanz äußerst zufrieden: "Wenn man in eine Saison mit dem Wissen startet dass der Reifenpartner einem nicht die Qualität liefern kann die man haben will, dann ist das ein offensichtlicher Nachteil. Im Moment mag es zwar so sein dass wir und Williams ein wenig kämpfen, jedoch profitieren wir von den Ergebnissen die die Zusammenarbeit zwischen zwei Teams und einem Reifenhersteller mit sich bringen."

Noch ist diese Kooperation aber noch nicht perfekt, denn die Schwierigkeit besteht für Michelin in der Tat darin die Wünsche jedes einzelnen Teams in Bezug auf die Reifenmischungen und -konstruktionen unter einen Hut zu bringen. Ohne Kompromisse funktioniert das nun einmal nicht. Die Reifenwahl für den Hungaroring war laut Meinung von Ron Dennis "konservativ", jedoch glaubt der Teamchef den Grund dafür zu kennen. Schon in Hockenheim hatte es Probleme mit den Michelin-Pneus gegeben, weshalb die Franzosen sich für den Großen Preis von Ungarn entschieden weniger Risiko einzugehen. Seine Feststellungen will Dennis aber nicht als Kritik am Reifenpartner gewertet sehen, denn so etwas "gehört nun einmal zum Reifenkrieg dazu und wir haben auch in einigen Bereichen des Autos Nachholbedarf", machte er klar, dass beide Seiten noch aufholen müssen, wollen sie in Zukunft den Bridgestone-bereiften Ferrari etwas entgegensetzen können.

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Marcus Kollmann

Datum: 21.08.2002

"DC" und Wurz besuchen MotoGP-Serie in BRNO

Neben den Testfahrten und Rennen gehört auch die PR-Arbeit zu den Verpflichtungen eines Formel-1-Piloten. Nicht immer macht diese Art der Arbeit den Fahrern genauso viel Spaß wie das Rennfahren, doch im Fall von David Coulthard und Alexander Wurz ist das anders. Die beiden McLaren-Mercedes-Piloten schauten sich auf Einladung von Teamsponsor West schon im letzten Jahr in BRNO/Tschechei das Rennen in der 500cc-Klasse der MotoGP-Serie an und hatten dabei so viel Spaß, dass beide der Aufforderung, am kommenden Wochenende wieder vorbeizuschauen, gerne nachkommen.

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"Wir hatten dort eine schöne Zeit. Es war einmal ein ganz anderes Erlebnis, für einen Tag nur Fan zu sein", erinnert sich Coulthard noch an das letzte Jahr. "Ich habe damals die Atmosphäre im Paddock wirklich gemocht, denn alle waren sehr zugänglich und freundlich. Viele Leute in der Formel 1 interessieren sich für die MotoGP-Serie und ich glaube, dass beide Seiten einen großen Respekt für die Sportart des anderen empfinden. Ich selbst bewundere die Fahrer, dass man so viel von ihnen sehen kann und dadurch dass sie so ungeschützt erscheinen bekommt man eine ganz andere Einstellung zur Geschwindigkeit und dem was sie tun", sagt der in der Formel-1-Weltmeisterschaft nach 13 von 17 Rennen auf dem fünften Platz liegende McLaren-Pilot.

Zusammen mit Alexander Wurz wird Coulthard am kommenden Sonntag Gast des West Honda Pons MotoGP-Teams sein und den Piloten Alex Barros und Loris Capirossi die Daumen drücken. Anschließend stehen für den Schotten die Vorbereitungen auf den Großen Preis von Belgien am darauf folgenden Wochenende an.

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Marcus Kollmann

Datum: 20.08.2002

David Coulthard kritisiert Juan-Pablo Montoya

Bereits mehrfach in seiner kurzen Formel-1-Karriere hat Juan-Pablo Montoya wertvolle WM-Punkte verschenkt, weil er entweder auf der letzten Rille versuchte, an einem Gegner vorbeizukommen, meistens jedoch, weil er sich mit aller Macht einem Überholmanöver entziehen wollte. Nicht selten gingen die kompromisslosen Überholmanöver des Kolumbianers nur deshalb gut, weil die Konkurrenz mitspielte und klein bei gab.

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Was im Rennen in Ungarn passierte, war eigentlich noch relativ harmlos, denn Juan-Pablo Montoya versuchte zwar, das Überholmanöver von Kimi Räikkönen zu verhindern, rammte dabei aber nicht seinen Gegner von der Strecke, so wie er das kurz zuvor auf dem Nürburgring mit David Coulthard gemacht hatte, sondern beförderte nur sich selbst ins Aus, da er nach seinem selbstverschuldeten Ausritt nicht genügend Abtrieb hatte, zu schnell in die Kurve einbog und sich prompt neben der Strecke befand.

Für David Coulthard steht jedoch dennoch fest, dass der Kolumbianer auch hier hätte besser nachgeben sollen: "Es wird so viel Trubel um Montoya gemacht. Klar ist er schnell, ohne Frage, die Qualifyings zu Beginn des Jahres haben das ja gezeigt. Aber wann auch immer es Rad-an-Rad-Duelle gibt, kommt es zu einem Zwischenfall. Mit mir ist er auf dem Nürburgring gecrasht, das hat uns beide Punkte gekostet."

Der McLaren-Mercedes-Pilot schaute sich nach dem Rennen das Manöver seines Teamkollegen Kimi Räikkönen an, mit dem sich Montoya schon in Hockenheim so duelliert hatte, dass die Piloten sich neben der Strecke wieder fanden: "Kimi hat ein fantastisches Manöver abgeliefert und was hat Montoya getan? Er schmeißt sich selbst von der Strecke, nur weil er unfähig dazu ist, zu akzeptieren, dass er überholt wurde. Entweder er fliegt ab oder beide Autos fliegen ab, das scheint für ihn in Ordnung sein, da er seinen Platz nicht aufgeben möchte. Manchmal muss man aber einfach aufgeben."

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Fabian Hust

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Datum: 20.08.2002

David Coulthards Cousin vor Renndebüt in England

Fabian Coulthard, 19-jähriger Cousin von McLaren-Mercedes-Pilot David Coulthard, hat britischen Medienberichten zu Folge einen Vertrag in der Formel-Renault-Meisterschaft unterzeichnet und soll dort die letzten drei Rennen der Saison bestreiten. Der in Burnley geborene Coulthard war im Alter von elf Monaten nach Neuseeland gezogen und fuhr hier im Alter von 16 Jahren in der Formel Ford, bevor er 2000 dort seinen ersten Sieg feierte. In dieser Saison bestritt Fabian Coulthard Rennen in der Asiatischen Formel-2000-Serie, wo er zwei Rennen in Kuala Lumpur gewann.

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Für den Neuseeländer wird dies die erste richtige Bewährungsprobe im europäischen Motorsport, wie sein Manager Grant Sloss erklärt. Nur mit einem Test als Vorbereitung wird Coulthard auf den anspruchsvollen Kurs von Brands Hatch gegen die besten Nachwuchsfahrer aus Europa im Formel-Sport losgelassen: "Wir erwarten keinen Sieg von ihm, aber er soll Erfahrungen für die Meisterschaft im nächsten Jahr sammeln." Und vielleicht taucht der Name Coulthard eines Tages tatsächlich ein zweites Mal in der Formel 1 auf...

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Fabian Hust

Datum: 19.08.2002

Silberpfeile haben Ursache für Quali-Debakel ausgemacht

Unmittelbar nach der Qualifikation zum Großen Preis von Ungarn war die Stimmung im Team McLaren-Mercedes gedrückt. David Coulthard und Kimi Räikkönen hatten nur die Startplätze 10 und 11 erreichen können und auf die ebenfalls auf Michelin-Reifen fahrende Konkurrenz von BMW-Williams war der Rückstand mit über einer Sekunde deutlich zu groß ausgefallen.

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Rätselte man zunächst am Nachmittag noch über die Gründe für das schlechte Abschneiden, glaubt Teamchef Ron Dennis nun eine Antwort auf diese Frage gefunden zu haben. "Wir nehmen an, dass es mit den Reifen zusammenhängt, was natürlich keine Entschuldigung sein soll, denn andere Teams auf Michelin-Reifen waren ja konkurrenzfähig. Wir wissen aber, dass Michelin nach dem Rennen in Hockenheim besorgt war", wird der Teamchef von 'Autosport' zitiert.

Nicht nur von der wenig berauschenden Performance seines Teams war Dennis überrascht, sondern auch von der Reifenwahl: "Ich denke, dass sowohl wir selbst als auch Williams über die Reifenwahl für dieses Rennen überrascht waren. Normalerweise setzt Williams den härteren Reifen (Prime) ein, wohingegen wir uns meist für die weichere Variante (Option) entscheiden. Hier ist es jedoch so, dass die Prime-Mischung unbrauchbar ist und die Options-Mischung vielleicht nicht ganz zu unserem Auto passt", vermutet Dennis.

Auch wenn das Überholen auf dem Hungaroring schwierig ist, so sieht der Brite dennoch Chancen im Rennen mit etwas Glück in die Punkte zu kommen. "Wenn die Temperaturen steigen, könnten wir wieder konkurrenzfähig sein."

Gut möglich, dass man bei McLaren diesmal auch eine Strategie wählt die von der bislang bevorzugten Methode, so lange wie möglich draußen zu bleiben, abweicht. Der Große Preis von Ungarn ist traditionell ein Mehrstopprennen und auf dieser Strecke konnten Fahrer sogar schon mit drei Boxenstopps gewinnen.

Im Warm Up fuhr Kimi Räikkönen in 1:17.659 Minuten zumindest die drittschnellste Zeit. Zwar war der Finne damit 0,795 Sekunden langsamer als die Ferrari-Piloten, jedoch gleichzeitig auch schneller als beide BMW-Williams. David Coulthard fuhr in 1:18.234 Minuten immerhin noch die achtschnellste Rundenzeit. Ein weiterer Faktor der den Silberpfeil-Piloten in die Hände spielen könnte, neben höheren Temperaturen und einer aggressiveren Strategie, ist unter anderem die Ausfallrate, welche auf dem Hungaroring immer hoch ist. Ron Dennis hat die Hoffnung zumindest noch nicht aufgegeben, jedoch weiß er auch, dass sein Nervenkostüm im Rennen wohl strapaziert werden wird, vor allem wenn man von den Plätzen 10 und 11 einfach nicht nach vorne fahren kann.

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Marcus Kollmann

Datum: 19.08.2002

"Silberpfeile" nach schwacher Quali im Rennen stark

Nach der schwachen Leistung im Qualifikationstraining zeigte das McLaren-Mercedes-Team im Rennen in Budapest wieder eine starke Performance und konnte nach den Startplätzen zehn (David Coulthard) und elf (Kimi Räikkönen) im 77 Runden langen Ungarn-Grand-Prix mit beiden Autos in die Punkte fahren.

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Kimi Räikkönen fuhr bereits am Start auf Platz acht vor und konnte in der 22. Runde in einem spektakulären Manöver an BMW-Williams-Fahrer Juan-Pablo Montoya vorbeigehen. Nachdem der Finne durch einen Dreher von Jenson Button einen weiteren Platz gewonnen hatte, steuerte er in der 35. Runde zum ersten Mal die Box an. Nach seinem zweiten Boxenhalt in Umlauf 61, bei dem der 22-Jährige an Giancarlo Fisichella und Felipe Massa vorbeigehen konnte, erreichte der "Silberpfeil"-Fahrer das Ziel mit 29,479 Sekunden Rückstand auf Platz vier.

"In Anbetracht unserer Startplätze und bei den geringen Überholmöglichkeiten auf dieser Strecke bin ich damit zufrieden, dass wir heute Punkte geholt haben", erklärte der Rennfahrer aus Espoo nach dem Grand Prix. "In Runde 22 fuhr ich in Kurve zwei neben Montoya, war in der nächsten Kurve innen und er kam von der Strecke ab. Dann lag ich hinter Button, der sich von der Strecke drehte. Fisichella und Massa habe ich beim zweiten Boxenstopp überholt. Danach hatte ich freie Fahrt und konnte wesentlich schneller fahren, doch es war zu spät, um weiter nach vorn zu kommen."

Auch David Coulthard konnte in Budapest Punkte holen, blieb am Start aber zunächst auf Platz zehn. Plätze konnte der Schotte nur durch Ausfälle der Konkurrenten und bei seinen beiden Boxenstopps in den Runden 34 und 58 gutmachen, so dass David Coulthard nach zwei kleinen Fehlern mit 37,800 Sekunden Rückstand am Ende auf Position fünf ins Ziel einlief.

Der 31-Jährige freute sich nach dem Rennen über die zwei gewonnenen WM-Zähler: "Mein Start war gut, doch wurde ich in der ersten Kurve nach außen abgedrängt und verlor die Plätze, die ich gerade gewonnen hatte. In der zweiten Runde überholte ich Heidfeld und war wieder Zehnter. Dank unserer guten Strategie konnte ich mich bis auf Platz fünf verbessern. Das Heck des Wagens war etwas nervös, deshalb kam ich in Runde 45 kurz von der Strecke ab, doch insgesamt war unsere Abstimmung heute besser als gestern."

McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis freute sich über die fünf Punkte: "Dank der höheren Temperaturen konnten wir heute mehr aus den Michelin-Reifen heraus holen. Kimi und David sind sehr gut gefahren, und wir hatten eine gute Strategie – damit haben wir uns die Plätze vier und fünf verdient."

Mercedes-Benz-Motorsportdirektor Norbert Haug fügte hinzu: "Kimi und David haben überholt – obwohl man auf dieser Strecke eigentlich nicht überholen kann. Mit besseren Startplätzen wäre wohl ein dritter Platz möglich gewesen. Die gute Strategie hatte wesentlichen Anteil am Ergebnis und das ganze Team hat heute perfekt gearbeitet."

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Reinhart Linke

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Datum: 19.08.2002

Coulthard sieht für die kommende Saison schwarz

Wenn Ferrari davon spricht, dass der Sprung von dieser Saison auf die kommende größer werden wird als jener von 2001 auf dieses Jahr, dann wird es der Konkurrenz ganz anders. "Im Schnitt ist Ferrari in den Rennen zwischen 0,4 und einer Sekunde schneller als wir und daran wird sich auch bis zum Ende der Saison nichts ändern", befürchtet BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger.

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Ob die Konkurrenz das italienische Team in der kommenden Saison besiegen kann, wird von zwei Faktoren abhängen: Den Autos aber in erster Linie von den Michelin-Reifen. Nachdem Michelin in der letzten Saison vor allem bei Hitzerennen extrem stark aussah, hatten sich einige Teams wohl viel von den Franzosen erhofft, doch elf Siege gingen in diesem Jahr bisher auf das Konto der japanischen Konkurrenz.

Kein Wunder also, dass der Name Michelin immer öfters fällt, wenn die Teamverantwortlichen davon sprechen, dass über den Winter ein großer Schritt nach vorne notwendig ist, um auf Ferrari aufzuholen. "Es ist wirklich besorgniserregend, denn wir müssen unsere Hoffnung daran klammern, dass unser neues Paket ein großer Schritt nach vorne sein wird", so David Coulthard gegenüber der Nachrichtenagentur 'Reuters'. "Wenn wir nicht mit dem neuen Auto auf die Strecke gehen und eine Sekunde schneller sind, dann wird es wohl ein weiteres Jahr geben, in dem wir Ferrari hinterher jagen."

Die Rechnung ist im Prinzip ganz einfach: Momentan liegt die Konkurrenz mindestens um 0,4 Sekunden hinter Ferrari zurück, legen die Roten über den Winter um 0,6 Sekunden zu, dann müsste man eine Sekunde finden, um mit Ferrari gleichzuziehen. Doch wer weiß schon, um wie viel Ferrari im Vergleich zur Konkurrenz zulegen kann. Nur mit einer Tatsache ist sich David Coulthard – leider – ziemlich sicher: "Ferrari wird eine solche Leistung auch in das kommende Jahr mitnehmen können."

Realistisch gesehen gehören auch die letzten vier Rennsiege dieser Saison Ferrari, aber zumindest hat man mit dem Hungaroring, eine Strecke, die auf Ferrari "maßgeschneidert" war, die schlimmste Piste der Saison hinter sich gebracht: "Auf Strecken wie Spa und Monza könnten wir stärker und vor allem konstanter sein, da die Reifen nicht so stark gefordert sind", hofft Coulthard. "Vielleicht stehen wir dann wieder vor Williams, aber ich glaube, dass Ferrari immer noch genügend in der Hand hält. Nur dass wir konkurrenzfähiger sein wollen, heißt nicht, dass wir es auch sein werden."

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Fabian Hust

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Datum: 18.08.2002

Ursachenforschung bei McLaren-Mercedes

Das McLaren-Mercedes-Team erlebte in Budapest ein frustrierendes Qualifikationstraining. Nachdem man im Freien Training am Vormittag mit Kimi Räikkönen noch auf Position drei lag, schaffte es im Abschlusstraining am Mittag nur David Coulthard unter die Top-Ten. Kimi Räikkönen musste sich derweil mit dem elften Startplatz beim morgigen Ungarn-Grand-Prix zufrieden geben.

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David Coulthard benötigte für die 3,975 Kilometer lange Strecke in seiner schnellsten Runde 1:15.223 Minuten, so dass der Schotte nicht über den zehnten Platz hinaus kam. Zur Spitze fehlten "DC" 1,890.

Der 31-Jährige hofft nun auf eine bessere Leistung im Rennen: "Natürlich bin ich sehr enttäuscht. Es war extrem schwierig, die Reifen richtig zu nutzen und die richtige Balance zu finden. Wir haben das ganze Wochenende über gekämpft und bis jetzt sind wir nicht imstande gewesen, eine bessere Leistung des Pakets zu finden. Wir arbeiten hart, um herauszufinden, wo und was wir ändern können, damit es morgen besser läuft."

Unterdessen war Kimi Räikkönen noch 0,020 Sekunden langsamer als sein Teamkollege und lag so mit 1,910 Sekunden Rückstand zur Spitze nur auf dem elften Platz außerhalb der Top-Ten. Damit war der 22-Jährige im Qualifying zum fünften Mal langsamer als sein Teamkollege.

"Ich bin natürlich mit meinem Startplatz in der sechsten Reihe nicht zufrieden", zeigte sich der Finne ebenfalls frustriert. "Ich hatte in meiner schnellsten Runde mit Verkehr zu kämpfen und außerdem machte ich in einem meiner Versuche einen Fehler. Obwohl wir mit der Balance kämpfen und es im Rennen nicht einfach wird, da Überholen hier fast unmöglich ist, geben wir unser Bestes."

Teamchef Ron Dennis zeigte sich enttäuscht: "Wir verstehen unseren Leistungsmangel im Moment nicht, da wir auf ähnlichen Strecken wie Monte Carlo und Magny-Cours andere Ergebnisse erzielt haben. Es ist kein spezielles Teil am Auto dafür verantwortlich, aber wir waren nicht in der Lage, das Beste aus unserem Paket herauszuholen. Natürlich arbeiten die Ingenieure vor dem Rennen hart und ich bin sicher, dass sich unsere Leistung verbessern wird, aber man benötigt hier eine sehr gute Strategie, um noch aufs Podium zu kommen, wenn man in Erwägung zieht, wie schwierig hier das Überholen ist."

Mercedes-Benz-Motorsportdirektor Norbert Haug fügte hinzu: "Wir erlebten einen schlechten Tag und müssen unser Paket definitiv verbessern, um morgen ein gutes Rennen zu erleben."

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Reinhart Linke

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Datum: 17.08.2002

Umfangreiche Umstrukturierung bei McLaren-Mercedes

Wenn Michael Schumacher in den letzten Jahren einen Gegner hatte, der ihm mehr als nur zwei oder drei Jahre am Stück Kopfschmerzen bereitete, dann war das Adrian Newey. Der Brite baute die Weltmeisterautos bei Williams Mitte der Neunziger und mit seinem Wechsel Ende 1997 zu McLaren-Mercedes entwarf das Aerodynamik-Genie auch hier ein Auto, das dem der Konkurrenz deutlich überlegen war. Doch dem 43-Jährigen ist nach jahrelanger unermüdlicher Arbeit am Zeichenbrett unter höchstem Konkurrenzdruck die Puste ausgegangen.

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Seit dem letzten Weltmeistertitel 1999 mit Mika Häkkinen konnten die Silbernen nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen. Die Autos aus der Hand von Adrian Newey zeigten in den letzten Jahren ungewohnte Schwächen auf. Vor allem das letztjährige und diesjährige Auto blieb deutlich hinter den Erwartungen der Experten zurück. Newey hatte sich bei McLaren satt gearbeitet, er suchte nach einer neuen Herausforderung. Die hatte er bei Jaguar gefunden, wo er im Juni 2001 einen Vertrag unterzeichnete.

Newey will es ruhiger angehen

Die Entscheidung konnte McLaren-Teamchef Ron Dennis rückgängig machen. "Hin und wieder brauche ich neue Herausforderungen", hatte Adrian Newey wenige Wochen vor dem nicht vollzogenen Teamwechsel durchblicken lassen. Ron Dennis bot Newey den "Köder" an, ab August 2002 eine Segelbootyacht für die Teilnahme am renommierten America's Cup zu konstruieren – einen Plan, den man bisher nicht aufgegriffen hat, der aber schnell wieder aus der Schublade geholt werden könnte. Gleichzeitig stellte Dennis Newey einen neuen Aufgabenbereich und den Rückzug als Chefdesigner in Aussicht. Dieses Vorhaben hat das Team nun in die Tat umgesetzt.

"Ich denke, dass ich gezeigt habe, dass ich weiß, wie man Siegautos baut", spricht Newey eindeutige Rückzugsworte aus. Der Rückzug aus dem stressigen Tagesgeschäft ist dabei schon weit vorangeschritten: "Mein Ziel ist es nun, McLaren umzustrukturieren. Im Moment ist es nicht meine Hauptaufgabe, das Chassis zu designen sondern ein Team von Ingenieuren aufzubauen, das von mir weniger abhängig ist. Ich möchte eine Struktur bilden, in der meine Rolle nicht so wichtig ist." So die Worte Neweys im Juni – dieses Projekt gilt nun als abgeschlossen.

Neil Oatley: Alter McLaren-"Hase" mit neuer Rolle

Eben diese Umstrukturierung hat das Team nun vorgenommen und am Freitagnachmittag offiziell bekannt gegeben. Adrian Newey bleibt immer noch "Oberaufseher" des Teams auf dem technischen Bereich, doch weitere Führungskräfte werden ihn entlasten. So wird Neil Oatley zum Ingenieurs-Direktor ernannt und wird damit die Verantwortung für Ingenieurs-Standards, die Kontrolle, die Qualität, die Zuverlässigkeit und das Risiko-Management der produzierten Teile übernehmen. Der 41-Jährige ist bereits seit 1986 bei McLaren und war seit 1988 in der Designabteilung tätig.

Mike Coughlan als neuer Chefdesigner bestätigt

Neuer Chefdesigner und damit Nachfolger von Adrian Newey wird Mike Coughlan, wie dies bereits seit Mitte des Jahres spekuliert wurde. Coughlan kommt von Arrows, wo er bereits seit Wochen "beurlaubt" ist. Der 41-Jährige arbeitete seit 1997 im Team von Tom Walkinshaw und wurde 1999 zum Technischen Direktor ernannt, als Eghbal Hamidy als Chefdesigner verpflichtet wurde. Coughlan hat nun das sinkende Schiff verlassen und wird seine Arbeit am 2. September im Team von Ron Dennis aufnehmen können.

Zusätzlich hat McLaren-Mercedes die Verpflichtung von John Sutton als Designer bekannt gegeben, der sich in Zukunft um die Kraftübertragung und die Integration im Heckbereich der MP4-Autos kümmern wird.

Eine "One-Man-Show" ist unmöglich geworden

Für Newey ist die Verpflichtung dieser Techniker ein logischer Schritt. Die Zeiten, in denen ein Einzelner für die Konstruktion eines Formel-1-Autos verantwortlich ist, sind längst vorbei: "Die großen Teams haben jetzt alle mehr als 100 Ingenieure", erklärt Newey. "Die technischen Abteilungen können nicht mehr so geführt werden wie in der Vergangenheit. Ein einzelner Individualist mit Kompetenz auf jedem Gebiet wird nicht mehr benötigt." Adrian Newey wird dem Team auch in Zukunft mit Rat und Tat zur Seite stehen, aber er wird nicht länger als DER Kopf hinter den Silberpfeilen gelten.

Whitmarsh: "Kombination aus Neil und Mark extrem stark"

"McLaren hat das Ziel, das beste verfügbare technische Team zu haben, das sich auf dem höchsten Niveau dem Wettbewerb stellt und ich glaube, dass sich die Kombination aus Neil und Mike als extrem stark herausstellen wird", so Teammanager Martin Whitmarsh. "Neil und Mike freuen sich auf die Zusammenarbeit und haben voreinander größten Respekt. Neils Beitrag zur Firma war während den letzten 15 Jahren außergewöhnlich und Mikes Persönlichkeit und Fähigkeiten sind hervorzuheben. Ich habe keinen Zweifel, dass das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit exzellent sein wird. John wird eng mit Mike zusammenarbeiten und unser technisches Team weiter stärken."

"Ich kenne Mike schon seit einiger Zeit und freue mich, ihn im Team begrüßen zu dürfen und mit ihm auf einem professionellen Level zusammenarbeiten zu dürfen", so Neil Oatley. "Ich bin sehr angetan von den Möglichkeiten dieser Partnerschaft, die uns beiden geboten wird, und angesichts der Entwicklung des McLaren-Mercedes-Teams."

"Ich freue mich natürlich auf die Herausforderungen, die vor mir liegen", so Ex-Arrows-Mann Mike Coughlan. "Jeden, den ich bei McLaren getroffen habe, hat eine großartige Entschlossenheit und einen starken Siegeswillen gezeigt. Es gibt keinen Zweifel, dass ich die Zusammenarbeit mit Neil und dem Rest des technischen Teams genießen werde."

Über Adrian Newey

Adrian Neweys Karriere als Rennwagen-Konstrukteur begann in den achtziger Jahren beim March-Team, wo er 1981 als technischer Zeichner eingestellt wurde. Im Jahr darauf wurde ihm der Posten des Chefkonstrukteurs für den March GTP-Sportwagen anvertraut. Der GTP gewann prompt den Titel in der amerikanischen IMSA-Sportwagen-Meisterschaft in den Jahren 1983 und 1984.

1984 wurde Adrian Newey zum Chefkonstrukteur für das March-Indycar-Projekt ernannt. Die von ihm konstruierten March-Indycar-Fahrzeuge gewannen dreimal in Folge, 1985, 1986 und 1987, das 500-Meilen-Rennen von Indianapolis. Als March beschloss, 1987 in die Formel 1 zu gehen, wurde Newey Technischer Leiter dieses neuen Projektes.

Trotz eines unterlegenen Motors überraschte das neue Team mit einigen beeindruckenden Ergebnissen und belegte 1988 den fünften Platz in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Adrian Neweys guter Ruf als einer der führenden Aerodynamiker im Motorsport festigte sich, als er 1990 zum Williams-Formel-1-Team wechselte. Dort trug er zum Gewinn mehrerer Weltmeisterschaften bei.

1997 kam Adrian Newey zu McLaren-Mercedes. Unter seiner Führung als Technischer Direktor hat das Konstruktionsteam die Basis für die Erfolge des Teams geschaffen: die Weltmeistertitel in der Fahrer- und Konstrukteurswertung 1998, den Fahrer-Weltmeistertitel 1999 und die Vizemeisterschaften, zweimal in der Konstrukteurs- und einmal in der Fahrerwertung.

Newey ist der Schumacher der Konstrukteure

Der 43-Jährige galt als der Schumacher der Konstrukteure. Was er in der Formel 1 anfasste, schien zu Gold zu werden, wenn das Team das nötige Budget hat - so gesehen bei Williams und McLaren. Das Jaguar-Team ging den Briten bereits im vorletzten Jahr an und startete auf Drängen von Niki Lauda im letzten Jahr einen neuen Anlauf.

Für Adrian Newey hätte ein Wechsel zu Jaguar durchaus Sinn gemacht. Er hätte dort Gerüchten zufolge ein wesentlich höheres Gehalt bekommen und deutlich mehr technische Freiheiten erhalten, was sogar bis zu einem Mitspracherecht bei der Entwicklung des Motors hätte gehen sollen - eine Arbeitsumgebung, die Newey in dieser Form bei Williams vermisste, wo er Patrick Head untergeordnet war und deshalb zu McLaren wechselte, wo man Newey allerdings nicht so viele Freiheiten bot, wie das Jaguar vorhatte.

Ein Mann wie Newey braucht neue Herausforderungen

Nach rund sechs erfolgreichen Jahren bei McLaren-Mercedes ist Adrian Newey auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Ron Dennis ist bekannt dafür, dass er sein Geld lieber in die Technik steckt als in das Personal, vielleicht ist Neweys Gehalt eine Nummer zu hoch geworden, für das, was er leistet. Der Rückzug Neweys wird wohl kaum dazu führen, dass das Team ins Trudeln gerät – zumindest langfristig nicht. Einige untergeordnete Aerodynamiker hat das Team zwar bereits an die Konkurrenz verloren. Williams hat aber gezeigt, dass man auch ohne einen Adrian Newey sich wieder an die Spitze zurückarbeiten kann. Newey mag vielleicht ein Genie sein, aber es gibt Nachwuchsdesigner, die dem Briten vielleicht schon in ein paar Jahren den Rang ablaufen werden.

Jaguar-Rennsportdirektor Niki Lauda machte keinen Hehl daraus, dass er die "Big Names" der Formel 1 zu sich holen will, das Lockmittel Geld ist bei Ford reichlich vorhanden. Eigentlich wollte man Ex-Minardi-Konstrukteur Gustav Brunner ins Team holen, doch der Österreich ging stattdessen zu Toyota, dann blieb für Lauda nur noch Newey übrig, will er schnellen Erfolg, denn Michael Schumacher ist bis 2004 an Ferrari gebunden. McLaren sieht hingegen in Mike Coughlan einen ebenfalls ausgezeichneten Techniker.

Ex-Formel-1-Pilot Martin Brundle ist der Meinung, dass ein Adrian Newey mehr wert ist als ein Michael Schumacher: "Wenn ich mein eigenes Team zusammenstellen müsste und könnte mir nur Adrian Newey oder Michael Schumacher leisten, dann würde ich mir Newey holen. Das Konzept eines Formel-1-Autos ist sehr kritisch. Ein Fahrer kann alles geben und ein Superheld sein, er kann am Ende den Unterschied aber nicht wettmachen."

Foster: "Adrian ist der Beste"

Seine Klasse bewies Newey trotz aller Probleme auch im letzten Jahr, als er vom Windkanal zwar zunächst in die Irre geführt wurde und ein Auto mit heftigem Untersteuern auf die Beine stellte, dieses Problem aber schon im dritten Rennen komplett auskurieren konnte. Auch in diesem Jahr hat sich das Team im Vergleich zur Konkurrenz überdurchschnittlich steigern können.

Trevor Foster, Ex-Managing-Direktor von Jordan, weiß ebenfalls nur Gutes über Newey zu berichten: "Er hat möglicherweise mehr Anteil am Erfolg als Michael Schumacher. Jeder glaubt zwar, dass sich in der Formel 1 alles um den Fahrer dreht. Aber Williams und McLaren haben während des letzten Jahrzehnts bewiesen, dass man eine Menge Rennen gewinnen kann, wenn man das beste Auto hat - auch ohne Schumacher. Adrian ist der Beste. So einfach ist das."

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Fabian Hust

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Datum: 17.08.2002

McLaren-Mercedes hat noch viel Arbeit vor sich

Kimi Räikkönen startete mit 0,952 Sekunden Rückstand auf Platz vier liegen wieder einmal stark ins Wochenende durch: "Wie erwartet war die Strecke heute sehr rutschig. Dennoch haben wir eine gute Abstimmung gefunden und ich bin deshalb mit unserer Arbeit recht zufrieden. Wir werden sehen, wie weit wir die Balance im Training am Samstag weiter verbessern können, wenn mehr Gummi auf der Strecke liegt und der Grip besser wird."

David Coulthard auf Platz sieben liegend mit 1,358 Sekunden Rückstand hatte mehr Probleme: "Wie immer am ersten Trainingstag auf dem Hungaroring, lag viel Staub auf der Strecke, so dass es schwierig war, die richtige Balance zu finden. Im zweiten Training habe ich etwas Zeit verloren, weil ich mich in der Schikane drehte und dabei meinen linken Hinterreifen beschädigte. Bei der langsamen Fahrt zur Box wurde der Motor heiß, so dass wir die Kühlflüssigkeit ablassen und neue einfüllen mussten. Ich wäre gern ein paar Runden mehr gefahren, aber wir werden versuchen, das in den beiden Trainings am Samstag aufzuholen."

Teamchef Ron Dennis: "Das niedrige Grip-Niveau bereitete allen Schwierigkeiten, aber das ist am ersten Trainingstag auf dem Hungaroring immer so. Deshalb ist es etwas schwierig, die richtige Reifenwahl zu treffen, dieses Problem ist jedoch für alle gleich."

Norbert Haug: "Die Strecke war heute sehr rutschig und die vielen Dreher und Ausrutscher haben gezeigt, wie wenig Grip vorhanden war. Wir haben morgen noch viel Arbeit vor."

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Fabian Hust

Datum: 16.08.2002

Coulthard: "Der Rest der Saison wird aufregend"

Frage: "Wie wichtig ist für dich der zweite Platz in der Meisterschaft, was sind deine Erwartungen, Hoffnungen und Ziele für den Rest der Saison?"
David Coulthard: "Ich denke, dass die drei vor mir liegenden Jungs eine bessere Chance haben, um den zweiten Platz zu fahren, wenn man sich unsere Geschwindigkeit in dieser Saison bisher anschaut. Aber man versucht natürlich den bestmöglichsten Job zu machen und dann kommt das Ergebnis von selbst. Wir müssen abwarten."

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Frage: "Im letzten Jahr warst du nicht am zweiten Platz sondern nur am ersten interessiert…"
Coulthard: "Um ehrlich zu sein fühle ich immer noch so, aber ich möchte nicht das komplette Gegenteil als die anderen sagen. Ich glaube, dass wir alle wohl die gleiche Meinung teilen, dass es nicht unser Ziel ist, Zweiter zu werden. Unser Ziel ist es zu gewinnen, aber das geht nicht mehr. Ich denke nicht, dass man seine Ziele verringert und sagt 'Okay, ich bin erleichtert, Zweiter zu sein'. Jeder Fahrer versucht meiner Meinung nach an jedem Wochenende sein Bestes zu geben. Die Ergebnisse hängen von unserer Leistung, von der Zuverlässigkeit, den Umständen und vielen Dingen ab. Ich kann die Frage verstehen, aber alles liegt nicht in unseren Händen."

Frage: "Es steht also in den letzten fünf Rennen noch eine spannende Weltmeisterschaft bevor?"
Coulthard: "Ich denke, dass es in den nächsten paar Rennen viel Spannung geben wird. Ein paar Leute haben zu mir während der Pause gesagt, dass die Formel 1 nun langweilig ist, da der Titel entschieden ist und so weiter. Ich kann dazu nur sagen, dass es für mich nicht langweilig ist. Man hat in jedem Rennen eine Möglichkeit und wir tun das, was wir lieben und versuchen zu gewinnen. Als McLaren haben wir in diesem Jahr ein Rennen gewonnen und es sah so aus, als hätten wir in Magny-Cours ein weiteres Rennen gewinnen können, es ist also nicht ein Ding der Unmöglichkeit, dass wir noch ein anderes Rennen gewinnen und das ist aufregend."

Frage: "Wo hast du deinen Urlaub verbracht, auf dem Boot?"
Coulthard: "Ich habe noch ein Boot, allerdings nicht mehr das in der Türkei. Ich war für eine Weile in Ibiza auf meinem Boot und kam dann zurück in den Süden Frankreichs."

Frage: "Ich wollte dich noch etwas über den neuen Mann im Minardi fragen, kennst du ihn?"
Coulthard: "Ich habe das gar nicht gewusst und um ehrlich zu sein, kenne ich ihn nicht. Es ist aber großartig, wenn die Leute eine solche Möglichkeit bekommen und ich bin mir sicher, dass er richtig aufgeregt ist. Er verfügt über eine Menge Erfahrung im Formel-1-Auto, er sollte also nicht zu viele Probleme hier haben."

Frage: "Nach dem Sieg in Monaco hatte jeder gesagt, dass dies hier eure nächste richtige Möglichkeit ist. Hat sich das Ziel verändert?"
Coulthard: "Ich glaube, dass der größte Einfluss auf unsere Leistung hier von den Reifen kommt und wenn ich mir anschaue, wo wir mit der Ausnahme von Magny-Cours stärker waren, dann war dies auf weicheren Reifen, als wir sie hier zur Verfügung stehen haben. Der einzige Punkt, der uns retten kann, ist vielleicht jener, dass wir einen ähnlichen Reifen wie in Magny-Cours haben, wo wir im Rennen eine gute Leistung zeigten. Und es ist eine Strecke mit vollem Abtrieb wie Monaco und das kommt unserem Auto entgegen."

Frage: "Und das Qualifying ist auch wichtig…"
Coulthard: "Ja, das Qualifying ist immer wichtig und es ist interessant die Vergangenheit ins Gedächtnis zu rufen, als Michael mit acht Zehntel Vorsprung auf der Pole war und er ganz offensichtlich einen ziemlichen Vorteil hatte, als wir auf den gleichen Reifen unterwegs waren. Es wird also interessant sein zu sehen, wie gut die Michelin-Reifen hier arbeiten."

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Datum: 16.08.2002

Teams einigen sich auf freiwilligen Testverzicht

In der vergangenen Saison herrschte noch vom letzten Grand-Prix-Wochenende im Oktober in Japan bis zur ersten Januar-Woche ein absolutes "Winter-Testverbot." Doch es gab viele negative Stimmen bezüglich dieser langen Winterpause, denn einige Teams waren der Meinung, dass man durch ein solches Testverbot kein Geld einsparen kann, da die Teams ihre Versuche dann eben auf Prüfständen vornehmen, was im Endeffekt teurer ist. Es ging sogar das Gerücht um, einige Teams könnten Sportwagen mit Formel-1-Teilen ausrüsten und damit das Testverbot umgehen.

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Der Motorsportweltverband FIA reagierte auf ganz eigene Weise auf die Diskussionen und überlässt es nun den Teams, sich auf ein freiwilliges Testverbot zu einigen. Theoretisch könnten die Teams in diesem Jahr also von Mitte Oktober bis Ende Dezember durchtesten, doch damit die Teammitglieder ein wenig Urlaub machen können, wird man in nur drei Wochen vom 26. November bis zum 15. Dezember Testfahrten unternehmen. Nach der "Weihnachtspause" sollen die Formel-1-Motoren dann erst wieder in der zweiten Januar-Woche aufheulen.

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Fabian Hust

Datum: 13.08.2002

Coulthard bleibt kämpferisch

Für David Coulthard ist der Zug in der Weltmeisterschaft in diesem Jahr genauso abgefahren wie für McLaren-Mercedes. An Ferrari und Michael Schumacher, so viel steht fest, beißt man sich die Zähne aus. Zu groß ist der Vorsprung der Roten. Allein auf 74 Punkte beläuft sich die Differenz der Punkteanzahl zwischen den für "DC" und den für "Schumi" zu Buche stehenden Zählern. Tendenz steigend. Doch der 31-jährige McLaren-Pilot ist seit Jahren dafür bekannt, dass er den Kopf auch dann nicht in den Sand steckt wenn die Konkurrenz übermächtig scheint.

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Nach wie vor glaubt der inzwischen auf 136 Grand Prix-Teilnahmen kommende Rennfahrer aus Twynholm, dass er Michael Schumacher besiegen kann. Wenn nicht in diesem Jahr, dann will er es erneut in der Saison 2003 versuchen. "Viele Leute haben Zweifel daran und es ist ein Tatsache, dass Michael in einem konkurrenzfähigem Auto schwer zu besiegen ist, jedoch konnten wir ihn schon in der Vergangenheit bezwingen und warum sollte das uns nicht auch wieder gelingen?", fragt Coulthard, der den Ferrari-Piloten besonders wegen des in allen Bereichen starken F2002 im Vorteil gegenüber allen anderen Fahrern sieht. "Wenn wir in verschiedenen Bereichen etwas zulegen, dann werden wir wieder konkurrenzfähig sein", bestätigt Coulthard der Motorsportpresse, dass man sich bei McLaren-Mercedes noch verbessern muss, will man nächste Saison um den Titel wieder ein Wörtchen mitreden.

Im Gegensatz zu einigen Fahrerkollegen, die sich der Illusion hingeben in anderen Teams die Top-Teams herausfordern zu können, sieht Coulthard für sich eine wesentlich größere Chance auf den Titelgewinn als bei der Konkurrenz. "Ich glaube an mein Potenzial und daran, dass ich unter den richtigen Bedingungen die Fähigkeit besitze es umzusetzen", gibt sich der 31-Jährige weiterhin kämpferisch. Den Beweis für seine Aussage wird er aber nur dann antreten können, wenn McLaren ihm endlich ein Auto zur Verfügung stellt das mit dem Boliden von Ferrari mithalten kann. Denn dann zählen keine Ausreden mehr. Da das britische Team jedoch auf Michelin-Pneus setzt und Ferrari auf die Pneus von Bridgestone, wird angesichts des Wettkampfes zwischen den beiden Reifenherstellern auch in Zukunft der Reifenfaktor über die Performance im Rennen entscheiden, was wiederum bedeutet, dass ein hundertprozentiger und objektiver Vergleich zwischen Coulthard und Schumacher bis auf Weiteres vertagt werden muss.

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Marcus Kollmann

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Datum: 13.08.2002

Kimi Räikkönen sagt Michael Schumacher den Kampf an

Die wenigen Runden, die Kimi Räikkönen in Magny-Cours vor Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher führte, hatten Symbolcharakter. Lange Zeit konnte der Finne dem Druck des Deutschen standhalten, rutschte dann aber ganz offensichtlich auf Öl aus und vergab damit nicht nur die Führung und den Sieg an den routinierten Ferrari-Piloten, sondern sorgte damit auch dafür, dass vorzeitig aus dem vierfachen ein fünffacher Formel-1-Weltmeister wurde.

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"Er ist noch jung, auch ein erfahrender Pilot wäre auf dem Öl ausgerutscht", sagten die einen nach dem Rennen, aber es gab auch andere Stimmen. So war im Unterton von Teamchef Ron Dennis zu hören, dass sein Fahrer den Sieg durch einen dummen Fehler hergeschenkt hat und Jacques Villeneuve war der Vorfall Öl in das Feuer seiner Kritik, dass die Formel 1 "zu einer Ausbildungsstätte für junge Fahrer" verkommen sei und ihm ja so ein Fehler nicht passiert wäre.

Tatsächlich ist die mangelnde Erfahrung im Moment wohl eines der größten Probleme von Kimi Räikkönen und natürlich die Tatsache, dass er in einem schlechteren Auto sitzt als Schumacher: "Das Auto macht den großen Unterschied. Ich glaube, dass im aktuellen Ferrari jeder Top-Fahrer vorne weg fahren würde", gibt sich der 22-Jährige in einem Interview mit der 'Bild am Sonntag' überzeugt. In einem Minardi, so der McLaren-Mercedes-Pilot, "würde Schumacher in jedem Rennen hinterherfahren und überrundet werden".

Seinem Team schreibt der coole Finne "ein riesiges Potenzial" zu, das es hoffentlich ermöglichen wird, Ferrari einzuholen, so dass er dann bald auch selbst über konkurrenzfähiges Material verfügt. An Selbstbewusstsein mangelt es Kimi Räikkönen bekanntlich nicht und so meint der Mika Häkkinen-Nachfolger selbstbewusst: "Ich werde gegen Michael Schumacher gewinnen, garantiert!"

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Fabian Hust

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Datum: 12.08.2002

Newey: Kimi ähnelt Mika sehr

Nach 161 Formel-1-Rennen, darunter 32 Starts für Lotus, hat Mika Häkkinen nach neun Saisons bei McLaren-Mercedes seine Rennfahrerhandschuhe endgültig ausgezogen. Als das deutsch-britische Team beim Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring die Fahrerpaarung für 2003 bekannt gab, da ließ auch der "fliegende Finne" mitteilen, dass er seine Zeit in der Königsklasse in guter Erinnerung behalten sich fortan aber ganz auf das Privatleben konzentrieren wird.

Beerbt wurde Häkkinen bei McLaren durch seinen Landsmann Kimi Räikkönen, der schon in seinem Debütjahr in der Formel 1, in der Saison 2001, einen bleibenden Eindruck hinterließ. Das durch die Verpflichtung von Ron Dennis in ihn gesetzte Vertrauen konnte der genauso wortkarge wie auch ruhige Finne teilweise schon zurückzahlen. Im teaminternen Qualifikationsduell liegt der 22-Jährige momentan mit 8:4 deutlich vor Coulthard. Dafür konnte der Schotte bislang schon fast doppelt so viele Punkte sammeln wie sein neuer Teamkollege. Den 32 Zählern Coulthards stehen 17 von Räikkönen gegenüber. Erfahrung zahlt sich halt aus. Der Fairness halber muss aber gesagt werden, dass "Kimi" acht Mal nicht die Zielflagge sah; "DC" nur drei Mal nicht.

Auch wenn Räikkönen beim Großen Preis von Frankreich, in Führung liegend, auf der Ölspur des havarierten Toyota von Allan McNish ausrutschte und er seinen ersten Formel-1-Sieg somit verpasste, so ist man bei McLaren-Mercedes weiterhin felsenfest davon überzeugt, dass der Finne der Fahrer der Zukunft ist. Teamchef Ron Dennis und auch Norbert Haug ließen daran bislang keinen Zweifel aufkommen und auch der Technische Direktor des Teams schließt sich dieser Meinung an.

"Natürlich haben wir andere Fahrer in Erwägung gezogen", erklärte Adrian Newey dem Fachmagazin 'F1 Racing' vor kurzem, dass man im letzten Jahr die Optionen abwägen musste. "Wir hätten zum Beispiel Giancarlo Fisichella, Jarno Trulli, Olivier Panis und Alexander Wurz verpflichten können. Jeder von diesen Fahrern hätte sicherlich eine sehr zufrieden stellende Arbeit geleistet, doch am Ende entschieden wir uns für Kimi, weil er auf lange Sicht hin gesehen die beste Wahl war."

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass diese Entscheidung goldrichtig war, denn was den reinen Speed angeht, so spielt Räikkönen ganz vorne in der Formel 1 mit. In punkto Erfahrung muss er sicherlich noch hinzulernen, doch es ist bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Erfahrung ist aber etwas was im Gegensatz zum Speed mit der Zeit kommt, denn ein Fahrer ist entweder schnell oder er ist es nicht. Kimi Räikkönen ist schnell und Adrian Newey hat schon Ähnlichkeiten zwischen dem 22-Jährigen und seinem Vorgänger, Mika Häkkinen, festgestellt: "Beide verfügen über eine unglaubliche Fahrzeugbeherrschung. Kimi fährt genauso schnell in eine Kurve hinein wie Mika früher. Er weiß, dass er sie bekommen wird. Andere Fahrer sind nicht sofort am Limit, sie müssen sich erst einmal herantasten", erklärt Newey, dass der von außen so ruhig und cool wirkende Räikkönen förmlich explodiert sobald er auf Rundenzeitenjagd geht.

Doch der Technische Direktor hat noch eine weitere Gemeinsamkeit zwischen den beiden Finnen ausgemacht: "Kimi und Mika ähneln sich sehr in der Art und Weise wie sie das Fahrzeugverhalten beschreiben. Sie verschwenden nicht viele Worte, doch die Wörter die sie benutzen beschreiben es sehr genau. Wenn Kimi einen Kommentar über das Auto abgibt, dann ist er es wert zuzuhören, genauso wie das bei Mika war. Sie kommen einfach auf den Punkt."

Im Rennen geht es gerade bei den Zweikämpfen darum, Nervenstärke zu beweisen, sich vom Gegner nicht verunsichern und in einen Fehler hetzen zu lassen. Dass Räikkönen ein "cooler Hund" sein kann, bewies er zuletzt auf dem Hockenheimring, als er beim Überholversuch von Juan-Pablo Montoya so lange dagegenhielt wie es ihm möglich war. Schlussendlich musste er den viel schnelleren BMW-Williams-Piloten zwar ziehen lassen, doch mit seinem Verhalten während des Zweikampfs hatte der Finne keinen Zweifel daran gelassen, dass er dagegenhält, wann immer er kann. Newey fasziniert schon seit er mit Häkkinen zusammenarbeitete, wie dieser sich nicht vom Druck der in der Formel 1 an der Tagesordnung ist nervös machen ließ. Genau diese Charaktereigenschaft hat er auch bei "Kimi" festgestellt: "Sie besitzen beide diese innere Stärke, welche fast wie eine Unnahbarkeit erscheint. Sie lassen sich einfach nicht von dem Druck, der einfach existiert, wenn man einen Formel-1-Boliden fährt, beeindrucken. Im Gegenteil, sie scheinen das einfach mit einem Achselzucken abzutun."

Von den sieben Finnen die es bislang in die Formel 1 geschafft haben, ist Häkkinen mit 20 Siegen und zwei Fahrertiteln bislang der erfolgreichste Mann. Doch für Dennis, Haug, Newey und Co. Ist es nur eine Frage der Zeit, bis der in die Fußstapfen des "fliegenden Finnen" getretene Räikkönen seinen Landsmann übertrumpfen wird.

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Marcus Kollmann

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Datum: 10.08.2002

Echt unecht – Showcars in der Formel 1

Sie reisen rund um die Welt, stehen mal in Einkaufshallen, auf offener Straße für ein Fotoshooting oder werden zwischen Wurstbuden und Fanartikelständen an den Rennstrecken aufgestellt: Die Rede ist von Showcars. Mit kaum einer anderen Methode lässt sich in der Formel 1 die Aufmerksamkeit der Fans besser wecken als mit diesen fahruntauglichen Rennwagen, die Männerherzen höher schlagen lassen, wenn man nur durch eine Absperrung getrennt vor dem heißen Renner steht. Und ganz nebenbei wird auch noch die Werbebotschaft des Teams bestens transportiert.

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Auch das McLaren-Mercedes-Team setzt seine Showcars häufig zu PR-Zwecken ein, zum Beispiel dann, wenn ein technischer Partner des Teams für seinen Stand auf der Computermesse CeBit einen Hingucker benötigt. PR-Experten sind überzeugt: Die Verbindung zu einem Formel-1-Team verbessert den Ruf eines Unternehmens. So ist es auch kein Wunder, dass im Schnitt jeden Monat die Showcars zehn Auftritte haben.

Bei so viel Aufwand benötigt das Team Leute, die sich um nichts anderes kümmern als um die Koordination der Veranstaltungen. Bei McLaren-Mercedes sind dies Stuart Biggs und Shane Barton: "Unsere Partner wissen schon vor dem Jahr, an welchen Veranstaltungen sie teilnehmen und für welche sie davon ein Showcar benötigen", so Shane Barton. "Das kann eine Motorshow in Europa oder ein Business-Termin im Fernen Osten oder Amerika sein."

Auf insgesamt neun Showcars kann McLaren-Mercedes zurückgreifen, darunter auch ältere Autos Jahrgang 1998. Aber natürlich steht auch das aktuelle Modell zur Verfügung. Da die Sponsoren West, Mercedes-Benz und ExxonMobil so oft im Jahr ein Showcar benötigen, verfügen diese Unternehmen sogar über ihre eigenen Modelle. Sobald bekannt ist, wo und wann ein Showcar benötigt wird, muss organisiert werden, welches Auto man von wo an den gewünschten Ort transportiert.

Und wenn die Autos einmal zurück in der Fabrik sind, steht die Arbeit auch hier nicht still, vor allem an den Modellen, die nicht dem aktuellen Formel-1-Boliden entsprechen: "Im Moment sind wir dabei, sicher zu stellen, dass alle unsere Showcars komplett mit der 2002er-Lackierung ausgestattet sind." Dabei tauchte in diesem Jahr eine besondere Schwierigkeit auf: "Eine unserer größten Herausforderungen war der Wechsel auf die Michelin-Reifen. Wir gaben aus diesem Grund keine Showcars mit 2002er-Lackierung vor der Vorstellung des neuen Autos heraus."

Damit die Konkurrenz nicht anhand von Showcars die Autos studieren kann, gibt es zwei Sicherheitsstufen. Zum einen werden niemals aktuelle Flügel montiert und zum zweiten werden die aktuellen Autos erst sehr spät als Showcar angeboten. So wurde der erste MP4-17 erst im Juni gezeigt, da die Zeichnungen des MP4-17 erst im März freigegeben wurden. Die Showcars werden nicht vom Team hergestellt, sondern von einem dritten Unternehmen, das für den Bau eines Autos rund drei Monate Zeit benötigt.

Das Chassis des Autos wird nicht aus Kohlefaser hergestellt, das wäre viel zu teuer. Stattdessen werden die Autos originalgetreu aus Fiberglas nachgebildet. Das einzige Teil, das vom Originalauto übernommen wird, sind die Bremsen. Auf den Einbau von Motor und Getriebe und den komplizierten Elektrikleitungen wird natürlich auch verzichtet. Das Auto muss ja nur von außen echt aussehen, die vier bis sechs MP4-17, die das Team in diesem Jahr bestellt, sollen so billig und leicht wie möglich sein.

Eines Tages haben die Showcars auch ausgedient, nämlich spätestens dann, wenn sie so alt geworden sind, dass auch die Fans genau merken, dass man ihnen hier kein aktuelles Modell vor die Nase setzt. Dann verschwinden die Autos häufig in Museen oder zu Partnern, die diese gerne in ihre Empfangshallen aufstellen.

Neben Showcars stellt McLaren auch noch andere Gegenstände für Präsentationen der Partner zur Verfügung, darunter Overalls und Helme der Fahrer, Rennsimulationen und Boxenstoppsimulationen. Während solche Veranstaltungen in Europa relativ leicht zu versorgen sind, stellen Übersee-Events eine größere Herausforderung dar. Hier müssen die Autos in Transportboxen verstaut werden, zerbrechliche Teile abmontiert werden, damit sie während dem Flug nicht zu Bruch gehen.

Und teilweise treffen die Mitarbeiter selbst auf große Abenteuer, wenn sie mit der Aufsehen erregenden Fracht um die Welt reisen: "Eines unserer ungewöhnlichsten Events, wo ich mithalf, war eine Veranstaltung von West. Mika Häkkinen war in Litauen zu Gast, wo ein Luftakrobat namens Jurgis Kairys mit seinem Flugzeug Stunts vollführte und verkehrt herum unter einer Brücke hindurch flog. West wollte, dass wir unterhalb der Brücke ein Showcar platzierten, wo das Flugzeug hindurch flog."

"Wir arbeiteten mit den lokalen Behörden an einem Plan, entschieden uns aber dann dazu, dass Auto stattdessen oben auf die Brücke zu stellen. Ein anderes Mal begleitete ein Showcar Mika und David in einem Flugzeug, in dem man Schwerelosigkeit simulieren kann. Zusammen mit den Fahrern schwebte es dann, als wäre es im Weltall!"

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Fabian Hust

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Datum: 06.08.2002

Formel 3000 soll für Formel 1 obligatorisch werden

Der Motorsportweltverband FIA überdenkt zurzeit die Vergabe der so genannten Superlizenz, die die Fahrer benötigen, um in der Formel 1 an den Start zu gehen. FIA-Präsident Max Mosley hatte sich in letzter Zeit immer wieder kritisch geäußert, dass Fahrer wie Jenson Button, Kimi Räikkönen oder zuletzt Felipe Massa aus niedrigeren Rennserien wie der Formel 3 oder gar der Formel Renault direkt in die Formel 1 aufsteigen können.

Normalerweise müssen Piloten Erfolge zum Beispiel in der Formel 3000 vorweisen können, um in die Königsklasse kommen zu können, doch kann einem Fahrer auch dann der "Formel-1-Führerschein" ausgestellt werden, wenn er bei Testfahrten unter den Augen von FIA-Delegierten eine Renndistanz mit ordentlichem Tempo und ohne gröbere Fehler gefahren ist. So kam es vor, dass Kimi Räikkönen nach nur 23 Autorennen von 160 auf 850 PS umstieg, was in den Augen vieler Experten ein Risiko darstellte.

Hinter den Plänen steht aber auch noch der Gedanke, die Formel 3000 als "Schattenserie" der Formel 1 interessanter zu machen. Müssten Talente wie ein Kimi Räikkönen oder Felipe Massa durch die Formel 3000 gehen, so würde das Interesse an der Formel 3000 zunehmen, außerdem würde das Niveau der Formel 1 zwangsläufig steigen. "Es ist schon traurig, welches Niveau die Formel 1 dieser Tage hat", meinte vor kurzem Jacques Villeneuve. "Es kann nicht sein, dass die Formel 1 immer mehr zu einer Ausbildungsstätte für junge Fahrer verkommt."

Auch das Niveau der Formel 3000 würde durch die Vorschrift, dass man nur über diese Serie in die Formel 1 kommen kann, steigen. Außerdem würden zahlreiche Teams Fahrern einen Einsatz in der Formel 3000 finanzieren, wenn sie der Meinung sind, in dem Fahrer ein Talent zu sehen, wie das beispielsweise Mercedes bei Nick Heidfeld tat. Im ungünstigsten Fall könnte es aber natürlich auch sein, dass Talente nie den Sprung in die Formel 1 schaffen, da sie sich einen Platz in der Formel 3000 nicht leisten können.

Fabian Hust

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Datum: 06.08.2002

Go-Kart-Fahren für einen Ritt im Formel-1-Auto

Viele Rennsportfans träumen davon, einmal in einem Formel-1-Auto Platz nehmen zu dürfen, für einen Teilnehmer eines Wettbewerbs von McLaren-Mercedes-Sponsor 'West' geht dieser Wunsch am 20. und 21. September auf dem Brno-Kurs in der Tschechischen Republik in Erfüllung. Zur Verfügung wird dort der MP4-16 stehen, also das Vorjahresmodell des Teams.

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Aus einem Wettbewerb mit zahlreichen Tests geht ein glücklicher Sieger hervor. Aus der Tschechischen Republik, der Slowakei, Russland, Polen, Slowenien, Ungarn und Deutschland werden jeweils rund 15 Motorsportfans in die Endrunde kommen. In den jeweiligen Ländern haben seit Juni Go-Kart-Wettbewerbe stattgefunden, bei denen die Fahrer ihr Talent unter Beweis stellen musste. Das Interesse war so groß, dass alle Teilnahmeplätze schnell ausgebucht waren.

Der Sponsor des Teams sieht natürlich schon eine gewisse Ernsthaftigkeit auf die Teilnehmer zukommen, aber dennoch soll der Wettbewerb in erster Linie Spaß machen, weswegen auch keine Profi-Kart-Fahrer zugelassen, die im Besitz einer Lizenz sind. Im letzten Schritt werden David Coulthard, Kimi Räikkönen und Alexander Wurz höchstpersönlich die Fahrer anschauen und den Sieger küren.

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Fabian Hust

Datum: 05.08.2002

Historischer Tag für Mercedes: Erster Formel-3-Sieg

Mercedes hat auf dem Nürburgring ein neues Kapitel Formel-3-Geschichte geschrieben. Markus Winkelhock, Sohn des bei einem Sportwagenrennen 1985 im kanadischen Mosport tödlich verunglückten Manfred Winkelhock, bescherte den Stuttgartern beim 14. Saisonlauf am Wochenende in der Eifel den ersten Sieg in der Formel-3-DM. Mercedes war erst in diesem Jahr in die höchste deutsche Formelklasse eingestiegen.

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"Der erste Mercedes-Sieg in der Formel 3 hat sich in dieser Saison schon ein paarmal angedeutet, aber bisher fehlte uns das Glück", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug: "Die Serie passt genau in das Konzept unserer Nachwuchsförderung." Der 22-jährige Markus Winkelhock (Waiblingen) meinte sichtlich bewegt: "Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel und wird immer in meiner Erinnerung bleiben."

Markus Winkelhock gewann am Sonntag mit 4,4 Sekunden vor Opel-Junior Timo Glock (Wersau), der am Samstag das erste Rennen vor dem italienischen Kart-Weltmeister Vitantonio Liuzzi (Opel Dallara) für sich entschieden hatte.

Der Japaner Kousuke Matsuura belegte den dritten Rang und verkürzte den Rückstand in der Tabelle trotz seines Ausfalls im ersten Rennen auf Spitzenreiter Gary Paffett (England) auf 22 Punkte (61:39). Der Brite belegte in den beiden Rennen des Wochenendes jeweils den siebten Platz und blieb damit ohne Punktgewinn.

Winkelhock, der erst am vergangenen Wochenende in Hockenheim mit dem vierten Platz für das bis dahin beste Mercedes-Ergebnis gesorgt hatte, verbesserte sich durch den Triumph mit 21 Punkten von der neunten auf die siebte Position in der Gesamtwertung.

 

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Datum: 04.08.2002

McLaren und Williams werden "radikal"

Stillstand bedeutet in der Formel 1 Rückschritt und wenn ein Team einen Schritt nach vorne macht, so will die Konkurrenz bei der Konstruktion des neuen Autos über den Winter zwei Schritte nach vorne machen. Letzteres ist das erklärte Ziel von McLaren-Mercedes und BMW-Williams, denn nur so wird man in der Lage sein, Ferrari in der kommenden Saison Paroli zu bieten: "Wir brauchen einen weiteren großen Schritt nach vorne und das werden wir versuchen zu tun, denn mit kleinen Schritten können wir die Lücke zwischen uns und Ferrari nicht schließen", so McLaren-Teamchef Ron Dennis gegenüber dem 'Autosport'-Magazin.

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Das Problem ist, dass der Schritt von McLaren und Williams ziemlich radikal sein muss, um auf Ferrari aufzuschließen, denn auch die Italiener werden im Hinblick auf das kommende Jahr große Fortschritte machen, glaubt man den Aussagen von Chefdesigner Rory Byrne, der einen "größeren Schritt von 2002 auf 2003 als vom letzten auf dieses Jahr" versprochen hat. Frank Williams betet unterdessen, dass sich Ferrari mit dem neuen Motor verzettelt und unzuverlässiger wird. Zur Senkung des Schwerpunkts soll Ferrari den Zylinderkopföffnungswinkel nach Informationen der 'Gazzetta dello Sport' von 90 auf 95 Grad öffnen.

Während man bei McLaren schon im Hinblick auf dieses Jahr einen großen Entwicklungsschritt nach vorne machte, begnügte man sich bei Williams mit dem neuen Auto auf eine Evolution und hat dementsprechend einen großen Rückstand: "Was das Chassis angeht, so ist der Unterschied zwischen uns und Williams groß. Wir müssen die Ursachen dafür herausfinden und ein Auto produzieren, das nicht nur so gut ist wie der diesjährige Ferrari. Wir müssen ein extrem gutes Auto bauen."

Für Head steht aber dennoch fest, dass man in diesem Jahr bereits "viel stärker" sei als letztes Jahr: "Wir behaupten natürlich nicht, dass wir so stark wie Ferrari sind, mit Sicherheit nicht. Aber wir sind besser als im letzten Jahr und wir hoffen, dass wir kommendes Jahr noch besser werden. Wir hatten ein paar Rennen, in denen wir dieses Jahr stark waren und in den meisten Rennen waren wir nicht so stark. Wir brauchen also auch noch Konstanz."

Fabian Hust

Datum: 03.08.2002

Kimi Räikkönen und der Faktor "Langzeit-Perspektive"

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In seinem elften Grand Prix für McLaren-Mercedes hätte es fast mit dem ersten Formel-1-Sieg geklappt: "Die Umstände, verursacht durch den Motorschaden des Toyota und den unaufhaltsamen Druck von Michael führten dazu, dass Kimi nicht gewann", analysiert Teamchef Ron Dennis den Frankreich-Grand-Prix. "Aber sein Tag wird kommen. Er ist motiviert und lernt aus seinen Fehlern, was wir alle tun. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er in Zukunft Rennen gewinnen wird. Er hat den Speed und das zeigt, dass er sowohl David als auch allen anderen Gegnern eine harte Zeit bescheren wird."

Laut Ron Dennis sind "die meisten Fahrer für uns verfügbar, was ein großartiges Gefühl ist". Und "da wir unsere Fahrer sehr gut bezahlen, erwarten wir auch als Entgegenkommen Professionalismus." Und das ist ein Grund, warum beispielsweise ein Jacques Villeneuve nicht in Frage kommt – weil dieser nicht bereit ist, das PR-Programm souverän, locker und gut gelaunt abzuspulen, wie es beispielsweise ein David Coulthard tut.

Die Fahrerwahl wird von den wichtigsten Teammitgliedern getroffen: Teamchef Ron Dennis, Teammanager Martin Whitmarsh, Technikdirektor Adrian Newey, Mercedes-Motorsportdirektor Norbert Haug und sogar DaimlerChrysler-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Jürgen Hubbert redet ein Wörtchen mit, "da er ein großer Motorsportfan ist", wie Dennis erklärt.

"Wir haben alle unsere Optionen angeschaut und sind dann zu einer Lösung gekommen, die die meisten Leute als logische Entscheidung bezeichnen würden. Die besten für uns verfügbaren Fahrer saßen bereits in unseren Autos", so Dennis. Somit sitzen auch David Coulthard und Kimi Räikkönen 2003 im Silberpfeil und Alexander Wurz spielt zum dritten Jahr in Folge den Edelreservisten und Testfahrer. Kimi Räikkönen kaufte das Team vergangenes Jahr aus dessen Vertrag bei Sauber heraus, angeblich für fast elf Millionen Euro – dies zeigt, wie viel man sich von dem jungen Finnen erhofft.

Bevor man sich für Kimi Räikkönen entschied, standen aber auch einige andere Fahrer zur Wahl: "Wir dachten natürlich auch über andere Fahrer nach: Giancarlo Fisichella, Jarno Trulli, Olivier Panis und Alex Wurz beispielsweise wären ebenfalls zu haben gewesen", so Adrian Newey gegenüber der 'F1Racing'. Interessant ist, dass der Brite den Namen Nick Heidfeld nicht fallen lässt – immerhin steht der Mönchengladbacher immer noch bei Mercedes unter Vertrag. Es ist kein Geheimnis, dass Heidfeld nicht begeistert war, als man statt ihm Teamkollege Räikkönen verpflichtete.

Auch ein anderer Fahrer war enttäuscht, eine Absage von McLaren-Mercedes erhalten zu haben: Giancarlo Fisichella. Der Italiener drückte sein Unverständnis in aller Öffentlichkeit aus, dass man ihn als erwiesen schnellen und erfahrenen Fahrer gegen den unerfahrenen Räikkönen nicht vorzog: "Vielleicht wäre Giancarlo tatsächlich eine bessere Wahl gewesen, aber das werden wir nie erfahren. Aber wir sind der Meinung, dass Räikkönen ein kommender Champion ist und wollen deshalb langfristig mit ihm zusammenarbeiten", erläutert Newey.

Kimi Räikkönen ist ein Häkkinen-Typ, ruhig, mental stark und schnell, das passt in das geradlinige Team-Konzept von Ron Dennis. Giancarlo Fisichella weiß selbst, warum er im Team keine wirklich große Chance hatte, einen Platz zu erobern. Mit italienischen Charakteren vermag das Team nicht unbedingt etwas anzufangen und da Räikkönen für das Team scheinbar mindestens genauso talentiert erschien wie Räikkönen, war die Wahl logisch.

Schon jetzt vergleicht Newey Räikkönen mit Häkkinen und Schumacher, "weil ihn ein nicht so brillantes Auto weniger stört als David" und er in der Lage ist, wie die zwei Weltmeister "ein nervös einlenkendes Auto" am Kurveneingang ruhig zu stellen. "Wir alle waren von Kimis Leistungen im Sauber zu Beginn der Saison 2001 richtig begeistert. Er war gut, schnell und konnte auch gut überholen. Er war aggressiv, baute aber kaum Unfälle. Und speziell bei einem noch so jungen und unerfahrenen Fahrer hielten wir diese Eigenschaften für sehr bemerkenswert."

Für Kimi Räikkönen ist die Formel-1-Zukunft damit für die nächsten zwei Jahre erst einmal gesichert. Der junge Rennfahrer hat das geschafft, von dem viele 30-jährige Fahrer noch heute träumen: Er hat den Sprung in ein absolutes Top-Team geschafft: "Es war für mich sehr einfach, mich in das Team zu integrieren und es macht Spaß, mit allen zu arbeiten", meint Räikkönen in seiner gewohnten Bescheidenheit, denn der Sprung von Sauber zu McLaren war natürlich gewaltig. "Ich hatte von Anfang an nie Probleme und es läuft immer besser. Jeder Tag wird einfacher."

Fabian Hust

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