|
Der Strand Die Nordsee führt der Westküste von Fanø grosse Mengen Sand zu. Durch den Sand entwicklen sich die charakteristischen breiten Strände mit den zur Küste parallel verlaufenden Sandbänken. An Fanø's Süd- und Nordspitze ligen kilometerbreite Sandbänke, die durch die Gezeiten und bei Nebel gefährlich sein können.
Sandtreiben Das Meer hat mit der Zeit so viel Sand an den Strand gespült, dass der Strand nicht bei allen Fluten Oberschwemmt wird. Er kann so trocken werden, dass bei starkern Wind Sandverwehungen entstehen. Wo der Sand dann Windschutz findet, lagert er sich ab. Ähnlich hat es sich bei der Entstehung von Fanø zugetragen.
Dünen/Dünenlandschaft In den kleinen Dünen, die der Sand hinter angespüItem Tang, kleinen Steinen usw. gebildet hat, kann die Pflanzenwelt nach und nach Fuss fassen. Grasarten wie Strandhafer und Strandroggen bilden einen guten Windschutz und verhindern weitere Verwehungen. Beide Grasarten vertragen und benötigen das zeitweise Zudecken durch den Sand - sie wachsen mit der düne zusammen. Die Dünen im äussersten Westen nennt man "die weisse Wüne", die Dünen mit einern dichten "Strandhaferpelz" dagegen "die grüne Düne". Im Osten folgt dann "die graue Düne" mit Pflanzen auf sehr kargem Boden. Als natürlicher Abschluss mischt sich das Heidekraut in die Düne und das Gebiet wird dann als Dünenheide bezeichnet.
Dünenbepflanzung
1892 begann man mit der Bepflanzung der heute ca. 1162 ha. grossen Fanø Klitplantage, die zum staatlichen Forstamt in Oxbøl gehört. Sie wurde sowohl zur Flugsandbekämpfung ais auch zur Holzproduktion angelegt. Heute wird sie auch zu rekreativen Zwecken genutzt. Ungefähr ein Drittel des gesamten Gebietes ist unbewachsen. Die Dünenbepflanzung besteht hauptsächlich aus verschiedenen Kiefernarten wie Berg- und Waldkiefer. Es gibt aber auch Laubbäume wie z.B. Birken, Eichen und Buchen. Selten findet man eine so grosse Vielfalt in der Pflanzenwelt wie in der Fanø Klitplantage. Ebenen und Sumpfgebiete verschiedener Grössen liegen in Baurngebieten. Die Bepflanzung ist ganz bestimmt einen Spaziergang wert -auch asserhalb der gekennzeichneten Wanderstrecken.
Marsch/Strandwiesen Von "Grønningen" im Norden entlang Fanøs Ostküste und bis zum "Hønen" bei Sønderho gibt es verschieden breite Wiesen. Der Boden der Wiesen besteht aus verschiedenen Ablagerungen des Wattenmeeres, z.B. aus sandigern Boden bei Grønningen, andere Marschwiesen sind kleihaltiger. Kleiboden besteht aus abgelagerten Lehmpartikeln aus dem Wattenmeer. Marsch und Strandwiesen werden für die Ernte von Schilfrohr, aber auch als Weideland genutzt.
Das Wattenmeer Das sogenannte Wattenmeer ist der Teil des Meeres, der innerhalb des Gebietes der friesischen Inseln liegt. Den Namen hat es erhalten, da bei Ebbe grosse Teile trocken gelegt sind. Dieses Watt ist die Speisekammer unzähliger Zugvögel sowie Laichplatz und "Kinderstube" vieler Fischarten der Nordsee.
Kulturgeschichte Die ersten sicheren Anzeichen einer Besiedelung stammen aus dem 12. Jahrhundert. Die Insel wird im Grundbesitzbuch des Königs als Besitz der Krone erwähnt. Fanø muss für die Zinsbauern der damaligen Zeit ein Ort mit raulhem Klima gewesen sein. Sandtreiben wüteten über längere Zeiträume über die Insel, insbesondere in den Jahren 1560-1660. Im 17. Jahrhundert begann man ernsthaft mit der Bekämpfung der Sandtreiben. 1741 verkaufte König Christian d. VI die Insel für 6000 Reichstaler med Jagd und Strandrecht an die Inselbewohner. Dieser Kauf war der Beginn der Glanzzeit Fanøs. Die Bewohner lebten vom Fischfang, aber im Laufe des 18. Jahrhunderts ging man zur Schiffahrt über. 1890 kulminierte de Einvhonerzahl mit 3529 Einwohnern. 100 Jahre später - im Jahre 1990 leben ca. 3.300 Menschen auf der Insel und viele von ihnen leben von der Fischerei und der Schiffahrt.
Sønderho Sønderho liegt an Fanø's Südostküste dicht an einer Fahrrinne, die einen natürlichen Hafen bildet. Der Ort ist durch Deiche gegen Sturmfluten geschützt. Die Häuser liegen fast alle in OstWest Richtung. Sie sind sehr gut gepflegt und ihr Äusseres errinnert immer noch an die Glanzzeit der Schiffahrt.
Rindby Rindby liegt ca. in der Mitte der Insel an der schmalsten Stelle Fanøs. Die Landschaft ist flach und nicht von Dünen geprängt, dafar aber von kleineren Bauernhöfen. Westlich von Rindby liegt ein grosües Ferienhausgebiet in einer früheren Dünenlandschaft. Ostlich von Rindby befindet sich ein breites als Weideland genutztes Marschgebiet.
Nordby Nordby liegt am "Fanø Lo", einer Fahrrinne an der nordöstlichen Küste Fanøs. Der Ort wurde im 18. Jahrhundert eine Seefahrerstadt wie Sønderho mit Häusern in Ost-West Richtung. Kontakt zum Festland hatte Nordby durch die Städte Varde und Hjerting. Mit dem Stillstand der Entwicklung.Sønderhos um 1850 wuchs die Bevölkerung in Nordby, was eine enorme Bauaktivität mit sich führte. Im Gegensatz zu Sønderho ist Nordby nicht so gut erhalten. 1868 wurde auf dem Festland in Esbjerg ein Dampfschiffhafen angelegt, der im Laufe kurzer Zeit die gesamte Schiffahrt und den Umsatz der Stadt übernahm. Doch auch heute ist Nordby ein Schifffahrts- und Handelsort mit einer Fährverbindung nach Esbjerg.
Tier- und Pflanzenweit Die Tier- und Pflanzenwelt auf Fanø ist trotz des "jungen" Entwicklungsalters von Artenvielfalt und Abwechlungsreichtum geprägt. Man hat die Möglichlkeit, Pflanzen und Tiere in den verschiedenen Naturgebieten aus nächster Nähe zu erleben.
Säugetiere Von den Säugetieren auf Fanø ist das Wildkaninchen das auffälligste. Es wohnt in Gängen unter der Erde und ist nachts am aktivsten. 1913 wurde es auf der Insel ausgesetz und verursacht heute grosse Schäden auf den Feldern und in der Dünenbepflanzung. Der Rehwildbestand wurde um 1850 vom Gut Valdemar Slot auf Täsinge auf Fanø eingeführt. Auch Füchse, Hermeline und Hasen gibt es auf Fanø - jedoch keine Eichhörnchen, Ratten und Maulwürfe.
Vögel Jeden Frühling und Herbst fliegen riesige Scharen von Zugvögeln über die Insel - hauptsächlich Enten- und Watvögel, jedoch auch Raubvögel und Sperlingarten. Viele Watvögel nisten hier, u.a. der grosse Brachvogel und der Rotschenkel. Selbst seltene Vögel wie die Rohrdommel und die Lachseeschwalbe sind zu beobachten und zu hören.
Pflanzen Auf der Insel gibt es viele verschiedene Pflanzen, die nur auf bestimmten Bodenarten wachsen können. Daher gibt es auf der Insel eine Reihe von seltenen Pflanzen. In den Meeresdünen gedeihen Gräser, die Flugsand und Trockenheit aushalten können. Die "grauen Dünen" sind mit Pflanzen bewachsen, die extreme Dürre aushalten und ohne Nahrung auskommen können. lm Marschgebiet wachsen Pflanzen, die häufig vom Meerwasser überspült werden. Auch die Dünenheide mit der Heidekrautblüte im September ist einen Besuch wert.
Markierte Wanderwege Es gibt drei markierte Wanderrouten, die durch Fanøs vielseitige Natur Führen. Die Strecken sind alle mit einer gelben Markierung auf einern niedrigen Holzpfahl gekennzeichnet. An scharfen Kurven ist ausser der gelben Farbe noch ein Richtungspfeil angebracht. Alle drei Wanderstrecken können abgekürzt werden. Neben der gelben Farbe und einern Pfeil ist zusätzlich ein "P" angebracht, das den Weg zum Ausgangspunkt anzeigt. Wegen des schwierigen Geländes ist es notwendig, auf allen Wegen geeignetes Schuhzeug zu tragen. Die Wanderstrecken sind aus diesern Grunde leider nicht für Rollstühle, Gehbehinderte und Kinderwagen geeignet.
Karte 1 Karte 2
Die Dünenwanderung (ca. 3,5 oder 1,0 km) Diese Wanderung liegt in einem der Gemeinde Esbjerg gehörenden Gebiet. Sie führt durch eine schöne Dünenlandschaft mit Parabeldünen, kleineren nährstoffarmen Dünenseen und Mooren. Das Gebiet ist ca. 150 ha gross und gibt eine einzigartige Möglichkeit, die ursprüngliche Landschaft Fanøs zu erleben.
Wanderung durch Vogelschutzgebiet (ca. 5,5, 3,5 oder 2,5 km) Diese Wanderung geht durch ein ca. 200 ha grosses Naturschutzgebiet. Sie führt in die Nähe der Dünenbepflanzung vorbei am Aussichtspunkt vom Annesdalbjerg und den Vogelkojen von Nordby und Sønderho. Ausser Dünen und Heidelandschaft kann man Marschwiesen und das Wattenmeer erleben. Für einen Besuch in den Vogelkojen verweisen wir auf die Schilder an den Kojen.
Pælebjergwanderung (ca. 4, 3 oder 1,5 km) Die Pælebjergwanderung führt durch die Fanø Klitplantage. Von der Spitze des Pælebjerg hat man eine herrliche Aussicht, auch auf den Pælebjergsee mit seinen Enten. Der Wanderweg verläuft parallel zur Nordseeküste durch eine sehr hügelige Dünenlandschaft mit zahlreichen kleinen Seen und Mooren. Der Weg zurück zum Ausgangspunkt geht über einen Betonweg aus dem 2. Weltkrieg.
Markierte Reitwege Für Reiter wurde in der Fanø Klitplantage und auf der "Østre Hede" ein Reitwegsystem angelegt, das den Reiter durch die besondere Natur der Bepflanzung und der Heide führt. An mehreren Stellen gibt es Sprungmöglichkeiten. Reiten ist jedoch nur auf den mit einem Hufeisen gekennzeichneten Wegen erlaubt.
Das Verhalten in der Natur Missbrauch und Gedankenlosigkeit sind die grössten Gegner der Natur Fanøs. Wenn sie rücksichtlos behandelt werden, sterben die einzigartigen Naturgebiete. Doch auch kommende Generationen sollen die Möglichkeit haben, die wunderbare Natur auf Fanø zu erleben. Es gibt zahlreiche Regeln für das Verhalten in der Natur. Die wichtigste Regel is jedoch: Denke nach - und behandle die Natur mit Umsicht!
Öffentliche Verkehrsverbindungen Fährverbindung: Esbjerg-Fanø (halbstündlich im Sommer). Busverbindung: Nordby-Sønderho (im Sommer gelegentlich am Strand entlang).
Fanø Klitplantage Postvejen 40 6720 Fanø TIf. 75 16 36 83
Verwaltung Fanø wird vom staatlichen Forstbezirk Oxbøl verwaltet. , tlf. 76 54 10 20
Wanderungen in den Staatlichen Wäldern Ho Klitplantage und Blåvands Huk ist nummer 82 in die serie von Wanderungen in den Staatlichen Wäldern und sie ist auch im Druck erhältlich. Nur wenige in Deutshe sprache. Faltblätter mit Wanderungen in den Staatsforsten sind in Fremdenferkehrsbüros und Bibliotheken erhältlich.
Das Generaldirektorat für Forst und Natur, das dem dänischen Ministerium für Umwelt und Energie untersteth, verwaltet Gebiete im ganzen Land, die fast alle dänischen Naturformen umfassen. Beim betrieb der Staatsforste werden sowohl Produktions- und Freizeitzwecke als auch der Naturschutz berücksichtigt.
|