Budjonny
Um 1920 begann man in der Sowjetunion neue Rassen zu züchten. Der Budjonny, aus vielen Kreuzungen entstanden, ist ein typisches Ergebnis dieser Bemühungen. Ursprünglich war die Rasse als Kavalleriepferd angelegt, heute ist es auch ein gutes Reitpferd, auch für die Ansprüche internationaler Spring- und Dressurturniere und für Hindernisrennen.

Die Zucht
Der Budjonny wurde auf der Basis von Chernomor- (ähnlich dem Donpferd, aber kleiner und leichter) und Don-Stuten in der Kreuzung mit Vollbluthengsten gezüchtet. Auch kasachische und kirgisische Pferde wurden eingekreuzt, wenn auch weniger erfolgreich. Die Nachkommen wurden sorgfältig aufgezogen und systematisch gefüttert und mit zwei bis vier Jahren leistungsgeprüft. Von 657 ursprünglich für den Zuchtversuch eingesetzten Stuten waren 359 Anglo-Don-Pferde (eine Vollblutkreuzung), 261 Anglo-Don x Chernomor und 37 Anglo-Chernomor-Pferde. Diese Stuten wurden Anglo-Don-Hengsten zugeführt, Halbblütern, die als Basis für die Zucht gelten. Stuten mit nicht genügend Vollblutausdruck wurden hingegen mit Vollblütern gekreuzt.
Die Rasse züchtete Marshal Budjonny im Armeegestüt Rostow. Hochselektive Zucht führte zu schnellen, ausdauernden Reitpferden und guten Trabern. Durch die Rückkreuzung mit Vollblütern entstanden hervorragende Tiere für den Turniersport.

~ Herkunftsland: Russland
~ Farben: Füchse oder Braune, oft mit Goldschimmer, ein Erbe von den Don-Pferden. Rappen sind äußerst selten.

~ Größe: 1,54m bis 1,63m, 1,60m ist das Idealmaß
~ Körperbau: kleiner Kopf, kräftiger Hals, lange und schräge Schultern, starker kompakter Rumpf, lange und gerundete Kruppe, trockene und harte Extremitäten, tiefangesetzter Schweif
~ Kopf: der Kopf ist trocken, die Adern sind durch die feine weiche Haut sichtbar. Er ist gerade oder mit leicht konkaven Profil. Er ist hübsch und qualitätsvoll mit deutlichem Vollbluteinschlag.
~ Hals und Schultern: Der lange gerade Hals sitzt auf einer gut angelegten Schulter mit hohem Widerrist.
~ Maße: Die angestrebten Mae sind: Rumpflänge 164,4 cm, Brustumfang 191,9 cm und Röhrbeinumfang im Bestfall 20,8 cm.
~ Hinterbeine: Obwohl der Budjonny viele positive Qualitäten eines Vollblüters geerbt hat, sind die Gebäudefehler dieser Zucht mehr oder weniger auffällig. Der schlimmste dürften die weiche Struktur der Hinterbeine sein.
~ Knochen: Die Fesseln sind korrekt gestellt. Die Knochen erscheinen im Vergleich zum Körper sehr leicht, aber die mittelgroßen Hufe sind wohl geformt.
~ Vorderbeine: Früher standen die Vorderbeine zu breit auseinander, wodurch der Gang unbeholfen wirkte. Vor allem Don-Kasache Kreuzungen litten unter diesem Fehler.
