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Hier findet ihr einige Informationen zu Nystagmus (ist von einer Homepage, die ich leider´nicht mehr finden kann und somit kann ich den Link hier nicht reingeben):
Nystagmus wird durch unwillkürliche Augenbewegungen ("Augenzittern") charakterisiert, die häufig die Sehschärfe deutlich herabsetzen. Insgesamt kommt Nystagmus bei etwa 1 von 1000 Menschen vor. Nystagmus kann entweder angeboren oder erworben sein. Der angeborene Nystagmus ist der häufigere und tritt in 2 Formen auf: Die häufigere Form ist der sensorische Nystagmus, der mit einer Sehbehinderung einher geht. Seltener ist der motorische Nystagmus, der ohne Sehbehinderung auftritt und bei dem die Sehschärfe in der Regel auch gute bis fast normale Werte erreichen kann.
Symptome und Folgen des Nystagmus: Bei erworbenem Nystagmus wird das Augenzittern von den Betroffenen bemerkt, es kommt zu dem Eindruck, daß die Umgebung instabil ist (wackelnde Bilder). Dies ist beim angeborenen Nystagmus nicht der Fall. Der Patient bemerkt das Augenzittern selber nicht. Hier jedoch steht die in der Regel vorhandene Sehbehinderung im Vordergrund. Eine Sehbehinderung kann nicht durch Brillen völlig ausgeglichen werden, obgleich Brillen oder Kontaktlinsen den Seheindruck oft wesentlich verbessern.
Der Nystagmus ist nicht immer gleich. Es kommt in der Regel in den ersten Lebensjahren zu einer Abnahme des Nystagmus, der etwa um das 6. Lebensjahr herum keine großen Veränderungen mehr aufweist. Betroffene mit Augenzittern merken, daß das Augenzittern abhängig von innerer Anspannung, Streß und Müdigkeit ist. Bei manchen Patienten mit Nystagmus gibt es eine sog. Null- oder Neutralzone, in der der Nystagmus beruhigt ist. Diese Neutralzone wird oft durch eine kompensatorische Kopfzwangshaltung eingenommen. Zum Beispiel kann das Augenzittern durch eine Kopfrechtswendung (Kopflinkswendung, Kinnsenkung, Kinnhebung) beruhigt werden. Dies kann eventuell therapeutisch mit einer nystagmusberuhigenden Operation ausgenutzt werden.
Manche Patienten mit Nystagmus brauchen, um feine Dinge wie z.B. Lesetext aufzulösen, vergrößernde Sehhilfen. Ebenso sollte auf eine gute Beleuchtung und auf guten Kontrast geachtet werden.
Ursachen und Einteilung von Nystagmus Angeborener pathologischer Nystagmus (abweichend vom Normalen, krankheitsbezogen) § Nystagmus bei angeborener Sehbehinderung (sensorischer Nystagmus) § Nystagmus ohne Sehbehinderung (motorischer Nystagmus) § Nystagmus bei kindlichem Schielen
Erworbener pathologischer Nystagmus (später auftretend) § Nystagmus bei neurologischen Erkrankungen § Nystagmus bei Störungen des Gleichgewichtssinnes § Nystagmus durch Medikamente / Drogen
Bewegungsmuster bei Nystagmus § Pendelnder Nystagmus § Rucknystagmus § Mischformen (Pendel-Ruck-Nystagmus) § Wellenförmiger (ondulierender) Nystagmus
Die häufigsten Formen des Nystagmus sind die angeborenen pathologischen Nystagmusformen, der motorische Nystagmus ohne Sehbehinderung und der sensorische Nystagmus im Rahmen einer Sehbehinderung.
Frühkindlicher Nystagmus (pathologischer "angeborener" Nystagmus) Früher wurde der frühkindliche Nystagmus meistens angeborener Nystagmus genannt. Diese Bezeichnung ist nicht ganz korrekt, da der Nystagmus in der Regel nicht bei Geburt vorhanden ist, sondern sich meist in den ersten 2-3 Lebensmonaten entwickelt. Ein frühkindliches Augenzittern ist meistens ein Zeichen einer weiteren zugrunde liegenden Augenerkrankung. Ein spontaner Nystagmus, der vor dem 6. Lebensmonat beginnt, wird in der Regel frühkindlich oder kongenital genannt, Nystagmusformen, die später beginnen, werden erworben genannt. Kinder mit frühkindlichem Augenzittern zeigen zwar gehäuft weitere Augenprobleme, jedoch keine anderen neurologischen Erkrankungen, wie dies bei erworbenem Nystagmus häufig der Fall ist.
Ursachen des frühkindlichen Nystagmus Prinzipiell sind drei Formen des frühkindlichen Nystagmus zu unterscheiden: - sensorischer Nystagmus als Begleiterscheinung einer angeborenen Sehbehinderung - motorischer Nystagmus ohne zusätzliche Sehbehinderung - Nystagmus bei frühkindlichem Schielen
Sensorischer Nystagmus Die häufigste Ursache des angeborenen Nystagmus ist eine angeborene beidseitige Sehbehinderung. Die Sehbehinderung muß immer an beiden Augen vorhanden sein; wenn nur ein Auge eine angeborene Erkrankung aufweist, kann das gesunde Auge gut sehen und es kommt nicht zu einem Augenzittern. Diese Form von Nystagmus, die mit einer Sehbehinderung einher geht, wird sensorischer Nystagmus genannt. In etwa 80% der Kinder mit frühkindlichem Nystagmus liegt eine Sehbehinderung dem Nystagmus zugrunde, der Nystagmus ist somit sensorisch (begründet im Sinnessystem Auge). Oft wird der Nystagmus für die Sehbehinderung verantwortlich gemacht, in der Tat ist es aber so, daß die zugrunde liegenden angeborene Augenschädigung dann erst zum Nystagmus führt. Die häufigsten Ursachen für den sensorischen Nystagmus sind Albinismus (zu wenig Farbstoff in den Augen, ggf. auch in der Haut und in den Haaren), Aniridie (Fehlen der Regenbogenhaut), Katarakt (angeborener grauer Star) sowie weitere spezielle Netzhaut und Sehnervenerkrankungen.
Ursachen für sensorischen Nystagmus Angeborene Hornhauttrübungen Angeborener grauer Star (Kararakt) Albinismus Aniridie (fehlende Regenbogenhaut) Angeborene Netzhauterkrankungen - Achromatopsie (totale Farbenblindheit) - Andere Erkrankungen der Netzhautsinneszellen - Kolobome (Fehlbildungen der Netzhaut) - Fortgeschrittene Netzhauterkrankung der Frühgeborenen
Angeborene Sehnerverkrankungen - Sehnervenschwund (Optikusatrophie) - Sehnervenfehlbildungen - zu kleine, fehlentwickelte Sehnerven - Kolobome des Sehnerven
Sehen, Sehschärfe bei Nystagmus Hier sei noch einmal darauf hingewiesen, daß Patienten mit frühkindlichem Nystagmus ihre Umgebung nicht als beweglich / bewegt / „zitternd" empfinden. Sie selber merken nicht, daß sich die Augen bewegen. Der Effekt des Augenzitterns ist vielmehr eine Verminderung des Kontrastes und eine Verschlechterung der Sehschärfe. Bei dem sensorischen Nystagmus kommt natürlich noch die zugrunde liegende Sehbehinderung dazu, die die Sehschärfe maßgeblich herabsetzt. Dies ist der Grund dafür, daß Therapiemaßnahmen, die das Augenzittern beruhigen, nicht zu einer völligen Wiederherstellung der Sehschärfe führen können. Die Sehschärfe ist also beim sensorischen Nystagmus von der Schwere der zugrundeliegenden Augenerkrankung abhängig und beträgt durchschnittlich 10 - 30%. Beim motorischen Nystagmus ist die Sehschärfe in der Regel besser und kann bis 80% betragen.
Nystagmusberuhigung in bestimmten Blickrichtungen Manche Patienten erleben, daß das Augenzittern in bestimmten Blickrichtungen geringer wird. Diese Blickrichtung nennt man Null- oder Neutralposition. In dieser Position ist in der Regel die beste mögliche Sehschärfe vorhanden. Da die Neutralposition häufig in einem Seitenblick (rechts, links, oben, unten) zu finden ist, nimmt der Betroffene kompensatorische (ausgleichende) Kopfhaltungen ein, um besonders scharf zu sehen. Dies fällt vor allem auf, wenn eine hohe Anforderung an das Sehvermögen gestellt wird (z.B. Ablesen von der Tafel). Bei einer Beruhigung des Nystagmus zum Beispiel bei Linksblick wird der Kopf zur rechten Seite gedreht ® die Augen schauen beim Geradeausschauen eher nach links. Man sollte Kinder nicht dazu anhalten, den Kopf gerade zu halten, da sie in dieser sog. Kopfzwangshaltung die beste Sehschärfe haben. Ab dem Alter von 4 bis 5 Jahren ist es ggf. möglich, durch eine Augenmuskelumlagernde Operation die seitlich liegende Neutralzone in den Geradeausblick zu verlegen und so die ruhigste Phase des Nystagmus in den Geradeausblick zu bekommen. Somit wäre dann auch die Kopfhaltung verringert bzw. ganz beseitigt. Bei manchen Patienten ist auch eine deutliche Beruhigung des Augenzitterns im Nahbereich zu verzeichnen, so daß die Nahsehschärfe wesentlich besser als die Fernsehschärfe in größerer Distanz ist. Bei manchen Menschen liegt eine Beruhigung des Augenzitterns vor, wenn ein Auge zur Nase schaut. Zudem findet man eine deutliche Beruhigung des Nystagmus bei geschlossenen Augen. Einige Kinder machen auch unwillkürliche Kopfbewegungen (head-nodding, Kopfnicken), wenn sie auf kleine Objekte schauen.
Nystagmusverstärkung Manche Situationen können zu einer Verstärkung des Augenzitterns führen. So findet man zum Beispiel bei besonders angestrengtem Schauen (Anforderungen an die Sehschärfe) eine Verstärkung des Nystagmus. Bei körperlicher und psychischer Belastung und unter Stress kann es ebenfalls zur Nystagmusverstärkung kommen, was sich gerade in Prüfungssituationen unangenehm bemerkbar machen kann. Unangenehme Blendung und Lichtempfindlichkeit kann ebenfalls zur Nystagmusverstärkung führen.
Schielen Bei angeborenem Nystagmus findet sich häufig eine schlechtere beidäugige Zusammenarbeit, das räumliche Sehen ist nicht so gut oder gar nicht ausgebildet. Dies begünstigt eine Schielstellung (Innenschielen oder Außenschielen eines Auges). Schielen tritt häufiger beim sensorischen Nystagmus als beim motorischen Nystagmus auf.
Es gibt keine Heilung für Nystagmus. In seinem natürlichen Verlauf nimmt der Nystagmus ohnehin in den ersten Lebensjahren in der Regel ab. Für die meisten Patienten, insbesondere für die mit sensorischem Nystagmus wird er jedoch ein Leben lang nachweisbar bleiben. Operative Nystagmusberuhigung Am vielversprechendsten bezüglich der operativen Therapie sind hier die Muskelumlagerungsoperationen bei den Patienten, die Kopfzwangshaltungen einnehmen, um möglichst scharf zu sehen. Augenmuskeln werden so umgelagert, daß die seitliche Blickrichtung mit der ruhigeren Nystagmusphase in den Geradeausblick kommt. Wenn der Nystagmus in der Nähe deutlich ruhiger ist, gibt es auch hier Möglichkeiten zur operativen Beruhigung. Operationen zur Nystagmusberuhigung erfordern eine sehr sorgfältige Vorbereitung und eine ausreichende Kooperation des Patienten, so daß sie frühestens ab dem 3. - 4. Lebensjahr, meist noch später durchgeführt werden. Ein weitere Grund, bis dahin zu warten, ist die Tatsache, daß der Nystagmus ohnehin in den ersten Lebensjahren eher ruhiger wird. Die Vorbereitung und Durchführung von nystagmusberuhigenden Operationen sollte an Zentren durchgeführt werden, an denen eine ausreichende Erfahrung mit Nystagmuspatienten vorliegt und die Untersuchungsmethoden durchgeführt werden, die vor einer Operation angezeigt sind. Bewährt hat sich als Vorbereitung zur Operation die sogenannte Nystagmographie: dies ist eine Ableitung der Nystagmusbewegungen beider Augen mit einer graphischen Darstellung der Augenbewegungen und Berechnung der Nystagmuswerte. So kann genau festgelegt werden, in welcher Blickrichtung der Nystagmus um welches Ausmaß reduziert ist, eine Operation kann so optimal geplant werden. Bei Nystagmus gibt es eine Vielzahl alternativer Therapieansätze, die jedoch bislang wissenschaftlich keinen gesicherten Effekt gezeigt haben und auch umstritten sind, so z.B. Biofeedback, Medikamente, Hypnose, Akupunktur und Nackenmassage.
Schule und Ausbildung für Patienten mit Nystagmus Die Sehschärfe ist bei Nystagmus in der Regel zwar deutlich reduziert, aber bei geeigneter Unterstützung wird ein Kind mit Nystagmus durchaus eine Regelschule besuchen können. Da Nystagmus insgesamt selten ist, sollten jedoch die Erzieher und Lehrer des Kindes über Nystagmus informiert werden, bevor das Kind den Regelkindergarten oder die Regelschule besucht. Die Lehrer sollten darauf aufmerksam gemacht werden, daß das Kind sehbehindert ist und Unterstützungen braucht, um gut mitzukommen. Zum Beispiel sollte bei Fotokopien auf einen ausreichend guten Kontrast geachtet werden, Kopien eventuell vergrößert werden. Schultafeln sollten sauber geputzt sein, da verschmierte Tafeln den Kontrast senken. Bei Patienten, die eine Sehbehinderung haben, die mit Blendung einhergeht, sollte in der Klasse auf eine Sitzordnung geachtet werden, die Blendung vermeidet (nicht direkt neben dem Fenster). Dem Kind sollte gestattet werden, vorne in der Klasse zu sitzen und an die Tafel vorzugehen, um Dinge besser zu erkennen. Bewährt haben sich Integrationshilfen: ein Lehrer einer Sehbehinderten- und Blindenschule kommt stundenweise in die Regelschule, schaut nach dem Kind, wie es zurechtkommt und bespricht mit den Lehrern des Kindes die Situation, gibt Tips zur Verbesserung bei eventuellen Problemen. Wenn das Kind älter wird, ist abhängig von der Sehschärfe gegebenenfalls die Zeit für erste vergrößernde Sehhilfen gekommen. Hier gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, so z.B. Lupen, Speziallesebrillen, Lesestäbe, diese sind alle für den Nahbereich. Für den Fernbereich gibt es kleine praktische Fernrohre, um auch in größerer Distanz feine Details erkennen zu können. Je nach dem Entwicklungsstand des Kindes können bald verschiedene vergrößernde Sehhilfen angepaßt werden.
Im späteren Leben und hinsichtlich einer Berufsausbildung sollte man darauf achten, mit dem Computer gut umgehen zu können. Der Computer ist ein sehr guter Arbeitsplatz für Sehbehinderte. Die früher landläufige Meinung, Computer seien augenschädlich, trifft nicht zu. Die Bildschirme sind heute sehr strahlungsarm, so daß man auch dicht an sie herangehen kann. Am Computer besteht die unschätzbare Möglichkeit, Texte und Textausschnitte zu vergrößern, so daß auch der Sehbehinderte sie problemlos lesen kann. Auch können mit den modernen Computerprogrammen die Schaltflächen vergrößert werden. Des weiteren gibt es für sehbehinderte Computerbenutzer spezielle Low-Vision- Software, die die Bildschirmoberfläche des Computers vergrößert. Die Vertrautheit mit dem Computer ist auch wichtig für die Zukunft, da immer mehr Berufe auf der elektronischen Datenverarbeitung basieren. Als weitere vergrößernde Sehhilfen im Erwachsenenalter stehen dann noch elektronisch vergrößernde Sehhilfen, wie Bildschirmlesegeräte, zur Verfügung.
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