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Zwei Minuten fehlen zum fünften Sieg

88 Minuten lang sah Bayer 04 Leverkusen im Testspiel gegen Galatasaray Istanbul in Lustenau/Österreich wie der Sieger aus. Doch 120 Sekunden vor dem Abpfiff schaffte Felipe vom Elfmeterpunkt den Ausgleich. Zuvor hatte Thomas Brdaric mit seinem Treffer in der elften Minute Bayer in Führung geschossen.
Trotz der zuletzt harten Trainingseinheiten präsentierte sich Bayer im ersten Abschnitt erstaunlich frisch und hellwach. Schon nach elf Minuten traf Thomas Brdaric vom Fünfmeterraum, nachdem Jan Simak kurz zuvor am Gala-Torwart gescheitert war.

Besonders überzeugend trumpften die Neuzugänge Juan und Hanno Balitsch auf, auch Thomas Kleine spielte eine mehr als solide Partie. Hätte der emsige Daniel Bierofka Sekunden vor der Halbzeit den Querpass auf Thomas Brdaric gewählt anstatt selbst zu schießen, wäre Bayer wahrscheinlich mit einem 2-Tore-Polster in die Kabinen gegangen.

Galatasaray nur nach Standards gefährlich

Die Türken hatten im hart umkämpften ersten Durchgang nur wenig entgegen zu setzen, konnte nur bei Standardsituationen Gefahr verbreiten.

Nach dem Seitenwechsel drängten die Türken auf den Ausgleich. Bei Bayer wurde die Müdigkeit deutlicher sichtbar, nach zahlreichen Wechsel war der Spielfluss natürlich dahin.

Galatasaray drängt auf den Ausgleich

Leverkusen wehrte sich bis zur 88. Minute erfolgreich. Dann brachte Thomas Kleine den ehemaligen Bayern-Stürmer Berkant Göktan im Strafraum zu Fall und dem Schiedsrichter blieb keine andere Wahl als auf den Punkt zu zeigen.

Den Elfmeter verwandelte Felipe zwei Minuten vor dem Abpfiff zur Freude der gut 5000 Türken unter den 10.000 Zuschauern, obwohl Frank Juric die Ecke erahnt hatte.

Bayer 04: Juric - Sebescen (80. Bozic), Kleine, Juan, Dzaka (75. Pogatetz) - Bierofka (46. El Kasmi), Balitsch (63. Ojigwe), Vranjes, Simak (80. Dogan), Brdaric (46. Babic), Berbatov (63. Franca)
Tore: 1:0 Brdaric (11.), 1:1 Felipe (88., FE)

 

 

2002/07/24
"Dann greifen wir richtig an"

Die Stärke einer Spitzenmannschaft soll in der Breite liegen. Besser gesagt, in der Vielzahl an etwa gleichstarken Spielern, die eine lange Saison bis zum Ende auf gleichhohem Niveau durchhalten können. Nimmt man Bayers erstes Pflichtspiel der Saison zum Maßstab, dann darf sich der Leverkusener Fan auf eine erfolgreiche Saison freuen.
Denn das Team ohne sechs WM-Fahrer, ohne Jens Nowotny und Ulf Kirsten und ohne die München-Abgänger Michael Ballack und Ze Roberto marschierte am Mittwochabend ins Halbfinale des DFB-Ligapokals. Nach dem 1:0-Sieg gegen Werder Bremen geht es am Montag in Meppen gegen Pokalsieger Schalke.

Und was hatte Bayers verstärktes B-Elf spielerisch zu bieten? Im ersten Abschnitt eine solide Leistung. Die reichte nicht an die wirklich starken 45 Minuten gegen Galatasaray am Sonntag, aber beim SV Werder stand schließlich die Wunschelf von Trainer Thomas Schaaf auf dem Platz.

Juan und Juric stark

Zwei Fernschüsse von Zoltan Sebescen und Jan Simak brachten einen Hauch von Torgefahr, enger wurde es kurz vor der Pause. Daniel Bierofkas Flanke erwischte Dimitar Berbatov einen Tick zu spät am langen Pfosten.

Dass hinten nicht viel anbrannte, lag einmal mehr an Juan. Die Eleganz in Person dürfte der sicherste Kandidat aller Neuzugänge für einen Stammplatz sein. Hinter Juan überzeugte erneut Keeper Frank Juric. Klasse, sein Reflex bei Tjikuzus Flachschuss nach einer halben Stunde. Er hat das durchaus das Zeug, näher an Jörg Butt heran zu rücken.

Sebescen entscheidet

Im zweiten Durchgang kamen die Fans schon eher auf ihre Kosten. Beide Teams schalteten einen Gang höher, der Strafraum füllte sich. Berbatov – gewohnt elegant, gewohnt lässig – schoss erst Bremens Torwart Borel an den Kopf, den Nachschuss an die Bande (52.).

Einer der bisherigen Gewinner der Vorbereitung wurde in Lübeck zum Matchwinner. Kapitän Zoltan Sebescen hielt aus 17 Metern mutig drauf und traf rechts oben (62.). „Wir haben das Spiel gewonnen, aber wir können sicher besser spielen“, drohte der Torschütze der Konkurrenz.

"Dann greifen wir richtig an“

Auch Toppi „hatte kein tolles Spiel gesehen“, aber die Mannschaft habe gut gestanden und seine Vorgabe zu Null zu spielen gut umgesetzt. „Nach der harten Zeit in der Schweiz fehlte ganz klar die Spritzigkeit“, analysierte Toppi.

Mit der Gewissheit der Rückkehr der letzten WM-Fahrer am Freitag wurde Reiner Calmund ganz warm ums Herz: „Wir warten sehnsüchtig auf unseres WM-Fahrer. Dazu kommen auch bald Boris Zivkovic, Ulf Kirsten und Christoph Preuß. Dann greifen wir richtig an.“

Wolfgang Holzhäuser darf mit mindestens 511.000 Euro Prämie kalkulieren. Die bekommt schon der unterlegene Halbfinalteilnehmer. Der Ligapokal-Sieger kassiert1,27 Millionen Euro, der Zweite 890.000 Euro.

Bayer 04: Juric - Kleine, Juan, Placente - Sebescen, Vranjes, Balitsch, Simak, Bierofka (72. Hejduk) - Berbatov (88. Dzaka), Brdaric (57. Franca)
Werder Bremen: Borel - Baumann, Verlaat, Krstajic - Stalteri, Tjikuzu, F. Ernst, Magnin - Lisztes (67. Banovic) - Charisteas, Ailton
Tore: 1:0 Sebescen (62.)
Zuschauer in Lübeck: 10.000

 

2002/07/27
Nationalspieler reden vom Titel

Dreifache Samba-Power für Bayer: Juan, Lucio und Franca (v.l.)
Gut erholt sahen sie aus, die sechs WM-Nachzügler. Pünktlich zu Bayers offizieller Saisoneröffnung präsentierten sich Lucio, Jörg Butt, Carsten Ramelow, Bernd Schneider, Oliver Neuville und Yildiray Bastürk den Fans.
Klar, dass das Sextett den meisten Beifall der Fans einheimste. Weltmeister Lucio, der sich zwischen seinen Landsleuten Franca und Juan sichtlich wohlfühlte, hat auch mit Bayer einiges vor.

"Ich fühle mich in Leverkusen fast schon so wohl wie in Brasilien. Ich glaube, dass wir eine gute Saison spielen werden und endlich Meister werden können."

Abgänge kein Problem

Bernd Schneider freut sich, "dass es endlich wieder losgeht." Er ist überzeugt, die Abgänge problemlos zu verkraften. "Das haben wir schon nach Stefan Beinlich, Emerson oder Robert Kovac geschafft. Irgendwann holen wir die Meisterschaft und ich glaube, dass es dieses Jahr so weit ist", so "Schnix", der sich ein Zusammenspiel mit Jan Simak gut vorstellen könne.

Obwohl erst am Freitag zurückgekommen, ist Carsten Ramelow von der Mannschaft total überzeugt: "Wir haben uns sehr gut verstärkt, die Stimmung ist absolut positiv. Wir werden wieder oben mitspielen."

Calles coole Geschichte

Ein Ziel, das Yildiray Bastürk, Jörg Butt und Oliver Neuville ebenfalls anpeilen - wenn möglich mit "schönem Fußball" (Bastürk).

Dass Bayers Spieler Wort halten, bestätigt Calle Ramelows coole Geschichte vor der Weltmeisterschaft: "Als ich mit Bernd Schneider mit dem Taxi nach Frankfurt zum Flughafen zur WM nach Japan gefahren bin, habe ich dem Fahrer gesagt, dass er uns im Juli wieder abholen kann."

Das Endspiel fand bekanntlich am 30. Juni statt...
 
 
2002/07/29
Pokalrevanche missglückt

Auf dem Weg ins Finale ist Bayer 04 an Schalke hängen geblieben. Der DFB-Pokalsieger gewann das Ligapokal-Halbfinale 2:0 und spielt im Endspiel gegen Hertha oder Dortmund.
Die ersten 15 Minuten passten zum Wetter: noch fast 30 Grad in der Sonne, Lust zum Fußball spielen mit höchstem Tempo merkte man keinem der 22 Halbfinalisten an.

Es war Bayer 04, das die Zuschauer zu erstem Beifall animierte. Daniel Bierofkas 20m-Schuss drehte Rost um den Pfosten (16.), ein direkter Freistoß von Jan Simak kratzte den Außenpfosten (18.).

Frühes Tor von Waldoch

Wie schnell und simpel Tore geschossen werden können, zeigte Minuten später der DFB-Pokalsieger. Hajto warf lang ein, Agali verlängerte und Waldoch – einen Tick schneller als Thomas Kleine – hob den Ball über den verdutzten Frank Juric (20.).

Fast der letzte Höhepunkt vor der Pause, ehe Bayer noch einmal auf den Ausgleich drängte: Ein Solo von Bierofka endete im Toraus, einen Vorstoß von Juan stoppte Rost am Elfmeterpunkt.

Sebescen sauer

„Wir haben die besseren Chancen, stehen gut, lassen eigentlich nur eine Chance zu und liegen zurück. Das ist schon ärgerlich“, so Zoltan Sebescen auf dem Weg in die Meppener Kabine.

Dort blieb Marko Babic, Ulf Kirsten kam als zweiter Stürmer neben Thomas Bdraric. Und wieder brauchte es eine unspektakuläre Viertelstunde, bis es wieder vor dem Schalker Tor brannte. Bierofka zog flach vom Strafraum ab, Rosts linker Fuß war blitzschnell ausgefahren.

Elfmeter entscheidet

Bayer danach im Aufwind, nur im Abschluss zu harmlos. Thomas Brdaric mit wenigen guten Szenen, Jan Simak rannte sich zu oft fest. Effektiver nutzte der FC Schalke seine Chancen.

Traf van Hoogdalem nach Möllers Ecke noch die Latte, lag der Ball eine Minute später im Netz hinter Juric. Bayers Keeper rutschte Agali unfair in die Parade und Hajto verwandelte den Elfmeter sicher zum 2:0 (75.). Natürlich die Entscheidung, zwei weitere Chancen der Blau-Weißen machte Juric zunichte.

„Wir sind gar nicht ins Spiel gekommen. Da war zu wenig Bewegung und keine Aggressivität. Irgendwie hatten alle die Saisoneröffnung in den Beinen. Aber in Holland bringen wir alle auf Trab und dann geht’s in der Bundesliga richtig los“, bilanzierte Toppi. Als Trostpflaster bleiben Bayer 511.000 Euro in der Kasse.

FC Schalke 04: Rost, Oude Kamphuis (67. Asamoah), Hajto, Waldoch (37. van Hoogdalem), Matellan, Poulsen, Vermant, Böhme (46. Kmetsch), Möller, Agali, Sand
Bayer 04: Juric, Sebescen, Kleine, Juan, Placente, Balitsch (71. El Kasmi), Vranjes, Bierofka, Babic (46. Kirsten), Simak, Brdaric
Tore: 1:0 Waldoch (20.), 2:0 Hajto (75. FE)
Schiedsrichter: Uwe Kemmling


Quelle: http://www.bayer04.de.



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