Tabak

 

Die Geschichte des Tabaks

 

Als Christoph Kolumbus vor 500 Jahren erstmals seinen Fuß auf amerikanischen Boden setzte entdeckte er, dass sich die Indianern ein bestimmtes Kraut in Blätter einrollten, das so entstandene Rohr in Brand steckten und am andern Ende genüsslich den Rauch einzogen. "Tabagos" nannten die Indianer ihr Rauchgerät - und meinten damit die zur ersten Zigarre gerollten Blätter.  Zu Beginn des 16. Jahrhunderts glaubten Botaniker und Ärzte an den Höfen Spaniens und Portugals, den wahren Zweck des Tabaks entdeckt zu haben. Sie wollten damit alle erdenklichen Arten von Krankheiten kurieren. Und als Jean Nicot, der französische Gesandte in Portugal, 1560 erstmals Tabaksamen an den Hof nach Paris schickte, um den König von seiner Migräne zu kurieren, schien das Heilmittel Tabak endgültig seinen Siegeszug um die Welt antreten zu können. Doch aus der königlichen Medizin wurde nichts.

Als Genussmittel blieb Tabak jedoch noch längere Zeit verpönt. Im 17. Jahrhundert wurden die von den ottomanischen Sultanen erwischten Raucher wegen der Gefahr eines Brandausbruches auf der Stelle getötet. In Russland wurden die ertapten  Raucher ausgepeitscht. Es kam sogar vor, dass sie jenen, die rückfällig wurden, die Nase abschnitten. Die neue Mode war danach das Schnupfen oder das Kauen von Tabak.

Der neue Trend zieht sich von Spanien nach England über ganz Europa hin und hat sich so überall aufgedrängt. Rund 200 Jahre später tauschten Russen, Türken,

Engländer und Franzosen nicht nur Hiebe, sondern auch ihre Rauchgewohnheiten aus. Das war die Geburtsstunde der Zigarette.

Kurz darauf, im Jahre 1867, wurde die Zigarettenmaschine erfunden. Die Einstellung gegenüber dem Tabak nahm jetzt auch in der Politik eine positive Wende. Der Tabakanbau wurde gefördert und geschützt, die Tabakprodukte hingegen einer Steuer unterstellt. Im 18. Jahrhundert konnte sich das Tabakrauchen in Europa definitiv etablieren.

Anbaugebiete:

Die wichtigsten Anbaugebiete in Europa liegen in Griechenland (54 770 Hektar Anbaufläche) und Italien (37 680 Hektar Anbaufläche), in Deutschland wird auf insgesamt 4 600 Hektar Fläche Tabak angebaut, vor allem in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, in Österreich auf 120 Hektar.Das nördlichste Tabakanbaugebiet Europas befindet sich in Brandenburg - International wesentlich bedeutendere Tabakanbauregionen sind: USA, Mittelamerika (insbesondere Kuba und Dominikanische Republik), Brasilien, Malawi, Java, Sumatra, Indonesien. Bedeutende Unternehmen der Tabakindustrie sind Altria (Marlboro), British American Tobacco (Lucky Strike), Japan Tobacco (Camel - außerhalb der USA) und Imperial Tobacco (West; Drum).

Das Aroma des Tabaks ist jeweils von Sorte, Anbaugebiet und Aufbereitung abhängig.

Tabakarten:

Heute sind 65 Tabaksorten bekannt. Sie unterscheiden sich stark in ihren Formen. Gemeinsames Merkmal ist das spezifische Gift Nikotin, das nur Tabakpflanzen in den Wurzeln produzieren.

Als Nutzpflanze haben nur zwei Arten wirtschaftliche Bedeutung, die zahlreiche Varietäten (Varietät = geringfügige abweichende Formen einer Pflanzenart)  bilden. Die verbreitetste

Tabakssorte ist der Virginische Tabak, zu der nahezu alle heute angebauten Sorten gehören. Vereinzelt wird außerdem noch Bauerntabak angebaut, und es gibt auch zahlreiche Ziertabak-Arten.

 

Virginischer Tabak (Nicotiana tabacum)

Die bedeutendste Tabakart, der Virginsche Tabak hat rosarote Blüten mit fünf Blütenblättern, wobei sich die Formen zwischen zwei extremen Varietäten bewegen: Einerseits pyramidenförmig wachsende Pflanzen mit langen, gewinkelten und gewellten Blättern sowie langen Blütenkelchen, andererseits kugelförmig wachsende Varietäten mit breiten, ebenen Blättern und kurzen, glockigen Blütenkelchen. Die wichtigsten der heute über 600 angebauten Zuchtsorten des Virginischen Tabaks können nach Verwendungsart im wesentlichen in folgende Grundtypen unterteilt werden:

 

·Virginia: Hochwachsende, breitblättrige Tabaksorten. Überwiegend werden die stark zuckerhaltigen hellen Virginiasorten als Fülltabak für Zigaretten- und Pfeifentabak angebaut. Sie werden heißluftgetrocknet und können somit vier Tage nach der Ernte verarbeitet werden.

 

·Burley: Brauner, pyramidenförmig wachsender Tabak mit vergrößerter Zellstruktur, die zu einer hohen Absorptionsfähigkeit für Aromastoffe führt. Diese Sorte wird vorwiegend für Zigaretten- und Pfeifentabak verwendet.

 

·Orientsorten: Kleinwüchsige, zumeist sehr zuckerhaltige und nikotinarme Varietäten, die an die kargen, trockenen Böden des östlichen Mittelmeerraums angepasst sind. Wegen ihres hohen Anteils an aromatischen Ölen und Harzen werden diese Tabake als Würztabak für Zigaretten- und Pfeifenmischungen verwendet.

·Dunkle luftgetrocknete Tabake (DLT): Alle Zigarrentabaksorten, die 2-3 Monate in Trockenscheunen aufgehängt und anschließend fermentiert werden.

 

Bauerntabak

Der gelbblühende, strauchig wachsende Bauerntabak wird heute nur noch in Russland und in einigen osteuropäischen Staaten angebaut. Bekanntestes Produkt des Bauerntabaks ist die russische Machorkazigarette. Wegen seines Geruchs wird er auch Veilchentabak genannt.

 

Verwendung

 

Die geschnittenen, getrockneten Tabak-Blätter können in Tabakspfeifen oder gedreht als Zigaretten, Zigarillos und Zigarren geraucht werden. Das giftige Nikotin wird dabei zu großen Teilen verbrannt. Weniger verbreitet ist der Konsum in Form Kautabak und Schnupftabak.

Durch den hohen Nikotinanteil kann der Verzehr auch nur geringer Mengen zum Tod durch Atemlähmung führen.

 

 

 

Nikotinsucht

Unter Nikotinsucht versteht man Gewöhnung und Abhängigkeit an den Stoff Nikotin, die sich bei regelmäßigem Konsum von Tabakprodukten einstellt (vor allem Zigaretten, auch bei Zigarillos oder Zigarren, Tabakspfeifen und Schnupf- und Kautabak möglich). Es können sowohl physische (körperliche) wie auch psychische (geistige) Symptome auftreten, wie der Bronstein-Defekt.

Tabakrauchen als Erzeuger von Nikotinabhängigkeit ist neben Alkohol und Koffein eine der in westlichen Ländern am weitesten verbreiteten legalen Drogen.

Nikotin ist verantwortlich für die Sucht nach Tabakerzeugnissen. Abhängig von der persönlichen körperlichen Verfassung, Lebensphase, Stimmung Umfeld bietet Nikotin ein sehr hohes Suchtpotential und kann sehr schnell zu Suchtverhalten führen.

Nach Meinung von Experten ist das Suchtpotenzial von Nikotin vergleichbar mit dem vom Heroin, da die erste Zigarette bereits zur körperlichen Abhängigkeit führen kann.

 

Mögliche Krankheiten/Körperschädigungen durch Tabakkonsum

 

Die Wirkung des Tabaks ist in höchstem Maße gesundheitsschädlich!!!

Krankheiten: - Krebs: Kehlkopfkrebs, Lungenkrebs, Hautkrebs usw.

                    - chronische Bronchitis

- Magengeschwüre

- Kreislaufkrankheiten

- Herzkrankheiten wie z.B.: Herzinfarkte

- Erkrankungen der Atemwege

- Raucherbein

- Rauchen während der Schwangerschaft: verminderter Blutsauerstoff ->

  -> Schädigung des Fetus

 

                                                                                                       

   

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