Gebiss des Hundes

Referat: Alexander Rohne  

Hunde gehören zu den Raubtieren, auch Fleischfresser oder Karnivoren ( Carnivora ) genannt, und haben – zumindest in der ursprünglichen Anlage – ein entsprechendes Gebiss, das zum Ergreifen, Festhalten und Abwürgen von Beutetieren ebenso geeignet ist wie zum Abreißen und Abschneiden von Fleischteilen.

Für diese Tätigkeiten benutzt der Hund die Schneide-, Fang-, oder Reiß- sowie die vorderen Backenzähne. Mit den hinteren Backenzähnen kann er Knochen zermalmen.

Insgesamt hat ein erwachsener Hund 42 Zähne ( 20 im Oberkiefer und 22 im Unterkiefer ), das Milchgebiss der Welpen weist nur 28 Zähne auf.

 

 

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Quelle: Otterhound Kennel CREEKHIKER

Unterkiefer
Oberkiefer

1. 6 untere Schneidezähne

5.  6 obere Schneidezähne

2.  2 untere Fangzähne

6.  2 obere Fangzähne

3. 8 untere Vorbackenzähne 
       (Prämolaren)

7.  8 obere Vorbackenzähne 
       (Prämolaren)

4.  6 untere Backenzähne 
       (Molaren)

8. 4 obere Backenzähne 
       (Molaren)

Bei der Geburt des Hundes sind noch keine Zähne vorhanden, nach ca. 4 Wochen, manchmal auch etwas früher, brechen zunächst die Milchzähne im Unterkiefer durch. Mit Ende der sechsten Woche ist das Milchgebiss vollständig ausgebildet.

Es besteht im Ober- und Unterkiefer links und rechts jeweils aus:

-3 Schneidezähnen

-1 Fangzahn

-3 Prämolaren

Der vorletzte vordere Backenzahn des Oberkiefers und der letzte vordere Backenzahn im Unterkiefer arbeiten zusammen und bilden die Reißzähne.

Milchzähne sind graziler und spitzer geformt als die bleibenden Zähne und häufig leicht bläulich. Jeder Zahn besteht aus Zahnkrone, Zahnwurzel und Zahnhöhle.

Das Milchgebiss hat insgesamt 28 Zähne, es fehlen hier Prämolaren 1 ( 4 Stück ) und die Molaren ( 10 Stück ), die nur einmal für das bleibende Gebiss heranwachsen.

   Zahnwechsel: 

Der Zahnwechsel ist ein komplizierter Vorgang, der nicht schmerzfrei ist. Da auch die Milchzähne vollständig ausgebildete und – besonders am Fangzahn – lange Wurzeln besitzen, müssen diese durch den Druck der nachwachsenden Zahnkeime der zweiten Bezahnung resorbiert werden, das heißt aufgelöst werden.

Der Milchzahnwechsel kann durch spielerische Massage des Gebisses, z. B. durch Zerren lassen an Tüchern, Knabbern an Kauknochen positiv gefördert werden.

 Für den Zahnwechsel gelten folgende ungefähre Daten:

-          bis dritte Woche = zahnlos

-          ab sechste Woche = vollständiges Milchgebiss

-          ab dritten Monat = Beginn des Schneidezahnwechsels

-          ab sechsten Monat = vollständiges Dauergebiss

Einzelne Fachbegriffe über das Hundegebiss:    Linkangaben:
Ein weiterführender Abschnitt über Zahnstein:
thttp://www.otterhound.ch/z%E4hneA.htm
weitere tolle Gebißbilder auf Dalmaweb:
http://www.leveste.de/dalmaweb/gebiss.htm 

  Oberkiefer Unterkiefer
Schneidezähne     3/3                    3/3
Fangzähne  1/1      1/1

Vordere Backenzähne

( Prämolaren )

 4/4  4/4

Hintere Backenzähne

( Molaren )   

   2/2 3/3

                                                           

Als Reißzähne werden Oberkiefer P 4 und im Unterkiefer M 1 bezeichnet, sie sind mit den

Fangzähnen am deutlichsten und größten ausgeprägt.

Der Zahnaufbau:

Am Zahnaufbau sind drei Hartsubstanzen ( Zahnschmelz, -zement, -dentin ) beteiligt.

Der Zahnschmelz  ( 23 )bedeckt sich mit einer etwa millimeterdicken, sehr harten und auffallend weißen Schicht den freien Teil des Zahnes, die Zahnkrone. Das Zahnzement ( 29 ) besteht aus geflechtartigem Knochengewebe und reicht am Zahnhals ( 25 )an die Schmelzschicht und somit an die Zahnkrone heran und umgibt mit einer etwa millimeterdicken Schicht die gesamte Zahnwurzel. ( 28 )

Das Zahnbein ( 21 ) ist ein knochenähnliches Gewebe und besteht aus verkalkter Grundsubstanz und Kollagenfaserbündeln. Es bildet innen vom Schmelz- und Zementüberzug über die Hauptmasse des Zahnes und umgrenzt ´das Cavum dentis ( 27 ). Hier befindet sich das Zahnmark ( Zahnpulpa ) mit enthaltenen Nerven, Blut- und Lymphgefäßen, die durch das For. Apicis dentis ( 31 ) und anschließend durch den Canalis radicis dentis ( 30 ) in das Cavum dentis eintreten und in umgekehrter Richtung austreten.

  Bissstellungen des Hundes:

Bei den verschiedenen Hunderassen kann man häufig Gebissfehler feststellen. Das normale Hundegebiss nennt man Scherengebiss, bei dem die Zähne des Oberkiefers

( außer bei den hinteren Backenzähnen ) über die Außenflächen der unteren Zahnreihen greifen. ( z. B.: Schäferhund, Dobermann, Berner Sennenhund, und Deutsch Drahthaar )

Bei dem Zangengebiss stoßen die Schneidezähne aufeinander. ( z. B.: Bullterrier )

Durch die Zucht sind bei manchen Rassen Vorbiss und Unterbiss entstanden.

Bei dem Vorbiss greifen die unteren Schneidezähne vor die oberen. bei dem Unterbiss kommen die unteren Schneidezähne weit hinter den oberen zu liegen und berühren teilweise den Gaumen. 

Solche Gebissanomalien findet man etwa bei Boxer, Mops, English Bulldog und vielen Collies.

  Die vier Arten des Gebissschlusses im Schema:


Quelle:
Otterhound Kennel CREEKHIKER

  Zahnfehler ( angeborene Zahnunterzahl ) :

Das angeborene Fehlen einzelner oder mehrerer Zähne kommt sehr häufig vor.

Nachteile für die Zucht.

Wird meistens bei einer ersten züchterischen Beurteilung entdeckt.

Es muss abgeklärt werden, ob der Zahn tatsächlich fehlt oder ob es sich um einen verzögerten oder unvollständigen Zahndurchbruch handelt. ( Röntgenuntersuchung )

Zahnüberzahl:

Es kann auch vorkommen das ein Hundegebiss mehr als 42 Zähne aufweist, sollten die überzähligen Zähne die „regulären“ Zähne stören, müssen diese frühzeitig entfernt werden.

  Erworbener Zahnverlust:

Es kann auch vorkommen, dass Hunde im Laufe ihres Lebens durch Unfälle ( Beißereien, Misshandlungen, übertriebene Schutzhundarbeit Zähne verlieren oder beschädigt werden, dass sie vom Tierarzt entfernt werden müssen.

Sollte bei diesen sogenannten Unfällen ein Zahn ausgeschlagen werde, muss der Tierarzt überprüfen, ob auch der komplette Zahn entfernt ist. ( Gefahr v. Entzündungen des Kiefers! )

Karies, Zahnwurzelentzündungen und Parodontose können aber auch dazu Führen das der Zahn entfernt werden muss.

 Beißkraft:

Beißkraft ist ein Parameter, der im Rahmen einer besonderen Versuchsanordnung messbar ist

( Triska, 1924 ); die damaligen Untersuchungen beschränkten sich aber auf 24 Hund verschiedener Rassen und verschiedenen Alters, so dass ein Schluss auf besondere Beißkraft bestimmter Rassen nicht möglich ist. In Beschreibungen mancher Hunderassen wird zwar auf die besondere Beißkraft hingewiesen, wissenschaftlich abgesicherte Untersuchungen dazu sind aber nicht bekannt.

Dass die als zu den beißkräftigsten Hunden zu zählenden Mastini eine Tonne Beißkraft haben sollen, stammt vielleicht aus dem Milieu der Zuhälter oder Stammtisch-Angeber. Sie haben höchstens 350 Kilopond pro Quadratzentimeter Beißdruck. Ein Schäferhund ca. 180 kp. Zum Vergleich eine Hyäne als weitaus kräftigster „Beißer" unter den Hunde-Verwandten: 700 kp.   

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Zahnstein

Zahnstein kann bei jedem Hund mehr oder weniger, früher oder später auftreten. In jedem Mund halten sich die verschiedensten Bakterien, Mundflora genannt, auf. Wenn das natürliche Verhältniss der Mundflora gestört wird, vermehrt sich diese massenhaft und beginnt sich auf den Zähnen abzulagern.


Zahnbelag

An diesen Belägen (gelblich-grau bis bräunlich) bleiben kleinste Futterresten sowie Mineralsalze aus dem Speichel haften und bilden vom Zahnfleischrand ausgehend eine immer dickere und härtere Zahnsteinschicht, zum Teil bis über ganze Zähne. Schon bald wird der Zahnstein auf das Zahnfleisch drücken, die Folgen sind Entzündungen und Veränderungen des Zahnfleisches. Dies kann wiederum zu Zahnausfall und oder Zahnvereiterungen führen. Was für den Hund sehr unangenehm und schmerzhaft ist und durch den Tierarzt in Vollnarkose behandelt werden muss. Bei regelmässiger Gebisskontrolle wird ihnen dieser Belag sicher auffallen, zudem bildet sich ein übelriechender Geruch.

Sollte ihr Hund nicht mehr richtig fressen, kann das durchaus auch mal von Zahnschmerzen her rühren.

Plötzliche unerklärliche Probleme bei der Fährtenarbeit (Nasenarbeit) kann ebenfalls von Zahnproblemen kommen und sollte nie ausser acht gelassen werden.

Da die Zähne das wichtigste Werkzeug, bis ins hohe Alter, des Hundes sind, sollte man den Hund bereits als Welpe an eine gewisse "Mundhygiene" gewöhnen. Dies ist heutzutage mit den schmackhaften "Zahnpastas", speziell für Hunde hergestellt, ein leichtes. Man kann diese auf den Finger streichen um so die Zähne damit zu reiben oder benutzt dafür noch besser eine Zahnbürste. Bei regelmässiger Durchführung dieser Prozedur können sie bestimmt das schlimmste verhindern. Sollte ihr Hund mit dem Zähneputzen trotzdem Probleme haben, geben sie ihm harte Hundekuchen, Büffelhautknochen oder vom Tierarzt speziell zur Zahnreinigung hergestellte Kauartikel. So sollten die Zähne viele Jahre weiss bleiben.

 

Die Entwicklungsstufen des Gebisses vom neugeborenen Welpen, dem Durchbruch der Milchzähne und dem Zahnwechsel zum bleibenden Erwachsenegebiss:
siehe dazu ausführlich in Wort und Bild in vielen Skizzen: Bitte hier klicken.

 





Das Milchgebiss:

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