Ektoparasiten (Hautparasiten)

Ihr Hund kann schon im frühesten Alter mit Hautparasiten angesteckt sein.

Diese gehören meist in die Familie der Insekten, wie z.B. die Flöhe, oder zur Familie der Milben, zu denen Räude-und Ohrmilben zählen, sowie zu den Zecken. Der Befall mit Hautparasiten kann schwerwiegendere Erkrankungen verursachen als bloße Hautirritationen. Einige Parasiten wie Zecken und Flöhe sind Überträger schwerer infektiöser Erkrankungen. Dank der modernen Antiparasitika gibt es heute aber effektive und sichere Behandlungsmöglichkeiten, die auch auf Dauer regelmäßig angewendet werden können und so Ihren Welpen vor Neubefall schützen. 

Ein Floh ist ein kleines, flügelloses Insekt, das für seine extreme Sprungkraft bekannt ist. Er kann bis zum 1000fachen seiner Körpergröße springen. In den meisten Gebieten der Welt ist der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) nicht nur bei Katzen, sondern auch bei Hunden die am häufigsten vorkommende Flohart. Adulte Flöhe leben permanent im Fell und saugen als Nahrung das Blut von Katzen und Hunden. Schwerer Flohbefall kann bei Jungtieren zu Anämie (Blutarmut) führen. Flöhe stechen durchschnittlich 10mal pro Tag und können Blut mengen saugen, die dem 15fachen ihres eigenen Körpergewichtes entsprechen. Flohstiche verursachen Haut-irritationen und Juckreiz, die Kratzen, Scheuern und somit Hautschäden und -entzündung (Dermatitis) zur Folge haben können.

Ektoparasiten Flöhe Warum gegen Flöhe behandeln?

Bei empfindlichen Hunden können Flöhe, zusätzlich zu den durch Flohstiche verursachten Hautirritationen und dem Blutverlust, Auslöser einer Flohallergie-Dermatitis (FAD) sein. Die Hauptsymptome einer Flohallergie-Dermatitis sind massiver Juckreiz, Haarausfall und Hautentzündungen, vor allem im Bereich des Rückens, des Schwanzes, des Rumpfes, der Hüften und der Perianalregion. Der Schweregrad der FAD ist nicht proportional zur Anzahl der vorhandenen Flöhe,da bei allergischen Tieren bereits einige wenige Flohstiche genügen, um die Flohallergie-Dermatitis auszulösen. Die Flöhe verursachen zudem nicht nur massive Hautveränderungen, sondern übertragen auch den Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum) und andere Infektionserreger.

Der Lebenszyklus des Flohs

 

Flöhe haben ein sehr hohes Fortpflanzungspotenzial: weibliche Flöhe können bis zu 50 Eier pro Tag legen – und das über einen Zeitraum von mehr als 100 Tagen. Die Floheier fallen aus dem Fell des Tieres und entwickeln sich zu Larven, die sich unter Teppichen, Möbeln und sogar in den Rissen des Bodenbelages verkriechen. Sie ernähren sich von Flohkot, den man in Form von schwarzen Schmutzpartikeln im Fell des Tieres findet. Aus den Larven werden Puppen, in denen sich die Flöhe zu jungen adulten Formen entwickeln. Gut geschützt überleben sie hier für viele Monate.
Betritt ein potenzieller Wirt (Hund, Katze,  Mensch) den Bereich der verpuppten Flöhe, so werden die adulten Flöhe dazu angeregt, aus den Puppen zu schlüpfen. Der durchschnittliche Lebenszyklus des Katzenflohs (Ctenocephalides felis) beträgt bei feuchtwarmer Umgebung 3 bis 5 Wochen, kann aber unter kalten, trockenen Umweltbedingungen auch länger sein. Junge Flöhe können – in den Puppen geschützt – sogar sechs Monate oder länger überleben.

EKtoparasiten Wie kann man sich vor Flohbefall schützen?

Da Flöhe in beheizten Häusern und Wohnungen ideale Lebensbedingungen vorfinden, können sich unsere Haustiere das ganze Jahr über erneut infizieren, wobei die Hauptinfektionszeiten Frühling und Herbst sind. Nur die ganzjährige, routinemäßige Flohbekämpfung schützt Ihren Welpen vor Befall. Sprays oder Spot-On-Zubereitungen mit lang anhalten der Wirksamkeit machen eine Bekämpfung in größeren Abständen möglich und müssen nur alle ein bis drei Monate eingesetzt werden. Alle Tiere, die in Kontakt kommen (auch Katzen), müssen mitbehandelt werden, da sie für Hunde eine potenzielle Infektionsquelle darstellen. Bei massivem Befall, insbesondere wenn auch Menschen von den Flöhen gestochen werden, ist eine Behandlung der Umgebung empfehlenswert. Geeignete Mittel enthalten häufig Insektizide, die mit so genannten Insekten-Wachstumsregulatoren kombiniert sind, um die Eireifung und die Entwicklung von Larven zu verhindern.

Ektoparasiten Zeckenbefall

Kein anderer Parasit erregt beim Hundebesitzer so viel Besorgnis wie Zecken. Zecken verbringen im Gegensatz zu Flöhen die meiste Zeit ihres Lebens in der Umgebung. Für ihre Entwicklung benötigen sie jedoch Blut und saugen sich dazu bevorzugt an bestimmten Körperregionen wie Nacken, Gesicht und Ohren ihres Wirtstieres fest. Die Blutmahlzeit dauert im Allgemeinen mehrere Tage (3 bis 7 Tage, je nach Entwicklungsstadium). Zecken verursachen Hautentzündungen und bei massivem Befall Ixodes ricinus auch Blutarmut bei ihrem Wirt. Die hauptsächliche Bedeutung der Zecken liegt
aber in ihrer Rolle als Krankheitsüberträger.

Ektoparasiten Warum gegen Zecken behandeln?

Zecken sind schwer zu entfernen, da sie sich in die Haut des Hundes einbohren. Durch Kratzen und Belecken bei der Fellpflege können Hunde den Zeckenkörper selbst entfernen, aber es besteht hierbei die Gefahr, dass der Kopf der Zecke in der Haut stecken bleibt. Stellen, in denen sich noch der Zeckenkopf befindet,können sich eventuell infizieren;es kommt dann lokal zu Hautschwellungen oder -knoten. Das größere Risiko sind allerdings nicht die Hautveränderungen, sondern die durch Zecken übertragenen Infektionskrankheiten. Durch Zeckenstiche können auf Hunde verschiedene schwerwiegende und möglicherweise sogar tödliche Infektionserreger übertragen werden, z.B. die der Borreliose (Lyme Disease), Babesiose und Ehrlichiose. Blutausstrich mit Babesia canis, durch Zecken übertragener Krankheitserreger Wie können Sie Ihren Welpen vor Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden, schützen?

Keine einzelne Methode garantiert einen 100 %igen Schutz vor Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden. Deswegen müssen zur Behandlung mehrere verschiedene Maßnahmen ergriffen werden.

Die effektive Zeckenbehandlung:

Seien Sie vorsichtig: Produkte, die gegen Flöhe wirken, müssen nicht notwendigerweise auch gegen Zecken wirksam sein. Außerdem sollte die Behandlung in den empfohlenen Intervallen erfolgen, um einen wirksamen Zeckenschutz zu erzielen. FRONTLINE® tötet Zecken innerhalb von 24 bis 48 Stunden ab; die Zecken fallen ab, sobald sie abgestorben sind bzw. können leicht aus der Haut entfernt werden. Zecken können Schwellungen und Infektionen verursachen, wenn sie sich
in die Haut des Tiere einbohren.

Ektoparasiten Zeckenkontrolle

Es ist sehr wichtig, nach jedem Spaziergang das Fell und die Haut Ihres Hundes nach Zecken zu untersuchen. Kontrollieren Sie auch alle Hautfalten, die Innenseite der Ohrmuschel und die Zehenzwischenräume. Untersuchen Sie den Kopf und Halsbereich besonders gut! Das Risiko der Krankheitsübertragung durch Zecken ist i.d.R. erst nach zwei Tagen am größten, deswegen können Sie das Infektionsrisiko reduzieren, wenn Sie die Zecken rechtzeitig entfernen oder abtöten. Dermacentor „Buntzecke” (Überträger der Babesiose) Rhipicephalus, Braune Hundezecke (Überträger der Ehrlichiose) Ixodes ricinus, Holzbock (Überträger der Borreliose = Lyme Disease)

Ektoparasiten Haarlinge und Läuse

Die wichtigsten Haarlinge und Läuse des Hundes sind Trichodectes canis und Linognathus setosus. Es handelt sich um kleine, flügellose Insekten, die ihr gesamtes Leben auf dem Wirtstier verbringen und ohne dieses nur einige Tage überleben können. Sie werden durch direkten Kontakt oder kontamiMilben. Es werden nachfolgend einige der am häufigsten vorkommenden Milbenarten beschrieben.

Neotrombicula autumnalis oder „Herbstgrasmilbe” . Diese Milbenart ist nicht hundespezifisch, sondern befällt auch Katzen, Menschen und manchmal Pferde. Mensch und Tier werden nur von den Larvenstadien der Milben heimgesucht, die sich an der Haut anheften und dort Blut saugen. Jede Mahlzeit dauert ca. eine Woche. Massiver Larvenbefall an den Ohren oder zwischen den Zehen ist mit bloßem Auge nierte Bürsten, Kämme und Liegeplätze übertragen. Ihre Eier (Nissen) sind an den Haaren des Fells fest verankert. Läuse irritieren Hunde sehr und verursachen erheblichen Juckreiz, der eventuell massive Kratzwunden zur Folge hat. Läuse sind wirtsspezifisch, d.h. alle Hunde, die in Kontakt kommen, müssen behandelt werden, nicht aber Katzen. als eine Masse oranger Pünktchen” von 0,5 mm Größe erkennbar. Sie verursachen an den Befallsstellen beträchtliche Irritationen und eventuell auch Entzündungen.

Cheyletiellose oder „Wandernde Schuppen”

Der Befall tritt häufig in Haushalten mit mehreren Hunden, in Hundezwingern oder bei jungen Hunden auf. Diese Milbenart wird auf Hunde, Katzen, Kaninchen und vorübergehend auch auf Menschen übertragen, wo sie einen juckenden, roten Hautausschlag verursachen. Der Befall führt beim Hund zu Juckreiz und Hautabschilferungen oder Schuppen, insbesondere entlang des
Rückens. Diese Milben können in der Umgebung einige Wochen überleben. Bei der Behandlung ist es wichtig, alle in Kontakt kommenden Tiere zu kontrollieren und ebenfalls zu behandeln. Auch die Umgebung sollte analog einer Flohbekämpfung mit eingeschlossen werden. Oft sind adulte Hunde Träger, wobei sie selbst meist kaum Anzeichen zeigen.

Ohrmilben oder Otodectes-Räude

Ohrmilben leben in den Gehörgängen von Hund und Katze und sind außerhalb der Wirtstiere nur kurze Zeit überlebensfähig. Sie werden durch direkten Kontakt von Tier zu Tier übertragen, insbesondere erfolgt eine Übertragung durch befallene Muttertiere auf die Welpen. Eine Entzündung der Gehörgänge verursacht Irritationen, Kopfschütteln und Ohrenkratzen, in den Ohren sammelt sich braunes Sekret. Wenn Sie den Verdacht haben, dass sich bei Ihrem Welpen Ohrmilben eingenistet haben, wenden Sie sich bitte wegen der geeigneten Behandlung an Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt.

Sarcoptes-Räude

Die Räudemilben bohren sich in die Haut von Hunden und auch Füchsen ein. Diese Milbenart verbringt die meiste Zeit ihres Lebens in Hautbohrgängen. Sie kommt nur zur Fortpflanzung an die Oberfläche und um durch direkten Kontakt auf andere Tiere bertragen zu werden. Sie kann außerhalb der Wirtstiere nur kurz überleben und empfängliche Menschen vorübergehend befallen.
Eine Infektion mit diesen Milben hat massive Entzündungsreaktionen der Haut zur Folge. Die Hunde verletzen sich durch Kratzen selbst, dies führt zu abgegrenzten Hautläsionen, speziell an Ellbogen und den Hinterläufen. Infolge der Ausbreitung über den ganzen Körper kommt es zu Haarverlust, Krustenbildung, Hautverdickung und Geschwürbildung. In einigen Fällen tritt bei Sarcoptes-Räude auch eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes sowie eine generalisierte Erkrankung auf. Die
Behandlung muss durch eine Tierärztin/ einen Tierarzt erfolgen.

quelle : www.frontline.com



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