Der Welpe kommt ins neue zu Hause!
Die Ankunft eines Welpen sorgt immer für freudige Spannung und Aufregung. Manchmal ist es aber nicht so ganz einfach, das neue Familienmitglied in den Haushalt einzugewöhnen. Wenn Sie mit Ihrem neuen Mitbewohner eine gute und vergnügliche Beziehung aufbauen wollen, dann sollten Sie einige wichtige Regeln beachten.
Die ersten Wochen des Zusammenlebens prägen das zukünftige Verhalten Ihres Hundes und sind zugleich die Grundlage für die Interaktion zwischen Ihnen und Ihrem Tier. Um Kommunikationsprobleme oder Missverständnisse zu vermeiden, sollte man sich immer bewusst sein, dass: Hunde keine Menschen sind und nicht die gleichen intellektuellen und emotionalen Voraussetzungen haben wie wir. Aber auch: Hunde sind keine gefühls- und verständnislosen Maschinen. Ihr Welpe ist ein Lebewesen, das über eine ganze Reihe von Verhaltensweisen und ein großes Kommunikationsrepertoire verfügt, die sich von unseren eigenen erheblich unterscheiden. In ihrer natürlichen Umwelt leben Hunde in Rudeln mit komplexen hierarchischen
Sozialstrukturen. Die Beziehungen der einzelnen Rudelmitglieder untereinander sind variabel, deshalb kann die Anwendung strikter Hierarchieprinzipien zu Missverständnissen führen. Die ersten Wochen haben für die weitere Entwicklung der Welpen grundlegende Bedeutung und Folgen, denn in diesem Alter werden die sozialen Spielregeln definiert.
Diese ermöglichen es, individuelle Beziehungen zu anderen Mitgliedern des Rudels aufzubauen und sorgen für Harmonie und Stabilität innerhalb einer Gruppe. Die Beziehung zur Mutter und zu den Wurfgeschwistern schafft eine sichere Basis für die Kontrolle des eigenen Sozialverhaltens und für eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit der Umwelt.
Bei Hunden sind alle Sinne (Sehvermögen, Geruch- und Geschmackssinn, Gehör und Berührungsempfindung) Bestandteil der kommunikativen Fähigkeiten. Um eigene Botschaften zu vermitteln, wird eine Mischung aus instinktiven Verhaltensweisen und komplexeren, erlernten Reaktionen genutzt. Wie alle Säugetiere kann sich ein Hund sehr gut an unterschiedlichste Lebenssituationen anpassen, wie z.B. auch an eine neue Familie und ein neues Zuhause. Allerdings ist zu beachten, dass die Anpassungsfähigkeit durch „hundetypische” Kommunikations verschieden. Sein Verhaltensmuster entsteht durch eine Kombination verschiedener Faktoren, z.B. genetisch ererbte Eigenheiten, erste Umwelteinflüsse und frühe soziale Interaktion mit der
eigenen Art und anderen Spezies. Man sollte sich allerdings immer bewusst sein, dass jeder Hund ein Individuum ist und dass die Regeln an die jeweilige, individuelle Situation angepasst werden müssen. Sollten Sie irgendwelche Zweifel haben oder unsicher sein, so wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt oder Züchter.
Wenn Sie die komplexen Zusammenhänge des Hundeverhaltens verstehen, werden Sie Ihren neuen Gefährten besser einschätzen können und somit einige der am häufigsten gemachten Fehler vermeiden.
Sozialverhalten
Wenn ein Welpe in seinem neuen Zuhause eintrifft, ist er höchstwahrscund Verständnis möglichkeiten begrenzt ist. Was auch immer geschieht, Ihr neues Familienmitglied kann nur auf „hündische” Art und Weise reagieren. Die Reaktionsweisen sind bei jedem Hund individuell heinlich zum ersten Mal im Leben von seiner Mutter und seinen Wurfgeschwistern getrennt. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Hündin der wichtigste Bezugspunkt in seinem jungen Welpenleben, und nun muss er in Ihrer Familie völlig neue Beziehungen und soziale Bindungen entwickeln. Welpen übertragen die Bindung an ihre Mutter auf eine Person, die ihre essenziellen Bedürfnisse wie Hunger, Kälte und Einsamkeit mit Futter, Wärme und Zuwendung stillt. Meistens baut der Neuankömmling zu einem bestimmten Familienmitglied eine besonders enge Beziehung auf. Diese Person gibt ihm das erforderliche Vertrauen für seine Entdeckungsreise in die von Menschen geprägte Umwelt.
Obwohl eine enge Bindung zwischen Welpe und Besitzer zunächst von Vorteil ist, kommt eine Zeit, in der er lernen muss auf eigenen Pfoten zu stehen. Wild lebende Welpen übertragen ihre Bindung an Mutter und Wurfgeschwister auf das gesamte Rudel, dies geschieht bei Haushunden ebenso. Diese engen Bindungen zu lockern, kann für den Welpen zu Beginn eventuell genauso schwierig sein wie für den Besitzer. Man sollte sich aber stets vor Augen halten, dass dies für den Welpen eine
lebensnotwendige Entwicklungsphase darstellt. Eine Lockerung der Bindung bedeutet aber nicht, jeglichen Gefühlsaustausch zu unterbinden. Sie können weiterhin ein enges Verhältnis zu Ihrem Welpen haben, vorausgesetzt, Sie definieren die Bedingungen. Von nun an müssen Sie sicherstellen, dass die soziale Interaktion von Ihnen ausgeht und nicht von Ihrem Welpen.
Verläuft dieser Entwicklungsprozess erfolgreich, so begreift er, dass soziale Aktivität nicht auf (seinen) Abruf zur Verfügung steht. Hierdurch wird er mit den unvermeidlichen Phasen des Alleinseins, die mit einem heutigen Haustierleben leider verbunden sind, besser klar kommen. Wenn sich Welpen nicht „abnabeln” und nicht „erwachsen” werden, bleiben sie in Bezug auf ihre sozialen Bedürfnisse von ihrem Besitzer abhängig. Diese Abhängigkeit kann, z.B. wenn sie allein zu Hause
bleiben müssen, Ursache für Verhaltensprobleme sein und zur Entstehung der so genannten „Trennungsangst” beitragen. Häufige Symptome der Trennungsangst sind Vandalismus, Heulen sowie Kot- und Harnabsatz. Die Trennungsangst ist zwar ein allgemein bekanntes Problem und relativ gut zu behandeln, doch es ist wesentlich besser, diese Verhaltensstörung erst gar nicht entstehen zu lassen.
Lern- und Erziehungsziele
Stubenreinheit
Nur wenige Welpen sind völlig stubenrein, wenn sie in ihr neues Zuhause kommen. Die meisten Tierbesitzer haben sich ohne hin auf eine Phase zusätzlicher Putzaktionen eingestellt, wenn sie einen jungen Hund zu sich nehmen. In vielen Fällen zieht sich der Erziehungsprozess zur Stubenreinheit aber unnötig lange hin und es entsteht dann eine beträchtliche Spannung zwischen Welpe und Besitzer. Wenn Sie einige einfache Regeln beachten und einige der häufigsten Fehler vermeiden, gelingt Ihnen die Sauberkeitserziehung nahezu problemlos und stressfrei. Erkennen Sie den richtigen Moment Es ist für Ihren Welpen von entscheidender Bedeutung, zum richtigen Zeitpunkt am geeigneten Ort zu sein, wenn er das Bedürfnis nach Erleichterung verspürt. Gehen Sie mit ihm genau dann nach draußen, wenn er am wahrscheinlichsten sein Bedürfnis hat (nach jeder Mahlzeit, nach dem Aufwachen, nach dem Trinken und Spielen). Damit erhöhen Sie die Chance, dass einen Fehler, d.h. sein Geschäft im Haus macht, verankert sich bei ihm eine negative Assoziation, und der Lernprozess verzögert sich. Auch wenn es Ihnen zunächst übertrieben scheint, ist es am besten, wenn Sie sich alle zwei Stunden (Tag + Nacht)den Wecker stellen und mit Ihrem Welpen entsprechend regelmäßig „Gassi” gehen. Dies ist meist der schnellste und einfachste Weg zur Stubenreinheit.
Belohnen ist besser als bestrafen
Wenn Sie immer gemeinsam mit Ihrem Welpen ins Freie gehen, können Sie ihn belohnen, sobald er sein Geschäftchen gemacht hat. Dadurch begreift er rasch, dass es gut ist, sein Geschäft draußen zu machen. Sie können ihn loben oder ihm ein Leckerchen geben. Allerdings ist es wichtig, dass er seine Belohnung bekommt, solange er sich in der für ihn ungewohnten „Welt da draußen” befindet und nicht erst, wenn er wieder ins sichere Haus zurückgekehrt ist.
wenn Sie ihn auf frischer Tat ertappen Kot- und Harnabsatz sind ein notwendiges und natürliches Verhalten. Jede Form der Bestrafung als Erziehungsmittel stiftet Verwirrung. Der Welpe lernt nämlich nicht, diese Strafe mit dem Akt des Geschäftmachens an einem falschen Ort zu verbinden, sondern vielmehr, dass sein Herrchen ungehalten reagiert, sobald er Harn und Kot sieht. Der Welpe wird bald daraus seine Konsequenzen ziehen und nur noch in Abwesenheit des Herrchens „auf
die Toilette gehen”. Der Lernprozess wird hierdurch unnötig kompliziert. So manchen Hundebesitzer sieht man lange im Garten stehen und darauf warten, dass sein Hund endlich das Geschäft erledigt, während dieser heimlich ins Haus zurückschleicht und – unbeobachtet – sich auf dem Wohnzimmerteppich erleichtert. Dieser Welpe hat gelernt, dass der heimliche Kotabsatz für
ihn sicherer ist, weil keine unangenehme Reaktion folgt! Wenn Sie anschließend ins Haus zurückkehren, die Bescherung finden und den Welpen bestrafen,wird er sich niederkauern. Aber das bedeutet nicht, dass die Strafe auch ihren Zweck erfüllt hat. Denn um Ihren Ärger zu besänftigen, zeigt der Welpe lediglich ein instinktives Unterordnungsverhalten, anstatt sich schuldig
zu fühlen. Sein Verhalten hat keinen Bezug zum unerwünschten Kot- und Harnabsatz, der ja davor stattfand. Leichte Schläge mit aufgerollten Zeitungen, das Drücken von Welpennasen in Exkremente und Anschreien wegen Ungehorsams sind völlig ungeeignete Reaktionen,die Sie auf jeden Fall vermeiden sollten. Beseitigen Sie die „Bescherung” nie vor seinen Augen Speziell wenn Sie
sehr frustriert oder verärgert sind, sollten Sie die schöne Bescherung nicht vor den Augen ihres Welpen wegräumen. Denn er registriert Ihre Körpersprache sehr genau und ist in Bezug auf Ihren Unwillen äußerst empfindlich. Um Fehlinterpretationen zu vermeiden, ist es wesentlich besser, sauberzumachen, wenn der Welpe außer Sichtweite ist. Einfache Befehle Es macht Spaß,
einem Hund Gehorsam beizubringen, doch komplizierte Trainingsmethoden sind nicht jedermanns Sache. Die meisten Besitzer sind mit einigen Grundbefehlen zufrieden, die ihr Hund sehr gerne befolgen wird. Sie sollten mit Ihrem Freund sehr frühzeitig zu üben beginnen. Denn die Erziehung fängt eigentlich schon mit der Ankunft des Welpen in Ihrem Hause an. Verwenden Sie simple Begriffe als Befehle und stellen Sie sicher, dass alle Familienmitglieder die gleichen Worte benutzen.
Ein Wort darf jeweils nur eine Bedeutung haben und alle Befehlsgeber müssen die gleiche Sprache sprechen.
Für Welpen gelten die gleichen Spielregeln wie für kleine Kinder: Das Training muss Spaß machen, die Übungen sollten kurz sein, dafür aber häufig durchgeführt werden. Trainingsabschnitte von
5 Minuten werden von einem drei Monate alten Welpen bereits als eine „Ewigkeit” empfunden. . Denken Sie daran: Belohnen wirkt immer besser als Bestrafen. Zielen Sie darauf ab, Ihrem Welpen beizubringen, was er tun soll – anstatt ihm klar machen zu wollen, was er lassen soll. . Ungehorsam ist meist eine Folge von Missverständnissen. Es kann lange dauern, bis gesprochene Befehle erlernt werden, deswegen ist es hilfreich, Worte durch eindeutige Gesten zu unterstützen, die der Hund viel leichter verstehen bzw. interpretieren kann. Wenn Sie einen neuen Befehl trainieren möchten,
dann tun Sie dies bitte nur, wenn Ihr Welpe aufmerksam ist und auch auf Sie reagiert. Wenn er nicht zuhört oder nicht reagiert und Sie trotzdem Befehle geben, bringen Sie ihm eigentlich nur bei, dass er Ihre Stimme getrost ignorieren darf.
Herbeirufen des Hundes
Das Herbeirufen des Hundes ist wahrscheinlich der wichtigste Befehl, denn dieser kann Ihren Hund vor Unfällen bewahren. Bestrafen Sie Ihren Hund niemals, wenn er auf den Rufbefehl hin nicht zu Ihnen zurückkehrt.Und belohnen Sie ihn immer, wenn er dann endlich doch erscheint, egal wie lange es gedauert hat. Ihr Befehl muss freundlich sein und die Aufmerksamkeit des Welpen erregen und für ihn unvorhersehbar kommen. Zeigen Sie Ihrem Hund, wie sehr Sie sich freuen, wenn er zu Ihnen
kommt, indem Sie sich in die Hocke begeben. Fassen Sie nicht nach Ihrem Hund, wenn er an Ihnen vorbeiläuft. Geben Sie sich selbst die beste Chance, erfolgreich zu sein. Damit Ihr Hund gut folgt, muss er Sie für das Wichtigste und Wunderbarste in seinem Leben halten. Er sollte zurückkommen, weil er gerne bei Ihnen ist, und Ihre Begleitung aufregend, angenehm und spaßig empfindet. Und ist nicht genau dies einer der wichtigsten Gründe, warum man überhaupt einen Hund halten möchte?
An der Leine gehen
Welpen wissen nicht von Geburt an, wie man an einer Leine geht, und es ist wichtig, Ihren Neuankömmling so bald wie möglich an Leine und Halsband zu gewöhnen. Zunächst könnten Sie ihn zu Hause an Halsband und Leine gewöhnen, ohne sofort einen Ausflug ins Freie zu unternehmen. Ihr Zug an der Leine sollte immer sanft und nie ruckartig oder hart sein. Erregen Sie zusätzlich die Aufmerksamkeit Ihres Hundes, indem Sie mit der Zunge schnalzen. Sobald er in Richtung des Leinenzuges folgt, belohnen Sie ihn mit etwas Futter oder Lob. Keine Sorge, es wird schon klappen, auch wenn er beim ersten Versuch zunächst nur einige wenige Schritte macht. Sobald der Welpe gerne neben Ihnen an der Leine geht, sollten Sie ihn zu regelmäßigem Augenkontakt ermuntern, indem Sie leise Geräusche machen und so seine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Auf diese Weise
wird er angehalten, mit Ihnen während des Spaziergangs Kontakt zu halten, und dieser vokale Leitfaden verstärkt die tatsächliche Führung.
Vermeiden Sie Ziehen Halten Sie die Leine locker: Sobald der Welpe zieht, sollten Sie stehen bleiben. Wenn der Welpe die gesamte Länge der Leine ausgelotet hat, wird er sich umsehen, um so festzustellen, warum er nicht weitergehen kann. Wenn er dies tut, sollten Sie langsam rückwärts gehen und die Leine leicht auf Spannung halten. Der Welpe wird auf Sie zugehen und sobald er
in Ihre Richtung startet, sollten Sie ihn mit einem „Komm her” freundlich zum Weitergehen ermuntern. Steht er dann wieder neben Ihnen, sollten Sie ihn ausgiebig loben und anschließend gemeinsam weitergehen. Zu Beginn des Trainings wer den Sie diese Übung sehr oft wiederholen müssen. Aber schon bald wird Ihr Welpe lernen, dass „bei Fuß” für ihn und Sie „Weitergehen”
bedeutet, während ein Ziehen an der Leine für ihn nur den Weg zurück zu Ihnen zur Folge hat. Die Leine ist ein sehr wichtiges Kommunikationsmittel zwischen Hund und Besitzer. Spannungen und Frustration werden hierüber sehr leicht vermittelt. Viele Verhaltensprobleme, wie z.B. auch Aggressivität gegenüber anderen Hunden, werden durch negative Kommunikation verstärkt. Versuchen Sie immer ruhig zu bleiben und eine positive Geisteshaltung einzunehmen, wenn Sie mit Ihrem Hund via Leine kommunizieren.
Spazierengehen mit dem Hund
Damit sich Welpen optimal sozialisieren und sich an das „Abenteuer Umwelt” gewöhnen, sollte man mit ihnen so früh wie möglich nach draußen gehen. Orte, die durch andere Tiere verschmutzt sind, sollte man jedoch meiden, ebenso wie den Kontakt zu ungeimpften Artgenossen. Aber das Risiko, das eine Isolation bzw. mangelnde Sozialisation im Alter von 4 bis 14 Wochen mit sich bringt, ist ebenso ernst zu nehmen wie die Gefahren, denen er auf Spaziergängen eventuell ausgesetzt sein
könnte. Um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, können Sie Ihren Welpen auch auf dem Arm tragen und zunächst abklären, ob die Hunde, denen er im Park oder auf der Straße begegnet, gesund und vollständig geimpft sind. Wenn Sie mit Ihrem Hund nicht nach draußen gehen, besteht die große Gefahr, dass in späteren Lebensphasen Verhaltensprobleme entstehen wie z.B. Angst vor fremder Umgebung, Angst vor Menschen oder anderen Tieren. Viele dieser nicht ausreichend sozialisierten Hunde entwickeln hieraus später Aggressivität, mit der sie sich vor der vermeintlichen Gefahr zu schützen , suchen. Die größte Verantwortung eines Tierbesitzers ist es, derartigen Verhaltensstörungen vorzubeugen. Es ist nicht außergewöhnlich,dass Welpen etwas ängstlich sind, wenn sie das erste Mal auf fremde Menschen treffen oder an unbekannte Orte kommen. Sie selbst sollten auf seine Ängstlichkeit gelassen und positiv reagieren – und in jedem Fall der Versuchung widerstehen, Ihrem Welpen Trost anzubieten. Wenn Sie ihn in dieser Situation streicheln und ihm gut zureden, besteht das Risiko seine Angst zu verstärken und die ganze Situation zu verschlimmern. Das Beste ist es deshalb, seine Ängstlichkeit zu ignorieren und zur Ablenkung mit einen Spiel zu beginnen. Hält das ängstliche Verhalten aber an, wenden Sie sich bitte möglichst bald an Ihre Tierärztin / Ihren Tierarzt – denn je früher mit der Behandlung von Angstproblemen begonnen wird, desto besser die Prognose. Hoffen Sie nicht, dass dieses Problem sich mit der Zeit einfach bessert oder ganz verschwindet – das Gegenteil ist meist der Fall.
Rangordnung (Dominanz)
Hunde sind Rudeltiere. Damit sie sich innerhalb der neuen Familie sicher fühlen, müssen sie die eigene Rangordnung in der Familie eindeutig kennen. Hochrangige Familienmitglieder haben die Aufgabe, das Rudel anzuführen und das Überleben zu garantieren. Für die meisten Hunde ist diese Position allerdings nicht sonderlich erstrebenswert. Sie ziehen es vor, in der sozialen Gruppe eine rangniedrigere Position inne zu haben und somit das Freisein von Verantwortung aus vollen Zügen
zu genießen! Das Wichtigste im Umgang mit Ihrem Welpen ist Konsequenz. Jeder in der Familie muss den Hund auf die gleiche Art und Weise behandeln und ihm hierdurch seine untergeordnete Position deutlich. Bei der Beobachtung der Mitglieder eines Wolfsrudels kann man feststellen, dass die Verstärkung der Rangordnung nicht unbedingt durch massiven Körperkontakt erfolgt
und keine aggressive Konfrontation nötig ist, einem Rudelmitglied die untergeordnete Position deutlich zu machen. Die einzelnen Tiere reagieren nämlich bereits auf sehr subtile Signale ranghöherer Rudelmitglieder. Es ist wichtig zu wissen, welche Bedeutung Aktivitäten wie Fressen und Schlafen für die Rangordnung haben. Wenn Sie Ihren Welpen erst füttern, nachdem
Sie und Ihre Familie selbst gegessen haben und sicherstellen, dass er niemals Essen von Ihrem Teller erhält,so macht ihm dies deutlich, dass die Kontrolle über die Futterquelle bei Ihnen liegt. Wenn Sie Ihrem Welpen verbieten, bei Ihnen im Schlafzimmer zu schlafen und ihm für seinen Schlafplatz einen Ort von geringem sozialen Stellenwert zuweisen, bringen Sie auch die Ressource Schlafplätze” unter Ihre Kontrolle. Solche Regeln können natürlich mit der Zeit gelockert werden,
aber um Verwirrung zu vermeiden, sollte man sich während der ersten Wochen strikt an die Rangordnungsregeln halten. Verhaltensprobleme sind der häufigste Grund für eine Störung der Beziehung zwischen Mensch und Tier. Sie können Probleme vermeiden, wenn Sie immer daran denken, dass Ihr Welpe kein Mensch ist! Sie sind in der besten Position, um Problemverhalten
erst gar nicht entstehen zu lassen. Zögern Sie nicht, bereits jetzt damit anzufangen. Nehmen Sie sich die Zeit, die „Sprache” Ihres Welpen zu erlernen. Sie werden feststellen, dass Sie viel besser mit ihm kommunizieren können. Einen Hundewelpen aufzuziehen kann Herausforderung und Abenteuer zugleich sein; wenn Sie die angeborenen Verhaltensweisen Ihres Welpen wie auch seine individuelle Persönlichkeit Respektieren, lernen sie die Welt vom Standpunkt eines Hundes kennen
und genießen erfüllende Jahre mit Ihrem fröhlichen und treuen Freund.
Bereitet Ihnen das Verhalten Ihres Hundes irgendwelche Probleme oder sind Sie der Ansicht, dass seine Reaktionen nicht richtig seien, lästig oder sogar gefährlich sind, so zögern Sie nicht, Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt oder züchter um Rat zu bitten. Sie/Er hilft Ihnen gerne.
quelle:www.frontline.com