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Am 8. November 1937 wurde ich in Dorsten/Westfalen geboren. Gleich nach Kriegsbeginn zogen meine Eltern nach Wien, wo meine Schwestern das damals schlechte Licht der Welt erblickten. Die kleinere wurde etwas später bei meiner Großmutter in Dorsten abgelegt, denn meine Mutter und wir zwei Kleinkinder fuhren durch halb Europa um bei meinem Vater sein zu können. Aber 1943 war Schluß mit Lustig denn da begann für mich die Schulzeit. Ich begann in Wien mit dem ersten Schuljahr, war aber in den vier Jahren Volksschule auch noch in verschiedenen anderen Schulen, was aber nichts daran änderte dass ich ein Vorzugsschüler war. Und wurde deshalb an der Realschule angemeldet weil ich ein Bauingenieur werden sollte. Zwei Jahre ging das ja in Ordnung, aber dann kam der Geldfluss zum erliegen, weil meinem Vater die politische Vergangenheit eingeholt hatte und er uns für ein Jahr verlassen mußte. So musste ich wieder einmal die Schule tauschen.Aber ich war ein Hansdampf in allen Gassen und machte viele Sachen zu Geld. Und so brauchten wir nicht zu hungern. Fast hätt´s ich vergessen. 1946 kam noch eine Schwester auf die Nachkriegswelt und so waren wir jetzt vier Geschwister. Nach meinem achten Schuljahr ging es dann um den zu erlernenden Beruf. Ich sollte Maurer oder Eisengiesser werden. Aber nicht mit mir. Mein Freund, der ein Jahr älter war, erzählte mir vom Beruf des Druckers. Laut seinen Erzählungen war es für mich der Traumberuf. Also nichts wie hin in die Druckerei um mich als Druckerlehrling zu bewerben. Der Druckereibesitzer konnte es kaum glauben: Ein Junge mit 14 sucht sich seine Lehrstelle selber. Aber ich war so, und konnte ihn von meiner Selbstständigkeit überzeugen (hat er nie bereut ). Mein Vater brauchte nur mehr den Lehrvertrag unterschreiben. Und so kam ich zu meinem Traumberuf, den ich mein ganzes Leben nie bereute. Im November 1951 war es dann soweit. Ich begann meine Lehre als Buchdrucker , die ich 1955 mit sehr gutem Erfolg abschloss. In den vier Jahren war ich sportlich auch sehr aktiv. Ich bestritt Schwimm Wettkämpfe und Radrennen. Zu Spitzenplätzen reichte es nicht, aber gute Platzierungen machten auch Freude. Den Sport musste ich, nachdem ich jetzt Buchdruckergeselle war, aufgeben. Denn ich mußte wöchentlich ca. 70 Stunden arbeiten und da blieb keine Zeit für Sport und Vergnügen. Meine Frau lernte ich aber schon kennen, ein Paar wurden wir aber noch nicht. 1957 wurde ich österreichischer Staatsbürger. Mit dem Sport (Kegeln) begann ich auch wieder, denn als Buchdruckermeister (ich habe die Meisterprüfung) hatte ich wieder mehr Freizeit. 1958 begegnete ich meiner Helga wieder und beim zweiten Anlauf entdeckten wir unsere Liebe zueinander. Im August 1959 heirateten wir und 1960 kam unsere erste Tochter zur Welt. Alle unsere Freunde hatten schon ein Fahrzeug aber wir noch nicht, weil ich noch keinen Führerschein besaß. Also machte ich diesen heimlich, still und leise und 1961 hatten wir auch ein Auto, dem noch viele weitere folgten. 1966 kam unsere zweite Tochter zur Welt. Da war eine grössere Wohnung fällig. Die Gemeinde Wien vergab Wohnungen und wir hatten das Glück eine Wohnung im schönen 22., Bezirk zu bekommen. So verging dann manches Jahr, Schwiegermutter und Mutter (die uns dann beide sehr abgingen) als ich mich entschloss Zeitungsdrucker zu werden. Dort verdiente ich viel mehr und hatte durch das Nachtschichtarbeiten viel Freizeit, die ich mit meiner Familie ausnutzen konnte. Nach zweieinhalb Jahren hatte ich aber genug und ging wieder zu meiner Lehrfirma wo ich mit offenen Armen aufgenommen wurde. 1977 ging die die Firma leider in Konkurs und ich mußte mir einen neuen Arbeitsplatz suchen. Den bekam ich dann als Endlosrotationsdrucker (etwas neues für mich). Bei der Firma wurde ich nach drei Jahren entlassen (Mobbing von den sogennanten Kollegen). Aber ich hatte wieder einmal Glück und fand einen guten Posten in der Druckerei des Wirtschaftsverlages. Da sich meine finanzielle Situation gebessert hatte, konnte ich mich endlich zu einem Kauf eines "Neuen" Autos entscheiden (denn in den langen Jahren hatte ich alle Rassen und Typen von gebrauchten Autos gehabt). Die Wahl fiel auf BMW, der zur Hausmarke wurde. Meine ältere Tochter heiratete auch Anfang der achtziger und 1982 konnte ich in meinem Beruf die Meisterprüfung als Offsetdrucker erfolgreich abschliessen. Das mußte sein, denn die Umstruktuierung in der Firma machte es unabdinglich. Großvater wurde ich in dem Jahr auch."Happy.happy". Bis jetzt liest es sich ja ganz zufriedenstellend. Aber es gab ein unterschwelliges Problem, das immer mehr Zutage kam. Und das war der Alkohol. Eigentlich habe ich früher nicht viel getrunken. Während der Woche nichts, am Wochenende ein bißchen. Dann habe ich bei der Zeitung zu arbeiten begonnen. Dort ging es dann mit dem trinken los. Um 2 Uhr in der Früh waren wir mit dem Zeitungsdruck fertig und dann gings noch in die verschiedenen Kaffeehäuser (haben in der Nacht den falschen Namen). Dort wurde fleißig getrunken. Wenn ich dann gegen 5 Uhr morgens nach Hause kam, war ich meistens leicht betrunken. Es war nach ein paar Jahren soweit, dass ich schon in der Früh Alkohol brauchte um zu funktionieren. Ich war zum Alkoholiker geworden !!!!!!! Und es wurde immer schlimmer Ich konnte Dinge bewegen ohne sie anzugreifen und sah auch kleine Tiere. Jetzt war es soweit, ich hatte Haluzinationen. Als ich mir einbildete dass ich von fremden Leuten angegriffen werde, die Polizei zur Hilfe rief und diese dann in der Wohnung die leeren Flaschen sahen, kam ich in die Psychatrie. In der Klinik hatte ich nach dem zweiten Tag keine Probleme mehr. Es war wahrscheinlich der Schock der im Gehirn "klick" machte. Denn ich rechnete nie damit einmal in der Psychatrie zu landen. Ich hatte auch keine typischen Entzugserscheinungen wie zum Beispiel Händezittern, Schüttelfrost und Gier nach Alkohol. Es war alles wie weggeblasen.Dazu sah ich auch das ganze Leid bei den anderen Kranken und das stärkte meinen Entschluss, nie mehr Alkohol zu trinken. Ab dem Moment begann ich zu denken. An die Familie, die Arbeit und an meine Gesundheit. Und das ist jetzt 17 Jahre her. Tochter Eva und meine Frau Helga sind stolz auf mich. Die beiden haben mir vertraut und ich habe sie nicht enttäuscht. Auch in der Firma stieg mein Ansehen und war dort wieder der "gute alte" Starchl. 1987 ging mein 50iger für mich trocken über die Bühne, was schon ein erster Erfolg war. In diesem Jahr wurde ich auch zum zweiten Mal Großvater. 1988 begann ich wieder mit dem Sportkegeln (was sich später sehr von Vorteil erwies). 1989 kam wieder ein neuer BMW ins Haus und 1990 war wieder ein Jahr das es in sich hatte. Zuerst legte sich meine Tochter Eva einen Freund und dann ein Pekingesenweibchen (passt gut zusammen ?)zu. Im Juli wurde geheiratet und im September, anläßlich Helgas Geburtstag bekamen wir auch einen Pekingesenrüden. (Damit die Langeweile uns nicht in den Griff bekommt).  Zuerst weigerten wir uns den Hund zu nehmen aber dann konnten wir es nicht mehr ablehnen den lieben Kerl in unsere Familie aufzunehmen. Und schließlich kam Ende November unser drittes Enkelkind zu Welt. Irgendwann im nächsten Jahr gab es Probleme mit Mae Ling. Der Hund vertrug die kleine Rachel nicht und wurde sehr boshaft (naja, bis dahin war sie der Mittelpunkt) und so bekamen wir den Hund und hatten jetzt glücklich und endlich zwei von den Penkingesen. Bis 1994 ging wieder alles gut aber Ende des Jahres bekam ich starke Schmerzen in den Beinen. Der Arzt im AllgemeinenKH stellte einen Gefäßverschluss fest, der bald operiert werden sollte. Als ich dann im Spital auf die Operation wartete kam es ganz Dick für mich. Der Herr Professor eröffnete mir dass ich Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium habe und dringenst (wenn ich weiterleben will) eine Totaloperation angebracht wäre. Also wurde ich Anfang April operiert. Die OP verlief zur Zufriedenheit aller (Beteiligten). Nur bei mir war die Lebensqualität dahin. An Sex war nicht mehr zu denken und die Inkontinenz war auch nicht (von Ärztlicher Seite) in den Griff zu bekommen. Aber Hauptsache: ICH LEBE.  In richtige Lebensgefahr kam ich später. Da ich noch immer den Verschluss im Bein hatte, wollte ich mich operieren lassen. Ich wurde wieder einmal dafür vorbereitet und der Arzt der die OP machen sollte meinte, es wäre nur ein kleiner Eingriff. Sollte auch so sein, war aber nicht. Der Arzt aber war ein AZUBI und hatte so einen Eingriff noch nicht gemacht. Wie ich später erfuhr ist es ein Stich in die Arterie und der Katheder wird dann eingeführt. Der Arzt machte aber sieben Versuche um in die Arterie zu kommen und bemerkte nicht dass ich bewußtlos werden würde. Ich konnte noch sagen dass ich wegtreten werde und sah noch die ganzen höheren Herren in den Operationssaal kommen. Jetzt war hellste Aufregung denn sie waren um mein Leben bemüht, was auch mit Atropin, Massage und was weiß ich noch alles, gelang. Am nächsten Tag wollte man mir dasselbe nochmal  (von seiner Hoheit dem Professor) anbieten, aber ich war zu nichts mehr bereit. Und so lebe ich noch heute recht und schlecht mit dem Gefäßverschluss. In meinem heißgeliebten Beruf konnte ich auch nicht mehr arbeiten und so ging ich wegen verminderter Arbeitsleistung in Pension. Was mir auch sehr gut tut. Zwei Ziele hatte ich noch: Meinen 60iger und das Jahr 2000 zu erleben. 1996 bestieg ich auch zum ersten Mal ein Flugzeug. Bis dahin hatte ich mich geweigert, aber ich mußte feststellen dass ich im laufe der Zeit viel versäumt hatte. Also war ein Nachholbedarf da, den ich auch ausnutzte.1997 war das Jahr meines sechzigsten Geburtstages. Im Jänner kam wiedermal ein neuer BMW ins Haus. Zu Ostern war Türkei angesagt. Auch im Oktober waren wir alle (die ganze bucklige verwandtschaft) im ML Sarigerme. Dort erlebte ich eine ganz große Überraschung. Die Animateure organisierten nach der letzten Show eine Geburtstagsfeier für mich. Und das vor Publikum. Ich hatte mit so einer Feier nicht gerechnet und werde sie nie vergessen.

Bruder JO im Mittelpunkt

Die eigentliche Geburtstagsfeier, Mit Freunden und Familie fand im Club-EDF-Lokal meines Neffen statt.

Helgas Geschenk.......?

Eine Türkeitorte

Schwestern ERNA und WALTRAUD

Mein Ziel, zuerst einmal 60 zu werden habe ich erreicht. Als nächstes wollte ich das Jahr 2000 erleben, was auch ohne Schwierigkeiten gelang. Aber dann, zu Ostern 2000 gings wieder mal los. Und jetzt kommt unter anderem das Thema Rauchen. Das Ende war unfreiwillig und begann so: Eine Woche vor dem Abflug in den Türkeiurlaub hatte ich einen mittelschweren Herzinfarkt. Im Spital stellten sie dann auch Wasser in der Lunge fest. Na sehr gut. Da ich mich bewegen sollte war ich auch oft im Aufenthaltsraum. Dort konnte man rauchen. Ich war mir der Schwere meines Zustandes noch immer nicht bewußt und rauchte fleißig eine nach der anderen. (Grosser Leichtsinn). Am Donnerstag war dann Chefvisite und da fiel mir ein dass wir ja am Samstag in die Türkei fliegen wollten. Da sagte ich zum Professor:" Herr Professor am Samstag bin ich nicht mehr hier denn da sitze ich im Flugzeug Richtung Türkei". Entsetz, entsetz bei den Ärzten aber der Herr Professor sprach:" Des Menschen Wille ist sein Himmelreich". Ich denke, alle glaubten dass sie mich nicht mehr sehen werden, aber es wurde trotzdem ein Termin für eine Herzuntersuchung gemacht, die nach der Heimkehr gemacht werden sollte. Also flog ich am Samstag. Es ging auch alles gut. Bis Samstag nachts (ich habe tagsüber noch sehr viel geraucht). Als wir die Stiegen hinaufgingen wurde mir sehr schlecht und bekam auch keine Luft. Da dachte ich mir" Jetzt stirbst". Der Hotelarzt, unser Mehmet und meine Damen kümmerten sich sehr um mich. Das Glück (ich dürfte es gepachtet haben) übernahm auch diese Attacke auf mein Leben. Aber von dem Tag an war Schluss mit dem RAUCHEN. Es machte bei mir wieder einmal das gewisse KLICK. Und man kann mir glauben, es geht mir jetzt viel besser. Wieder in Wien, war auch im Spital das große Staunen angesagt. Das Wasser in der Lunge war nicht mehr da und sonst ging es mir auch sehr gut. Bei der Angiographie stellte man dann fest: Zwei Herzkranzgefäße waren zu 80% verlegt. Aber ich brauchte keine OP, eine Medikamentöse Behandlung tat es auch. Das wärs vom Rauchen. Das Jahr 2001 verlief ohne Zwischenfälle, aber endlich 2002 (ich hatte schon die Hoffnung aufgegeben) war wieder mal was los bei mir. In den Energieferien sind wir meistens in unserem Knusperhäuschen (Copyright by Enkel Rachel) das sich in der Steiermark, in der Nähe von Schladming befindet.

  Unser KNUSPERHÄUSCHEN

Am Sonntag (wir waren gerade mal einen Tag da) mußte ich von der Holzhütte Nachschub holen. Beim hinuntergehen rutschte ich aus und fiel so ungünstig, dass ich mir den Fuß verdrehte. (Schmerz, schmerz). Auf ins Spital nach Schladming in die Notaufnahne. Gebrochen war nichts aber im Sprunggelenk war ein Band gerissen und die anderen Bänder herum waren überdehnt. Mir wurde ein Liegegips verpaßt den ich 14 Tage tragen sollte. Aber am Freitag mussten wir wieder nach Wien. Aber wie???? Kurzerhand nahm ich den Gips hinunter, bandagierte den Fuß, stieg ins Auto und kam gut in Wien an. Eine Woche später bekam ich einen Gehgips und Krücken (ich konnte damit nicht umgehen) und musste mich einen Monat damit fortbewegen. Dann mußte ich turnen gehen um wieder richtig gehen zu lernen. Aber das ging auch vorbei und ich bin momentan bei bester Gesundheit und kann wahrscheinlich am 8. November meinen 65.ten Geburtstag feiern von dem ich Euch berichten werde.  Also es ist mir gelungen 65 Jahre zu werden. Aber der Tag hatte zwei Seiten. Die schlechte zuerst: Für die ganz nahe Verwandtschaft war mein Geburtstag ein Tag wie jeder andere. Ich würde fast sagen, der für mich sehr bedeutende Tag wurde einfach ignoriert. Es ist auch möglich dass ich sehr sensibel reagiere. Die gute Seite: Meine Helga,Tochter Eva, Enkel Rachel und Manuel feierten den Tag mit mir. Ich bekam auch ein Geschenk von den Vieren. Eine Digitalkamera, die ich mir schon längere Zeit wünschte. Am Abend sollten noch Nachbarn von uns zu einer kleinen Feier kommen aber daraus wurde leider auch nichts. So gab ich mich dem Fernsehen hin. Aber spät am Abend kam dann doch noch Freude auf. Zwei liebe Internetfreundinnen schickten mir sehr liebe Grüße zum Geburtstag und schauen wie folgt aus:

Diese Geburtstagskarte bekam ich von ALEXANDRA (hotladyxela)

DANKE

Danke allerliebste Ranate. Du hast mir eine große Freude bereitet.

Bedanken möchte ich mich auch bei unseren Steirern, das sind die Jungen und die Alten Fischbacher, die Schachner und die Kochfamilie. Auch noch ein Danke für die Kuhmann´s aus Dorsten, meiner Schwester Erna, die mir als einzige per Telefon (sie hat einen gebrochenen Fuß) gratulierte. Und zum Schluß noch ein ganz dickes Bussi und Danke meiner langjährigen Freundin SIMONE die mich aus Bayern anrief.

 

ENDE

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