Wunschkind
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Im Februar 2003 erwarteten meine Frau und ich unser 1. Kind. Es war ein Wunschkind und so waren wir überglücklich, als die Schwangerschaft im Dezember 2002 festgestellt werden konnte. Wir gingen gemeinsam zu jedem Frauenarzttermin um das Heranwachsen unseres Kindes zu erleben. Entsprechend freuten wir uns auf das Neueste Ultraschallbild unseres Kindes in der 14. Woche. Unser Frauenarzt ist ein geschätzter Fachmann für Ultraschall. Bei der Untersuchung wurde er sehr still, sodaß wir sofort bemerkten, dass er Sorgenfalten bekam. Wir waren sehr beunruhigt und bomardierten ihn sofort mit Fragen was denn los ist. Er erklärte uns, dass sich die Schädeldecke unseres Kindes nicht geschlossen hat, somit wäre ein Leben außerhalb des Mutterleibes nicht möglich. Wir brachen in Tränen aus und standen unter Schock. Eben noch waren wir voll Freude jetzt erlebten wir den schlimmsten Tag unseres Lebens. Wie sollte es weitergehen ? Wir hatten keinen klaren Gedanken. Am nächsten Tag wurde die Diagnose von einem Humangenetiker bestätigt. Wir hörten zum ersten Mal dieses Wort ?Anenzephalie?. Meine Frau wurde zu einem Schwangerschaftsabbruch in die Klinik eingewiesen. Wir wussten und wissen nicht, ob dies die richtige Entscheidung war. Es gibt sicher keine richtige Entscheidung. Nach dem Abbruch kam kurz eine Gefühl der Erleichterung, dass meine Frau den Eingriff gut überstanden hat. Doch dann kam sofort ein schlechtes Gefühl. Hätten wir das Kind austragen sollen? Haben wir uns genug Zeit für die Entscheidung genommen? Sicherlich haben uns die Ärzte im Nachhinein zu schnell zum Handeln bewegt. Unser Respekt gilt allen Eltern, die Ihre Kinder zur Welt bringen. Doch nicht jeder kann es verkraften dass Kind zu gebähren und gleich wieder zu verlieren. Wir denken oft an unser 1.Kind und hoffen, dass es bei Gott aufgenommen wurde. Das Geschehene ist für uns auch heute nach Jahren immer noch nicht begreifbar. Vielleicht bekommen wir die Gelegenheit in einem anderen Leben mit unserem Kind zu sprechen. Für unser weiteres Leben hat uns eine Trauertherapie geholfen. Hier konnten wir uns nachträglich von unserem Kind verabschieden. Denn im Nachhinein haben wir sicherlich zu wenig Zeit gehabt uns mit der Situation auseinanderzusetzen. Nachträglich habe ich auch diese Website gefunden. Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist und sich austauschen kann. Somit haben wir uns entschlossen auch unsere Geschichte an das Forum zu geben. Vielleicht können andere Betroffene aus unserem erlebten Lernen. Im April 2004 ist unser Glücksstern zur Welt gekommen. Ein gesundes Mädchen, auch Dank der Folsäurezugaben, Die meine Frau schon Monate vorher immer wieder zu sich genommen hat. Wir werden unser 1. Kind nie vergessen, doch das Leben geht weiter. Unser kleines Mädchen macht uns sehr glücklich und fordert viel Zeit. Alleine dafür lohnt es sich die Hoffnung nicht aufzugeben und weiter an das Leben zu glauben. Im März 2006 erwarten wir unser 3.Kind und hoffen, dass es gesund zur Welt kommt. J und S, Oktober 2005


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