Thema des Monats Januar 09 Haustierdiebstahl, Erpressung. Fundunterschlagung
Vorbeugung allgemein
Ihr Hund sollte tätowiert sein oder einen Transponder(Chip) implantiert haben. Für den Fall dass es sich bei Ihren Hund um einen Rassehund vom Züchter oder aus dem Tierschutz handelt , brauchen Sie sich in der Regel nicht darum zu kümmern, denn dies wurde dann bereits vom Zuchtwart oder vom Tierarzt erledigt.
Lassen Sie Ihren Hund unbedingt mit Chip- oder Tätowiernummer und weiteren besonderen Kennzeichen bei einem der Haustierregister z.B. TASSO oder Deutscher Tierschutzbund eintragen. Es ist sinnlos, wenn Ihr Hund zwar gekennzeichnet, aber nirgends eingetragen ist. Dort hilft man Ihnen im Falle des Verlustes auch weiter. Hilfreich ist es, wenn Ihr Hund z.B die TASSO Marke auch am Halsband trägt. Legen Sie sich für Ihren Hund eine Mappe an, in der Sie alle zum Tier gehörenden Papiere, wie Stammbaum, Tierausweis(z. B. von TASSO) Impfbücher usw. aufbewahren. Einige Photos Ihres Hundes sollten Sie auch dazulegen. Achten Sie darauf, dass diese immer aktualisiert werden. Wenn Ihr Hund im Alter von acht Jahren abhanden kommt, nutzt ein Photo, welches ihn im Alter von acht Wochen zeigt, nichts. Besitzen Sie einen lebhaft gefärbten Hund, wie z.B. einen Irish Red and White Setter, sollten Sie darauf achten, dass Sie Ihren Hund von vorne, sowie von rechts und links ablichten. Machen Sie sich Notizen über Besonderheiten wie Narben, verschieden farbige Augen, auffällige Verhaltensweisen oder Vorlieben Ihres Hundes. Auch die ungefähre Größe und das Gewicht sollten Sie notieren. Vergessen Sie nicht, die Mappe mindestens zweimal im Jahr zu aktualisieren. Im Notfall hat man selten einen klaren Kopf, um wichtige Details aus dem Stegreif zusammen zu bekommen. Ich bin immer wieder aufs Neue erstaunt, wie allgemein oder ungenau Halter ihren vermissten Vierbeiner beschreiben, oft gibt es gar keine Fotos. Dabei gilt auch hier: Umso genauer die Beschreibung, desto wahrscheinlicher, dass der Hund zweifelsfrei identifiziert und auch zurückvermittelt werden kann..
Natürlich lässt sich dem Haustierdiebstahl, genau wie dem Entlaufen, zwar vorbeugen, eine totale Sicherheit gibt es aber auch hier nicht.
Motive für Diebstahl und Fundunterschlagung Die Motive für die Entwendung oder Unterschlagung eines Hundes sind durchaus verschieden. Manche Leute glauben sogar, im Interesse des Hundes zu handeln, indem sie ihn aus seiner vermeintlich unguten Situation befreien und verstecken. Andere wiederum sind vom Wunsch nach gerade diesem Vierbeiner oder zumindest dieser Rasse besessen, möchten oder können aber kein Geld für den Erwerb investieren. Manche Finder sind auch, in der irrigen Annahme, dass ein herrenloses Tier sofort in ihren Besitz übergeht, nicht Willens, das Fundtier auch wieder zurückzugeben, eine weitere Gruppe handelt ganz gezielt, um mit dem Verkauf der entwendeten Hunde Geld zu erlangen oder auch mit der Absicht, ein hohes Lösegeld vom Halter zu erpressen.
Methoden
Hunde werden meistens vor Ladentüren, aus Autos oder aus Gärten gezielt entwendet.
Binden Sie deshalb Ihren Hund, wenn möglich, nicht vor Ladentüren oder anderweitig z. B vor den Eingang der Arztpraxis, an. Überlegen Sie ganz genau, ob der Hund Sie wirklich unbedingt zum Einkaufen, zum Arzt oder Friseurbesuch, beides dauert in der Regel Stunden, begleiten muss. Lassen Sie Ihren vierbeinigen Begleiter in diesem Fall lieber zu Hause. Dort ist er in der Regel besser aufgehoben. Falls Ihr Hund zu den Exemplaren gehört, die alleine gelassen zu übermäßigem Bellen oder gar zur Zerstörung aller möglichen Einrichtungsgegenstände neigen, bitten Sie einen Nachbarn oder Bekannten, auf den Hund aufzupassen. Oder geben ihn in Städten in einer Hundetagesstätte ab. Auch spezielle Schlösser an den Anbindevorrichtungen, die vor Geschäften häufig zu finden sind, nutzen wenig gegen Diebstahl, da der Hund schnell vom Halsband und der Leine befreit werden kann, bzw. Leine oder Kette durchtrennt werden können. Der Glaube, dass Passanten, die man nur kurz bittet, den Hund zu halten, immer vertrauenswürdig sind, erweist sich ebenfalls oft als falsch. Auch Ihr Auto ist kein sicherer Platz für den Hund. Wenn Sie ihn doch einige Minuten, keinesfalls Stunden, im Auto lassen müssen, achten Sie unbedingt darauf, dass alle Autotüren abgesperrt sind. Schon mancher Hundehalter musste erkennen, dass seine Meinung, der Hund selbst wäre Abschreckung genug, irrig war. Es gab auch schon Fälle, in denen Auto samt Hund entwendet wurden. Gut verschlossene Autotüren bringen in der Regel aber nichts, wenn man vergisst, auch die Heckklappe abzuschließen. So mancher Vierbeiner wurde schon auf diesem Weg aus dem Auto entwendet. Stellen Sie Ihr Auto, wenn möglich so ab, dass Sie es samt Hund im Blickfeld behalten können. Im Parkhaus sollten Sie unter keinen Umständen einen Hund im Auto zurücklassen, auch wenn dieser noch so schön schlummert!
Lassen Sie Ihren Hund nicht unbeaufsichtigt im Garten. Falls eine Tür direkten Zugang von außen zum Garten bietet, achten Sie darauf, dass dieser Eingang abgesperrt ist, zumindest immer dann, wenn der Hund sich alleine draußen befindet. Spätestens dann, wenn Sie das Haus verlassen, sollte der Platz Ihres Hundes im Haus sein. Sperren Sie sämtliche Türen, die ins Freie führen, ab. Es gibt Hunde, die mit spielerischer Leichtigkeit Türen öffnen und so ins Freie gelangen. Bitten Sie auch Nachbarn, ein Auge auf Ihr Haus und Ihren Vierbeiner zu haben. Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen die Umzäunung, Löcher, halb umgefallene oder viel zu niedrige Zäune, die man ohne weiteres übersteigen kann, machen es Dieben besonders leicht, Ihre(n) Hund(e) zu entwenden.
Nachts gehört der Hund ins Haus. Schon so mancher Hund, der in der Nacht draußen Haus und Hof bewachen sollte, wurde im Schutz der Dunkelheit entwendet. Gartenkolonien, Schuppen oder Garagen sind nicht nur kein artgerechter Aufenthaltsort für Ihren Hund, auch abgelegene Grundstücke mit Zwingeranlagen fordern geradezu zum Diebstahl heraus. Vorhängeschlösser und Maschendrahtzaun sind bekanntlich kein Problem für einen Bolzenschneider.
Fälle, bei denen der freilaufende Hund einfach mitgenommen wird oder gar gewaltsam entrissen wird, kommen zum Glück nur selten vor. Dagegen gibt es leider kein Mittel.
Wobei man annehmen kann, dass ein Vierbeiner, der nicht übermäßig freundlich zu vollkommen fremden Personen ist, in jedem Fall weniger gefährdet ist, als ein Hund, der sich vertrauensvoll jedem Unbekannten nähert, und womöglich sogar freiwillig mitgeht. Eine weitere Variante, sich unrechtmäßig in den Besitz eines Vierbeiners zu bringen, besteht darin, auf Verkaufsanzeigen zu antworten, sich den Hund zeigen zu lassen, und in einem unbeobachteten Augenblick mit dem Tier zu verschwinden. Auch einige Züchter wurden schon Opfer solcher Machenschaften. Deshalb sollten Sie sich beim ersten Besuch eines möglichen Interessenten niemals auf einen Probespaziergang einlassen, oder sich mit ihm auf weiter Flur treffen. Vereinbaren Sie grundsätzlich einen Termin bei Ihnen zu Hause und geben Sie den Hund nicht aus der Hand, bis ein gültiger Vertrag geschlossen wurde. Hierfür sollten Sie unbedingt die Ausweis- oder Passnummer des Interessenten geben lassen. Es wurden auch schon vereinzelt Fälle bekannt, in denen Hunde mit Hilfe eines anderen Hundes, z.B. eine läufige Hündin zieht Rüden magisch an, vom Besitzer oder über den Gartenzaun weg in ein Auto gelockt wurden. Professionelle Tierdiebe verwenden auch ganz bestimmte Lockstoffe um des Tieres habhaft zu werden.
Seien Sie auch misstrauisch, wenn Sie zu Ihrer Haustierhaltung, meist telefonisch, befragt werden sollen. Häufig werden Ihnen so im Vorfeld Informationen für einen möglichen Diebstahl oder eine Entführung Ihres Vierbeiners entlockt.
Wenn Ihr Tier, auf welche Weise auch immer, unter Umständen abhanden kam, die auf einen Diebstahl schließen lassen, erstatten Sie umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle. Melden Sie den Hund mit dem Vermerk „wurde gestohlen“ bei der Stelle, bei der Ihr Haustier hoffentlich registriert ist, als vermisst. Übrigens kann man auch per Internet Anzeige bei der Polizei erstatten.
Anschließend gehen Sie genauso wie bei einem entlaufenen Hund vor. Alarmieren Sie Tierschutzvereine und Tierheime, Tierärzte, Straßenmeistereien im weiten Umkreis und auch alle umliegende Forstdienststellen. Unter Umständen wurde Ihr Tier nämlich vom Dieb bereits ausgesetzt und irrt umher. Informieren Sie Bekannte auch in weiter entfernten Orten. Drucken Sie Plakate mit Angaben zum Tier oder besorgen Sie sich welche über TASSO oder eine andere Organisation. Loben Sie möglichst keine Belohnung aus, das ruft meist nur Trittbrettfahrer auf den Plan, oder verführt auch einen möglichen Finder dazu, das Tier einfach zurückzubehalten und abzuwarten, ob die Belohnung noch steigt, oder auch, um telefonisch eine höhere Belohnung von Ihnen zu fordern.
Andere kriminelle Methoden rund um das Verschwinden eines Haustieres
Grundsätzlich muss man beim Diebstahl eines Haustieres zwischen dem gezielten Diebstahl und der so genannten „Fundunterschlagung“ unterscheiden.
Die Fundunterschlagung betrifft in der Regel ein von selbst entlaufenes Haustier, wobei es neben dem einfachen Zurückhalten eines Tieres durch nicht anzeigen des Fundes, noch besonders böswillige Varianten gibt: Menschen, die Ihr Haustier zufällig gefunden haben, versuchen, ein hohes Lösegeld für die Rückgabe zu erpressen. Es gibt aber auch Leute, die gezielt nach Verlustmeldungen im Internet , Zeitungen und in Form von Plakaten suchen, und Ihnen dann telefonisch vorgaukeln, Sie hätten Ihr Tier, meist im Ausland, gefunden, um dann von Ihnen Überführungskosten, natürlich im Voraus, zu verlangen. Es versteht sich, dass Sie weder das Tier zurückbekommen, noch das Geld wieder sehen.
In der Regel ist es schwierig, selbst zu erkennen, ob die Anrufer wirklich im Besitz Ihres Vierbeiners sind. Schreiben Sie deshalb in Suchanzeigen niemals die Täto- und auch die Transpondernummer voll aus. Oder geben Sie von vornherein nur an, dass das Tier gechipt und tätowiert ist. Auch besondere Kennzeichen gehören nicht auf ein Suchplakat oder in die Suchanzeige. So können Sie gezielt den angeblichen Finder nach der vollständigen Transpondernummer bzw. nach der vollständigen Tätowierung, oder eben besonderen Kennzeichen fragen, die er ohne das Tier zu kennen, nicht wissen kann. Somit können Sie zumindest sichergehen, dass der Anrufer wirklich Ihr Tier in seinem Gewahrsam hat. In den geschilderten Fällen - hier handelt es sich um Erpressung bzw. Betrug-, hilft es nur, die Polizei zu benachrichtigen, und wenn möglich eine Übergabe zu vereinbaren, bei der dann seitens der Polizei zugegriffen werden kann. Versuchen Sie bitte nicht, auf eigene Faust zu agieren, da Sie unmöglich beurteilen können, ob es sich um „harmlose“ oder hochkriminelle Betrüger handelt. Eine weitere, allerdings kostenintensive, Möglichkeit ist es, eine Detektei oder am besten einen Tierdetektiv einzuschalten. Meines Wissens gibt es in ganz Deutschland allerdings nur einen, nämlich Dieter Körner in Hamburg. www.tierdetektei.de Inzwischen gibt es eine weitere relativ neue Methode. Nach dem Absuchen diverser Vermisstseiten wird der Besitzer spät nachts telefonisch kontaktiert. Man behauptet, dass das Tier gefunden wurde, und am nächsten Tag im Tierheim oder einer anderen Stelle abgeholt werden kann. Der Halter wird aufgefordert, weitere Informationen über eine teuere 0180 Nummer einzuholen. Dies verursacht natürlich nur Unkosten, und spielt zudem in perfider Art und Weise mit den Gefühlen der Besitzer vermisster Tiere. In solchen Ausnahmesituationen greifen die verzweifelten Halter nämlich meist nach jeden Strohhalm und lassen jegliche Logik und Vorishct außer Acht.Wer solche Anrufe erhält, sollte unbedingt Strafanzeige erstatten. Wichtige Adressen: TASSO www.tiernotruf.org Haustierregister des deutschen Tierschutzbundes www.deutsches-haustierregister.de Bundesweite, sehr umfangreiche Datenbank mit Vermisst- und Fundmeldungen www.find-mich-fix.de |