Das Wasser
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"Der Schutz des Wassers ist eine Überlebensfrage - für uns heute, und erst recht für die nachfolgenden Generationen." Greenpeace

Sauberes Wasser ist Grundlage allen Lebens. Wasser ist das "Blut" der Pflanzen. Von Pflanzen leben Tiere und Menschen. Alles Lebendige besteht zu 60% aus Wasser, dem besten Klimaspeicher der Natur. Wasser transportiert und speichert Mineralien, Kleinlebewesen, Energie, Sauerstoff, Humus, Samen... diesen ganzen Biotransport bewegt die täglich einfallende Sonnenenergie kostenlos. Die Pflanzen sind lebende, ebenfalls mit Sonnenenergie betriebene Wasserpumpen und Wasserspeicher, sie müssen überall vorhanden sein, wo Wasser anfällt, sonst entsteht Wüste. Mittelfristig werden wir auch Wasser-Selbstversorgung lernen müssen: Wasser aus kleinen Taubrunnen, Wasser aus Pflanzen, Wasser aus Regenwasser gefiltert. Wasser ist die Seele des Lebendigen."Seele" bedeutet ursprünglich "die aus dem Wasser stammende".

"Es ist eines der Gesetze der Natur, das man alles reinhalten muß. Besonders das Wasser reinzuhalten ist eines der ersten Gesetze des Lebens. Wer Wasser zerstört, zerstört Leben. Alles Leben auf der Erde hängt von reinem Wasser ab. Aber trotzdem schütten wir allen möglichen Dreck und Gift ins Wasser. Das spricht jedem gesunden Menschenverstand Hohn. Euer Parlament kann ein Gesetz verabschieden, das so etwas erlaubt, aber für das Gesetz der Natur ist euer menschliches Gesetz ohne Bedeutung." Oren Lyons, Onondaga Indianer

Zwei drittel der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Doch für den menschlichen Bedarf ist nur ein geringer Teil nutzbar, denn 97% ist salziges Mehrwasser, fast 2% sind als Eiskappen der Pole festgefroren und ein weiterer Teil befindet sich als Wasserdampf oder Wolken in der Atmosphäre. Was bleibt sind gerade 0,035% des Gesamtwasservorrates als nutzbares Süßwasser.

Aber auch das ist nicht problemlos verfügbar und regional sehr unterschiedlich verteilt, so dass immer mehr Menschen ohne ausreichende Wasserversorgung leben müssen. Nach Untersuchungen der Vereinten Nationen herrscht in über 80 Ländern der Erde akuter Wassermangel und dort leben 40% der Weltbevölkerung.

Neben den Vorräten ist Erneuerung des Wasserangebots von Bedeutung. Im natürlichen Wasserkreislauf verdunstet ständig Wasser über den Ozeanen und der Erdoberfläche; aus dem Dampf bilden sich Wolken, die sich andernorts abregnen, den Boden bewässern und zur Neubildung unterirdischer Vorräte beitragen. Diese treten als Quellen oder in Brunnen wieder an die Oberfläche. Die Regenhäufigkeit wird damit zum entscheidenden Faktor des Wasserangebots, denn die Nutzung der unterirdischen Vorkommen ist ohne ihre Erneuerung durch hinabsickerndes Regenwasser nur begrenzt möglich.

Verschwendung und Verschmutzung

In Deutschland werden täglich im Durchschnitt 145 Liter Trinkwasser pro Person verbraucht. Der Lebensstil bestimmt die Nachfrage. In Indien sind es 55 Liter, in den USA 630 Liter. Trinkwasserqualität wäre da gar nicht immer erforderlich, denn nur 3-5 Liter werden zum Trinken und Kochen gebraucht, der Rest fließt verschmutzt in den Abfluß und muss aufwendig gereinigt werden.

Als Alternative für Klospülung (6-14 Liter Verbrauch) und Waschmaschine (80-120 Liter Verbrauch) bietet sich z.B. Regenwasser an. Dafür gibt’s einfache Systeme. Wobei ein Wasserklo auf dem Land auch durch ein Kompostklo ersetzt werden kann, welches gar keine Wasserspülung benötigt.

Weitere Ersparnisse  bringen z.B.  der Einbau von Durchflussmengenbegrenzern und Luftsprudlern an Wasserhahn und Duschkopf, sowie die Spartaste bei der WC-Spülung mit welcher der Spülvorgang nach Bedarf unterbrochen werden kann.

Bisher läuft die Entwicklung jedoch weniger sinnvoll: für die Aufbereitung von Trinkwasser werden in den Industrieländern Milliardenbeträge aufgebracht. Wasserversorgungsnetze werden gebaut und durch die Entnahme von Grundwasser sind riesige Gebiete wie das Hessische Ried ökologisch bereits schwer geschädigt.

Auch der Schadstoffausstoß der Industrie in die Luft trägt wesentlich zur Wasserbelastung bei. Die gasförmigen Verbindungen Schwefeldioxid & Stickoxid reagieren in der Atmosphäre mit Wasser, so dass Schwefelsäure und Salpetersäure gebildet werden. Der dadurch angesäuerte Niederschlag verändert den Säuregehalt der Flüsse und Seen. Ausserdem wäscht er im Boden nach und nach Schwermetalle, Aluminium-Ionen und Pflanzennährstoffe aus und schwemmt sie in die Gewässer.

Hauptverursacher der Schwefeldioxid und der Stickoxid-Belastung sind der Autoverkehr und die Industrie, insbesondere die Kraftwerke. In Schweden z.B. sind über 4000 stehende Gewässer übersäuert, in der BRD rund 150 Seen, wobei einzelne wie der Herrenweiser See im Schwarzwald schon Säurewerte aufweisen, die mit Essig vergleichbar sind. Fische, Schnecken, Muscheln und Krebse können nicht mehr überleben.

Alles in allem werden die Wasservorräte immer knapper - durch die wachsende Weltbevölkerung, Verschwendung, Verschmutzung und Umweltzerstörung. 3 von 5 Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser...

Krieg um Wasser

"In dem Maße, wie der Bedarf an Wasser ständig wächst, werden die Konflikte zwischen Nationen um gemeinsame Vorräte vermutlich zunehmen." - aus der amerikanischen Studie "Global 2000". Die Zeichen dafür sind unübersehbar. Schon heute gibt es Konflikte, die auf die Wassernutzung zurückzuführen sind oder damit in Zusammenhang stehen.

Die UNO sagt ab spätestens 2025 vermehrte Wasserkriege voraus. Dann wird die Weltbevölkerung auf etwa 8 Milliarden angewachsen sein, von denen die Hälfte Durstleiden wird...

Quelle: "Zum Beispiel Wasser", Peter Mucke, Süd-Nord Lamuv Taschenbuchverlag




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