Permanent agriculture ist ein integriertes, sich entwickelndes System aus mehrjährigen oder sich selbst vermehrenden einjährigen Pflanzen und aus für den Menschen nützlichen Tieren. Im Kern ist es ein vollständiges landwirtschaftliches Ökosystem, inspiriert von bestehenden, einfacheren Beispielen. Die ideale Permakultur speichert Regenwasser und Sonnenenergie, nutzt sie sparsam und effektiv, verwendet die Abfälle der einen Tier- und Pflanzenart als Rohstoffe für die nächste. Sie ordnet Tiere und Pflanzen so zu einander, dass ihre Bedürfnisse ohne menschliches Zutun erfüllt werden. Das heisst, das Prinzip eines Urwaldes - eines autonomen Ökosystems - auf Nutzpflanzen und -tiere zu übertragen. In einem solchen System versteht sich der Mensch nicht als Meister einer kurzfristigen ausbeuterischen Ertragsmaximierung, sondern als Hüter und Steuermensch von Zyklen und Gesetzen, die lange vor ihm entstanden sind und lange nach ihm wirken werden.
Traditionelle landwirtschaftliche Systeme waren in der Lage, mit 100 Energieeinheiten und Sonnenlicht ca. 300 Energieeinheiten in Form von Nahrung zu erzeugen. Moderne, zentralisierte Monokultursysteme bringen es mit gleichem Einsatz auf einen Ertrag von 10 Energieeinheiten. Allein die notwendige Kunstdüngerproduktion in Deutschland verschlingt mehr Energie als alle Kernkraftwerke zusammen produzieren. In dem heutigen Nahrungsmittelversorgungssystem wird eine vollständige Ernährung durch ein weltweites Netz von Transport, Lagerung und Verkaufsstellen ermöglicht, was sehr energieaufwendig und nur mit Hilfe der Subventionierung durch fossile Brennstoffe möglich ist.
Permakultur zielt darauf ab, alle Elemente so miteinander zu verbinden und zu überlagern, dass Arbeits- und Energieeinsatz minimiert, aber Gesamtertrag optimiert wird. Die Grundregeln der Permakultur, aus welchen sich grösstmögliche Stabilität und Flexibilität ergeben lauten:
- Jedes Element oder jeder Teilbereich erfüllt mehrere Funktionen.
- Jede Funktion wird durch mehrere Elemente oder Teilbereiche abgedeckt.
Das vielleicht umfassendste Beispiel eines Permakultur-Gartens ist der Waldgarten. Er ist wie ein natürlicher Wald geschichtet: ein Dach aus Obst- und Nussbäumen, darunter Zwergobstbäume und Büsche, eine Strauchschicht mit Beerenholz, eine Schicht mehrjährige Kräuter und Gemüse sowie Wurzelgemüse und schließlich auch Kletterpflanzen an den Bäumen. Die Gesamtproduktion an Nahrungsmitteln ist damit viel größer als in Monokulturen einer dieser Schichten.
Der Randzoneneffekt spielt dabei eine wesentliche rolle: Denn Randzonen, also Schnittstellen zwischen 2 Ökosystemen schaffen ein drittes komplexeres System, das beide kombiniert. An den Schnittstellen können Arten aus beiden System und zusätzlich eigenen Arten existieren. Die Photosyntheseleistung in solchen Randzonen viel höher und das System produktiver. Die höchste Produktion pro Fläche aller Ökosysteme weist das sehr komplexe Schnittstellensystem Festland/Meer auf. Mehr Randzonen bedeuten also auch eine produktivere Landschaft.
Im Falle eines Klimawechseln können Permakulturen den Wechsel puffern, da sie das örtliche Klima verändern.
Permakultur begann zwar als "permanent agriculture", die ihr zugrunde liegenden Prinzipien können aber auf alles was wir tun angewendet werden. So wird Permakultur heute als permanente Kultur verstanden und beinhaltet Architektur, Stadtplanung, Wasserversorgung, Abwasserreinigung und sogar Handels- und Finanzsysteme. Sie wird heute mit dem "Entwurf dauerhafter menschlicher Lebensräume" beschrieben.
www.permakultur.de
www.permakultur-akademie.de/termine.htm
www.permakultur.ch
www.permaculture.org/uk
www.cityfarmer.de
www.agroforst.de
www.permakultur-design.de