~~N°c€ G€d°cht€~~

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D€r TrÄuM€r

1.

Es war ein Traum in meiner Seele tief.

Ich horchte auf den holden Traum:

ich schlief.

Just ging ein Glück vorüber, als ich schlief,

und wie ich träumte, hört ich nicht:

es rief.

 

2.

TRÄUME scheinen mir wie Orchideen. –

So wie jene sind sie bunt und reich.

Aus dem Riesenstamm der Lebenssäfte

ziehn sie just wie jene ihre Kräfte,

brüsten sich mit dem ersaugten Blute,

freuen in der flüchtigen Minute,

in der nächsten sind sie tot und bleich. –

Und wenn Welten oben leise gehen,

fühlst du's dann nicht wie von Düften wehen?

Träume scheinen mir wie Orchideen. –

 

 

Im Schloß der silberhellen Schneenacht

dort schlummert alles weit und breit,

und nur ein ewig wildes Weh wacht

in einer Seele Einsamkeit.

Du fragst, warum die Seelen schweige,

warum sie's in die Nacht hinaus

nicht gießt? – Sie weiß, wenns ihr entstiege,

es löschte alle Sterne aus.

 

 

Im Frühling oder im Träume

bin ich dir begegnet einst,

und jetzt gehen wir zusammen durch den Herbsttag,

und du drückst mir die Hand und weinst.

Weinst du ob der jagenden Wolken?

Ob der blutroten Blätter? Kaum.

Ich fühl es: du warst einmal glücklich

Im Frühling oder im Traum........

 

 

Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge

und keine Heimat haben in der Zeit.

Und das sind Wünsche: leise Dialoge

täglicher Stunden mit der Ewigkeit.

Und das ist Leben. Bis aus einem Gestern

die einsamste von allen Stunden steigt,

die, anders lächelnd als die andern Schwestern,

dem Ewigen entgegenschweigt.

 

 

 

D°€ L°€b€nd€

Ja ich sehne mich nach dir. Ich geleite

mich verlierend selbst mir aus der Hand,

ohne Hoffnung, dass ich Das bestreite,

was zu mir kommt wie aus deiner Seite

ernst und unbeirrt und unverwandt.

....jene Zeiten: O wie war ich Eines,

nichts was rief und nichts was mich verriet;

meine Stille war wie eines Steines,

über den der Bach sein Murmeln zieht.

Aber jetzt in diesen Frühlingswochen

hat mich etwas langsam abgebrochen

von dem unbewußten dunklen Jahr.

Etwas hat mein armes warmes Leben

irgendeinem in die Hand gegeben,

der nicht weiß was ich noch gestern war.

 

 

M€nScH b€° nAcHt

Die Nächte sind nicht für die Menge gemacht.

Von deinem Nachbar trennt dich die Nacht,

und du sollst ihn nicht suchen trotzdem.

Und machst du nachts deine Stube licht,

um Menschen zu schauen ins Angesicht,

so mußt du bedenken: wem.

Die Menschen sind Furchtbar vom Licht entstellt,

das von ihren Gesichtern träuft,

und haben sie nachts sich zusammmengesellt,

so schaust du eine wankende Welt

durcheinandergehäuft.

Auf ihren Stirnen hat gelber Schein

alle Gedanken verdrängt,

in ihren Blicken flackert der Wein,

an ihren Händen hängt

die schwere Gebärde, mit der sie sich

bei ihren Gesprächen verstehn;

und dabei sagen sie: Ich und Ich

und meinen: Irgendwen.

 

 

 

€°nsamk€°t

Die Einsamkeit ist wie ein Regen.

Sie steigt vom Meer den Abend entgegen;

Von Ebenen, die fern sind und entlegen,

geht sie zum Himmel, der sie immer hat.

Und erst vom Himmel fällt sie auf die Stadt.

Regnet hernieder in den Zwitterstunden,

wenn sich nach Morgen wenden alle Gassen

und wenn die Leiber, welche nichts gefunden,

enttäuscht und traurig von einander lassen;

und wenn die Menschen, die einander hassen,

in einem Bett zusammen schlafen müssen:

dann geht die Einsamkeit mit den Flüssen..........

 



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