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Literatur im Internet (Copyright Angela Stamm 1999) Licht und Schatten Sonne taucht die Menschen ein in ein Licht aus hellem Schein Schatten gehen oft voraus wenn wir suchen unser Haus Menschen folgten ihren Schatten wenn sie nichts gefunden hatten außer diesen irren Wahn der sie lenkt auf dunkle Bahn Denn sie sind wie Lichter, die Schatten werfen, so sind sie Bis sie immer dunkler werden Irrlichter sind wir auf Erden Füße setzen sich in Gang gehen schnell auf Schattenfang fangen ihren eigenen Schatten bis sie klanglos sanft ermatten wenn ein rotes Ampellicht ihren irren Willen bricht (Bibliothek deutschsprachiger Dichtung) Nie gehe ich auf die Palme (veröffentl. im Literamus Trier Nr. 22 "Dialog") Ich sage einen Satz Sie unterbricht mich Ich erzähle etwas Sie hört nicht zu Ich stelle eine Frage Sie antwortet nicht Ich mache eine Feststellung Sie widerspricht Ich mache etwas Sie will es besser machen Ich habe kein Problem Sie will mir helfen Wir stehen vor einer Entscheidung Sie entscheidet Sie macht Fehler Ich gebe sie zu Ich mache Witze Sie lacht nicht Ich sage etwas Ernstes Sie lacht Ich habe einen Termin Sie kommt dazu Ich habe einen Plan Sie will ihn mir ausreden Sie schlägt etwas vor Es interessiert mich nicht Wir sind verabredet Sie lässt mich warten Ich muss weg fahren Sie will mich wiedersehen ... Zukunftsmusik Die Bälle der auf den Straßen spielenden Kinder stören immer noch mehr als die Bälle der Golfspieler, die im Umfeld eines Golfplatzes umherflögen, wo früher Vögel gesungen hätten, baute man ihn (Czernik-Verlag) Vor der Entscheidung Tausend Winke, goldige Sprüche sollen vom Schlängelpfad locken, den zu verlassen das Ende wär - gib Acht! Sie halten die Falle bereit, und wenn du sie wählst, winken sie wieder, versprechen Glocken und Andacht, vergessen, die Krähe wegzujagen, die dein Herz zerhackt (Czernik-Verlag) Betr.: (offen) (1978) Eine Schachtel mit verstaubten Weisheiten steckst du in den infernalen Ofen, um dann hastig ein Gebet lallend die schwere Asche fort zu tragen Seiten von verwesten Büchern, Bilder längst vergangner Taten - die altersschwache Menagerie deiner gläsernen Träume Du jagtest Menschenherzen, das Buch in der rohen Hand Zerstörte Nester lockten deine Tränen Du willst nur Sahne schöpfen Das sieht man nicht gern Fragt man dich nach dem Weg, schüttelst du den Kopf, steckst deine kalten Tränen in abgenutzte Taschen, lächelst müde und doch trotzig. Dein Hunger aber interessiert uns nicht A in Aussicht (1978) Sag nicht nur A wenn du B meinst öffne dein wahres Gesicht Lach nicht zum Schein, wenn du still weinst zeig deine innere Schicht Lache, auch wenn du den Staub siehst weine, auch wenn du dich schämst Kehre dich ab, wo du Schein siehst und schichte den Keim, den du zähmst Lass dann den Garten sprießen so, wie´s schon einmal geschah Wenn sie die Tore dann schließen, wird jedes B wieder zum A Chagall (1978) fangspiel beugt sich den kindlichen formen des seins farbziel verneigt sich vor bildlichen normen des scheins an die starre bilderwand hast du IHN mit blinder hand fassbar haftend aufgehängt träumende poesie verdrängt Da sein Im fahlen Zimmer fehlt die Sonne Auf dem Papier hat sie sich gemalt Versunken in einem Sonnenhut träumst du einen Weg her Spaziergang am Fluss der zwei Möglichkeiten: Du und zurück (Anthologie "Mit unseren Amaryllisblütenherzen" der fam99 Aachen) Cézanne (2001) Wie malt man ein Bild? Wie wild? Der Mann denkt nach. Ich auch. Wie male ich den Berg? Wie Ihr? Alle Stile habe ich versucht. Es gibt nur einen Cézanne (Mur de Poésie, Tours) Lesung Verschrobene Undurchsichtigkeit verspricht uns und sich einen spitzen Abend lippenlabend Verwirrte Stimmen schwirren am Mikrofon Verirrte Schuhe suchen einen Ausweg Misshandelte Saiten kreischen Laute Pause Ein Gedicht wird exekutiert Verhalten hält sich das Mikrofon über Tränenwasser, derweil die bunten Lichter trügen Keine Pause Am Trommelfell gar noch in lauen Eiszapfen: Das Klavier (Triga-Verlag, Anthologie "Auf der Silberwaage") Freiheit Wir regeln alles mit Vernunft anlehnen wollen sich Tränen erwachsen tun ist kinderschwer wir oder ihr du oder wer sie zum Abschied die grobzügigen Worte entgegen geschnellt: Du bist ein freier Mensch Entscheide: du oder du (veröffentlicht bei MS-LYRIK) Logik Descartes: Ich denke, also bin ich Der Narr: Ich lenke, also bin ich der Größte (veröffentlicht bei MS-LYRIK) Ebenda Gib deiner Stimmung den Gnadenschuss, dann richte deinen Blick auf die atmende Taunatur Klar liegt jetzt der Weg vor deinen Schritten Schmeichelnd erhebt sich ein Weiß den wachenden Augen entgegen Freundlich bejahen die Füße die Frage des Fremden, finden sich wieder wie einst Klar noch immer der Weg, mit deinen Schritten
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